DE4414772A1 - Verfahren zum Steuern eines Transportmittels, insbesondere eines Regalbediengeräts - Google Patents
Verfahren zum Steuern eines Transportmittels, insbesondere eines RegalbediengerätsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Steuern
eines Transportmittels insbesondere eines Regalbediengeräts
mit mindestens zwei Lastaufnahmemitteln, wobei entsprechend
einem vorgegebenen Transportprogramm Ladungseinheiten an
vorgegebenen Positionen, insbesondere den Fächern eines Hoch
regallagern, plaziert oder aufgenommen werden können.
Moderne Lagertechnik verlangt möglichst kurze Spielzeiten von
den erforderlichen Geräten zur Regalbedienung. Demzufolge
wird eine möglichst günstige Reihenfolge hinsichtlich der
Verfahrbewegungen angestrebt. Bei den Geräten zur Regalbedie
nung kann es sich beispielsweise um automatische Regalbedien
geräte, Hochregalstapler und ähnliches handeln. Diese Trans
portmittel können dann ihrerseits Lastaufnahmemittel, z. B.
Ziehvorrichtungen, Teleskoptische oder Gabeln, aufweisen.
Handelsübliche Anlagen sind so ausgebildet, daß mehrere
Lastaufnahmemittel jeweils einem Transportmittel zugeordnet
sind. Mit Hilfe der Transportmittel und der Lastaufnahme
mittel können dann die eigentlichen Ladungseinheiten inner
halb vorgegebener Spielzeiten versetzt werden. Bei den La
dungseinheiten kann es sich beispielsweise um Paletten,
Gitterboxen, Lagertablare, Kästen, z. B. Schäfer-Kästen oder
Lagersichtkästen, sowie um Kartons handeln.
Selbstverständlich ist es im Interesse eines hohen Lager
durchsatzes anzustreben, die obengenannte Spielzeit möglichst
klein zu halten. Ein Weg dazu liegt in der Minimierung der
zurückzulegenden Wege. Dadurch wird dann auch der Verschleiß
der Transportmittel reduziert. Es kann dann aber auch eine
Reduzierung der notwendigen Beschleunigungs- und Verzöge
rungsvorgänge und damit eine Verringerung des Energieaufwan
des erreicht werden. Die umgekehrte Proportionalität von
Spielzeit und Durchsatzleistung ermöglicht es auch, die An
zahl der Transportmittel bei vorgegebener Durchsatzleistung
zu reduzieren, wodurch eine erhebliche Senkung der notwen
digen Investitionen erreichbar ist.
Bei handelsüblichen Verfahren der eingangs genannten Art wird
einem jeweiligen Regalbediengerät die Lage aller jeweils an
zufahrenden Fächer eines Hochregallagers vorgegeben. Die An
zahl der Einlagerungsfächer entspricht dabei der Anzahl der
einzulagernden Ladungseinheiten, die Anzahl der Auslagerungs
fächer entspricht dabei der Anzahl der auszulagernden
Ladungseinheiten. Das Regalbediengerät fährt dann alle vor
gegebenen Fächer an. Entsprechend der Anzahl der in einer
Fahrt einzulagernden Ladungseinheiten weist das Regalbedien
gerät eine diesbezügliche Vielzahl von Lastaufnahmemitteln
auf.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der
eingangs genannten Art so auszubilden, daß die notwendigen
Verfahrwege minimiert werden.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß
jeweils dann, wenn das Transportmittel eine Ladungseinheit
aufgenommen hat, geprüft wird, ob auf dem Transportmittel
noch mindestens eine zu plazierende Ladungseinheit vorhanden
ist, und daß, wenn dies der Fall ist, eine solche Ladungs
einheit im Rahmen einer Umplazierung an der soeben frei
gewordenen Position plaziert wird und die vom Transport
programm für die Ladungseinheit ursprünglich vorgesehene
Position durch die Position der Umplazierung ersetzt wird.
In diesem Zusammenhang ist eine Einrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrens dadurch gekennzeichnet, daß das Transport
programm in einer ersten Rechneranordnung gespeichert ist,
welche die Bewegung des Transportmittels steuert und welche
auch jeweils einen aktuellen Belegungsplan aller möglichen
Positionen erhält, daß auf dem Transportmittel Detektorein
richtungen zum Erkennen von freigewordenen Positionen und zum
Erkennen noch zu plazierender Ladungseinheiten vorgesehen
sind und daß die durch die Umplazierung resultierenden
Plazierungsänderungen vom Transportmittel an die Rechneran
ordnung gemeldet werden.
Sowohl durch das Verfahren als auch die Einrichtung ist es
damit möglich, daß zunächst in einfacher Weise ein Verfahr
programm für die Steuerung der Ein- und Auslagerbewegungen
vorgesehen wird, daß jedoch von der Erkenntnis Gebrauch
gemacht wird, daß mindestens zwei Lastaufnahmemittel am
Transportmittel vorgesehen sind und daß beim Auslagern aus
dem Regal jeweils ein Fach frei wird, das dann sofort wieder
belegt werden kann. Unabhängig vom ursprünglich vorgesehen
Programm wird dann diese Belegung vorgenommen und es wird
danach sichergestellt, daß eine Rückmeldung dieser Umdisposi
tion in den Zentralrechner erfolgt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird im folgenden näher erläutert. Dabei
zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung,
Fig. 2 ein Transportmittel und
Fig. 3 ein Ablaufschema.
In der Darstellung gemäß Fig. 1 ist eine schematische Dar
stellung eines Lagers gezeigt. Dieses Lager besteht aus einem
eigentlichen Regal R, dem eine Vorzone VZ mit Ein- und Aus
stichen u. a. EA1 und EA2 vorgelagert ist, wobei die Ein- und
Auslagerstiche sich auch auf dem gleichen Höhenniveau befin
den können. In der Darstellung ist eine Aufsicht auf die
Vorzone VZ mit einer Ansicht der Regalebene kombiniert. Die
Regal ebene möge beispielsweise senkrecht zum Einlager-
Auslagerstich EA2 angeordnet sein. Das Regal R kann dann in x-
und y-Richtung mit Hilfe eines Regalbediengerätes angefahren
werden.
Durch eine gestrichelte Linie ist angedeutet, wie beim Stand
der Technik eine Verfahrbewegung mit Hilfe eines in der Dar
stellung gemäß Fig. 2 noch geschilderten Regalbediengerätes
RBG erfolgt. Ausgehend von einer Position I wird über die
Positionen II, III, IV, IV wieder die Position I angefahren,
wobei im Ausführungsbeispiel zwei Ladungseinheiten eingela
gert werden sollen und zwei Lagerungseinheiten ausgelagert
werden sollen.
Durch die vorliegende Erfindung wird nun jedoch erreicht, daß
die dabei resultierende Verfahrbewegung bezüglich der Weg
länge erheblich reduziert wird. Bei gleicher Aufgabenstellung
erfolgt nämlich nur eine Bewegung vom Punkt I über den Punkt
II und III zum Punkt IV und von da wieder zum Punkt I. Diese
vorteilhafte Verfahrbewegung ist in Fig. 1 mittels einer
durchgezogenen Linie angedeutet.
Bevor auf die Schematik des Ein- und Auslagerns noch genauer
eingegangen wird, sei zunächst dargelegt, wie ein Regalbe
diengerät RBG ausgebildet sein kann. Dieses ist, wie in der
Darstellung gemäß Fig. 2 gezeigt, so gestaltet, daß es einen
vor dem Regal R verfahrbaren Korpus aufweist, an dem ein
vertikal bewegliches Element vorgesehen ist, auf dem wiederum
zwei Lastaufnahmemittel LA1 und LA2 vorgesehen sind, auf
denen sich wiederum Ladungseinheiten LE1 und LE2, beispiels
weise Tablare, befinden, auf denen dann das eigentliche Gut,
beispielsweise Kartons, ruhen. Die Ladungseinheiten LE1 und
LE2 können durch die Lastaufnahmemittel LA1 und LA2 senkrecht
zur horizontalen Vertikalbewegung bewegt werden, so daß ein
Einlagern der Tablare bzw. ein Auslagern der Tablare im Regal
möglich ist. Die Bewegungsrichtungen sind durch Doppelpfeile
angedeutet.
In der Darstellung gemäß Fig. 3 ist matrixförmig visualisiert,
wie gemäß dem Stand der Technik (ALT) und der Erfindung (NEU)
zwei Ladungseinheiten LE1 und LE2 in das Regal R eingebracht
werden und zwei Ladungseinheiten LE3 und LE4 aus dem Regal R
ausgelagert werden. Dazu ist in der Darstellung in einer
linken Spalte, die Zuordnung der Ladungseinheiten LE1 bis LE4
bei den jeweiligen Positionen I bis IV und dann wieder I ge
mäß dem Status "ALT" angedeutet und in der rechten Spalte der
Darstellung ist der Ein- und Auslagervorgang gemäß der Erfin
dung in der Rubrik "NEU" gezeigt.
Zunächst wird der Ablauf gemäß der Situation "ALT" geschil
dert, die mit dem gestrichelten Bahnverlauf in der Darstel
lung gemäß Fig. 1 zusammenhängt. Zunächst befinden sich an der
Position I die Ladungseinheiten LE1 und LE2 auf dem Regal
bediengerät RBG. Der erste Einlagervorgang, d. h. der Ein
lagervorgang für die Ladungseinheit LE1, erfolgt an der
Position 11. Dies ist in der Matrix durch die Symbolik LE1e
angedeutet. Die Ladungseinheit LE2 verbleibt - wie an der
Position I - auf dem Regalbediengerät RBG. Dieses fährt dann
die Position III an. Dort möge eine Ladungseinheit LE3 auf
genommen werden. Dies ist im diesbezüglichen Feld der Fig. 3
durch die Symbolik LE2, LE3a angedeutet. Auf dem Regalbe
diengerät RBG befinden sich dann die noch einzulagernde La
dungseinheit LE2 und die soeben ausgelagerte Ladungseinheit
LE3a. An der Position IV wird nunmehr die Ladungseinheit LE2
eingelagert. Dies ist durch die Bezeichnung LE2e angedeutet.
Ferner befindet sich dort die Ladungseinheit LE3 auf dem
Regalbediengerät RBG. An der Position IV kann nunmehr eine
Ladungseinheit LE4 ausgelagert werden, so daß sich dort die
Ladungseinheit LE3 und die ausgelagerte Ladungseinheit LE4a
auf dem Regalbediengerät RBG befinden, das dann wieder die
Position I anfährt und dort mit den Ladungseinheiten LE3 und
LE4 ankommt. Die Ladungseinheiten LE3 und LE4 können mit
Hilfe der Übersichtlichkeit halber nicht weiter dargestellter
Mittel über den Ein- Auslagerstich EA2 weitergefördert wer
den.
Gemäß der Erfindung wird nun, wie in Spalte "NEU" gezeigt,
der ursprünglich geplante Bewegungsablauf, wie er gestrichelt
angedeutet ist und als Programm vorliegt, abgekürzt. Damit
ergibt sich der durch die durchgezogene Linie in Fig. 1
dargestellte Verfahrweg.
Ebenso wie bei dem Verfahren "ALT" liegen bei der Erfindung
"NEU" an der Position I zunächst zwei Ladungseinheiten LE1
und LE2 als einzulagernde Ladungseinheiten vor. Am Ende des
Transportvorgangs liegen die Ladungseinheiten LE3 und LE4 an
der Position I als auszulagernde Ladungseinheiten vor. Der
Bewegungsablauf des Ein- und Auslagerns erfolgt dazu folgen
dermaßen.
An der Position II wird in gleicher Weise wie beim Vorgang
"ALT" die Ladungseinheit LE1 eingelagert, während die
Ladungseinheit LE2 unverändert auf dem Regalbediengerät RBG
verbleibt. An der Position III erfolgt jedoch eine andere
Vorgehensweise als die eingangs geschilderte. Es wird zwar
die Ladungseinheit LE3 aus dem Regal R ausgelagert, in der
Darstellung als LE3a angedeutet, und auf das Regalbediengerät
RBG aufgenommen, jedoch wird vom Regalbediengerät RBG mittels
Detektoreinrichtungen, die der Übersichtlichkeit halber nicht
dargestellt sind, dieses Freiwerden eines Regalfaches erkannt
und ferner wird durch weitere, ebenfalls nicht dargestellte
Detektoreinrichtungen festgestellt, daß noch eine zu
plazierende Ladungseinheit, in diesem Fall LE2, auf dem
Regalbediengerät RBG vorhanden ist. Abweichend vom ursprüng
lich vorgesehenen Belegungsplan wird nunmehr diese einzula
gernde Ladungseinheit LE2e an der Position III und nicht wie
ursprünglich geplant an der Position IV ins Regal R einge
lagert. Diese Umlagerung wird dann ebenfalls einem der Über
sichtlichkeit halber nicht dargestellten zugeordneten Rechner
mitgeteilt. Das Anfahren der Position IV kann unterbleiben.
Es wird direkt die Position V angefahren, an der die Ladungs
einheit LE4 aus dem Regal R ausgelagert wird, so daß auf dem
Regalbediengerät RBG nunmehr die Ladungseinheiten LE3 und die
ausgelagerte Ladungseinheit LE4a sich befinden, die dann an
die Position I gelangen und dort zum Einbringen in die Vor
zone VZ bereitstehen.
Im Ausführungsbeispiel war angenommen, daß zwei Lastaufnahme
mittel LA1 und LA2 auf einem Regalbediengerät RBG vorgesehen
sind. Es kommen jedoch in der Praxis auch Fälle mit weit mehr
als zwei Lastaufnahmemitteln vor und es zeigt sich, daß je
größer die Anzahl der Lastaufnahmemittel ist, desto größer
auch die Spielzeitverringerung beim erfindungsgemäßen La
dungseinheitentauschverfahren gegenüber der herkömmlichen
Methode ist.
Selbstverständlich ist das erfindungsgemäße Verfahren auch
anwendbar bei unterschiedlicher Anzahl von Einlager- und
Auslager-Ladungseinheiten. Je geringer die Differenz zwischen
der Anzahl der Einlager- und Auslagereinheiten ist, desto
größer ist allerdings der Spielzeitgewinn. Stets muß die
folgende Bedingung eingehalten werden. Die Anzahl der Ein
lagerladungseinheiten ist größer "1" und die Anzahl der
Auslagereinheiten ist größer gleich "1".
Claims (2)
1. Verfahren zum Steuern eines Transportmittels, insbesondere
eines Regalbediengeräts (RBG) mit mindestens zwei Lastauf
nahmemitteln (LA1, LA2), wobei entsprechend einem vorgegebe
nen Transportprogramm Ladungseinheiten (LE1, LE2) an vorgege
benen Positionen (I-V), insbesondere den Fächern eines Hoch
regallagers (R), plaziert oder aufgenommen werden können,
dadurch gekennzeichnet, daß jeweils
dann, wenn das Transportmittel (RBG) eine Ladungseinheit
(LE3a, LE4a) aufgenommen hat, geprüft wird, ob auf dem Trans
portmittel (RBG) noch mindestens eine zu plazierende Ladungs
einheit (LE2e) vorhanden ist, und daß, wenn dies der Fall
ist, eine solche Ladungseinheit (LE2e) im Rahmen einer Um
plazierung an der soeben frei gewordenen Position (III) pla
ziert wird und die vom Transportprogramm für diese Ladungs
einheit (LE2e) ursprünglich vorgesehene Position (IV) durch
die Position der Umplazierung (III) ersetzt wird.
2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Transportprogramm in einer ersten Rechneranordnung gespei
chert ist, welche die Bewegung des Transportmittels (RBG)
steuert und welche auch jeweils einen aktuellen Belegungsplan
aller möglichen Positionen enthält, daß auf dem Transport
mittel (RBG) Detektoreinrichtungen zum Erkennen von frei
gewordenen Positionen und zum Erkennen noch zu plazierender
Ladungseinheiten vorgesehen sind und daß die durch die Um
plazierungen resultierenden Plazierungsänderungen vom Trans
portmittel (RBG) an die Rechneranordnung gemeldet werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944414772 DE4414772A1 (de) | 1994-04-27 | 1994-04-27 | Verfahren zum Steuern eines Transportmittels, insbesondere eines Regalbediengeräts |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944414772 DE4414772A1 (de) | 1994-04-27 | 1994-04-27 | Verfahren zum Steuern eines Transportmittels, insbesondere eines Regalbediengeräts |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4414772A1 true DE4414772A1 (de) | 1995-11-02 |
Family
ID=6516615
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944414772 Withdrawn DE4414772A1 (de) | 1994-04-27 | 1994-04-27 | Verfahren zum Steuern eines Transportmittels, insbesondere eines Regalbediengeräts |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4414772A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10154787A1 (de) * | 2001-11-08 | 2003-05-28 | Krusche Lagertechnik Ag | System zum Bedienen von Lagereinheiten |
-
1994
- 1994-04-27 DE DE19944414772 patent/DE4414772A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10154787A1 (de) * | 2001-11-08 | 2003-05-28 | Krusche Lagertechnik Ag | System zum Bedienen von Lagereinheiten |
| US7909559B2 (en) | 2001-11-08 | 2011-03-22 | Westfalia Intralogistic Gmbh | System for feeding storing units |
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