DE4329745C1 - Verfahren zur frühzeitigen Erfassung von unerwarteten gefährlichen Fahrbahnverhältnissen - Google Patents
Verfahren zur frühzeitigen Erfassung von unerwarteten gefährlichen FahrbahnverhältnissenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur frühzeitigen Erfassung
von unerwarteten und vom Fahrzeuglenker eines nur front- oder
nur heckgetriebenen Kraftfahrzeugs optisch häufig nicht ohne
weiteres oder nicht früh genug erkennbaren gefährlichen Fahr
bahnverhältnissen der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ge
nannten Art.
Neuere Erkenntnisse zeigen, daß es entgegen der zuvor in der
Fachwelt allgemein vertretenen Meinung sehr wohl möglich ist,
aus den den bekannten µ/s-Kennlinien entsprechenden Radumfangs
kraft/Radschlupf-Kennlinien (K = f (λ)) bereits sehr frühzeitig,
nämlich schon im unteren Radumfangskraft-Bereich, also schon im
Mikrobereich des Radumfangskraft-Radschlupf-Kennlinienfeldes,
auf den herrschenden Kraftschluß zwischen Reifen und Fahrbahn zu
schließen, wenn insbesondere der Radschlupf nur genau genug ge
messen bzw. ermittelt wird.
Bei einem bekannten Verfahren zur Überwachung des Kraftschlusses
zwischen Fahrbahn und Reifen angetriebener Kraftfahrzeug-Räder
(DE-40 10 507-C1), mit dem der Fahrzeugführer eines Kraftfahr
zeugs während des normalen Fahrbetriebs frühzeitig auf den Fahr
bahnzustand, d. h. über den Kraftschluß zwischen Fahrbahn und
Reifen der angetriebenen Räder informiert werden soll, wird der
Radschlupf λ sowie die gleichzeitig wirksame Radumfangskraft K
der überwachten angetriebenen Räder während stationärer und qua
sistationärer Fahrbetriebszustände, d. h. innerhalb des Mikrobe
reichs des Radumfangskraft/Radschlupf-Kennlinienfeldes, in ste
ter Folge ermittelt, wobei die Ermittlung des Radschlupfes mit
einer im ‰-Bereich liegenden Genauigkeit erfolgt. Dabei wer
den zunächst bei zumindest annähernd trockener Fahrbahn ermit
telte Radumfangskraft-Radschlupf-Wertepaare gespeichert und es
wird das spätere Auftreten bzw. Erfassen eines solchen Wertepaa
res, dessen Radschlupf spürbar größer ist als der eines zuvor
gespeicherten Wertepaares mit gleich großer Radumfangskraft als
Zeichen einer spürbaren Verschlechterung der Kraftschlußbedin
gungen gewertet, was dem Fahrzeugführer dann durch ein geeigne
tes Warnsignal zur Kenntnis gegeben werden kann.
Der Radschlupf der überwachten Fahrzeugräder wird dabei vorzugs
weise nicht als momentane Größe bestimmt, sondern entweder über
eine definierte längere Zeitdauer, von z. B. ein bis zwei Sekun
den, oder über einen definierten Raddrehwinkel, von z. B. 360°
oder einem vielfachen Ganzen davon, als Radschlupfmittelwert
(Schlupfsumme) λm nach der Beziehung
bzw.
Darin bedeuten SA und SN die während des definierten Raddrehwin
kels einerseits vom Radsensor des jeweils überwachten angetrie
benen Rades und andererseits vom Radsensor des nicht angetriebe
nen Rades erzeugten Signalimpulssummen und k einen Kalibrierfak
tor, der z. B. ungleich große Radumfänge des überwachten ange
triebenen Fahrzeugs und des zugehörigen nicht angetriebenen
Fahrzeugrades berücksichtigt.
Um auf Dauer möglichst korrekte Ergebnisse zu erzielen, wird bei
diesem vorbekannten Verfahren während des Fahrbetriebs wieder
holt ein Kalibrieren der elektronischen Auswerte- und Regel
anordnung durchgeführt, um auftretende Unterschiede in den Rad
umfängen beider Räder zu berücksichtigen. Dazu werden jeweils
während antriebsfreier Betriebsphasen des Fahrzeugs (z. B. beim
Ausrollen des Fahrzeug oder beim Gangwechseln) die während eines
definierten Raddrehwinkels von den Radsensoren der überwachten
an sich angetriebenen, dann jedoch frei dahinrollenden Räder er
zeugten Signalimpulssummen SA0 und die gleichzeitig von den Rad
sensoren der ohnehin frei dahinrollenden Räder erzeugten Signal
impulssummen SN0 zueinander zum Kalibrierfaktor
in Beziehung gesetzt. Da bei einem antriebsfrei dahinrollenden
Kraftfahrzeug weder an den grundsätzlich nicht angetriebenen Rä
dern noch an den lediglich in dieser Betriebsphase frei dahin
rollenden angetriebenen Rädern Umfangskräfte übertragen werden,
ist bei einem solchen Zustand der auftretende Radschlupf defini
tionsgemäß gleich 0. Während solcher Betriebsphasen auftretende
Differenzen zwischen den von den jeweiligen Radsensoren erzeug
ten Signalimpulssummen repräsentieren damit also lediglich einen
auf unterschiedliche wirksame Radumfänge zurückzuführenden
"Scheinschlupf", der während normaler nicht antriebsfreier Be
triebsphasen bei der Ermittlung des Radschlupfes eben durch den
vorerwähnten Kalibrierfaktor k zu berücksichtigen ist.
Weil für eine solche Kalibrierung geeignete antriebsfreie Be
triebsphasen während des normalen Fahrbetriebs üblicherweise nur
relativ selten auftreten, ist alternativ vorgesehen, während des
Fahrbetriebs wiederholt mit Hilfe einer Motorbremszustandsmes
sung eine Kalibrierung bzw. einen Nullpunktabgleich des Rad
schlupfmittelwertes λm bzw. der Radumfangskraft/Radschlupf-Kenn
linie des jeweils betroffenen überwachten angetriebenen Rades
durchzuführen. Solche Motorbremsphasen treten während des norma
len Fahrbetriebs allein durch "Gas weg nehmen" vergleichsweise
häufig auf.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten
Art anzugeben, welches die Möglichkeit eröffnet, den Fahrer ei
nes Kraftfahrzeugs bereits sehr frühzeitig, und dann sehr sicher
vor gefährlichen Fahrbahnverhältnissen zu warnen.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 ge
löst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch seine Zuver
lässigkeit und seine in der Praxis meß- und regelungstechnisch
einfache Betriebsweise aus, die es nicht erforderlich macht, bei
Aufnahme des Fahrbetriebs jeweils erst besondere Fahrsituationen
oder -verhältnisse (z. B. trockene Fahrbahn) herzustellen, und
im übrigen insbesondere ermöglicht, die Meßanordnung bzw. das
Meßverfahren während des Fahrbetriebs in einfachster Weise stän
dig zu kalibrieren, ohne daß hier zuerst besondere Betriebssi
tuationen abgewartet oder geschaffen werden müssen.
Anhand eines in der Zeichnung prinzipienhaft dargestellten Aus
führungsbeispiels wird die Erfindung nachstehend erläutert.
In der Zeichnung zeigen in prinzipienhafter und schematischer
Darstellung
Fig. 1 die vier Räder eines Kraftfahrzeugs mit ihnen
zugeordneten Sensoreinrichtungen und einer
elektronischen Auswerte- und Warneinrichtung,
Fig. 2 ein Radumfangskraft/Radschlupf-Kennlinienfeld
und
Fig. 3a bis 3c verschiedene Entstehungsstadien der in Fig. 2
gezeigten Kennlinie.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Erfassung von unerwarteten
und vom Fahrzeuglenker optisch häufig nicht ohne weiteres oder
nicht frühzeitig genug erkennbaren gefährlichen Fahrbahnverhält
nissen ist anwendbar bei Fahrzeugen, bei denen mindestens eines
der Fahrzeugräder nicht angetrieben ist, also bei nur front-
oder nur heckgetriebenen Fahrzeugen, nicht aber bei allradge
triebenen Fahrzeugen.
Demzufolge sind in der schematischen Darstellung der Fig. 1 mit
1 zwei überwachte angetriebene Räder, im Beispiel die Vorderrä
der, und mit 2 zwei nichtangetriebene Räder des Fahrzeugs bezif
fert.
Bei den angetriebenen Rädern 1 wird fortlaufend der Kraftschluß
zwischen Fahrbahn und Reifen überwacht, indem - wie aus der
DE-40 10 507-C1 bekannt - während stationärer und quasistationä
rer Fahrbetriebszustände, d. h. innerhalb des Mikrobereichs des
bekannten Radumfangskraft/Radschlupf-Kennlinienfeldes in steter
Folge u. a. der Radschlupf λ sowie die gleichzeitig wirksame Ra
dumfangskraft K ermittelt werden, wobei die Ermittlung des Rad
schlupfes λ mit einer im ‰-Bereich liegenden Genauigkeit er
folgt.
Demzufolge sind den einzelnen Rädern 1, 2 zur Radschlupf-Ermitt
lung Radsensoren 3 zugeordnet, mit denen das jeweilige Raddreh
verhalten, d. h. die Raddrehgeschwindigkeit bzw. die Umfangsge
schwindigkeit etc. erfaßt wird. Vorzugsweise werden hierzu Si
gnalimpulse erzeugende digitale Radsensoren eingesetzt, wie sie
u. a. auch bei Antiblockierregeleinrichtungen (ABS) Verwendung
finden.
Die bekannten Signalimpulse erzeugenden digitalen Radsensoren
erfüllen die Ansprüche an die hier erforderliche hohe Meßgenau
igkeit an sich üblicherweise nicht. Deshalb wird der Radschlupf
der überwachten angetriebenen Räder 1 nicht als momentane Größe
bestimmt, sondern als Radschlupfmittelwert (Schlupfsumme) λm, und
zwar entweder über eine definierte längere Zeitdauer, von z. B.
1 bis 2 Sekunden, nach der Beziehung
bzw.
oder über einen definierten Raddrehwinkel, von z. B. 360° oder
einem vielfachen Ganzen davon, nach der Beziehung
bzw.
worin SA und SN die während der definierten Zeitdauer einerseits
vom Radsensor 3 des angetriebenen Rades 1 und andererseits vom
Radsensor 3 des nicht angetriebenen, d. h. freirollenden Rades 2
erzeugten Signalimpulssummen, tA und tN die zum Durchlaufen des
definierten Raddrehwinkels einerseits vom Radsensor (3) des je
weils überwachten angetriebenen Rades (1) und andererseits vom
Radsensor (3) des nicht angetriebenen Rades (2) benötigte Zeit
und k einen Kalibrierfaktor bedeuten.
Um die Signalimpulssummen SA und SN bzw. die Zeiten tA und tN
der angetriebenen und nichtangetriebenen Räder 1, 2 wirklich
gleichzeitig zu erfassen, werden die Radsensoren 3 der angetrie
benen und der nichtangetriebenen Räder 1, 2 jeweils vorzugsweise
miteinander synchronisiert, d. h. sie werden jeweils zu identi
schen Zeitpunkten - für z. B. je eine volle Radumdrehung oder
einem ganzen Vielfachen davon - gestartet.
Gleichzeitig wird zu jedem in dieser Weise ermittelten Schlupf
mittelwert λm der angetriebenen Räder 1 die dann gerade wirksame
Radumfangskraft K erfaßt bzw. ermittelt, so daß von den über
wachten angetriebenen Rädern 1 in steter Folge neue aktuelle Ra
dumfangskraft/Radschlupf-Wertepaare K/λm zur Verfügung stehen.
Die in dieser Weise ermittelten Radumfangskraft/Radschlupf-
Wertepaare K/λ bzw. K/λm werden in Speichereinheiten der in Fig. 1
nur schematisch angedeuteten Auswerte-Elektronik 5 gespei
chert. Wenn eine vorgegebene Anzahl, von z. B. zehn bis zwanzig
solcher K/λm-Wertepaare 9 abgespeichert ist, dann wird in diesem
Radumfangskraft/Radschlupf-Kennlinienfeld K = f (λm) jeweils ei
ne mittelnd durch diese K/λ-Wertepaare 9 verlaufende Regres
sionskurve 7 erzeugt, wie in Fig. 2 angedeutet. Im allgemeinen
stellt diese Ausgleichs- oder Regressionskurve 7 eine Gerade
dar. Durch ständige Aufnahme neuer K/λ-Wertepaare 9 und durch
gleichzeitige Löschung der jeweils ältesten K/λ-Wertepaare wird
diese Regressionskurve 7 von der Auswerte-Elektronik 5 dann lau
fend aktualisiert, was sich gegebenenfalls durch eine entspre
chende Lageänderung, insbesondere durch eine entsprechende Stei
gerungsänderung der Regressionskurve 7 bemerkbar macht, was in
Fig. 2 durch einen Zweirichtungspfeil angedeutet ist.
Es ist leicht nachvollziehbar, daß die Steigung der in Fig. 2
dargestellten Regressionsgeraden 7 durch die Güte des Kraft
schlusses zwischen der Fahrbahn und dem Reifen des überwachten
angetriebenen Rades 1 bestimmt wird; eine Verschlechterung der
Fahrbahnverhältnisse, z. B. infolge von überfrierender Nässe,
Glatteis oder auch Aquaplaning o.ä. wird sich daher stets durch
eine entsprechende Verringerung der Regressionskurven-Steigung
bemerkbar machen.
Erfindungsgemäß wird daher in der Auswerte-Elektronik 5 die
Steigung der aktualisierten Regressionskurve 7 fortlaufend mit
der Steigung einer fest abgespeicherten Grenzkurve (Grenzkenn
linie) verglichen, die während der Konzeption des Fahrzeugs bzw.
bei der Konzeption der Auswerte-Elektronik 5 z. B. in prakti
schen Fahrversuchen für den schlechtest denkbaren "Normal
straßenzustand" ermittelt worden ist, z. B. für eine mit Winter
reifen befahrene nasse rauhe Asphaltfahrbahn.
Sowie nun die Steigung der ständig aktualisierten Regressions
kurve 7 während des Fahrbetriebs kleiner oder auch nur gleich
der Steigung dieser fest abgespeicherten Grenzkurve wird, wird
von der Auswerte-Elektronik 5 selbsttätig ein geeignetes Warn
signal ausgelöst, was in Fig. 1 durch ein Signalhorn o. ä. 6 an
gedeutet ist.
Da die Radumfangskraft/Radschlupf-Wertepaare 9 bereits während
stationärer und quasistationärer Fahrbetriebszustände, d. h. in
nerhalb des Mikrobereichs des Radumfangskraft/Radschlupf-Kenn
linienfeldes ermittelt werden und nicht erst bei instationären
Fahrbetriebszuständen, kann der Fahrzeugführer bereits sehr
frühzeitig vor unerwarteten gefährlichen Fahrbahnverhältnissen
gewarnt werden.
In Fig. 2 ist mit 8 eine für einen solchen denkbar schlechtesten
"Normalstraßenzustand" geltende Grenzkurve angedeutet.
Um das erfindungsgemäße Verfahren weiter zu optimieren, kann es
von Vorteil sein, die Steigung der fest abgespeicherten Grenz
kurve 8, d. h. die Ansprechschwelle der Warneinrichtung in Ab
hängigkeit von bestimmten Betriebsparametern selbsttätig varia
bel zu gestalten, z. B. in Abhängigkeit von einer erfaßten Fahr
bahnunebenheit und/oder in Abhängigkeit von der Fahrzeugberei
fung, d. h. in Abhängigkeit davon, ob das Fahrzeug mit einer
Winter- oder einer Sommerbereifung ausgerüstet ist.
Neuere Erkenntnisse zeigen nämlich, daß in der Praxis die Um
fangskraftsteife, das ist die Steigung der Regressionsgeraden 7,
auf unebenen Fahrbahnen absinkt, ohne daß damit eine entspre
chende Verringerung des maximalen Kraftschlusses verbunden wäre.
Mit Vorteil wird daher die abgespeicherte Grenzkurve 8 selbsttä
tig in Abhängigkeit von erfaßter Fahrbahnbeschaffenheit verän
derbar ausgebildet, nämlich derart, daß sie aus einer Grundein
stellung mit relativ kleinerer Steigung, die z. B. auf eine nas
se unebene Fahrbahn abgestimmt ist, selbsttätig umgeschaltet
wird auf eine relativ größere Steigung, sobald das Vorliegen ei
ner ebenen Fahrbahnbeschaffenheit erkannt wird. In Fig. 2 ist
eine in dieser Weise umgeschaltete Grenzkurve gestrichelt ange
deutet und mit 8′ beziffert.
Die Information über die Ebenheit bzw. über die Unebenheit einer
Fahrbahn läßt sich im allgemeinen quasi als Abfallprodukt unmit
telbar aus den "Roh"Signalen der Radsensoren 3 ermitteln. Diese
liefern i.a. nämlich als Rohsignale sinusförmige Spannungen,
die in der Regelelektronik für die Ermittlung des Radschlupfes
im Rahmen des erfindungsgemäßen Warnverfahrens oder einer eben
falls installierten ABS-Anlage in üblicher Weise in eine für die
Rechenbausteine der Elektronik benötigte<Signalimpulsfolge umge
wandelt werden. Wenn diese sinusförmigen "Roh"Signale der Rad
sensoren nun in einem Parallelzweig einer geeigneten Frequenza
nalyse, z. B. einer FFT (Fourier-Analyse) zugeführt, oder im ein
fachsten Fall über eine geeignete Tiefpaßanordnung geführt wer
den, ergeben sich ausgangsseitig dieser Tiefpaßanordnung in Ab
hängigkeit von der Ebenheit bzw. Unebenheit der Fahrbahn signi
fikante Ausgangssignale, die dann zum vorerwähnten Umschalten
der Steigung der fest abgespeicherten Grenzkurve verwendet wer
den können. Bei ebenen Fahrbahnen ergibt sich ausgangs der Tief
paßanordnung nämlich keine auswertbare Ausgangsspannung, bei un
ebenen Fahrbahnen dagegen eine von der Unebenheit abhängige aus
wertbare Wechselspannung. Die abgespeicherte "Basis"Grenzkurve 8
wird deshalb jeweils generell für die an sich ungünstigste
"Normal"Betriebssituation festgelegt, das heißt z. B. für eine
glatte unebene Fahrbahn. Wenn nun mit Hilfe einer vorerwähnten
Frequenzanalyse oder einer Tiefpaßfilter-Anordnung festgestellt
wird, daß die aktuelle Fahrbahn nicht uneben, sondern eben ist,
dann wird die Steigung der Grenzkurve selbsttätig um ein defi
niertes Maß, wie in Fig. 2 mit 8′ angedeutet, angehoben, so daß
die Anlage frühzeitiger ein Warnsignal abgeben kann.
Diesem Verfahren liegt die Sicherheitsphilosophie zugrunde, daß
der Fahrer des Fahrzeugs in keinem Falle falsche Warnsignale er
halten soll, da dies dazu führen könnte, daß er in der einen
oder anderen Situation ein tatsächlich begründetes Warnsignal
nicht ernst nimmt. Dem Fahrer soll also nicht unbedingt die Ga
rantie gegeben werden, daß er bei gefährlichen Fahrbahnverhält
nissen in jedem Falle ein Warnsignal erhalten wird, er soll aber
in jedem Falle sicher sein, daß dann, wenn ein Warnsignal abge
geben wird, auch definitiv Gefahr droht.
Das erfindungsgemäße Verfahren eröffnet in vorteilhafter Weise
auch die Möglichkeit, mit geringem regelungstechnischen Aufwand
selbsttätig, d. h. ohne jeden Eingriff des Fahrers, die jeweili
ge Fahrzeugbereifung zu berücksichtigen, nämlich in der Weise,
daß die fest abgespeicherte Grenzkurve 8 aus einer auf eine Win
terbereifung abgestimmten Grundeinstellung mit relativ kleinerer
Steigung selbsttätig umgeschaltet wird auf eine relativ größere
Steigung, sowie aus signifikanten Merkmalen der aktualisierten
Regressionskurve 7 erkannt wird, daß keine Winterbereifung, son
dern eine Sommerbereifung vorliegt.
Es wurde nämlich erkannt, daß die Umfangskraftsteife, d. h. die
Steigung der Regressionskurve 7 bei gleicher Fahrbahnbeschaffen
heit mit Sommerreifen wesentlich größer ist als mit Winterrei
fen.
Um nun im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens selbsttätig zu
berücksichtigen, ob eine Winterbereifung oder eine Sommerberei
fung vorliegt, wird erfindungsgemäß während des Fahrbetriebs
kontinuierlich die Steigung der aktualisierten Regressionskurve
7 abgespeichert und laufend jeweils in Richtung größere Steigung
aktualisiert, d. h. wenn sich die Steigung der aktualisierten
Regressionskurve 7 vergrößert, dann wird diese größer gewordene
Steigung abgespeichert, wenn sich dagegen die Steigung der ak
tualisierten Regressionskurve 7 verringert, wird der zuvor ge
speicherte größere Steigungswert beibehalten. Sowie nun dieser
abgespeicherte aktualisierte Steigungswert (Maximalwert) einen
fest abgespeicherten vorgegebenen Steigungswert dauerhaft über
schreitet, der bei der Konzeption der Auswerte-Elektronik 5 z. B.
auf der Basis einer Kombination Winterbereifung/trockene Be
tonfahrbahn festgelegt wurde, stellt dies ein eindeutiges und
sicheres Indiz für das Vorliegen einer Sommerbereifung dar, da
ja die Steigung der Regressionskurve eines mit einer Winter
bereifung ausgestatteten angetriebenen Fahrzeugrades bei best
möglicher Fahrbahn, nämlich trockenem Beton, nicht größer sein
kann, als der zuvor erwähnte fest abgespeicherte Vergleichs-
Steigungswert.
Sobald auf diese Weise von der Auswerte-Elektronik 5 erkannt
worden ist, daß das Fahrzeug nicht mit einer Winterbereifung,
sondern mit einer Sommerbereifung ausgerüstet ist, kann die im
Radumfangskraft/Radschlupf-Kennlinienfeld abgespeicherte Grenz
kurve wiederum in regelungstechnisch einfacher Weise auf eine
größere Steigung umgeschaltet werden. In Fig. 2 ist rein exem
plarisch eine solche Grenzkurve größerer Steigung strichpunk
tiert angedeutet und mit 8′′ beziffert. Die Grenzkurve 8′′ könn
te z. B. auf der Basis einer Kombination Sommerbereifung/nasse
ebene Asphaltfahrbahn festgelegt worden sein; auf diese ver
gleichsweise steile Grenzkurve würde die abgespeicherte
"Basis"Grenzkurve selbsttätig umgeschaltet werden, nachdem die
Auswerte-Elektronik 5 zum einen in vorerwähnter Weise erkannt
hatte, daß keine unebene, sondern eine ebene Fahrbahn vorliegt,
und zum anderen, daß das Fahrzeug nicht mit einer Winterberei
fung, sondern mit einer Sommerbereifung ausgerüstet ist.
Durch diese selbsttätige Steigungsanpassung der fest abgespei
cherten Grenzkurve 8 an tatsächlich vorliegende Normalbetriebs
zustände "Sommerbereifung/ebene Fahrbahn), wird quasi die An
sprechempfindlichkeit der Anlage verbessert. Die Anlage wird
sensibilisiert.
Wenn das erfindungsgemäße Verfahren wie in Fig. 1 angedeutet,
jeweils getrennt für die Räder der linken Fahrzeugseite und für
die Räder der rechten Fahrzeugseite angewendet wird, d. h. wenn
bei der Ermittlung des Radschlupfs λ bzw. der Schlupfsumme λm
des linken angetriebenen Rades 1 u. a. nur auf die vom Radsensor
3 des zugehörigen linken nichtangetriebenen Rades 2 gelieferten
Signale zurückgegriffen wird und entsprechend bei der Schlupfer
mittlung für das rechte angetriebene Rad 1 auf die vom zugehöri
gen rechten nichtangetriebenen Rades 2 gelieferten Signale, dann
erhält der Fahrer des Fahrzeugs jeweils getrennte Warnhinweise
über die jeweils kritische Fahrbahnglätte für die linke Fahr
zeugseite respektive für die rechte Fahrzeugseite.
Da die Vorderräder und die Hinterräder eines Fahrzeugs bei Kur
venfahrt auf unterschiedlich großen Kurvenradien laufen, ergeben
sich auch bei identischen Radumfängen der Vorder- und der Hin
terräder völlig unabhängig von der tatsächlichen Größe des Rad
schlupfs am angetriebenen Fahrzeugrad je nach Größe der Kurve
mehr oder weniger große Unterschiede zwischen den von den vorde
ren und hinteren Radsensoren gelieferten Signalen.
Diese das Überwachungsergebnis verfälschende Beeinflussung der
Meßwerte infolge Kurvenfahrt kann in einfacher und vorteilhafter
Weise dadurch berücksichtigt werden, daß die Ausgangssignale der
Radsensoren 3 der nichtangetriebenen Räder 2 beider Fahrzeugsei
ten miteinander verknüpft bzw. verglichen werden, wie dies in
Fig. 1 durch die gestrichelte Querverbindung zwischen den beiden
Auswerte-Elektroniken 5 angedeutet ist. Signifikante Differenzen
zwischen den erzeugten Ausgangssignalen dieser beiden Radsenso
ren 3 zeigen eindeutig, daß eine mehr oder weniger scharfe Kurve
durchfahren wird, was bei der Ermittlung der Schlupfwerte bzw.
der Schlupfsummen λm dann in einfacher Weise korrigierend Be
rücksichtigung finden kann. Es ist aber auch möglich und gegebe
nenfalls günstiger, bei Überschreiten einer vorgegebenen Größt
differenz die gerade anfallenden Sensorsignale für die Auswer
tung, d. h. für die Ermittlung eines Radschlupfes sowie für die
Aktualisierung der Regressionskurve 7 völlig außer acht zu las
sen, weil das Ergebnis möglicherweise eh zu ungenau wäre.
Wie eingangs erwähnt wurde, wird die Regressionskurve bzw. Re
gressionsgerade 7 jeweils mittelnd durch eine bei der Auslegung
der Anlage festgelegte bestimmte Anzahl laufend aktualisierter
Radumfangskraft/Radschlupf-Wertepaare 9 mit unterschiedlich gro
ßen Radumfangskräften gelegt. Die festgelegte Anzahl dieser ab
gespeicherten Wertepaare 9 stellt jeweils einen Kompromiß dar
zwischen einerseits möglichst vielen Punkten, die erforderlich
wären, um eine möglichst repräsentative Regressionskurve zu er
zeugen, und andererseits möglichst wenigen Punkten, um möglichst
schnell eine möglichst aktuelle Regressionskurve zu erzeugen.
Es ist deshalb von Vorteil, wenn ein Warnsignal auch bereits
dann unmittelbar abgegeben wird, wenn - je nach vorheriger Fest
legung - eines oder nacheinander zwei oder mehrere der erfaßten
individuellen Radumfangskraft/Radschlupf-Wertepaare 9 einen
Schlupfwert aufweist, der signifikant, d. h. um ein definiertes
Maß größer ist als der zu einer gleich großen Radumfangskraft
gehörige Schlupfwert der abgespeicherten aktualisierten Regress
ionskurve 7.
Eine solche Einzelbewertung auffälliger Radumfangskraft/Rad
schlupf-Wertepaare kann
regelungstechnisch in einfacher Weise z. B. dadurch realisiert
werden, daß - im Kennlinienfeld - rechts der abgespeicherten Re
gressionskurve 7 eine Art Toleranzband zugelassen wird, derart,
daß nur außerhalb dieses Toleranzbandes auftretende Wertepaare
unmittelbar zur Abgabe eines Warnsignals führen, nicht aber noch
innerhalb dieses Toleranzbandes liegende Wertepaare. Ein solches
Toleranzband kann z. B. nach Art einer mit konstantem Abstand
parallel zur Regressionskurve 7 verlaufenden Kurve etc. ausge
bildet sein, oder z. B. auch als Toleranzgerade mit geringerer
Steigung, d. h. mit in Abhängigkeit vom Radschlupf wachsendem
Abstand zur Regressionskurve 7. In Fig. 2 ist eine solche paral
lele Toleranzkurve rein exemplarisch gepunktet angedeutet und
mit 10 beziffert.
Wenn der Radschlupf der überwachten angetriebenen Räder 1 als
Radschlupfmittelwert (Schlupfsumme) λm nach der Beziehung
bzw.
ermittelt wird, worin k einen Kalibrierfaktor darstellt, der be
wirkt, daß die auf der Basis der so ermittelten Schlupfsumme er
zeugte Regressionskurve 7 wie in Fig. 2 dargestellt durch den
Nullpunkt des Koordinatensystems verläuft, dann kann dieser Ka
librierfaktor, der beim bekannten Verfahren jeweils nur in be
stimmten, nämlich antriebsfreien Betriebsphasen durch Rollversu
che ermittelt werden konnte, erfindungsgemäß von der Auswerte-
Elektronik 5 völlig unabhängig vom herrschenden Betriebszustand
in einfacher Weise selbsttätig kontinuierlich unmittelbar aus
der jeweils aktualisierten Regressionskurve 7 nach der Beziehung
ermittelt werden.
Hierin bedeuten kalt den zuvor bei der Ermittlung der für die
aktualisierte Regressionskurve 7 verwendeten Radumfangskraft/
Radschlupf-Wertepaare 9 benutzten alten Kalibrierfaktor und X
den Regressions-Kurven-Offset dieser Regressionskurve in Promil
le, d. h. den Abzissenabschnitt zwischen dem Nullpunkt des Ra
dumfangskraft/Radschlupf-Koordinatensystems und dem Schnitt
punkt der aktualisierten Regressionskurve 7 mit der Abzisse, d. h.
mit der Radschlupfachse.
Es findet somit permanent, d. h. mit jeder Aktualisierung der
erzeugten Regressionskurve ein automatisches Kalibrieren des Sy
stems statt.
Beim aller ersten betriebsmäßigen Ermitteln der Radschlupfwerte
λm bzw. der darauf basierenden Regressionskurve 7 wird ein fik
tiver Kalibrierfaktor von z. B. k = 1 verwendet, der dann in vo
rerwähnter Weise mit jeder Aktualisierung der Regressionskurve
selbsttätig aktualisiert wird.
In den Fig. 3a bis 3c sind zum besseren Verständnis verschie
dene Stadien des automatischen Kalibrierens des System angedeu
tet.
In Fig. 3a ist angedeutet, daß die bei noch nicht kalibriertem
System oder bei mit einem fiktiven Kalibrierfaktor k = 1 ermit
telten Radumfangskraft/Radschlupf-Wertepaare 9 innerhalb des Ra
dumfangskraft/Radschlupf-Koordinatensystems K = f (λm) im allge
meinen derart verteilt angeordnet sind, daß eine durch sie ent
sprechend Fig. 3b mittelnd hindurchgelegte Ausgleichs- bzw. Re
gressionsgerade 7 nicht durch den Nullpunkt dieses Koordinaten
system verläuft, sondern die Abzisse, d. h. die Radschlupfgerade
mit einem Offset X schneidet. Ein solcher Kurvenverlauf entsprä
che natürlich nicht der Realität, da ein Radschlupf λm stets nur
dann auftreten kann, wenn eine Radumfangskraft wirksam ist. Zur
Kalibrierung des Systems wird daher von den entsprechend ausge
bildeten Logik- und Rechenbausteinen der Auswerte-Regelelektro
nik 5 selbsttätig quasi eine Parallelverschiebung der "falsch
liegenden" Regressionsgeraden durchgeführt, und zwar so lange,
bis der Offset X in Promille verschwunden ist und die Regres
sionskurve wie in Fig. 3c dargestellt richtig durch den Null
punkt des Koordinatensystems verläuft; in Fig. 3c ist zum Ver
gleich die ursprüngliche Lage der Regressionskurve gestrichelt
dargestellt und mit 7′ beziffert. Dieses kontinuierliche korri
gierende Parallelverschieben einer "falschliegenden" aktuali
sierten Regressionskurve 7 findet sich in der vorerwähnten Be
ziehung
wieder.
In der Prinzipdarstellung der Fig. 1 sind mit 4 Sensoren o.ä.
zur Erfassung der Radumfangskräfte der angetriebenen Räder 1 an
gedeutet, wobei es sich beispielsweise um Dehnmeßstreifenanord
nungen o.ä. handeln kann. Die wirksamen Radumfangskräfte können
aber auch in bekannter Weise rein rechnerisch aus den Motorkenn
daten errechnet werden, wozu nicht allein konstruktive Merkmale
des Motors, sondern insbesondere auch Kennwerte gehören, die den
jeweiligen Motorbetriebszustand kennzeichnen.
Bezugszeichenliste
1 überwachte angetriebene Räder
2 nichtangetriebene Räder
3 Radsensoren
4 Sensoren zur Erfassung der Radumfangskräfte
5 Auswerte-Elektronik
6 Warneinrichtung
7 Regressionskurve; Regressionsgerade
7′ "noch unkalibrierte" Regressionskurve
8 Grenzkurve; Grenzkennlinie
8′ in Abhängigkeit von Betriebsparametern veränderte Grenzkurve
8′′ in Abhängigkeit von Betriebsparametern veränderte Grenzkurve
9 K/λm-Wertepaare
10 Toleranzkurve
λ Radschlupf (des angetriebenen Rades)
λm Radschlupfmittelwert (Schlupfsumme)
K Radumfangskraft
SA Signalimpulssumme vom angetriebenen Rad
SN Signalimpulssumme vom nichtangetriebenen Rad
k Kalibrierfaktor
X Regressionskurven-Offset
2 nichtangetriebene Räder
3 Radsensoren
4 Sensoren zur Erfassung der Radumfangskräfte
5 Auswerte-Elektronik
6 Warneinrichtung
7 Regressionskurve; Regressionsgerade
7′ "noch unkalibrierte" Regressionskurve
8 Grenzkurve; Grenzkennlinie
8′ in Abhängigkeit von Betriebsparametern veränderte Grenzkurve
8′′ in Abhängigkeit von Betriebsparametern veränderte Grenzkurve
9 K/λm-Wertepaare
10 Toleranzkurve
λ Radschlupf (des angetriebenen Rades)
λm Radschlupfmittelwert (Schlupfsumme)
K Radumfangskraft
SA Signalimpulssumme vom angetriebenen Rad
SN Signalimpulssumme vom nichtangetriebenen Rad
k Kalibrierfaktor
X Regressionskurven-Offset
Claims (13)
1. Verfahren zur Erfassung von unerwarteten und vom Fahrzeug
lenker eines nur front- oder nur heckgetriebenen Kraftfahr
zeugs optisch häufig nicht ohne weiteres oder nicht früh ge
nug erkennbaren gefährlichen Fahrbahnverhältnissen, wie u. a.
insbesondere Aquaplaning, überfrierende Nässe oder Glatt
eis, bei dem der Kraftschluß zwischen Fahrbahn und Reifen
angetriebener Räder (1) fortlaufend überwacht wird, indem u. a.
der Radschlupf (λm) sowie die gleichzeitig wirksame Rad
umfangskraft (K) der überwachten Räder (1) während statio
närer und quasistationärer Fahrbetriebszustände, d. h. in
nerhalb des Mikrobereichs des bekannten Radumfangskraft/Rad
schlupf-Kennlinienfeldes in steter Folge ermittelt werden,
wobei die Ermittlung des Radschlupfs (λm) mit einer im
‰-Bereich liegenden Genauigkeit erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß
- a) die ermittelten Radumfangskraft/Radschlupf-Wertepaare (9) gespeichert werden und dann, wenn eine vorgegebene Anzahl solcher Wertepaare (9) mit unterschiedlich großen Radum fangskraftwerten abgespeichert ist, eine im Radumfangs kraft/Radschlupf-Kennlinienfeld K = f (λm) jeweils mit telnd durch diese Wertepaare (9) verlaufende Regressions kurve (7), insbesondere eine Regressionsgerade erzeugt wird, wobei die Regressionskurve (7) ständig durch Auf nahme neuer und durch gleichzeitige Löschung der jeweils ältesten K/λm-Wertepaare (9) aktualisiert wird, daß
- b) die aktualisierte Regressionskurve (7) mit einer fest ab gespeicherten Grenzkurve (Grenzkennlinie) (8, 8′, 8′′) verglichen wird und daß
- c) ein Warnsignal ausgelöst wird, wenn die Steigung dK/dλm der aktualisierten Regressionskurve (7) kleiner oder gleich der Steigung der fest abgespeicherten Grenzkurve (8, 8′, 8′′) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die abgespeicherte Grenzkurve (8) selbsttätig in Ab
hängigkeit von erfaßter Fahrbahnbeschaffenheit veränderbar
ist, nämlich derart, daß sie aus einer Grundeinstellung mit
relativ kleinerer Steigung, die auf eine nasse unebene Fahr
bahn abgestimmt ist, selbsttätig umgeschaltet wird auf eine
relativ größere Steigung, sowie das Vorliegen einer ebenen
Fahrbahnbeschaffenheit erkannt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Information über die Ebenheit oder die Unebenheit
der Fahrbahn aus den sinusförmigen Rohsignalen der Radsenso
ren (3) gewonnen wird, indem diese in einem Parallelzweig
einer geeigneten Frequenzanalyse, z. B. einer FFT (Fourier-
Analyse) zugeführt oder über eine Tiefpaßanordnung geführt
und deren signifikanten Ausgangssignale als Umschaltsignale
für die Grenzkurve (8) verwendet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die abgespeicherte Grenzkurve (8) selbsttätig in Ab
hängigkeit von der Fahrzeugbereifung (Winter-/Sommerberei
fung) veränderbar ist, nämlich derart, daß sie aus einer auf
Winterbereifung abgestimmten Grundeinstellung mit relativ
kleinerer Steigung selbsttätig umgeschaltet wird auf eine
relativ größere Steigung, sowie aus signifikanten Merkmalen
der aktualisierten Regressionskurve (7) erkannt wird, daß
eine Sommerbereifung vorliegt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß kontinuierlich die Steigung der aktualisierten Regres sionskurve (7) abgespeichert und in Richtung größere Stei gung aktualisiert wird,
und daß das dauerhafte Überschreiten eines vorgegebenen fe sten Steigungswerts als Indiz für das Vorliegen einer Som merbereifung angesehen wird.
daß kontinuierlich die Steigung der aktualisierten Regres sionskurve (7) abgespeichert und in Richtung größere Stei gung aktualisiert wird,
und daß das dauerhafte Überschreiten eines vorgegebenen fe sten Steigungswerts als Indiz für das Vorliegen einer Som merbereifung angesehen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet
durch seine getrennte Anwendung für die Räder der linken
Fahrzeugseite und für die Räder der rechten Fahrzeugseite.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Radsensoren (3) der angetriebenen Räder (1) und der
nichtangetriebenen Räder (2) jeweils miteinander synchroni
siert werden, d. h. jeweils zu identischen Zeitpunkten für
je eine volle Radumdrehung oder einem ganzen Vielfachen da
von gestartet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausgangssignale der Radsensoren (3) der nichtange triebenen Räder (2) beider Fahrzeugseiten miteinander ver knüpft bzw. verglichen werden
und daß bei Kurvenfahrt auftretende signifikante Differenzen zwischen ihnen bei der Ermittlung der Schlupfwerte bzw. der Schlupfsummen (λm) korrigierend Berücksichtigung finden oder bei Überschreiten einer vorgegebenen Größtdifferenz bewir ken, daß die gerade anfallenden Sensorsignale für die Aus wertung bzw. für die Aktualisierung der Regressionskurve (7) außer acht gelassen werden.
daß die Ausgangssignale der Radsensoren (3) der nichtange triebenen Räder (2) beider Fahrzeugseiten miteinander ver knüpft bzw. verglichen werden
und daß bei Kurvenfahrt auftretende signifikante Differenzen zwischen ihnen bei der Ermittlung der Schlupfwerte bzw. der Schlupfsummen (λm) korrigierend Berücksichtigung finden oder bei Überschreiten einer vorgegebenen Größtdifferenz bewir ken, daß die gerade anfallenden Sensorsignale für die Aus wertung bzw. für die Aktualisierung der Regressionskurve (7) außer acht gelassen werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Warnsignal unmittelbar auch bereits dann ausgelöst
wird, wenn - je nach Festlegung - nur eines oder nacheinander
zwei oder mehrere der erfaßten individuellen K/λ-Wertepaare
einen Schlupfwert λ bzw. λm aufweist, der um ein definiertes
Maß Δλ größer ist als der zum selben Radumfangskraftwert K
der aktualisierten Regressionskurve (7) gehörige Schlupfwert
λ.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß parallel zur Regressionskurve (7) ein Toleranzband (10)
mit konstantem Δλ vorgesehen ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß neben der Regressionskurve (7) ein Toleranzband mit zu
höheren λ-Werten zunehmendem Δλ vorgesehen ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
gekennzeichnet durch folgende, z. T. für sich bekannte Merk
male:
- - Als Radschlupf wird - unter Verwendung von Signalimpulse
erzeugenden digitalen Radsensoren (3) zur fortlaufenden Er
fassung der Raddrehgeschwindigkeit bzw. Radumfangsgeschwin
digkeit sowohl der überwachten angetriebenen als auch zumin
dest eines der nicht angetriebenen Räder (1 bzw. 2) - entwe
der der während einer definierten längeren Zeitdauer nach
der Beziehung
oder der während eines definierten Raddrehwinkels nach der
Beziehung
ermittelte Radschlupfmittelwert (Schlupfsumme) λm gespei
chert und ausgewertet,
worin SA und SN die während der definierten Zeitdauer einer seits vom Radsensor (3) des jeweils überwachten angetriebe nen Rades (1) und andererseits vom Radsensor (3) des nicht angetriebenen Rades (2) erzeugten Signalimpulssummen bzw. tA und tN die zum Durchlaufen des definierten Raddrehwinkels einerseits vom Radsensor (3) des jeweils überwachten ange triebenen Rades (1) und andererseits vom Radsensor (3) des nicht angetriebenen Rades (2) benötigte Zeit bedeuten und k einen Kalibrierfaktor darstellt. - - Der Kalibrierfaktor k wird kontinuierlich unmittelbar aus der jeweils aktualisierten Regressionskurve (7) abgeleitet nach der Beziehung worin kalt den bei der Ermittlung der für die aktualisierte Regressionskurve (7) verwendeten K/λm-Wertepaare benutzten alten Kalibrierfaktor darstellt und X den Regressionskurven- Offset, der dem Abzissenabschnitt zwischen dem Nullpunkt des Radumfangskraft/Radschlupf-Koordinatensystems und dem Schnittpunkt der aktualisierten Regressionskurve (7) mit der Abzisse, d. h. mit der Radschlupfachse entspricht.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim erstmaligen betriebsmäßigen Ermitteln der Rad
schlupfmittelwerte λm bzw. der darauf basierenden Regres
sionskurve (7) ein fiktiver Kalibrierfaktor von z. B. k = 1
verwendet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4329745A DE4329745C1 (de) | 1993-09-03 | 1993-09-03 | Verfahren zur frühzeitigen Erfassung von unerwarteten gefährlichen Fahrbahnverhältnissen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4329745A DE4329745C1 (de) | 1993-09-03 | 1993-09-03 | Verfahren zur frühzeitigen Erfassung von unerwarteten gefährlichen Fahrbahnverhältnissen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4329745C1 true DE4329745C1 (de) | 1994-07-21 |
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ID=6496741
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4329745A Expired - Fee Related DE4329745C1 (de) | 1993-09-03 | 1993-09-03 | Verfahren zur frühzeitigen Erfassung von unerwarteten gefährlichen Fahrbahnverhältnissen |
Country Status (1)
| Country | Link |
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