DE4410669A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Bewässern von Flächen wie Rasenflächen, landwirtschaftlichen Nutzflächen oder dergleichen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Bewässern von Flächen wie Rasenflächen, landwirtschaftlichen Nutzflächen oder dergleichenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bewässern von
Flächen wie Rasenflächen, landwirtschaftlichen Nutz
flächen od. dgl., wonach ein Bewässerungsmittel, z. B.
Wasser, in vorgegebener Menge und innerhalb eines be
stimmten Zeitraumes auf die zu bewässernde Fläche auf
gebracht wird.
Derartige Verfahren sind aus der Praxis bekannt. Hier
bei besteht allerdings regelmäßig nur die Möglichkeit,
beispielsweise die Bewässerungsdauer automatisch ein
zustellen. Eine bedarfsgerechte Versorgung der zu be
wässernden Fläche ist auf diese Weise nicht möglich.
Ebenso lassen sich die bekannten Verfahren nur begrenzt
automatisieren.- Hier setzt die Erfindung ein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Bewässerungsvorrichtung zu schaffen, die eine
automatische und bedarfsgerechte Bewässerung von Flä
chen, z. B. Rasenflächen, ermöglichen.
Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem gattungs
gemäßen Verfahren dadurch, daß die Menge des Bewässe
rungsmittels und/oder der Zeitraum der Bewässerung in
Abhängigkeit
- - von der Konzentration des Bewässerungsmittels in der zu bewässernden Fläche und/oder
- - der Konzentration des Bewässerungsmittels in der Umgebung, z. B. in der Atmosphäre, und/oder
- - der Verdunstung des Bewässerungsmittels und/oder
- - der Tageszeit
gesteuert wird. Durch diese Maßnahmen der Erfindung
wird erreicht, daß eine voll-automatische und bedarfs
gerechte Bewässerung von insbesondere Rasenflächen und
landwirtschaftlichen Nutzflächen erreicht wird. Denn
nun werden alle relevanten Parameter
- 1) Konzentration des Bewässerungsmittels in der zu bewässernden Fläche bzw. in der Umgebung,
- 2) Verdunstung des Bewässerungsmittels und
- 3) die Tageszeit
zur Bestimmung der tatsächlich benötigten Menge an
Bewässerungsmittel herangezogen. So berücksichtigt die
Messung der Konzentration des Bewässerungsmittels in
der zu bewässernden Fläche z. B. die Bodenbeschaffen
heit, dessen Kappilarwirkung und den Bewuchs. Zusätz
lich kann die Messung der Konzentration des Bewässe
rungsmittels in der Umgebung, z. B. in der Atmosphäre,
Aufschlüsse über bereits niedergegangene oder zu erwar
tende Niederschläge liefern. Im übrigen wird hierdurch
berücksichtigt, daß Pflanzen beispielsweise auch die
Luftfeuchtigkeit aufnehmen können. Die Verdunstung des
Bewässerungsmittels liefert darüberhinaus wichtige
Erkenntnisse über die benötigte Menge an Bewässerungs
mittel pro Zeiteinheit. Endlich kann über die erfaßte
Tageszeit die Bewässerung so gesteuert werden, daß sie
- in Abhängigkeit von der Jahreszeit - vorzugsweise
während der Dunkelheit erfolgt.
Weitere erfindungswesentliche Merkmale der Erfindung
sind im folgenden aufgeführt. So ist vorgesehen, daß
die Konzentration des Bewässerungsmittels in der zu
bewässernden Fläche und/oder in der Umgebung durch
Feuchtigkeitsmessungen bestimmt wird. Weiter ist vor
gesehen, daß die Verdunstung des Bewässerungsmittels
durch Messung der Sonneneinstrahlungsdauer und/oder der
-intensität und/oder der Außentemperatur ermittelt
wird.
Gegenstand der Erfindung ist auch eine Bewässerungsvor
richtung, mit Zuleitungen, mit Bewässerungsmittelver
teilern, und mit zumindest einem Ventil in den Zulei
tungen zur Steuerung der Bewässerungsmittelzufuhr.
Dabei ist diese Bewässerungsvorrichtung dadurch gekenn
zeichnet, daß das Ventil ein Zeit- und/oder Mengensteu
erventil ist, daß zusätzlich zumindest ein Feuchtig
keitsmesser zur Bestimmung der Konzentration des Bewäs
serungsmittels und/oder eine Fotozelle od. dgl. und/
oder ein Temperatursensor zur Messung der Verdunstung
und/oder eine Zeitmesseinrichtung vorgesehen sind, und
daß das Ventil, der Feuchtigkeitsmesser, die Fotozelle,
der Temperatursensor und die Zeitmesseinrichtung mit
einer Steueranlage verbunden sind, welche aus den ge
messenen Werten die erforderliche Menge des Bewässe
rungsmittels und den Zeitraum der Bewässerung in Ab
hängigkeit von vorgegebenen Sollwerten z. B. für die
Konzentration des Bewässerungsmittels in der zu bewäs
sernden Fläche bestimmt und das als Zeit- und/oder
Mengensteuerventil ausgebildete Ventil entsprechend
ansteuert.
Die Steueranlage ist vorzugsweise auch in der Lage
Gradienten einzelner Sensormeßwerte zu bestimmen, z. B.
die Verdunstungsrate, d. h. die Verdunstungsmenge pro
Zeiteinheit. Wenn die Steueranlage zusätzlich einen
Speicher aufweist, kann die Bewässerungsmittelzufuhr
und damit die Konzentration des Bewässerungsmittels in
der zu bewässernden Fläche auch in Abhängigkeit von
empirischen abgespeicherten Daten gesteuert werden. So
lassen sich z. B. Bewässerungsmittelzufuhrraten in Ab
hängigkeit von Verdunstungsraten einstellen. Auch ist
denkbar, daß die Bewässerungsmittelzufuhr in Abhängig
keit von Temperaturgradienten gesteuert wird. Dies
alles gelingt zudem unter Anpassung an geographische
Gegebenheiten durch die zusätzlich vorgesehene Zeit
messeinrichtung.
Dabei gelingt die Steuerung der Bewässerungsmittelzu
fuhr dann besonders elegant, wenn das Ventil ein elek
tromagnetisches Ventil ist, welches durch elektrische
Impulse oder Dauersignale geöffnet oder geschlossen
wird. Endlich ist in diesem Zusammenhang vorgesehen,
daß die Steueranlage ein Rechner mit einer Ein- und
Ausgabeeinheit und mit einer Schnittstelle zum Einlesen
der gemessenen Daten und Ausgabe der Steuersignale ist.
In einen derartigen Rechner sind regelmäßig ein Spei
cher und eine Zeitmesseinrichtung integriert. Auf diese
Weise lassen sich praktisch vereinfachte "Klimamodel
le", z. B. anhand von gespeicherten Sollwerten für Ver
dunstungsraten mit den tatsächlich auftretenden Meß
werten vergleichen und ein "Grobabgleich" der erfin
dungsgemäßen Bewässerungsvorrichtung erreichen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich
ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung erläu
tert, wobei die einzige Figur die erfindungsgemäße
Bewässerungsvorrichtung in schematischer Darstellung
zeigt.
In der einzigen Figur ist eine Bewässerungsvorrichtung
zum Bewässern einer Rasenfläche gezeigt. Die Bewässe
rungsvorrichtung besteht aus Zuleitungen 1 für das
Bewässerungsmittel, im Ausführungsbeispiel Wasser.
Selbstverständlich ist es im Rahmen der Erfindung auch
denkbar, z. B. mit Schädlingsbekämpfungsmitteln zu "be
wässern". Auch in diesem Fall kann die erforderliche
Dosis prinzipiell anhand der angegeben Parameter ge
steuert werden. Die Verteilung des Bewässerungsmittels
erfolgt mittels Bewässerungsmittelverteilern 2. Weiter
sind zwei Ventile 3 vorgesehen, welche als elektroma
gnetische Ventile 3 bzw. als Zeit- und/oder Mengensteu
erventile für die Wasserzufuhr ausgebildet sind. Außer
dem weist die Bewässerungsvorrichtung einen Feuchtig
keitsmesser 4 im Boden und einen Feuchtigkeitsmesser 4
zur Messung der Luftfeuchte auf. Zur Messung der Ver
dunstung sind eine Fotozelle 5 und ein Temperatursensor
6 vorgesehen. Endlich läßt sich mit einer Zeitmeßein
richtung 7 die Bewässerungsvorrichtung so steuern, daß
die Bewässerung vorzugsweise nur während der Dunkelheit
stattfindet.
Alle Sensoren 4-7 sind einfach aufgebaute und robuste
Standard-Halbleiterbauelemente, die beliebig einzuset
zen sind und nur einen geringen Strombedarf aufweisen.
Somit können sie - wie im Ausführungsbeispiel - von
einem portablen Rechner 8 inklusive eingebautem Akku 9
mit Energie versorgt werden. Die Sensoren 4-7 liefern
entsprechende Meßwerte an die Schnittstelle des Rech
ners 8. aber die Schnittstelle werden auch die Steuer
signale an die Ventile 3 abgegeben. Deren Energiever
sorgung erfolgt ebenfalls über den Rechner 8. Endlich
weist der Rechner 8 noch eine Ein- und Ausgabeeinheit
auf. Hierdurch können beispielsweise Sollwerte einge
geben werden oder Meßwertverläufe registriert werden.
In diesem Zusammenhang erweist es sich als besonders
vorteilhaft, daß entsprechende umfangreiche Software
bereits existiert, so daß insgesamt eine kostengünstige
Bewässerungsvorrichtung verwirklicht ist. Der Rechner
8 beinhaltet im Ausführungsbeispiel die Zeitmessein
richtung 7 und einen Speicher zum Speichern von Soll
werten und ermittelten Meßwerten. In Verbindung mit der
Software ist hierdurch eine "intelligente" Steuerung
der Bewässerung möglich.
Claims (7)
1. Verfahren zum Bewässern von Flächen wie Rasenflä
chen, landwirtschaftlichen Nutzflächen od. dgl., wonach
ein Bewässerungsmittel in vorgegebener Menge und in
nerhalb eines bestimmten Zeitraumes auf die zu bewäs
sernde Fläche aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Menge des Bewässerungsmittels und/oder der
Zeitraum der Bewässerung in Abhängigkeit
- - von der Konzentration des Bewässerungsmittels in der zu bewässernden Fläche und/oder
- - der Konzentration des Bewässerungsmittels in der Umgebung und/oder
- - der Verdunstung des Bewässerungsmittels und/oder
- - der Tageszeit
gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Konzentration des Bewässerungsmittels in der zu
bewässernden Fläche und/oder in der Umgebung durch
Feuchtigkeitsmessungen bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Verdunstung des Bewässerungsmittels
durch Messung der Sonneneinstrahlungsdauer und/oder der
-intensität und/oder der Außentemperatur ermittelt wird.
4. Bewässerungsvorrichtung zur Durchführung des Ver
fahrens nach einem der Ansprüche 1-3, mit Zuleitungen
(1), mit Bewässerungsmittelverteilern (2), und mit
zumindest einem Ventil (3) in den Zuleitungen (1) zur
Steuerung der Bewässerungsmittelzufuhr, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Ventil (3) ein Zeit- und/oder Mengen
steuerventil ist, daß zusätzlich zumindest ein Feuch
tigkeitsmesser (4) und/oder eine Fotozelle (5) od. dgl.
und/oder ein Temperatursensor (6) und/oder eine Zeit
messeinrichtung (7) vorgesehen sind, und daß das Ventil
(3), der Feuchtigkeitsmesser (4), die Fotozelle (5),
der Temperatursensor (6) und die Zeitmeßeinrichtung (7)
mit einer Steueranlage (8) verbunden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventil (3) ein elektromagnetisches Ventil (3)
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Steueranlage (8) ein Rechner mit
einer Ein- und Ausgabeeinheit und mit einer Schnitt
stelle zum Einlesen der gemessenen Daten und Ausgabe
der Steuersignale ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944410669 DE4410669C2 (de) | 1994-03-26 | 1994-03-26 | Verfahren und Vorrichtung zum Bewässern von Flächen, wie Rasenflächen, landwirtschaftlichen Nutzflächen oder dergleichen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944410669 DE4410669C2 (de) | 1994-03-26 | 1994-03-26 | Verfahren und Vorrichtung zum Bewässern von Flächen, wie Rasenflächen, landwirtschaftlichen Nutzflächen oder dergleichen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4410669A1 true DE4410669A1 (de) | 1995-09-28 |
| DE4410669C2 DE4410669C2 (de) | 1996-12-12 |
Family
ID=6514018
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944410669 Expired - Fee Related DE4410669C2 (de) | 1994-03-26 | 1994-03-26 | Verfahren und Vorrichtung zum Bewässern von Flächen, wie Rasenflächen, landwirtschaftlichen Nutzflächen oder dergleichen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4410669C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2244217A1 (de) * | 2009-04-21 | 2010-10-27 | Deere & Company | Verfahren zur Bereitstellung einer Anwendung für Pflanzen |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1961917A1 (de) * | 1968-12-10 | 1970-06-18 | Electronique Appliquee | Vorrichtung zur automatischen Berieselungssteuerung |
| DE3238073A1 (de) * | 1982-05-26 | 1983-12-01 | Custos Electronic AG, 6003 Luzern | Verfahren zum steuern der wasserzufuhr zu einer bewaesserungs- oder beregnungsanlage und schaltungsanordnung zum durchfuehren dieses verfahrens |
-
1994
- 1994-03-26 DE DE19944410669 patent/DE4410669C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1961917A1 (de) * | 1968-12-10 | 1970-06-18 | Electronique Appliquee | Vorrichtung zur automatischen Berieselungssteuerung |
| DE3238073A1 (de) * | 1982-05-26 | 1983-12-01 | Custos Electronic AG, 6003 Luzern | Verfahren zum steuern der wasserzufuhr zu einer bewaesserungs- oder beregnungsanlage und schaltungsanordnung zum durchfuehren dieses verfahrens |
Non-Patent Citations (2)
| Title |
|---|
| Gärtnerbörse + Gartenwelt, Nr. 50/1990, S. 2411 * |
| Götz, Wilfried: Alles geht-aber ohne Wasser geht gar nichts, In: Gärtnerbörse + Gartenwelt, Nr. 5/1986, S. 216-219 * |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2244217A1 (de) * | 2009-04-21 | 2010-10-27 | Deere & Company | Verfahren zur Bereitstellung einer Anwendung für Pflanzen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4410669C2 (de) | 1996-12-12 |
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