DE4444540A1 - Schienenfahrzeug mit Drehvorrichtung - Google Patents
Schienenfahrzeug mit DrehvorrichtungInfo
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- B61—RAILWAYS
- B61F—RAIL VEHICLE SUSPENSIONS, e.g. UNDERFRAMES, BOGIES OR ARRANGEMENTS OF WHEEL AXLES; RAIL VEHICLES FOR USE ON TRACKS OF DIFFERENT WIDTH; PREVENTING DERAILING OF RAIL VEHICLES; WHEEL GUARDS, OBSTRUCTION REMOVERS OR THE LIKE FOR RAIL VEHICLES
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Schienenfahrzeuge mit
Drehvorrichtung, die die Verbindung zwischen einem Drehgestell
und dem Fahrzeugrahmen bzw. Wagenkasten herstellt.
Bekannte Ausführungen weisen eine größere Anzahl Lagerstellen,
Gelenke und Lenker auf. Diese Ausführungen sind
aufwendig und bei Drehausschlägen kinematisch nicht immer
einwandfrei.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese bekannten Nachteile
zu vermeiden und mit geringem Aufwand ein Schienenfahrzeug
der bekannten Gattung zu schaffen, bei dem die Drehvorrichtung
Drehausschläge um drei Drehachsen zuläßt und auch
bei Drehausschlägen kinematisch einwandfrei ist.
Erfindungsgemäß wird dies erreicht, indem die Drehvorrichtung
derart ausgebildet ist, daß diese Drehausschläge um
eine in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende Längsachse und
um eine vertikale Drehachse sowie um eine quer zur Fahrtrichtung
liegende Drehachse zuläßt. Dabei ist es vorteilhaft,
daß die Drehvorrichtung drei Lenker aufweist und diese
über Gelenkpunkte die Verbindung zwischen einem Drehgestell
und dem Fahrzeugrahmen bzw. dem Wagenkasten herstellen und
die Geraden von zwei Lenkern die Längsachse und die Querachse
schneiden und mindestens ein Lenker die Längs-, Quer-
und Vertikalachse schneidet.
Die Ausgestaltung der Drehvorrichtung sowie vorteilhafte
Weiterbildungen sind den Patentansprüchen zu entnehmen.
Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung und Zeichnung.
In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele der
Erfindung schematisch dargestellt und in bezug zueinander
und gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Es zeigt
Fig. 1 eine Drehvorrichtung und die Anordnung der Lenker
in Draufsicht,
Fig. 2 ein Schienenfahrzeug teilweise, mit Drehvorrichtung
von der Seite,
Fig. 3 und 5 ein Schienenfahrzeug im Querschnitt mit Drehgestell
und Drehvorrichtung und
Fig. 4 eine Drehvorrichtung schematisch und perspektivisch
dargestellt.
Die Fig. 1 zeigt ein Schienenfahrzeug mit einem Drehgestell 1
und einem Fahrzeugrahmen 2 mit einer zwischengeschalteten
Drehvorrichtung D die Lenker 3, 4 aufweist und die durch
kugelgelenkige Anlenkung an den Gelenkpunkten 6 die Verbindung
zwischen dem Drehgestell 1 und dem Fahrzeugrahmen 2
herstellen. Die Lenker 3, 4 sind als Zuglenker ausgebildet
und derart angeordnet, daß deren Geraden 5 im gemeinsamen
Schnittpunkt die Lage der in Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden
Drehachse P1 bestimmen und in entgegengesetzter
Richtung die quer zur Fahrtrichtung liegende Drehachse P3
schneiden deren Lage im Zusammenwirken mit dem Lenker 4
bestimmt wird und dessen Gerade 5 auch die Drehachse P1
und die senkrechte Drehachse P2 schneidet und um die das
Drehgestell 1 Drehausschläge in bezug zum Fahrzeugrahmen 2
ausführen kann. Die Drehachse P2 schneidet beide Drehachsen
P1 und P3.
Gemäß Fig. 2 schneiden sich die Geraden 5 der Lenker 3, 4
und bestimmen im Schnittpunkt die Lage der Drehachse P3,
die vorzugsweise in der Schienenebene 13 liegt und um die
das Drehgestell 1 Drehausschläge ausführen kann. Die
vertikale Drehachse P2 schneidet beide Drehachsen P1 und P3.
Die Fig. 3 zeigt frontseitig die das Drehgestell 1 mit dem
Fahrzeugrahmen 2 verbindende Anlenkung des Lenkers 4 und der
Lenker 3 deren Geraden 5 im Schnittpunkt die Lage der Drehachse
P1 bestimmen und die eine Längsachse darstellt und
diese die vertikale Drehachse P schneidet. Die querliegende
Drehachse P3 liegt etwa in Höhe der Schienenlauffläche.
Die Drehachse P1 liegt höher wie der Schwerpunkt S des
Wagenkastens 7 einschließlich des Fahrzeugrahmens 2. Dadurch
bewirkt die bei Kurvenfahrt auftretende Fliehkraft Drehausschläge
des Wagenkastens 7 um die Drehachse P1, so daß sich
der Wagenkasten 7 selbständig in die Kurve neigt. Soll die
Neigung des Wagenkastens 7 stärker sein wie dies durch die
Fliehkraft bewirkt werden kann und den jeweiligen Bedingungen
optimal angepaßt werden, so kann eine Steuereinrichtung
vorgesehen werden die eine Regeleinrichtung 10 aufweist und
die einen zwischen dem Drehgestell 1 und dem Fahrzeugrahmen
2 zwischengeschalteten Stellzylinder 11 ansteuert und
dieser den Fahrzeugrahmen 2 mit dem Wagenkasten 7 um die
Drehachse P1 dreht und dabei in die gewünschte Neigung bzw.
Lage bringt. Die Drehvorrichtung D kann auch so ausgebildet
werden, daß die Drehachse P1 tiefer liegt wie der Schwerpunkt
S oder sie kann auch in dessen Bereich liegen. Auch
die Drehachse P3 kann in einer anderen Ebene liegen.
Die in der Fig. 4 dargestellte Drehvorrichtung D hat zwei
Koppeln A und B mit den Gelenkpunkten 6 an denen die Lenker
3, 4 kugelgelenkig angelenkt sind und dadurch die Verbindung
zwischen den Koppeln A, B herstellen. Diese Drehvorrichtung
läßt Drehausschläge der Koppeln A, B um drei Drehachsen
P1, P2, P3 zu. Die Drehachse P1 ist eine Längsachse,
die Drehachse P2 eine Vertikalachse und die Drehachse P3
eine Querachse in bezug zur Fahrtrichtung. Die
Gelenkpunkte 6 sind an den Koppeln A, B so angeordnet,
daß die Geraden 5 der Lenker 3, 4 gemäß Darstellung die
Drehachsen P1, P2, P3 schneiden und ihre Lage bestimmen.
Die Drehvorrichtung D kann derart in ein Schienenfahrzeug
eingebaut werden, daß die Koppel A ein Teil des Drehgestells
1 und die Koppel B ein Teil des Fahrzeugrahmens 2
ist. Bei dieser Einbaulage sind die Lenker 3, 4 auf Zug
beansprucht und als Zuglenker auszuführen. Es können auch
Bedingungen auftreten, wo es vorteilhaft ist, die Drehvorrichtung
D so in ein Schienenfahrzeug einzubauen, daß die
Koppel A Teil des Fahrzeugrahmens 2 bzw. des Wagenkastens 7
und die Koppel B Teil eines Drehgestells 1 ist. Die Lenker
3, 4 können auch als längselastische Federelemente ausgebildet
werden. Vorteilhaft können die Anlenkungen an den
Gelenkpunkten 6 als elastische Dämpfer ausgebildet werden.
Die Fig. 5 zeigt ein Schienenfahrzeug mit Drehgestell im
Querschnitt. Auf dem Drehgestellrahmen 1 sind die Luftfedern
15 aufgesetzt und stützen die Traverse 14 ab. An dieser
sind drei Gelenkpunkte 6 zur kugelgelenkigen Aufnahme der
Lenker 3, 4 vorgesehen. Am anderen Ende der Lenker 3, 4
sind diese an Gelenkpunkten 6 mit dem Wagenkasten 7 oder
dem Fahrzeugrahmen 2 in Bezug. Die Luftfedern 15 lassen eine
Vertikal-, Quer- und Längsfederung des Wagenkastens 7 zu.
Die Drehvorrichtung D mit den Lenkern 3, 4 läßt eine Drehung
um die Hochachse P2 und um eine Querachse P3 zu und
die in der Höhe zwischen der Schienenoberkante und den Radachsen
liegt. Des weiteren ist zur Neigung des Wagenkastens 7
eine Drehung um die Längsachse P1 gegeben. Weil der Schwerpunkt
S tiefer liegt, kommt es im Betrieb zu einer selbsttätig
passiven Neigungsregelung. Zur Erzielung einer optimalen
Neigungsregelung wird diese als aktives System mit einer
Regeleinrichtung 10 und einem ansteuerbaren als Elektrozylinder
ausgebildeten Stellzylinder 11 ausgeführt. Die Verwendung
eines Elektrozylinders ist sehr einfach und hat den
Vorteil, daß dieser von der ohnehin zur Verfügung stehenden
elektrischen Energie gespeist werden kann. Der Elektrozylinder
11 ist an der Traverse 14 und an einem Teil des Wagenkastens
7 angelenkt. Dadurch ergibt sich bei Betätigung
die vorgesehene Neigung des Wagenkastens 7.
Claims (21)
1. Schienenfahrzeug mit Drehvorrichtung, die die Verbindung
zwischen einem Drehgestell und dem Fahrzeugrahmen
bzw. Wagenkasten herstellt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehvorrichtung (D) derart ausgebildet ist, daß
diese Drehausschläge um eine in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende
Längsachse (P1) und um eine vertikale Achse (P2)
sowie um eine quer zur Fahrtrichtung liegende Drehachse (P3)
zuläßt.
2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehvorrichtung (D) drei Lenker (3, 4) aufweist
und diese über Gelenkpunkte (6) die Verbindung zwischen
einem Drehgestell (1) und dem Fahrzeugrahmen (2) bzw. dem
Wagenkasten (7) herstellen.
3. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Geraden (5) der Lenker (3, 4) die Längsachse
(P1) und die Querachse (P3) schneiden.
4. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Lenker (4) drei Drehachsen
(P1, P2, P3) schneidet.
5. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lenker (3, 4) als Zuglenker ausgebildet
und angeordnet sind.
6. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lenker (3, 4) als Drucklenker ausgebildet
und angeordnet sind.
7. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Wagenkasten (7) um die in Fahrzeuglängsrichtung
verlaufende Drehachse (P1) schwenkbar gehalten ist.
8. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachse (P1) höher liegt wie der Schwerpunkt
S) des Wagenkastens (7) samt Fahrzeugrahmen (2).
9. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachse (P1) im Bereich des Schwerpunktes
(S) liegt.
10. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachse (P1) tiefer liegt wie der
Schwerpunkt (S).
11. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schienenfahrzeug eine Steuereinrichtung
aufweist und mittels einer Regeleinrichtung (10) und eines
Stellzylinders (11) den Wagenkasten (7) in der vorgesehenen
Neigung hält.
12. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens das Sensorsystem der Regeleinrichtung
(10) im Wagenkasten (7) bzw. am Fahrzeugrahmen (2)
angebracht ist.
13. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß Lenker (3, 4) eine unterschiedliche Länge aufweisen.
14. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Lenker (3, 4) als Zuglenker ausgebildet
und angeordnet ist.
15. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Lenker (3, 4) als Drucklenker
ausgebildet und angeordnet ist.
16. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Steuer- bzw. Regeleinrichtung (10) die
Lage bzw. Neigung des Wagenkastens (7) um die Längsachse (P1)
bewirkt.
17. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß das Drehgestell (1) mittels Drehvorrichtung (D)
um eine Querachse (P3) schwenkbar am Fahrzeugrahmen (2) gehalten
ist.
18. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Stellzylinder (11) als Hydrozylinder ausgebildet
ist.
19. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Stellzylinder (11) als Elektrozylinder
ausgebildet ist.
20. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Traverse (14) auf Luftfedern (15) abgestützt
ist.
21. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Traverse (14) eine Koppel (A) darstellt.
Priority Applications (1)
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Publications (2)
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