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DE4430069A1 - Wäßrige, lösungsmittelfreie Dispersionen von kationischen Polymerisaten enthaltende Papierleimungsmittel und Verfahren zur Herstellung von geleimtem Papier unter Verwendung dieser Mittel - Google Patents

Wäßrige, lösungsmittelfreie Dispersionen von kationischen Polymerisaten enthaltende Papierleimungsmittel und Verfahren zur Herstellung von geleimtem Papier unter Verwendung dieser Mittel

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Publication number
DE4430069A1
DE4430069A1 DE4430069A DE4430069A DE4430069A1 DE 4430069 A1 DE4430069 A1 DE 4430069A1 DE 4430069 A DE4430069 A DE 4430069A DE 4430069 A DE4430069 A DE 4430069A DE 4430069 A1 DE4430069 A1 DE 4430069A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
paper
copolymer
mol
aqueous
meth
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE4430069A
Other languages
English (en)
Inventor
Kurt Dr Dahmen
Richard Dr Mertens
Thomas Dr Mueller
Johann Schulte
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Stockhausen GmbH and Co KG
Original Assignee
Chemische Fabrik Stockhausen GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Chemische Fabrik Stockhausen GmbH filed Critical Chemische Fabrik Stockhausen GmbH
Priority to DE4430069A priority Critical patent/DE4430069A1/de
Priority to CA002194602A priority patent/CA2194602A1/en
Priority to AT95929873T priority patent/ATE164599T1/de
Priority to EP95929873A priority patent/EP0777692B1/de
Priority to US08/793,332 priority patent/US5954921A/en
Priority to FI970770A priority patent/FI970770A7/fi
Priority to PCT/EP1995/003232 priority patent/WO1996006119A1/de
Priority to DE59501788T priority patent/DE59501788D1/de
Publication of DE4430069A1 publication Critical patent/DE4430069A1/de
Priority to NO970833A priority patent/NO970833D0/no
Withdrawn legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H21/00Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its function, form or properties; Paper-impregnating or coating material, characterised by its function, form or properties
    • D21H21/14Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its function, form or properties; Paper-impregnating or coating material, characterised by its function, form or properties characterised by function or properties in or on the paper
    • D21H21/16Sizing or water-repelling agents
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H17/00Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its constitution; Paper-impregnating material characterised by its constitution
    • D21H17/20Macromolecular organic compounds
    • D21H17/33Synthetic macromolecular compounds
    • D21H17/34Synthetic macromolecular compounds obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
    • D21H17/37Polymers of unsaturated acids or derivatives thereof, e.g. polyacrylates

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Paper (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft Mittel für die Masse- und/oder Oberflächenleimung von Papier, die wäßrige, lösungsmittelfreie Dispersionen von kationischen Polymerisaten enthalten sowie ein Verfahren zur Leimung von Papier unter Verwendung dieser Mittel.
Bei der Herstellung von tintenfesten Papieren und Druckpapieren erfolgt eine Leimung der Papiere an der Oberfläche oder in der Masse, um die Benetzbarkeit der Cellulose und die Aufnahme von Wasser oder wäßrigen Flüssigkeiten durch das Kapillarsystem des Papierblattes zu vermindern sowie um die Aufnahme von Druckfarben, die Weiße und die Opazität sowie die mechanischen Eigenschaften des Papierblattes zu verbessern. Der schon bekannte Leimungsprozeß und die hierbei üblicherweise verwendeten Mittel sind in Ullmanns Enzyklopädie, Band 17 (1979) auf den Seiten 585-587 sowie auf S. 599 beschrieben.
Auch die Verwendung kationischer Polymerisate beim Leimungsprozeß, die sich durch eine große Substantivität gegenüber den Cellulosefasern auszeichnen, ist bekannt. Die ja­ panische Patentschrift J 04 108 196 beschreibt kationische Leimungsmittel auf der Basis von Kollophonium und kationischen Polymerisaten. Die japanischen Schriften J 04 091 290, J 63 270 893 und J 59 159 198 beschreiben Leimungsmittel die aus Alkylketen-Di­ meren und kationischen Polymerisaten gebildet werden.
Aus der DE 37 37 615 C2 sind Leimungsmittel bekannt, die mit Carbonsäuren modifi­ zierte, sogenannte verstärkte Harze darstellen, die durch Anteile von kationischen Copo­ lymerisaten dispergiert werden. Hierbei werden die kationischen Copolymerisate durch Lösungspolymerisation dargestellt und die Herstellung des dispergierten Leimungsmittels aus den anionisch modifizierten Harzen und den kationischen Copolymerisaten geschieht in aufwendiger Verfahrensweise unter destillativer Abtrennung des Lösungsmittels aus dem Copolymerisat, Aufschmelzen des modofizierten Harzes sowie Dispergierung in Wasser unter teilweiser Verwendung von Tensiden. Bei der Anwendung belasten die nicht in der Papiermasse gebundenen Harzanteile das Prozeßwasser und müssen gegebe­ nenfalls unter Einsatz weiterer Hilfsmittel entfernt werden.
In der DE 38 26 825 C2 werden kationische Leimungsmittel beschrieben, die aus Methyl(meth)acrylat, Butyl(meth)acrylat, Acrylsäure und 10-30 Gew.-%-Anteile N,N-Di­ methylaminoethyl(meth)acrylat gebildet werden und Isopropanol oder andere organische Lösungsmittel enthalten. Die beschriebenen Leimungsmittel sind bei Lagerung instabil und bei der Anwendung nicht ausreichend wirksam.
In EP 416 427 B1 werden Leimungsmittel auf der Basis von wäßrigen, kationischen Po­ lymerisatdispersionen beschrieben, deren Polymerisatanteil zwar nur aus 2-20 Gew.-% eines salzbildenen, wasserlöslichen Monomeren mit Alkylammonium-, Alkylsulfonium- oder Alkylphosphoniumgruppen gebildet werden, die jedoch zusätzlich immer mit katio­ nischen Polymerisaten, wie Retentionsmitteln und Schutzkolloiden (Poly-DADMAC) verwendet werden, so daß diese Polymerisate insgesamt in doch größerer Menge einge­ setzt werden. Weiterhin enthalten die beschriebenen Dispersionen auch Emulgatoren und insbesondere nichtionogene Tenside, die neben den wasserlöslichen Retentionsmitteln im Papier die Leimungswirkung beeinträchtigen und die Prozeßwässer belasten können.
Aufgabe der Erfindung war es daher, die bekannten kationischen Leimungsmittel unter Vermeidung ihrer Nachteile zu verbessern, insbesondere Leimungsmittel bereitzustellen, die sich wirtschaftlicher und umweltfreundlicher herstellen lassen, lagerstabil sind und ohne die Verwendung weiterer Komponenten allein als Leimungsmittel verwendbar sind sowie darüber hinaus eine verbesserte Wirkung aufweisen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die Verwendung von wäßrigen, lösungsmittelfreien Dispersionen von kationischen Polymerisaten als Leimungsmittel, wobei die kationischen Polymerisate durch radikalische Polymerisation in Lösung oder Dispersion, vorzugsweise in Substanz aus
  • a) 30-70 Mol% wenigstens eines Monomeren der allgemeinen Formel H₂C = CR¹-CO-X-R²-N(R³)₂ (I)in der
    R¹ = H, CH₃
    R² = eine C₂-C₄-Alkylengruppe
    R³ = H, eine C₁-C₄-Alkylgruppe und
    X = O, NH bedeuten mit
  • b) 70-30 Mol% wenigstens eines Monomeren der Formel H₂C = CR¹-CO-X-R⁴ (II)in der
    R¹ und X die bei Verbindung I genannte Bedeutung haben und
    R⁴ = eine C₈-C30-Alkylgruppe bedeuten sowie gegebenenfalls
  • c) 0-20 Mol% wenigstens eines C₈-C₃₀-Monoolefins und
  • d) 0-10 Mol% wenigstens eines weiteren, mit a), b) und ggf. c) copolymerisierbaren Monomeren,
anschließender Neutralisation und gegebenenfalls Quaternierung der Copolymerisate sowie Dispergierung in Wasser oder wäßrigen Flüssigkeiten erhalten werden, wobei die Summe der Monomeren a), b), c) und d) 100 Mol% beträgt.
Die Monomeren der Gruppe a) umfassen Acryl- und/oder Methacrylderivate mit einer Aminfunktion. Sie sind einerseits für die Fixierung an die Cellulosefaser erforderlich und sorgen andererseits in ihrer teilweise oder vollständig neutralisierten Form für die Dis­ pergierbarkeit des Polymeren in Wasser. Als geeignete Monomere seien genannt N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminopropyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminoethyl(meht)acrylamid und N,N-Dimethylaminopropyl(meth)acrylamid. Bevorzugt Verwendung finden N,N-Dimethylaminoethylacrylat und N,N-Dimethylaminopropylacrylamid.
Die Monomeren der Gruppe a) sind in einer Menge von 30-70 Mol% im Copolymerisat vorhanden. Bei Unterschreitung dieser Grenzen erhält man in der Regel instabile Disper­ sionen, während ein Anteil von mehr als 70 Mol% den Leimungseffekt erheblich ver­ schlechtert. Bevorzugt verwendet wird ein Anteil von 40-60 Mol% dieser Monomeren im Copolymerisat.
Bei den Monomeren der Gruppe b) handelt es sich um hydrophobe Ester oder Amide der Acrylsäure und/oder der Methacrylsäure. Sie sorgen im wesentlichen für den Lei­ mungseffekt. Geeignete Monomere sind zum Beispiel 2-Ethylhexyl(meth)acrylat, n- Octyl(meth)acrylat, Isononyl(meth)acrylat, Decyl(meth)acrylat, Lauryl(meth)acrylat, Isotridecyl(meth)acrylat, Myristyl(meth)acrylat, Stearyl(meth)acrylat, C18-22(meth)acrylat, 2-Ethylhexyl(meth)acrylamid, n-Octyl(meth)acrylamid, Isono­ nyl(meth)acrylamid, Decyl(meth)acrylamid, Lauryl(meth)acrylamid, Isotride­ cyl(meth)acrylamid, Myristyl(meth)acrylamid, Stearyl(meth)acrylamid und C18-22(meth)acrylamid. Die Monomeren werden in bekannter Weise aus den hydrophoben Al­ koholen oder Aminen und der (Meth)acrylsäure bzw. reaktiven Derivaten hiervon her­ gestellt. Viele dieser Monomere sind kommerziell erhältlich. Bevorzugt Verwendung fin­ det aus dieser Gruppe Stearylmethacrylat.
Ein Teil der Monomeren der Gruppe b) kann durch langkettige Monoolefine ersetzt werden. Geeignet für diesen Zweck sind beispielsweise Octen-1, Dodecen-1, Tetradecen-1, Hexadecen-1, Octadecen-1, Eicosen-1 sowie C20-24 bzw. C30+-alpha- Olefin-Schnitte. Auch diese Monomeren sind kommerziell zugänglich. Sie können im Verhältnis zur Monomerengruppe b) in einer Menge von 0,001 bis 1 : 1 eingesetzt wer­ den. Bevorzugt verwendet werden Octadecen-1 sowie C20-24-alpha-Olefingemische.
Gegebenenfalls können zur Erzielung spezieller Eigenschaften im Polymerisationsansatz bis zu 10 Mol% weitere, mit den Monomeren der Gruppen a), b) und ggf. c) copolyme­ risierbare alpha,beta-ungesättigte Monomere vorliegen. Bedingung für ihre Verwendung ist, daß sie sich mit den vorgenannten Monomeren zu einer homogenen Mischung gege­ benenfalls bei höherer Temperatur verarbeiten lassen. Geeignet sind beispielsweise Styrole, Vinylester, Vinylether, (Meth)acrylsäure und/oder (Meth)acrylamid.
Die erfindungsgemäß bevorzugt verwendeten Leimungsmittel enthalten Copolymerisate, die unter Ausschuß von organischen Lösungsmitteln durch Substanzpolymerisation in an sich bekannter Weise hergestellt werden.
Die Polymerisation wird bei Temperaturen von 20 bis 200°C, bevorzugt 60 bis 160°C durchgeführt. Sie wird thermisch, photochemisch oder redoxkatalytisch initiiert, vor­ zugsweise unter Zuhilfenahme von Peroxo- und/oder Azoverbindungen. Auf Grund der überwiegend hydrophoben Natur der Monomeren sind öllöslische Initiatoren wie bei­ spielsweise 2,2′-Azobis(isobutyronitril)(AIBN), 2,2′-Azobis(2-methylbutyronitril), 4,4′- Azo(4-cyanopentansäure), 2,2′-Azobis(2,4-dimethylvaleronitril, Di-tert-Butylperoxid, Dibenzoylperoxid oder tert-Butylperoxy-2-ethylhexanoat bevorzugt.
Das Zahlenmittel der Molmasse der Copolymerisate beträgt 1000 bis 100 000 g/Mol. Die Regelung der Molmasse erfolgt vorzugsweise durch Einsatz bekannter Regler wie bei­ spielsweise Mercaptoethanol oder Dodecylmercaptan.
In weiter bevorzugten Ausführungsformen wird ein Teil oder die gesamte Menge der Monomeren vorgelegt, bei einer geeigneten Temperatur der Initiator ganz oder in Teil­ mengen zur Polymerisationsmischung gegeben und die weitere Reaktion unter adiabati­ schen Bedingungen vorgenommen, wobei die entstehende Polymerisationswärme den Reaktionsansatz erwärmt.
Nach der Polymerisation wird das Copolymerisat direkt mit verdünnter Säure neutrali­ siert und in Wasser emulgiert. Die Menge an Säure wird hierbei so gewählt, daß sich im Endprodukt ein pH-Wert von 8 bis 3 einstellt. Zur Neutralisation sind sowohl anorgani­ sche Säuren, wie Salzsäure oder Schwefelsäure, als auch organische Säuren insbesondere Corbonsäuren, wie Ameisensäure oder Essigsäure geeignet.
Sofern erforderlich kann nach der Neutralisation oder erneute Initia­ torzugabe zur Reduzierung des Restmonomergehaltes vorgenommen werden. Hierzu eignen sich dann sowohl öllöslische als auch wasserlöslische Initiatorsysteme.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden Copolymerisate verwendet, de­ ren Aminogruppen teilweise oder vollständig mit einem geeigneten Quaternierungsmittel umgesetzt werden. Beispiele für geeignete Quaternisierungsmittel sind Methylchlorid, Benzylchlorid, Dimethylsulfat und/oder Epichlorhydrin. Die Menge des Quaternie­ rungsmittels wird so gewählt, daß sich ein Quaternisierungsgrad von 1-100 Mol%, be­ vorzugt 5 bis 50 Mol% einstellt.
Der Feststoffgehalt der erfindungsgemäß zu verwendenen Polymerisatdispersionen be­ trägt 10-60 Gew.-%, vorzugsweise 20-50 Gew.-%, besonders bevorzugt 30-40 Gew.-%.
Die erfindungsgemäß zu verwendeten Copolymerisatdispersionen zeichnen sich überra­ schenderweise trotz ihrer Herstellung ohne weitere Hilfsmittel durch eine gute Disper­ sionsstabilität aus, so daß selbst nach mehreren Wochen der Lagerung bei 50°C keine Auftrennung bzw. Koagulation von Polymerisat zu beobachten ist. Weiterhin zeichnen sie sich in an sich nicht zu erwartender Weise durch eine gute Leimungswirkung aus und sind daher zur hydrophobierenden Leimung von Papieren, insbesondere von Schreib- und Druckpapieren geeignet. Hierbei können sie sowohl bei der Masseleimung als auch als Oberflächenleimungsmittel eingesetzt werden.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Papierleimung unter Verwendung der er­ findungsgemäßen Mittel, und zwar sowohl zur Masse- als auch zur Oberflächenleimung.
Bei der Masseleimung werden die Polymerdispersionen dem Dick- oder Dünnstoff mit 0,1-3,0% Wirksubstanz (bezogen auf atro Stoff) zugesetzt, während bei der Oberflä­ chenleimung 0,1-5,0 g Wirksubstanz pro m² auf das Papier nach der Trockenpartie auf­ getragen wird. In den meisten Fällen läßt sich mit den Polymerdispersionen eine Sofort­ leimung erzielen, das heißt die gewünschte Hydrophobierung des Papiers wird sofort nach dem Herstellungsprozeß erreicht. Der nachteilige Vorgang der Alterung der frisch geleimten Papiere der bei der Verwendung der mit derzeit eingesetzten Leimungsmittel zur Erreichung hydrophober Effekte und der damit verbundenen Papiereigenschaften oft notwendig ist, kann daher weitgehend entfallen.
Weiterhin läßt sich über die Einsatzmenge der kationischen Polymerdispersionen in her­ vorragender Weise ein abgestufter Leimungsgrad der Papiere einstellen, der sowohl bei der sauren als auch bei der neutralen oder alkalischen Papierherstellung reproduzierbar ist. Weitere Hilfsmittel werden für die Leimung vorteilhafter Weise nicht benötigt.
Die Erfindung wird in den folgenden Beispielen dargestellt.
Allgemeine Herstellvorschrift A
In einem Reaktor mit mechanischem Rührer, Rückflußkühler und Innenthermometer werden die Monomeren und ggf. Regler vorgelegt und 30 Minuten mit Stickstoffgas durchspült. Sodann wird auf die vorgesehene Starttemperatur aufgeheizt. Anschließend gibt man den Initiator zu. Durch die einsetzende Polymerisation kommt es zu einer Tem­ peraturerhöhung. Nach Überschreiten des Temperaturmaximums rührt man noch drei Stunden bei der vorgesehenen Polymerisationstemperatur weiter. Anschließend gibt man verdünnte Säure zur Neutralisation hinzu und rührt weitere 30 Minuten bei 60-90°C, gegebenenfalls nach einer eventuellen erneuten Initiatorzugabe. Man läßt unter Rühren auf 30-40°C abkühlen und füllt das Produkt ab.
Allgemeine Herstellvorschrift B
Im gleichen Reaktor wie in Vorschrift A werden Lösungsmittel und gegebenenfalls Reg­ ler vorgelegt und mit Stickstoff begast. Anschließend heizt man auf die vorgesehene Po­ lymerisationstemperatur auf und läßt dann aus verschiedenen Zuläufen gleichzeitig die Monomeren und den Initiator (gegebenenfalls verdünnt mit weiterem Lösungsmittel) über die vorgesehene Reaktionszeit zulaufen. Nach Beendigung des Zulaufes läßt man 2 Stunden nachreagieren. Anschließend wird das Polymerisat wie in Herstellvorschrift A mit verdünnter Säure neutralisiert und emulgiert. Aus der Emulsion wird das Lösungs­ mittel weitestgehend abdestilliert.
Herstellung der Copolymerisate
In den folgenden Beispielen sind die nach obigen Vorschriften hergestellten Copolymer­ dispersionen aufgeführt. Die angeführten Zahlen bedeuten Gewichtsteile. Die verwende­ ten Abkürzungen haben folgende Bedeutung:
ACP 4,4′-Azo(4-cyanopentansäure)
AIBN 2,2′-Azobis(isobutyronitril)
DIMAPA N,N-Dimethylaminopropylacrylamid
DM Dodecylmercaptan
DMAEA N,N-Dimethylaminoethylacrylat
DMS Dimethylsulfat
ECH Epichlorhydrin
EHMa Ethylhexylmethacrylat
HAc Essigsäure
ME Mercaptoethanol
StMA Stearylmethacrylat
TS Trockensubstanz
Die Lagerstabilität wurde bei Raumtemperatur und bei 50°C beurteilt. Als stabil gilt eine Dispersion, die wenigstens während 7 Tage Lagerung bei 50°C und während 1 Monat Lagerung bei Raumtemperatur nicht auftrennt. Die Viskositäten wurden jeweils bei Raumtemperatur mit einem Brookfield Rotationsviskosimeter gemessen.
Copolymerisat A:
Methode A, 60 DIMApa, 100 StMa, 1,5 ME, TStart 80°C,
1,0 AIBN, 1,5 Std. bei 90-150°C, 38,0 HCl (37%), 410 H₂O demin.,
Helle, stabile Emulsion, TS 30%, 460 mPas, pH (10% in H₂O) 2,9
Copolymerisat B:
Methode A, 60 DIMAPA, 100 StMa, 7,5 ME, TStart 80°C,
5,0 ACP, 1,5 Std. bei 90-120°C, 35,7 HCl (37%), 127 H₂O demin.
Helle, stabile Emulsion, TS 50%, 900 mPas, pH (10% in H₂O) 3,8
Copolymerisat C:
Methode A, 50 DIMAPA, 100 StMa, 1,5 ME, TStart 80°C,
1,0 AIBN, 1,5 Std. bei 90-150°C, 31,5 HCl (37%),
265 H₂O demin., Nachinitiierung mit 1,0 H₂O₂ (30%) und 0,1 ME
Helle, stabile Emulsion, TS 35%, 34.000 mPas, pH (10% in H₂O) 3,2
Copolymerisat D:
Methode A, 50 DIMAPA, 110 StMa, 1,5 ME, TStart 80°C,
1,0 AIBN, 90 Min bei 90-150°C, 31,5 HCl (37%), 400 H₂O demin.
Nachinitiierung mit 0,2 ABAH in 5 H₂O demin.
Helle, stabile Emulsion, TS 30%, 740 mPas, pH (10% in H₂O) 3,1
Copolymerisat E:
Methode A, 50 DIMAPA, 110 StMa, 1,5 ME, TStart 80°C,
1,0 AIBN, 2 Std. bei 90-140°C, 31,5 HCl (37%), 400 H₂O demin.
Helle, stabile Emulsion, TS 30%, 1680 mPas, pH (10% in H₂O) 3,1
Copolymerisat F:
Methode A, 50 DIMAPA, 100 StMa, 1,5 ME, TStart 80°C,
1,0 AIBN, 1,5 Std. bei 90-150°C, 18,8 HAc, 500 H₂O demin.
Nachbehandlung mit 14,8 ECH, 5 Std. 30°C
Helle, stabile Emulsion, TS 26%, 150 mPas, pH (10% in H₂O) 5,7
Copolymerisat G:
wie Copolymerisat F, jedoch Nachbehandlung mit 1,48 ECH, 5 Std.
80°C Helle, stabile Emulsion, TS 26%, 280 mPas, pH (10% in H₂O) 5,2
Copolymerisat H:
wie Copolymerisat F, jedoch Nachbehandlung mit 20,2 DMS, 5 Std.
80°C Helle, stabile Emulsion, TS 26%, 120 mPas, pH (10% in H₂O) 4,4
Copolymerisat I:
Methode B, 100 Isopropanol, 1,5 ME, 50 DIMAPA, 100 StMa 2,0 ACP in 20 Isopropanol, 1 Std. bei 75-80°C zudosieren,
5 Std. 90°C, 30,0 HCl (37%), 250 H₂O demin., 1 Std. bei 80°C, anschließend Isopropanol abdestilliert
Helle, stabile Emulsion, TS 35%, 250 mPas, pH (10% in H₂O) 4,3
Copolymerisat J:
Methode A, 50 DIMAPA, 95 StMa, 5 EHMa, 1,5 ME, TStart 80°C
1,0 AIBN, 1,5 Std. 80-155°C, 31,5 HCl (37%), 265 H₂O demin.,
Nachinitiierung mit 0,2 ABAH in 5 H₂O demin., 1 Std. 90°C
Helle, stabile Emulsion, TS 35%, 750 mPas, pH (10% in H₂O) 5,9
Copolymerisat K:
Methode A, 72 DMAEA, 165 StMa, 1,5 ME, 1,0 AIBN, 1,5 Std.
80-135°C, 49,2 HCl (37%), 1030 H₂O demin., Nachinitiierung mit 0,2 ABAH in 5 H₂O demin., 1 Std. 90°C
Helle, stabile Emulsion, TS 20%, 480 mPas, pH (10% in H₂O) 3,0
Vergleichsprodukt:
nach Beispiel 4 aus DE 38 26 825 C2
Weiße Emulsion, schichtet nach 3 Tagen bei Raumtemperatur
TS 16%, 30 mPas, pH (10% in H₂O) 3,2
Zur Prüfung der Leimungswirkung der Polymerdispersionen wurden in einem Rapid- Köthen Blattbildner Papierblätter mit einem Flächengewicht von ca. 100 g/m² hergestellt. Als Rohstoffe wurden ein Kurzfaserzellstoff (Birke-Sulfat) oder ein Altpapier (Zeitungsdruck) oder ein Holzschliff verwendet.
Das zu prüfende Leimungsmittel wurde dem Stoff/Wasser-Gemisch zugegeben und 15 Sekunden vermischt. Anschließend wurde das Blatt im Blattbildner gebildet und im Va­ kuumtrockner des Rapid-Köthen Gerätes bei 92°C 10 Minuten getrocknet.
Die Leimungswerte, die nach DIN 53132 "Wasseraufnahme nach Cobb" gemessen wur­ den, wurden direkt nach der Herstellung, nach einer zusätzlichen Trocknung bei 110°C für 10 Minuten sowie nach 24 Stunden bestimmt. Die Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen zusammengefaßt.
Tabelle 1
Die Tabelle 1 zeigt, daß mit den erfindungsgemäß zu verwendenen Copolymerisaten eine sehr gute Sofortleimung erzielt werden kann. Das Vergleichsbeispiel zeigt keine Sofort­ leimung und ergibt auch nach 24 Stunden deutlich schlechtere Werte als die erfindungs­ gemäßen Beispiele.
Tabelle 2
Die Tabelle 2 verdeutlicht, daß bei erfindungsgemäßer Verwendung der Copolymerisate auch bei niedrigeren Einsatzkonzentrationen ein Vorteil gegenüber bekannten Lö­ sungsmitteln festzustellen ist.
Tabelle 3
Tabelle 4
Die in Tab. 4 dargestellten Ergebnisse zeigen, daß auch bei nur sehr schwierig zu hydro­ phobierendem Altpapier erfindungsgemäß gegenüber dem Vergleichsprodukt eine deut­ lich verbesserte Sofortleimung erreicht wird, die nach 24 h Lagerung weiter verbessert ist.

Claims (9)

1. Kationische, wäßrige, lösungsmittelfreie Dispersionen von kationischen Polymerisaten enthaltende Papierleimungsmittel, gekennzeichnet durch einen Gehalt an kationischen Polymerisaten, die durch radikalische Polymerisation in Lösung oder Dispersion, vorzugsweise in Substanz aus
  • a) 30-70 Mol% wenigstens eines Monomeren der allgemeinen Formel H₂C = CR¹-CO-X-R²-N(R³)₂ (I)in der
    R¹ = H, CH₃
    R² = eine C₂-C₄-Alkylengruppe
    R³ = H, eine C₁-C₄-Alkylgruppe und
    X = O, NH bedeuten mit
  • b) 70-30 Mol% wenigstens eines Monomeren der Formel H₂C = CR¹-CO-X-R⁴ (II)in der
    R¹ und X die bei Verbindung (I) genannte Bedeutung haben und
    R⁴ = eine C₈-C₃₀-Alkylgruppe bedeutet sowie gegebenenfalls
  • c) 0-20 Mol% wenigstens eines C₈-C₃₀-Monoolefins und
  • d) 0-10 Mol% wenigstens eines weiteren, mit a), b) und ggf. c) copolymerisierbaren Monomeren,
    anschließender Neutralisation und gegebenenfalls Quaternierung der Copolymerisate sowie Dispergierung in Wasser oder wäßrigen Flüssigkeiten erhalten werden, wobei die Summe der Monomeren a), b), c) und d) 100 Mol% beträgt.
2. Papierleimungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrigen Copolymerisat-Dispersionen als Monomere der Gruppe a) N,N-Dimethylaminopro­ pyl(meth)-acrylamid und/oder N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat, vorzugsweise N,N-Dimethyl-aminopropylacrylamid und/oder N,N-Dimethylaminoethylacrylat und als Monomeres der Gruppe b) Stearyl(meth)acrylat enthalten.
3. Papierleimungsmittel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen Gehalt an einem Copolymerisat, welches nach der Polymerisation mit anorganischen und/oder organischen Säuren, vorzugsweise Carbonsäuren neutralisiert und mit Wasser emulgiert wird, wobei der pH-Wert im Endprodukt im Bereich von 3,0-8,0 liegt und gegebenenfalls die Aminogruppen aus den Monomeren der Gruppe a) mit einem Quater­ nierungsmittel im Molverhältnis von Aminogruppen zu Quaternierungsmitteln von 100 : 1 bis 1 : 1 umgesetzt werden.
4. Papierleimungsmittel nach einem der Ansprüche 1-3, gekennzeichnet durch einen Gehalt an einem mit Epichlorhydrin im Molverhältnis von Aminogruppen zu Epichlorhydrin von 50 : 1 bis 1 : 1 quaternierten Copolymerisat.
5. Papierleimungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Feststoffgehalt von 10-60 Gew.-% an Polymerisat.
6. Papierleimungsmittel nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch einen Feststoffgehalt von 20-50 Gew.-% an Polymerisat.
7. Papierleimungsmittel nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch einen Feststoffgehalt von 30-40 Gew.-% an Polymerisat.
8. Verfahren zur Herstellung von in der Masse geleimtem Papier unter Verwendung einer kationischen Copolymerisat-Dispersion, dadurch gekennzeichnet, daß als Masselei­ mungsmittel eine wäßrige Copolymerisat-Dispersion nach den Ansprüchen 1-7 ver­ wendet wird, die dem Dickstoff oder Dünnstoff in einer Menge von 0,1% bis 3,0% Copolymerisat, bezogen auf atro Stoff, unter intensivem Rühren, gegebenenfalls zusammen mit inerten Füllstoffen, Pigmenten und anderen Farbstoffen sowie anderen Hilfsmitteln zugemischt wird und das geleimte Papier isoliert und getrocknet wird.
9. Verfahren zur Herstellung von auf der Oberfläche geleimten Papier unter Verwendung einer kationischen Copolymerisat-Dispersion, dadurch gekennzeichnet, daß als Oberflä­ chenleimungsmittel eine wäßrige Copolymerisat-Dispersion nach den Ansprüchen 1-7 verwendet wird, wobei 0,1-5,0 g Copolymerisat pro m² Papier nach der Trockenpartie aufgetragen werden.
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