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Achslager für Lokomotiven. Die Erfindung betrifft Achslager für Lokoinotiven
jener Art, bei denen eine Vergrößerung der den Zapfen umfassenden Fläche durch Anwendung
ergänzender Tragflächen erhalten wird, welche in das Achslager unter der Hauptlagerschale
eingefügt sind.
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Bei der Entwicklung von Dreizylinderlokornotiven mit Kurbeln, die
um 120' gegeneinander versetzt sind, konnte festgestellt werden, daß bei bestimmten
Lagen der Kurbeln die Komponente des Kolbendrucks, die nach oben gerichtet ist,
die Hauptachslager von deren Zapfen abheben will und man daher diese Möglichkeit
des Aufsteigens des Achslagers begrenzen muß, beispielsweise durch ergänzende Lagerschalen,
die unterhalb der Achsen der - Zapfen angeordnet werden und ein geringes
Spiel in bezug auf die Zapfenflächen aufweisen. Die Größe dieses Spieles bestimmt
auch die Grenzen, innerhalb deren sich das Lager vom Zapfen abheben kann. Bei längerer
Benutzung eines solchen Lagers wird die Hauptlagerschale abgenutzt durch das darauf
lastende Gewicht, und um nun zu verhindern, daß sich die La,-er in größerem Maße
von den Zapfen abheben, wenn die Hauptlagerschale derart abgenutzt ist, ist es erforderlich,
daß man jene Mittel, mittels deren man dieses Abheben begrenzt hat, auch in gleichem
Maße nachstellen kann, als die Abnutzugg der Hauptlage-rschale foitschreitet.
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In der ]Praxis wurde gefunden, daß die Anwendung ergänzender Teile
bei anderen Lokomotiven als solchen mit drei Zylindern die Wirkung hat, daß die
Abnutzung der Hauptlagerschale verzögert wird, und die Erfindung ist dazu bestimmt,
eine einfache Bauart für solche ergänzende Lagerteile aller Arten von Lokomotivachslagern
zu schaff en.
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Gemäß der Erfindung sind die Ergänzungslagerflächen einstellbar, um
der Abnutzung Rechnung zu tragen, mittels Schraubenmuttern und Bolzen, welche am
Achslager befestigt ' sind und die Ergänzungslagerteile nach oben zu bewegen
gestatten; die Verbindung,der Bolzen (Gewindebolzen) mit dem Achslager erfolgt mittels
Vorsprünge an diesen Bolzen, welche in Aussparungen an den inneren Seitenflächen
der Seitenwände des Achslagers unterhalb der Hauptlagerschale eingreifen.
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Die Zeichnungen zeigen verschiedene Ausführungsformen der Erfindung.
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Abb. i ist eine Stirnansicht eines Lokomotivachslagers gemäß der Erfindung;
Aibb: 2 ist ein senkrechter Mittelschnitt durch Abb. i; Abb. 3 ist ein senkrechter
Teilschnitt in vergrößertem Maßstabe durch das Achslager und den Behälter längs
der Linie c-c der Abb. 2; Abb. 4 ist eine schaubildliche Darstellung des Schmiermittelbehälters;
Abb. 5 ist eine gleiche Darstellung der Ergänzungslagerteile; Abb.
6 ist eine gleiche Darstellung eines Einstellbolzens und der benachbarten
Teile des Achslagers; Abb. 7 ist eine Stirnansicht eines Lokornotivlagers
in einer anderen Ausführung; Abb. 8 ist eine schaubildliche Darstellung des
zugehörigen Schmiermittelbehälters; Abb.-9 ist eine gleiche Darstellung der Ergängungslagerteile;
Abb. io ist eine gleiche Darstellung des unteren Teiles einer Seite eines Achslagers;
Abb. ii ist eine gleiche Darstellung eines Einstellbolzens, Abb, 12 ist eine gleiche
Darstellung einer zugehörigen Schraubenmutter; Abb. 13 ist eine Stirnansicht eines
Achslagers gemäß e ' iner dritten Ausführungsform der Erfindung; Abb. 14
ist ein senkrechter Mittelschnitt durch Abb. 13;
Abb. 15 ist ein teilweiser
Querschnitt in vergrößertem Maßstabe durch einen unteren Teil des Achslagers und
des Schmiermittelbehälters längs der Linie b-b der Abb. 14; Abb. 16 ist eine schaubil#dliche
Darstellung eines Schmiermittelbehälters gemäß Abb. 13,
14 und 15; Abb.
17 ist eine gleiche Darstellung eines Einstellbolzens; Abb. 18 ist eine gleiche
Darstellung eines zugehörigen Teiles; Abb. ig ist eine gleiche Darstellung eines
zugehörigen Führungsstückes; Abb. 2o zeigt in gleicher Darstellung zwei Teile eines
Verbi6clungsstückes.
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Bei der Ausführungsform der Erfindung gemäß den Abb. i bis
6 ist das Achslager i mit einer Hauptlagerschale ja und einem Schmiermittelbehälter
3 versehen, ferner mit zwei Ergänzungslagerstücken 2, die im Achslager an
gegenüberliegenden Seiten unterhalb der Hauptlagerschale angeordnet sind. Diese
Ergänzungslagerteile -sind entsprechend dem Achszapfen gekrümmt und zwischen zwei
nach abwärts reichenden Seitenteilen des
Achslagers einerseits und
dein Schmierbehälkl ter3 anderseits angeordnet. Flächen Ih mit (:inander entgegengesetzter
Neigung sind an den unteren Enden der Hauptlagerschale an,;-gebildet, von denen
die äußere geneigte Fläche gegen eine entsprechend geneigte Fläche der Seitenwange
des Achslagers anliegt, während die innere der beiden gegeneinander geneigten Flächen
gegen eine obere, in gleicher Weise geneigte Fläche an (-len zusätzlichen Lagerteilen
2 anliegt, welch letztere von unten her gegen die Hauptlagerschale angepreßt werden.
Wagerechte Rillen ii erstrecken sich über die ganze Länge der Seitenwangen des Achslaüers,
und senkrechtL-Kanäle iÄ-, münden in diese Rillen ein, und U-förmige Einstellbolzen
4.17 sind in diese Gruben und Kanäle eingelegt. Ohren 29 sind ,in der Außenseite
der Eingangslagerteile unten vorgesehen, und die Unterseite dieser Ohren wiederum
it geneigt, um Auflageflächen für Schraubenmuttern 41' zu ergeben, welch letztere
auf die nach unten reichenden Arme der Einstellbolzen 49 aufgeschraubt werden.
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Die Unterseiten der Ergänzungsteile des Lagers sind so bearbeitet
und ausgebildet, (laß sie Auflageflächefi 21' ergehen, welche sieh gegen Schultern
3d an dein Schrniermittelbehälter 3 stützen, und geneigte Flächen 2i an diesen
Lagerteilen erstrecken sich aufwärt-, anschließend an die Flächen 211, und legen
sich gegen gewölbte Flächen 31' an den kl Ecken der Seiten des Schmiermittelbehälters
3. Die Enden der Arme des Haltebolze"s4.'7 besitzen geringere Durchmesser
als die mittleren Teile und weisen ein Schraubengewinde auf, auf welches Muttern
471 auf -
geschraubt werden, die sich gegen die untere Seite der Ohren 2.q
an den E cken des Schmiermittelbehälters 3 anlegen. Diese Ohren
3f
und die Kanäle il* des Achslagers sind offen, so daß man die Haltebolzen
herausschwenken kann gegen die Innenseiten des Achslagers, wodurch die Entfernung
und das Wiedereinsetzen der ergänzenden Lagerteile und des Schmierbehälters ermöglicht
ist. wa#, von Zeit züi Zeit geschehen kann.
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Die Einzelteile dieser Ausführungsforni durch Aufschrauben von Schraubenmuttern
4i an ihrem Platze gehalten, welche auf den Teil kleineren Durchmessers des Haltebolzens
aufgeschraubt werden. Der Zug an diesem Haltebolzen bewirkt, daß der Schmiermittelbehälter
gegen die Fläche" 2h, 2i an den ergänzenden Lagerteilen angepreßt wird, welch letztere
wiederum vorher eingesetzt und durch Schraubenmuttern 411 ge-
sichert
wurden. Ein Druck nach oben gegen den Wellenzapfen und die Hauptlagerschakwird durch
Anziehen der Schratibenmutter:i oeichfalls ausgeübt und eine Keilwirkung zwischen
den gewöbIten Tragflächen 3e, am S S chmiermittelbehälter und den anliegenden Flächen:2t
an den ergänzenden Lagerteilen hervorgerufen, wodurch eine Spreizwirkung ti-z;elt
wird, die verhindert, daß sich die Seitenwangen des Achslagers urn den Zapfen zusammenziehen.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist in (Ion Abb,
7 bis 12 dargestellt, t' el weiche grundsätzlich mit dem bisher Beschriebenen
übereinstimmt und nur in Einzelheiten abweicht. Wie bei dem früher beschriebenen
Beispiel gemäß Abb. i bis 6 ist das Achslager i mit einer Hauptlagerschale
ill-und ergänzenden Lagerteilen 2 ausgerüstet, welch letztere unterhalb der Hauptlagerschale
an einander entgegengesetzt geneigten Flächen ill anliegen, welche außerdem in die
Seitenwangen des Achslagers eingreifen. Wagerechte schwalbenschwanzförrnige Rillen
i111 sind an den Innenseiten der Seitenwande des Achslagers ausgebildet und reichen
über die ganze Länge des Lagers und stehen mit senkrechten Kanälen in in Verbindung
die an den äußeren Enden der Seitenwangen des Lagers angebracht sind und
Z,
nur zur Aufnahme T-förmiger Haltebolzen -17,1
dienen. Ohren 21# sind
an der Außenseite der ergänzenden Lagerteile 2 vorgesehen. Die Unterfläche dieser
Ohren ist geneigt und ergibt eine Aufliegefläche für Schraubenmuttern 4111, durch
welche die ergänzenden Lagerteile an Ort -ehalten werden. Die Höhlungen z' el in
den Ohren an diesen Lagerteilen, durch welche die Bolzen 47# hindurchtreten, sind
geschlitzt, so daß man hierdurch nach Lösen der Schraubenmuttern die Bolzen einschieben
kann.
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Augen j11 sind unten an den vier Ecken des Schmiermittelsbehälters
3 vorgesehen und be-
sitzen Langlöcher 31', so daß der Schmierhehälter
senkrecht in Stellung gebracht werden kann, nachdem die ergänzenden Lagerteile und
die T-förrnigen Bolzen in ihre Lage gebracht wurden. Der Schmierbehälter paßt zwischen
geneigte Flächen io am unteren E, nde der Seitenwände des Achslagers und liegt an
diesem mit gewölbten Flächen 3i an; er wird durch Schraubenmuttern 4n in Stellung
gehalten, welche sich gegen geneigte Flächen -in der Unterseite der Augen YI1 anlegen.
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Eine Nachstellung bei Abnutzung der Lagerschale wird durch Abnahme
der notwendigen Materialmenge an dein oberen Teil der ergänzenden Lagerteile durch
Abfeilen o. rIgl. bewerkstelligt, worauf die Lagerschale nach oben gezogen
wird, derart, daß sie in Berührung mit der Hauptlagerschale gelangt. Dies geschieht
durch Anziehen der Schrauhenmuttern 4"' an den Haltebolzcn 4'#*.
In
der weiteren Ausführungsform gemäß Abb. 13 bis :2o sind die Hauptlagerschale
i`I, die ergänzenden La,-erteile 2, und der Schmiermittelbehälter 3 in dem
Achslager i in gleicher Lage angeordnet als in den früher beschriebenen Ausführungsformen.
jedoch sind an den Außenseiten der ergänzenden Lagerteile2 Aussparungen:2a ausgebildet,
um die Kopfstücke4c der Haltebolzen4 aufzurehmen. Flächen 2-b sind am Unterteil
dieser zusätzlichen Lagerstücke vorgesehen. Die gegenüberliegenden Teile der Wangen
des Achslagers weisen Bohrungen auf, wodurch Aussparungen e entstehen zur Aufnahme
von Zapfen 4-d, welche an den Kopfstücken der Haltebolzen 4 befestigt sind und sich
seitswärts nach außenerstrecken. Ferner sind an den unteren Enden der Seitenwangen
Aussparungen ig vorgesehen, die von zwei Flächen ie und if begrenzt werden; die
Fläche ic, besitzt in ihrem Verlauf von unten nach oben eine Neigung nach außen,
die obere Fläche if ist gleichfalls in ihrem Verlauf von innen nach außen nach oben
geneigt, besitzt jedoch einen größeren Neigungswinkel als die ersterwähnte Fläche.
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FührungsstÜcke 5 weisen an der Außenseite geneigte Flächen
auf, welche gleiche Neigung wie die Flächen ie besitzen, an denen sie anlielly n
sollen, und ferner Langlöcher 5a, durch kle welche die Haltebolzen.4 hindurchgeführt
werden. Diese Führungsstücke 5 werden nun an die Flächen ie, angelegt und
gegen doppelarmige Z-wischenstücke 6 gepreßt, deren einer Arm an der Fläche
if der Aussparung ill in der Seitenwange des Achslagers und deren anderer Arm an
der Fläche 2b des Zusatzlagerteils anliegt. Des weiteren liegt das FührungsstÜck
5 an einer Führungsfläche an, die an einem nach oben ragenden Vorsprung 711
eines zweiteiligen Verbindungsstückes 7 ausgebildet ist. Durch diese Köpfe
des zweiteiligen Verbindungsstückes 7 treten ,gleichfalls die Haltebolzen
4 hindurch, an denen Schraubenmuttern 46 aufgeschraubt sind, welche gegen die Unterseite
des Führungsstückes 5 gepreßt werden, sowie Schraubenmuttern4f, welche gegen
die Unterseite der Kopfstücke der Verbindungsstücke7 gepreßt werden. Anschläge
7 b sind an den Kopfstücken der Verbindungsstücke 7 vorgesehen, welche
sich gegen die Unterseite der Seitetrwange des Achslagers legen.
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Der Schmiermittelbehälter 3 weist gekrümmte Tragflächen3a an
seinen Ecken auf, die an geneigten Flächen 7e- an den Vorsprüngen 711 der Verbindungsstücki
7 anliegen; die Flächen 7e besitzen eine Neigung, die von oben nach
unten schräg nach innen gerichtet ist. Die beiden Endstücke der VerbindungsstÜcke
7 sind in gleicher Weise ausgebildet und lassen eine begrenzte Verstellung
gegenüber dem Schmiermittelbehälter zu, indem der eine Teil des Verbindungsstückes
einen Bolzen 711 enthält, der in eine Längsbohrung 7f
am anderen Teil des
Verbindungsstückes eingepaßt ist und sich in diesem frei verschieben kann. Die Verschiebung
des Schmiermittelbehälters nach oben ist durch Flanschen 3b
begrenzt, welche
an den Seiten des Schmiermittelbehälters vorgesehen sind und sich gegen die Schultern
2-c an den zusätzlichen Lagerteilen 2 anlegen.
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Wenn es notwendig wird, während des Betriebes die zusätzlichen Lagerteile
nach oben zu verschieben, beispielsweise nach entsprechender Abnutzung der Hauptlagerschale,
so wird zuerst eine entsprechende Menge Metall am oberen Ende der Lager 2 weggenommen.
Hierauf werden die Führungsstücke 5
durch Anziehen der Schraubenmuttern 4.#
nach oben verschoben, wobei sie gleichzeitig sich nach außen verschieben, indem
nämlich ihre geneigten Außenflächen an den geneigten Flächen der Aussparungen il'
in der Seitenwange des Achslagers gleiten; dies ist ohne weiteres möglich, da die
Löcher 5a# als Langlöcher ausgeführt sind und ferner die Verbindungsstücke
7 aus zwei Teilen zusammengesetzt sind, welche eine solche Verschiebung nach
außen und somit gleichsam Verbreiterung dieser Verbindungsstücke zulassen. jedes
Anheben der zusätzlichen Lagerteile in dieser Weise sowie der Führungsstücke muß
mit einem entsprechenden Anheben des Schmiermittelbehälters begleitet sein, und
die Anschläge 7 b müssen daher an ihrem oberen Ende abgefeilt und die Schraubenmuttern
4t nachgezogen werden, bis überall ein festes ,l#nliegen der Teile erzielt ist.
Das Ende der Aufwärtsbewegung ist erreicht, wenn die zusätzlichen La,-erteile wiederum
den Wellenzapfen berühren. Die Zwischenstücke 6
drehen sich hierbei um die
Anliegefläche des zugehörigen Armes an der Aussparung id in der Seitenwange des
Achslagers, und ihre abgerundeten Unterflächen gleiten hierbei auf der oberen Fläche
der Führungsstücke5, SO
daß sie gleichsam durch Hebelwirkung die zusätzlichen
La,-erteile -;> nach oben pressen.
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In Abb. 15 ist gestrichelt eingezeichnet die Lage der Lagerteile 2,
des Zwischenstückes 6,
des Führungsstückes 5, wenn nach Abnutzung eine
Nachstellung der Lagerteile 2 durchgeführt ist. Hieraus ist ersichtlich, daß am
oberen Kopfende der Lagerteile :2 entsprechendes Material weggenommen werden mußte,
so daß eine Art Einkerbung entstand, in welche der Vorsprung an der Seitenwange
des Lagers i in der nachgestellten Lage des Lagerteiles:2 nunmehr eingreift.