DE4324110C2 - Vorrichtung zur Erzeugung von elektrischer Energie aus Wasserwellenenergie - Google Patents
Vorrichtung zur Erzeugung von elektrischer Energie aus WasserwellenenergieInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung von
elektrischer Energie aus Wasserwellenenergie mit wenig
stens einer unter der Wasseroberfläche angeordneten Tur
bine oder dergl. zur Erzeugung von elektrischer Energie
aus Strömungsenergie.
Fortlaufende Bestrebungen zur Nutzung regenerativer Ener
giequellen führen auch zu einer Aufwertung der Wasser
kraftnutzung. Hierzu gehört auch die Nutzung der Wellen
energie der Ozeane. Das vom Wind angefachte Auf und Ab
der Wellen ist weltweit gesehen ein riesiges Energiepo
tential, da die Wellenenergie an den Küsten fortwährend,
wenn auch unterschiedlich, vorhanden ist. Meereswellen
enthalten sowohl die kinetische Energie der horizontalen
Wellenbewegung und der Orbitalbewegung als auch die po
tentielle Energie aus dem Druckunterschied zwischen Wel
lenberg und Wellental.
Zur Umwandlung dieser Wellenenergie in elektrische Ener
gie sind bereits Vorrichtungen bekannt geworden, die als
Schwimmersysteme ausgebildet sind. Diese Schwimmersysteme
nutzen nur die von der Wellenoberfläche erzeugte Relativ
bewegung zwischen zwei oder mehreren Festkörpern, von de
nen mindestens einer ein Schwimmer ist, der von den Wel
len auf- und abbewegt wird. Eine bekannte Vorrichtung
dieser Art wird von einem gelenkigen Floß gebildet, wel
ches aus einzelnen, mit Scharnieren verbundenen Gliedern
besteht, die von den Wellen relativ zueinander bewegt
werden. Über Kolbenpumpen kann die Bewegung zur Kompres
sion einer Flüssigkeit genutzt werden, welche dann einer
speziellen Turbine zugeführt wird, die einen Generator
antreibt. Diese Vorrichtungen haben sich in der Praxis
allerdings noch nicht durchgesetzt.
Bekannt sind ferner Vorrichtungen, die nach dem Prinzip
einer oszillierenden Wassersäule arbeiten. Diese einen
Luftstau erzeugende Systeme haben gemeinsam, daß sie die
Wellenbewegung in das Oszillieren einer Wassermasse in
einen Festkörper umsetzen. Bekannte Lösungen weisen als
Festkörper einen Schwimmer auf, der mit einem annähernd
vertikalen Loch versehen ist. Die Wassersäule in diesem
Loch kommuniziert mit dem umgebenen Meerwasser und führt
bei Wellengang oszillierende Bewegungen aus, durch die
entweder eine Wasserturbine oder eine über dem Loch ange
brachte Luftturbine angetrieben werden kann. Diese
Systeme können beispielsweise für die Energieversorgung
von Leuchtbojen (geringe Leistungen) angesetzt werden.
Derartige Vorrichtungen werden insbesondere auch in Wel
lenbrecher integriert, was es ermöglicht, einen Teil der
Baukosten einzusparen.
Da diese Vorrichtungen im wesentlichen oberhalb der Was
seroberfläche angeordnet sind, meist in Verbindung mit
Wellenbrechern, ist der Verwendungszweck eingeschränkt,
insbesondere ist eine Nutzung vor Stränden weitgehend
ausgeschlossen. Darüber hinaus wird durch diese teilweise
oberhalb der Wasseroberfläche angeordneten Vorrichtungen
die Schiffahrt beeinträchtigt und insbesondere sind die
Elemente der Vorrichtung korrosionsgefährdet.
Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist aus der FR-2,497,877
bekannt. In dieser Druckschrift ist eine Konstruktion of
fenbart, die aus einer Turbine mit einer direkten rohr
förmigen Ummantelung und einem Rahmengestell besteht. Das
Rahmengestell ist beidseitig so geformt, daß es zwei kom
binierte Einläufe/Ausläufe bildet. Es wird eine rohrarti
ge Konstruktion beschrieben, deren Funktionsfähigkeit aus
der Offenbarung dieser Druckschrift insgesamt nicht hin
reichend klar ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Lösung zu schaffen,
mit der die Umwandlung von Wasserwellenenergie in elek
trische Energie verbessert werden kann, wobei insbesonde
re die Küstenbereiche möglichst nicht wesentlich beein
trächtigt werden sollen.
Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung der eingangs be
zeichneten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Turbine oder dergl. unter wenigstens einer unter der Was
seroberfläche im wesentlichen horizontal angeordneten
Platte angeordnet ist, wobei die Platte in einer Tauch
tiefe angeordnet ist, die etwa 1/3 der von den Wellen be
einflußten Wassertiefe entspricht.
Es ist bereits untersucht worden, daß getauchte horizon
tale Platten, die unterhalb der Wasseroberfläche angeord
net werden, als Wellenbrecher eingesetzt werden können,
die eine vergleichbare Energiedissipation wie ein norma
ler Unterwasserwellenbrecher liefern. Es ist nun jedoch
überraschend gefunden worden, daß die unter einer solchen
Platte entstehende pulsierende Plattenunterströmung auch
erhalten bleibt, wenn der Fließquerschnitt unter der
Platte deutlich eingeschränkt wird. Es hat sich dabei
herausgestellt, daß diese Strömung zum Antrieb einer Tur
bine genutzt werden kann, wodurch sich die Möglichkeit
bietet, ein getauchtes Wellenenergiekraftwerk zu ent
wickeln.
Derartige getauchte Vorrichtungen zur Energieumwandlung
waren bisher nicht möglich, da mit ihnen nur ein unwe
sentlicher Teil der über die Wassertiefe verteilten Ener
gie genutzt werden konnte. Durch die erfindungsgemäße
Umleitung von in Oberflächennähe vorhandener Energie un
ter die Platte in die pulsierende Strömung besteht nun
mehr überraschend diese Möglichkeit. Dabei ist gegenüber
bekannten Vorrichtungen die Empfindlichkeit gegenüber
extremem Seegang sehr viel geringer, da sich die Vorrich
tung vollständig unter Wasser befindet. Dadurch ist auch
die Korrosionsgefahr im Wasserwechselbereich verhindert.
Gleichermaßen ist durch die Anordnung unter der Wasser
oberfläche auch eine Gefährdung, zumindest für die Klein
schiffahrt, nicht gegeben. Die Vorrichtung kann gleich
zeitig auch als Küstenschutz verwendet werden, da die
Schutzwirkung auch bei einem Ausfall der Turbine nicht
verloren geht. Wird die Durchflußöffnung der Turbine ver
schlossen, wirkt die Vorrichtung als Unterwasserbarriere,
wird sie nicht gedämpft, wirkt sie wie ein Plattenwellen
brecher. Die Vorrichtung ist einfach, da eine Turbine be
kannter Bauart und keine teure Spezialkonstruktion ver
wendet werden muß, die Stromerzeugung wird preiswert und
zuverlässig.
In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgese
hen, daß vor dem Einströmbereich der Turbine Strömungs
leitelemente angeordnet sind. Durch diese vorzugsweise
etwa trichterförmig ausgebildeten Leitelemente kann die
Strömungsenergie unter der Platte noch besser ausgenutzt
werden.
In besonders bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen,
daß die Platte und die Turbine in einer gemeinsamen An
ordnung fest mit der Wasserbodenfläche verankert ist.
Grundsätzlich ist es alternativ auch möglich, die Platte
unterhalb eines Schwimmers anzuordnen, in den meisten An
wendungsfällen wird jedoch eine stationäre Anordnung von
Vorteil sein.
Weiter hat es sich als besonders günstig erwiesen, daß die
Länge der Platte etwa gleich oder größer als die mittlere
Wellenlänge der Wasserwellen ausgebildet ist, wobei vor
zugsweise die Plattenlänge etwa der mittleren Wellenlänge
der Wasserwellen entspricht.
Je nach Breite der verwendeten Platte ist es vorteilhaft
möglich, daß unter einer Platte nebeneinander eine Mehrzahl
von Turbinen angeordnet sind.
Da jedoch die Plattenbreite aus konstruktiven Gründen be
grenzt ist, sieht die Erfindung auch vor, daß die Vorrich
tung eine Mehrzahl von nebeneinander im Abstand voneinander
angeordneten Platten aufweist, wobei selbstverständlich un
ter jeder Platte wenigstens eine Turbine angeordnet ist.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung bei
spielsweise näher erläutert. Diese zeigt in
Fig. 1 in vereinfachter Darstellung eine erfindungsgemäße
Vorrichtung,
Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. 1 ohne Turbine zur Veran
schaulichung des Strömungsbildes und
Fig. 3 die unterschiedlichen Strömungsbereiche eines
Plattenwellenbrechers.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung von elek
trischer Energie aus Wasserwellenenergie ist in prinziphaf
ter Darstellung in Fig. 1 dargestellt. Dabei ist im Quer
schnitt ein Meeresküstenbereich mit einer Wasserbodenfläche
1 und einer Wasseroberfläche 2 dargestellt, wobei die vor
handenen Wasserwellen durch die durchgezogene Linie 3 ange
deutet sind. Die Wellen schreiten dabei an der Wasserober
fläche 2 in Richtung des Pfeiles 4 fort.
Unterhalb der Wasseroberfläche 2 ist eine erfindungsgemäße
Vorrichtung angeordnet, die allgemein mit 5 bezeichnet ist.
Diese Vorrichtung 5 weist wenigstens eine unterhalb der
Wasseroberfläche 2 angeordnete horizontale Platte 6 auf,
unter welcher eine Turbine 7 zur Erzeugung von elektrischer
Energie angeordnet ist. Die Anordnung der Turbine 7 ist da
bei so getroffen, daß die durch die Pfeile 8 angedeutete
Rückströmung unter der Platte 6, die sich, wie sich überra
schend herausgestellt hat, einstellt, vollständig durch die
Turbine 7 tritt. Die Turbine 7 ist in üblicher Weise mit
einem Generator oder dgl. zur Stromerzeugung verbunden, was
im einzelnen nicht dargestellt ist.
Vor und ggf. auch hinter dem Einströmbereich der Turbine 7
sind Strömungsleitelemente angeordnet, die in Fig. 1 ange
deutet und mit 9 bezeichnet sind. Diese Strömungsleitele
mente 9 bilden vorzugsweise einen Teil einer aus der Platte
6, der Turbine 7 und den Leitelementen 9 gebildeten gemein
samen Anordnung, welche vorzugsweise in der Wasserbodenflä
che 1 verankert ist.
Alternativ könnte hier auch eine nicht stationäre Anordnung
der Vorrichtung 5 vorgesehen sein, indem beispielsweise die
Platte 6 unterhalb eines an der Wasseroberfläche 2 befind
lichen Schwimmers angeordnet wäre, mit entsprechender An
ordnung der Turbine 7 unterhalb der Platte 6. Die Platte 6
besteht vorzugsweise aus Stahlbeton, während die mit Wasser
in Kontakt kommenden Teile der Turbine 7 vorzugsweise aus
nicht rostendem Stahl bestehen.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die
Platte 6 in einer Tauchtiefe angeordnet ist, die einem
Drittel der Wassertiefe entspricht.
Die physikalischen Strömungsvorgänge eines Plattenwellen
brechers, die auf überraschende Weise für die erfindungsge
mäße Vorrichtung 5 nutzbar gemacht worden sind, sind in den
Fig. 2 und 3 im einzelnen dargestellt, wobei dieselben
Bezugszeichen wie in Fig. 1 verwandt sind, sofern gleiche
Teile betroffen sind.
Der physikalische Vorgang bei einem derartigen Plattenwel
lenbrecher (Platte 6) unterscheidet sich grundsätzlich vom
herkömmlichen Wellenbrecher, bei dem die Wellenhöhe durch
Energiereflektion am den Querschnitt verbauenden Körper und
durch Reibung an der Bauwerksoberfläche reduziert wird.
Gemäß Fig. 3 werden vier Bereiche in der Umgebung der Plat
te 6 definiert, nämlich die Bereiche 1, 2 und 3 mit einer
freien Oberfläche, wobei die Wassertiefe im Bereich 2, ver
glichen mit den Bereichen 1 und 3, wesentlich geringer ist,
und ein Bereich 4, wo keine freie Oberfläche vorhanden ist,
so daß sich dort auch keine Orbitalbewegung der Wasserteil
chen ausbilden kann.
Erreicht eine Welle die Platte 6, so wird sie zweigeteilt.
Der Energieanteil, der in den Bereich 2 hineinläuft, er
zeugt eine neue Flachwasserwelle, die durch eine geringere
Wassertiefe bestimmt ist. Der Teil, der in den Bereich 4
eindringt, erzeugt eine horizontale Strömung (Druckwelle).
Da die Flachwasserwelle eine höhere Geschwindigkeit als die
Druckwelle unterhalb der Platte 6 hat, erreicht sie den Be
reich 3 zuerst. Ihre Energie wird auf die angrenzenden Be
reiche verteilt (einschließlich Bereich 4), im Bereich 3
bildet sich erneut eine Schwerewelle aus. Im Bereich 4 ent
steht eine Strömung entgegen der Wellenausbreitungsrich
tung. Deren Strömungsenergie überlagert sich mit der aus
dem Bereich 1 in den Bereich 4 eingetragenen Energie. In
Abhängigkeit von den Platten- und Wellenparametern kann
sich eine zeitabhängige pulsierende Strömung mit einem Mas
sentransport in oder entgegen der Wellenfortschrittsrich
tung ergeben.
In günstigen Fällen entwickelt sich eine Plattenumströmung
in Folge des Massentransportes aus den Bereichen 1 und 4 in
den Bereich 2 (Plattenvorderkante), des Massentransports
durch die Flachwasserwelle im Bereich 2 zum Bereich 3, des
Massentransports aus Bereich 2 in den Bereich 4 (Platten
hinterkante) und der Strömung im Bereich 4, wie dies in
Fig. 2 dargestellt ist.
Die Strömung im Bereich 4 macht es den Druckwellenanteilen
folgender Wellen unmöglich, in den Bereich unterhalb der
Platte 6 einzudringen. Die Energie wird stärker zur Ober
fläche abgelenkt, die Umströmung verstärkt. Durch das Strö
mungshindernis muß jedoch auch ein Teil der Energie in den
Bereich 1 zurückreflektiert werden, damit einschließlich
der durch die Umströmung zurücktransportierten Energie ein
Gleichgewicht entstehen kann. Somit wird ein Teil der ein
treffenden Wellenenergie von der Konstruktion reflektiert.
Es hat sich nun überraschend herausgestellt, daß diese
Strömungsverhältnisse, d. h. insbesondere die entstehende
pulsierende Plattenunterströmung auch erhalten bleibt, wenn
der Fließquerschnitt unter der Platte 6 deutlich einge
schränkt wird und in Form der erfindungsgemäßen Vorrichtung
5 unterhalb der Platte 6 eine Turbine 7 angeordnet wird.
Natürlich ist die Erfindung nicht auf das dargestellte Aus
führungsbeispiel beschränkt. Weitere Ausgestaltungen der
erfindungsgemäßen Vorrichtung sind möglich, ohne den Grund
gedanken zu verlassen. So können beispielsweise mehrere
Platten 6 mit darunter angeordneten Turbinen 7 vorgesehen
sein, es kann auch vorgesehen sein, bei entsprechend brei
ten Platten 6 mehrere Turbinen 7 unterhalb einer Platte 6
anzuordnen und dgl. mehr. Grundsätzlich ist es auch mög
lich, die Strömungsenergie unter der Platte 6 anders aus zu
nutzen als zur Erzeugung elektrischer Energie, z. B. zum
Pumpen von Flüssigkeiten oder dgl.
Claims (6)
- Vorrichtung zur Erzeugung von elektrischer Energie aus Was serwellenenergie mit wenigstens einer unter der Wasserober fläche angeordneten Turbine oder dgl. zur Erzeugung von elektrischer Energie aus Strömungsenergie, dadurch gekennzeichnet, daß die Turbine (7) oder dgl. unter wenigstens einer unter der Wasseroberfläche im wesentlichen horizontal angeordne ten Platte (6) angeordnet ist, wobei die Platte (6) in ei ner Tauchtiefe angeordnet ist, die etwa 1/3 der von den Wellen beeinflußten Wassertiefe entspricht.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Einströmbereich der Turbine (7) Strömungsleit elemente (8) angeordnet sind.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (6) und die Turbine (7) in einer gemeinsamen Anordnung fest mit der Wasserbodenfläche (1) verankert sind.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Platte (6) etwa gleich oder größer als die mittlere Wellenlänge der Wasserwellen ausgebildet ist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß unter einer Platte (6) nebeneinander eine Mehrzahl von Turbinen (7) angeordnet sind.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß diese eine Mehrzahl von nebeneinander im Abstand von einander angeordnete Platten (6) aufweist.
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