DE4414111A1 - Automatisches Solarheizsystem - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein automatisches Solar
heizsystem für Freibäder mit einem Becken zur Aufnahme des
Badewassers.
In nur ganz wenigen Regionen der Welt erreichen Freibäder
Badewassertemperaturen, die ohne zusätzliche Heizung
tatsächlichen Badespaß garantieren.
Angenehme Wassertemperaturen können daher in der Regel nur
mit Zusatzheizung erzielt werden. Die dafür erforderlichen
Heizkosten sind jedoch beträchtlich. Die zur Warmwasser
erzeugung üblicherweise eingesetzte Heizungsart ist eine
Gas- oder Ölheizung. Neben den reinen Installationskosten
für ein derartiges Heizsystem fallen aufgrund der teuren
Brennstoffe Öl oder Gas beträchtliche Betriebskosten an.
Die Zahl der erbauten privaten oder öffentlichen Freibäder
ist in den letzten zwanzig Jahren zurückgegangen.
Zur Reduzierung der Energiekosten werden alternativ
sogenannte Solarsysteme angeboten. Hierbei handelt es sich
um in Matten verpreßte, schlangenlinig ausgelegte Schlauch
systeme, durch die das mittels einer separaten Pumpe aus
dem Freibad entnommenes Badewasser geleitet, von der Sonne
aufgeheizt und wieder dem Freibad zugeführt wird. Die
Schlauchsysteme werden zweckmäßigerweise an einer der Sonne
besonders exponierten Stelle angeordnet. Üblicherweise
erfolgt daher die Anordnung der Schlauchsysteme auf dem
Dach eines Hauses, vorzugsweise einem Schrägdach, wobei auf
der Nordhalbkugel der Erde in der Regel eine Ausrichtung
zur Sonne in Süd-West-Lage erfolgt. Die Schlauchsysteme
können zudem in Rahmen aufgestellt sein. Ein Auslegen der
Schlauchsysteme ist generell auch auf dem das Freibad
umgebende Terrain möglich, wie z. B. in einem Garten.
Derartige Solarsysteme verfügen jedoch über erhebliche
Nachteile. Auf Dächern angeordnete Schlauchsysteme sind nur
einseitig zur Sonne ausgerichtet und können der Sonnenbahn
nicht nachgeführt werden. Ein günstiger Sonneneinstrahl
winkel läßt sich daher nur in einem sehr begrenzten Bereich
der Sonnenbahn realisieren, wodurch ein geringer Wirkungs
grad und somit eine schlechte Ausnutzung der zur Verfügung
stehenden Sonnenenergie resultiert. Zusätzlich ist die
tägliche Nutzungsdauer dieses Solarsystems aufgrund der
oben beschriebenen Umstände stark reduziert. Einrichtungen
zur Nachführung von Solaranlagen zur Sonnenbahn sind zwar
bekannt, die Kosten für derartige Geräte jedoch derart
hoch, daß sich deren Anwendung auch in Zukunft vorerst nur
auf Solar-Forschungsanlagen beschränken wird.
Da zur Erzielung eines günstigen Sonneneinstrahlwinkels die
Aufstellung der Schlauchsysteme an Schrägdächern oder an
schräg gestellten Rahmen erfolgt, wird die Heizleistung des
Schlauchsystems in Folge von Abkühlung durch Windeinflüsse
herabgesetzt. Das Solarschlauchsystem benötigt ferner eine
separate Pumpe, um den Heizkreislauf aufrecht zu erhalten
und verbraucht damit zusätzliche Energie. Der Energiebedarf
ist um so höher, je größer die zu überwindende Höhen
differenz zwischen dem Wasserspiegel des üblicherweise auf
ebener Erde befindlichen Freibades und dem auf dem Dach
angeordneten Schlauchsystem ist. Des weiteren bieten die
auf dem Dach angebrachten oder im Garten ausgelegten rohr
artigen Schlauchsysteme einen optisch sehr unschönen Ein
druck, so daß diese Solarheizsystem-Variante bei Freibad
besitzern nur geringe Akzeptanz findet.
Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde,
ein Solarheizsystem für Freibäder zu schaffen, das auf
einfache und effektive Art und Weise und unter Einsparung
erheblicher Energiekosten ein Erwärmen des Badewassers
gestattet und darüber hinaus leichter in ein Freibadkonzept
integriert werden kann.
Diese Aufgabe wird durch ein automatisches Solarheizsystem
für Freibäder mit einem Becken zur Aufnahme des Badewassers
gelöst, umfassend eine Solarheizeinrichtung mit einem
begehbaren, eine Durchlaufstrecke umfassende Beckenum
randung mit einem unterhalb des Niveaus des Badewassers
angeordneten Einlaß für zu erwärmendes und einem Auslaß für
erwärmtes Badewasser, und einen wärmeisolierten,
evakuierbaren Warmwassertank für das erwärmte Badewasser,
wobei sich der Einlaß des Warmwassertanks unter dem Niveau
des Auslasses der Schwimmbadumrandung befindet und mit
diesem Auslaß in Verbindung steht und der Auslaß des Warm
wassertankes über eine Pumpen-Filter-Anlage mit einer
Becken-Einleitöffnung für das erwärmte und gefilterte
Badewasser kommuniziert.
Das erfindungsgemäße Solarheizsystem arbeitet nach
einmaligem Ansaugen des Badewassers mittels der Pumpen-
Filter-Anlage vollkommen automatisch und bedarf keiner
weiteren Wartung. Die Erzeugung des Warmwassers unterliegt
im Vergleich zu konventionellen Heiz- oder Solarheiz
systemen keinen laufenden Betriebskosten. Der Transport des
erwärmten Wassers aus dem Warmwassertank in das Becken
erfolgt zwar über die Pumpen-Filter-Anlage, jedoch ist
diese ohnehin zur Reinigung und Umwälzung des Badewassers
erforderlich. Die Filterzeit für das Badewasser wird durch
die erfindungsgemäße Solarheizeinrichtung nicht verlängert.
Im Gegensatz zu Gas- oder Ölheizungen sowie konventionellen
Solarheizsystemen ist warmes Badewasser somit sehr kosten
günstig herstellbar. Darüber hinaus läßt sich das
erfindungsgemäße Solarheizsystem formschön und platzsparend
als begehbare Beckenumrandung in das Gesamtkonzept eines
Freibades integrieren. Im Gegensatz zu auf Schrägdächern
angeordneten Solarheizsystemen nach dem Stand der Technik
ist das erfindungsgemäße Solarheizsystem in den meisten
Fällen auch einer längeren Sonneneinstrahldauer ausgesetzt,
so daß sich ein höherer Nutzungsgrad erzielen läßt.
Es hat sich als Vorteil herausgestellt, die Durchlauf
strecke des erfindungsgemäßen Solarheizsystems mäander
förmig auszubilden, da auf diese Art und Weise die
effektive Durchlaufstrecke erhöht und die Erwärmungseigen
schaften verbessert werden.
Besonders vorteilhaft läßt sich das erfindungsgemäße Solar
heizsystem realisieren, wenn die die Durchlaufstrecke
umfassende Beckenumrandung aus einer Vielzahl zusammensetz
barer Heizmodule besteht. Auf diese Weise kann das Solar
heizsystem einer Vielzahl von Beckenformen angepaßt werden.
Das Solarheizsystem kann durch Hinzufügen weiterer Heiz
module beliebig erweitert und die Heizkapazität erhöht
werden. Auch sind bereits bestehende Freibäder leicht mit
den erfindungsgemäßen Heizmodulen nachzurüsten.
Zweckmäßigerweise sind die Heizmodule mit einer Ver
bindungseinrichtung zum Verbinden mehrerer solcher Heiz
module und ihrer Durchlaufstrecken versehen.
Als besonders geeignet hat sich erwiesen, daß die Heiz
module im wesentlichen plattenförmig ausgebildet sind.
Somit ist eine leichte Herstellbarkeit und eine einfache
Anpassung der Heizmodule an verschiedene Beckenformen
realisierbar.
Wird die der Sonneneinstrahlung ausgesetzte Oberfläche der
Beckenumrandung mit einer Struktur versehen, die diese
Oberfläche vergrößert, kann auf vorteilhafte Weise der
Wirkungsgrad des Heizmoduls erhöht werden. Als Struktur
eignen sich insbesondere halbkugelförmige Noppen, Rippen
oder andere geeignete Erhebungen oder Strukturmuster.
Des weiteren hat es sich als von Vorteil erwiesen, daß die
der Sonneneinstrahlung ausgesetzte Oberfläche der Beckenum
randung schwarz eingefärbt ist, da sich somit der Wirkungs
grad des erfindungsgemäßen Solarheizsystems erhöhen läßt.
Vorteilhaft für die Herstellung des erfindungsgemäßen
Solarheizsystems ist es, daß die Beckenumrandung aus Kunst
stoff gefertigt ist. Ein geeigneter Kunststoff ist im
wesentlichen witterungsunempfindlich und wasser- und UV-
resistent.
Wird die Beckenumrandung zum Beckenrand hin geneigt aus
gebildet, kann Spritzwasser oder überschwappendes Wasser
aus dem Becken wieder leicht in das Becken zurückgeführt
werden.
Im Zusammenhang mit dieser letztgenannten Ausgestaltungs
form der Beckenumrandung sind als Struktur zur Vergrößerung
der der Sonneneinstrahlung ausgesetzten Oberfläche der
Beckenumrandung insbesondere rippen- oder wellenförmige
Strukturen geeignet, wobei sich die Längsrichtung der
Rippen zweckmäßigerweise zum Becken hin orientiert.
Es ist in einer vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen,
den erfindungsgemäßen Warmwassertank separat vom Becken
anzuordnen. Diese Ausführungsform ist besonders für bereits
bestehende Freibäder geeignet, die mit dem erfindungs
gemäßen Solarheizsystem nachgerüstet werden.
Bei der Herstellung von neuen Freibadbecken kann es
hingegen von Vorteil sein, daß der Warmwassertank
integraler Bestandteil des Beckenkörpers des Beckens ist.
Durch diese Maßnahme kann die Installation des erfindungs
gemäßen Solarheizsystems vereinfacht und auch Becken
einbauten, wie etwa eine Treppe oder ein Absatz durch den
Warmwassertank mit geformt werden.
Zur Gewährleistung einer erfindungsgemäßen Arbeitsweise des
Solarheizsystems ist erforderlich, daß der Warmwassertank
mit einer Belüftungseinrichtung versehen ist. Dabei ist es
von Vorteil, daß die Belüftungseinrichtung ein Belüftungs
ventil umfaßt. Zur Initialisierung der Durchlaufströmung
durch die Durchlaufstrecke des erfindungsgemäßen Solarheiz
systems ist es erforderlich, daß der Warmwassertank
evakuierbar ist, so daß das Badewasser aus dem Becken
einmal mittels der Pumpen-Filter-Anlage angesaugt und in
den Warmwassertank geleitet werden kann. Sobald das
erwärmte Badewasser in den Warmwassertank strömt, ist die
Pumpen-Filter-Anlage zur Aufrechterhaltung dieses Vorganges
nicht mehr erforderlich, da nun, nach dem Prinzip eines
Saughebers, allein die Gravitationskraft dazu ausreicht.
Bei abgestellter Pumpen-Filter-Anlage könnte sich jedoch in
dem Warmwasserbehälter ab einem bestimmten Füllstand ein
Gegendruck einstellen, der ausreichend ist, den durch den
Umgebungsdruck des Freibades aufrecht gehaltenen Strömungs
vorgang zu unterbrechen. Aus diesem Grund ist ein
Belüftungsventil vorgesehen, das bei einem vorbestimmten
Warmwassertank-Innendruck öffnet und somit eine Luftzufuhr
und Aufrechterhaltung des Einströmvorganges in den Warm
wassertank gestattet. Genauso ist es jedoch möglich, das
Belüftungsventil einfach derart auszugestalten, daß es beim
Ansaugvorgang durch die Pumpen-Filter-Anlage solange
schließt, bis erwärmtes Badewasser aus den Heizmodulen
angesaugt und in den Warmwassertank eingetreten ist, wonach
sich, wie oben beschrieben, der Strömungsvorgang von selbst
aufrechterhält. Bei Abstellen der Pumpe öffnet das
Belüftungsventil wieder automatisch.
In einer weiteren Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen
Solarheizsystems ist darüber hinaus vorgesehen, daß der
Auslaß des Warmwassertanks über ein Rückschlagventil ver
fügt und mit einem Auslaß des Beckens in Verbindung steht.
Üblicherweise wird das Badewasser eines Freibades über
einen im Bodenbereich des Beckens angeordneten Auslaß zur
Pumpen-Filter-Anlage geleitet. Da bei dem erfindungsgemäßen
Solarheizsystem das erwärmte Badewasser aus dem Warmwasser
tank ebenfalls der Pumpen-Filter-Anlage zugeleitet wird,
bietet es sich an, das erwärmte Badewasser aus dem Warm
wassertank und das Wasser aus dem Becken über eine
gemeinsame Zuleitung zur Pumpen-Filter-Anlage zu führen. Um
bei abgestellter Pumpen-Filter-Anlage ein Rückströmen von
Badewasser aus dem Auslaß des Beckens in den Warmwassertank
zu vermeiden, ist ein Rückschlagventil am Auslaß des Warm
wassertanks vorgesehen. Genauso kann jedoch auch ein Rück
schlagventil am Auslaß des Beckens vorgesehen sein.
Zur Vermeidung von Wärmeverlusten ist der Warmwassertank
zweckmäßigerweise wärmeisoliert.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit weiteren Einzel
heiten und vorteilhaften Weiterbildungen ist nachfolgend
anhand der Zeichnungen beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische perspektivische Darstellung des
erfindungsgemäßen automatischen Solarheizsystems;
Fig. 2 eine schematische Explosionsdarstellung eines
erfindungsgemäßen Heizmoduls des Solarheiz
systems.
Wie in der Fig. 1 zu sehen, ist das erfindungsgemäße
automatische Solarheizsystem an einem Freibad mit einem
rechteckigen Becken 2, zur Aufnahme des Badewassers,
angeordnet. Das Badewasser selbst ist in der Zeichnung
nicht dargestellt. Die Solarheizeinrichtung des erfindungs
gemäßen Solarheizsystems besteht aus einer begehbaren
Beckenumrandung 4, die den Rand des Beckens 2 an allen vier
Seiten umschließt. Die Beckenumrandung 4 umfaßt eine Durch
laufstrecke für dem Becken entnommenes Badewasser. Auf
diese Durchlaufstrecke wird im nachfolgenden noch
detaillierter eingegangen werden. Die Beckenumrandung 4
verfügt ferner über einen unterhalb des Niveaus des Bade
wassers angeordneten Einlaß 6 für das zu erwärmende und
einen Auslaß 8 für das erwärmte Badewasser. Unter dem
Niveau des Badewassers ist der Füllstand des Beckens zu
verstehen, der bei einem üblichen Badebetrieb vorliegt.
Das erfindungsgemäße Solarheizsystem umfaßt des weiteren
einen evakuierbaren Warmwassertank 10 für das erwärmte
Badewasser, der im vorliegenden Fall, wie in Fig. 1 dar
gestellt, separat außerhalb des Beckens 2 angeordnet ist.
Das Volumen des Warmwassertankes 10 entspricht im vor
liegenden Fall etwa einem Zehntel der Aufnahmekapazität des
Beckens 2. Je nach Anwendungsfall kann das Volumen des
Warmwassertankes 10 jedoch variieren. Der Einlaß 12 des
Warmwassertankes 10 befindet sich unter dem Niveau des
Auslasses 8 der Beckenumrandung 4 und steht mit diesem
Auslaß 8 über eine Leitung 40 in Verbindung. Der Höhen
unterschied zwischen dem Auslaß 8 der Beckenumrandung 4 und
dem Einlaß 12 des Warmwassertankes 10 ist in der Fig. 1 mit
dem Bezugszeichen H gekennzeichnet. Der Auslaß 14 des
Warmwassertanks 2 wiederum kommuniziert über eine Pumpen-
Filter-Anlage 16 mit einer Becken-Einleit-Öffnung 18 für
das erwärmte und gefilterte Badewasser. Die Verbindung
zwischen dem Auslaß 14 des Warmwassertankes 10 und der
Pumpen-Filter-Anlage 16 erfolgt dabei über die Zuleitung 42
und die Verbindung zwischen der Pumpen-Filter-Anlage 16 und
der Becken-Einleit-Öffnung 18 über die Zuleitung 46.
Das Becken 2 hat einen im Bodenbereich des Beckens 2
angeordneten Beckenauslaß 38, der über die separate
Zuleitung 44 ebenfalls mit der Pumpen-Filter-Anlage 16 in
Verbindung steht.
Um bei abgestellter Pumpen-Filter-Anlage 16 ein Zurück
strömen des erwärmten Badewassers durch die Zuleitung 42 in
den Warmwassertank 10 zu verhindern, ist am Auslaß 14 des
Warmwassertankes 10 ein Rückschlagventil 36 eingebaut. Das
Rückschlagventil 36 kann jedoch ebenso in der Zuleitung 42
oder an einer mit der Zuleitung 42 bzw. dem Auslaß 14 in
Verbindung stehenden Stelle der Pumpen-Filter-Anlage 16
angeordnet sein, kann aber auch entfallen, wenn die Filter
anlage höher liegt als der Wasserspiegel des Beckens.
In einer weiteren Ausgestaltungsvariante des erfindungs
gemäßen Solarheizsystems besteht auch die Möglichkeit, die
Zuleitung 44 mit der Zuleitung 42 zusammenzuschließen, so
daß nur noch eine Zuleitung 42 zu der Pumpen-Filter-Anlage
16 führt. Diese Ausgestaltungsform ist in den Zeichnungen
nicht dargestellt.
Der Warmwassertank 10 ist mit einer Belüftungseinrichtung
32 versehen, die im vorliegenden Fall aus einem vertikal
angeordneten Rohr besteht, dessen obere Öffnung über dem
Niveau des Badewassers im Becken 2 liegt. Die Belüftungs
einrichtung 32 verfügt ferner über ein Belüftungsventil 34,
welches schließt, sobald der Druck innerhalb des Warm
wassertankes 10 niedriger als der atmosphärische Umgebungs
druck des Beckens 2 bzw. der Druck in der mit dem Becken in
Verbindung stehenden Beckenumrandung 4 ist.
Der Warmwassertank 10 ist zur Vermeidung von Wärmeverlusten
wärmeisoliert.
Wie in der Fig. 1 angedeutet, besteht die Beckenumrandung 4
des erfindungsgemäßen Solarheizsystems aus einer Vielzahl
zusammengesetzter Heizmodule 22. Die Heizmodule 22 stehen
miteinander in Verbindung und deren jeweilige Durchlauf
strecken bilden auf diese Weise die obengenannte Durchlauf
strecke der Beckenumrandung 4. Die Grundrißform der Heiz
module 22 ist rechteckförmig, so daß die Beckenumrandung
des im vorliegenden Fall rechteckigen Beckens 2 auf
einfache Weise nachgebildet werden kann. Bei Freibädern mit
anderen Beckenformen können auch die erfindungsgemäßen
Heizmodule 22 andere geeignete Grundrißformen annehmen.
In den Fig. 1 und 2 kennzeichnet das Bezugszeichen 26 die
der Sonneneinstrahlung ausgesetzte Oberfläche der Becken
umrandung 4 bzw. der die Beckenumrandung 4 bildenden Heiz
module 22.
Ein erfindungsgemäßes Heizmodul 22 ist in der Fig. 2 in
einer perspektivischen Explosionsdarstellung detaillierter
dargestellt. Das Heizmodul 22 ist im wesentlichen platten
förmig ausgebildet. Wie in der Fig. 2 gut zu erkennen, ist
die innenliegende Durchlaufstrecke 20 des Heizmoduls 22
mäanderförmig gestaltet. Die Strömungsrichtung innerhalb
der Durchlaufstrecke 20 ist durch Pfeile angedeutet. Die
Rippen des Heizmoduls 22, die die mäanderförmige Durchlauf
strecke formen, tragen gleichzeitig zur Trittfestigkeit des
begehbaren Heizmodules 22 bei. Das Heizmodul 22 ist mit
einer Verbindungseinrichtung 24.1, 24.2 zum Verbinden
mehrerer solcher Heizmodule 22 und ihrer Durchlaufstrecken
20 versehen. Dabei kennzeichnet das Bezugszeichen 24.1 die
Verbindungseinrichtung für den Wasseranschluß und das
Bezugszeichen 24.2 die Verbindungseinrichtung zum rein
mechanischen Zusammenkuppeln zweier oder mehrerer solcher
Heizmodule 22. Die Verbindungseinrichtung 24.1 kann mit
Dichtungselementen oder dergleichen versehen sein. Diese
Dichtungselemente sind in den Figuren nicht dargestellt. Bei
der Verbindungseinrichtung 24.2 kann es sich um eine
Steck-, Schiebe-, Schnapp-Verbindung oder andere geeignete
Riegelelemente handeln. Die Verbindungseinrichtungen 24.1
und 24.2 können auch in einem einzelnen Verbindungselement
integriert sein.
Wie in der Fig. 2 des weiteren zu erkennen, ist die der
Sonneneinstrahlung ausgesetzte Oberfläche 26 der Heizmodule
22 mit einer Struktur 28 versehen, die die Oberfläche 26
vergrößert. Im vorliegenden Fall wird die Struktur 28 aus
einer Vielzahl halbkugelförmiger Noppen 30 gebildet. Als
Struktur 28 kommen jedoch auch andere geeignete Erhebungen
oder Strukturmuster in Frage, wie z. B. rippen-, wellen-
oder pyramidenförmige Erhebungen und dergleichen.
Die der Sonneneinstrahlung ausgesetzte Oberfläche 26 der
Heizmodule 22 ist zur Steigerung des Wirkungsgrades des
Heizmodules 22 schwarz eingefärbt. Die erfindungsgemäßen
Heizmodule 22 sind vorzugsweise aus einem geeigneten Kunst
stoff gefertigt. Generell können jedoch auch andere Werk
stoffe verwendet werden.
Es wird nun die Arbeitsweise des erfindungsgemäßen
automatischen Solarheizsystems beschrieben werden.
Im Badebetrieb ist das Becken 2 des Freibades bis nahezu
zum Beckenrand mit Badewasser gefüllt, so daß der Einlaß,
der durch die Heizmodule 22 gebildeten Beckenumrandung 4
unterhalb des Niveaus des Badewassers liegt. Zur Inbetrieb
nahme des Solarheizsystems wird die Pumpen-Filter-Anlage 16
kurzzeitig angeschaltet. Daraus resultiert ein im Vergleich
zum atmosphärischen Umgebungsdruck des Beckens 2
niedrigerer Druck im Warmwassertank 10. Das Belüftungs
ventil 34 der Belüftungseinrichtung 32 des Warmwassertankes 10
schließt und eine Fortsetzung des Pumpvorgangs durch die
Pumpen-Filter-Anlage 16 führt zu einer weiteren Reduzierung
des Druckes innerhalb des Wassertanks 10. Auf diese Weise
wird auch eine Saugwirkung in den mit des Warmwassertanks
10 in Verbindung stehenden Heizmodulen 22 erzeugt, so daß
Badewasser aus dem Becken 2 über den Einlaß 6 in die Heiz
module 22 gelangt. Das Badewasser strömt weiter durch die
mäanderförmigen Durchlaufstrecken 20 der einzelnen Heiz
module 22, verläßt die Heizmodule 22 durch den Auslauf 8 am
Ende der durch die Gesamtanzahl der Heizmodule 22
gebildeten Gesamtdurchlaufstrecke der Beckenumrandung 4 und
gelangt über die Leitung 40 und den Einlaß 12 in den Warm
wassertank 10. Zwischen dem Auslaß 8 des letzten Heizmoduls
22 der Beckenumrandung 4 und dem Einlaß 12 des Warmwasser
tankes 10 durchläuft das Badewasser den Höhenunterschied H.
Nun kann die Pumpen-Filter-Anlage 16 ausgeschaltet werden,
da sich der beschriebene Vorgang nach dem Prinzip des
Saughebers von selbst aufrechterhält. Bei Abschalten der
Pumpen-Filter-Anlage 16 öffnet auch wieder das Belüftungs
ventil 34 der Belüftungseinrichtung 32, so daß das Bade
wasser frei in den Warmwassertank 10 einströmen kann.
Gleichzeitig schließt das Rückschlagventil 36 am Auslaß 14
des Warmwassertankes 10, so daß keine Rückströmung von
Badewasser aus der Pumpen-Filter-Anlage 16 oder der
Zuleitung 42 in den Warmwassertank 10 erfolgen kann.
Zwischen dem Eintritt in den Einlaß 6 des ersten Heizmoduls
22 der Beckenumrandung 4 und dem Austritt durch den Auslaß
8 des letzten Heizmodules der Beckenumrandung 4 und während
Durchströmung der jeweiligen Durchlaufstrecken 20 der
Heizmodule 22 erwärmt sich das Badewasser in Folge von
Sonneneinstrahlung. Auf diese Weise gelangt erwärmtes
Badewasser in den Warmwassertank 10. Bei einem
entsprechenden Füllstand des Warmwassertankes 10 wird die
Pumpen-Filter-Anlage erneut in Betrieb gesetzt und das
Warmwasser aus dem Warmwassertank 10 über die Zuleitung 42
zur Pumpen-Filter-Anlage 16 und anschließend über die
Zuleitung 46 und die Beckeneinleitöffnung 18 in das Becken
2 geleitet. Die Kapazität des Warmwassertankes 10 sollte so
bemessen sein, daß das Entleeren des Warmwassertankes 10
vorzugsweise in einem üblichen Zyklus der Pumpen-Filter
anlage 16 erfolgt, so wie es für Umwälz- und Reinigungs
zwecke des Badewassers erforderlich ist. Aus der vorher
gehend beschriebenen Arbeitsweise des erfindungsgemäßen
Solarheizsystems wird deutlich, daß sich der Strömungs
kreislauf durch die Heizmodule 22 nach einmaligem
Inbetriebsetzen durch die Pumpen-Filter-Anlage 16 auto
matisch aufrechterhält und daß keine weiteren Energiekosten
aufzuwenden sind als diejenigen, die für den Betrieb der
Pumpen-Filter-Anlage 16 zu stets erforderlichen Umwälz- und
Reinigungszwecken ohnehin zu veranschlagen ist.
Bei der obigen Beschreibung der Arbeitsweise des
erfindungsgemäßen automatischen Solarheizsystems wurde
nicht erwähnt, daß bei Inbetriebnahme der Pumpen-Filter-
Anlage 16 natürlich auch gleichzeitig Badewasser über den
Beckenauslaß 38 und die Zuleitung 44 zur Pumpen-Filter-
Anlage 16 geführt wird. In der sich an die Pumpen-Filter-
Anlage anschließenden Zuleitung 46 wird dann erwärmtes
Badewasser aus dem Warmwassertank 10 mit kühlerem Bade
wasser aus der Zuleitung 44 vermischt. Optional kann jedoch
die Pumpen-Filter-Anlage 16 so ausgelegt werden, daß zur
Entnahme von erwärmtem Badewasser aus dem Warmwassertank 10
die Zuleitung 44 geschlossen ist.
Das erfindungsgemäße automatische Solarheizsystem ist nicht
auf die vorhergehend beschriebene bevorzugte Ausführungs
form beschränkt. Im Rahmen der Erfindung kann z. B. die
Beckenumrandung 4 bzw. die Heizmodule 22 so ausgestaltet
sein, daß sie zum Beckenrand hin geneigt ist bzw. sind, so
daß Spritzwasser aus dem Becken 2 wieder in das Becken
zurückfließt. Auch kann der Warmwassertank 10 integraler
Bestandteil des Beckenkörpers des Beckens 2 sein. Die dem
Beckeninnenraum des Beckens 2 zugewandte Seite eines der
artigen Warmwassertankes 10 könnte dann auch so ausgebildet
sein, daß gleichzeitig eine Treppe oder eine andere
beliebige Form gebildet wird, die sonst als separates
Bauteil installiert werden müßte.
Bezugszeichenliste
2 Becken
4 Beckenumrandung
6 Einlaß der Beckenumrandung
8 Auslaß der Beckenumrandung
10 Warmwassertank
12 Einlaß des Warmwassertankes
14 Auslaß des Warmwassertankes
16 Pumpen-Filter-Anlage
18 Becken-Einleitöffnung
20 Durchlaufstrecke
22 Heizmodul
24.1 Verbindungseinrichtung
24.2 Verbindungseinrichtung
26 Oberfläche der Beckenumrandung
28 Struktur
30 Noppen
32 Belüftungseinrichtung
34 Belüftungsventil
36 Rückschlagventil
38 Beckenauslaß
40 Leitung
42 Zuleitung
44 Zuleitung
46 Zuleitung
H Höhenunterschied
4 Beckenumrandung
6 Einlaß der Beckenumrandung
8 Auslaß der Beckenumrandung
10 Warmwassertank
12 Einlaß des Warmwassertankes
14 Auslaß des Warmwassertankes
16 Pumpen-Filter-Anlage
18 Becken-Einleitöffnung
20 Durchlaufstrecke
22 Heizmodul
24.1 Verbindungseinrichtung
24.2 Verbindungseinrichtung
26 Oberfläche der Beckenumrandung
28 Struktur
30 Noppen
32 Belüftungseinrichtung
34 Belüftungsventil
36 Rückschlagventil
38 Beckenauslaß
40 Leitung
42 Zuleitung
44 Zuleitung
46 Zuleitung
H Höhenunterschied
Claims (16)
1. Automatisches Solarheizsystem für Freibäder mit einem
Becken (2) zur Aufnahme des Badewassers,
umfassend
- - eine Solarheizeinrichtung mit einer begehbaren, eine Durchlaufstrecke (20) umfassende Beckenum randung (4) mit einem unterhalb des Niveaus des Badewassers angeordneten Einlaß (6) für zu erwärmendes und einem Auslaß (8) für erwärmtes Badewasser, und
- - einen wärmeisolierten, evakuierbaren Warmwasser tank (10) für das erwärmte Badewasser, wobei sich der Einlaß (12) des Warmwassertankes (10) unter dem Niveau des Auslasses (8) der Beckenumrandung (4) befindet und mit diesem Auslaß (8) in Verbindung steht und der Auslaß (14) des Warm wassertankes (10) über eine Pumpen-Filter-Anlage (16) mit einer Becken-Einleitöffnung (18) für das erwärmte und gefilterte Wasser kommuniziert.
2. Solarheizsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Durchlaufstrecke (20) mäanderförmig ist.
3. Solarheizsystem nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Beckenumrandung (4) aus einer Vielzahl zusammen
setzbarer Heizmodule (22) besteht.
4. Solarheizsystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Heizmodule (22) mit einer Verbindungseinrichtung
(24.1, 24.2) zum Verbinden mehrerer solcher Heizmodule
(22) und ihrer Durchlaufstrecken (20) versehen sind.
5. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der vor
benannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Heizmodule (22) im wesentlichen plattenförmig
ausgebildet sind.
6. Solarheizsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die der Sonneneinstrahlung ausgesetzte Oberfläche (26)
der Beckenumrandung (4) mit einer Struktur (28) ver
sehen ist, die diese Oberfläche (26) vergrößert.
7. Solarheizsystem nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Struktur (28) aus halbkugelförmigen Noppen (30),
Rippen oder anderen geeigneten Erhebungen oder
Strukturmustern besteht.
8. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der
vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die der Sonneneinstrahlung ausgesetzte Oberfläche (26)
der Beckenumrandung (4) schwarz eingefärbt ist.
9. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der
vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Beckenumrandung (4) aus Kunststoff gefertigt ist.
10. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der
vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Beckenumrandung (4) zum Beckenrand hin geneigt
ist.
11. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der
vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Warmwassertank (10) separat vom Becken (2)
angeordnet ist.
12. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der
vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Warmwassertank (10) integraler Bestandteil des
Beckenkörpers des Beckens (2) ist.
13. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der
vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Warmwassertank (10) mit einer Belüftungs
einrichtung (32) versehen ist.
14. Solarheizsystem nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Belüftungseinrichtung (32) ein Belüftungsventil
(34) umfaßt.
15. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der
vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Auslaß (14) des Warmwassertanks (10) über ein
Rückschlagventil (36) verfügt und mit einem Auslaß
(38) des Beckens (2) in Verbindung steht.
16. Solarheizsystem nach einem oder mehreren der
vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Warmwassertank (10) wärmeisoliert ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4414111A DE4414111C2 (de) | 1994-04-22 | 1994-04-22 | Solarheizsystem für Freibäder |
| US08/420,866 US5601074A (en) | 1994-04-22 | 1995-04-12 | Automatic solar heating system |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4414111A DE4414111C2 (de) | 1994-04-22 | 1994-04-22 | Solarheizsystem für Freibäder |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4414111A1 true DE4414111A1 (de) | 1995-10-26 |
| DE4414111C2 DE4414111C2 (de) | 2003-06-12 |
Family
ID=6516181
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4414111A Expired - Fee Related DE4414111C2 (de) | 1994-04-22 | 1994-04-22 | Solarheizsystem für Freibäder |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US5601074A (de) |
| DE (1) | DE4414111C2 (de) |
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1994
- 1994-04-22 DE DE4414111A patent/DE4414111C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US5601074A (en) | 1997-02-11 |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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Ipc: F24J 2/20 |
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| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |