-
Schwenkvorrichtung. Die Erfindung bildet eine Vorrichtung zum Schwenken
von Lasten.
-
Die Vorrichtung kann beispielsweise in Hüttenbetrieben zum Schwenken
von Blökken, die gewalzt werden sollen, benutzt werden, weiter auch zum Umsteuern
von Ventilen, etwa den Glockenventilen von Regenerativ-Gasöfen usw.
-
Im Walzwerkbetrieb ist es üblich, die zu walzenden Blöcke in den Anwärmofen
derart nebeneinanderzulegen, daß immer ein Block mit seinem dicken Ende neben dem
dünnen Ende eines anderen Blockes liegt. Wenn nun die Blöcke chargiert werden und
am Ofen ein Schwenkkran fehlt, mit dem die Blöcke um ihre Längsachse um r8o° gedreht
werden können, dann würde immer der eine Block mit seinem dicken Ende, der folgende
mit seinem dünnen Ende auf den Rollgang gelangen, der ihn den Walzen zuführt. Das
dicke Blockende kann nun aber von dem ersten Walzenkaliber nicht gefallt werden,
und deswegen ist eine Schwenkung der Blöcke um ihre Längsachse erforderlich.
-
Mit der dargestellten Vorrichtung ist es möglich, eine die Last tragende
senkrechte
Spindel o. dgl. von Hand oder mechanisch zu lieben und
zu senken -und die Last zwischen den beiden Bewegungen in der gewünschten Weise
zu schwenken.
-
Bei der Vorrichtung wird der Lastträger von Führungen beeinflußt,
die ihn sowohl senkrecht führen als auch eine Drehung um seine Achse bewirken, durch
die die Last um den gewünschten Winkel geschwenkt wird.
-
Auf der Zeichnung ist eine zum Schwenken von Blöcken bestimmte Vorrichtung
als Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Mit der Vorrichtung können gegossene,
warme Blöcke auf einer Profilstraße um 18o° derart geschwenkt werden, daß stets
das im Querschnitt kleinere Kopfende der Blöcke beim ersten Stich in die Walzen
kommt.
-
Die Abb. i und a zeigen die Vorrichtung in zwei um 9o° gedrehten Ansichten.
Die Abb. 3 und 4. zeigen Einzelheiten.
-
In einem Gestell a ist an einem Querhaupt b
mittels Kugellagers
d eine Spindel c drehbar aufgehängt, die am unteren Ende zwei Tragbügel e für den
zu schwenkenden Block f trägt. Die Spindel c kann mittels hydraulischer Zylinder
g gehoben und gesenkt werden und ist im Gestell in geeigneter Weise senkrecht geführt.
-
Mit der Spindel c sind zwei sich gegenüberstehende kegelförmige Führungsrollen
h. verbunden, deren Achsen senkrecht zur Spindelachse stehen.
-
Auf dem Gestell ist, die Spindel c umgebend, ein Führungskörper in
Form eines Hohlzylinders i- vorgesehen, der zwei sich radial gegenüberstehende senkrechte
Schlitze k und am oberen Rande von den Schlitzen k ausgehende, nach entgegengesetzten
Richtungen geneigte Schrägflächen L besitzt.
-
Über diesem Führungskörper i ist im Gestell ein zweiter Führungskörper
in vorgesehen, dessen Schrägfläche ia, wie aus der Abwicklung der beiden Führungskörper
in Abb. 3 und .4 hervorgeht, den einen senkrechten Schlitz k in dem Führungskörper
i
beiderseits übergreift.
-
Zur Zuführung des Blockes dient ein Rollengang o.
-
Die Vorrichtung wirkt in folgender Weise: Nachdem der zu schwenkende
Block f auf dem Zufuhrrollengang o über die unter die Rollenoberkante gesenkten
Tragbügel c hinweg in die richtige Lage gebracht worden ist, wie dies Abb. i gestrichelt
zeigt, wird die Tragspindel c durch Aufwärtsbewegen des Querhauptes b mittels der
hydraulischen Vorrichtung gehoben. Dabei bewegen sich, wie aus der Abwicklung der
Führungskörper i in Abb. q. hervorgeht, auch die Rollen h in den Schlitzen k des
unteren Führungskörpers i aufwärts. Beim weiteren Heben erreicht eine der leiden
Rollen 1a nach dem Austritt aus ihrem Führungsschlitz 1z die Schrägfläche iz des
oberen Führungskörpers m. Durch die weitere Hebung der Spindel c wird nunmehr bis
zum Ende des Hubes durch Entlanggleiten der Rolle auf der schiefen Ebene n eine
Teildrehung der Spindel c und damit eine entsprechende Schwenkung des Blockes f
bewirkt. Die Drehung der Spindel c dauert so lange, bis beide Rollen lt über die
Öffnungen der Schlitze k des unteren Führungskörpers i. hinweggebracht sind. Nun
beginnt die Senkung der Spindel c, die beiden Rollen kommen in Berührung mit den
schiefen Ebenen l des unteren Führungskörpers i, laufen auf diesen abwärts bis zu
den Schlitzen k und gleiten in diesen wieder in ihre ursprüngliche Ruhestellung
zurück. Dadurch ist der Block f um i8o° gedreht worden. Da Anfangs- und Endstellung
des Blockes genau bestimmt sind, ist ein sicheres Schwenken des Blockes um den gewünschten
Winkel gewährleistet.
-
Statt eines Blockes könnten auch andere Körper mit der Vorrichtung
geschwenkt werden, wobei die Anordnung der Schlitze und Schrägflächen des Führungskörpers
der gewünschten Schwenkung entsprechend zu wählen ist.
-
Die Abb. 5 bis io zeigen eine andere Ausführungsform der Schwenkvorrichtung,
und zwar als Umsteuervorrichtung für ein Gasventil bekannter Bauart. Bei derartigen
Gasventilen findet in gewissen Zwischenräumen ein Schwenken der Glocke um 9o° statt,
und es ist notwendig, daß diese Bewegung in möglichst kurzer Zeit erfolgt.
-
Abb. 5 zeigt das Gasumsteuerventil p in Verbindung mit dem Gestell
a. für die Schwenkvorrichtung.
-
Mit dem zu schwenkenden Körper, dem Gasventil p, ist auch hier wieder
eine senkrechte, auf und ab bewegliche und drehbare Spindel c verbunden. Als Hebevorrichtung
ist hier ein Handhebel q vorgesehen, der mit einem Winkelarm q1 an die Spindel c
angreift. Zum Gewichtsausgleich ist ein Gegengewicht r vorgesehen.
-
Es ist auch hier wieder ein unterer fester Führungskörper il vorgesehen,
zu dem zwei kegelförmige Rollen h der Spindel c in Beziehung treten. Dieser Führungskörper
il hat aber jetzt vier Schlitze k1 und vier Schrägflächen h (Abb. 7 bis io), von
denen 8 und io Abwicklungen der Führungskörper darstellen.
-
In dem festen Führungskörper il ist eine bewegliche Ablaufbüchse s
angeordnet, die ebenfalls vier senkrechte Schlitze t und vier Schrägflächen u besitzt.
Diese drehbare, aber
nicht hebbare Büchse s steht unter dem Einfluß
eines Winkelhebels v mit Gegengewicht w,
das bestrebt ist, die Büchse
um einen bestimmten Winkel zu drehen, sobald die in den Schlitzen k1 und
t des Führungskörpers i
und der Büchse s liegenden Rollen eine bestimmte
Aufwärtsbewegung ausgeführt haben. Die Büchse s ruht auf einem Kugellager x, während
zur leichten Drehung der Spindel c das Kugellager x1 dient (Abb. 5).
-
Die Abb. 5 bis 8 zeigen diese Schwenkvorrichtung im Ruhezustande,
während die Abb.9 und io den Arbeitsvorgang zeigen. Dieser gestaltet sich folgendermaßen:
Die Spindel c wird mittels des Handhebels q aus der Ruhestellung angehoben, wobei
die in den Schlitzen k1 des festen Führungskörpers il befindlichen, mit der Spindel
c verbundenen Rollen h in den Schlitzen aufwärts steigen. Die Aufwärtsbewegung dauert
so lange, bis die Glocke des Gasumsteuerventils p die für die Schwenkung erforderliche
Höchststellung erreicht hat. In dieser sind die Rollen h so hoch aus den Schlitzen
k1 des Führungskörpers herausgehoben, daß die innere bewegliche Ablaufbüchse s frei
wird, und diese Büchse durch den belasteten Winkelhebel v selbsttätig so %veit um
ihre Achse gedreht wird, daß die Schlitze des festen Führungskörpers il durch die
Ablaufflächen u der inneren Büchse überbrückt werden (Abb. 9).
-
Während die Abb.6 und 7 die Ruhelage der Teile darstellen, ebenso
wie die Abwicklung des festen äußeren Führungskörpers in Abb. 8, gibt Abb. 9 die
Stellung der Schwenkvorrichtung nach erfolgtem Hub beim Beginn des Schwenkens an.
-
Nunmehr .bewegen sich die Rollen h beim Senken der Spindel c zunächst
auf den Schrägflächen h der beweglichen Ablaufbüchse s frei wird und diese Büchse
durch Führungskörpers i hinweg in der Pfeilrichtung (Abb. io) weiter, dann über
dessen Schrägflächen 1l und erreichen dann bei y die vorstehenden Ränder der inneren
Ablaufbüchse s und drücken dann bei weiterer Bewegung beim Eintritt in die Führungsschlitze
k1 die Büchse s in die Ruhestellung zurück.
-
Die Schwenkvorrichtung ermöglicht somit ein sicheres Schwenken um
9o°.
-
Das Maß der Drehung der inneren Büchse s wird durch Anschläge begrenzt,
beispielsweise dadurch, daß ein Zal.fen -- am Winkelhebel sich in einem Schlitz
L des Führungskörpers il bewegt (Abb. 6).
-
Die Büchse s kann statt durch Hebel und Gegengewicht auch durch eine
Feder, einen Zahnkranz mit Kegelritzel oder durch eine andere geeignete Einrichtung
bewegt «-erden.