DE4446129A1 - Verfahren zum Aufbereiten von feuchtem Material - Google Patents
Verfahren zum Aufbereiten von feuchtem MaterialInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufbereiten
von feuchtem Material, das nach einer einen Waschprozeß
einschließenden Vorbehandlung in Form von Partikeln vorliegt,
mit welchem zunächst die Feuchtigkeit aus dem Material
weitestgehend entfernt wird und mit welchem das Material
abschließend getrocknet wird sowie auf eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens.
Insbesondere aus Gründen des Umweltschutzes werden die
unterschiedlichsten Materialien nach Gebrauch nicht mehr
thermisch verwertet oder auf Müllhalden deponiert, sondern im
sogenannten "Recycling" aufbereitet und einer Wiederverwendung
zugeführt. Das gilt für organische Produkte, wie beispielweise
Lebensmittel, aber auch für Kunststoff, auf den sich
stellvertretend für alle anderen betroffenen Produkte die
weiteren Ausführungen beziehen.
Da Kunststoff je nach Herkunft mehr oder weniger stark
verschmutzt ist, muß der Kunststoff vor seinem erneuten
Einsatz gewaschen und getrocknet werden. Dafür sind Verfahren
bekannt und weltweit im Einsatz. Sie werden beispielweise als
"System AKW", als "Andritzverfahren" oder als "System B.u.B."
verwendet. Der gewaschene, noch feuchte Kunststoff wird bei
diesen Verfahren über schräge Förderschnecken oder Siebanlagen
oder durch Zentrifugen geleitet, um einen großen Anteil der
Feuchtigkeit zu entfernen. Die restliche Feuchtigkeit in der
Größenordnung von 10 bis 25 Gewichtsprozent des Gesamtvolumens
wird grundsätzlich durch aufgeheizte Luft entfernt. Der
Aufwand zur Aufbereitung des Kunststoffs ist bei den bekannten
Verfahren apparativ hoch und es wird viel Energie benötigt. Es
besteht außerdem die Gefahr, daß der Kunststoff beim Trocknen
durch die aufgeheizte Luft thermisch geschädigt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs
geschilderte Verfahren und die entsprechende Vorrichtung
einfacher zu gestalten.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst,
- - daß der feuchte Kunststoff mittels einer Stopfvorrichtung unter Druck einer Plastifiziervorrichtung mit einem Gehäuse und mindestens einer drehbar in demselben angeordneten Förderschnecke aufgegeben wird,
- - daß die durch den Stopfvorgang in Verbindung mit einer Kompressionszone der Plastifiziervorrichtung aus dem Kunststoff herausgepreßte Feuchtigkeit durch eine im Verlauf der Förderschnecke zwischen dem Einzugsbereich und der Kompressionszone im Gehäuse der Plastifiziervorrichtung angebrachte, den Kunststoff selbst nicht durchlassende Öffnung aus dem Gehäuse entfernt wird und
- - daß der Kunststoff hinter der Kompressionszone mittels der Förderschnecke zumindest durch einen Aufschmelzbereich mit nachfolgender Entgasung und abschließend zur Düse der Plastifiziervorrichtung gefördert wird.
Mit diesem Verfahren bzw. mit der entsprechenden Vorrichtung
kann gewaschener und noch feuchter Kunststoff auf einfache
Weise aufbereitet werden. Es wird dazu eine an sich übliche
Plastifiziervorrichtung verwendet - im folgenden kurz
"Extruder" genannt. Das Gehäuse des Extruders muß lediglich
mit der in geeigneter Weise ausgeführten Öffnung ausgerüstet
werden und die Förderschnecke des Extruders ist entsprechend
zu gestalten. Der Kunststoff wird mittels der Stopfvorrichtung
in das Gehäuse des Extruders hineingedrückt. Im Zusammenwirken
mit der Kompression wird dadurch die Feuchtigkeit
weitestgehend aus dem Kunststoff herausgepreßt und durch die
Öffnung im Gehäuse des Extruders aus demselben entfernt. In
der Öffnung des Gehäuses wird in bevorzugter Ausführungsform
eine quer zur Förderschnecke verlaufende Schnecke angebracht,
die in Richtung des Gehäuses fördert. Der noch nicht
aufgeschmolzene Kunststoff kann nicht aus der Öffnung im
Gehäuse des Extruders austreten, da er durch die in der
Öffnung drehende Schnecke ständig in das Gehäuse
zurückgedrückt wird. Die Feuchtigkeit hingegen wandert an der
Schnecke entlang und tritt an deren freiem Ende aus. Sie kann
dort in einem Behälter aufgefangen werden. Die
Restfeuchtigkeit wird in einer der Kompressionszone des
Extruders folgenden Dekompressionszone aus dem Kunststoff
entfernt. Dabei wird im Aufschmelzbereich die Restfeuchtigkeit
in den gasförmigen Zustand überführt. Das Gas verläßt das
Gehäuse des Extruders durch die nachfolgende Entgasung. Der
trockene Kunststoff wird weiter plastifiziert und zur Düse des
Extruders gefördert. Er tritt dort aus dem Extruder aus und
kann nach Abkühlung beispielsweise granuliert werden.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus
den Unteransprüchen hervor.
Das Verfahren nach der Erfindung wird anhand der Zeichnungen
als Ausführungsbeispiel erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Gesamtansicht eines für das Verfahren nach der
Erfindung verwendbaren Extruders in schematischer Darstellung.
Fig. 2 das Gehäuse des Extruders nach Fig. 1 in einer
Draufsicht.
Fig. 3 eine gegenüber Fig. 2 ergänzte Ausführungsform des
Gehäuses.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Extruder handelt es sich in
bevorzugter Ausführungsform um einen
Doppelschneckengleichläufer, einen sogenannten Compounder. Es
könnte aber auch jeder andere bekannte Extruder mit einer
Förderschnecke oder zwei Förderschnecken, die gleichlaufend
oder gegenläufig sind, verwendet werden. Die Förderschnecken
oder auch Plastifizierschnecken können außerdem zylindrisch
oder konisch ausgeführt sein. In der folgenden Beschreibung
werden stellvertretend für alle möglichen Ausführungsformen
ein Extruder mit einer Förderschnecke und weiter das Material
"Kunststoff" berücksichtigt. Statt des Wortes "Feuchtigkeit"
wird der Einfachheit halber außerdem das Wort "Wasser"
verwendet. Die Förderschnecke ist der Einfachheit halber nicht
mit dargestellt. Die eingezeichnete Unterteilung des Gehäuses
des Extruders in Abschnitte dient dem besseren Verständnis.
Die Förderschnecke des Extruders wird von einem Motor 1 unter
Zwischenschaltung eines Getriebes 2 angetrieben und dadurch um
ihre Achse gedreht. Über einen Trichter 3 wird dem Extruder
feuchter Kunststoff aufgegeben, dessen Wassergehalt
beispielsweise zwischen 10 und 50 Gewichtsprozent des
Gesamtvolumens liegen kann. Der feuchte Kunststoff wird
mittels einer Stopfvorrichtung 4 in das Gehäuse des Extruders
hineingepreßt. Als Stopfvorrichtung 4 kann eine sich um ihre
Achse drehende Schnecke verwendet werden, die bis in das
Gehäuse des Extruders hineinragt.
In Förderrichtung der Förderschnecke folgt hinter dem
gekühlten Einzugsbereich 5 des Gehäuses ein Bereich mit einer
Öffnung 6, dem eine Kompressionszone 7 folgt. Im Bereich des
Gehäuses mit der Öffnung 6 ist außen an demselben eine
Schnecke 8 angebracht, deren Achse im dargestellten
Ausführungsbeispiel rechtwinklig zur Achse der Förderschnecke
verläuft. Die Spitze der Schnecke 8 ragt in die Öffnung 6
hinein. Sie liegt unmittelbar an der Förderschnecke ohne diese
zu berühren. Die Schnecke 8 ist drehbar in einem Gehäuse
angeordnet.
Das Wasser wird durch das Zusammenwirken von Stopfvorrichtung
4 und Kompressionszone 7 aus dem Kunststoff herausgepreßt. Es
kann das Gehäuse durch die Öffnung 6 verlassen. Damit nicht
auch der Kunststoff aus der Öffnung 6 austritt, ist in
derselben die Schnecke 8 vorgesehen. Sie fördert durch ihre
Drehung den Kunststoff ständig in das Gehäuse des Extruders
zurück. Das Wasser läuft an der Schnecke 8 entlang. Es kann am
freien Ende derselben aus deren Gehäuse austreten und dort in
einem Behälter aufgefangen werden.
Die Schnecke 8 kann als Extruder ausgeführt sein. Sie dreht
sich dann also in einem Gehäuse. Der Extruder kann auch als
Doppelschneckenextruder mit zwei konischen, gegenläufigen
Schnecken ausgeführt sein.
Im Kunststoff bleibt hinter der Kompressionszone 7 eine
Restfeuchtigkeit von etwa 3 bis 7 Gewichtsprozent des
Gesamtvolumens. Diese wird durch nachfolgende Erwärmung aus
dem Kunststoff entfernt. Dazu weist das Gehäuse einen
Aufschmelzbereich 9 mit nachfolgender Entgasung 10 auf. Der
Kunststoff wird hier durch Scherung und Temperierung
aufgeschmolzen. Das restliche Wasser wird dadurch in den
gasförmigen Zustand überführt. Das Gas kann das Gehäuse durch
die Entgasung 10 verlassen. Es handelt sich beispielsweise um
eine athmosphärische Entgasung oder um eine Vakuumentgasung.
Bis zur Düse 11 des Extruders können im Verlauf des Gehäuses
mehrere Vakuumentgasungen 12 und ein Filter 13 vorhanden sein.
Das Filter 13 dient gegebenenfalls zur Entfernung
verschmutzter Partikel. Der getrocknete und entgaste
Kunststoff tritt aus der Düse 11 aus. Er kann nach Durchlaufen
einer Kühlstrecke 14 einem Granulator 15 aufgegeben werden. Es
ist jedoch auch möglich, den Kunststoff direkt einer
Weiterverarbeitung zuzuführen, beispielsweise einer
Vorrichtung zur Herstellung von Rohren oder Profilen.
Der Kunststoff kann hinter der Kompressionszone 7 entspannt
werden. In diesem Expansionsbereich 16 können dem Kunststoff
beispielsweise mittels einer seitlichen Zuführschnecke 17
weitere Komponenten aufgegeben werden. Solche Komponenten sind
beispielsweise Füll- und Farbstoffe oder faserige
Zuschlagstoffe oder allgemein Zusatzstoffe zur Modifikation
der Eigenschaften des Kunststoffs.
Claims (11)
1. Verfahren zum Aufbereiten von feuchtem Material, das nach
einer einen Waschprozeß einschließenden Vorbehandlung in
Form von Partikeln vorliegt, mit welchem zunächst die
Feuchtigkeit aus dem Material weitestgehend entfernt wird
und mit welchem das Material abschließend getrocknet
wird, dadurch gekennzeichnet,
- - daß das feuchte Material mittels einer Stopfvorrichtung (4) unter Druck einer Plastifiziervorrichtung mit einem Gehäuse und mindestens einer drehbar in demselben angeordneten Förderschnecke aufgegeben wird,
- - daß die durch den Stopfvorgang in Verbindung mit einer Kompressionszone (7) der Plastifiziervorrichtung aus dem Material herausgepreßte Feuchtigkeit durch eine im Verlauf der Förderschnecke zwischen dem Einzugsbereich (5) und der Kompressionszone (7) im Gehäuse der Plastifiziervorrichtung angebrachte, das Material selbst nicht durchlassende Öffnung (6) aus dem Gehäuse entfernt wird und
- - daß das Material hinter der Kompressionszone (7) mittels der Förderschnecke zumindest durch einen Aufschmelzbereich (9) mit nachfolgender Entgasung (10) und abschließend zur Düse (11) der Plastifiziervorrichtung gefördert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß außen an das Gehäuse der Plastifiziervorrichtung
mindestens eine quer zur Förderschnecke verlaufende,
mit ihrer Spitze in die Öffnung (6) des Gehäuses
hineinragende und drehbar gelagerte Schnecke (8)
angeschlossen wird, die bei Drehung um ihre Achse
ständig in Richtung des Gehäuses fördert und über
welche die aus dem Material herausgepreßte
Feuchtigkeit abläuft.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
- - daß das Material hinter der Kompressionszone (7) mittels der Förderschnecke einem Expansionsbereich (16) zugeführt wird und
- - daß dem Material in dem Expansionsbereich (16) Zusatzstoffe beigegeben werden.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 3 unter Verwendung einer
Plastifiziervorrichtung mit mindestens einer
Förderschnecke, dadurch gekennzeichnet,
- - daß im Einzugsbereich (5) der Plastifiziervorrichtung eine Stopfvorrichtung (4) angeordnet ist,
- - daß zwischen dem Einzugsbereich (5) und einer Kompressionszone (7) eine Öffnung (6) im Gehäuse der Plastifiziervorrichtung angebracht ist und
- - daß in die Öffnung (6) eine außen am Gehäuse der Plastifiziervorrichtung angeordnete, in Richtung der Förderschnecke fördernde Schnecke (8) hineinragt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schnecke (8) rechtwinklig zur Förderschnecke der
Plastifiziervorrichtung angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Plastifiziervorrichtung mit zwei
gleichlaufenden Förderschnecken ausgerüstet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Plastifiziervorrichtung mit zwei
gegenläufigen Förderschnecken ausgerüstet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die beiden Förderschnecken
zylindrisch ausgeführt sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die beiden Förderschnecken konisch
ausgeführt sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schnecke (8) als Extruder
ausgeführt ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Extruder als Doppelschneckenextruder mit zwei
konischen, gegenläufigen Schnecken ausgeführt ist.
Priority Applications (2)
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Publications (1)
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ID=6506298
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