DE4434559A1 - Verfahren und Anordnung zum Betrieb eines Füllstandssensors - Google Patents
Verfahren und Anordnung zum Betrieb eines FüllstandssensorsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zum
Betrieb eines Füllstandssensors, insbesondere zur Messung
von Flüssigkeitsvorräten in Kraftfahrzeugen, mit mehreren
Thermistoren, die beheizbar sind und von denen je nach
Füllstand mehr oder weniger von der Flüssigkeit bedeckt sind
und durch diese unter die Kipptemperatur der Thermistoren
gekühlt werden, wodurch sich der Gesamtwiderstand der
gegebenenfalls mit weiteren Widerständen
zusammengeschalteten Thermistoren in Abhängigkeit vom
Füllstand diskontinuierlich ändert.
Ein derartiger Füllstandssensor ist in der Patentanmeldung
P 44 03 473.3 der Anmelderin beschrieben worden und hat den
Vorteil, daß keine mechanisch bewegten Teile, wie
Auftriebskörper, Hebel und Potentiometerschleifer,
erforderlich sind, so daß kein Verschleiß auftritt und somit
die Zuverlässigkeit höher ist.
Die Komponenten eines Kraftfahrzeugs und damit auch
Füllstandssensoren haben in einem weiten
Umgebungstemperaturbereich von üblicherweise -40°C bis
mindestens +70°C einwandfrei zu arbeiten. Um
sicherzustellen, daß in der Kälte mindestens die
Kipptemperatur T₀ der Thermistoren erreicht wird und bei
hohen Umgebungstemperaturen die durch die Heizung erzielte
Temperatur nicht so groß wird, daß die Flüssigkeit im
Bereich der Heizer siedet, wurde in der vorgenannten
Patentanmeldung eine Steuerung oder Regelung des Heizstroms
vorgeschlagen.
Diese bereits vorgeschlagene Heizungsregelung bedeutet
jedoch einen zusätzlichen Aufwand und ist je nach Anordnung
des Temperatursensors im einzelnen möglicherweise zu grob.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum
Betrieb eines Füllstandssensors der obengenannten Art
anzugeben, bei welchem eine Anpassung an wechselnde
Umgebungstemperaturen mit geringem Aufwand und mit großer
Sicherheit durchgeführt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
mindestens ein Thermistor oberhalb des maximal möglichen
Füllstandes angeordnet ist und daß die Temperatur der
Thermistoren durch Zuführung elektrischer Heizleistung so
weit erhöht wird, daß alle über dem jeweiligen Füllstand
befindlichen Thermistoren ihre Kipptemperatur überschritten
haben, worauf der Gesamtwiderstand gemessen wird.
Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, daß das Überschreiten der
Kipptemperatur durch eine vorgegebene Änderung des
Gesamtwiderstandes festgestellt wird.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird innerhalb des
gesamten Betriebstemperaturbereichs sichergestellt, daß die
Thermistoren nur soweit aufgeheizt werden, wie es zur
Messung des Füllstandes erforderlich ist. Dadurch wird
vermieden, daß bei hohen Umgebungstemperaturen, wie
beispielsweise 70°C, der Kraftstoff über den Siedepunkt
hinaus aufgeheizt wird. Ein weiterer Vorteil des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß zu dessen Durchführung
lediglich eine geringfügige Erweiterung einer
Auswerteschaltung erforderlich ist, die im Bereich der
Instrumententafel zusammen mit anderen elektronischen
Einrichtungen angeordnet ist. Zusätzliche elektronische
Teile im Bereich des Flüssigkeitssensors selbst sind nicht
erforderlich. Selbst die Erweiterungen der Auswerteschaltung
sind äußerst gering. Bei der Verwendung von Mikrocomputern
in modernen Instrumententafeln entsteht der zusätzliche
Aufwand im wesentlichen in einer Änderung bzw. Ergänzung der
Programme.
Ein einfaches Erkennen, ob die oberhalb des Füllstandes
liegenden Thermistoren ihre Kipptemperatur erreicht haben,
ist dadurch möglich, daß nach einem Hochfahren der
Heiztemperatur das Abschalten von einer vorgegebenen
Änderung des Gesamtwiderstandes ausgelöst wird.
Die Aufheizung der Thermistoren wird über die elektrische
Leistung bestimmt. Bei temperaturunabhängigen
Heizwiderständen ist die Aufheizung auch über die
Heizspannung oder über den Heizstrom steuerbar. Durch die
thermische Trägheit der Elemente ist außerdem die Aufheizung
über eine zeitliche Steuerung einer konstanten elektrischen
Leistung (Spannung oder Strom) möglich.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist eine Messung des
Gesamtwiderstandes an sich immer dann möglich, wenn alle
über dem Füllstand liegenden Thermistoren ihre
Kipptemperatur überschritten haben. Da diese aufgrund von
Fertigungstoleranzen verschieden sein kann und ein
Widerstandssprung bereits bei einem ersten schaltenden
Thermistor auftritt, ist gemäß einer Weiterbildung der
Erfindung vorgesehen, daß die Temperatur der Thermistoren
nach der vorgegebenen Änderung des Gesamtwiderstandes noch
um einen vorgegebenen Wert erhöht wird.
Anstelle dieser Maßnahme kann jedoch auch vorgesehen sein,
daß der oberhalb des maximal möglichen Füllstandes
angeordnete Thermistor eine höhere Kipptemperatur als alle
anderen Thermistoren aufweist oder weniger aufgeheizt wird
als alle anderen über dem jeweiligen Füllstand liegenden
Thermistoren.
Für die Verbindung einer Auswerteschaltung mit dem
Füllstandssensor ist in der Regel eine gemeinsame
Rückleitung (Masse) für die Heizwiderstände und die
Thermistoren aus Kostengründen günstiger. Um dabei eine
Störung des Meßergebnisses durch einen durch den Heizstrom
verursachten Spannungsabfall zu vermeiden, ist deshalb gemäß
einer anderen Weiterbildung vorgesehen, daß der
Gesamtwiderstand unmittelbar nach Abschalten oder während
einer kurzen Unterbrechung des Heizstroms gemessen wird.
Eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens besteht darin, daß die Heizleistung während der
Einschaltdauer mindestens eine für das Erreichen der
Kipptemperatur ausreichende Größe aufweist. Dadurch ist ein
schnelles Aufheizen der Thermistoren möglich.
Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, daß die
Heizleistung allmählich ansteigt bis alle oberhalb des
Füllstandes liegenden Thermistoren die Kipptemperatur
überschritten haben. Dabei kann der Strom nach Erreichen der
erforderlichen Größe abgeschaltet werden. Es steht dann wie
bei der ersten Ausführungsform nur eine relativ kurze Zeit
zum Messen des Gesamtwiderstandes zur Verfügung.
Sollte diese Zeit nicht ausreichen oder ein mehrfaches
Abtasten des Gesamtwiderstandes erforderlich sein, kann auch
vorgesehen werden, daß die Heizleistung nach Erreichen des
zum Überschreiten der Kipptemperatur erforderlichen Wertes
für eine vorgegebene Meßzeit beibehalten wird, wobei
gegebenenfalls das Abtasten des Gesamtwiderstandes während
einer kurzen Unterbrechung des Heizstromes erfolgt.
Zur Verringerung der Verlustleistung in einem den Heizstrom
steuernden Transistor kann vorgesehen sein, daß der
Heizleistungsanstieg durch steigende Tastverhältnisse
höherfrequenter Rechteckimpulse erzielt wird
(Pulsbreitenmodulation).
Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die
erforderliche Heizleistung in einen Temperaturwert
umgerechnet wird. Damit ist ohne zusätzlichen Aufwand eine
Messung der Tankinnentemperatur möglich, die für andere
Zwecke verwendet werden kann.
Um Fehler in den Stromkreisen des Füllstandssensors zu
erkennen, kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ferner
vorgesehen sein, daß der jeweilige Wert des
Gesamtwiderstandes und/oder des Heizstroms einer
Diagnose-Einrichtung zuführbar sind, in welcher die Werte in
Abhängigkeit vom jeweiligen Betriebszustand auf
Plausibilität überprüft werden.
Vorzugsweise besteht eine Anordnung zur Durchführung des
Verfahrens darin, daß die Heizwiderstände über einen
elektronischen Schalter, vorzugsweise einen Transistor, mit
einer Spannungsquelle verbunden sind, daß die gegebenenfalls
mit weiteren Widerständen zusammengeschalteten Thermistoren
mit einer Stromquelle verbunden sind, daß ein Anschluß
zwischen den Thermistoren und der Stromquelle mit dem
Eingang eines Analog/Digital-Wandlers verbunden ist, dessen
Ausgang an einen Eingang eines Mikrocomputers angeschlossen
ist und daß der Mikrocomputer den zeitlichen Ablauf der
Heizung steuert und die Messung des Gesamtwiderstandes
durchführt. Die Stromquelle kann aus Kostengründen auch
durch einen Arbeitswiderstand und eine konstante Spannung
ersetzt werden.
Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Mehrere
davon sind schematisch in der Zeichnung anhand mehrerer
Figuren dargestellt und nachfolgend beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines
Ausführungsbeispiels,
Fig. 2 eine Widerstands-Temperatur-Kennlinie eines
Thermistors mit positivem Temperaturkoeffizienten,
Fig. 3 eine Kennlinie des Gesamtwiderstandes in
Abhängigkeit vom Füllstand,
Fig. 4 Kennlinien des Gesamtwiderstandes in Abhängigkeit
der Heizspannung bei verschiedenen Füllständen bei
zwei Umgebungstemperaturen,
Fig. 5 den zeitlichen Verlauf der Heizung und des
Gesamtwiderstandes bei einem Verfahren zum Betrieb
des ersten Ausführungsbeispiels,
Fig. 6 den zeitlichen Verlauf der Heizung und des
Gesamtwiderstandes bei einem anderen Verfahren zum
Betrieb des ersten Ausführungsbeispiels,
Fig. 7 den zeitlichen Verlauf der Heizung und des
Gesamtwiderstandes bei einem weiteren Verfahren,
Fig. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
Auswerteschaltung und
Fig. 9 eine Auswerteschaltung mit einem Mikrocomputer.
Gleiche Teile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
Die in Fig. 1 dargestellte Anordnung besteht aus einem
Füllstandssensor 10 und einer Auswerteschaltung 11. Bei dem
Füllstandssensor sind alle Teile auf einer streifenförmigen
Leiterplatte 1 angeordnet, die unterbrochen gezeichnet ist.
Am oberen Ende befinden sich jeweils ein Anschluß 2 für die
gemeinsame Masse, ein Anschluß 3 für den Heizstrom und ein
Anschluß 4, der als Widerstands-Ausgang des
Füllstandssensors dient.
Alle Fest-Widerstände R₁ bis Rn sind in Reihe zwischen die
Anschlüsse 4 und 2 geschaltet und bilden eine Kette, wobei
ein Glied jeweils aus einem der Widerstände R₁ bis Rn-1 und
je einem Thermistor P₁ bis Pn-1 gebildet ist. Die
Thermistoren werden im folgenden wegen des positiven
Temperaturkoeffizienten auch PTC-Elemente genannt. Ein
Beispiel für eine Widerstands-Temperatur-Kennlinie eines
PTC-Elementes ist in Fig. 2 dargestellt. Bei einer
vorgegebenen Temperatur T₀ (Kipptemperatur) steigt der
Widerstand relativ steil von einem niedrigen Wert von
beispielsweise 5 Ω auf Werte über 10 MΩ. Werden die
Widerstände R₁ bis Rn zwischen diesen Größenordnungen
dimensioniert, beispielsweise im Bereich zwischen 1 kΩ bis
100 kΩ, so wirken die PTC-Elemente in bezug auf das
Verhalten des Gesamtwiderstandes als Schalter, das heißt,
die Absolutwerte der Widerstände bei niedrigen und bei hohen
Temperaturen wirken sich auf den Gesamtwiderstand praktisch
nicht aus und verfälschen nicht das Meßergebnis.
Jedes der PTC-Elemente P₁ bis Pn-1 ist thermisch mit einem
Heizwiderstand H₁ bis Hn-1 gekoppelt. Die PTC-Elemente und
die Heizwiderstände können jeweils untereinander elektrisch
äquivalent ausgeführt sein. Die Wärmeleitung zwischen dem
Heizwiderstand und dem PTC-Element sowie zur Umgebung ist
mit der Heizleistung derart abgestimmt, daß oberhalb des
Füllstandes 5 die PTC-Elemente eine höhere Temperatur als T₀
einnehmen. Oberhalb des maximal möglichen Füllstandes 7 sind
ein Heizwiderstand H₀ und ein Thermistor P₀ angeordnet.
Alle PTC-Elemente unterhalb des Füllstandes 5 werden
abgekühlt und sind somit kälter als T₀. Voraussetzung ist,
daß die maximale Temperatur der Flüssigkeit 6 deutlich
kleiner als T₀ ist. Das jeweils unmittelbar unter dem
Füllstand liegende PTC-Element verbindet somit die
Reihenschaltung aus den darüberliegenden Widerständen mit
dem Masseanschluß 2 niederohmig. Je höher der
Flüssigkeitsspiegel steigt, desto weniger Widerstände liegen
also zwischen den Anschlüssen 2 und 4. Damit ergibt sich die
in Fig. 3 dargestellte Kennlinie. Der Gesamtwiderstand Rmax
ist dann
Die treppenförmige Kennlinie gilt für den aufgeheizten
Füllstandssensor. In ausgeschaltetem Zustand nimmt der
Widerstand des Thermistors P₀ einen niedrigen Wert an, der
etwa dem Minimalwert des Gesamtwiderstandes Rmin entspricht
und in Fig. 3 gestrichelt dargestellt ist.
Die Anschlüsse 2, 3, 4 des Füllstandssensors 10 sind über je
eine Leitung mit der Auswerteschaltung 11 verbunden. Der
Anschluß 2 ist ferner an die Fahrzeugmasse und an den
negativen Pol einer Batterie 12 angeschlossen, welche auch
die Auswerteschaltung 11 mit Spannung versorgt. Über einen
steuerbaren Schalter, beispielsweise einen Transistor 13,
kann der Anschluß 3 des Füllstandssensors 10 pulsierend mit
dem positiven Pol der Batterie 12 verbunden werden.
In der Ansteuerschaltung 11 befindet sich ein Taktgenerator
14, dessen Taktimpulse eine Ablaufsteuerung 15 und eine
Abtast- und Halteschaltung 16 steuern. Ferner enthält die
Auswerteschaltung 11 einen Konstantstromgenerator 17, der
über den Anschluß 4 des Füllstandssensors 10 einen
konstanten Strom in die Sensorkette einprägt, so daß die
Spannung U am Anschluß 4 proportional zum Gesamtwiderstand R
ist. Diese Spannung wird einem Komparator 18 zugeführt, der
bei Überschreiten einer vorgegebenen Schwelle Rs (Fig. 5)
ein Signal an die Ablaufsteuerung 15 abgibt. Außerdem liegt
die dem Gesamtwiderstand proportionale Spannung am Eingang
der Abtast- und Halteschaltung 16.
Die Teile 14, 15, 16 und 18 der Auswerteschaltung 11 können
in an sich bekannter Weise durch Schaltungen realisiert
werden, wobei der Integrationsgrad von den Umständen im
einzelnen abhängt. Diese Schaltungen können jedoch auch von
einem Mikrocomputer mit einem geeigneten Programm realisiert
werden. Am Ausgang der Abtast- und Halteschaltung 16 steht
ein Steuersignal an, welches den Füllstand darstellt und
über einen Ausgang 19 einem Anzeigeinstrument 20 zugeführt
werden kann.
Wird die in Fig. 1 dargestellte Anordnung mit
temperaturunabhängigen Heizwiderständen an den
Heizanschlüssen 2 und 3 beispielsweise mit einer variablen
Spannung beaufschlagt, so zeigen sich für den
Gesamtwiderstand zwischen den Anschlüssen 4 und 2 die
dargestellten Kennlinien in Fig. 4 (bei Verwendung von
PTC-Thermistoren). Fig. 4a zeigt den typischen Verlauf bei
einer niedrigeren Umgebungstemperatur und Fig. 4b bei einer
höheren Umgebungstemperatur. Liegt die Heizleistung H im
"kalten" Bereich I, bleiben alle PTC-Elemente weit unter der
Kipptemperatur T₀, so daß der Gesamtwiderstand den Wert Rmin
aufweist. Wird die Heizleistung erhöht, wird der weitere
Verlauf des Gesamtwiderstandes in Abhängigkeit vom Füllstand
h bestimmt. Im stabilen Arbeitsbereich III ist der Füllstand
über den Gesamtwiderstand eindeutig bestimmbar. Bei weiterer
Erhöhung der Heizleistung erreichen die an sich gut in der
Flüssigkeit gekühlten PTC-Elemente durch Überhitzung langsam
die Kipptemperatur. Dieser nicht mehr eindeutige
Übersteuerungsbereich IV muß genauso wie der
Übergangsbereich II bei der Messung des Gesamtwiderstandes
vermieden werden.
Als Maß für die Bestimmung des optimalen Heizleistungswertes
Hopt dient die Heizleistung Hs, bei welcher der
Gesamtwiderstand den Schwellwert Rs erreicht hat.
Vorzugsweise liegt Rs in der Mitte zwischen Rmin und R₁.
Die gestrichelte Kennlinie X würde entstehen, wenn das
oberhalb des maximalen Füllstandes liegende Element
unerlaubterweise eingetaucht würde und somit in diesem Falle
keine Bestimmung von Hopt möglich ist.
Der Schwellwert Hs der Heizleistung und damit auch der
optimale Wert Hopt verschieben sich mit der
Umgebungstemperatur. Bei hohen Umgebungstemperaturen (Fig. 4b)
wird deutlich weniger Heizleistung benötigt als bei
niedrigen Umgebungstemperaturen (Fig. 4a).
Das bedeutet, daß aus dem Schwellwert Hs direkt auf die
Umgebungstemperatur TU über den konstanten Wärmewiderstand
RTH der Elemente und der Kipptemperatur T₀ der PTC-Elemente
geschlossen werden kann:
TU = T₀ - PHs · RTH,
wobei PHs die Heizleistung bei dem Schwellwert Hs ist.
Weiterhin wird aus dem Schwellwert Hs die optimale
Arbeitsheizleistung Hopt bestimmt, so daß im gesamten
Umgebungstemperaturbereich und bei jedem Füllstand ein
sicherer Betrieb gewährleistet ist.
Im folgenden wird die Funktion des Ausführungsbeispiels nach
Fig. 1 anhand der Zeitdiagramme gemäß Fig. 5 erläutert.
Dabei zeigt Fig. 5a den Verlauf der Heizung H, wobei 0 "aus"
und 1 "ein" bedeutet. Fig. 5b stellt den Verlauf des
Gesamtwiderstandes R bzw. der diesem proportionalen Spannung
U dar. In der Zeit vor dem Zeitpunkt t₀ befindet sich die
Anordnung im Ruhezustand, das heißt, es fließt kein
Heizstrom, da der Transistor 13 nichtleitend ist. Alle
Thermistoren weisen einen geringen Widerstand auf, so daß
der Gesamtwiderstand R den Minimalwert Rmin aufweist. Zum
Zeitpunkt t₀ wird die Heizung eingeschaltet, so daß sich die
Heizwiderstände H₀ bis Hn-1 und die damit verbundenen
Thermistoren P₀ bis Pn-1 erwärmen. Dabei erwärmen sich die
nicht von der Flüssigkeit bedeckten Heizwiderstände und
Thermistoren wesentlich stärker.
Sobald ein nicht von Flüssigkeit bedeckter Thermistor seine
Kipptemperatur erreicht hat, wird vom Komparator der dadurch
entstehende Spannungssprung erkannt und an die
Ablaufsteuerung 15 gemeldet. Dieses ist bei der Darstellung
nach Fig. 5 zum Zeitpunkt t₁ der Fall. Der Widerstand hat
dann den Wert Rs überschritten. Zur Erzielung eines
korrekten Meßergebnisses ist es jedoch erforderlich, daß die
Heizung solange aufrechterhalten wird, bis mit Sicherheit
alle über dem Füllstand liegenden Thermistoren ihre
Kipptemperatur überschritten haben. Diese kann nämlich
aufgrund von Fertigungstoleranzen durchaus Streuungen
unterworfen sein. Deshalb erfolgt das Abschalten der Heizung
mit Hilfe der Ablaufsteuerung 15 erst nach einer weiteren
Zeitdauer, nämlich zum Zeitpunkt t₂.
Fig. 5b zeigt den zeitlichen Verlauf des Gesamtwiderstandes
R für verschiedene Füllstandswerte h, das heißt für jeweils
eine andere Zahl von Thermistoren, die unterhalb des
jeweiligen Füllstandes liegen. Bei der mit 0% bezeichneten
Kurve ist der Tank leer, so daß keiner der Thermistoren von
Flüssigkeit bedeckt ist, während bei der mit 100%
bezeichneten Kurve nur der Thermistor P₀ und der
Heizwiderstand H₀ nicht mit Flüssigkeit bedeckt sind.
Während des Heizens steigt der Gesamtwiderstand R
- ausgehend von Rmin - in Abhängigkeit vom Füllstand
verschieden stark an. Zum Zeitpunkt t₂ ist spätestens der
Endwert erreicht, da dann alle nicht mit Flüssigkeit
bedeckten Thermistoren hochohmig sind. Zu diesem Zeitpunkt
wird der in der Abtast- und Halteschaltung 16 enthaltene
Schalter kurzzeitig geschlossen, so daß der Maximalwert bis
zur nächsten Messung gespeichert wird.
Da bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel der
Heizkreis und der Meßkreis eine gemeinsame Leitung
aufweisen, kann der Spannungsabfall, der vom Heizstrom
verursacht wird, möglicherweise die Messung verfälschen.
Deshalb ist vorzugsweise vorgesehen, daß die Messung
unmittelbar nach dem Abschalten der Heizung (t₂)
durchgeführt wird. Danach gleichen sich die Thermistoren
wieder der Umgebungstemperatur an, so daß der
Gesamtwiderstand R sich wieder dem Minimalwert Rmin nähert.
Zum Zeitpunkt t₃ wird eine weitere Messung gestartet, wobei
angenommen wird, daß diese Messung bei einer höheren
Umgebungstemperatur erfolgt. Deshalb wird auch die
Kipptemperatur der oberhalb des Flüssigkeitsstandes
liegenden Thermistoren schneller erreicht (t₄).
Die Heizzeit (t₁-t₀) bzw. (t₄-t₃) kann wegen ihrer
Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur auch für eine
Messung der Umgebungstemperatur ausgewertet werden, was
insbesondere bei der Verwendung eines Mikrocomputers keinen
Mehraufwand bedeutet. Somit kann bei der erfindungsgemäßen
Anordnung gegebenenfalls ein Temperatursensor erspart
werden, der möglicherweise im Kraftfahrzeug für andere
Zwecke erforderlich wäre - beispielsweise innerhalb einer
Anlage zur Überwachung des Tanks auf Dichtigkeit oder
Gasbildung.
Bei dem in Fig. 6 dargestellten Verfahren wird die
Heizleistung, vom Zeitpunkt t₀ beginnend, durch eine
entsprechend gesteuerte Ansteuerung des Transistors 13 (Fig. 1)
allmählich gesteigert. Dazu kann beispielsweise
vorgesehen sein, daß die Spannung gemäß Fig. 6a in Form
einer Wurzelfunktion von der Zeit abhängig ansteigt. Die
Leistung und damit auch die Temperatur steigen dann
zeitlinear an. Zum Zeitpunkt t₁ ist die Schwelle Rs
überschritten. Danach wird die Heizleistung noch gesteigert,
damit alle über dem Füllstand liegenden Thermistoren mit
Sicherheit hochohmig werden. Zum Zeitpunkt t₂ wird dann die
Heizung abgeschaltet. Unmittelbar danach wird die dem
Gesamtwiderstand R proportionale Spannung U abgetastet und
bis zur nächsten Messung gespeichert. Im übrigen verhält
sich der Gesamtwiderstand wie bei dem Verfahren nach Fig. 5,
wobei durch die allmähliche Steigerung der Heizleistung
jedoch bei einem Füllstandssensor mit gleichem statischen
und dynamischen Temperaturverhalten der Anstieg langsamer
erfolgt. Für diesen Fall liegt Fig. 6 ein anderer
Zeitmaßstab zugrunde als Fig. 5.
Bei einer kontinuierlichen Ansteuerung gemäß Fig. 6a wird im
Transistor 13 (Fig. 1) relativ viel Verlustleistung
umgesetzt, was außer dem erhöhten Stromverbrauch der
Auswerteschaltung auch den Nachteil zur Folge hat, einen
teureren Leistungstransistor und eine aufwendigere Kühlung
anwenden zu müssen. Dieser Nachteil kann mit einer
pulsbreitenmodulierten Ansteuerung des Transistors gemäß
Fig. 6c vermieden werden. Der Übersichtlichkeit halber wurde
die Frequenz des pulsbreitenmodulierten Signals im
Verhältnis zur Aufheizzeit wesentlich kleiner dargestellt,
als es in der Praxis vorteilhaft ist.
Bei dem in Fig. 7 dargestellten Verfahren erfolgt das
Aufheizen in gleicher Weise wie bei dem Verfahren nach Fig. 6.
Nach dem Erreichen derjenigen Heizleistung, bei der alle
Thermistoren über dem Füllstand mit Sicherheit hochohmig
sind, wird die Heizung jedoch nicht abgeschaltet, sondern
mit der bis dahin erreichten Leistung bis zum Zeitpunkt t₃
aufrechterhalten. Die Zeit zwischen t₂ und t₃, also die
Aufrechterhaltung einer konstanten Heizleistung, kann recht
lange gewählt werden und ist lediglich durch die
Geschwindigkeit der Temperaturänderung des Tanks und der
Flüssigkeit begrenzt. Zwischen t₃ und t₄ ist genügend Zeit
zur Abkühlung der über dem Füllstand liegenden Thermistoren
vorzusehen, so daß der Gesamtwiderstand vor dem folgenden
Aufheizen wieder den Wert Rmin einnehmen kann.
Wegen der bereits erwähnten Trägheit der Temperaturänderung
des Tanks steht wesentlich mehr Zeit zur Messung von R bzw.
U zur Verfügung als bei den Ausführungsbeispielen nach den
Fig. 5 und 6.
Bei dem Ausführungsbeispiel einer Auswerteschaltung 21 nach
Fig. 8 ist außer den bereits im Zusammenhang mit Fig. 1
beschriebenen Elementen eine Überwachungsschaltung 22
vorgesehen. Dieser wird das Ausgangssignal der
Ablaufsteuerung 15 und die Spannungen an den Anschlüssen 3
und 4 zugeführt. Durch Vergleich der Spannungen an den
Anschlüssen 3 und 4 mit vorgegebenen Schwellwerten und durch
logische Verknüpfungen mit dem Ausgangssignal der
Ablaufsteuerung 15 können Fehler erkannt und Fehlersignale
über einen Ausgang 23 ausgegeben werden.
Um die Heizströme durch den Anschluß 3 zu überwachen, wird
ein Spannungsabfall an einem Strommeßwiderstand 25
überwacht. Bei eingeschalteter Heizung wird die
Gesamtstromaufnahme in der Überwachungsschaltung 22
überprüft. Jede Störung im Heizkreis einschließlich
Leitungsunterbrechungen und Kurzschlüssen werden sicher
erkannt, worauf ein Fehlersignal am Ausgang 23 abgegeben
wird. Gleichzeitig kann die Ablaufsteuerung angewiesen
werden, den Heizstrom aus Sicherheitsgründen zu
unterbrechen. In ähnlicher Weise kann auch die Spannung U am
Anschluß 4 überwacht werden.
Bei dem Ausführungsbeispiel einer Auswerteschaltung 31 nach
Fig. 9 sind außer dem Transistor und der Stromquelle 17 alle
Teile mit Hilfe eines Mikrocomputers 32 realisiert. Dazu
sind sogenannte Einchip-Mikrocomputer geeignet, die unter
anderem einen Analog/Digital-Wandler 33, dem über einen
nicht dargestellten Multiplexer verschiedene Analogsignale
zuführbar sind, und einen Pulsbreitenmodulator 35 enthalten.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 werden die
Spannungen an den Anschlüssen 3 und 4 dem Mikrocomputer 32
zugeführt. Ein Ausgang des Mikrocomputers 32 ist mit der
Basis des Transistors 36 verbunden, der bei diesem
Ausführungsbeispiel als Feldeffekttransistor ausgeführt ist.
Weiteren Ausgängen 19, 23, 34 können in Form von digitalen
Signalen der Füllstand, Fehlermeldungen und die
Tanktemperatur entnommen werden.
Claims (14)
1. Verfahren zum Betrieb eines Füllstandssensors,
insbesondere zur Messung von Flüssigkeitsvorräten in
Kraftfahrzeugen, mit mehreren Thermistoren, die beheizbar
sind und von denen je nach Füllstand mehr oder weniger von
der Flüssigkeit bedeckt sind und durch diese unter die
Kipptemperatur der Thermistoren gekühlt werden, wodurch sich
der Gesamtwiderstand der gegebenenfalls mit weiteren
Widerständen zusammengeschalteten Thermistoren in
Abhängigkeit vom Füllstand diskontinuierlich ändert, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens ein Thermistor oberhalb des
maximal möglichen Füllstandes angeordnet ist und daß die
Temperatur der Thermistoren durch Zuführung elektrischer
Heizleistung so weit erhöht wird, daß alle über dem
jeweiligen Füllstand befindlichen Thermistoren ihre
Kipptemperatur überschritten haben, worauf der
Gesamtwiderstand gemessen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Überschreiten der Kipptemperatur durch eine vorgegebene
Änderung des Gesamtwiderstandes festgestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Temperatur der Thermistoren nach der vorgegebenen
Änderung des Gesamtwiderstandes noch um einen vorgegebenen
Wert erhöht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der oberhalb des maximal möglichen Füllstandes angeordnete
Thermistor eine höhere Kipptemperatur als alle anderen
Thermistoren aufweist.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der oberhalb des maximal möglichen Füllstandes angeordnete
Thermistor weniger aufgeheizt wird als alle anderen über dem
jeweiligen Füllstand liegenden Thermistoren.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Gesamtwiderstand unmittelbar
nach Abschalten oder während einer kurzen Unterbrechung des
Heizstroms gemessen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Heizleistung während der
Einschaltdauer mindestens eine für das Erreichen der
Kipptemperatur ausreichende Größe aufweist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Heizleistung allmählich ansteigt bis
alle oberhalb des Füllstandes liegenden Thermistoren die
Kipptemperatur überschritten haben.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Heizleistung nach Erreichen des zum Überschreiten der
Kipptemperatur erforderlichen Wertes für eine vorgegebene
Meßzeit beibehalten wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anstieg der Heizleistung durch
steigende Tastverhältnisse höherfrequenter Rechteckimpulse
erzielt wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die erforderliche Heizleistung
in einen Temperaturwert umgerechnet wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der jeweilige Wert des
Gesamtwiderstandes und/oder des Heizstroms einer
Diagnose-Einrichtung zuführbar sind, in welcher die Werte in
Abhängigkeit vom jeweiligen Betriebszustand auf
Plausibilität überprüft werden.
13. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens, dadurch
gekennzeichnet, daß Heizwiderstände (H₀ bis Hn-1) über einen
elektronischen Schalter (13), vorzugsweise einen Transistor,
mit einer Spannungsquelle (12) verbunden sind, daß die
gegebenenfalls mit weiteren Widerständen (R₁ bis Rn)
zusammengeschalteten Thermistoren (P₀ bis Pn-1) mit einer
Stromquelle (17) verbunden sind, daß ein Anschluß zwischen
den Thermistoren und der Stromquelle (17) mit dem Eingang
eines Analog/Digital-Wandlers (33) verbunden ist, dessen
Ausgang an einen Eingang eines Mikrocomputers (31)
angeschlossen ist und daß der Mikrocomputer (31) den
zeitlichen Ablauf der Heizung steuert und die Messung des
Gesamtwiderstandes durchführt.
14. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens, dadurch
gekennzeichnet, daß Heizwiderstände über einen
elektronischen Schalter, vorzugsweise einen Transistor, mit
einer Spannungsquelle verbunden sind, daß die gegebenenfalls
mit weiteren Widerständen zusammengeschalteten Thermistoren
über einen Arbeitswiderstand mit einer Quelle konstanter
Spannung verbunden sind, daß ein Anschluß zwischen den
Thermistoren und dem Arbeitswiderstand mit dem Eingang eines
Analog/Digital-Wandlers verbunden ist, dessen Ausgang an
einen Eingang eines Mikrocomputers angeschlossen ist und daß
der Mikrocomputer den zeitlichen Ablauf der Heizung steuert
und die Messung des Gesamtwiderstandes durchführt.
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