DE4418134A1 - Schaltungsanordnung zur Kapazitätsmessung - Google Patents
Schaltungsanordnung zur KapazitätsmessungInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Schaltungsanordnung zur
Kapazitätsmessung nach der Gattung des Hauptanspruchs und
ist insbesondere dazu geeignet, die kleinen
Kapazitätsänderungen bei einem kapazitiven Füllstandssensor
zu erfassen.
Bei der kapazitiven Füllstandsmessung in einem Behälter,
beispielsweise dem Kraftstofftank werden beispielsweise zwei
kapazitive Sonden im Behälter derart in einem Abstand
voneinander angeordnet, daß die Flüssigkeit zwischen den
beiden Sonden mit den Sonden einen Kondensator bilden,
dessen Kapazität vom Füllstand abhängt. Die
füllstandsabhängige Änderung der Kapazität wird mit Hilfe
einer Auswerteschaltung ausgewertet, ein Beispiel für eine
solche Auswertung wird in der EP 0 351 700 A2 angegeben.
Bei dieser bekannten Auswertung einer kapazitiven
Füllstandsmessung, die nur bei einer elektrisch leitfähigen
Flüssigkeit eingesetzt werden kann, wird eine hochfrequente
Wechselspannung in eine der beiden Sonden eingekoppelt, der
dabei entstehende hochfrequente Meßwechselstrom, dessen
Größe von der Kapazität zwischen den beiden Sonden abhängt,
wird verstärkt und in ein Meßwertsignal umgewandelt, das
anschließend ausgewertet wird. Aus dem bekannten
Zusammenhang zwischen der Kapazität der Anordnung und der
Höhe der Flüssigkeit wird der Füllstand bestimmt.
Die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung zur
Kapazitätsmessung hat den Vorteil, daß sehr kleine
Kapazitätsänderungen zuverlässig ermittelt werden können, so
daß eine sehr genaue Füllstandsbestimmung möglich ist. Dabei
ist vorteilhaft, daß die Schaltungsanordnung einen einfachen
Aufbau aufweist und durch symmetrische Auslegung
unempfindlich gegen Spannungs- und Temperaturschwankungen
ist. Es ist weiterhin vorteilhaft, daß der zeitbestimmende
Widerstand relativ niederohmig ist.
Besonders vorteilhaft ist, daß die Schaltungsanordnung der
zu messenden Kapazität in weiten Grenzen anpaßbar ist.
Erzielt werden diese Vorteile, indem einem Timer, der
beispielsweise als astabile Kippschaltung geschaltet ist,
ein Schaltungsanteil zugeordnet wird, der einen
Multiplikationseffekt für die zu bestimmende Kapazität
bewirkt. Da dieser Kapazitätsmultiplikationseffekt in den
frequenzbestimmenden Teil der astabilen Kippschaltung
eingeht, bewirkt eine kleine Änderung der Kapazität bereits
eine deutliche Veränderung der Frequenz des Ausgangssignales
des Timers, die gemessen werden kann und zur
Kapazitätsbestimmung und damit zur Füllstandsermittlung
herangezogen wird.
Weitere Vorteile der Erfindung werden mit den in den
Unteransprüchen angegebenen Merkmalen erzielt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Fig. 1 der
Zeichnung dargestellt und wird in der folgenden Beschreibung
näher erläutert. Fig. 2 zeigt den Verlauf der
Versorgungsspannung über der Zeit.
In der Figur ist eine Schaltungsanordnung dargestellt, mit
der Kapazitäten und damit auch Kapazitätsänderungen
besonders zuverlässig ermittelbar sind. Diese
Schaltungsanordnung liegt zwischen der Versorgungsspannung
UV+ von beispielsweise 9 Volt und Masse. Sie besteht im
wesentlichen aus zwei Blöcken, von denen einer einen
Kapazitätsmultiplizierer 10 und einer einen Timer 11, der
beispielsweise als astabile Kippschaltung aufgebaut ist,
darstellt. Der Kapazitätsmultiplizierer entspricht dabei
einem Stromteiler.
Im einzelnen umfaßt die Schaltungsanordnung einen ersten
Operationsverstärker bzw. integrierter Schaltkreis IC1,
dessen nichtinvertierender Eingang über einen Widerstand R1
und einen Widerstand R3 mit seinem Ausgang in Verbindung
steht, wobei zwischen dem invertierenden Eingang und dem
Ausgang ein Widerstand R2 liegt. Der Kondensator, dessen
Kapazität ermittelt werden soll, ist mit CO und CM
bezeichnet, wobei CO den konstanten Anteil der Kapazität
bezeichnet und CM den variablen Anteil der Kapazität.
CO liegt zwischen dem Verbindungspunkt A der Widerstände R1
und R3 und Masse. CM ist einerseits über den Punkt B mit dem
nichtinvertierenden Eingang des Operationsverstärkers IC1
und andererseits mit Masse verbunden.
Ein weiterer Operationsverstärker bzw. integrierter
Schaltkreis IC2 ist mit seinem nichtinvertierenden Eingang
mit dem Ausgang des integrierten Schaltkreises IC1
verbunden, sein invertierender Eingang liegt über einen
Widerstand R5 an Versorgungsspannung UV. Der Ausgang des
integrierten Schaltkreises IC2 führt auf einen Inverter IC3,
dessen Ausgang den Ausgang Au der Schaltung darstellt.
Dieser Ausgang Au ist über den Widerstand R4 mit dem Punkt A
des Kapazitätsmultiplizierers 10 verbunden und über die
Widerstände R6 und R7 mit Masse. Der Verbindungspunkt
zwischen den Widerständen R6 und R7 ist mit dem
invertierenden Eingang des integrierten Schaltkreises IC2
verbunden.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Schaltung ist der Timer 11
als astabile Kippschaltung um die integrierten Schaltungen
IC1, IC2 und IC3 aufgebaut. Die eigentlichen
zeitbestimmenden Bauelemente sind die Kapazität CO und der
Widerstand R4. Die für die Kippfrequenz wirksame Kapazität
wird jedoch durch die Meßkapazität CM beeinflußt und setzt
sich daher zusammen aus der Grundkapazität CO sowie der
Meßkapazität CM, die um einen Faktor X vergrößert wird.
Dieser Faktor X = R1/R3, der einem
Kapazitätsmultiplikationseffekt entspricht, ergibt sich aus
der Dimensionierung wie folgt:
Im Operationsverstärker IC2 findet ein Vergleich der
Spannung, die an seinem nichtinvertierenden Eingang liegt
mit der am invertierenden Eingang liegenden Referenzspannung
statt, wobei die Referenzspannung mit Hilfe der Widerstände
R5, R6 und R7 eingestellt wird. Es wird also die Spannung am
Punkt D zwischen 1/3 und 2/3 der Versorgungsspannung UV+
umgeschaltet. In Fig. 2 sind die Zusammenhänge dargestellt.
Für die Timer-Zeitkonstante gilt dann:
t = Rt · Ct ln 2/3 UV+/1/3 UV+.
Je nachdem wie die Spannungsverhältnisse an den Eingängen
des IC2 sind, schaltet sein Ausgang auf hohes oder niedriges
Potential. Dieses Potential wird vom Inverter IC3 invertiert
und führt dazu, daß sich die Kapazitäten CM und CO über den
Widerstand R4 auf- oder entladen. Durch dieses Auf- bzw.
Entladen wird das Potential am nichtinvertierenden Eingang
des integrierten Schaltkreises IC2 wiederum beeinflußt, so
daß sich die Spannung am nichtinvertierenden Eingang ändert
und bei Erreichen einer bestimmten Spannung wiederum eine
Umschaltung erfolgt.
Der durch den Widerstand R4 fließende Lade- und Entladestrom
teilt sich am Punkt A gemäß dem Kirchhoffschen Gesetz im
umgekehrten Verhältnis der Widerstände R1 und R3. Da der
Operationsverstärker bzw. integrierte Schaltkreis IC1 als
Spannungsfolgerschaltung wirkt, liegt an den Punkten B und C
die gleiche Spannung. Werden die Widerstände
R1 = R2 = 10 kOhm, R4 = 30 kOhm und R3 = 0,1 kOhm gewählt,
so wird aus der Meßkapazität Cm = 26 pF eine Kapazität von
2600 pF. Der Kapazitätsmultiplikationsfaktor ist also
X = R1/R3 = 100. Dieser Zusammenhang ergibt sich aus der
folgenden Formel für die Frequenz des Ausgangssignales am
Ausgang Au:
fA = 1/1,386 * R4(CO + CM * R₁/R₃) (I).
Der Strom durch den Widerstand R3 fließt in eine vom
Kapazitätsmultiplizierer gebildete virtuelle Kapazität,
wobei der Widerstand R3 wie ein Serienwiderstand wirkt. In
dem beschriebenen Anwendungsfall ergibt sich dabei eine
Gesamtkapazität von 2200 pF + 2600 pF = 4800 pF. Wählt man
einen höheren Widerstand R1, wird der
Kapazitätsmultiplikationseffekt weiter vergrößert, es ist
dann möglich, auf die Kapazität CO zu verzichten, so daß die
Gesamtkapazität allein durch die variable Kapazität CM
gebildet wird. Die Widerstände R1 und R3 stellen einen
Stromteiler dar, der Strom teilt sich entsprechend dem
Widerstandsverhältnis auf.
Zur Abschätzung des zu erzielenden Frequenzhubes kann die
Formel (I) umgestellt werden, es ergibt sich dann:
CM = R3/R1 (1/f * 1,386 * R4-CO) (II).
Wird die Schaltung zur Auswertung eines kapazitiven
Füllstandssensors verwendet, liegt die Meßkapazität
üblicherweise in einem Bereich von CM1 = 26 pF bis
CM2 = 29 pF und CO = 2200 pF. Der zugehörige Frequenzbereich
liegt dann zwischen f1 = 4,937 kHz und f2 = 5,252 kHz. Als
Frequenzhub wird dann erhalten:
Δf/ΔCM = 105 Hz/pF.
Der Hub beträgt also ca. ≈ 6%.
Die Schaltungsanordnung des Ausführungsbeispiels weist also
insgesamt einen einfachen Aufbau auf. Der zeitbestimmende
Widerstand R4 ist relativ niederohmig. Durch symmetrische
Auslegung kann die gesamte Schaltung unempfindlich gegen
Spannungs- und Temperaturschwankungen gemacht werden. Sie
ist bei Bedarf eigensicher zu machen und der zu messenden
Kapazität in weiten Grenzen anpaßbar.
Claims (6)
1. Schaltungsanordnung zur Messung einer Kapazität,
insbesondere bei einem kapazitiven Füllstandsensor, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kapazität Bestandteil einer
Kippschaltung ist und deren Kippbedingung beeinflußt und
weitere Schaltungsmittel vorgesehen sind, die eine
Kapazitätserhöhung bewirken.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kippschaltung einen Timer umfaßt,
mit einem integrierten Schaltkreis (IC2), dessen einer
Eingang über wenigstens zwei Widerstände mit der Kapazität
in Verbindung steht und dessen Ausgang über einen Inverter
(IC3) mit dem anderen Eingang in Verbindung steht, wobei
dieser andere Eingang über einen weiteren Widerstand (R5) an
Versorgungsspannung (Uv) liegt.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schaltungsmittel zur
Kapazitätserhöhung einen Kapazitätsmultiplizierer (10)
bilden und der Kapazitätsmultiplizierer (10) zwei
Widerstände (R1, R2) umfaßt, deren Widerstandsverhältnis den
Multiplikationsfaktor bestimmt.
4. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltungsmittel zur
Kapazitätserhöhung einen Stromteiler mit wenigstens zwei
Widerständen (R1, R2) umfassen.
5. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zu messende
Kapazität ein Maß für den Füllstand eines Behälters ist.
6. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bestimmung der
Kapazität durch Auswertung der Frequenz des Ausgangssignales
der Schaltungsanordnung erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944418134 DE4418134A1 (de) | 1994-05-25 | 1994-05-25 | Schaltungsanordnung zur Kapazitätsmessung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944418134 DE4418134A1 (de) | 1994-05-25 | 1994-05-25 | Schaltungsanordnung zur Kapazitätsmessung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4418134A1 true DE4418134A1 (de) | 1995-11-30 |
Family
ID=6518863
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944418134 Ceased DE4418134A1 (de) | 1994-05-25 | 1994-05-25 | Schaltungsanordnung zur Kapazitätsmessung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4418134A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE29613141U1 (de) * | 1996-07-29 | 1996-09-19 | Gattringer, Michael, 85640 Putzbrunn | Füllstandsgeber |
| DE19823544A1 (de) * | 1998-05-27 | 1999-12-09 | Univ Ilmenau Tech | Schaltungsanordnung zur Messung kleiner Änderungen von elektrischen Größen |
| DE102019214647A1 (de) * | 2019-09-25 | 2021-03-25 | Volkswagen Aktiengesellschaft | Sensorsystem zur quantitativen Messung einer Flüssigkeit, Behältnis und Kraftfahrzeug |
-
1994
- 1994-05-25 DE DE19944418134 patent/DE4418134A1/de not_active Ceased
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE29613141U1 (de) * | 1996-07-29 | 1996-09-19 | Gattringer, Michael, 85640 Putzbrunn | Füllstandsgeber |
| DE19823544A1 (de) * | 1998-05-27 | 1999-12-09 | Univ Ilmenau Tech | Schaltungsanordnung zur Messung kleiner Änderungen von elektrischen Größen |
| DE19823544C2 (de) * | 1998-05-27 | 2003-06-05 | Univ Ilmenau Tech | Schaltungsanordnung zur Messung kleiner Änderungen von elektrischen Größen |
| DE102019214647A1 (de) * | 2019-09-25 | 2021-03-25 | Volkswagen Aktiengesellschaft | Sensorsystem zur quantitativen Messung einer Flüssigkeit, Behältnis und Kraftfahrzeug |
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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