DE4418263A1 - Vorrichtung zum Austauschen einer Kanüle - Google Patents
Vorrichtung zum Austauschen einer KanüleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft im allgemeinen Kanülen, die verwendet
werden, um einen Zugang zu inneren Bereichen von Patienten
während einer medizinischen Untersuchung oder Behandlung
zu ermöglichen. Genauer gesagt betrifft die Erfindung ein
Verfahren und eine Vorrichtung, die verwendet werden kön
nen, um eine vorhandene Kanüle aus einem Patienten zu ent
fernen und sie durch eine Austauschkanüle durch denselben
Kanal hindurch zu ersetzen, durch den sich die erste Ka
nüle erstreckt hat.
Es ist bekannt, eine hohle rohrförmige Kanüle zu verwenden,
um einem Arzt Zugang zu einem inneren Bereich in einem
Patienten zu ermöglichen. Die Kanüle liefert im wesentlichen
einen stabilen, vielseitigen freien Zugang in den zu unter
suchenden oder zu behandelnden Bereich hinein. Untersuchungs
geräte, wie z. B. Endoskope können in der erforderlichen
Weise durch die Kanüle eingeführt und zurückgezogen werden.
In ähnlicher Weise können chirurgische Instrumente oder
andere Behandlungsgeräte eingeführt oder herausgezogen
werden, wobei in allen diesen Fällen keine übermäßige Ver
letzung der Haut, des Muskelgewebes oder anderer dazwischen
liegender Gewebe erfolgt. Kanülen werden zu diesem Zweck
verwendet, um mit minimalen Verletzungen der dazwischen
liegenden Gewebe einen Zugang zu inneren Bereichen zu er
möglichen und daher wird die Anzahl der verwendeten Kanülen
auf einem Minimum gehalten.
Die Art und Weise, wie Kanülen eingeführt bzw. eingesetzt
werden, ist in Fig. 1 dargestellt, gemäß der die Kanüle
10 zunächst auf ein Einführgerät bzw. einen Trokar 13 so
aufgepaßt wird, daß eine scharfe Spitze oder eine andere
Schneidekontur über das distale Ende 11 der Kanüle 10 vor
steht. Das Aufsetzen der Kanüle 10 auf den Trokar 13 ver
bindet beide zu einem einzigen Gerät, das dazu dient, ei
nen Zugangskanal in einen inneren Bereich des Patienten
16 hinein auszubilden. Der Trokar 13 liefert die nötige
Schneidekontur und die gewünschte Steifigkeit, um eine
ordnungsgemäße Einführung der Werkzeuge zu ermöglichen.
Dies wird in der Weise bewerkstelligt, daß die Kombination
aus Trokar und Kanüle in eine Punktionsstelle 14 in der
Haut und weiter in den Patienten 16 hinein eingeführt
wird, bis das distale Ende 11 der Kanüle 10 den gewünsch
ten Bereich erreicht, der untersucht oder behandelt werden
soll.
Dieser Einführungsvorgang umschließt die geschickte Hand
habung der Schneidekontur des Trokars 13 um dazwischen
liegende Gewebe herum bzw. durch diese Gewebe hindurch.
Der genaue Pfad, dem die Geräte folgen, hängt nicht nur
von der Position der Punktionsstelle 14, sondern auch von
der Lage, der Konfiguration und dem Zustand aller dazwi
schen liegender Gewebe ab. Beispielsweise erstreckt sich
der Weg, dem durch dazwischen liegendes Muskelgewebe ge
folgt wird, notwendigerweise zwischen bestimmten Muskel
fasern hindurch und hängt von dem Weg ab, der vom Arzt
gewählt wird. Das Einführen einer gegebenen Kanüle an
einer gegebenen Stelle mit einem vorgegebenen Ziel kann
mehreren geringfügig unterschiedlichen Wegen folgen. Nach
dem Einführen des Trokars 13 und der Kanüle 10 gemäß Fig. 1
wird der Trokar 13 aus dem Patienten 16 durch die Kanüle
10 hindurch herausgezogen, wobei die Kanüle 10 an ihrem
Platz in dem vom Arzt gewählten Kanal bleibt, wie dies
in Fig. 2 gezeigt ist. Die Punktionswunde 14 in der Haut
und einiges von dem dazwischen liegenden Gewebe wird sich
bis zu einem bestimmten Grad um die Kanüle 10 herum
schließen und an diese anpassen bzw. anlegen. Andere da
zwischen liegende Gewebe oder Organe werden natürlich nicht
in den Kanal eintreten, solange sich die Kanüle 10 an ihrem
Platz befindet. Obwohl eine Untersuchung und Behandlung ver
mittels der Kanüle 10 die Verletzungen des umgebenden Gewebes
auf ein Minimum beschränkt, sieht man, daß die Erzeugung die
ses Kanals eine gewisse Verletzung des dazwischen liegen
den Gewebes bewirkt; daher sollte die Erzeugung zusätzlicher
Kanäle auf ein Minimum beschränkt bleiben.
Von Zeit zu Zeit wird es nötig, eine vorhandene Kanüle
durch eine andere Kanüle zu ersetzen, die Zugang zu dem
gleichen inneren Bereich ermöglicht. Dies kann z. B. dann
erforderlich sein, wenn die Austauschkanüle einen größeren
Durchmesser als die bereits vorhandene Kanüle besitzt, um
das Einführen größerer oder zusätzlicher Geräte oder die
Durchführung eines anderen Untersuchungs- oder Behandlungs
verfahrens zu ermöglichen. Es ist auch möglich, daß eine
Austauschkanüle außer dem Durchmesser andere Eigenschaften
aufweist, die sich von denen der bereits vorhandenen Ka
nüle unterscheiden. Unglücklicherweise erfordert das An
bringen bzw. Einführen einer Austauschkanüle anstelle der
vorhandenen Kanüle bisher das Herausziehen der vorhandenen
Kanüle, auf das das Einführen der Austauschkanüle folgt.
Wenn die vorhandene Kanüle herausgezogen wird, können sich
die Haut und die anderen dazwischen liegenden Gewebe in
den ausgebildeten Durchgangskanal hinein schließen und
die inneren Organe können sich in diesen Kanal hinein
bewegen. Dies hat zur Folge, daß der Durchgangskanal
teilweise oder vollständig verschwindet, so daß es er
forderlich wird, daß der Arzt die Austauschkanüle mit
einem herkömmlichen Trokar in dieselbe Punktionsstelle
hinein einführt. In den meisten Fällen ist der Pfad, dem
beim Einführen der Austauschkanüle gefolgt wird, nicht
identisch mit dem Pfad, dem beim Einführen der ersten
Kanüle gefolgt wurde. Dies führt zu einer zusätzlichen
Verletzung der dazwischen liegenden Gewebe, die möglicher
weise von zusätzlichen postoperativen Wundschmerzen oder
zusätzlichem Narbengewebe begleitet wird. Es erfordert
auch zusätzliche Zeit, die Kanüle herauszuziehen und zu
versuchen, mit der Austauschkanüle dem ursprünglichen
Durchgangskanal zu folgen.
Es ist wünschenswert, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zu haben, die es ermöglichen, eine vorhandene Kanüle durch
eine andere Kanüle zu ersetzen und dabei dem gleichen
Durchgangskanal zu folgen, dem beim Einführen der vorhan
denen Kanüle gefolgt wurde. Es ist ein Ziel der Erfindung,
eine Vorrichtung zu schaffen, die durch eine vorhandene
Kanüle eingeführt werden kann und das Entfernen dieser
Kanüle und das Einführen eines Trokars längs des ursprüng
lichen Durchgangskanals zu ermöglichen. Es ist ein weiteres
Ziel der Erfindung, einen Stab zu schaffen, der durch eine
vorhandene Kanüle eingeführt und in seiner Stellung veran
kert werden kann und das Entfernen der vorhandenen Kanüle über
den Stab hinweg ermöglicht, worauf das Einführen eines Trokars
mit einer neuen Kanüle durch den ursprünglichen Durchgangskanal
erfolgt. Es ist ein weiteres Ziel der Erfindung, ein Verfahren
zum Einführen eines Führungsstabes durch eine existierende Ka
nüle, zum Verankern des Stabes in seiner Position, zum Heraus
ziehen der vorhandenen Kanüle und zum Einführen einer Austausch
kanüle durch den ursprünglichen Durchgangskanal zu schaffen.
Schließlich ist es ein Ziel der Erfindung, ein Verfahren und
eine Vorrichtung zum Austauschen einer Kanüle zu schaffen, die
kostengünstig sind und leicht gehandhabt bzw. durchgeführt
werden können.
Die Erfindung schafft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Herausziehen einer vorhandenen Kanüle aus einem Pa
tienten und ihrem Austausch durch eine andere Kanüle, die
größer sein kann. Bei der bevorzugten Ausführungsform ge
mäß der Erfindung ist typischerweise ein steifer langge
streckter Führungsstab vorgesehen, an dessen distalem Ende
eine Verankerungsvorrichtung montiert ist. Die Verankerungs
vorrichtung kann ein aufblasbarer Ballon oder eine andere
expandierbare Vorrichtung sein. Der Führungsstab besitzt
einen ausreichend kleinen Durchmesser, um es zu ermöglichen,
daß die vorhandene Kanüle über das proximale Ende des
Führungsstabes hinweg aus dem Patienten herausgezogen
wird. Die Erfindung schafft auch einen hohlen Trokar, der
über den Führungsstab in den Patienten hineingleiten kann,
wobei eine Austauschkanüle auf dem Trokar in der üblichen
Weise angebracht ist. Der hohle Trokar besitzt eine Schneid
kante an seinem distalen Ende, so daß er in der Lage ist,
die vorhandene Eintrittspunktion und den sich an sie an
schließenden Durchgangskanal weiter zu öffnen, um den
Eintritt der Austauschkanüle zu ermöglichen.
Die Erfindung schafft auch ein Verfahren zur Verwendung
der neuen Vorrichtung, das mit dem Einführen des Führungs
stabes in die vorhandene Kanüle beginnt, wobei dieser Stab
so weit eingeführt wird, bis sich sein distales Ende über
das distale Ende der vorhandenen Kanüle hinaus erstreckt.
Der Verankerungsballon am distalen Ende des Führungssta
bes wird dann aufgeblasen und es wird ein möglicherweise
vorhandenes Aufblasrohr entfernt. Hierauf wird die vor
handene Kanüle über das proximale Ende des Führungsstabes
hinweg aus dem Patienten herausgezogen. Dann wird der
hohle Trokar mit einer Austauschkanüle versehen und über
den Führungsstab in den Patienten eingeführt. Als nächstes
wird der Verankerungsballon entlüftet. Schließlich werden
der Führungsstab und der hohle Trokar aus der Austausch
kanüle herausgezogen, die an ihrem Platz im ursprünglichen
Durchgangskanal im Patienten verbleibt.
Die neuen Merkmale der Erfindung und auch die Erfindung
selbst werden im folgenden anhand von Ausführungsbeispie
len unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben, in
deren Figuren gleiche Teile mit den gleichen Bezugszeichen
bezeichnet werden. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht einer dem Stand der Technik ent
sprechenden, an einem Trokar montierten Kanüle, die
einem Patienten eingesetzt ist,
Fig. 2 eine Seitenansicht der im Patienten belassenen
Kanüle aus Fig. 1 nach dem Entfernen des Trokars
gemäß dem Stand der Technik,
Fig. 3 eine Schnittansicht eines Führungsstabes gemäß der
Erfindung,
Fig. 4 eine Schnittansicht eines hohlen Trokars und einer
Austauschkanüle gemäß der Erfindung,
Fig. 5 eine Schnittansicht des in eine in einem Patienten
vorhandene Kanüle eingesetzten Führungsstabes
aus Fig. 3,
Fig. 6 eine Schnittansicht des Führungsstabes aus Fig. 3
mit aufgeblasenem Verankerungsballon,
Fig. 7 eine Schnittansicht des Führungsstabes aus Fig. 3,
der nach dem Herausziehen einer vorhandenen Kanüle
im Patienten verblieben ist,
Fig. 8 eine Schnittansicht des hohlen Trokars und der
Austauschkanüle aus Fig. 4, die entlang des Füh
rungsstabes aus Fig. 3 in den Patienten eingeführt
sind,
Fig. 9 eine Schnittansicht des Führungsstabes und des hoh
len Trokars, die von der Austauschkanüle abgezogen
sind, wobei die Kanüle im Patienten verblieben ist,
Fig. 10 eine Schnittansicht einer anderen Ausführungsform
der am distalen Ende des Führungsstabes montierten
Verankerungsvorrichtung im zurückgezogenen Zustand,
Fig. 11 eine Schnittansicht der Verankerungsvorrichtung
aus Fig. 10 im expandierten Zustand,
Fig. 12 eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform
der Verankerungsvorrichtung im zurückgezogenen Zu
stand und
Fig. 13 eine Schnittansicht der Verankerungsvorrichtung aus
Fig. 12 im expandierten Zustand.
Wie man der Fig. 1 entnimmt, ist es aus dem Stand der Technik
bekannt, einem Patienten 16 eine hohle Kanüle 10 dadurch
einzuführen, daß man zunächst einen Trokar 13 durch die
Kanüle 10 einführt, der sich vom proximalen Ende 12 aus
gehend durch das distale Ende 11 der Kanüle 10 hindurch
erstreckt. Der Trokar 13 und die Kanüle 10 werden durch
die Punktionsstelle 14 in den beabsichtigten Behandlungs
bereich in den Patienten 16 eingeführt bzw. eingestochen.
Der Trokar 13 wird dann herausgezogen, wobei die Kanüle
10 an ihrem Platz im Patienten 16 zurückbleibt, wie dies
in Fig. 2 dargestellt ist. Die hohle Kanüle 10 liefert eine
Öffnung zur Untersuchung oder Behandlung des Patienten 16,
wobei Instrumente durch das proximale Ende 12 eingeführt
werden und sich über das distale Ende 11 hinaus erstrecken.
Fig. 3 zeigt einen starren, langgestreckten, rohrförmigen
Führungsstab 20 gemäß der Erfindung, wie er vor dem Ein
führen in den Patienten aussieht. Am distalen Ende 22 des
Führungsstabes 20 ist ein aufblasbarer Verankerungsballon
26 montiert, der im nicht aufgeblasenen Zustand wiederge
geben ist. Anstelle des Verankerungsballons 26 können
auch andere Verankerungsvorrichtungen verwendet werden,
solange sie sich in ähnlicher Weise wie der Verankerungs
ballon 26 etwas quer zum Führungsstab 20 erstrecken und
expandierbar sind. Zwei alternative Verankerungsvorrich
tungen werden später beschrieben. Der Verankerungsballon
26 ist an den Befestigungsstellen 27, von denen sich je
weils eine an einem der beiden Enden des Verankerungs
ballons 26 befindet, fest am Führungsstab 20 befestigt.
Die Befestigungsstellen 27 sind fluiddicht, um das Auf
blasen des Verankerungsballons 26 zu ermöglichen.
Am proximalen Ende 24 des Führungsstabes 26 ist ein
Blockierventil 28 montiert. Das Blockierventil 28 ist
so bemessen, daß es durch die Innenbohrung der Kanüle
10 hindurchpaßt, wie dies später noch erläutert wird.
Das Blockierventil 28 kann ein aus dem Stand der Technik
bekanntes Rohrinnenventil sein, das die Strömung von
Fluid in beiden Richtungen ermöglichen kann und das
geschlossen werden kann, um die Strömung zu blockieren.
An dem Blockierventil 28 ist die Fluidzuführleitung
30 befestigt, die in gewünschter Weise während der Durch
führung des erfindungsgemäßen Verfahrens entfernt werden
kann. Die Fluidzuführleitung 30 liefert ein Aufblas
fluid über das Blockierventil 28 nach unten durch den
Führungsstab 20, das durch die Aufblasöffnung 32 in
den Verankerungsballon 26 austritt. Nach dem Aufblasen
des Verankerungsballons 26 kann das Blockierventil 28
geschlossen und die Zuführleitung 30 entfernt werden,
wobei der Verankerungsballon 26 im aufgeblasenen Zustand
blockiert gehalten wird. Alternativ kann ein kleiner Be
hälter mit komprimiertem Fluid anstelle der Zuführleitung
30 verwendet werden und der Behälter kann an seinem Platz
gelassen werden, wenn er einen Durchmesser besitzt, der
genügend klein ist, um durch die vorhandene Kanüle hin
durchzupassen. Gewünschtenfalls kann das Blockierventil
28 geöffnet werden, um das Fluid aus dem Verankerungs
ballon entweichen zu lassen. Wenn eine andere Verankerungs
vorrichtung verwendet wird, die sich nicht durch Aufblasen
expandiert, kann anstelle des Blockierventils 28 eine an
dere geeignete Blockiervorrichtung zum Einsatz kommen.
Fig. 4 zeigt den hohlen Austauschtrokar 40 gemäß der Er
findung, der in eine Austauschkanüle 54 eingesetzt ist
und sich durch diese hindurcherstreckt. Die Austausch
kanüle 54 hat in der Nähe ihres proximalen Endes 58 einen
Handgriff 59 und einen rohrförmigen Körper, der am di
stalen Ende 56 endet. Die Austauschkanüle 54 kann einen
größeren Durchmesser als die vorhandene Kanüle 10 be
sitzen oder sie kann eine andere Eigenschaft aufweisen,
die der behandelnde Arzt benötigt. Der Austauschtrokar
40 besitzt einen Handgriff 48, der am proximalen Ende 46
seines rohrförmigen Stechelementes 42 befestigt ist.
Am distalen Ende 44 des Stechelementes 42 ist eine
Schneidekontur ausgebildet, die sich über das distale
Ende 56 der Austauschkanüle 54 hinaus erstreckt.
Der Innendurchmesser 50 einer hohlen Bohrung durch den
Austauschtrokar 40 hindurch ist so bemessen, daß das
Hindurchführen des Führungsstabes 20 und des Verankerungs
ballons 26 möglich ist. Die Sicherungsmutter 52 ist eine
typische Vorrichtung, um den Führungsstab 20 beispiels
weise mit einem (nicht dargestellten) Keilkegel zu er
greifen. Gewünschtenfalls können auch federbelastete Ab
fangkeile verwendet werden oder es könnte ein aus Nylon
bestehendes Preßpassungs-Anschlußstück dazu dienen, den
Führungsstab 20 zurückzuhalten; es ist auch möglich,
überhaupt keine Greifvorrichtung zu verwenden. Der Sitz
zwischen dem Austauschtrokar 40 und der Austauschkanüle
54 ist ein Schiebesitz, wobei der Trokar 40 die erforderliche
Schneidekontur und Steifigkeit liefert, um beim Einführen
in einen Patienten die Gewebe zu durchdringen.
Es wird nun das Anwendungsverfahren der erfindungsgemäßen
Vorrichtung beschrieben. Wie man der Fig. 5 entnimmt,
wird dann, wenn eine vorhandene Kanüle 10 durch eine
andere, möglicherweise größere Kanüle ersetzt werden
soll, der Führungsstab 20 an einer Fluidversorgungslei
tung 30 befestigt und mit nicht aufgeblasenem Verankerungs
ballon 26 in den Patienten 16 durch die vorhandene Kanüle
10 hindurch eingeführt. Der Führungsstab 20 wird so weit
eingeführt, bis sich sein distales Ende 22 über das
distale Ende 11 der vorhandenen Kanüle 10 hinaus er
streckt.
Wie in Fig. 6 gezeigt wird der Führungsstab 20 dann an
seinem Platz im Patienten durch Aufblasen des Veranke
rungsballons 26 dadurch verankert, daß von der Zuführ
leitung 30 her durch den Führungsstab 20 und durch die
Öffnung 32 hindurch Fluiddruck angelegt wird. Hierauf
wird das Blockierventil 28 geschlossen, wodurch der
Verankerungsballon 26 in seinem aufgeblasenen Zustand
verriegelt wird, so daß der Führungsstab 20 in seiner
Stellung im Inneren des Patienten durch Berührung mit
dem umgebenden Gewebe verankert wird. Hierauf kann die
Zuführleitung 30 entfernt werden.
Fig. 7 zeigt den an seinem Platz im Patienten 16 veranker
ten Führungsstab 20 nachdem die vorher vorhandene Kanüle
10 entfernt worden ist. In diesem Zustand hält der Füh
rungsstab 20 den ursprünglichen Kanal in den Behandlungs
bereich des Patienten 16 aufrecht, wie er durch den Arzt
bei der ursprünglichen Einführung der Kanüle 10 und des
Trokars 13 erzeugt worden ist. Der Führungsstab 20 kann
nicht ohne weiteres aus der Punktionsstelle 14 herausge
zogen werden, weil sich der Verankerungsballon 26 hinter
den dazwischen liegenden Geweben zwischen der Punktions
stelle 14 und dem Behandlungsbereich expandiert hat.
Während der Führungsstab 20 den ursprünglichen Kanal
aufrecht erhält, wird der Austauschtrokar 40, der mit
der Austauschkanüle 54 versehen ist, über den Führungs
stab 20 hinweg in den Patienten eingeführt, wie dies in
Fig. 8 gezeigt ist. Erforderlichenfalls vergrößert die
Schneidekontur am distalen Ende 44 des Austauschtrokars
40 die Punktion 14 und den vorhandenen Kanal längs des
Führungsstabes 20. Wie in Fig. 9 gezeigt, wird dann das
Fluid aus dem Verankerungsballon 26 entlüftet und der
Führungsstab 20 und der Austauschtrokar 40 werden heraus
gezogen, wobei die Kanüle 54 an ihrem Platz verbleibt.
Wie man der Fig. 10 entnimmt, kann der Führungsstab 20′
anstelle eines Verankerungsballons einen sich quer er
streckenden Verankerungskorb 26′ besitzen, der an Befe
stigungspunkten 27′ am Führungsstab 20′ befestigt und
durch vertikale Schlitze 21′ expandierbar ist. Der Ver
ankerungskorb 26 besteht aus flexiblen Schenkeln, die an
den Punkten 27′ am Führungsstab 20′ und an einem Korbbe
tätigungsdraht 23′ befestigt sind, der an einer mit einem
Gewinde versehenen Blockierschraube 28′ befestigt ist.
Gewünschtenfalls wird die Blockierschraube 28′ aus dem
Führungsstab 20′ durch die Wechselwirkung der Gewinde 25′
herausgeschraubt, wobei sie am Betätigungsdraht 23′ zieht
und den Verriegelungskorb 26 in die in Fig. 11 gezeigte
Form auseinanderbiegt. Wie in Fig. 11 gezeigt, erstrecken
sich die Schenkel des Korbes 26′ durch Schlitze 21′ hin
durch, so daß sie sich quer zum Führungsstab 20′ erstrecken.
Gemäß Fig. 12 besitzt eine andere Ausführungsform der Ver
ankerungsvorrichtung flexible Verankerungsarme 26′′, die
am Führungsstab 20′′ an Befestigungspunkten 27′′ befestigt
sind. Wenn die Verankerungsarme 26′′ nicht durch einen
Trokar oder eine Kanüle zusammengehalten werden, so er
strecken sie sich, wie dies in Fig. 13 gezeigt ist, auto
matisch durch die Schlitze 21′′, so daß sie sich quer
zum Führungsstab 20′′ erstrecken.
Das spezielle Verfahren und die spezielle Vorrichtung zum
Austausch einer Kanüle, wie sie hier beschrieben und im
Detail offenbart wurden, sind voll und ganz geeignet,
die Ziele der Erfindung zu erreichen und die oben be
schriebenen Vorteile zu erzielen. Es sei jedoch darauf
hingewiesen, daß sie lediglich zur Erläuterung der gegen
wärtig bevorzugten Ausführungsformen gemäß der Erfindung
dienen, und daß die Einzelheiten des hier beschriebenen
Aufbaus keine über den Inhalt der angefügten Patentan
sprüche hinausgehenden Einschränkungen bewirken sollen.
Claims (20)
1. Vorrichtung zum Einsetzen einer Kanüle anstelle einer
vorhandenen Kanüle in einem Patienten, dadurch ge
kennzeichnet, daß sie folgende Bestand
teile umfaßt:
einen langgestreckten Führungsstab (20), der durch eine hohle Bohrung in der vorhandenen Kanüle (10) ein führbar ist, und
einen hohlen Trokar (40), der so bemessen ist, daß er konzentrisch über ein proximales Ende des Führungs stabes (20) in den Patienten (16) hineingleitet.
einen langgestreckten Führungsstab (20), der durch eine hohle Bohrung in der vorhandenen Kanüle (10) ein führbar ist, und
einen hohlen Trokar (40), der so bemessen ist, daß er konzentrisch über ein proximales Ende des Führungs stabes (20) in den Patienten (16) hineingleitet.
2. Vorrichtung zum Installieren einer Kanüle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Füh
rungsstab (20) so ausgebildet ist, daß die vorhandene
Kanüle (10) über das proximale Ende (24) des Führungs
stabes (20) hinweg herausgezogen werden kann.
3. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Füh
rungsstab (20) eine ausreichende Länge besitzt, so daß
sich ein distales Ende (22) des Führungsstabes (20)
über ein distales Ende (11) der vorhandenen Kanüle (10)
hinaus erstrecken kann, wobei das proximale Ende (24)
des Führungsstabes (20) weiterhin aus einem proximalen
Ende (12) der vorhandenen Kanüle (10) herausragt.
4. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Füh
rungsstab (20) steif ist.
5. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sie weiter
hin eine expandierbare Verankerungseinrichtung (26) um
faßt, die an dem distalen Ende (22) des Führungsstabes
(20) befestigt ist, um das distale Ende (22) des Füh
rungsstabes (20) an seinem Platz im Patienten (16) zu
verankern.
6. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ver
ankerungsvorrichtung (26) ein wahlweise aufblasbarer
Ballon ist.
7. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ver
ankerungsvorrichtung eine wahlweise expandierbare quer
verlaufende Erweiterung des Führungsstabes ist.
8. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ver
ankerungsvorrichtung eine automatisch expandierbare
Quererweiterung des Führungsstabes ist.
9. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß sie weiter
hin Expansionseinrichtungen zum selektiven Expandieren
und Zurückziehen der Verankerungseinrichtung umfaßt.
10. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß sie weiter
hin eine Blockiereinrichtung zum wahlweisen Festlegen
der Expansionseinrichtung im expandierten und im zurück
gezogenen Zustand umfaßt.
11. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sie weiter
hin eine Austauschkanüle (54) umfaßt, die am Trokar (40)
konzentrisch montierbar ist, um über den Führungsstab
(20) in dem Patienten (16) eingeführt zu werden.
12. Vorrichtung zum Einführen einer Kanüle nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Aus
tauschkanüle (54) einen größeren Durchmesser als die
vorhandene Kanüle (10) besitzt.
13. Vorrichtung zum Einführen einer Austauschkanüle anstelle
einer vorhandenen Kanüle in einem Patienten, dadurch
gekennzeichnet, daß sie folgende Bestand
teile umfaßt:
einen langgestreckten, starren Führungsstab (20), der durch eine hohle Bohrung in der vorhandenen Kanüle (10) einführbar ist, wobei ein distales Ende (22) des Füh rungsstabes (20) sich über das distale Ende (11) der vorhandenen Kanüle (10) hinaus erstreckt,
einen aufblasbaren Verankerungsballon (26), der an einem distalen Ende (22) des Führungsstabes (20) mon tiert ist, um dieses distale Ende (22) des Führungs stabes (20) an seinem Platz im Patienten (16) zu ver ankern,
eine Aufblaseinrichtung (28, 30) um den Verankerungs ballon (26) wahlweise aufzublasen und zu entlüften,
einen hohlen, starren Trokar (40), der so bemessen ist, daß er konzentrisch über ein proximales Ende (24) des Führungsstabes (20) nach dem Herausziehen der vorhandenen Kanüle (10) in den Patienten (16) hineingleitet, und
eine Austauschkanüle (54), die auf dem Trokar (40) konzentrisch montierbar ist, um über den Führungsstab (20) zusammen mit dem Trokar (40) in den Patienten (16) eingeführt zu werden.
einen langgestreckten, starren Führungsstab (20), der durch eine hohle Bohrung in der vorhandenen Kanüle (10) einführbar ist, wobei ein distales Ende (22) des Füh rungsstabes (20) sich über das distale Ende (11) der vorhandenen Kanüle (10) hinaus erstreckt,
einen aufblasbaren Verankerungsballon (26), der an einem distalen Ende (22) des Führungsstabes (20) mon tiert ist, um dieses distale Ende (22) des Führungs stabes (20) an seinem Platz im Patienten (16) zu ver ankern,
eine Aufblaseinrichtung (28, 30) um den Verankerungs ballon (26) wahlweise aufzublasen und zu entlüften,
einen hohlen, starren Trokar (40), der so bemessen ist, daß er konzentrisch über ein proximales Ende (24) des Führungsstabes (20) nach dem Herausziehen der vorhandenen Kanüle (10) in den Patienten (16) hineingleitet, und
eine Austauschkanüle (54), die auf dem Trokar (40) konzentrisch montierbar ist, um über den Führungsstab (20) zusammen mit dem Trokar (40) in den Patienten (16) eingeführt zu werden.
14. Vorrichtung zum Einführen einer Austauschkanüle nach
Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Austauschkanüle (54) einen größeren Durchmesser
als die vorhandene Kanüle (10) besitzt.
15. Verfahren zum Anbringen einer Austauschkanüle anstelle
einer vorhandenen Kanüle in einem Patienten, dadurch
gekennzeichnet, daß es folgende Schritte
umfaßt:
Einführen eines Führungsstabes in eine hohle Bohrung in der im Patienten vorhandenen Kanüle,
Herausziehen der vorhandenen Kanüle aus dem Patienten über das proximale Ende des Führungsstabes hinweg,
Montieren einer Austauschkanüle konzentrisch auf der Außenseite eines hohlen Trokars,
Aufschieben des hohlen Trokars und der Austauschkanüle konzentrisch über das proximale Ende des Führungsstabes in den Patienten hinein, und
Herausziehen des Führungsstabes und des hohlen Trokars aus dem Patienten durch die Austauschkanüle.
Einführen eines Führungsstabes in eine hohle Bohrung in der im Patienten vorhandenen Kanüle,
Herausziehen der vorhandenen Kanüle aus dem Patienten über das proximale Ende des Führungsstabes hinweg,
Montieren einer Austauschkanüle konzentrisch auf der Außenseite eines hohlen Trokars,
Aufschieben des hohlen Trokars und der Austauschkanüle konzentrisch über das proximale Ende des Führungsstabes in den Patienten hinein, und
Herausziehen des Führungsstabes und des hohlen Trokars aus dem Patienten durch die Austauschkanüle.
16. Verfahren zum Anbringen einer Austauschkanüle nach
Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Austauschkanüle einen größeren Durchmesser
als die vorhandene Kanüle besitzt.
17. Verfahren zum Anbringen einer Austauschkanüle nach
Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
daß der Führungsstab in die vorhandene Kanüle so tief
eingeführt wird, daß sich ein distales Ende des Füh
rungsstabes über ein distales Ende der vorhandenen
Kanüle hinaus erstreckt.
18. Verfahren zum Anbringen einer Austauschkanüle nach
Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet,
daß es weiterhin den Schritt umfaßt, daß wahlweise
eine expandierbare Verankerungsvorrichtung expandiert
wird, die am distalen Ende des Führungsstabes befestigt
ist, um das distale Ende des Führungsstabes an seinem
Platz im Patienten zu verankern.
19. Verfahren zum Anbringen einer Austauschkanüle anstelle
einer vorhandenen Kanüle in einem Patienten, dadurch
gekennzeichnet, daß es folgende Schritte
umfaßt:
Einführen eines langgestreckten, starren Führungsstabes in eine hohle Bohrung in der vorhandenen Kanüle im Patienten bis zu einer solchen Tiefe, daß ein distales Ende des Führungsstabes über das distale Ende der vor handenen Kanüle hinaus vorsteht,
Aufblasen eines Verankerungsballons, der am distalen Endes des Führungsstabes montiert ist, um das distale Ende des Führungsstabes an seiner Stelle im Patienten zu verankern,
Herausziehen der vorhandenen Kanüle aus dem Patienten über ein proximales Ende des Führungsstabes hinweg,
Montieren einer Austauschkanüle konzentrisch auf der Außenseite eines hohlen, starren Trokars,
Aufschieben des Trokars und der Austauschkanüle kon zentrisch über das proximale Ende des Führungsstabes hinweg in den Patienten hinein,
Entlüften des Verankerungsballons, und
Herausziehen des Führungsstabes und des Trokars aus dem Patienten durch die Austauschkanüle hindurch.
Einführen eines langgestreckten, starren Führungsstabes in eine hohle Bohrung in der vorhandenen Kanüle im Patienten bis zu einer solchen Tiefe, daß ein distales Ende des Führungsstabes über das distale Ende der vor handenen Kanüle hinaus vorsteht,
Aufblasen eines Verankerungsballons, der am distalen Endes des Führungsstabes montiert ist, um das distale Ende des Führungsstabes an seiner Stelle im Patienten zu verankern,
Herausziehen der vorhandenen Kanüle aus dem Patienten über ein proximales Ende des Führungsstabes hinweg,
Montieren einer Austauschkanüle konzentrisch auf der Außenseite eines hohlen, starren Trokars,
Aufschieben des Trokars und der Austauschkanüle kon zentrisch über das proximale Ende des Führungsstabes hinweg in den Patienten hinein,
Entlüften des Verankerungsballons, und
Herausziehen des Führungsstabes und des Trokars aus dem Patienten durch die Austauschkanüle hindurch.
20. Verfahren zum Anbringen einer Austauschkanüle nach
Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet,
daß die Austauschkanüle einen größeren Durchmesser als
die vorhandene Kanüle besitzt.
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Effective date: 20140214 |