DE4419163A1 - Drehbearbeitungseinrichtung zum Erzeugen nicht-rotationssymmetrischer Konturen an rotierenden Werkstücken - Google Patents
Drehbearbeitungseinrichtung zum Erzeugen nicht-rotationssymmetrischer Konturen an rotierenden WerkstückenInfo
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- B23B29/04—Tool holders for a single cutting tool
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Description
Die Erfindung betrifft eine Drehbearbeitungseinrichtung zum
Erzeugen nicht-rotationssymmetrischer Konturen an rotierenden
Werkstücken, insbesondere eine Einrichtung zum sogenannten
Unrunddrehen, und zwar vorzugsweise derartige Einrichtungen
als Bestandteile von Drehmaschinen.
Das sogenannte Unrunddrehen wird z. B. bei der Herstellung
von Kolben für Hubkolben-Verbrennungsmotoren, aber auch bei
der Herstellung von Werkzeugen in Form von Formfräsern und
Formsenkern angewandt. Bei einem Kolben wird dessen Mantel
fläche durch Unrunddrehen so bearbeitet, daß der Außenumfang
des Kolbens im Querschnitt z. B. elliptisch und im Längs
schnitt z. B. ballig ist. Bei den genannten Werkzeugen wird
die sogenannte Freifläche gegebenenfalls radial, axial und
schräg hinterdreht.
Lange Zeit wurden solche unrunden Querschnitte auf Dreh
maschinen mit Hilfe von Kopiernocken erzeugt, die einen
Werkzeugträgerschlitten in oszillierende Bewegung versetzen.
Neuerdings ist es aber möglich, eine bezüglich der Drehachse
des zu bearbeitenden, rotierenden Werkstücks radiale,
oszillierende Bewegung einer Werkzeugschneide mit einer als
sogenannter Direktantrieb ausgebildeten Werkzeugantriebs
vorrichtung zu erzeugen; dies wurde durch die moderne
Steuerungstechnik bei Werkzeugmaschinen in Verbindung
mit der hohen Regeldynamik und dem beachtlichen Beschleu
nigungsvermögen der jetzt verfügbaren Servo-Direktantriebe
ermöglicht. Dabei entfällt die kostspielige Herstellung von
Kopiernocken, und man kann mit größter Flexibilität viel
fältige unrunde Querschnitte erzeugen.
Ein Beispiel für einen solchen Direktantrieb in Form eines
Linearmotors läßt sich der EP-A-0 479 025 entnehmen. Bei der
sich aus dieser Druckschrift ergebenden bekannten Maschine
ist der ein Werkzeug unmittelbar antreibende Linearmotor auf
einem Werkzeugträgerschlitten angeordnet, der in Richtung der
sogenannten Z- und X-Achsen der Werkzeugmaschine verschiebbar
ist und so gesteuert wird, daß seine Bahn der herzustellenden
Außen- oder Innenkontur des Werkstücks (im Längsschnitt durch
das Werkstück) entspricht, während mit dem Linearmotor nur
die kleinen Veränderungen des Werkstückradius erzeugt werden.
Es ist aber auch schon ein rotatorischer Direktantrieb für
Werkzeuge zum Erzeugen unrunder und/oder balliger Konturen
durch Drehbearbeitung von Werkstücken bekannt (EP-A-0 578 977)
Bei dieser bekannten Drehbearbeitungseinrichtung ist auf einem
in Richtung der Z-Achse, d. h. in Richtung der Werkstück
spindelachse, verschiebbaren Maschinenschlitten, ein in
Richtung der X-Achse, d. h. senkrecht zur Z-Achse, verschieb
barer Werkzeugträgerschlitten geführt, auf dem ein Drehstrom-
Servomotor so angebracht ist, daß seine auf dem Werkzeug
trägerschlitten aufrechtstehende Motorwelle parallel zur
Werkstückspindelachse verläuft. An dem vom Werkzeugträger
schlitten abgewandten Ende der Motorwelle ist ein Werkzeug
halter fest angebracht, der die Gestalt eines geraden, sich
bezüglich der Motorwelle radial erstreckenden Hebelarms
besitzt und an seinen beiden seitlichen Flanken mit
Werkzeugschneiden bestückt ist, mit deren Hilfe der Umfang
eines von der Werkstückspindel gehaltenen Werkstücks (z. B.
in Form eines Kolbens) bearbeitet werden soll.
Ein rotatorischer Direktantrieb für das Werkzeug bietet
gegenüber einem linearen Direktantrieb, wie ihn die vor
stehend erwähnte EP-A-0 479 025 zeigt, den wesentlichen
Vorteil, daß sich durch die Wahl der Länge des vom Werkzeug
halter gebildeten Hebelarms sowie dessen Winkelstellung (bei
Oszillationshub Null) bezüglich der Werkstückspindelachse
gewisse Betriebsparameter verändern und an den Bearbei
tungsvorgang anpassen lassen, so z. B. die zwischen
Werkzeugschneide und Werkzeug in bezüglich der Werkstück
spindelachse radialer Richtung wirkende Kraft und die bei
oszillierendem Werkzeug in dieser Richtung auftretende
Geschwindigkeit der Werkzeugschneide.
Der Erfindung lag nun die Aufgabe zugrunde, eine einen
rotatorischen Direktantrieb für das Werkzeug aufweisende
Drehbearbeitungseinrichtung der Art, wie sie vorstehend
beschrieben wurde, so zu verbessern, daß sie vielfältigere
Bearbeitungsvorgänge erlaubt.
Die Erfindung geht also aus von einer Drehbearbeitungs
einrichtung zum Erzeugen nicht-rotationssymmetrischer
Konturen an rotierenden Werkstücken, die aufweist eine
drehantreibbare Werkstückspindel zum Halten eines zu
bearbeitenden Werkstücks, wobei die Werkstückspindelachse
eine Z-Achse definiert, welche zusammen mit einer senkrecht
zur Z-Achse verlaufenden und letztere schneidenden X-Achse
eine Zerspanungsebene definiert, einen in Richtung der
Z-Achse und in Richtung der X-Achse verschiebbar geführten
Werkzeugträgerschlitten, welcher eine elektromotorische
Werkzeugantriebsvorrichtung mit einer mittels eines Motors
in beiden Drehrichtungen drehwinkelmäßig gesteuert
verdrehbaren Werkzeugträgerwelle trägt, und einen mit
letzterer bezüglich der Werkzeugträgerwellenachse drehfest
verbindbaren Werkzeughalter zum Halten mindestens einer
Werkzeugschneide in radialem Abstand von der Werkzeug
trägerwellenachse.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird eine solche Drehbe
arbeitungseinrichtung erfindungsgemäß so ausgebildet, daß die
Werkzeugträgerwellenachse nicht parallel, sondern vielmehr
quer zur Zerspanungsebene verläuft.
Während bei der bekannten Drehbearbeitungseinrichtung mit
rotatorischem Direktantrieb für das Werkzeug alle von diesem
rotatorischen Direktantrieb bewirkten Bewegungen der
Werkzeugschneide bzw. der Werkzeugschneiden in einer Ebene
erfolgen, die senkrecht zur Werkzeugspindelachse verläuft,
ermöglicht die erfindungsgemäße Drehbearbeitungseinrichtung
auch durch den rotatorischen Direktantrieb bewirkte
Bewegungen der Werkzeugschneide, die zumindest eine in
Richtung der Z-Achse, d. h. der Werkstückspindelachse
verlaufende Bewegungskomponente aufweisen. Deshalb lassen
sich mit der erfindungsgemäßen Drehbearbeitungseinrichtung
auch axiale oder schräge Unrundheiten herstellen; so kann
z. B. eine quer zur Werkstückspindelachse orientierte
Stirnfläche des zu bearbeitenden Werkstücks mit einer
wellenlinienförmigen Kontur versehen werden, und das gleiche
gilt für Flächen, die schräg zur Rotationsachse des Werk
stücks orientiert sind. Die erfindungsgemäße Drehbearbei
tungseinrichtung erlaubt sogar ein sogenanntes orthogonales
Drehen, z. B. das Bearbeiten einer Umfangsfläche und einer
Stirnseite eines Werkstücks mit einem einzigen Diamant
werkzeug, welches es erfordert, daß es stets senkrecht zu der
herzustellenden Kontur geführt wird.
Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß die Werkzeugträger
wellenachse nicht unbedingt exakt senkrecht zur Zerspanungs
ebene verlaufen muß, obwohl Ausführungsformen mit senkrecht
auf der Zerspanungsebene stehender Werkzeugträgerwellenachse
bevorzugt werden; die Werkzeugträgerwellenachse kann vielmehr
mit dem Lot auf die Zerspanungsebene auch einen verhältnis
mäßig kleinen spitzen Winkel von insbesondere bis 20° bilden,
ohne daß die vorstehend geschilderten Vorteile der
erfindungsgemäßen Drehbearbeitungseinrichtung verlorengehen.
Grundsätzlich könnte der Werkzeugträger jede beliebige
Gestalt haben, solange er nur die Forderung erfüllt, daß er
eine Werkzeugschneide so in radialem Abstand von der Werk
zeugträgerwellenachse halten kann, daß diese Werkzeugschneide
an dem zu bearbeitenden Werkstück zum Einsatz gebracht werden
kann. Aus vielerlei Gründen, vor allem aber im Hinblick auf
möglichst vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten bei gleich
zeitiger Minimierung des Massenträgheitsmoments der bei
oszillierender Werkzeugschneide zu bewegenden Teile, werden
aber Ausführungsformen bevorzugt, bei denen der Werkzeug
halter einen sich von der Werkzeugträgerwelle wegerstreckenden
Hebelarm bildet.
Um das Risiko einer Kollision der Werkzeugantriebsvorrichtung
mit dem zu bearbeitenden Werkstück und/oder der letzteres
haltenden Werkstückspindel und/oder einer bei der Drehbe
arbeitung zum Einsatz gebrachten Pinole oder dergleichen
möglichst klein zu halten oder ganz auszuschalten, wird für
einen hebelarmartigen Werkzeughalter des weiteren vorge
schlagen, den letzteren so auszubilden, daß der Hebelarm
derart abgewinkelt ist, daß er sich zunächst mit einem ersten
Hebelarmschenkel quer zur Werkzeugträgerwellenachse und dann
mit einem zweiten Hebelarmschenkel quer zum ersten Schenkel
von einem der Zerspanungsebene zugekehrten Ende der
Werkzeugträgerwelle wegerstreckt, wobei das freie Ende des
zweiten Hebelarmschenkels die Werkzeugschneide trägt.
Bei vorgegebener Unrundheit ist die maximal zulässige Dreh
zahl des Werkstücks abhängig von der maximalen Beschleunigung,
die sich mit dem rotatorischen Direktantrieb an der Werkzeug
schneide herbeiführen läßt. In diesem Zusammenhang muß man
sich vor Augen halten, daß die Kraft bzw. das Drehmoment des
Motors der Werkzeugantriebsvorrichtung zum Teil für die
Massenbeschleunigung der bewegten Teile, wie Rotor des
Motors, Werkzeughalter, Drehwinkelmeßsystem und dergleichen
benötigt wird, zum anderen Teil zur Überwindung von
Reibungskräften und für die Abstützung der Werkzeugschneide
gegenüber dem zu bearbeitenden Werkstück, d. h. für die bei
der zerspanenden Bearbeitung an der Werkzeugschneide
angreifende sogenannte Passivkraft. Für das Folgende soll nun
als Neutralstellung der Werkzeugträgerwelle für einen
bestimmten Bearbeitungsvorgang deren Drehwinkelstellung
definiert werden, in der die Werkzeugschneide gegen das zu
bearbeitende Werkstück anliegt, wenn der Oszillationshub Null
ist. Da die vorstehend erläuterte sogenannte Passivkraft nur
in einer Richtung wirkt und somit nur durch das an der Werk
zeugträgerwelle in einer Drehrichtung anliegende Drehmoment
der Werkzeugantriebsvorrichtung kompensiert werden muß, kann
durch Anlegen eines in der Neutralstellung der Werkzeug
trägerwelle wirkenden geeigneten Drehmoments an die Werkzeug
trägerwelle der für das Kompensieren der Passivkraft sonst
ungenutzte Teil des maximalen Drehmoments der Werkzeugan
triebsvorrichtung für die Kompensation der Passivkraft und
damit für deren Erhöhung nutzbar gemacht und so die maximal
zulässige Passivkraft bis zum doppelten Wert erhöht werden,
weshalb man bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Einrichtung zum Einstellen drehwinkel
mäßig unterschiedlicher Neutralstellungen der Werkzeugträger
welle, denen durch die Werkzeugantriebsvorrichtung oszilla
torische Drehbewegungen der Werkzeugträgerwelle überlagert
werden, eine Drehmomenterzeugungsvorrichtung zur Erzeugung
eines an der Werkzeugträgerwelle wirkenden Drehmoments vor
sieht.
Bei bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Einrichtung besitzt die Werkzeugantriebsvorrichtung einen
hochdynamischen Servomotor, dessen Motorwelle unmittelbar die
Werkzeugträgerwelle bildet, um so das Massenträgheitsmoment
der zu bewegenden Teile möglichst klein zu halten.
Um nun drehwinkelmäßig unterschiedliche Neutralstellungen der
Werkzeugträgerwelle möglichst einfach herbeiführen zu können,
empfiehlt es sich, bei solchen Ausführungsformen eine solche
Drehmomenterzeugungsvorrichtung einzusetzen, die ein wahl
weise in der einen oder der anderen Motorwellendrehrichtung
wirkendes und an der Motorwelle anliegendes Drehmoment er
zeugt. Besonders einfach wird eine solche Konstruktion dann,
wenn zur Erzeugung dieses Drehmoments eine einerseits an der
Motorwelle und andererseits an einer schaltbaren Bremse bzw.
Feststellvorrichtung angreifende Drehfeder verwendet wird; an
die Stelle der Bremse kann aber auch ein zweiter Motor, vor
zugsweise ein Getriebemotor, treten, der bei sich verändern
den Drehwinkelstellungen der Werkzeugträgerwelle das Dreh
moment der Drehfeder konstant hält, indem er quasi im Nach
führbetrieb der Werkzeugträgerwelle folgt.
Die Werkzeugträgerwelle kann nicht nur mit einem einzigen
hebelarmigen Werkzeughalter versehen werden, sondern zwei
oder eine noch größere Anzahl solcher hebelarmiger Werkzeug
halter tragen, so daß die erfindungsgemäße Einrichtung auch
so ausgebildet werden kann, daß die Werkzeugträgerwelle mit
ihren verschiedenen Werkzeughaltern eine Art Werkzeugrevolver
bildet, dessen Schaltbewegungen (für einen nacheinander
erfolgenden Einsatz verschiedener Werkzeuge) ebenfalls durch
Verdrehen der Werkzeugträgerwelle mittels der Werkzeug
antriebsvorrichtung zustande gebracht werden.
Wie bereits erwähnt, bietet die Verwendung eines hebelarmigen
Werkzeughalters die Möglichkeit, die erfindungsgemäße Ein
richtung auf einfache Weise an gewünschte Betriebsparameter,
wie die maximal zulässige Passivkraft, maximale Beschleunigung
der Werkzeugschneide, maximale Geschwindigkeit der Werkzeug
schneide im Rahmen ihrer oszillierenden Bewegung etc., anzu
passen, wobei sich - bezogen auf die Werkzeugträgerwellen
achse - eine optimale radiale Hebelarmlänge des Werkzeug
trägers dann ergibt, wenn diese Hebelarmlänge zumindest
ungefähr gleich dem Wert L ist, der sich ergibt aus
wobei J, b und M folgende Bedeutungen haben:
J = Massenträgheitsmoment der bewegten Teile der Werkzeugantriebsvorrichtung samt Werkzeughalter;
b = für einen bestimmten Bearbeitungsvorgang zu fordernde maximale Beschleunigung der Werkzeugschneide, und
M = maximales Drehmoment der Werkzeugantriebsvorrichtung an der Werkzeugträgerwelle.
J = Massenträgheitsmoment der bewegten Teile der Werkzeugantriebsvorrichtung samt Werkzeughalter;
b = für einen bestimmten Bearbeitungsvorgang zu fordernde maximale Beschleunigung der Werkzeugschneide, und
M = maximales Drehmoment der Werkzeugantriebsvorrichtung an der Werkzeugträgerwelle.
Mit dieser Hebelarmlänge beträgt die zulässige maximale
Passivkraft
allerdings hier inklusive der zu überwindenden Reibungskräfte
(die Leistung der elektromotorischen Werkzeugantriebsvor
richtung dient je zur Hälfte der Beschleunigung bzw. der Auf
nahme der Passivkraft und der Überwindung der Reibungskräfte).
Größere oder kleinere Hebelarmlängen würden nur kleinere
Passivkräfte zulassen.
Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus den beigefügten Ansprüchen und/oder aus der
nachfolgenden Beschreibung sowie der beigefügten zeich
nerischen Darstellung einiger besonders vorteilhafter
Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Drehbearbeitungs
einrichtung; in der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine teilweise in Stirnansicht (in Richtung der
Werkstückspindelachse gesehen) und teilweise im
Schnitt senkrecht zur Werkstückspindelachse
dargestellte Drehmaschine, die mit einer ersten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Drehbearbeitungseinrichtung versehen ist;
Fig. 2 eine Stirnansicht der Werkstückspindel und eines von
dieser gehaltenen Werkstücks (in Richtung der
Spindelachse gesehen) sowie eines oberen Teils der
Werkzeugantriebsvorrichtung samt Werkzeughalter und
Werkzeugschneide, wobei die Werkzeugantriebsvor
richtung und der Werkzeughalter teilweise im Schnitt
dargestellt wurden;
Fig. 3 die in Fig. 2 gezeigten Teile, gesehen in Richtung
des Pfeils A aus Fig. 2;
Fig. 4 die in den Fig. 2 und 3 gezeigten Teile, gesehen
in Richtung des Pfeils B in Fig. 3;
Fig. 5 einen axialen Schnitt durch die Werkzeugantriebsvor
richtung, einen Teil des Werkzeughalters und einen
Teil des die Werkzeugantriebsvorrichtung tragenden
Werkzeugträgerschlittens (X-Schlitten) der in Fig. 1
dargestellten Drehmaschine, wobei die Schnittebene
parallel zur Zeichnungsebene der Fig. 1 verläuft;
Fig. 6 eine der Fig. 4 entsprechende Darstellung einer
zweiten Ausführungsform, bei der die Werkzeugträger
welle mit zwei Werkzeughaltern versehen ist, um an
einem in Fig. 6 teilweise im Schnitt dargestellten
Werkstück eine Innenbearbeitung vorzunehmen;
Fig. 7 eine der Fig. 4 entsprechende Darstellung einer
dritten Ausführungsform, bei der die Werkzeugträger
welle gleichfalls mit zwei Werkzeughaltern versehen
ist, wobei die Drehmaschine jedoch zwei koaxial
zueinander angeordnete und einander gegenüberliegende
Werkstückspindeln besitzt, deren jede ein Werkstück
hält, das mit den Werkzeugschneiden der beiden Werk
zeughalter bearbeitet werden kann - die Fig. 7 zeigt
den Fall einer Außenbearbeitung beider Werkstücke;
Fig. 8 dieselbe Ausführungsform wie in Fig. 7, jedoch für
den Fall einer Innenbearbeitung;
Fig. 9 die Ausführungsform nach den Fig. 7 und 8, jedoch
für den Fall einer stirnseitigen Bearbeitung eines
Werkstücks;
Fig. 10 dieselbe Ausführungsform wie in den Fig. 7 bis 9,
jedoch für den Fall der Herstellung einer zur
Rotationsachse des Werkstücks schräg verlaufenden
Fläche;
Fig. 11 ein Diagramm zur Erläuterung der Optimierung der
radialen Hebelarmlänge des Werkzeugträgers, und
Fig. 12 ein Diagramm zur Erläuterung der Vorteile, die mit
der Möglichkeit einer Einstellung des Arbeitspunktes
der Werkzeugträgerwelle verbunden sind.
Die Fig. 1 zeigt eine als Ganzes mit 10 bezeichnete Dreh
maschine mit einem Maschinenfundament 12, welches ein
stationäres Schlittenbett 14 trägt, das sich in Richtung der
Z-Achse der Drehmaschine, welche gleichzeitig eine Werkstück
spindelachse 16 ist, d. h. senkrecht zur Zeichnungsebene der
Fig. 1, erstreckt. Das Maschinenfundament 12 trägt außerdem
einen stationären Spindelkasten oder Spindelstock 18, in dem
eine Werkstückspindel 20 (siehe auch die Fig. 2 bis 4) um
die Spindelachse 16 drehbar gelagert ist. Zu dieser Werk
stückspindel gehört ein nicht näher bezeichnetes Spannfutter
zum Einspannen von zu bearbeitenden Werkstücken.
Auf dem Schlittenbett 14 ist ein erster Bettschlitten 22 in
Richtung der Z-Achse verschiebbar geführt, an diesem
Bettschlitten ist ein erster Werkzeugträgerschlitten 24 in
Richtung senkrecht zur Z-Achse verschiebbar geführt, und
dieser Werkzeugträgerschlitten trägt einen Werkzeugrevolver
26 mit einer parallel zur Z-Achse verlaufenden Schaltachse
28, wobei Werkzeuge dieses Werkzeugrevolvers nicht darge
stellt wurden, weil die vorliegende Erfindung sich nicht mit
der Ausgestaltung der Elemente 22, 24 und 26 der Drehmaschine
befaßt.
Am Schlittenbett 14 ist des weiteren ein hängender, zweiter
Bettschlitten 30 in Richtung der Z-Achse verschiebbar geführt
und gehalten, an dem ein zweiter Werkzeugträgerschlitten 32
in einer zur Z-Achse senkrechten Richtung verschiebbar
geführt und gehalten ist. Die Verschieberichtung des zweiten
Werkzeugträgerschlittens 32 definiert für die vorliegende
Erfindung die Richtung einer X-Achse, was in Fig. 1 durch den
Doppelpfeil x angedeutet wurde. Die Unterseite des Bett
schlittens 30 trägt eine Antriebsvorrichtung 34 für den
Werkzeugträgerschlitten 32, die eine Kugelrollspindel 36
aufweist, die sich in Richtung der X-Achse erstreckt und auf
der eine am Werkzeugträgerschlitten 32 befestigte Mutter 38
läuft, um so diesen Werkzeugträgerschlitten in Richtung der
X-Achse verschieben zu können, und zwar unter der Kontrolle
einer nicht dargestellten Steuerung der Drehmaschine 10.
Soweit bisher beschrieben, ist die Drehmaschine 10 Stand der
Technik, so daß erst im folgenden Merkmale und besondere
Vorteile der vorliegenden Erfindung beschrieben werden.
Auf dem Werkzeugträgerschlitten 32 ist eine Werkzeugantriebs
vorrichtung 42 befestigt, welche einen hochdynamischen Motor
enthält, dessen Welle eine Werkzeugträgerwelle 44 bildet; die
Achse dieser Werkzeugträgerwelle wurde mit 44a bezeichnet.
Am gemäß Fig. 1 oberen, d. h. der Werkstückspindelachse 16
zugewandten Ende der Werkzeugträgerwelle 44 ist ein Werkzeug
halter 46 fest angebracht. Details der Werkzeugantriebs
vorrichtung 42 und des Werkzeughalters 46 sollen anhand der
Fig. 2 bis 5 beschrieben werden.
In die Fig. 2 wurde die für eine Werkstückbearbeitung mit
Hilfe einer vom Werkzeughalter 46 getragenen Werkzeugschneide
geltende sogenannte Zerspanungsebene eingezeichnet und dort
mit 47 bezeichnet; die Zerspanungsebene 47 verläuft senkrecht
zur Zeichnungsebene der Fig. 2 und wird definiert durch die
Spindelachse 16 bzw. die Z-Achse und die Richtung der
X-Achse, welche in Fig. 2 wiederum durch den Doppelpfeil x
angedeutet wurde.
In den Fig. 2 und 3 wurden nur ein oberer Teilbereich des
Motors 48 der Werkzeugantriebsvorrichtung 42 und der obere
Endbereich der Motorwelle, nämlich der Werkzeugträgerwelle
44, dargestellt. Der Werkzeughalter 46 hat, wie insbesondere
die Fig. 3 erkennen läßt, die Gestalt eines vorzugsweise
ungefähr rechtwinklig abgewinkelten Hebelarms mit einem
ersten Hebelarmschenkel 46a und einem zweiten Hebelarm
schenkel 46b. An dem der Spindelachse 16 zugewandten Ende des
Schenkels 46a ist eine Hülse 46c befestigt, die spielfrei auf
die Werkzeugträgerwelle 44 paßt und durch nicht dargestellte
Mittel, z. B. mit Hilfe einer Schraube oder dergleichen, in
frei wählbaren Drehwinkelpositionen auf der Werkzeugträger
welle 44 befestigt werden kann. Am freien Ende des Schenkels
46b ist eine Werkzeugschneide 50 befestigt. Ein von der
Werkstückspindel 20 gehaltenes und bereits teilweise
bearbeitetes Werkstück wurde schließlich mit 52 bezeichnet.
Wie die Fig. 5 zeigt, ist die von der Motorwelle des Motors
48 der Werkzeugantriebsvorrichtung 42 gebildete
Werkzeugträgerwelle 44 als Hohlwelle ausgebildet und nimmt
eine Drehstabfeder 60 auf, deren gemäß Fig. 5 oberes Ende mit
der Werkzeugträgerwelle 44 fest verbunden ist, so daß die
übrigen Bereiche der Drehstabfeder 60 innerhalb der und
relativ zur Werkzeugträgerwelle 44 tordiert werden können.
Das untere Ende der Drehstabfeder 60 ragt aus der
Werkzeugträgerwelle 44 heraus und trägt eine mit ihm fest
verbundene Bremsscheibe 62, die zusammen mit dem unteren
Endbereich der Drehstabfeder 60 in einer nach oben offenen
Aussparung 64 des Werkzeugträgerschlittens 32 angeordnet ist
und der mit dem Werkzeugträgerschlitten 32 fest verbundene
Blockiermittel 66 zugeordnet sind, die durch die nicht
dargestellte Steuerung der Drehmaschine aktiviert und
deaktiviert werden können. Bei den Blockiermitteln 66 kann es
sich z. B. um eine elektromagnetisch betätigte Bremse
handeln, die es ermöglicht, die Bremsscheibe 62 in jeder
gewünschten Drehwinkelstellung festzuhalten. Es ist also
möglich, bei abgeschaltetem Motor 48 jede beliebige
Drehwinkelstellung der Werkzeugträgerwelle 44 einzustellen,
in die die Werkzeugträgerwelle 44 samt spannungsfreier
Drehstabfeder 60 gedreht wird, und zwar solange die
Blockiermittel 66 deaktiviert sind, worauf die Blockiermittel
66 aktiviert werden und so das untere Ende der Drehstabfeder
60 festhalten. Daraufhin kann die Werkzeugträgerwelle 44 mit
Hilfe des Motors 48 verdreht werden, wobei die Drehstabfeder
60 in eine Arbeitspunktstellung verdreht und tordiert wird
und so ein Rückstellmoment auf die Werkzeugträgerwelle 44
ausübt, so daß es z. B. möglich ist, mit Hilfe des Motors 48
die Werkzeugträgerwelle 44 um diese Neutralstellung
oszillieren zu lassen.
An die Stelle der Bremsscheibe 62 und der Blockiermittel 66
kann aber auch ein zweiter Motor, insbesondere ein Getriebe
motor, treten, der unmittelbar an der Drehstabfeder 60 an
greift und mit dem sich entsprechende Festhaltepositionen
anfahren lassen.
Die erfindungsgemäße Einrichtung ermöglicht es deshalb, mit
Hilfe der Werkzeugschneide 50 anstelle der in Fig. 2 gezeig
ten kreiszylindrischen Umfangsfläche 52a des Werkstücks 52
eine unrunde Umfangsfläche zu erzeugen, z. B. eine im Quer
schnitt ovale Umfangsfläche, indem die Werkzeugträgerwelle 44
samt Werkzeughalter 46 um die Werkzeugträgerwellenachse 44a
entsprechend oszillierend verdreht und dabei der Bettschlitten
30 in Richtung der Z-Achse, d. h. der Spindelachse 16, ver
schoben wird. Da sich die Unrundheiten in aller Regel über
einen nur sehr kleinen Bereich von Durchmesserschwankungen
erstrecken, ist es vernachlässigbar, daß die hin- und
herschwingende, bearbeitungswirksame Schneidkante oder
Schneidspitze der Werkzeugschneide 50 ein Kreisbogensegment
statt einer geraden Strecke durchläuft.
Wie aufgrund der folgenden Beschreibung noch verständlich
werden wird, könnte mit der Werkzeugschneide 50 aber auch die
vordere Stirnfläche 52b des Werkstücks 52 so bearbeitet
werden, daß sie eine nicht-rotationssymmetrische Kontur
aufweist; hierzu wäre es nur erforderlich, durch ent
sprechendes Verschieben des Bettschlittens 30 in Richtung der
Z-Achse und des Werkzeugträgerschlittens 32 in Richtung der
X-Achse die Werkzeugträgerwellenachse 44a in eine geeignete
Position bezüglich der Spindelachse 16 zu bringen und
entweder den Werkzeughalter 46 in einer anderen, geeigneten
Drehwinkelstellung an der Werkzeugträgerwelle 44 zu
befestigen oder eine andere geeignete Neutral- bzw.
Arbeitspunktstellung der Werkzeugträgerwelle 44 einzustellen.
Die Fig. 6 bis 10 sollen im folgenden nur noch kurz
erläutert werden, da die Funktion der in diesen Figuren
gezeigten Modifikationen aufgrund der vorhergehenden
Erläuterungen und der Fig. 6 bis 10 ohne weiteres
verständlich ist.
Die Fig. 6 zeigt den Fall der Innenbearbeitung eines um die
Spindelachse 16 rotierenden Werkstücks 100 mittels zweier
Werkzeughalter 102 und 104, die auf der Werkzeugträgerwelle
44 angebracht sind.
Die Fig. 7 und 8 zeigen zwei einander gegenüberliegende
und zu einer Spindelachse 16 koaxiale Werkstückspindeln 106
und 108, deren jede ein zu bearbeitendes Werkstück 110 bzw.
112 hält. Auch in diesem Fall sind auf der Werkzeugträger
welle 44 zwei Werkzeughalter 114 und 116 befestigt, bei denen
es sich um Werkzeughalter in der Form gestreckter Hebelarme
handeln kann, die sich beide ungefähr längs einer gemeinsamen
Geraden erstrecken können und mit deren Hilfe sowie durch
entsprechendes Verschieben des Bettschlittens 30 in Richtung
der Z-Achse im Falle der Fig. 7 Außenbearbeitungen an den
beiden Werkstücken 110 und 112 durchgeführt werden können.
Hingegen zeigt die Fig. 8 eine entsprechende Variante für den
Fall der Innenbearbeitung zweier Werkstücke 110′ und 112′,
die von Werkstückspindeln 106′ und 108′ gehalten werden.
Die Fig. 9 und 10 zeigen dieselbe Drehbearbeitungs
einrichtung wie die Fig. 7 und 8, jedoch mit anderen
Positionen der Werkzeugträgerwellenachse 44a und anderen
Neutralstellungen der Werkzeugträgerwelle 44 als in den
Fig. 7 und 8, wobei die Fig. 9 den Fall der Bearbeitung
einer vorderen Stirnfläche 120b eines Werkstücks 120 und die
Fig. 10 den Fall des Erzeugens einer nicht-rotations
symmetrischen Schrägfläche 122c an einem Werkstück 122
darstellen soll.
In Fig. 4 wurde die wirksame radiale Hebelarmlänge L des
Werkzeugträgers 46 mit einem Doppelpfeil angedeutet; die
Länge L ist der radiale Abstand des für den Bearbeitungs
vorgang wirksamen Punkts der Werkzeugschneide 50 von der
Werkzeugträgerwellenachse 44a. Wie bereits erläutert wurde,
ergibt sich für jede für einen bestimmten Bearbeitungsvorgang
zu fordernde maximale Beschleunigung der Werkzeugschneide ein
optimaler Wert für das Maß L, welcher zur größten, für diesen
Bearbeitungsvorgang zulässigen Passivkraft führt. Dies ergibt
sich aus dem in Fig. 11 wiedergegebenen Diagramm, dessen
Abszisse verschiedene Werte des Maßes L und dessen Ordinate
verschiedene Werte der Passivkraft P sein sollen. Die fünf in
Fig. 11 mit ausgezogenen Linien dargestellten Kurven sind
fünf Werten der erwähnten Beschleunigung zugeordnet, nämlich
den Beschleunigungswerten 20 m/s², 50 m/s², 100 m/s²,
150 m/s² und 200 m/s². Diese fünf Kurven lassen klar
erkennen, daß es für jeden Beschleunigungswert einen Wert für
das Maß L gibt, welcher die höchste Passivkraft P erlaubt,
daß der Wert L jedoch nicht ganz genau eingehalten werden
muß, weil die Kurvenmaxima mehr oder minder flach verlaufen.
In dem in Fig. 12 dargestellten Diagramm ist der zeitliche
Verlauf des vom Motor 48 während des Drehens einer ovalen
Werkstückumfangsfläche aufzubringenden Drehmoments dar
gestellt, und zwar mit der Zeit t als Abszisse und dem
Motordrehmoment Md als Ordinate. In das Diagramm sind zwei
Kurven A und B eingezeichnet, die zwei Fälle mit unterschied
lichen Neutralstellungen der Werkzeugträgerwelle 44 der
Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 5 repräsentieren, und
zwar im Leerlauf, d. h. ohne daß die Werkzeugschneide 50 auch
tatsächlich arbeitet. Die Kurve A zeigt den Verlauf des
Motordrehmoments Md für den Fall, daß die Neutralstellung der
Werkzeugträgerwelle so gewählt wurde, daß die Drehstabfeder 60
bei Oszillationshub Null torsionsspannungsfrei ist. In
diesem Fall steht für die Aufnahme der Passivkraft, die ja
immer nur in einer Richtung wirkt, nur der Bereich zwischen
den Maxima (obere Höchst- punkte) der Kurve A und dem in
diese Richtung wirkenden maximalen Motordrehmoment + Md max
zur Verfügung, während der Bereich zwischen dem Minimum
(tiefster Punkt) der Kurve A und dem in der anderen
Drehrichtung zur Verfügung stehenden maximalen
Motordrehmoment - Md max für die Aufnahme der Passivkraft
ungenutzt bleibt. Verlagert man aber die Neutralstellung der
Werkzeugträgerwelle 44 (Drehwinkelstellung bei
Oszillationshub Null) um einen solchen Drehwinkel und in
einer solchen Drehrichtung, daß sich infolge einer
entsprechenden Torsionsvorspannung der Drehstabfeder 60 die
Kurve B ergibt, steht für die Aufnahme der Passivkraft das
gesamte maximale Motordrehmoment + Md max zur Verfügung.
Infolge der insbesondere in Fig. 2 erkennbaren Orientierung
des rotatorischen Direktantriebs, d. h. der Werkzeugantriebs
vorrichtung 42, mit zur Zerspanungsebene 46 senkrechter
Drehachse (Werkzeugträgerwellenachse 44a) ist nur ein
Schwenken der Werkzeugträgerwelle 44 in eine geeignete Dreh
winkellage erforderlich, gegebenenfalls verbunden mit der
erforderlichen Verschiebung des die Werkzeugantriebsvor
richtung 42 tragenden Werkzeugträgerschlittens 32 in Richtung
der Z-Achse und der X-Achse, um vielerlei unterschiedliche
Bearbeitungsvorgänge vornehmen zu können.
Die Ausbildung des Werkzeughalters nach Art eines Hebelarms
bietet auf einfache Weise die Möglichkeit, die erfindungs
gemäße Drehbearbeitungseinrichtung hinsichtlich Passivkraft,
erforderlicher Werkzeugbeschleunigung (die von der Werkstück
spindeldrehzahl und der zu erzeugenden Werkstückkontur
abhängig ist), gewünschter Werkzeuggeschwindigkeit etc. an
die Erfordernisse des durchzuführenden Bearbeitungsvorganges
anzupassen, ohne die Vorteile des Direktantriebes ganz oder
teilweise zu verlieren. Im Vergleich zu einem linearen
Direktantrieb, wie ihn beispielsweise die EP-A-0 479 025
zeigt, können so bei kleineren Beschleunigungswerten
erheblich größere Passivkräfte zugelassen werden, und selbst
bei Beschleunigungswerten, die von einem linearen Direkt
antrieb nicht mehr erzeugt werden können, lassen sich noch
nennenswerte Passivkräfte aufnehmen.
Wie sich aus Fig. 12 ergibt, ist es bei einer erfindungs
gemäßen Drehbearbeitungseinrichtung mit einer Vorrichtung zur
Einstellung unterschiedlicher Neutralstellungen, die ein an
die Werkzeugträgerwelle anlegbares Drehmoment erzeugt,
besonders vorteilhaft, wenn dieses Drehmoment dann, wenn die
Werkzeugträgerwelle ihre Neutralstellung einnimmt, zumindest
ungefähr halb so groß ist wie das in der einen Drehrichtung
wirkende, an die Werkzeugträgerwelle anlegbare maximale
Drehmoment des den Werkzeughalter hin und her schwenkenden
Motors der Werkzeugantriebsvorrichtung, da dann die maximal
aufnehmbare Passivkraft ungefähr doppelt so groß ist wie in
dem Fall, bei dem die Drehstabfeder nicht vorgespannt, d. h.
drehmomentenfrei ist.
Die Verwendung einer Drehstabfeder mit einer Arbeitspunktein
stellvorrichtung für die Drehstabfeder hat den großen Vor
teil, daß sie, da im Zentrum der Werkzeugträgerwelle liegend,
eine für die Dynamik der Werkzeugantriebsvorrichtung vernach
lässigbare Massenträgheit hat. Bei Verwendung eines weiteren
Motors zur Einstellung des Arbeitspunktes der Drehfeder er
hält man den Vorteil, daß das Vorspannmoment konstant gehal
ten werden kann, auch wenn der hebelarmartig ausgebildete
Werkzeughalter gemäß der herzustellenden Werkstückkontur
unterschiedliche Winkelstellungen einnimmt - ein solcher
Motor zur Erzeugung eines Vorspannmoments kann den Drehbe
wegungen der Werkzeugträgerwelle nachfolgen, ohne jedoch
deren Oszillationen mitzumachen.
Natürlich läßt es eine erfindungsgemäße Drehbearbeitungsein
richtung auch zu, auf einfachste Weise an einem rotierenden
Werkstück eine ballige Außen- oder Innenkontur zu erzeugen,
die gegebenenfalls auch rotationssymmetrisch sein kann, ohne
daß es erforderlich ist, die Balligkeit durch Verschiebung
des Werkzeugträgerschlittens in Richtung der X-Achse hervor
zurufen.
Claims (14)
1. Drehbearbeitungseinrichtung zum Erzeugen nicht
rotationssymmetrischer Konturen an rotierenden
Werkstücken, mit einer drehantreibbaren Werkstückspindel
zum Halten eines zu bearbeitenden Werkstücks, wobei die
Werkstückspindelachse eine Z-Achse definiert, welche
zusammen mit einer senkrecht zur Z-Achse verlaufenden
und letztere schneidenden X-Achse eine Zerspanungsebene
definiert, mit einem in Richtung der Z-Achse und in
Richtung der X-Achse verschiebbar geführten Werkzeug
trägerschlitten, der eine elektromotorische Werkzeug
antriebsvorrichtung mit einer in beiden Drehrichtungen
drehwinkelmäßig gesteuert verdrehbaren Werkzeug
trägerwelle trägt, und mit einem mit letzterer bezüglich
der Werkzeugträgerwellenachse drehfest verbindbaren
Werkzeughalter zum Halten mindestens einer Werkzeug
schneide in radialem Abstand von der Werkzeugträger
wellenachse, dadurch gekennzeichnet, daß die
Werkzeugträgerwellenachse quer zur Zerspanungsebene
verläuft.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Werkzeugträgerwellenachse (44a) senkrecht zur
Zerspanungsebene (47) verläuft.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Werkzeughalter (46) einen sich von der
Werkzeugträgerwelle (44a) wegerstreckenden Hebelarm
bildet.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Hebelarm derart abgewinkelt ist, daß er sich
zunächst mit einem ersten Hebelarmschenkel (46a), quer
zur Werkzeugträgerwellenachse (44a) und dann mit einem
zweiten Hebelarmschenkel (46b) quer zum ersten Schenkel
von einem der Zerspanungsebene (47) zugekehrten Ende der
Werkzeugträgerwelle wegerstreckt.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
das freie Ende des zweiten Hebelarmschenkels (46b) zum
Tragen der Werkzeugschneide (50) ausgebildet ist.
6. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeug
antriebsvorrichtung (42) einen Elektromotor (48)
aufweist, dessen Motorwelle (44) die Werkzeugträgerwelle
bildet.
7. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zum Einstellen
drehwinkelmäßig unterschiedlicher Neutralstellungen der
Werkzeugträgerwelle (44), denen durch die
Werkzeugantriebsvorrichtung (42) oszillatorische
Drehbewegungen der Werkzeugträgerwelle (44) überlagerbar
sind, eine Drehmomenterzeugungsvorrichtung (60, 62, 64)
zur Erzeugung eines an der Werkzeugträgerwelle (44)
wirkenden Drehmoments vorgesehen ist.
8. Einrichtung nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drehmomenterzeugungsvorrichtung
(60, 62, 64) zur Erzeugung eines wahlweise in der einen
oder der anderen Motorwellendrehrichtung wirkenden und
an die Motorwelle (44) anlegbaren Drehmoments ausge
bildet ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drehmomenterzeugungsvorrichtung (60, 62, 64) als
drehmomenterzeugendes Element eine einerseits an der
Motorwelle (44) und andererseits an einer schaltbaren
Bremse (62, 64) oder am Abtrieb eines zweiten Motors,
insbesondere eines Getriebemotors, angreifende Drehfeder
(60) aufweist.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Motorwelle (44) als Hohlwelle ausgebildet ist,
welche die als Drehstabfeder (60) ausgebildete Drehfeder
aufnimmt, deren eines Ende mit dem einen Endbereich der
Motorwelle verbunden und deren anderem, zweitem Ende die
Bremse (62, 64) zugeordnet ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß das zweite Ende der Drehstabfeder (60) eine
Bremsscheibe (62) trägt, welcher schaltbare Blockier
mittel (64) zugeordnet sind.
12. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis
11, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Werkzeugträger
welle (44) mehrere hebelarmartige Werkzeughalter (102,
104; 114, 116) drehfest verbindbar sind.
13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Bearbeitung eines von einer der Werkstückspindel
(106) koaxial gegenüberliegenden zweiten Werkstück
spindel (108) gehaltenen Werkstücks (112) mit der
Werkzeugträgerwelle (44) zwei hebelarmartige Werkzeug
halter (114, 116) drehfest verbindbar sind, wobei sich
die beiden Werkzeughalter in einander entgegengesetzten
Richtungen von der Werkzeugträgerwelle wegerstrecken.
14. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis
13, dadurch gekennzeichnet, daß - bezogen auf die
Werkzeugträgerwellenachse (44a) - die radiale
Hebelarmlänge des Werkzeughalters (46) zumindest
ungefähr gleich dem Wert L ist, der sich ergibt aus
wobei J, b und M folgende Bedeutungen haben:
J = Massenträgheitsmoment der bewegten Teile der Werkzeugantriebsvorrichtung (42) samt Werkzeughalter (46);
b = für einen bestimmten Bearbeitungsvorgang zu fordernde maximale Beschleunigung der Werkzeugschneide (50), und
M = maximales Drehmoment der Werkzeugantriebsvor richtung (42) an der Werkzeugträgerwelle (44).
J = Massenträgheitsmoment der bewegten Teile der Werkzeugantriebsvorrichtung (42) samt Werkzeughalter (46);
b = für einen bestimmten Bearbeitungsvorgang zu fordernde maximale Beschleunigung der Werkzeugschneide (50), und
M = maximales Drehmoment der Werkzeugantriebsvor richtung (42) an der Werkzeugträgerwelle (44).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4419163A DE4419163A1 (de) | 1994-03-22 | 1994-06-01 | Drehbearbeitungseinrichtung zum Erzeugen nicht-rotationssymmetrischer Konturen an rotierenden Werkstücken |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4409743 | 1994-03-22 | ||
| DE4419163A DE4419163A1 (de) | 1994-03-22 | 1994-06-01 | Drehbearbeitungseinrichtung zum Erzeugen nicht-rotationssymmetrischer Konturen an rotierenden Werkstücken |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4419163A1 true DE4419163A1 (de) | 1995-09-28 |
Family
ID=6513444
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4419163A Withdrawn DE4419163A1 (de) | 1994-03-22 | 1994-06-01 | Drehbearbeitungseinrichtung zum Erzeugen nicht-rotationssymmetrischer Konturen an rotierenden Werkstücken |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4419163A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102013224311B3 (de) * | 2013-11-27 | 2015-02-12 | Peter Stermann | Vorrichtung zum Bearbeiten von Werkstücken |
| CN114669768A (zh) * | 2022-04-06 | 2022-06-28 | 山东联峰精密科技有限公司 | 一种收腰动力头 |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0479025A2 (de) * | 1990-10-02 | 1992-04-08 | Ex-Cell-O GmbH | Vorrichtung zum Unrundbearbeiten von Werkstücken |
| DE4137923A1 (de) * | 1991-11-18 | 1993-05-19 | Hans Ley | Werkzeugkopf fuer eine vorrichtung zum herstellen von drehteilen |
| EP0578977A1 (de) * | 1992-07-13 | 1994-01-19 | Hüller Hille GmbH | Vorrichtung und Steuerung zum Erzeugen von Unrund-/Ballig-Geometrien an Drehteilen |
-
1994
- 1994-06-01 DE DE4419163A patent/DE4419163A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (3)
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| EP0578977A1 (de) * | 1992-07-13 | 1994-01-19 | Hüller Hille GmbH | Vorrichtung und Steuerung zum Erzeugen von Unrund-/Ballig-Geometrien an Drehteilen |
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| DE102013224311B8 (de) * | 2013-11-27 | 2015-04-16 | Peter Sterman | Vorrichtung zum Bearbeiten von Werkstücken |
| CN114669768A (zh) * | 2022-04-06 | 2022-06-28 | 山东联峰精密科技有限公司 | 一种收腰动力头 |
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