DE4411599A1 - Festkörperlaseranordnung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Festkörperlaseranordnung nach dem Oberbegriff des
Hauptanspruchs.
Bei Hochleistungsfestkörperlasern, die mit Laserdioden angeregt werden, besteht das
Problem, daß die von vielen Laserdioden emittierte Pumpleistung in den Laserkristall
übertragen werden muß. Die Pumpstrahlung wird von den Laserdiodenanordnungen im
allgemeinen mit einer hohen Divergenz (von z. B. 45°) emittiert, die dazu führt, daß
schon nach einer kurzen Strecke eine Fläche bestrahlt wird, die die Ausdehnung des
Laserelements übertrifft, so daß ein effizienter Transfer der Pumpleistung in das
Laserelement nicht mehr gewährleistet ist.
Verwendet man als Laserelement einen stabförmigen Laserkristall, besteht eine
Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen, darin, mehrere lineare Anordnungen von
Laserdioden möglichst nahe an die Oberfläche des Kristalls, bzw. der ihn umgebenden
Elemente zur Führung des Kühlwassers zu bringen. Nach dem Stand der Technik wird
dann eine sternförmige Anordnung benutzt, bei der sich die einzelnen
Laserdiodenelemente auf dem Umfang des zylinderförmigen Elements befinden und in
Richtung des Stabmittelpunktes strahlen. Durch die Brechung des Pumplichts an der
Grenzfläche tritt eine gewisse Bündelung der Pumpstrahlung in Richtung des
Stabmittelpunktes ein. Begrenzend wirkt hier der Umfang des Elements, der nur eine
eingeschränkte Zahl von Pumpanordnungen und damit maximale Pumpleistung pro
Längeneinheit zuläßt. Da eine hohe Pumpleistungsdichte in Lasermedien angestrebt
wird, diese aber im Gegensatz zum Umfang, der linear mit dem Radius zunimmt,
quadratisch mit dem Radius abnimmt, möchte man den Radius des Laserstabes
vergleichsweise klein halten. Außerdem wird die erreichbare Strahlqualität des
Laserstrahls des Festkörperlasers mit größer werdendem Durchmesser ungünstig
beeinflußt. Da zudem die Länge eines Laserkristalls herstellungstechnisch beschränkt
ist, ist die mit dieser Anordnung zu erreichende Ausgangsleistung des Festkörperlasers
durch die Geometrie der Anordnung begrenzt.
Will man zur Erhöhung der Ausgangsleistung des Lasers die Anzahl der Laserdioden
auf dem Stabumfang trotzdem erhöhen, kann also nur der Abstand zur Oberfläche
vergrößert werden. Um die stark divergente Pumpstrahlung dennoch in den Laserkristall
zu richten, werden bisher Abbildungslinsen mit hoher numerischer Apertur verwendet,
die die Anordnung erheblich komplizieren, verteuern und anfällig gegen mechanische
Störungen machen.
Für höchste Ausgangsleistungen wird meist ein rechteckiges Laserelement, ein
sogenannter Slab-Kristall verwendet. Bei diesem stehen zwei große, sich
gegenüberliegende, polierte Seitenflächen zur Einstrahlung der Pumpleistung zur
Verfügung. Zum Pumpen eines Kristalls dieser Geometrie werden die Laserdioden zu
speziellen zweidimensionalen Anordnungen gestapelt, die mehrere cm² Ausdehnung
erreichen können. Ziel solcher Anordnungen ist es, eine möglichst hohe Packungsdichte
und damit eine maximale Pumpleistung pro Emitterfläche zu erzielen. Neben Stapeln
von linearen Laserdiodenanordnungen werden auch zweidimensionale
Oberflächenemitter zur Anregung von Slab-Kristallen eingesetzt. Diese monolithisch
aufgebauten, flächenhaften Pumpmodule ermöglichen eine erhebliche Reduktion der
Produktionskosten, da bei ihrer Herstellung mehrere Arbeitsschritte der Aufbau- und
Verbindungstechnik entfallen können.
Slab-Kristalle sind aber durch die Anforderungen an die Qualität der polierten Seiten-
und Endflächen sehr viel teurer in der Herstellung als Laserstäbe. Darüberhinaus
erfordern sie gegenüber stabförmigen Laserelementen einen erhöhten technischen
Aufwand für die Kühlung des Kristalls, sowie für die Resonatorkonfiguration zur
Erzielung einer guten Strahlqualität. Deshalb wäre es wünschenswert, zumindest im
mittleren Leistungsbereich bis zu einigen hundert Watt Ausgangsleistung die Vorteile
der zweidimensionalen Laserdiodenanordnungen mit der einfachen Handhabung und
mechanisch stabilen Anordnung eines Stablasersystems zu kombinieren.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des
Hauptanspruchs gelöst.
Dadurch, daß die von einem zweidimensionalen Pumpmodul hoher Packungsdichte
ausgehende, divergierende Pumpstrahlung mittels eines Reflektors in den Laserstab
gerichtet wird, ist es möglich, eine sehr viel höhere Pumpleistung pro Stablänge in den
Stab zu übertragen, als dies mit einer sternförmigen Anordnung der Pumpmodule der
Fall wäre. Die Ausdehnung der Pumpanordnung und des Laserstabes können dabei
mittels des Reflektors einander angepaßt werden. Da der Reflektor zusammen mit dem
Pumpmodul das Laserelement bis auf die Austrittsstellen des Laserstrahls vollständig
umschließen kann, ist eine effektive Übertragung der Pumpleistung der Laserdioden in
den Laserkristall gewährleistet. Die spezielle Form eines nicht-abbildenden Reflektors
führt dabei zu einer maximalen Konzentration der Pumpstrahlung am Ort des
Laserkristalls, und ermöglicht außerdem eine nahezu homogene Ausleuchtung des
Laserkristalls. Durch die kompakte Anordnung von Laserelement, Reflektor und
Pumpmodul, sowie den Verzicht auf zusätzliche Abbildungsoptiken ergibt sich eine
äußerst robuste und handliche und kostengünstige Festkörperlaseranordnung.
Die gewerbliche Anwendbarkeit der Erfindung erscheint auch besonders im Hinblick
auf die dadurch mögliche Standardisierung der Pumpmodule für Stab- und
Slablasersysteme und die durch die Erfindung eröffnete Möglichkeit, Stablasersysteme
mit Oberflächenemittern zu pumpen, günstig.
Durch die in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen sind vorteilhafte
Weiterbildungen und Verbesserungen möglich.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine mögliche Anordnung des hier von einem Element zur Kühlung (4)
umgebenen Laserstabes (3), des Reflektors (2) und einer Laserdiodenanordnung (1) im
Schnittbild gesehen.
Fig. 2 eine weitere Anordnung von Reflektor (2) und Laserelement (3), bei der der
Reflektor an ein Pumpmodul (1) mit größerer Ausdehnung angepaßt wurde.
Fig. 3 eine mögliche Resonatorkonfiguration, bestehend aus hier zwei Laserspiegeln (5),
einem Laserdioden-Pumpmodul (1), dem Laserelement (3), sowie gestrichelt angedeutet
dem Reflektor (2).
Claims (8)
1. Festkörperlaseranordnung mit mindestens einem Laserelement, mindestens einer
Pumplichtquelle mit Reflektor zur Übertragung der Pumpstrahlung in das entsprechende
Laserelement, sowie einem Resonator zur Erzielung der Rückkopplung, dadurch
gekennzeichnet, daß als Pumplichtquelle eine großflächige Anordnung von Laserdioden
verwendet wird, die im allgemeinen in ihrer Ausdehnung die Ausdehnung des
Laserelements erheblich überschreiten kann und deren divergente Strahlung mittels
eines das Laserelement umgebenden, zusammen mit der Pumplichtquelle eine möglichst
geschlossene Fläche bildenden, nicht-abbildenden Reflektors in das Laserelement
gerichtet wird, wobei der Zwischenraum zwischen Pumplichtquelle und Laserelement
von einem für die Pumplichtstrahlung transparenten Medium erfüllt sein kann.
2. Festkörperlaseranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Laserdiodenmodule auf einer gekrümmten Fläche angeordnet sind, wodurch die
Abstrahlcharakteristik des Pumpmoduls beeinflußt werden kann.
3. Festkörperlaseranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Laserdiodenmodule eine variable Packungsdichte aufweisen, mit der die Verteilung des
Pumplichts im Laserkristall beeinflußt werden kann.
4. Festkörperlaseranordnung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
in einem Resonator mehrere Laserelemente mit entsprechender Pumplichtquelle und
Reflektor angeordnet sind.
5. Festkörperlaseranordnung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß durch Modulation des Stroms der Diodenmodule ein gepulster
Laserbetrieb erreicht wird.
6. Festkörperlaseranordnung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß nur ein Teil der Pumpmodule moduliert betrieben wird.
7. Festkörperlaseranordnung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß sich im Resonator ein oder mehrere Elemente befinden, mit denen
die Güte des Resonators beeinflußt werden kann und somit eine Güteschaltung (Q-
switch) realisiert wird.
8. Festkörperlaseranordnung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Resonator entfernt ist und das Laserelement in einer
Verstärkeranordnung betrieben wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944411599 DE4411599C2 (de) | 1994-04-02 | 1994-04-02 | Pumpanordnung eines transversal angeregten Festkörperlaser |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944411599 DE4411599C2 (de) | 1994-04-02 | 1994-04-02 | Pumpanordnung eines transversal angeregten Festkörperlaser |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4411599A1 true DE4411599A1 (de) | 1995-10-05 |
| DE4411599C2 DE4411599C2 (de) | 2002-10-24 |
Family
ID=6514588
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944411599 Expired - Fee Related DE4411599C2 (de) | 1994-04-02 | 1994-04-02 | Pumpanordnung eines transversal angeregten Festkörperlaser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4411599C2 (de) |
Cited By (1)
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- 1994-04-02 DE DE19944411599 patent/DE4411599C2/de not_active Expired - Fee Related
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| US6266358B1 (en) | 1997-11-07 | 2001-07-24 | Jenoptik Aktiengesellschaft | Diode-pumped solid-state laser with an exchangeable pumping module |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4411599C2 (de) | 2002-10-24 |
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Owner name: CARL BAASEL LASERTECHNIK GMBH, 82319 STARNBERG, DE |
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