DE4443302A1 - Panikschloß - Google Patents
PanikschloßInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Panikschloß, welches mit einem Riegel und einer
Falle ausgestattet ist. Die Falle und auch der Riegel können durch einen
Türdrücker, der sich innerhalb des Gebäudes in der Nuß des Panikschlos
ses befindet, gemeinsam entriegelt werden. Dabei sind der Riegel und die
Nuß miteinander wirkverbunden. Darüber hinaus ist innerhalb des Schloß
gehäuses eine Fluchtwegverriegelung integriert.
Die österreichische Patentschrift 394 241 offenbart ein Schloß, welches
mit einer Sperrvorrichtung versehen ist. Dabei ist die Nuß in zwei Nußhälf
ten aufgeteilt, so daß jede Nußhälfte einer Drückerhälfte der Drückergarni
tur zugeordnet ist. Die Sperreinrichtung wird von einem Elektromotor ge
bildet, welcher nach seiner Aktivierung die Sperreinrichtung aufhebt. Durch
eine Sperrvorrichtung werden die beiden Nußhälften miteinander verbun
den. Eine Tür, die mit einem solchen Schloß ausgerüstet ist, kann von in
nen jederzeit durch Betätigung des Innendrückers geöffnet werden, von
außen jedoch nur dann, wenn die Sperrvorrichtung deaktiviert wird.
Die DE-OS 26 52 562 beschreibt eine Schließvorrichtung, die einen elek
trisch betätigbaren Riegel beinhaltet. Diese Tür ist bei Stromausfall ge
sperrt, im Notfall aber kann ein Öffnen der Tür dadurch bewirkt werde, daß
von einer Seite der Drücker betätigt werden kann. Diese sehr aufwendige
Schließvorrichtung kann durch eine Fernentriegelung betrieben werden.
Darüber hinaus sind Panikschlösser bekannt, die durch die Betätigung
eines Schlüssels von außen entriegelbar sind. Von innen sind diese
Schlösser stets durch die Drückerbetätigung entriegelbar, weil somit nur
die Panikfunktion erhalten bleiben kann. Da jedoch eine Entriegelung nach
der Drückerbetätigung dauerhaft ist, d. h. nach Funktionsprüfung der Pa
nikfunktion oder unbeabsichtigtes Betätigen des Drückers, muß das
Schloß mittels eines Schlüssels wieder verriegelt werden, bieten diese
Schlösser nicht den gewünschten Komfort.
Das DORMA-SVP-Schloß ist geeignet, Fluchtwegtüren mit Panikschlös
sern auch von innen verriegelt zu halten, und zwar elektromechanisch.
Darüber hinaus ist eine generelle Verriegelung einer Tür nur mit der
DORMA-Türverriegelung als Hilfsmittel zu realisieren. Diese innenseitig
angebrachte Verriegelung an der Tür ist über entsprechende Schaltele
mente im Panikfall aufhebbar unter Absetzung einer oder mehrerer Mel
dungen.
Die Blockierung eines Drückers durch in Ausgangsrichtung gesehen ist auf
das Türblatt montierte Einrichtungen sind ebenfalls bekannt.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, in einem Panikschloß auch eine Verrie
gelungsvorrichtung zu integrieren.
Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, daß mit einem elektrome
chanisch betriebenen Hebelsystem die Drehbarkeit der Drückernuß eines
Panikschlosses so zu sperren ist, daß sie über Schaltelemente elektrisch
entsperrbar ist. Dabei sind alle notwendigen Funktionselemente in einem
Schloßkasten untergebracht, vorzugsweise in den Abmessungen nach DIN
18250118251. Es ist jedoch auch möglich, einen modularen Aufbau eines
Panikschlosses zu wählen, der es gestattet, ein Panikschloß nachträglich
mit einer Verriegelung auszustatten. Ein solches System vereinigt die
Funktionen sowohl des Panikschlosses als auch einer extern sonst ange
brachten Türverriegelung in einem Schloßkastengehäuse.
Die Fluchtwegverriegelung besteht im wesentlichen aus einem Elektro
magneten, dessen Anker durch ein Federelement belastet ist, und daß an
dem Ende des Ankers ein Hebelsystem angreift. Dieses Hebelsystem kann
beispielsweise ein Kniehebelsystem sein, oder aber auch, wenn es die
Kräfte zulassen, kann ein einfacher Hebel gewählt werden.
Bei einem Kniehebelsystem sind zwei Hebel vorhanden, die mit je einem
ihrer Enden drehgelagert mit dem Anker verbunden sind. Einer der beiden
Hebel ist wiederum andererends an einem festen Lager drehgelagert. Der
zweite Hebel ist nicht an seinem Endbereich, sondern entsprechend den
notwendigen Kräften an einem anderen Punkt gelagert, so daß sein freies
Ende mit einem Mitnehmer, der beispielsweise an der Nuß vorhanden ist,
zusammenwirken kann. Wird der Elektromagnet bestromt, so wird sein
Anker in eine solche Stellung gebracht, daß die beiden vorbeschriebenen
Hebel quasi auf einer Linie liegen. Gleichzeitig steht der Mitnehmer der
Nuß mit dem freien Hebelende im Eingriff. Durch diese Stellung ist es nicht
möglich, die Nuß zu betätigen, was wiederum zur Folge hat, daß auch die
Falle und der Riegel des Panikschlosses nicht eingefahren werden kön
nen. Es kann jedoch auch eine äquivalente Sperrwirkung durch Blockie
rung von einem oder mehreren Hebeln oder Schiebern, die mit der Nuß
zusammenwirken, in Verbindung mit den vorbeschriebenen Hebeln er
reicht werden.
Der Elektromagnet arbeitet vorzugsweise nach dem Ruhestromprinzip, so
daß dann im stromlosen Zustand sein Anker aufgrund der Federkraft des
Federelementes aus dem Elektromagneten herausfährt, und somit das
Hebelsystem aus seiner Grundposition (Verriegelungsposition) heraus
bringt. Hierdurch wird gleichzeitig auch der Mitnehmer der Nuß freigege
ben, so daß die Nuß nun ohne die Verriegelung betätigt werden kann.
Diese Funktion muß auch gegeben sein, wenn eine Last von 800 N auf
den Drücker wirkt.
Für den erfindungsgemäßen Gegenstand ist es unerheblich, ob es sich bei
der Nuß um eine einteilige oder geteilte Nuß handelt. Auch kann ein sol
cher Elektromagnet entweder von einer Zentrale aus freigeschaltet wer
den, bzw. als autarkes System arbeiten, in dem beispielsweise eine Not
stromversorgung vorhanden ist, deren Stromzuführung durch einen
Schalter, vorzugsweise einen Schlüsselschalter, Not-Schalter, unter
brochen werden kann. Wird die Stromzuführung unterbrochen, so würde
bewußt die Verriegelung aufgehoben. Gleichzeitig kann auch eine Anzeige
über den Entriegelungs- bzw. Verriegelungszustand eines solches Panik
schlosses durchgeführt werden, entweder optisch oder akustisch.
Ein Panikschloß der vorgenannten Art, welches eine Verriegelung beinhal
tet stellt eine enorme Bereicherung zum Stand der Technik dar, da hier auf
zusätzliche, auch optisch oft störende, Bauelemente verzichtet werden
kann.
Die Erfindung wird anhand eines möglichen, schematisch dargestellten
Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 Panikschloß mit Verriegelung in der Verriegelungsposition.
Fig. 2 Panikschloß mit entriegelter Verriegelung.
Das Panikschloß 1, welches schematisch in der Fig. 1 dargestellt ist, gibt
nur die erfindungsrelevanten Dinge wieder. Innerhalb des Schloßkastens
16 ist neben dem Hebelwerk für die normale Funktion eines Panikschlos
ses auch die erfindungsgemäße Verriegelung 2 untergebracht. Die Verrie
gelung 2 besteht im wesentlichen aus einem Elektromagneten 4, dessen
Anker 14 aus dem Elektromagneten herausragt. Das freie Ende des An
kers 14 ist an dem Angriffspunkt 10 mit den Hebeln 7 und 12 kraftschlüssig
drehbeweglich verbunden. Gegen diese Verbindung der Hebel 12 und 7
einerends und andererends gegen den Elektromagneten 4 drückt ein Fe
derelement 15, welches die Aufgabe hat, den Anker 14 im stromlosen Zu
stand aus der Verriegelungsposition herauszudrücken und damit das
Schloß freizugeben.
Das in dem Ausführungsbeispiel beschriebene Verriegelungssystem be
steht in diesem Falle aus zwei Hebeln, nämlich den Hebeln 7 und 12, die
ein Kniehebelsystem bilden. Das freie Ende des Hebels 12 ist über die La
gerung 11 drehgelagert. Der zweite Hebel 7 hat nicht in seinem Endbe
reich eine Lagerung, vielmehr ist diese Lagerung 9 quasi in der Mitte des
Hebels 7 angebracht. Somit ragt über die Lagerung 9 ein freies Ende 8 des
Hebels 7 heraus. Dieses freie Ende 8 tritt in Wirkverbindung mit einem
Mitnehmer 6, der mit der Nuß 5 kraft- und formschlüssig verbunden ist. In
der in der Fig. 1 dargestellten Art und Weise ist das Hebelsystem 3 quasi
so dargestellt, daß sowohl der Hebel 7 als auch der Hebel 12 im verriegel
ten Zustand in einer Ebene liegen. Dieses ist die Stellung, in der die Falle
18 und der Riegel 19 des Panikschlosses 1 verriegelt sind, weil eine Betä
tigung der Nuß gegen das mit dem Mitnehmer 6 in Verbindung stehende
freie Ende 8 des Hebels 7 nicht möglich ist.
Wird der Elektromagnet 4 durch einen Schalter 13 betätigt, der die Strom
versorgung der Spannungsquelle 20 unterbricht, so würde aufgrund der
Federkraft des Federelementes 15 das Hebelsystem 3 aus seiner Verrie
gelungsposition herausgedrückt. Diese Funktion macht deutlich, daß der
Elektromagnet nach dem Ruhestromprinzip arbeitet, d. h. nur im bestrom
ten Zustand ist eine Verriegelung möglich, was gleichzeitig dafür Sorge
trägt, daß in jedem Falle bei Nichtvorhandensein der Versorgungsspan
nung, diese Tür durch Betätigung des Drückers von innen her entriegelt
werden kann. Wird für das Panikschloß ein selbstverriegelndes Schloß,
beispielsweise der Firma DORMA verwendet, so können gleichzeitig die
Falle 18 und der Riegel 19 durch die Betätigung der Nuß über den nicht
dargestellten Drücker entriegelt werden.
Die entriegelte Position der Verriegelung ist aus der Fig. 2 zu entnehmen,
die deutlich macht, daß durch Verschwenken des Hebelsystemes 3 der
Mitnehmer 6 der Nuß 5 frei beweglich wird.
In Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Gedankens kann aufgrund der
Kraftverhältnisse auch beispielsweise auf ein Kniehebelsystem verzichtet
werden, und nur der Elektromagnet 4 mit einem Hebel verbunden werden,
der analog der vorbeschriebenen Art des Hebels 7 gelagert ist. Eine Zu
standsanzeige der Verriegelung 2 kann optisch oder akustisch im oder am
Schloß bzw. an einer Zentraleinheit angezeigt werden.
Bezugszeichenliste
1 Panikschloß
2 Verriegelung
3 Hebelsystem
4 Elektromagnet
5 Nuß
6 Mitnehmer
7 Hebel
8 freies Ende
9 Lagerung
10 Angriffspunkt
11 Lagerung
12 Hebel
13 Schalter
14 Anker
15 Federelement
16 Schloßkasten
18 Falle
19 Riegel
20 Spannungsquelle
2 Verriegelung
3 Hebelsystem
4 Elektromagnet
5 Nuß
6 Mitnehmer
7 Hebel
8 freies Ende
9 Lagerung
10 Angriffspunkt
11 Lagerung
12 Hebel
13 Schalter
14 Anker
15 Federelement
16 Schloßkasten
18 Falle
19 Riegel
20 Spannungsquelle
Claims (12)
1. Panikschloß mit einem Riegel und einer Falle, die durch einen
Türdrücker von der Innenseite eines Gebäudes über eine drehbare
Nuß gemeinsam entriegelt werden, wobei der Riegel und die Nuß
miteinander wirkverbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß in
dem Schloßkasten (16) des Panikschlosses (1) eine Verriegelung
(2) integriert ist.
2. Panikschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verriegelung (2) aus einem Elektromagneten (4) in Verbindung mit
einem Hebelsystem (3) aus mindestens einem Hebel bestehend
besteht.
3. Panikschloß nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeich
net, daß an der Nuß (5) ein Mitnehmer (6) vorhanden ist, der mit
dem Hebelsystem (3) in Wirkverbindung steht.
4. Panikschloß nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeich
net, daß das Hebelsystem (3) aus einem ersten Hebel (7), der ein
freies Ende (8) aufweist und mit dem Mitnehmer (6) zusammen
wirkt, und dessen anderes Ende über einen Angriffspunkt (10) mit
einem zweiten Hebel (12) und gleichzeitig mit dem Anker (14) des
Elektromagneten (4) drehgelagert sind, und der Hebel (12) mit sei
nem zweiten Ende in einer Lagerung (11) gelagert wird.
5. Panikschloß nach den Ansprüchen 2 und 4, dadurch gekennzeich
net, daß der Anker (14) des Elektromagneten (4) durch ein Feder
element (15) belastet ist.
6. Panikschloß nach den Ansprüchen 1, 3 und 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Anker (14) des Elektromagneten (4) direkt mit
dem Mitnehmer (6) der Nuß (5) in Wirkverbindung steht.
7. Panikschloß nach den Ansprüchen 1, 2, 4, 5 und 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Elektromagnet (4) von einer Zentrale aus
fernbetätigt wird.
8. Panikschloß nach den Ansprüchen 1, 2, 4, 5 und 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Elektromagnet (4) über einen Schalter (13)
mit einer Strom/Notstromversorgung verbunden wird.
9. Panikschloß nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Elektromagnet (4) nach dem Ruhestrom
prinzip arbeitet.
10. Panikschloß nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Nuß (5) eine geteilte Nuß ist.
11. Panikschloß nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Panikschloß (1) mit der Verriegelung (2) als
modulares, erweiterbares System aufgebaut ist.
12. Panikschloß nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Zustand der Verriegelung (2) optisch oder
akustisch angezeigt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944443302 DE4443302C2 (de) | 1994-12-06 | 1994-12-06 | Panikschloß |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19944443302 DE4443302C2 (de) | 1994-12-06 | 1994-12-06 | Panikschloß |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4443302A1 true DE4443302A1 (de) | 1996-06-20 |
| DE4443302C2 DE4443302C2 (de) | 1996-11-28 |
Family
ID=6534992
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19944443302 Expired - Fee Related DE4443302C2 (de) | 1994-12-06 | 1994-12-06 | Panikschloß |
Country Status (1)
| Country | Link |
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|---|---|
| DE4443302C2 (de) | 1996-11-28 |
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