DE4418312A1 - Einrichtung zur Beeinflussung des Fadenlaufs an der Spulstelle einer Spulmaschine - Google Patents
Einrichtung zur Beeinflussung des Fadenlaufs an der Spulstelle einer SpulmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Beeinflussung des Fadenlaufs an der
Spulstelle einer Spulmaschine, an der ein Faden von einer Ablaufspule auf eine
Auflaufspule aufläuft, wobei die Einrichtung oberhalb der Ablaufspule angeordnet ist.
Wenn an einer Spulmaschine ein Faden von einer Ablaufspule auf eine Auflaufspule
umgespult wird, schwingt der Faden beim Abziehen von der Ablaufspule in
Ballonform um die Hülse und vollführt außerdem durch die kegelstumpfförmige
Ablage des Fadens auf den Garnkörper durch die Ringbank an der Spinnmaschine
bedingt eine Ringbankbewegung. Der Faden wandert auf der obersten Lage der
Ablaufspule stets von der Hülse bis an die Außenumfangsfläche, wobei sich der
Ballondurchmesser von eng auf weit verändert. An der Umfangsfläche der
Ablaufspule läuft das Garn mit der größten Geschwindigkeit um und bildet somit
auch den ausgedehntesten Ballon.
Der in einem Ballon schwingende Faden hat Einfluß auf die aufzubringende Kraft,
mit der der Faden von der Ablaufspule abgezogen werden muß. Besonders extensiv
schwingende Ballone üben eine hohe Zugkraft auf den Faden aus. Aus diesem
Grund wurde schon früh versucht, Einfluß auf das Verhalten des von der Ablaufspule
ablaufenden Fadens zu nehmen.
Wenn es zunächst die Absicht war, die Ballonbildung total zu unterdrücken, wie es
aus der DS-AS 1178 337 und aus der CH-PS 362 350 bekannt ist, wurde später
versucht, wie es aus der US-PS 3,718,296 bekannt ist, Einfluß auf die
Ballonausbildung zu nehmen.
Die Einflußnahme auf die Ballonbildung, wie sie in den genannten Dokumenten
beschrieben wird, verfehlt ihre Wirkung mit ansteigenden Spulgeschwindigkeiten.
Während zu der Zeit, als diese Vorschläge gemacht wurden, noch
Spulgeschwindigkeiten von 200 bis 500 Metern als großer Fortschritt angesehen
wurden, übersteigen die Spulgeschwindigkeiten in der heutigen Zeit bereits 1500
Meter pro Minute. Die Gefahr, daß bei diesen hohen Geschwindigkeiten Schlaufen
von den Ablaufspulen, den Kopsen, abgezogen werden, ist damit wesentlich größer.
Schlaufen entstehen immer dann, wenn eine oder mehrere Fadenwindungen
komplett vom Garnkörper heruntergerissen werden, ohne daß sich eine
Garnwindung durch Ablaufen des Fadens auf dem Umfang des Garnkörpers auflöst.
Treffen solche Garnschlaufen auf sogenannte "Ballonbrecher", treten in der Regel
Fadenverschlingungen auf und der Faden reißt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das Ablaufverhalten eines Fadens von
einer Ablaufspule, einem Kops, so zu beeinflussen, daß eine hohe
Spulgeschwindigkeit bei geringer Störrate erreichbar ist.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit Hilfe des kennzeichnenden Merkmals des
Anspruchs 1.
Die Erfindung geht davon aus, die Ballonbildung nicht zu beseitigen, wie es
beispielsweise aus der DE-AS 1,178,337 bekannt ist, oder den Ballon zu brechen,
wie es beispielsweise aus der US-PS 3,718,296, bekannt ist, sondern den Faden in
einem Ballon schwingen zu lassen, aber eine Führungsfläche für den Faden
vorzusehen, welche die Ballonbildung beeinflußt. Statt "Ballonbrecher" ist
"Fadenabzugsbeschleuniger" die zutreffendere Bezeichnung. Erfindungsgemäß
weist die Fadenführungsfläche die Form eines Kegelstumpfmantels auf, dessen
Öffnung mit dem größeren Durchmesser der Ablaufspule zugewandt ist. Der
Kegelstumpfmantel ist von einem Pyramidenstumpfmantel so durchdrungen, daß die
Ecken des Pyramidenstumpfmantels den Kegelstumpfmantel durchstoßen. Die
Durchdringungen bilden Kerben. Die Konizitäten des Kegelstumpfmantels und des
Pyramidenstumpfmantels weisen in die gleiche Richtung. Die Achsen von
Kegelstumpfmantel und Pyramidenstumpfmantel fallen zusammen. Die
Querschnittsflächen des Pyramidenstumpfmantels sind gleichseitige, ungeradzahlige
Vielecke.
Die erfindungsgemäße Einrichtung, die als Abzugsbeschleuniger dient, weist
gegenüber den herkömmlichen Abzugsbeschleunigern den Vorteil auf, daß der sich
bildende Fadenballon nicht zerstört oder völlig unterdrückt wird, sondern geformt
wird. Dazu tragen erfindungsgemäß die Kerben in dem Kegelstumpfmantel bei, die
durch die Durchdringungen des Kegelstumpfmantels von dem
Pyramidenstumpfmantel erzeugt werden. Der auf die
Kegelstumpfmantelflächenanteile auftreffende Faden wandert in Abspulrichtung
gesehen entlang der Kegelstumpfmantelwandung, bis daß er auf eine
Durchdringung trifft. Dort wird die Fadenbewegung durch den Aufprall des Fadens
auf eine der Flächen der Durchdringungen kurzzeitig aufgehalten und der Faden in
seinem Bewegungsablauf gestört, ohne aber abrupt für längere Zeit gestoppt oder
vollständig aus seiner Bahn geworfen zu werden. Die Störung des
Bewegungsablaufs des Fadens ist mit einem kurzen Zupfen am Ballon zu
vergleichen, so daß der Faden an der Ablaufstelle auf dem Kops, der Ablaufspule,
keine übermäßigen Ausschwingungen entwickeln kann und aufgrund der auf den
Faden wirkenden Zentrifugalkräfte die Abzugskräfte zu groß werden. Dadurch, daß
der Faden in dem Abzugsbeschleuniger nur kurzzeitig in seinem Bewegungsablauf
gestört wird, schwingt der Faden im Ballon, wenn auch gestört, weiter und löst damit
die Fadenwindungen auf der Garnkörperoberfläche.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der Pyramidenstumpfmantel
gleichseitig. Dadurch ist die Verteilung der Durchdringungen auf dem
Kegelmantelumfang gleichmäßig angeordnet und führt somit zu einer gleichmäßigen
Beeinflussung des ablaufenden Fadens. Außerdem ist ein so geformter
Abzugsbeschleuniger sowohl für p- als auch für q-Spulen einsetzbar.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Konizitäten des
Kegelstumpfmantels und des Pyramidenstumpfmantels auf die Fadenmasse
abgestimmt. Die Konizitäten sind um so größer, je größer die Fadenmasse ist. Die
Fadenmasse hat einen Einfluß auf die Ballonbildung. Mit größerer Fadenmasse
bilden sich bauchigere Fadenballone aus, so daß der Einlauf in den
Fadenabzugsbeschleuniger unter einem flacheren Winkel erfolgt als bei einem
leichteren Faden, der aufgrund seiner Ballonausbildung mit einem steileren Winkel
einläuft. Bei ungünstiger Abstimmung der Konizität auf die Garnmasse, bei zu
steilem Konuswinkel, kann es zu massiven Einschnürungen des Ballons und damit
zu einem unvorteilhaften Unterdrücken des Fadenballons oder Brechen des
Fadenballons kommen, was ein Zusammenbrechen des Fadenballons bedeutet.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Flächenanteile der
Durchdringungen des Pyramidenstumpfmantels durch den Kegelstumpfmantel
höchstens so groß wie die Flächenanteile des Kegelstumpfmantels. Dadurch wird
eine zu starke Einkerbung durch die Durchdringung des Pyramidenstumpfmantels
vermieden. Außerdem wird verhindert, daß die Störungen des Fadenballons so
massiv werden, daß der Fadenballon total zusammenbricht und sich der Faden um
die Hülse schlingt. Die Einkerbungen müssen so gestaltet sein, daß an der
Übergangsstelle vom Kegelstumpfmantel zur Einkerbung, in Fadenlaufrichtung
gesehen, die Tangente an die Kegelstumpffläche auf die gegenüberliegende Fläche
der angrenzenden Einkerbung trifft. Diese Fläche soll in einem stumpfen Winkel zu
der auftreffenden Tangente stehen, so daß eine abrupte Richtungsänderung des
auftreffenden Fadens vermieden wird.
Bei Abzugsbeschleunigern, deren Flächen ausschließlich gerade sind, besteht die
Gefahr, daß der Faden, der Ballon, der eine kreisende Bewegung durchführt,
aufgrund der aufgezwungenen geradlinigen Bewegung durch Reibung an den
Wänden großen Reibungskräften ausgesetzt ist. Außerdem ist der Faden bei
abrupten Bewegungsänderungen auf Grund der dreikantigen oder vierkantigen
Ausbildung der "Abzugsbeschleuniger" zum Zeitpunkt der Bewegungsänderung
starken Bremskräften ausgesetzt ist. Durch die wesentlich sanfteren
Bewegungsrichtungsänderungen in dem erfindungsgemäßen
Fadenabzugsbeschleuniger wird der Faden wesentlich schwächeren Kräften
ausgesetzt und dadurch geschont. Dies gilt insbesondere dann, wenn die
Querschnittsflächen des Pyramidenstumpfmantels ein gleichseitiges Fünfeck
darstellen. Fünf gleichmäßig auf den Umfang des Kegelstumpfmantels angeordnete
Kerben haben den Vorteil, daß die Flächen der Kerben in einem stumpfen Winkel
zueinander stehen und damit jeweils die Aufprallfläche des Fadens in einem
stumpfen Winkel zur Tangente an die Umfangsfläche des Kegelstumpfmantels an
der Übergangsstelle zur Kerbe stehen. Außerdem bietet ein Fünfeck genügend
Störstellen für den umlaufenden Faden, da in der Regel beim Umlauf des Fadens
nicht alle Kerben zur Störung des Fadens beitragen.
Anhand von Ausbildungsbeispielen wird die Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Ablaufspule, ein Kops in Ablaufstellung mit ablaufendem Faden und
der oberhalb der Ablaufspule angeordneten erfinderischen Einrichtung
zur Beeinflussung des Fadenlaufs an der Spulstelle,
Fig. 2 eine Aufsicht auf die Einlaufseite des Fadens der erfindungsgemäßen Ein
richtung,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Einrichtung entsprechend dem in Fig. 2 eingezeich
neten Schnittverlaufs,
Fig. 4 eine Einrichtung nach Fig. 2 mit einem Einlegeschlitz für den Faden.
In Fig. 1 steht eine Ablaufspule 1, ein Kops, in Ablaufstellung in einer nicht näher
dargestellten aber an sich aus dem Stand der Technik bekannten Spulstelle einer
Spulmaschine. Die Hülse 2, auf die der Garnkörper 3 gewickelt ist, steht auf einem
Aufsteckdorn 4 einer Transportpalette 5. Von der Ablaufspule 1 wird ein Faden 6 in
Pfeilrichtung 14 abgezogen und zu einer hier nicht dargestellten Kreuzspule geführt,
auf die er in bekannter Weise aufgewickelt wird. Der Faden wird von der
kegelförmigen Spitze 7 des Garnkörpers 3 abgezogen. Aufgrund der
Ringbankbewegung beim Spinnen ist der Faden in nebeneinanderliegenden
Windungen auf der kegelförmigen Spitze 7 des Garnkörpers 3 abgelegt und wandert
beim Abziehen entsprechend seiner Ablage während des Spinnprozesses zwischen
der Hülse 2 und der Umfangsfläche 8 des Garnkörpers 3 ständig hin und her.
Während dieser Abzugsbewegung vollführt der Faden eine um die Hülse 2
schwingende Bewegung aus und bildet dadurch einen sogenannten Fadenballon 9.
Mit Hilfe der Einrichtung 10 zur Beeinflussung des Fadenlaufs an der Spulstelle wird
Einfluß genommen auf die Ausbildung des Fadenballons 9. Diese Einrichtung, auch
Abzugsbeschleuniger genannt, ist oberhalb der Ablaufspule 1 angeordnet. Der
Faden 6 tritt von der Einlaufseite e in die Einrichtung 10 ein und verläßt sie wieder
auf der Austrittsseite a. Oberhalb des Abzugsbeschleunigers sind ein Vorreiniger 11
und ein Fadenspanner 12 angeordnet. In dem Vorreiniger werden bereits grobe
Garnfehler und Schlingen gefangen.
Der Fadenballon 9 schwingt, wenn er durch den sogenannten Abzugsbeschleuniger
10 nicht beeinflußt würde, zwischen der Ablösestelle 13 des Fadens 6 von dem
Garnkörper 3 bis zum ersten Fadenführungspunkt, in diesem Fall dem Vorreiniger
11. Bei einem Faden, der in Abzugsrichtung 14 von einer p-gewickelten Ablaufspule
1 abgezogen wird, schwingt der Fadenballon 9 im Uhrzeigersinn 15.
In Fig. 2 ist die Einrichtung 10 zur Beeinflussung des Fadenlaufs in ihren
Einzelheiten dargestellt. Sie zeigt einen Anblick des sogenannten
Fadenabzugsbeschleunigers von der Einlaufseite e des Fadens her, also aus der
Richtung der Ablaufspule.
Der Fadenabzugsbeschleuniger 10 des vorliegenden Ausführungsbeispiels besteht
aus einem massiven Werkstoffblock, vorzugsweise Aluminium, in den die den
Fadenlauf beeinflussenden Konturen eingebracht sind. Statt eines massiven Blocks
könnte auch ein entsprechend geformtes Metallblech vorgesehen sein, was die in
dem massiven Teil eingebrachte Kontur 16 von außen umschließt.
Deutlich zu erkennen ist, daß zunächst das Material kegelförmig abgetragen wurde,
so daß die Innenkontur 16 primär einen Kegelstumpfmantel 17 bildet. Dieser
Kegelstumpfmantel 17 wird von einer fünfseitigen Pyramide P durchdrungen. Die
Kanten 18 des Pyramidenstumpfmantels durchdringen den Kegelstumpfmantel
gleichmäßig. Wie aus Fig. 3 ersichtlich, fallen die Symmetrieachsen p der Pyramide
und k des Kegels zusammen. Dadurch ist eine gleichmäßige Durchdringung der
Pyramidenkanten durch den Kegelstumpfmantel gegeben. Die weitere
Voraussetzung für eine gleichmäßige Durchdringung ist die übereinstimmende
Konizität von Kegel und Pyramide. So beträgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel
der Kegelwinkel 16° und der Winkel zwischen einer Pyramidenkante 18 und der
Symmetrieachse k der Pyramide 10°. Unterschiedliche Konizitäten, beispielsweise
eine steilere Kegelmantelfläche, die zu einer stärkeren Ausbildung der durch die
Pyramidenkanten hervorgerufenen Kerben im Einlaufbereich des Fadens führt,
verbessert das Ablaufverhalten des Fadens nicht.
An den Pyramidenkanten 18 stoßen jeweils zwei Seiten einer Pyramide P
zusammen. Diese beiden Seiten ergeben eine Einkerbung 19 in dem
Kegelstumpfmantel 17. Die Flächen 20 und 21 des Pyramidenstumpfmantelteils sind
zusammengenommen maximal gleichgroß eines benachbarten
Kegelstumpfmantelteils zwischen zwei Einkerbungen 19. Da die Querschnittsflächen
des Pyramidenstumpfmantels p gleichseitige, ungeradzahlige Vielecke sind und
Dreiecke und Vierecke als Querschnittsflächen ausgeschlossen sind, schließen
jeweils zwei Pyramidenstumpfmantelflächen 20 und 21 einen Winkel 22 ein, der über
90 Grad liegt. Er ist ein stumpfer Winkel.
Die Einkerbungen 19 sind so gewählt, daß ein Faden, der sich entlang einer
Kegelstumpfmantelfläche 17 bewegt, dann auf eine der Flächen 20 oder 21, je nach
Drehrichtung des Fadens, trifft, wenn der Faden tangential über die Konturkanten 23
beziehungsweise 24 der Kegelstumpfmantelteilflächen 17 hinaus in eine Kerbe 19
bewegt wird.
In Fig. 2 ist an der unteren Randkontur 25 der oben geschilderte Vorgang des
Auftreffens des Fadens verdeutlicht. Die Tangente 26, senkrechtstehend auf dem
Radius 27 der Querschnittsfläche des Kegelstumpfs im Einlauf e des Fadens, trifft
unter einem stumpfen Winkel 28 auf die Fläche 21 einer Kerbe 19. Im Gegensatz zu
den bekannten Abzugsbeschleunigern mit einer dreieckigen oder viereckigen
Querschnittsfläche wird der Faden nicht rechtwinklig aus seiner Bewegungsrichtung
abgelenkt, wie es beim Vierkantrohr der Fall ist, oder wie beim Dreikantrohr gar in
eine Richtung geschleudert, die eine Komponente aufweist, die der eigentlichen
Drehrichtung des Fadens entgegengerichtet ist. Trifft ein Faden, dessen Ballon in
Drehrichtung 15 schwingt, wie aus der Fig. 1 ersichtlich, auf die Fläche 21 einer
Einkerbung 19, wird der Faden zwar aus seiner eigentlichen Bewegungsrichtung
abgelenkt, der Ballon bricht aber nicht vollständig zusammen. Der Faden kann sich
noch in einer schwingenden Bewegung von der kegelförmigen Spitze 7 des
Garnkörpers 3 lösen.
Dreht sich der Faden entgegengesetzt der angegebenen Ballonschwingrichtung 15,
so trifft er, wenn er sich über die Kontur 24 tangential hinausbewegt, auf eine Fläche
20 einer Einkerbung 19. Eine Tangente 29, angelegt an die Kontur 25, dort, wo die
Kontur 24 auf die Kontur 25 trifft, trifft unter einem Winkel 28′ auf die Fläche 20. Die
Winkel 28 und 28′ sind gleich groß.
Somit ist die vorliegende Kontur des Abzugsbeschleunigers 10 dazu geeignet, den
Fadenlauf sowohl beim Abspulen von q-Spulen als auch von p-Spulen unter den
gleichen Bedingungen zu beeinflussen.
In Fig. 2 ist ersichtlich, daß die äußere Kontur 29 des Abzugsbeschleunigers 10
rund ist und eine Abplattung 30 aufweist. An der Abplattung 30 befindet sich, wie aus
Fig. 3 ersichtlich, eine Gewindebohrung 31 zur Befestigung des
Abzugsbeschleunigers 10 an der Spulstelle.
Aus der Fig. 2 ist weiterhin ersichtlich, daß die Innenkontur 16 keinen Einlaßschlitz
für den Faden aufweist. Bei einem Abzugsbeschleuniger nach dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel muß deshalb der Faden beispielsweise mittels pneumatischer
Hilfsmittel durch die Innenkontur 16 gefördert werden. Das kann beispielsweise
durch Blasen von der Fadeneinlaufseite e und Saugen von der Fadenaustrittsseite a
her erfolgen.
Fig. 3 zeigt eine Ansicht der Innenkontur 16 entsprechend dem Schnittverlauf, wie
er in der Fig. 2 eingezeichnet ist. Deutlich zu sehen ist die übereinstimmende
Konizität des Kegelstumpfmantels 17 und des ihn durchdringenden
Pyramidenstumpfs P. Die Achse k des Kegels sowie p der Pyramide fallen
zusammen. Der Konuswinkel 32 des Kegels beträgt im vorliegenden
Ausführungsbeispiel 16°.
In der Fig. 3 ist weiterhin zu sehen, daß der Abzugsbeschleuniger 10 von der
Fadeneinlaufseite e her eine kegelstumpfförmige Ausnehmung aufweist. Die untere
Randkontur 25 der Innenkontur 16 fällt nicht mit der Unterkante u des
Abzugsbeschleunigers 10 zusammen. Die obere Randkontur 33 der Innenkontur 16
dagegen stimmt mit der Oberseite, der Auslaufseite a, des Abzugsbeschleunigers 10
überein.
Die Einlaufseite e, im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Kegelstumpfmantel mit
einer wesentlich größeren Konizität ausgebildet als der Kegelstumpfmantel der
Innenkontur, kann auch kalottenförmig ausgebildet sein. Die Einlaufseite e dient
insbesondere zum Einleiten des hochzublasenden beziehungsweise
hochzusaugenden Fadens in den Abzugsbeschleuniger 10. Weiterhin verhindert die
der eigentlichen Innenkontur 16 vorgesetzte Einlaufseite e die Umschlingung des
Fadens um die Kante der unteren Randkontur 25. Es versteht sich von selbst, daß
zur Schonung des Fadens sowohl die untere Randkontur 25 als auch die obere
Randkontur 33 nicht scharfkantig, sondern gerundet sind.
Fig. 4 zeigt eine Ausgestaltung des Abzugsbeschleunigers 10, der in der
Ausbildung der Innenkontur 16 mit dem in den Fig. 2 und 3 dargestellten
Ausführungsbeispiel übereinstimmt.
Wird der Faden nicht mittels pneumatischer Hilfsmittel durch die Innenkontur 16 des
Abzugsbeschleunigers 10 hindurchgeblasen, sondern mittels eines Greiferrohrs
oberhalb des Kopses 1 und unterhalb des Abzugsbeschleunigers 10 eingefangen
und mittels des Greiferrohrs in den Abzugsbeschleuniger 10 eingelegt, enthält der
Abzugsbeschleuniger 10 auf seiner Umfangskontur 29 einen Einlegetrichter 34, der
in einen Schlitz 35 mündet. Dieser Schlitz 35 soll die Garndicke nicht wesentlich
überschreiten. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel mündet der Schlitz 35 dort in die
Innenkontur 16, wo eine Kante 18 der Pyramide liegen würde, also dort, wo zwei
Flächen des Pyramidenstumpfs 20 und 21 aneinanderstoßen. An dieser Stelle ist die
Gefahr gering, daß der innerhalb der Innenkontur 16 umlaufende Faden durch den
Schlitz 35 herausgeschleudert wird.
Eine Erfindungsgemäße Einrichtung zur Beeinflussung des Fadenlaufs an der
Spulstelle einer Spulmaschine weist folgende Abmessungen auf, die auf die
Fadenlaufgeschwindigkeit und auf die Fadenmasse abstimmbar sind: Der
Konuswinkel 32 des Kegelstumpfmantels 17 liegt zwischen 15° und 60°, die Neigung
der Pyramidenstumpfflächen zwischen 5° und 35°, vorzugsweise bei 8°. Der
Durchmesser der Öffnung, gebildet durch den Kegelstumpfmantel 17 in der
Fadenauslaufseite a, liegt zwischen 20 mm und 45 mm, vorzugsweise bei 30 mm
und die Höhe des Fadenabzugsbeschleunigers liegt zwischen 20 mm und 70 mm,
vorzugsweise bei 40 Millimetern.
Mit Hilfe des Erfindungsgemäßen Fadenabzugsbeschleuniger werden die beim
Umspulen auftretenden Spannungsspitzen hinsichtlich ihrer Höhe erheblich
herabgesetzt. Wird beispielsweise PES-Garn gespult, treten insbesondere bei einem
Dreikant-Abzugsbeschleuniger überproportional häufig Spitzenbelastungen im
Bereich von 80 cN bis 120 cN auf. Beim Einsatz des Erfindungsgemäßen
Abzugsbeschleunigers sind die Spitzenwerte im Bereich von 100 cN bis 120 cN auf
eine vernachlässigbare Zahl gesunken. Zwar treten jetzt gegenüber einem Dreikant-
Abzugsbeschleuniger in dem Bereich von 40 cN bis etwa 80 cN vermehrt
Spitzenwerte auf. Die auf den Faden wirkenden Kräfte sind aber wesentlich
gesunken. Es ist das Wesen der Erfindung, die Höhe der Spannungsspitzen
abzubauen und sie in einen Bereich zu legen, wo der Einfluß auf das
Abzugsverhalten und auf die Qualität des Garnes wesentlich geringer ist.
Claims (5)
1. Einrichtung zur Beeinflussung des Fadenlaufs an der Spulstelle einer
Spulmaschine, an der ein Faden von einer Ablaufspule auf eine Auflaufspule
aufläuft, wobei die Einrichtung oberhalb der Ablaufspule angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einrichtung (10) eine Führungsfläche (17) für den Faden (6) aufweist, die
die Form eines Kegelstumpfmantels aufweist, dessen Kontur (25) mit dem
größeren Durchmesser der Ablaufspule (1) zugewandt ist, daß der
Kegelstumpfmantel (17) von einem Pyramidenstumpfmantel (P) so durchdrungen
ist, daß die Kanten (18) des Pyramidenstumpfmantels (P) den
Kegelstumpfmantel (17) Einkerbungen (19) bildend durchstoßen, daß die
Konizität des Kegelstumpfmantels (17) und des Pyramidenstumpfmantels (P) in
die gleiche Richtung weisen, daß die Achse (k) des Kegelstumpfmantels (17) und
die Achse (p) des Pyramidenstumpfmantels (P) zusammenfallen und daß die
Querschnittsflächen (a) des Pyramidenstumpfmantels (P) gleichseitige,
ungeradzahlige Vielecke (18) mit wenigstens fünf Ecken sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenanteile
(20, 21) der Durchdringungen (19) des Pyramidenstumpfmantels (P) durch den
Kegelstumpfmantel (17) gleich oder kleiner den Flächenanteilen des
Kegelstumpfmantels sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Konizitäten des Kegelstumpfmantels (17) und des Pyramidenstumpfmantels (P)
auf die Masse des Fadens (6) abstimmbar sind und daß die Konizitäten um so
größer sind, je größer die Fadenmasse ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in
den Einkerbungen (19) an der Übergangsstelle (23, 24) vom Kegelstumpfmantel
(17) zur Einkerbung (19), in Fadenlaufrichtung (15) gesehen, die Tangente (26)
an die Kegelstumpffläche (17) auf die gegenüberliegende Fläche (21) der
angrenzenden Einkerbung (19) in einem stumpfen Winkel (28) auftrifft.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Querschnittsfläche des Pyramidenstumpfmantels (P) ein gleichseitiges Fünfeck
ist.
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