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Bogenanlegevorrichtung für Zylinderschnellpressen mit hin und her
gehendem Bett. Die Erfindung betrifft eine Bogenanlegevorrichtung für Zylinderschnellpressen
mit hin und her gehendem Bett, bei der das Anlegebrett mit einer durch besondere
Getriebe bewegten Vorrichtung zum Einstellen des seitlichen Registers versehen ist.
Das Wesen der Erfindung ist darin zu sehen, daß das Anlegebrett mit den Antriebseinrichtungen
für das Seitenregister und für die anderen Vorrichtungen dauernd gleichachsig gelagert
ist, so daß das Anlegebrett zu jeder Zeit angehoben werden kann, ohne daß die Vorrichtungen,
deren jeweilige Stellung dabei vollkommen gleichgültig ist, irgendwie beeinflußt
werden. Dadurch wird eine äußerst einfache, zweckmäßige und vorteilhafte Bauart
erzielt.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes-
veranschaulicht, und zwar stellen dar: Abb. i eine abgebrochene Seitenansicht einer
Schnellpresse mit einer Bogenzuführvorrichtung gemäß der Erfindung, Abb. 2 eine
abgebrochene Ansicht der 'Maschine von der anderen Seite gesehen, Abb.3 eine abgebrochene
Draufsicht auf die Presse, Abb. q. und 5 Ansichten einer Einzelheit, Abb. 6 eine
Draufsicht auf das Zuführbrett mit der Vorrichtung zur Beeinflussung der Seitenregistervorrichtung,
A.bb.7 einen Längsschnitt durch das Zufuhrbrett, Abb.8 eine Einzelheit.
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Abb. g eine Seitenansicht eines die Bewegung der Bogen verlangsamenden
Fingers und Abb. io eine Ansicht der diesen Finger beeinflussenden Daumenscheibe.
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Das Anlegebrett 2io ist drehbar am Gestell der Schnellpresse gelagert.
Das Anlegebrett ist an einer Leiste 211b befestigt (Abb.7), die quer auf der Unterseite
des Brettes verläuft. Am Ende der Leiste gilb sind Lager 2i ia (Abb. 8) für Zapfen
211 vorgesehen, die in den Seitenteilen 2.f3 und 2.4 (Abb. 3) des Pressengestells
sitzen. An der einen Seite der Maschine ist im Zapfen 211 ein Stift 225 (Abb. 8)
achsial verschiebbar angeordnet, dessen Zweck und Wirkung später beschrieben sind.
Oberhalb des Anlegebrettes 210 ist ein Rahmen 212- vorgesehen, der um die Achse
213 (Abb. i und 2) angehoben werden kann. Die Vorrichtung zum Einstellen des Seitenregisters
enthält, wie Abb. 3 und 6 zeigen, eine Ziehmarke, die als Ganzes mit dem Bezugszeichen
213 (Abb. 5) belegt worden ist, sowie eine Seitenführung 215 (Abb. 6). Die Ziehmarke
214 wird von einer in der Ouerrichtung beweglichen Stange 216 getragen, während
die
Führung 215 von einer ähnlichen Stange 217 getragen wird. Die
beiden in einer Flucht liegenden Stangen 216 und 217 werden durch eine geeignete
Vorrichtung, z. B. eine Feder 218, auseinandergedrückt. Die Seitenführungen 214
und 215 werden durch eine Vorrichtung gegeneinander bewegt, die von einer Daumenscheibe
219 (Abb. 2 und 3) auf der Querwelle 213 beeinflußt wird. Wie Abb. 2 erkennen läßt,
wird die Welle 213 von der Welle 46 in dem Grundgestell der Schnellpresse durch
die Kette 22o, die Zahnräder 221, 222 und 223 gedreht, von denen das letzte mit
der Welle 2,13 verbunden ist. Die Daumenscheibe 219 wirkt auf den Hebel 2,24 ein,
der in dem Lager 224.d drehbar gelagert ist und dessen eines Ende in Berührung mit
dem Zapfen 225 (Abb. 3, 6 und 7) steht. Dieser verläuft konachsial mit dem Drehzapfen
211 des Anlegebrettes 21o. Der Zapfen 225 stößt gegen das Ende einer Stange 226,
die ebenfalls konachsial mit den Drehzapfen 211 des Anlegebrettes 21o liegt. DieStange
226 ist mit den Stangen 216 und 217 in irgend geeigneter Weise verbunden. Wie die
Zeichnung erkennen läßt, ist das eine Ende der Stange 226 mit einem Arm eines Winkelhebels
227 verbunden, dessen anderer Arm durch einen Lenker 228 mit dem einen Arm eines
anderen Winkelhebels 229 in Verbindung steht, dessen anderer Arm mit der Stange
216 verbunden ist. In ähnlicher Weise sind die Stangen 226 und 217 durch den Winkelhebel
230, den Lenker 231 und einen zweiten Winkelhebel 232 miteinander verbunden. Da
die Winkelhebel 229 und 232 mit Bezug aufeinander nach entgegengesetzten Richtungen
angeordnet sind, werden durch eine Längsverschiebung der Stange 226 die Stangen
216, 217
entgegen .dem Druck der Feder 218 gegeneinander bewegt. Es sei bemerkt,
daß infolge der in Richtung der Zapfen 211 angeordneten Stange 226 das Anlegebrett
21o angehoben werden kann, ohne irgendwelchen Einfluß auf die Vorrichtung zum Betätigen
des Seitenregisters auszuüben.
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Die im einzelnen in Abb.5 veranschaulichte Ziehmarke arbeitet in folgender
Weise. Der Bogen wird dadurch erfaßt, daß sich die Ziehmarke derartig mit der Nase
241 unter den linken, an der Welle 234 angeordneten Arm 233 bewegt, daß beim Herunterbewegen
dieses Armes 233 die Nase 241 heruntergedrückt wird und durch die Feder 241b nach
Überwindung der Totpunktlage das Festklemmen des Bogens bewirkt wird. Darauf bewegt
sich die Ziehmarke nach rechts und führt dabei den festgeklemmten Bogen mit sich,
bis der Schwanz 241c unter den rechten Arm 233 gelangt. Der rechte Arm 233 bewegt
sich dann nach unten, drückt den Schwanz 241 ebenfalls nach unten und verursacht,
daß die Feder 241 wieder nach Überwindung der Totpunktlage die Freigabe des Bogens
bewirkt. Die Schwingwelle 234 wird durch einen an ihr befestigten Arm 235 (Abb.
3), eine Stange 236, einen anderen Arm 237 und eine auf der Welle 213 befestigte
Daumenscheibe 238 beeinflußt. Die Daumenscheibe 238 schwingt die Arme 235 und 237
in der einen Richtung, und eine Feder 239 bewegt sie nach der anderen. Es sei bemerkt,
daß die Arme 233 mithin von der Daumenscheibe 238 beeinflußt werden, die konzentrisch
zu der Drehachse 213 des Rahmens 212 liegt. Durch diese bauliche Anordnung ist eine
Bewegung des Rahmens 212 ermöglicht, ohne daß mechanische oder Getriebeverbindungen
des Rahmens 212 gelöst oder verstellt zu werden brauchen. Eine weitere Folge ist,
daß die am Rahmen 212 angeordneten Finger 281 in der nicht abgehobenen Lage des
Rahmens 212 stets dieselbe Lage gegenüber .der Maschine einnehmen. Eine Verbesserung
der Ziehmarke besteht in der Anbringung einer Führung 240, die aus zwei voneinander
getrennten Teilen besteht, zwischen denen sich der Greifer 241 bewegt, der den angelegten
Bogen auf dem Anlegebrett ergreift. Durch die Führungsteile 2ao wird ein Zurückfalten
der Kante des Bogens verhindert. Ohne eine derartige Führungsvorrichtung 240 wird
der Bogen häufig an seiner Kante umgefaltet und in diesem gefalteten Zustande von
dem Greifer 241 der Ziehmarke 214 erfaßt, wodurch .der Bogen nicht nur zerknittert
und zerrissen, sondern auch aus seiner Bahn herausgeworfen wird. Bei Anordnung einer
derartigen Führung 24.o kann dies nicht vorkommen.
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Der drehbar gelagerte, die verschiedenen, auf den Bogen einwirkenden
Vorrichtungen tragende Rahmen 212 ist bei großen Druckpressen verhältnismäßig schwer;
es ist aus diesem Grunde eine Vorrichtung vorgesehen, um das Anheben des Rahmens
verhältnismäßig leicht zu ermöglichen. Zu diesem Zwecke ist ein Paar von Armen 242
an den oberen Enden der Rahmenseitenwände 243 und 24,4 befestigt; diese Arme 242
liegen seitlich oberhalb der Rahmen 212. An dem Ende eines jeden Armes 2,42, ist
ein Seil 2q.5 befestigt, das über eine Scheibe 246 an dem Rahmen 212 und alsdann
über eine Scheibe 247 an dem Ende des Armes 242 läuft, von wo aus es über eine an
einer Querwelle 249 befestigte Trommel 248 geführt wird. Die Welle 249 erstreckt
sich seitlich über einen der Arme hinaus. Auf diesem Wellenende ist eine Kurbel
25o (Abb. 1) und eine mit Sperrzähnen 252 ausgerüstete Sperrscheibe 251 befestigt,
in deren Zähne 252 eine Klinke 253 eingreift, sobald der Rahmen 212 seine höchste
Lage
eingenommen hat, wodurch er zwangläufig in der angehobenen
Stellung gehalten wird. Um den Rahmen 212 in irgendeiner anderen angehobenen Lage
zu halten, ist eine Bremse vorgesehen.
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Der zu bedruckende Bogen wird auf das Zuführungsbrett 210 in irgendeiner
geeigneten Weise geleitet. Um die Bewegung des Bogens herabzumindern oder in irgend
anderer Weise auf den Bogen einzuwirken, bevor oder nachdem er mit den Vordermarken
276 (Abb. 3) in Berührung kommt, sind besondere Finger 277 vorgesehen, deren zweckmäßigste
Bauart in Abb. 9 dargestellt worden ist. Wie diese Abbildung zeigt, hat der Finger
277 eine Konsole 278, die auf der Welle 279 (Abb. 3 und 9) durch eine Klemmschraube
28o befestigt wird. Die Konsole 278 trägt eineFederstahlverlängerung 281, die durch
eine Schraube 282 eingestellt werden kann. Die am Rahmen 212 gelagerte Welle 279
(Abb.3) trägt einen Arm 283, der in einer Richtung durch eine Feder 284 und in der
anderen Richtung durch einen Lenker 285 bewegt wird. Der Lenker 285 ist an einem
Arm 286 befestigt, der durch eine auf der Welle 213 sitzende Nockenscheibe 287 beeinflußt
wird. Die Umfangslinien der Nockenscheibe 287 sind in Abb. io wiedergegeben. Die
Nockenscheibe 287 ist .derart ausgebildet, daß bei jeder Umdrehung der Scheibe die
Finger 277 dreimal hintereinander auf und ab geschwungen werden. Der Zweck dieser
SchwingLewegungen ist, daß durch die Finger 277 zunächst die Bewegung des Bogens
erlangsamt wird und gleichzeitig der Bogen geglättet wird. Die Finger verbleiben
zweckmäßig in der unteren Lage, bis der Bogen den Bogenfühler 288 (Abb.3) beeinflußt.
Alsdann werden die Finger 277 angehoben, damit der Bogen weiterbewegt werden kann,
bis er sich ungefähr in einer Entfernung von 5 mm vor den Vordermarken 276 befindet.
Hierauf werden die Finger 277 abermals abwärts bewegt, um die B.; wegung des Bogens
ein zweites Mal zu verlangsamen und ebenfalls zu verhindern, daß der Bogen, wenn
er gegen .die Vordermarken 276 stößt, zurÜckgeschlagen wird. Nunmehr werden die
Finger 277 angehoben, damit die Seitenziehmarken zur Wirkung kommen können, worauf
die Finger 277 abermals gesenkt werden und in dieser Lage verbleiben, bis die Zylindergreifer
den Bogen erfassen. Während dieses letzten Zeitraumes liegen die Finger 277 auf
dem Bogen, während die Zylindergreifer ihn fortziehen. Die Finger 277 wirken ebenfalls
als Abstreifer, um eine Aufwärtsbewegung des Bogens mit den Vordermarken zu verhindern,
wenn diese angehoben werden.