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Bolzenschußapparat zum Betäuben von Vieh. Den Gegenstand der Erfindung
bildet Ein neuartiger Bolzenschußapparat zum Betäuben von Schlachtvieh größerer
und kleiner Art, welcher sich von den bereits bekannt gewordenen Ausführungsformen
solcher Apparate durch seine vereinfachte Bauart vorteilhaft unterscheidet.
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Um besonders in größeren Schlachthöfen den lästigen und die noch lebenden
Tiere unnötig erregenden Lärm der fortwährenden: Detonationen beim Gebrauche von
Bolzenschußapparaten zu vermeiden, hat man bereits versucht, diese Apparate mit
Schalldämpfern zu versehen.
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Es ist z. B. vorgeschlagen, an dem unteren Ende des Hammerkopfes eines
solchen, Apparates zur Dämpfung des Schalles durch Aufnahme der Explosionsgase bauchige
oder ähnliche Erweiterungen vorzusehen. Diese Apparate erscheinen indessen wegen
ihrer Unhandlichkeit für die Praxis. nicht vorteilhaft.
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Eine wesentliche Verbesserung in dieser' Hinsicht stellten bereits
die Apparate dar, bei denen .als Schalldämpfer der Raum innerhalb einer den eigentlichen
Schußapparat umgebenden Metallummantelung von entsprechender Weite benutzt wurde.
Der Schlagbolzenkolben war bei diesen Apparaten so eingerichtet, daß er in Verbindung
mit Umgehungskanälen oder Aussparungen in der Zylinderwand an einem bestimmten Punkte
seiner Vorwärtsbewegung die Explosionsgase von seiner hinteren Seite nach der vorderen
in den Zylinder und durch seitliche Verbindungsöffnungen gleichzeitig in den genannten
Mantelraum übertreten ließ, wodurch die Vorbewegung des Kolbens unterbrochen und
gleichzeitig das Geräusch der Explosion aufgefangen wurde. Auch diese Apparate fanden
indessen nur wenig Anklang, weil sie durch die notwendigerweise sehr stark zu haltende
Mantehvand schwer wurden und sich auch durch ihren erheblichen Umfang für die allgemeine
Verwendung als zu unbequem erwiesen.
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Durch den Gegenstand dieser Erfindung soll diesen Übelständen abgeholfen
werden. Der neue Apparat besitzt einen besonderen äußeren Schalldämpfer überhaupt
nichtmehr, vielmehr ist zu diesem Zwecke das Führungsrohr für den Schlagbolzenkolben
derart erweitert und verlängert, daßdessen Innenraum vor dem Kolben zur Aufnahme
der sich bei der Explosion entwickelnden Gase vollständig genügt. Durch Anbringung
von Umgehungskanälen oder Aussparungen in der Wandung des Führungsrohres nach Bedarf
in Verbindung mit Ausdrehungen auf :der Außenseite des SChlagbolzenkolbens ist an
dem neuen Apparat in an sich bekannter Weise Vorkehrung getroffen, daß nach Erreichung
eines gewissen Punktes beim Vortrieb des. Kolbens durch diesen selbsttätig die Vortriebskraft
ausgeschaltet wird. Durch den Druckausgleich in den Räumen vor und hinter dem Kolben
hört dessen Vortrieb auf, und der Kolben kehrt unter der Wirkung eines in ebenfalls
bekannter Weise innerhalb seines Führungsrohres vorgesehenen
Gummipuffers
und einer beim Vortrieb durch ihn gespannten Schraubenfeder in seine Ausgangsstellung
zurück.
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Die Zeichnung veranschaulicht in Abb. i bis 3 in je einem mittleren
Längsschnitt drei Ausführungsbeispiele eines Bolzenschußapparates nach der Erfindung.
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Der Apparat nach Abb. i besteht aus einem äußeren Mantelrohr a, welches
ein Führungsrohr b dicht umschließt. Von oben ist in das Führungsrohr ein Patronenlager
c eingeschraubt und von der unteren Seite ein Bodenstück d. An .diesem unteren Ende
ist von, außen auf das Mantelrohr .ein zweckmäßig, nach außen abgeschrägtes Aufsatzstück
e aufgeschraubt.
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Um den mit seinem vorderen Teil in einer zentralen Ausbohrung des
Bodenstückes geführten Schlagbolzenschaft f sind innerhalb des Führungsrohres eine
Schraubenfeder g und ein Gummipuffer 11 so angeordnet, daß durch die Feder der Bolzen
in seine Ausgangsstellung zurückgepreßt wird, während der Puffer den Schlag des
Bolzens auffängt. Auf dem hinteren Ende des Schlagbolzens ist ein Kopf i zum Aufstecken
einer Patrone vorgesehen.
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Zur Umleitung der Explosionsgase um den Scblagbolzenkolben k sind
an der Innenwand des Führungsrohres b Längskanäle in so ausgeschnitten,
daß, wenn -der Kolben beim Vortrieb an ihnen vorbeigeht, sie für die Explosionsgase
einen Auslaß nach dem vorderen Raum des Führungsrohres bilden.
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Der Apparat der.Abb.2 unterscheidet sich von dem der Abb. i nur dadurch,
daß bei ihm die Schraubenfederg im Durchmesser größer .gehalten und der Gummipuffer
1Z innerhalb der Feder in einem Rohransatz des Bodenstückes d angebracht ist, wohingegen
nach Abb. i der ebenfalls. rohrförmige Gummipuffer h von entsprechend größerem Durchmesser
in dem Führungsrohr b so angeordnet ist, daß eine engere Schraubenfeder g frei durch
ihn hindurchgeht.
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An dem Apparate der Abb.2 ist ferner vor dem Kolben k auf dem Schaft
des Schlagbolzens/ eine zylindrische Verstärkung angebracht, die in den Rohransatz
des Bodenstückes d paßt. Es wird hiermit bezweckt, eine Berührung zwischen der Schraubenfeder
und dem Gummipuffer bei deren Zusammenpressen durch den Vortrieb des Schlagbolzenkolbens
zu verhüten.
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Hinsichtlich der Anordnung der Schraubenfeder und des Gummipuffers
bildet der Apparat der Abb.3 eine Umkehrung der Anordnung der Abb. 2, indem eine
engere Schraubenfeder g sich mit ihrem Vorderende in einem 'Rohransatz des Bodenteiles
d bewegt, während der Gummipuffer h auf der Außenseite dieses Rohransatzes angeordnet
ist..
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Der Schlagbolzenkolben h ist bei diesem Apparate als verlängerter,
nach vorn offener Hohlkolben ausgebildet, dessen lichte Weite so bemessen ist, daß
er beim Vortrieb frei über den Rohransatz passend auf den Gummipuffer aufzutreffen
vermag.
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Die Außenwand des Kolbens k ist mit einer flachen Ausdrehung so versehen,
daß nur am vorderen und hinteren Ende des Kolbens je ein schmaler, der lichten Weite
des Führungsrohres entsprechender Rand verbleibt. An Stelle der mehr oder weniger
geradlinig verlaufenden Umgehungskanäle der beiden anderen Anordnungen -ist bei
dem Apparate der Abb. 3 in der Innenwand des, Führungsrohres, b eine flache
Ausdrehung m von etwas geringerer Breite als die äußere Ausdrehung des Kolbens
k vorgesehen. Der Kolben verliert bei dieser Anordnung seine Führung auch beim Vorübergehen
an der Rohraus, drehung nicht, wohl aber treten die Explosionsgase, wenn durch den
hinteren Kolbenrand beim Vortrieb die Rohrausdrehung nach dem Explosionsraum zu
freigegeben wird, durch diese Ausdrehung in die Kolbena.usdrehüngund gelangen durch
in der Kolbenwand vorgesehene Bohrurigen 1 ebenfalls in den Raum vor dem Kolben,
dessen weiteren Vortrieb durch Druckausgleich unterbrechend.
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Bei dieser Ausführung ist eine äußere Ummantelung für das Führungsrohr
nicht vorgesehen; auch die anderen Apparate können ohne eine solche hergestellt
werden.
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Die Umlaufkanäle und die Ausdrehung in dem Führungsrohr können nach
Bedarf auch in anderen Formen hergestellt werden, als es in der Zeichnung dargestellt
ist. Es können im besonderen z. B. die Umlaufkanäle statt in der Längsrichtung des
Rohres verlaufend auch schräg oder schraubenförmig auslaufend gestaltet werden.