DE4409008C2 - Tiefenverdichter - Google Patents
TiefenverdichterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Tiefenverdichter für die Verdich
tung tiefliegender Bodenschichten, gemäß dem Oberbegriff von
Anspruch 1.
Aufgrund gestiegener Verkehrslasten besteht häufig das
Problem, daß die Tragfähigkeit des Untergrunds nicht mehr aus
reichend ist. Dies gilt sowohl bei Neubaustrecken als auch bei
Umrüstung auf höherwertige Gleisanlagen, wenn beispielsweise
eine Gleisstrecke ICE-tauglich gemacht werden soll, oder nun
mehr durch Schwerlast-Güterverkehr befahrbar sein soll.
In diesen Fällen ist es erforderlich, eine Verdichtung der
tiefliegenden Grundschichten vorzunehmen, wozu bislang stets
die oberen Schichten, ggf. einschließlich des bereits liegen
den Schotterbetts, abgetragen wurden und jede Schicht in der
Höhe von z. B. 30 bis 50 cm separat verdichtet worden ist.
Dieses Verfahren ist zum einen sehr arbeitsaufwendig und zeit
raubend, zum anderen dann nicht möglich, wenn während der
Gleisbauarbeiten auf einem parallel verlaufenden Gleis in
unmittelbarer Nähe starker Verkehr herrscht. In solchen Fällen
hat man sich häufig mit Hilfskonstruktionen beholfen, indem
nämlich eine Spundwand oder ein Verbau vorgesehen wird, was
weiteren Aufwand bedingt.
Aus der US 3 865 501 ist es bekannt, einen Tiefenverdichter
mit einem Schaft auszustatten, an welchem ein Verdichtungs
element angeschlossen ist. Bei dieser Vorrichtung wird der
Schaft in Schwingungen versetzt und die Verdichtung erfolgt
über sechs oder acht sternförmig an einem Rohr nach außen
abstehende Platten, die das Verdichtungselement bilden und zur
Verdichtung in Resonanzschwingungen versetzt werden. Um
während des Eindringens keine allzu hohe Verdichtung zu
erzeugen, wird die Schwingfrequenz zu diesem Zeitpunkt
halbiert und erst in der gewünschten Zieltiefe wird die
Resonanzfrequenz angesteuert. Nachteilig bei dieser Lösung
ist, daß das Verdichtungselement nach erfolgtem Verdichten
häufig schwer entfernbar ist, zumal durch die Resonanz
schwingungen gerade im unmittelbar an die Flügel angrenzenden
Bereich Verdichtungszonen erzeugt werden.
Ein weiteres Problem besteht bei Böden, die eine körnige
Grundstruktur aufweisen, so daß Resonanzschwingungen aufgrund
der starken Dämpfung durch die Böden nur schlecht übertragen
werden können. In solchen Fällen sieht die Lösung gemäß der
US 3 865 501 vor, durch Wasserzugabe die Übertragungskräfte
zu erhöhen. Diese Maßnahme gelingt jedoch dann nicht, wenn
beispielsweise oberhalb der zu verdichtenden Schicht eine was
serundurchlässige Schicht, wie eine Tonschicht, liegt, so daß
die darunter befindliche Schicht dann nicht ausreichend ver
dichtet werden kann. Während die Verdichtungswirkung bei der
Lösung gemäß der genannten US-Patentschrift bei einheitlichem
Bodengefüge gut ist, ist sie bei geschichteter Bodenstruktur,
beispielsweise wenn sich lockere körnige Schichten mit zäheren
Schichten (Lehm usw.) abwechseln, unbefriedigend.
Aus der DE-OS-28 56 144 ist ein Tiefenverdichter bekannt, bei
dem die Rüttelwirkung auf rolligen Böden verbessert werden
soll, indem ein Kohäsion erzeugendes Material eingepumpt wird.
Die verwendeten Flaschenrüttler bilden dabei jeweils für sich
eine Rüttlereinheit.
Schließlich zeigt die DD 62 261 einen gattungsgemäßen Tiefen
verdichter, bei dem stabförmige Verdichtungsorgane als so
genannte Sondenrohre ausgebildet sind, die an ihrem unteren
Ende jeweils einen Rüttelkorb mit einer integrierten,
elektrisch betriebenen Rüttelflasche aufweisen. Die
Sondenrohre sind an einer Grundplatte lose hängend unter
einander horizontal und vertikal verstellbar angeordnet. Sie
werden mittels eines Einspülsystems auf den Verdichtungshori
zont niedergebracht.
Beim Verdichten bildet jedes Sondenrohr eine selbständige
Verdichtungseinheit. Von Nachteil ist dabei, daß die bekannte
Einrichtung nur für locker gelagerte, nicht- oder schwach
bündige Böden geeignet ist und eine gleichmäßige Verdichtung
über die Fläche des Verdichtungshorizonts nicht möglich ist.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen
Tiefenverdichter gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 zu
schaffen, der abhängig von der Bodenstruktur ist und mit
welchem eine homogene großflächige Tiefenverdichtung möglich
ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteran
sprüchen.
Erfindungsgemäß weist das Verdichtungselement mindestens zwei
im wesentlichen gleiche, nach unten hängende Verdichtungsfin
ger auf. Die Verdichtung ist im Bereich zwischen den Verdich
tungsfingern und in dem hierzu benachbarten Bereich überra
schend gut, wobei dem Kompressionsgrad zugute kommt, daß die
Verdichtungsfinger beim Eindringen des Tiefenverdichters zu
nächst eine horizontale Vorverdichtung bewirken und das ober
halb der Verdichtungsfinger befindliche Joch, auch wenn es
nicht bis in den Verdichtungsbereich selbst nach unten geführt
wird, aufgrund der über seine Stampffläche erzeugten Drücke
eine vertikale Nachverdichtung bewirkt. Die Unabhängigkeit der
Verdichtwirkung von der Bodenstruktur ist aufgrund der.
Kombination horizontaler und vertikaler Verdichtungskräfte
verbessert und auch bei körnigem Boden erfolgt kein seitliches
Ausweichen der zu verdichtenden Bereiche, nachdem diese von
den mindestens zwei sich nach unten erstreckenden Ver
dichtungsfingern zangenartig umklammert werden. Dir Ver
dichtungsfortschritt kann dabei überlappend erfolgen, so daß
der hinterste Verdichtungsfinger je stets in das Loch einge
führt wird, das durch den vordersten Verdichtungsfinger be
lassen wurde. Ein seitliches Ausweichen der zu verdichtenden
Schichten ist dann sicher verhindert, wobei es auch möglich
ist, ein elastisch oder zumindest beweglich aufgehängtes
Schutzrohr in das vorderste Loch des vorigen Verdichtungs
abschnitts einzuführen, so daß der augenblickliche Ver
dichtungsvorgang nicht dazu führt, daß Bodenmaterial in das
zuvor erstellte Loch hineingedrückt wird.
Ferner ist es von Vorteil, daß mit dem erfindungsgemäßen
Verdichtungselement in tiefen Bereichen das Bodenmaterial
komprimiert wird, indem es von drei Seiten her verdichtet
wird. Durch die beispielsweise von einer Ramme eingeleiteten
Schläge auf den Schaft des Tiefenverdichters wird das Ver
dichtungselement nicht nur nach unten getrieben, sondern es
werden auch Schwingungen der Verdichtungsfinger mit ihrer
Eigenfrequenz erzeugt, die auch zur Verdichtung beitragen und
die das Herausziehen des Tiefenverdichters erleichtern.
Der erfindungsgemäße Tiefenverdichter ist nicht auf die Ver
wendung bei der Verdichtung von Schottergründungen beschränkt.
Vielmehr ist es möglich, die erfindungsgemäße Tiefenverdich
tung in allen Bereichen des Erdbaus einzusetzen, so beispiels
weise für die Erstellung von Dammschüttungen, bei der Erstel
lung von Geländeeinschnitten zur Verfestigung der Tiefen
schichten sowie bei der Erstellung von zu verfestigenden Un
tergründen für den Straßenbau, aber auch beispielsweise für
die Bodenmelioration. Wenn das erfindungsgemäße Verfahren der
Tiefenverdichtung eingesetzt wird, läßt sich die Standfläche
zum Beispiel für Bohrplattformen oder ähnliche Bauwerke ver
bessern und Belastungen durch Hochbauwerke lassen sich in kon
struktiv vereinfachter Weise auffangen, wenn erfindungsgemäß
die Bodenpressung durch die Tiefenverdichtung erhöht wird.
Ferner ist damit daß nicht lediglich natürliches Erdreich
verdichtbar, sondern beispielsweise auch Verfüllmaterial aus
gemahlenen oder gebrochenen Beton- oder Schlackenstoffen und
aus entsprechenden Kunststoffen. Die erfindungsgemäße Tiefen
verdichtung läßt sich auch in wasserführenden Schichten und
gewünschtenfalls auch unterhalb wasserführender Horizonte
erfolgreich einsetzen.
Bei der vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung gemäß An
spruch 2 kann die Konizität so gewählt werden, daß es nicht
erforderlich ist, daß das Joch den Boden berührt. Der Konus
bewirkt eine Vorverdichtung, die um so stärker ist, je größer
der Konuswinkel ist, was jedoch die Arbeitsgeschwindigkeit
reduziert. Dementsprechend sollte der Konuswinkel bei 135°
liegen.
Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 3 fußt auf der
Erkenntnis, daß der Verdichtungsgrad davon beeinflußt wird,
wie groß der Abstand zwischen den Verdichtungsfingern im
Verhältnis zu ihrem Durchmesser ist. Bei bereits vorver
dichtetem Boden müssen z. B. lediglich wenige Verdichtungs
finger mit geringem Durchmesser - bezogen auf ihren Abstand -
verwendet werden.
Durch die Ausgestaltung der Erfindung gemäß Anspruch 7 ist es
möglich, die Anzahl, die Anordnung sowie die Ausgestaltung
der Verdichtungsfinger jeweils an die gewünschten Verhältnisse
anzupassen.
Den Weiterbildungen nach den Ansprüchen 4 und 6 liegt die
Erkenntnis zugrunde, daß das Verhältnis zwischen Vor- und
Nachverdichtung über die Länge der Verdichtungsfinger ein
stellbar ist und die Nachverdichtung vorteilhaft über eine
Stampffläche unten an dem Joch erfolgt, die bevorzugt V-förmig
ausgestaltet ist, so daß das Eindringen des Jochs in den Boden
erleichtert ist.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des
erfindungsgemäßen Tiefenverdichters ist das Verdichtungs
element über den Schaft an einen Vibrationserreger ange
schlossen, dessen Frequenz steuerbar ist. Damit läßt sich die
Frequenz der eingeleiteten Schwingungen in weiten Grenzen
steuern, was zu entsprechenden Ausdehnungsmöglichkeiten des
Schwingungsfeldes in alle Richtungen führt. Hierdurch ist auch
der Grad der erfindungsgemäß bewirkten Kornumlagerung steuer
bar, was unmittelbare Auswirkungen auf die Dichte und Tragfä
higkeit der bearbeiteten Massen hat.
Bei der weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung gemäß
Anspruch 12 können die zwei oder mehr Vibrationserreger sowohl
einzeln gesteuert werden, wodurch sich die Taktfolge der ein
geleiteten Schwingungen erhöhen läßt, als auch zueinander syn
chron angesteuert werden, was die Leistung der jeweils einge
leiteten und abgegebenen Schwingungen erhöht. Ein derartiges
System läßt sich besonders günstig einsetzen, wenn mehrere Vi
brationsfinger nicht nur nebeneinander, sondern hintereinander
eingesetzt werden. Dabei ist es möglich, die mehrfach einge
leiteten Schwingungen dergestalt auszunutzen, daß der im Raum
zwischen den Vibrationsfingern unter den Vibrationserregern
befindliche Boden einer besonders starken Verdichtung unter
zogen wird. Durch die eingeleiteten Schwingungen werden die
Verdichtungsfinger auch horizontal ausgelenkt, wobei das
umgebene Erdreich allseits besonders stark verdichtet wird.
Als Vibrationserreger werden bevorzugt Vibrationsrammen
vorgesehen, die gewöhnlich niederfrequent arbeiten, jedoch
lassen sich mit Erfolg Hochfrequenz-Vibrationserreger ein
setzen, wobei etwaige Interferenzen aufgrund der bestehenden
Schwingungsmaxima die Kornumlagerung und damit die Verdichtung
besonders fördern.
Die Erfindung wird in der nachfolgenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine schematisierte Seitenansicht eines erfin
dungsgemäßen Tiefenverdichters,
Fig. 2 einen Schnitt durch eine weitere Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Tiefenverdichters, unter Darstellung
des unteren Endes eines Verdichtungsfingers in teilwei
se aufgebrochener Ansicht und
Fig. 3 eine Ansicht entlang der Linie III-III aus Fig. 2.
Ein Tiefenverdichter 10 weist einen Schaft 12 und ein Verdich
tungselement 14 auf, das aus einem Joch 18 und im Falle des
vorliegenden Ausführungsbeispiels vier Verdichtungsfingern 20
besteht. Das Joch 18 ist an dem Schaft 12 angeschweißt, wobei
die Verbindung zwischen Joch 18 und Schaft 12 zusätzlich über
Knickschutzstäbe 22 und 24, die schräg zwischen Schaft und
Joch verlaufen, verstärkt ist. Der Schaft 12 besteht aus einem
massiven Rohr und hat an seinem Einspannende eine Aufnahme 26
für eine an sich bekannte Vibrationsramme. Es versteht sich,
daß anstelle der dargestellten Aufnahme auch andere geeignete
Aufnahmen verwendet werden können. Die Aufnahme muß jedoch
auch Zugkräfte übertragen können, um den Tiefenverdichter nach
erfolgter Verdichtung aus dem Boden entfernen zu können. Wenn
zur Lockerung des eingetriebenen Tiefenverdichters für das
Vorbereiten des Herausziehens die Aufnahme nach beiden Seiten
bewegt wird, wird die Verbindung zwischen Joch und Schaft auf
Biegung belastet. In diesem Falle kommen die Knickschutzstäbe
24 zum Einsatz, die so verschweißt sind, daß sie unter Zugbe
lastung die jeweiligen Knickkräfte aufzunehmen vermögen.
Das Joch 18 ist als Querbalken ausgebildet und weist an seiner
Unterseite Aufnahmen für die Verdichtungsfinger 20 auf. Die
Verdichtungsfinger 20 können entweder an dem Joch verschweißt
sein oder in stabilen Steckaufnahmen austauschbar gehalten
sein. In jedem Falle ist es bevorzugt, eine Lagerung sowohl an
dem unteren Ende 30 als auch an dem oberen Ende 32 der Steck
aufnahme 34 vorzusehen, um so etwaige seitliche Momente gut
abstützen zu können. Seitliche Momente können beim Eindringen
in den Boden durch unterschiedliche Bodenstrukturen auf die
Verdichtungsfinger 20 eingeleitet werden, so daß es günstig
ist, wenn die Höhe der Steckaufnahme 34 nicht weniger als ein
Zehntel der Länge des Verdichtungsfingers 20 und bevorzugt
etwa ein Viertel dieser Länge beträgt, wenn die Verdichtungs
finger 20 lösbar sind, oder ein Achtel, wenn die Verdichtungs
finger 20 verschweißt sind.
Das erfindungsgemäße Joch weist an seinem unteren Ende seit
lich zwischen den Verdichtungsfingern 20 jeweils Stampfflächen
36 auf, die im wesentlichen V-förmig ausgestaltet sind, so daß
sich unten an dem Joch 18 eine Eindringkante 38 ergibt. Der
Winkel des V soll mehr als 90°, vorzugsweise 135° betragen,
wobei auch beliebige andere geeignete Ausgestaltungen möglich
sind, beispielsweise auch ein Radius oder eine entsprechende
Verjüngung zwischen den Steckaufnahmen 34 über die Breite des
Jochs 18. Im Beispielsfalle ist der Abstand der beiden mitt
leren Verdichtungsfinger 20 geringer als der Abstand zwischen
je einem mittleren und dem je äußeren Verdichtungsfinger.
Durch diese Ausgestaltung wird in der Mitte, also unterhalb
des Schaftes 12 jeweils die stärkste Kompression erzeugt. Auch
eine rastertreue Anbringung der Verdichtungsfinger 20 ist
möglich, und auch, daß die Anzahl der Verdichtungsfinger 20
nach den Erfordernissen gewählt wird und beispielsweise sogar
auch acht oder zehn betragen kann.
Jeder Verdichtungsfinger weist an seinem unteren Ende einen
Konus 40 auf, mit dem das den Verdichtungsfinger 20 bildende
Rohr unten abgeschlossen ist. Der Konus 40 erleichtert das
Eindringen jedes Verdichtungsfingers 20 in den Boden.
Im Betrieb wird nun der Tiefenverdichter 10 entweder in Zeich
nungsrichtung oder seitlich bewegt. Bei Bewegung in Zeich
nungsrichtung ist es bevorzugt, daß die bei einem Verdich
tungsvorgang erzeugten Löcher vor Einleitung des nächsten
Verdichtungsvorgangs mit Schotter oder dergleichen aufgefüllt
werden, um so zu verhindern, daß sie durch den folgenden Ver
dichtungsvorgang einbrechen. Bei Bewegung seitlich kann hin
gegen auch ein überlappendes Fortschreiten gewählt werden, so
daß der zu verdichtende Bereich seitlich stets einegklammert
ist und nicht ausbrechen kann.
Bei einer abgewandelten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Tiefenverdichters 10 ist es vorgesehen, wenigstens eine Injek
tionsdüse 42 an der Spitze mindestens eines Verdichtungsfin
gers 20 vorzusehen. Auch mehr als ein Verdichtungsfinger 20
kann verwendet werden und auch mehr als eine Injektionsdüse 42
pro Verdichtungsfinger 20 kann vorgesehen werden. Ferner ist
es möglich, daß neben der hier dargestellten verschließbaren
Ausgestaltung der Injektionsdüse 42 auch eine unverschlossene,
insbesondere, mit einer Abweisfläche versehene Injektionsdüse
verwendet wird, die bei der Einleitung der erfindungsgemäß
vorgesehenen Vibrationen bzw. Schwingungen nicht leicht
verstopft.
Gemäß dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel weist eine
Injektionsdüse 42 eine Mehrzahl von Einzeldüsen 44, 46, 48
auf, die jeweils am Umfang und am unteren Ende des Ver
dichtungsfingers 20 angeordnet sind. Die Einzeldüsen 44, 46,
48 sind jeweils vertikal schlitzförmig ausgebildet, so daß sie
im Verhältnis zu ihrer Querschnittsfläche nur eine geringe
Zusatzreibung beim erfindungsgemäßen Verdichten über die
eingeleiteten Schwingungen bieten. In dem dargestellten Aus
führungsbeispiel enden die Einzeldüsen 44, 46, 48 mit der
Oberkante des Spitzenkonus 40 des Verdichtungsfingers 20 und
erstrecken sich ca. 15 cm nach oben. Es ist eine Mehrzahl von
Einzeldüsen 44, 46, 48 vorgesehen, die jeweils um den Umfang
des Verdichtungsfingers 20 verteilt sind, ohne daß eine
gleichmäßige Verteilung unbedingt notwendig wäre.
Die Injektionsdüse 42 weist einen Verschluß 50 auf, mit wel
chem sie verschließbar ist. Auch wenn ein Drehverschluß im
Grunde einsetzbar ist und lediglich eine geringe Verdrehung
aufgrund der vertikalen Ausrichtung der Schlitze 44 bis 48 er
fordert, ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel ein
axial verschieblicher Verschluß vorgesehen, der im wesentli
chen aus einem Zylinder besteht, der sich an den Innenumfang
des Verdichtungsfingers 20 anlehnt. Der Verschluß 50 liegt un
ten auf einem Abweiskonus 52 auf, der dem Konus 40 gegenüber
liegend am unteren Ende des Verdichtungsfingers 20 angebracht
ist und der Ableitung des im Inneren des Verdichtungsfingers
20 befindlichen Injektionsmaterials dient.
Für die Führung des Verschlusses 50 sind an dem Innenumfang
des Verdichtungsfingers 20 Steuerzapfen 54 angeschweißt, deren
Ausgestaltung aus Fig. 3 ersichtlich ist. Die Steuerzapfen 54
wirken mit zwei Steuerelementen 56 zusammen, die einander
gegenüberliegend am Innenumfang des Verschlusses 50 angebracht
sind. Nachdem aufgrund der vertikalen Schwingungen die Halte
kräfte für die träge Masse des Verschlusses 50 abgestützt
werden müssen, ist es günstiger, zwei einander gegenüber
liegende Verankerungen und Steuerelemente 56 zu verwenden.
Die Steuerelemente 56 bewirken im Normalzustand eine Arretie
rung zwischen Verschluß 50 und Verdichtungsfinger 20. Bei Zug
an einem Steuerkabel 58 wird die Verbindung gelöst und über
das gleiche Steuerkabel 58 läßt sich der Verschluß 50 so weit
anheben, daß die Injektionsdüse 42 vollständig freigegeben
wird. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird lediglich
ein Steuerkabel 58 verwendet, und das weitere Steuerelement 56
ist über Mitnehmer 60 mit dem gegenüberliegenden Steuerelement
56 verbunden, so daß eine Schwenkbewegung des Steuerelements
56 um seine Achse 62 auch zu einer entsprechend symmetrischen
Schwenkbewegung des gegenüberliegenden Steuerelements 56
führt. Das Steuerelement 56 ist im Grunde als Hebelscheibe
ausgebildet, wobei die Ausgestaltung aus Fig. 3 besser er
sichtlich ist. Das Steuerelement 56 weist an seinem unteren
Ende eine Schließfalle 64 auf, die den Steuerzapfen 54 hinter
greift. Oben und unten, aber auch seitlich ist das Steuerele
ment 56 jeweils stark angefast, so daß es geringe Angriffs
flächen für das eindringende Injektionsmaterial bietet.
Die Achse 62 lagert die Hebelscheibe oder das Steuerelement 56
auf dem Verschluß 50. Der Verschluß 50 ist - wie aus Fig. 3
ersichtlich - im Bereich der Schließfalle 64 und unterhalb
derselben mit einem Schlitz 66 versehen, der sich nach oben
verbreitert und dann spitz zuläuft. Die Verbreiterung des
Schlitzes 66 ermöglicht die seitliche Auslenkung der Hebel
scheibe 56 beim Zug an dem Steuerkabel 58. Das Eigengewicht
des Verschlusses 50 ist so groß im Verhältnis zum Gewicht des
Steuerelements 56, daß beim Zug an dem Steuerkabel 58, das an
einem Gelenkpunkt 68 an der Hebelscheibe 56 angelenkt ist, die
Hebelscheibe 56 zunächst im Uhrzeigersinn verschwenkt wird, so
daß die Schließfalle 64 von dem Steuerzapfen 54 freikommt. Der
Schließzapfen 54 weist eine obere Schrägfläche 70 auf, die
beim erneuten Absenken des Verschlusses 50 die Auslenkung der
Hebelscheibe unter Verschwenkung der Schließfalle 64 erleich
tert. Eine entsprechende, für das Gleiten an der Schrägfläche
70 geeignet ausgebildete Schrägfläche 72 findet sich unten
rechts an der Schließfalle 64. Der Schlitz 66 läuft oben eben
falls der Schrägfläche 70 entsprechend zu. Im verschlossenen
Zustand der Schließfalle 64 ist dadurch der Steuerzapfen 54
zwischen der Schließfalle 64 und der oberen Schrägfläche des
Schlitzes 66 eingeklemmt, wobei die betreffenden Sitzflächen
gewünschtenfalls mit Dämpfungsmaterial, wie mit einer Gummi
schicht, beschichtet sein können. Es muß jedoch sichergestellt
sein, daß ein freies Ausschwenken der Schließfalle 64 durch
das Sitzmaterial nicht beeinträchtigt wird.
Das dargestellte Ausführungsbeispiel erfordert lediglich die
Verwendung eines Steuerkabels 54 für die Ausübung der Schließ
funktion wie auch für das Anheben des Verschlusses 50. Es
versteht sich, daß gewünschtenfalls anstelle des einen Steu
erkabels 58 auch zwei einander gegenüberliegende Steuerkabel
an den beiden Steuerelementen 56 angebracht sein können.
Ferner kann der Verschluß 50 über die axiale Länge im darge
stellten Ausführungsbeispiel hinaus verlängert sein um die
Verkantungsneigung aufgrund des einseitig angebrachten Steuer
kabels 58 beim Heraufziehen zu minimieren. Ferner müssen die
Mitnehmer 60 nicht wie dargestellt angefast sein, sondern sie
können auch lediglich als Runddrähte ausgebildet sein.
Bei der Montage eines erfindungsgemäßen Steuerelements 56 ist
es bevorzugt, zunächst den Verschluß 50 samt dem Steuerelement
56 einzubringen, bevor der Abweiskonus 52 und dann der Konus
40 aufgeschweißt wird. Stattdessen ist auch die Einheit aus
Abweiskonus 52 und Konus 40 auf das untere Ende des Ver
dichtungsfingers 20 aufschraubbar, wenn zu Wartungszwecken ein
freier Zugriff auf den Verschluß 50 ermöglicht werden soll.
Anstelle des dargestellten Verschlusses kann auch ein
beliebiger anderer geeigneter Verschluß verwendet werden.
Beispielsweise können die Konusflächen des Konus 40 schwenk
beweglich gelagert sein, so daß das Injektionsmaterial, das
unter hydraulischem Druck im Inneren des Verdichtungsfingers
20 steht, ein Öffnen des Konus ermöglicht. Wenn der Ver
dichtungsfinger herausgezogen wird, verbleibt der Konus dann
offen und kann nach dem Herausziehen mechanisch oder ge
wünschtenfalls auch mittels eines entsprechenden Elektro
magneten verschlossen werden.
Claims (15)
1. Tiefenverdichter für die Verdichtung tiefliegender Boden
schichten, mit einer Tragvorrichtung, mit welcher ein
Mittelteil insbesondere einstückig verbunden ist und mit
mindestens zwei stabförmigen Verdichtungsorganen, die sich an
der von der Tragvorrichtung abgewandten Seite von dem
Mittelteil wegerstrecken, dadurch gekennzeich
net, daß die Tragvorrichtung als Schaft (12) und das
Mittelteil als Joch (18) ausgebildet ist, an dem die
Verdichtungsorgane als mit dem Joch (18) fest verbundene
Verdichtungsfinger (20) angeordnet sind und mit dem Joch (18)
ein einheitlich zusammenwirkendes Verdichtungselement (14)
bilden.
2. Tiefenverdichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verdichtungsfinger (20) im wesentlichen zylindrisch
ausgebildet sind und an ihrem unteren Ende in einem Konus (40)
enden, der einen Konuswinkel von vorzugsweise mehr als 90°,
insbesondere etwa 135°, aufweist.
3. Tiefenverdichter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Verdichtungsfinger (20) mit einer lichten
Weite voneinander angeordnet sind, die dem einfachen bis vier
fachen, insbesondere dem doppelten ihres Durchmessers ent
spricht.
4. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß jeder Verdichtungsfinger (20) eine
Länge aufweist, die dem dreifachen bis zwanzigfachen, insbe
sondere dem sieben- bis achtfachen seines Durchmessers ent
spricht.
5. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß vier bis acht, insbesondere vier
Verdichtungsfinger (20) nebeneinander vorgesehen sind, wobei
der Abstand der beiden mittleren Verdichtungsfinger (20) ge
ringer als der Abstand der mittleren Verdichtungsfinger (20)
von den seitlichen Verdichtungsfingern (20) ist.
6. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Joch (18) sich quer über alle
Verdichtungsfinger (20) erstreckt und unten eine Stampffläche
(36) aufweist, die für das Eindringen in den Boden geeignet
ausgestaltet ist und insbesondere nach unten spitz zuläuft.
7. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verdichtungsfinger (20) an dem
Joch (18)lösbar befestigt sind und Anzahl und Dicke der Ver
dichtungsfinger (20) an den Vorverdichtungsgrad der zu ver
dichtenden Bodenschichten anpassbar ist.
8. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (12) zusätzlich über
Knickschutzstäbe (22, 24) mit dem Joch (18) verbunden ist, mit
welchen eine ungleiche Belastung der Verdichtungsfinger (20)
aufgrund unterschiedlicher Bodengegebenheiten sowie eine et
waige Seitenkraft beim Herausziehen des Tiefenverdichters (10)
abfangbar ist.
9. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Unterkante (38) des Jochs etwa
auf halber Höhe der Gesamterstreckung des Tiefenverdichters
(10) liegt.
10. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Breite des Tiefenverdichter
(10) 20 bis 150%, vorzugsweise 50 bis 90% und insbesondere
etwa 70% des Abstands zwischen dem Einspannende des Schaftes
(12) und dem unteren Ende der Verdichtungsfinger (20) beträgt.
11. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verdichtungselement (14) über
den Schaft an einen Vibrationserreger angeschlossen ist,
dessen Frequenz steuerbar ist.
12. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehrere Vibrations
erreger vorgesehen sind, die entweder unabhängig voneinander,
phasenverschoben gegeneinander oder synchron zueinander an
gesteuert sind wobei jeder Vibrationserreger über den Schaft
(12) auf das jeweils zugeordnete Verdichtungselement (14) ein
wirkt.
13. Tiefenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Verdichtungsfinger
(20) hohl ausgebildet ist, der eine Injektionsdüse (42) auf
weist.
14. Tiefenverdichter nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Injektionsdüse (42) im unteren Bereich des Ver
dichtungsfinger (20) vorgesehen ist und daß sie über einen
Verschluß (50) während der Einleitung von Schwingungen in das
Verdichtungselement (14) verschließbar ist.
15. Tiefenverdichter nach Anspruch 14, dadurch gekennzeich
net, daß der Verschluß (50) eine Steuerung aufweist, mit wel
cher er entweder durch den Druck von Injektionsmaterial oder
durch mechanisch oder elektromechanisch wirkende Steuerungs
elemente (56) bei Bedarf öffenbar ist und so steuerbar ist,
daß er während des Herausziehens des Verdichtungsfinger (20)
offen bleibt.
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