DE4439730A1 - Überspannungsschutzelement - Google Patents
ÜberspannungsschutzelementInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Überspannungsschutzelement zur Ableitung von transien
ten Überspannungen, mit zwei Elektroden, einer zwischen den Elektroden wirksamen
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke und einem die Elektroden aufnehmenden Gehäuse,
wobei jede Elektrode ein Anschlußelement, vorzugsweise einen Anschlußschenkel,
und ein Funkenhorn aufweist, die beiden Funkenhörner winklig zueinander ange
ordnet sind und zwischen den Funkenhörnern der beiden - mit Abstand zueinander
angeordneten - Elektroden die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke ausgebildet ist.
Elektrische, insbesondere aber elektronische Meß-, Steuer-, Regel- und Schaltkreise,
vor allem auch Fernmeldeeinrichtungen und -anlagen, sind empfindlich gegen tran
siente Überspannungen, wie sie insbesondere durch atmosphärische Entladungen,
aber auch durch Kurzschlüsse und Schalthandlungen in Energieversorgungsnetzen
auftreten können. Diese Empfindlichkeit hat in dem Maße zugenommen, in dem elek
tronische Bauelemente, insbesondere Transistoren und Thyristoren, verwendet wer
den; vor allem sind zunehmend eingesetzte integrierte Schaltkreise in starkem Maße
durch transiente Überspannungen gefährdet.
Neben dem Überspannungsschutzelement, von dem die Erfindung ausgeht (vgl. die
DE-C-37 16 997), also einem solchen mit einer Luft-Durchschlag-Funkenstrecke,
gibt es Überspannungsschutzelemente mit einer Luft-Überschlag-Funkenstrecke, bei
denen also beim Ansprechen eine Gleitentladung auftritt (vgl. die DE-A-27 18 188,
die DE-A-29 34 236 und die DE-A-31 01 354).
Überspannungsschutzelemente der Art, von der die Erfindung ausgeht, also solche,
mit einer Luft-Durchschlag-Funkenstrecke, haben nun gegenüber Überspannungs
schutzelementen mit einer Luft-Überschlag-Funkenstrecke den Vorteil einer höheren
Stoßstromtragfähigkeit, jedoch den Nachteil einer höheren - und auch nicht sonder
lich konstanten - Ansprechspannung.
Es sind nun bereits verschiedene Überspannungsschutzelemente mit einer Luft-
Durchschlag-Funkenstrecke entwickelt worden, die in bezug auf die Ansprechspan
nung verbessert worden sind (vgl. die DE-A-41 41 681, die DE-A-41 41 682 und
die DE-A-42 44 051).
Einer älteren Patentanmeldung (Patentanmeldung P 44 02 615.3-32), deren wesentli
cher Inhalt durch offenkundige Vorbenutzung zum Stand der Technik gehört, lag die
Aufgabe zugrunde, das eingangs beschriebene Überspannungsschutzelement insge
samt in seinem Überspannungsschutzverhalten zu verbessern, insbesondere auch in
bezug auf die Ansprechspannung, das Blitzstoßstrom- und Netzfolgestrom-Tragfä
higkeitsverhalten und das Netzfolgestrom-Löschverhalten.
Die zuvor aufgezeigte Aufgabe ist durch verschiedene Lehren gelöst, wobei diese
Lehren alternativ, vor allem aber auch kumulativ angewendet werden können.
Eine erste Lehre nach der vorgenannten älteren Patentanmeldung hat zunächst und
im wesentlichen zum Inhalt, daß die Funkenhörner der Elektroden in ihren an die An
schlußschenkel angrenzenden Bereichen mit einer durch die Anschlußschenkel ver
laufenden Bohrung versehen sind. Diese Bohrungen sorgen dafür, daß im Augen
blick des Ansprechens des Überspannungsschutzelementes ein verbessertes Zünd-
und Lichtbogenlaufverhalten gegeben ist, insbesondere der Lichtbogen neben den
Bohrungen durch eine thermisch-atmosphärische Beblasung "in Fahrt gesetzt wird".
Eine zweite Lehre nach der vorgenannten älteren Patentanmeldung hat zunächst
und im wesentlichen zum Inhalt, daß zwischen den sich gegenüberstehenden Enden
der Anschlußschenkel der beiden Elektroden eine - eine Gleitentladung auslösende -
Zündhilfe vorgesehen ist. Bei dem gemäß dieser Lehre ausgeführten Überspannungs
schutzelement ist gleichsam in den engsten Teil der Luft-Durchschlag-Funkenstrecke,
also dort, wo ein Ansprechen stattfindet, eine Hilfs-Luft-Überschlag-Funkenstrecke
integriert. Die integrierte Hilfs-Luft-Überschlag-Funkenstrecke hat eine relativ kon
stante und vor allem geringere Ansprechspannung als die dem eigentlichen Über
spannungsschutz dienende Luft-Durchschlag-Funkenstrecke. Einmal angesprochen,
bei einer relativ konstanten niedrigen Ansprechspannung, führt die gezündete Hilfs-
Luft-Überschlag-Funkenstrecke zu einem "schlagartigen" Zünden der Luft-Durch
schlag-Funkenstrecke mit relativ hoher Stromtragfähigkeit, also hoher Blitzstoßstrom-
und Netzfolgestromtragfähigkeit. Bei dieser Ausführungsform sind also die Vorteile
einer Luft-Durchschlag-Funkenstrecke und einer Luft-Überschlag-Funkenstrecke
verwirklicht und deren Nachteile eliminiert.
Eine dritte Lehre nach der vorgenannten älteren Patentanmeldung hat zunächst und
im wesentlichen zum Inhalt, daß das Gehäuse zumindest teilweise aus einem Kunst
stoff besteht, der bei einer Verbrennung keinen Kohlenstoff abgibt, oder zumindest
teilweise mit einem solchen Kunststoff ausgekleidet ist. Normalerweise ist der Einbau
von eine Luft-Durchschlag-Funkenstrecke bildenden Elektroden mit Funkenhörnern
in ein relativ kleines, aus Kunststoff, der bei einer Erhitzung bzw. einer Verbrennung
Kohlenstoff abgibt, bestehendes Gehäuse problematisch. Insbesondere kommt es
aufgrund des nach dem Ansprechen entstehenden sehr heißen Lichtbogens zu einer
Verbrennung des Kunststoffes und damit zu einer enormen Abgabe von Kohlenstoff.
Das führt dazu, daß die Elektroden verschmutzen und keine Isolationsfestigkeit mehr
vorhanden ist. Darüber hinaus beeinträchtigt auch der enorme Kohlenstoffanteil im
Gasgemisch das Löschverhalten der Elektroden. Die zuvor beschriebenen Nachteile
treten dann natürlich nicht auf, wenn das Gehäuse zumindest teilweise aus einem
Kunststoff besteht, der bei einer Erhitzung bzw. einer Verbrennung keinen Kohlen
stoff abgibt, oder wenn das Gehäuse zumindest teilweise mit einem solchen Kunst
stoff ausgekleidet ist.
Eine vierte Lehre nach der vorgenannten älteren Patentanmeldung hat zunächst und
im wesentlichen zum Inhalt, daß die Seitenwandungen des Gehäuses relativ nahe an
die Funkenhörner der Elektroden herangezogen sind. Durch diese Lehre tritt eine
außerordentlich gute atmosphärische Beblasung des Lichtbogens ein. Er läuft sehr
schnell an die Spitzen der Funkenhörner, frißt sich also nicht im Zündbereich fest.
Eine fünfte Lehre nach der vorgenannten älteren Patentanmeldung hat schließlich
zunächst und im wesentlichen zum Inhalt, daß der den Funkenhörnern der Elektro
den benachbarte Gehäusedeckel aus elektrisch leitendem Material, vorzugsweise aus
Kupferwolfram besteht, wobei dann in aller Regel der Abstand zwischen den dem
Gehäusedeckel benachbarten Enden der Funkenhörner der Elektroden und dem Ge
häusedeckel so gewählt ist, daß zwischen den dem Gehäusedeckel benachbarten En
den der Funkenhörner und dem Gehäusedeckel Lichtbögen entstehen können. Bei
diesem Überspannungsschutzelement wandert der Lichtbogen zunächst aus dem
Zündbereich an die Spitzen der Funkenhörner. Dann bilden sich zwischen den Spit
zen der Funkenhörner und dem aus elektrisch leitendem Material bestehendem Ge
häusedeckel zwei Lichtbögen. Die sich dabei aufbauende Leiterschleife sorgt dafür,
daß die beiden Lichtbögen hinter die Funkenhörner getrieben werden. Das hat zur
Folge, daß sich zwei Lichtbögen ausbilden, die insgesamt für eine enorm hohe Bo
genbrennspannung beim Netzfolgestrom sorgen. Das wiederum führt dazu, daß das
Löschverhalten für den Netzfolgestrom sich wesentlich verändert hat, nämlich eine
quasi-kurzschlußfeste Entladungsstrecke entstanden ist. Da die beiden Lichtbögen
sich hinter den Funkenhörnern befinden, ist dadurch auch der empfindliche Zündbe
reich zwischen den Funkenhörnern außerordentlich gut geschützt.
Ausgehend von dem zuvor im einzelnen beschriebenen Stand der Technik liegt der
vorliegenden Erfindung nun die Aufgabe zugrunde, ein hinsichtlich seines Über
spannungsschutzverhaltens nochmals verbessertes Überspannungsschutzelement
anzugeben.
Das erfindungsgemäße Überspannungsschutzelement ist nun dadurch gekennzeich
net, daß die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke abgebogen und/oder abgewinkelt
schnabelförmig ausgebildet ist. Im Hause der Anmelderin ist überraschender Weise
festgestellt worden, daß sich aufgrund der abgebogenen und/oder abgewinkelten
Schnabelform ein hinsichtlich seines Überspannungsschutzverhaltens nochmals ver
bessertes Überspannungsschutzelement im Gegensatz zu einem solchen mit einer ein
fach V- oder winkelförmig ausgebildeten Luft-Durchschlag-Funkenstrecke ergibt.
Bei durchgeführten Versuchen ist festgestellt worden, daß aufgrund der erfindungs
gemäßen Schnabelform das Plasma zwischen den beiden Funkenhörnern direkt und
sehr schnell ausgeblasen wird, so daß sich durch die Erfindung eine hoch-blitzstrom
tragfähige und -netzfolgestromlöschfähige Trennfunkenstrecke und damit ein erheb
lich verbessertes Überspannungsschutzelement ergibt. Aufgrund des schnellen Aus
blasens ist ein "Festfressen" des Lichtbogens im Zündbereich praktisch nicht mehr
möglich.
Im einzelnen gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, daß erfindungsgemäße Über
spannungsschutzelement auszugestalten und weiterzubilden.
Grundsätzlich ist es zur zumindest teilweisen Erzielung der obengenannten Vorteile
möglich, die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke zwischen 10° und 180° abzubiegen.
Ein besonders vorteilhaftes Überspannungsschutzverhalten und eine sehr schnelle
Bewegung des Lichtbogens zu den Spitzen der Funkenhörner ergibt sich jedoch
dann, wenn die Schnabelform um etwa 90° abgebogen und/oder abgewinkelt ist.
Dies hat auch noch andere konstruktive Vorteile im Hinblick auf das Ausblasverhal
ten, worauf im folgenden noch näher eingegangen wird.
In konstruktiver Ausgestaltung ist vorgesehen, daß das größere Funkenhorn einen
etwa rechtwinklig zum Anschlußschenkel verlaufenden unteren geradlinigen Bereich
aufweist, an den sich ein bogenförmiger oberer Bereich anschließt. Dementsprechend
weist das kleinere Funkenhorn einen unteren geradlinigen Bereich auf, an den sich
ein bogenförmiger oberer Bereich anschließt. Dabei sollten die beiden unteren gerad
linigen Bereiche einen Winkel von etwa 10° bis 40°, vorzugsweise von 20° bis 30°
einschließen.
Obwohl es grundsätzlich auch möglich ist, die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke ab
gewinkelt schnabelförmig auszubilden, ist es von besonderem Vorteil, wenn die ein
ander zugewandten Bereiche der Funkenhörner möglichst stufenlos sind.
Weiterhin bietet es sich nun besonders an, daß sich die Luft-Durchschlag-Funken
strecke unmittelbar in eine im Gehäuse befindliche Ausblasöffnung hinein öffnet, so
daß die entstehenden Abgase direkt ausgeblasen werden können und sich nicht im
Gehäuse niederschlagen.
Darüber hinaus ist es von ganz besonderem Vorteil, wenn innerhalb des Gehäuses
mindestens eine vorzugsweise eine Mehrzahl von Löschblechen aufweisende
Löschblech-Anordnung vorgesehen ist. Die das Überspannungsschutzverhalten, ins
besondere das Netzfolgestrom-Löschverhalten verbessernde Wirkung der Lösch
blech-Anordnung beruht darauf, daß der Lichtbogen in eine Reihe kurzer, hinterein
ander geschalteter Teillichtbögen aufgelöst wird und daß die Summe der Teillichtbö
gen einen höheren Spannungsbedarf hat als der ungeteilte Lichtbogen, so daß nach
dem Spannungsnullwerden bzw. Stromnullwerden eine höhere Wiederzündspan
nung benötigt wird als bei einem ungeteilten Lichtbogen. Darüber hinaus bewirkt die
Berührung des Lichtbogens bzw. der Teillichtbögen mit den relativ kalten, gut wär
meleitenden Löschblechen eine intensive Kühlung und damit Entionisierung des
Lichtbogenplasmas.
Um ein schnelles und gutes Löschen des Lichtbogens zu erreichen, ist es weiterhin
von Vorteil, wenn die Löschblech-Anordnung in der oder im Anschluß an die Luft-
Durchschlag-Funkenstrecke im Bereich der Ausblasöffnung angeordnet ist. Hier
durch läuft der Lichtbogen quasi direkt in die Löschblech-Anordnung hinein.
Um den Lichtbogen noch schneller in die Löschblech-Anordnung hineinzutreiben,
bietet es sich weiter an, Löschbleche aus ferromagnetischem Material, vorzugsweise
aus Eisen zu verwenden. Das Zustandekommen der Kräfte, die den Lichtbogen in die
Löschblech-Anordnung hineintreibt, erklärt sich bei der Verwendung von Löschble
chen aus ferromagnetischem Material aus dem Bestreben des einen stromdurchflos
senen Leiter umgebenden Magnetflusses, möglichst durch die magnetisch viel besser
als Luft leitenden Löschbleche aus Eisen zu verlaufen; der Lichtbogen wird also von
einer Löschblech-Anordnung, deren Löschbleche aus ferromagnetischem Material
bestehen, angezogen.
Werden bei dem erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelement Löschbleche aus
Eisen verwendet, so empfiehlt es sich, die Löschbleche mit einem Oberflächenüber
zug aus korrosionsbeständigem Material, vorzugsweise aus Silber oder aus Nickel, zu
versehen.
Wenn zuvor davon gesprochen worden ist, daß das erfindungsgemäße Überspan
nungsschutzelement Löschbleche aufweist, so handelt es sich dabei vorzugsweise
um Löschbleche mit rechteckigem Querschnitt, wobei die Löschbleche einen Quer
schnitt mit einem Verhältnis der Länge zur Breite von etwa 4 : 1 bis etwa 2 : 1, vor
zugsweise von etwa 3 : 1 haben.
Schließlich bietet es sich an, die bei der Bildung des Lichtbogens auftretenden Ab
gase nicht nur durch eine Ausblasöffnung, sondern auch durch eine, der Ausblasöff
nung im Gehäuse gegenüberliegende Abgasöffnung abzulassen. Dementsprechend
ist das größere Funkenhorn konstruktiv ausgebildet, so daß es die entstehenden Ab
gase einerseits in Richtung der Ausblasöffnung führt, andererseits ein Abströmen in
Richtung der Abgasöffnung ermöglicht. Durch die Ausbildung einer weiteren Öff
nung - der Abgasöffnung - ist die Gefahr, daß sich die Abgase innerhalb des Gehäu
ses niederschlagen und dadurch die Funktion des Überspannungsschutzelementes
beeinträchtigen, erheblich vermindert worden.
Die zuvor im einzelnen beschriebenen Maßnahmen sind für sich von erfinderischer
Bedeutung; sie können also auch bei Überspannungsschutzelementen realisiert wer
den, bei denen die Lehre bzw. die Lehren der eingangs behandelten älteren Pa
tentanmeldung nicht verwirklicht sind. Besondere Bedeutung kommt den zuvor be
schriebenen Maßnahmen jedoch zu in Verbindung mit der Lehre bzw. den Lehren
der eingangs behandelten älteren Patentanmeldung.
Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfin
dung ergeben sich aus weiteren, nicht im einzelnen erwähnten Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung
und der Zeichnung selbst. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich darge
stellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der vor
liegenden Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Pa
tentansprüchen oder deren Rückbeziehung.
Es zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erste Ausführungsform eines erfindungs
gemäßen Überspannungsschutzelementes,
Fig. 2 einen Schnitt durch das Überspannungsschutzelement aus Fig. 1 entlang
der Schnittlinie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch eine weitere Ausführungsform eines erfin
dungsgemäßen Überspannungsschutzelementes und
Fig. 4 einen Schnitt durch das Überspannungsschutzelement aus Fig. 3 ent
lang der Schnittlinie IV-IV in Fig. 3.
Die in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Überspannungsschutzelemente 1 dienen zur Ab
leitung von transienten Überspannungen und zur Begrenzung von Stoßströmen. In
den Fig. 1 und 2 einerseits sowie 3 und 4 andererseits sind zwei unterschiedliche
Ausführungsformen von Überspannungselementen 1 dargestellt. Beide Ausführungs
formen haben aber im wesentlichen den gleichen Aufbau. Jedes der Überspannungs
schutzelemente 1 weist auf zwei Elektroden 2, 3, eine zwischen den Elektroden 2, 3
wirksame Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4 und ein die Elektroden 2, 3 aufneh
mendes Gehäuse 5. Jede Elektrode 2, 3 weist auf einen Anschlußschenkel 6, 7 und
ein unter einem Winkel zu dem Anschlußschenkel 6, 7 verlaufendes Funkenhorn 8, 9.
Der erwähnte Winkel zwischen dem jeweiligen Anschlußschenkel 6, 7 und dem Fun
kenhorn 8, 9 bezieht sich auf die Funktionsfläche des Funkenhorns 8, 9. Die Funken
hörner 8, 9 der beiden - mit Abstand zueinander angeordneten - Elektroden 2, 3 bil
den zusammen die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4. Dadurch, daß die Funkenhör
ner 8, 9 in der zuvor erläuterten Weise unter einem Winkel zu den Anschlußschen
keln 6, 7 verlaufen, ist die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4 winklig und vorzugs
weise spitz zulaufend ausgeführt.
Wie sich aus den einzelnen Figuren ergibt, sind die beiden Funkenhörner 8, 9 in ihren
an die Anschlußschenkel 6, 7 angrenzenden Bereichen jeweils mit einer vorzugs
weise parallel zu den Anschlußschenkeln 6, 7 verlaufenden Bohrung 10, 11 versehen,
die im Ausführungsbeispiel der gezeigten Figuren mittig in den Funkenhörnern 8, 9
der Elektroden 2, 3 verwirklicht sind. Bei den dargestellten Ausführungsformen ist in
jedem Funkenhorn 8, 9 jeweils nur eine einzige Bohrung 10, 11 vorgesehen. Es ist al
lerdings auch möglich, zwei übereinander vorgesehene Bohrungen in einem Funken
horn vorzusehen. Die in den Funkenhörnern 8, 9 der Elektroden 2, 3 des Überspan
nungsschutzelementes 1 vorgesehenen Bohrungen 10, 11 sorgen dafür, daß im Au
genblick des Ansprechens des Überspannungsschutzelementes 1, also des Zündens,
der entstandenen Lichtbogen neben den Bohrungen 10, 11 durch eine thermische
und/oder elektrische und/oder magnetische Druck- und/oder Krafteinwirkung "in
Fahrt gesetzt wird", also von seiner Entstehungsstelle wegwandert.
Im übrigen kann den Figuren entnommen werden, daß in den dargestellten Ausfüh
rungsbeispielen die Funkenhörner 8, 9 der Elektroden 2, 3 an beiden Seiten jeweils
mit einer Fase 12, 13 versehen und an ihren einander zugewandten Seiten konvex
ausgebildet sind. Die Anfasung der Funkenhörner 8, 9 der Elektroden 2, 3 verhindert,
daß es zu Materialabträgen an den Kanten der Funkenhörner 8, 9 kommt. Die vor
zugsweise realisierte Maßnahme, die Funkenhörner 8, 9 der Elektroden 2, 3 an ihren
einander zugewandten Seiten konvex auszubilden, führt dazu, daß der nach einem
Ansprechen des Überspannungsschutzelementes 1 entstehende Lichtbogen vor
zugsweise mittig im Bereich der Funkenhörner 8, 9 entsteht und mittig zu den Enden
bzw. Spitzen der Funkenhörner 8, 9 läuft.
Bei den beiden in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen von Überspan
nungsschutzelementen 1 ist zwischen den sich gegenüberstehenden Enden der An
schlußschenkel 6, 7 und im unteren Bereich der beiden Funkenhörner 8, 9 der beiden
Elektroden 2, 3 eine - eine Gleitentladung auslösende - Zündhilfe 14 vorgesehen.
Diese Zündhilfe 14 besteht vorzugsweise aus einem Isolierstoff, der bei einer Zu
standsänderung, beispielsweise einer Erhitzung, keinen Kohlenstoff in funktionsbe
einträchtigendem Maße abgibt, und geringfügig, vorzugsweise 0,1 mm oder mehr, in
die von den Funkenhörnern 6 der Elektroden 2 gebildete Luft-Durchschlag-Funken
strecke 4 hineinragt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ragt die Zündhilfe 14 bis in
die Mitte der Bohrungen 10, 11 in die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4 hinein. Im
übrigen ist die Zündhilfe 14, wie sich dies aus den Fig. 2 und 4 ergibt, an ihrer der
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4 zugewandten Seite V-förmig ausgebildet. An die
V-förmige Ausbildung kann sich ein nach unten hin erstreckender schmaler Schlitz
anschließen, der nicht dargestellt ist. Dieser Schlitz in der Zündhilfe 14 beeinflußt po
sitiv die Ansprechspannung.
Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen von Überspannungsschutzelementen 1
ist nun durch die zuvor beschriebenen Maßnahmen gleichsam in den engsten Teil der
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4, nämlich dort, wo ein Ansprechen bzw. Zünden
stattfindet, eine Hilfs-Luft-Überschlag-Funkenstrecke integriert. Diese integrierte
Hilfs-Luft-Überschlag-Funkenstrecke hat eine relativ konstante und vor allem gerin
gere Ansprechspannung als die dem eigentlichen Überspannungsschutz dienende
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4. Einmal angesprochen, bei einer relativ konstan
ten niedrigen Ansprechspannung, führt die gezündete Hilfs-Luft-Überschlag-Fun
kenstrecke zu einem "schlagartigen" Zünden der Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4
mit relativ hoher Stromtragfähigkeit.
Das Gehäuse 5 des erfindungsgemäßen Überspannungsschutzelementes 1 besteht
zumindest teilweise aus einem Kunststoff, der bei einer Erhitzung bzw. einer Ver
brennung keinen Kohlenstoff abgibt. Alternativ kann vorgesehen sein, daß das Ge
häuse eine Auskleidung aus einem Kunststoff aufweist, der bei einer Erhitzung bzw.
Verbrennung keinen Kohlenstoff abgibt.
Wesentlich ist nun für vorliegende Erfindung, daß das erfindungsgemäße Überspan
nungsschutzelement 1 eine Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4 aufweist, die eine ab
gebogene und/oder abgewinkelte Schnabelform hat. Durch diese besondere Schna
belform, die zwischen 10° und 180° abgebogen und/oder abgewinkelt sein kann,
vorzugsweise jedoch um etwa 90° abgebogen und/oder abgewinkelt ist, wird einer
seits sichergestellt, daß das zwischen den Funkenhörnern 8, 9 gebildete Plasma direkt
und schnell ausgeblasen und andererseits und als Folge davon, daß der Lichtbogen
schnell, sicher und gut gelöscht wird. Insgesamt ergibt sich durch die erfindungsge
mäße Ausbildung der Funkenstrecke eine hoch-blitzstromtrag- und -netzfolgestrom
löschfähige Trennfunkenstrecke.
Bei den beiden dargestellten Ausführungsformen ergibt sich durch die Schnabelform
ein größeres Funkenhorn 8 und ein kleineres Funkenhorn 9. Die konstruktive Ausge
staltung der Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4 ist derart, daß am größeren Funken
horn 8 ein etwa rechtwinklig zum Anschlußschenkel 6 verlaufender unterer geradli
niger Bereich vorgesehen ist, an den sich dann ein bogenförmiger oberer Bereich an
schließt. In entsprechender Weise ist das kleinere Funkenhorn 9 ausgebildet. Dieses
weist einen unteren geradlinigen Bereich auf, an den sich ein bogenförmiger oberer
Bereich anschließt. Es versteht sich, daß die Schnabelform selbstverständlich auch
anders ausgebildet sein kann. So können die unteren geradlinigen Bereiche völlig
entfallen und lediglich bogenförmige Bereiche vorgesehen sein. Auch müßte der un
tere geradlinige Bereich des größeren Funkenhorns 8 nicht im rechten Winkel zum
Anschlußschenkel 6 verlaufen. Schließlich könnten statt der bogenförmigen Bereiche
auch einer oder mehrere geradlinige Bereiche vorgesehen sein. Allerdings sollte ge
währleistet sein, daß der untere Bereich der Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4 einen
Winkel von etwa 10° bis 40°, vorzugsweise 20° bis 30° einschließt.
Die in den Figuren dargestellten Ausführungsformen bieten sich deshalb an, da zwi
schen den einzelnen, zuvor erwähnten Bereichen ein stufenloser Übergang vorhan
den ist und es nicht zu unbeabsichtigten Materialabträgen an Kanten oder Stufen
kommt.
Die beiden in den Fig. 1 und 2 einerseits sowie 3 und 4 andererseits dargestellten
Ausführungsformen haben jeweils eine weitere Gemeinsamkeit, nämlich daß sich die
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke 4 in eine im Gehäuse 5 befindliche Ausblasöffnung 15
hinein öffnet. Dies bedeutet also, daß das Plasma direkt bzw. unmittelbar zusam
men mit entstehenden Abgasen über die Ausblasöffnung 15 ausgeblasen werden
kann.
Bei der in den Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsform ist eine Löschblech-An
ordnung 16 innerhalb des Gehäuses 5 vorgesehen, die eine Mehrzahl von Löschble
chen 17 aufweist. Die Löschblech-Anordnung 16 ist im Anschluß an die Luft-Durch
schlag-Funkenstrecke 4 angeordnet, vorzugsweise im Bereich der Ausblasöffnung
15, und zwar direkt vor dieser. Die Löschbleche 17, die vorzugsweise einen recht
eckigen Querschnitt aufweisen, bestehen aus ferromagnetischem Material, vorzugs
weise aus Eisen. Aus "löschtechnischen" Gründen bietet es sich an, daß die Lösch
bleche einen Querschnitt mit einem Verhältnis der Länge zur Breite von etwa 4 : 1 bis
2 : 1, vorzugsweise von etwas 3 : 1 haben. Außerdem können die Löschbleche 17 mit
einem Oberflächenüberzug aus korrosionsbeständigem Metall, vorzugsweise aus Sil
ber oder aus Nickel, versehen sein.
Neben den in der Ausblasöffnung 15 vorgesehenen und angeordneten Löschblechen
17 weist die Löschblech-Anordnung 16 noch ein oberstes Löschblech 18 bzw. einen
obersten Leiter und ein unterstes Löschblech 19 bzw. einen untersten Leiter auf. Bei
der in den Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsform ist das oberste Löschblech 18
auf dem gleichen Potential wie das größere Funkenhorn 8, während das untere
Löschblech 19 auf dem gleichen Potential liegt wie das kleinere Funkenhorn 9. Die
jeweiligen Löschbleche 18, 19 sind mit den jeweiligen Funkenhörnern 8, 9 galvanisch
verbunden. Auch hierbei sollte vorgesehen sein, daß der Übergang vom größeren
Funkenhorn 8 auf das oberste Löschblech 18 und vom kleineren Funkenhorn 9 zum
untersten Löschblech 19 im wesentlichen stufenlos ist.
Um nun einen möglichst schnellen und guten Abtransport der bei der Entstehung des
Lichtbogens auftretenden Abgase aus dem Gehäuse 5 zu realisieren, eine Nieder
schlagung im Gehäuse 5 weitestgehend zu vermeiden, ist bei der in den Fig. 3 und 4
dargestellten Ausführungsform vorgesehen, daß die Breite des größeren Funken
horns 8 zumindest im oberen Bereich geringer ist als die Breite des Gehäuses 5 und
daß gegenüberliegend der Ausblasöffnung 15 eine Abgasöffnung 20 im Gehäuse
vorgesehen ist. Zweckmäßigerweise ist beidseitig zwischen dem größeren Funken
horn 8 und dem Gehäuse 5 je ein Schlitz 21, 22 vorgesehen, an den sich in Ausström
richtung der Abgase die Abgasöffnung 20 anschließt. Insgesamt ergibt sich bei der in
den Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsform ein beidseitiger Austritt der Abgase.
Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsform sind die Schlitze 21, 22
nicht vorgesehen. Hierbei sind die Seitenwandungen 23, 24 des Gehäuses 5 bis an
die Funkenhörner 8, 9 herangezogen. Dadurch ergibt sich ein außerordentlich gutes
Laufverhalten des Lichtbogens; er läuft sehr schnell an die Spitzen der Funkenhör
ner 8, 9.
Claims (15)
1. Überspannungsschutzelement (1) zur Ableitung von transienten Überspannungen,
mit zwei Elektroden (2, 3), einer zwischen den Elektroden (2, 3) wirksamen Luft-
Durchschlag-Funkenstrecke (4) und einem die Elektroden (2, 3) aufnehmenden Ge
häuse (5), wobei jede Elektrode (2, 3) ein Anschlußelement, vorzugsweise einen An
schlußschenkel (6, 7), und ein Funkenhorn (8, 9) aufweist, die beiden Funkenhörner
(8, 9) winklig zueinander angeordnet sind und zwischen den Funkenhörnern (8, 9)
der beiden - mit Abstand zueinander angeordneten - Elektroden (2, 3) die Luft-
Durchschlag-Funkenstrecke (4) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke (4) abgebogen und/oder abgewinkelt schnabel
förmig ausgebildet ist.
2. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Luft-Durchschlag-Funkenstrecke (4) zwischen 10° und 180°, insbesondere um etwa
90° abgebogen und/oder abgewinkelt ist.
3. Überspannungsschutzelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das größere Funkenhorn (8) einen vorzugsweise etwa rechtwinklig zum An
schlußschenkel (6) verlaufenden unteren geradlinigen Bereich aufweist, an den sich
ein bogenförmiger oberer Bereich anschließt, und daß das kleinere Funkenhorn (9)
einen unteren geradlinigen Bereich aufweist, an den sich ein bogenförmiger oberer
Bereich anschließt.
4. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß der untere Bereich der Luft-Durchschlag-Funkenstrecke
(4) einen Winkel von etwa 10° bis 40°, vorzugsweise von etwa 20° bis 30° ein
schließt.
5. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die einander zugewandten Bereiche der Funkenhörner (8,
9) im wesentlichen stufenlos ausgebildet sind.
6. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß sich die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke (4) unmittelbar
in eine im Gehäuse (5) befindliche Ausblasöffnung (15) hinein öffnet.
7. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß innerhalb des Gehäuses (5) mindestens eine vorzugsweise
eine Mehrzahl von Löschblechen (17) aufweisende Löschblech-Anordnung (16) vor
gesehen ist.
8. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Löschblech-Anordnung (16) in der oder vorzugs
weise unmittelbar im Anschluß an die Luft-Durchschlag-Funkenstrecke (4) angeord
net ist.
9. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Löschblech-Anordnung (16) im Bereich der Ausblas
öffnung (15) angeordnet ist.
10. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Löschbleche (17) aus ferromagnetischem Material,
vorzugsweise aus Eisen bestehen.
11. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Löschbleche (17) mit einem über Oberflächenüberzug
aus korrosionsbeständigem Metall, vorzugsweise aus Silber oder Nickel, versehen
sind.
12. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Löschbleche (17) einen rechteckigen Querschnitt
aufweisen und daß, vorzugsweise, die Löschbleche (17) einen Querschnitt mit einem
Verhältnis der Länge zur Breite von etwa 4 : 1 bis etwa 2 : 1, vorzugsweise von etwa
3 : 1 haben.
13. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das oberste Löschblech (18) auf dem gleichen Potential
liegt wie das größere Funkenhorn (8), während das unterste Löschblech (19) auf dem
gleichen Potential liegt wie das kleinere Funkenhorn (9).
14. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Breite des größeren Funkenhorns (8) zumindest im
oberen Bereich geringer ist als die Breite des Gehäuses (5) und daß, vorzugsweise,
gegenüberliegend der Ausblasöffnung (15), eine Abgasöffnung (20) im Gehäuse (5)
vorgesehen ist.
15. Überspannungsschutzelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß beidseitig zwischen dem größeren Funkenhorn (8) und
den Seitenwandungen (23, 24) des Gehäuses (5) je ein Schlitz (21, 22) vorgesehen
ist.
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