DE4432329C2 - Vorrichtung zur Zuglaufüberwachung und Fahrwegüberwachung - Google Patents
Vorrichtung zur Zuglaufüberwachung und FahrwegüberwachungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.
Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (DE 38 15 152 A1) ist ein faseroptischer
Lichtwellenleiter über die gesamte zu überwachende Länge eines Gleises in einer nach unten
offenen Längsnut mechanisch entkoppelt in einem der Schienenfüße angeordnet. Jeweils am
Beginn oder Ende eines Blockstreckenabschnitts ist der Lichtwellenleiter im Bereich einer
Schwelle mit der Schiene mechanisch gekoppelt und mit einem Auskoppellichtwellenleiter
verbunden, in den bei punktueller Belastung infolge Überfahrens des zugehörigen
Schienenstücks durch ein Schienenrad Licht eingekoppelt wird. Das jeweilige Lichtsignal
wird an einen Empfänger weiterleitet, der als Achszähler oder Blockfreistreckengeber
arbeitet oder durch Auswertung der Dämpfung infolge Längenänderung eines Teils eines
Lichtwellenleiters mechanische Beanspruchungen von Schwellen ermittelt.
Es ist auch eine Vorrichtung bekannt (EP 0592031 A1), bei der eine Schiene über eine
elastische Zwischenlage auf einer Schwelle abgestützt ist. Dabei gibt ein an den gebogenen
Übergang zwischen Schienenfuß und nach oben weisenden Schienensteg angelegter
optischer Sensor abhängig von der Pressung der elastischen Zwischenlage ein Steuersignal
ab, das als Hinweis auf die Belegung des Gleises mit einem Zug ausgewertet wird.
Schließlich ist es auch bekannt (DE 42 07 516 A1), an einer Schiene am senkrecht nach oben
weisenden Schienensteg beidseitig punktuell Dehnungsmeßstreifen vorzusehen, über welche
die physikalischen Einwirkungen von darüber hinwegfahrenden Schienenrädem erfaßt
werden und die geschwindigkeitsunabhängige Meßsignale erzeugen.
Während die Anordnung eines Lichtwellenleiters in einer Nut des Schienenfußes die
Anbringung von besonderen Druckeinwirkungseinrichtungen erfordert, sind im frei
zugänglichen Bereich der Schiene angeordnete Sensoreinrichtungen der Gefahr von
mechanischen Beschädigungen ausgesetzt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, welche auf einfache Weise bei geschütztem Einbau von Sensoren in das Gleissy
stem eine schwellenweise Überwachung des Gleises und ggf. darauf rollender Schienenfahr
zeuge auf Funktionsmängel ermöglichen.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden
Merkmale des ersten Anspruchs.
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
welche während des Zuglaufs auf der Eisenbahnstrecke anhand von elektrischen oder
optischen Signalen erkennen läßt, ob ein Fehler im Gleisbett, in der Eisenbahnschiene oder
ein Schaden an einem der Fahrzeuge oder der Radsätze vorliegt. Außerdem können aufgrund
der Signale Position und Geschwindigkeit der Züge bestimmt und damit der Zuglauf
überwacht und gesichert werden.
Die Erfindung eignet sich insbesondere für die Überwachung von
Hochgeschwindigkeitszügen und Hochgeschwindigkeitsfahrstrecken, bei welchen auch
kleinste Fehler im Gleisbett, an der Schiene oder an den Fahrzeugen zu schweren Unfällen
führen können.
Erfindungsgemäß werden beide Schienen eines Eisenbahngleissystems über ihre gesamte
Länge mit einem dichten, kontinuierlich verteilten Sensorsystem ausgestattet, das es erlaubt,
Ort und Geschwindigkeit der Züge, einzelner Wagen und einzelner Achsen zu verfolgen (zur
Kontrolle der Anwesenheit des letzten Wagens, von Achsbrüchen, Radbrüchen und
Entgleisungen). Zugleich erlaubt dieses Sensorsystem auch, Zustand und Sicherheit des
Fahrwegs zu überwachen und insbesondere Schienenbrüche, Schwellenbrüche und
Schraubenbrüche, fehlerhafte Gleislagen, hohlliegende Schwellen, Gleisverwerfungen,
nachlassende Tragfähigkeit und Elastizität des Unterbaues, Veränderungen des
Schotterbettes, Unterspülungen des Gleiskörpers und Sabotageakte (gelöste oder entwendete
Schienen, Hindernisse auf dem Fahrweg) zu erkennen. Dabei sind wesentliche Merkmale
dieser Erfindung, daß das Sensorsystem wagenunabhängig arbeitet, also nicht auf
besonderen Vorrichtungen an den Wagen oder Rückmeldungen von diesen beruht, und daß
es kontinuierlich über die Strecke verteilt ist, also nicht auf punktuellen Einrichtungen an der
Strecke beruht, die durch ihren exportierten Aufbau anfälliger gegenüber Beschädigungen
und Entwenden sind.
Das Sensorsystem arbeitet mit einem Sensorband, welches sehr einfach
aufgebaute Sensoren aufweist, die in kurzen Abständen, längs des Sensorbandes angeordnet
sind.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Durch den hierarchischen Aufbau des Sensorsystems ist es leicht möglich, Ort und
Geschwindigkeit des Zuges auf der Strecke zu bestimmen und diese Information zur
Zuglauf- und Fahrwegüberwachung weiterzuverarbeiten.
Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels unter Zuhilfenahme der
Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 den Gleisoberbau K mit zwischen Schiene und Schwelle befindlichen Sensorband;
Fig. 2 den Gleisoberbau mit Sensorband und Streckenrechner sowie ein Beispiel für das
Sensorsignal im Normalzustand und bei Schienenbruch und
Fig. 3 die hierarchische Anordnung der Auswerteeinrichtung der Sensorsignale.
Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform der Anordnung eines kontinuierlichen Sensorbandes 7,
welches unter dem Schienenfuß anstelle von oder zusammen mit einer dort üblicherweise
eingebauten elastischen Zwischenlage 8 angebracht ist. Die Schiene 1 ist an der
Rippenplatte 5 mittels Klemmplatte 4 und Hakenschraube 2 befestigt. Der Gleisoberbau K
wird durch die Schwelle 6 vervollständigt, auf welcher die Rippenplatte 5 mittels der
Schwellenschraube 3 befestigt ist. In dem Sensorband befinden sich Drucksensoren 12 oder
Verformungssensoren, welche als faseroptische Sensoren, als magnetoelastische Sensoren oder als piezokeramische
Sensoren ausgebildet sind. Diese Sensoren sind in einem Band integriert. Um
Beschädigungen zu vermeiden, ist das Sensorband mit einem schlagfesten Mantel
ausgerüstet.
Tritt an einer bestimmten Stelle des Fahrweges ein Gleisfehler auf, etwa ein Schienenbruch,
wie er in Fig. 2 angenommen wird, so zeigt das Sensorsignal eine für die Art des Fehlers
charakteristische Veränderung, welche im unteren Teil der Figur schematisch anhand eines
Impulsdiagramms dargestellt ist. Beim Passieren eines Zuges 9 werden die Sensorsignale
vor der Bruchstelle stärker ansteigen und unmittelbar an der Bruchstelle 10 sprungartig
abfallen. Bei normalem Gleiszustand hat man dagegen einen stetigen Signalverlauf.
Gleisfehler wie hohlliegende Schwellen und Veränderungen des Schotterbettes erzeugen
ebenfalls charakteristische Sensorsignale, aus denen neben dem Ort auch die Art des
Gleisfehlers bestimmt werden kann. Dazu dient der Streckenrechner 11, welcher in Fig. 2
schematisch dargestellt ist. Solche Streckenrechner befinden sich in bestimmten Abständen
längs der Strecke und erhalten ihre Signale von den Sensorkoordinatoren SKA, SKB... (s.
Fig. 3), welche die einzelnen kleineren Streckenabschnitte A, B... überwachen, in dem sie
die dort erzeugten Sensorsignale auffangen und für die Weiterverarbeitung im
Streckenrechner 11 aufbereiten. Die Sensorkoordinatoren sorgen auch für die
Stromversorgung der Sensoren bzw. Überwachung ihrer Funktion. Ein zur Überwachung
geeignetes hierarchisches System ist in Fig. 3 dargestellt.
Die Reichweite der Signale bedingt eine längs der Strecke durchgeführte Aufteilung des
Sensorbandes in Abschnitte, in welchen jeweils die Signale aufbereitet bzw. mit
Zwischenverstärkern verstärkt werden. Damit kann die Dämpfung der Sensorsignale
ausgeglichen werden.
Falls ein Gleisfehler vorliegt, in dem beispielsweise die Schwellen hohlliegen oder durch
mangelnde Elastizität des Unterbaus bei Durchfahrt des Zuges eine Abweichung vom
normalen Impulsdiagramm auftritt, lassen sich Hinweise auf die Art des Fehlers und den
betroffenen Streckenabschnitt gewinnen. Dadurch werden die Streckenwartungskosten
gesenkt.
Claims (5)
1. Vorrichtung zur Zuglaufüberwachung und Fahrwegüberwachung, wobei das Gleis über
seine gesamte Länge mit einem dichten, den Fahrweg überwachenden Sensorsystem
ausgestattet ist, welches kontinuierlich Ort und Geschwindigkeit aller auf der Strecke
befindlichen Fahrzeuge aufnimmt und weitermeldet, ohne daß es einer Kommunikation
zwischen Fahrzeug und einer Überwachungseinrichtung oder einer von dem Fahrzeug
ausgehenden aktiven Positionsmeldung bedarf,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sensorsystem ein kontinuierliches faseroptisches und elastisches Sensorband (7)
umfaßt, welches unter den Schienen über die Länge des Gleises angeordnet ist sowie
Sensoren aufweist, die längs des Sensorbandes (7) zwischen den Schienen (1) und jeder
Schwelle (6) angeordnet sind und daß die Sensoren magneto-elastische oder piezo
keramische Sensoren sind, die auf die Schiene (1) einwirkende Auflagekräfte und Bie
gemomente aufnehmen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Sensorband (7) in Verbindung mit oder anstelle von zwischen Schienen (1) und
Schwellen (6) eingebauten elastischen Zwischenlagen (8) geführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensoren Schwingungssensoren sind, die die von Radsätzen der Fahrzeuge auf
die Schiene (1) übertragenen elastischen Achsschwingungen aufnehmen und aus Inten
sität und Form dieser Schwingungen die Elastizität und Festigkeit des Gleisunterbaus,
die korrekte Gleislage sowie den Zustand der Fahrzeuge und ihrer Radsätze zu überwa
chen erlauben.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß Sensoren kleineren Streckenabschnitten (A, B, ...) zugeordnet sind, daß die Signale
dieser Sensoren an jeweils zugeordnete Sensorkoordinatoren (SKA, SKB, ...) geleitet
sind, welche die aufgefangenen Sensorsignale aufbereiten und an Streckenrechner (11)
weiterleiten, die empfangene Impulsdiagramme mit vorgegebenen Impulsdiagrammen
vergleichen und bei Abweichungen ein Fehlersignal ausgeben.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensorkoordinatoren (SKA, SKB, ...) die Sensoren mit Strom versorgen und auf
Funktionstauglichkeit überprüfen.
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Ipc: B61L 27/00 |
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: DAIMLERCHRYSLER AG, 70567 STUTTGART, DE |
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| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8320 | Willingness to grant licences declared (paragraph 23) | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: DAIMLERCHRYSLER AG, 70327 STUTTGART, DE |
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| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |