DE4320668A1 - Walzenmühle - Google Patents
WalzenmühleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Walzenmühle, insbesondere
eine Gutbettwalzenmühle zur Zerkleinerung von relativ
sprödem Mahlgut, entsprechend dem Oberbegriff des An
spruches 1.
Walzenmühlen, insbesondere Gutbettwalzenmühlen, werden
besonders vorteilhaft für die Zerkleinerung von minera
lischem Gut, beispielsweise Zementrohmaterialien,
Zementklinker, Erzen oder dgl., also relativ spröden
und stark verschleißenden Schüttgütern verwendet. Um
bei der Gutbettzerkleinerung einen vorbestimmten
Mahlspalt zwischen den beiden Walzen und dabei vor
allem auch einen Mindestgrundspalt einhalten zu können,
werden im allgemeinen Abstandshalter zwischen den die
Walzen drehbar lagernden, benachbarten Lagersteinen
vorgesehen. Bedingt durch den Mahlprozeß tritt an den
Walzenoberflächen ein Verschleiß auf, so daß bei einer
festen Justierung der Abstandshalter der Grundmahlspalt
zwischen den beiden Walzen zunehmend größer werden
würde, was sich negativ auf den Mahlprozeß auswirkt. Um
dies zu verhindern, werden im allgemeinen verstellbare
Abstandshalter zwischen den einander benachbarten
Lagersteinen vorgesehen.
Bei einer ganz einfachen bekannten Ausführungsart von
Abstandshaltern können diese etwa in Form von Blechpa
keten oder dgl. vorgesehen sein, so daß die Verstell
barkeit dieser Abstandshalter stufenförmig durch Ent
fernen von Blechen erfolgen kann.
Des weiteren ist es auch bereits aus der Praxis be
kannt, Abstandshalteeinrichtungen in Form von Spindel
antriebseinrichtungen auszubilden, die jeweils eine
Stellspindel und eine Spindelmutter enthalten und durch
Verdrehen der Spindel oder der Mutter stufenlos ver
stellt werden können. Hierbei kann im Bereich zwischen
zwei nebeneinander angeordneten Fest- und Loslagerstei
nen die Spindel mit ihrem einen Ende drehbar an der in
neren Stirnseite des Festlagersteines gelagert und mit
einem Antriebskettenrad versehen sein, während das ge
genüberliegende andere Ende der Spindel mit einer an
der inneren Stirnseite des Loslagersteines angeordneten
Spindelmutter in Schraubeingriff steht, die von einer
gesonderten Verdrehsicherung abgestützt wird.
Die Nachteile dieser bekannten Abstandshalterausführun
gen sind vor allem darin zu sehen, daß sie im wesentli
chen zwischen den nebeneinander angeordneten Fest- und
Loslagersteinen angeordnet sind und einen meist relativ
großen Mindesteinbauraum benötigen, durch den verhin
dert wird, daß ein maximal möglicher Verschleißweg beim
Zusammenfahren der Walzen zur Aufrechterhaltung des
Mahlspaltes nicht optimal genutzt werden kann. Außerdem
ist es vielfach erforderlich, bei einer Neueinstellung
des Mahlspaltes den Mahlprozeß aus Sicherheitsgründen
zu unterbrechen, so daß unerwünschte Stillstandszeiten
in Kauf genommen werden müssen.
Bei einer solchen Walzenmühle ist es daher wünschens
wert, daß die Abstandshalter der Abstandshalteeinrich
tung möglichst viele der folgenden Forderungen
erfüllen:
- - Um die maximal mögliche Verschleißschichtdicke der Walzen voll ausnutzen zu können, sollten die neben einander angeordneten Fest- und Loslagersteine so weit zusammengefahren werden können, bis sie sich berühren;
- - im Hinblick auf einen optimalen Mahlprozeß ist die Grundeinstellung (Grundspalt) des Mahlspaltes von großer Bedeutung, so daß die Abstandshalter stufen los verstellbar sein sollen;
- - um gerade bei im Durchlauf betriebenen Walzenmühlen Stillstandszeiten möglichst zu vermeiden, sollten die Abstandshalter ohne Schwierigkeiten von außen her oder automatisch über ihre Abstandshalteeinrich tungen einstellbar sein;
- - die Abstandshalter dürfen keine zusätzlichen Kipp momente auf die Lagersteine ausüben.
Dementsprechend ist es Aufgabe dieser Erfindung, eine
Walzenmühle der im Oberbegriff des Anspruches 1 voraus
gesetzten Art so auszubilden, daß bei Erfüllung
möglichst vieler oder aller zuvor genannten Forderungen
eine relativ einfache Konstruktion der Abstandshalte
einrichtungen gewährleistet ist, deren Funktionsbetrieb
auf alle Baugrößen der Walzenmühle übertragbar ist. Da
bei ist es ferner wünschenswert, zusätzlich eine Mög
lichkeit vorzusehen, durch die bei verschlissenen Wal
zen ein rasches, gegebenenfalls vollautomatisches Zu
rückfahren der Loswalzeneinheit erreicht werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kenn
zeichen des Anspruches 1 angegebene Merkmalskombination
gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegen
stand der Unteransprüche.
Bei der erfindungsgemäßen Walzenmühle ist jeder
stößelartige Abstandshalter im zugehörigen
Festlagerstein in einer Lagerbohrung axial beweglich
aufgenommen und geführt, deren Länge wenigstens der
Länge des Abstandshalters entspricht. Da somit jeder
Abstandshalter vollkommen in seine zugehörige
Lagerbohrung aufgenommen werden kann, wird hierdurch
eine besonders vorteilhafte Voraussetzung dafür
geschaffen, daß die nebeneinander angeordneten Fest-
und Loslagersteine auf jeder Rahmenseite des
Walzengrundrahmens durch stufenloses Einstellen der
Abstandshalter so weit zusammengefahren werden können,
bis sie einander berühren bzw. aneinander anliegen. Auf
diese Weise kann die maximale Verschleißschichtdicke
der Walzen voll ausgenutzt werden. Diese Möglichkeiten
werden noch besonders günstig dadurch gestützt, daß das
axial aus der Lagerbohrung ausfahrbare Ende des bzw.
jedes Abstandshalters mit einer Gegenfläche an der
gegenüberliegenden inneren Stirnseite des
Loslagersteines in Abstandseingriff steht, d. h. in der
einfachsten Ausführung kann das ausfahrbare Ende des
Abstandshalters direkt gegen einen entsprechenden
Flächenabschnitt der gegenüberliegenden inneren
Stirnseite wirken; diese Gegenfläche an der gegenüber
liegenden inneren Stirnseite des Loslagersteines kann
jedoch auch durch eine in dieser Stirnseite versenkt
eingelassene Druckplatte oder dgl. gebildet sein, die
gegebenenfalls aus besonders verschleißfestem Material
hergestellt sein kann, in jedem Falle aber ein vollkom
menes Zusammenfahren dieser beiden nebeneinander ange
ordneten Lagersteine nicht behindert.
Vor allem im Hinblick auf eine während des Mahlprozes
ses durchführbare, gegebenenfalls automatische Ein
stellbarkeit der Abstandshalteeinrichtung bzw. von
deren Abstandshalter ist es besonders vorteilhaft, wenn
jeder Abstandshalter das dem zugehörigen Loslagerstein
zugewandte Ende einer Antriebsspindel ist, die in der
Lagerbohrung und in einer diese Lagerbohrung verlän
gernden Durchgangsbohrung den Festlagerstein von seiner
inneren Stirnseite bis zu seiner äußeren Stirnseite
durchsetzt, an der - manuell oder motorisch betreibbare
- Antriebsorgane für diese Antriebsspindel vorgesehen
sind, und wenn in der Lagerbohrung und/oder in der
Durchgangsbohrung eine Spindelmutter verdrehsicher an
geordnet ist, mit der die Antriebsspindel in Gewinde-
bzw. Verstelleingriff steht.
Damit von seiten der Abstandshalteeinrichtungen keine
zusätzlichen Kippmomente auf die Lagersteine
aufgebracht werden können, ist jeder Festlagerstein in
sinnvoller Weise mit zwei übereinanderliegenden
Abstandshaltern ausgestattet, die beide gleichartig
ausgebildet und mit gleichartigen Antriebsspindeln
sowie Antriebsorganen versehen sind, wobei diese beiden
Abstandshalter - bei Betrachtung der inneren Stirnseite
(4b) des zugehörigen Festlagersteins (4) - mit ihrer
Längsmittelachse in der vertikalen Längsmittelebene des
Lagersteines (4) liegen. Betrachtet man also die beiden
Festlagersteine, dann sind die beiden jeweils darin
angeordneten Abstandshalter - in Querrichtung zum
Lagerstein und somit in Achsrichtung der Walzen -
symmetrisch zur vertikalen Längsmittelebene bzw.
Symmetrieebene angeordnet, so daß auch um irgendeine
Linie auf dieser Längsmittelebene kein Kippmoment auf
die Lagersteine aufgebracht werden kann.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung ist jedem Abstandshalter eine von der gegen
überliegenden inneren Stirnseite her in den Loslager
stein eingebaute Rückfahreinrichtung zugeordnet. Letz
tere kann besonders vorteilhaft in Form einer hydrauli
schen Zylinder-Kolben-Einheit ausgeführt sein. Es wird
auf diese Weise die Möglichkeit geschaffen, nach voll
kommenem Verschleiß der Verschleißschutzschicht der
Walzen die Loswalzeneinheit möglichst rasch in ihre
Ausgangsposition zurückzufahren, d. h. so weit im Wal
zengrundrahmen zurückzuschieben, daß sie zumindest die
Ausgangslage ihres Neuzustandes erreicht und daß beide
Walzen zum Umbauen oder zum Aufbringen einer neuen Ver
schleißschicht ausreichend gut zugänglich sind.
Die Erfindung sei nachfolgend anhand einiger in der
Zeichnung veranschaulichter Ausführungsbeispiele näher
erläutert. In diesen weitgehend schematisch gehaltenen
Zeichnungen zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen
Walzenmühle, wobei in der oberen Zeich
nungshälfte Festlagerstein und Loslager
walzenstein aneinander anliegen, während
sie in der unteren Zeichnungshälfte auf
Abstand voneinander gehalten sind;
Fig. 2 eine im Maßstab vergrößerte Teilansicht
entsprechend dem Ausschnitt II in Fig. 1,
zur Erläuterung der auftretenden Kräfte;
Fig. 3 eine Seitenansicht eines zweiten Ausfüh
rungsbeispieles der Walzenmühle, wobei
den Abstandshaltern Rückfahreinrichtungen
zugeordnet sind;
Fig. 4 Längsschnittansicht von einer Spindel
mutter;
Fig. 5 eine vergrößerte Detailansicht
(Ausschnitt V in Fig. 4) zur Erläuterung
der Rückfahreinrichtung.
Bei der erfindungsgemäßen Walzenmühle kommen die Erfin
dungsmerkmale ganz besonders dann vorteilhaft zum Tra
gen, wenn sie in Form einer Gutbettwalzenmühle für die
Zerkleinerung von relativ sprödem Mahlgut ausgebildet
ist. Bei den in der Zeichnung veranschaulichten Ausfüh
rungsbeispielen handelt es sich daher jeweils um eine
Gutbettwalzenmühle.
Bei dem in den Fig. 1 und 2 veranschaulichten ersten
Ausführungsbeispiel der Walzenmühle sind zwei Walzen,
nämlich eine Festwalze 1 und eine Loswalze 2 in an sich
bekannter Weise in einem Walzengrundrahmen 3 zusammen
geordnet, wobei in Fig. 1 eine Seitenansicht auf die
eine Rahmenseite bzw. Rahmenlängsseite dargestellt ist,
während die andere, gegenüberliegende Rahmenseite
gleichartig, jedoch spiegelbildlich dazu ausgeführt
ist.
Die als Festwalze 1 ausgebildete erste Walze ist übli
cherweise an ihren beiden axialen Enden über je einen
Achsschenkel 1a in zwei auf beiden Rahmenseiten orts
fest angeordneten Festlagersteinen 4 drehbar gelagert,
während die als Loswalze 2 ausgebildete zweite Walze an
ihren beiden axialen Enden ebenfalls über Achsschen
kel 2a in zwei quer zur Walzenachse 2b verschiebbaren,
jeweils auf den gegenüberliegenden Rahmenseiten gleit
beweglich angeordneten und geführten Loslagersteinen 5
drehbar gelagert ist. In den Fig. 1 und 2 sind dement
sprechend nur der ortsfest vom Walzengrundrahmen 3 ge
tragene eine Festlagerstein 4 und der daneben angeord
nete, gleitbeweglich im Walzengrundrahmen 3 geführte
eine Loslagerstein 5 veranschaulicht.
Zwischen den beiden Walzen 1, 2 wird ein vorbestimmter
Mahlspalt 6 durch eine später noch näher zu erläuternde
Abstandshalteeinrichtung aufrechterhalten. Die in Rich
tung des Doppelpfeiles 7 im Walzengrundrahmen 3 relativ
zur Festwalze 1 verschiebbare Loswalze 2 wird unter
Aufrechterhaltung des Mahlspaltes 6 unter hohem Druck
in Richtung auf die Festwalze 1 gepreßt, wobei dieser
hohe Druck überlicherweise durch auf die äußeren Stirn
seiten 5a wirkende Hydraulikstempel 8 ausgeübt wird.
Den beiden Lagersteinen 4, 5 jeder Rahmenseite ist die
bereits oben erwähnte einstellbare Abstandshalteein
richtung in Form einer Spindelantriebseinrichtung zuge
ordnet, die im Bereich der einander gegenüberliegenden
inneren Stirnseite 4b, 5b der beiden zugehörigen Lager
steine 4, 5 durch wenigstens einen, vorzugsweise aber
durch zwei mit Abstand übereinanderliegende, stößelar
tige Abstandshalter 9 mit dem Loslagerstein 5 in Ab
standshalteeingriff steht. Stellt man sich vor, daß man
die innere Stirnseite 4b jedes Festlagersteines 4
betrachtet, dann bestimmt die entsprechende vertikale
Symmetrielinie eine vertikale Längsmittelebene bzw.
Symmetrieebene. Bei Anordnung von zwei mit Abstand
übereinanderliegenden Abstandshaltern 9 liegen dem
entsprechend die geometrischen Längsmittelachsen dieser
Abstandshalter 9 in der genannten vertikalen
Längsmittelebene jedes Festlagersteines 4. Dies hat den
Vorteil, daß um diese Längsmittelebene bzw. vertikale
Symmetrieebene (in Querrichtung zum Lagerstein, also
senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 1 betrachtet) kein
Kippmoment auf die Lagersteine aufgebracht werden kann.
Bei dieser erfindungsgemäßen Walzenmühle ist nun jeder
Abstandshalter 9 im zugehörigen Festlagerstein 4 in
einer Lagerbohrung 10 axial beweglich aufgenommen und
geführt, wobei die Länge dieser Lagerbohrung 10 wenig
stens der Länge des Abstandshalters 9 entspricht. Hier
bei steht das axial aus der Lagerbohrung 10 ausfahrbare
Ende 9a des Abstandshalters 9 mit einer Gegenfläche an
der gegenüberliegenden inneren Stirnseite 5b des Losla
gersteins 5 in Abstandseingriff, d. h. solange die bei
den Lagersteine 4 und 5 auf einen durch den Mahlspalt 6
bestimmten lichten Abstand gehalten werden müssen (vgl.
Fig. 1, untere Hälfte, sowie Fig. 2), wird die Stirnseite
jedes Abstandshalterendes 9a gegen die gegenüberlie
gende Fläche der inneren Stirnseite 5b des Loslager
steines 5 gepreßt.
Wie in den Fig. 1 und 2 zu erkennen ist, wird jeder Ab
standshalter 9 durch das dem zugehörigen Loslager
stein 5 zugewandte Ende einer Antriebsspindel 11 ge
bildet, die im vorliegenden Beispiel im wesentlichen
über ihre ganze Länge einen gleichbleibenden Durchmes
ser aufweisen kann und die in der Lagerbohrung 10 und
in einer diese Lagerbohrung 10 verlängernden Durch
gangsbohrung den Festlagerstein 4 von seiner inneren
Stirnseite 4b bis zu seiner äußeren Stirnseite 4a
durchsetzt. Im vorliegenden Beispiel können dementspre
chend die Lagerbohrung 10 und die sie verlängernde
Durchgangsbohrung mit gleichem lichten Durchmesser
durchgehend ausgeführt sein. Das aus der äußeren Stirn
seite 4a des zugehörigen Festlagersteines 4 herausra
gende äußere Ende 11a jeder Antriebsspindel 11 ist mit
Antriebsorganen drehantriebsverbunden, die im vorlie
genden Falle insgesamt jeweils als Stellmotoren
(Getriebe-Motor-Einheiten) 12 ausgeführt sein können.
Grundsätzlich ist es selbstverständlich auch möglich,
in der allereinfachsten Ausführung bzw. im Bedarfsfalle
manuell betreibbare Antriebsorgane vorzusehen. Die
Stellmotoren 12 sind zweckmäßig an den äußeren Stirn
seiten 4a der Festlagersteine 4 angebaut, was bei
spielsweise in Form von Aufsteckantriebsmotoren (wie
dargestellt) oder auch durch auf entsprechenden Konso
len angeordnete Getriebemotoreinheiten geschehen kann.
In der Lagerbohrung 10 und/oder in der diese Lagerboh
rung verlängernden Durchgangsbohrung ist eine Spindel
mutter 13 verdrehsicher angeordnet, mit der die An
triebsspindel 11 in Gewindeeingriff steht, um den Ab
standshalter 9 jeder Antriebsspindel 11 mehr oder
weniger weit relativ zur inneren Stirnseite 5b des
Loslagersteines 5 axial verlagern zu können.
In diesem ersten Ausführungsbeispiel (Fig. 1 und 2) ist
zumindest der den Abstandshalter 9 bildende Endab
schnitt jeder Antriebsspindel 11 mit einem geeigneten
Außengewinde versehen, das mit einem in der Spindel
mutterbohrung ausgebildeten Innengewinde in Gewindeein
griff steht. Die Spindelmutter 13 ist zweckmäßig von
der inneren Stirnseite 5b des Festlagersteines 5 her in
die Lagerbohrung 10 so eingebaut, daß sie nicht gegen
über dieser inneren Stirnseite 5b vorsteht.
Ein Beispiel für eine solche Spindelmutter 13 ist in
Fig. 4 veranschaulicht. Danach weist die Bohrung 13a
dieser Spindelmutter 13 einen mit dem Außengewinde des
Abstandshalters 9 in Eingriff stehenden Innengewinde-
Längsabschnitt L1 sowie einen - vorzugsweise deutlich
kürzeren - dem Außengewindedurchmesser des Abstandshal
ters 9 angepaßten Gleitführungs-Längsabschnitt L2 auf.
Hierdurch kann das Spindelgewicht von dem Gleitfüh
rungs-Längsabschnitt L2 gleitend aufgenommen werden,
während das Innengewinde 14 im wesentlichen gewichts
entlastet nur für die Axialverstellung des zugehörigen
Abstandshalters 9 zur Verfügung steht.
Dieses Innengewinde 14 der Spindelmutter 13 sowie das
damit zusammenwirkende Außengewinde auf jedem Abstands
halter 9 können beispielsweise in Form eines
Sägegewindes ausgeführt sein, wie es in Fig. 4 in einer
Detail-Schnittdarstellung z. T. angedeutet ist. Auf
diese Weise wird eine besonders zuverlässige axiale
Abstützung des Abstandshalters 9 gewährleistet.
In der vergrößerten Detaildarstellung der Fig. 2 ist
ferner durch den Pfeil FA die von dem Loslagerstein 5
kommende Kraft angedeutet, die über den Abstandshal
ter 9 direkt über die Spindelmutter 13 in den Festla
gerstein 4 eingeleitet wird, was durch die durch
Pfeile FR angegebene Reaktionskraft angedeutet ist.
Durch diese Gestaltung werden die Antriebsorgane bzw.
Stellmotoren 12 für die Antriebsspindeln 11 von der
Reaktionskraft FR nicht belastet, so daß eine leichte
Einstellbarkeit der Abstandshalter 9 gewährleistet ist.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel sei nachfolgend anhand
der Fig. 3 und 5 erläutert. Auch in diesem Falle werden
die Festwalze 1 und die Loswalze 2 über ihre Achsschen
kel 1a bzw. 2a grundsätzlich in gleichartiger Weise in
Festlagersteinen 4 bzw. Loslagersteinen 5 drehbar gela
gert, gleichartig wie im ersten Ausführungsbeispiel.
Alle gleichartigen Bauteile dieses zweiten Beispieles
(Fig. 3 und 5) sind daher mit denselben Bezugszeichen
versehen, so daß sich eine nochmalige detaillierte
Erläuterung dieser Bauteile weitgehend erübrigt.
Ein erster wesentlicher Unterschied zwischen diesem
zweiten Ausführungsbeispiel und dem ersten Ausführungs
beispiel ist zunächst darin zu sehen, daß jedem Ab
standshalter 9 eine von der gegenüberliegenden inneren
Stirnseite 5b her in den zugehörigen Loslagerstein 5
eingebaute Rückfahreinrichtung 15 zugeordnet ist. Diese
Rückfahreinrichtung ist jeweils vorzugsweise in Form
einer hydraulischen Zylinder-Kolben-Einheit 15 ausge
führt, deren Zylinder 16 in einer Zylinderbohrung im
Loslagerstein 5 fest angeordnet ist; beispielsweise
kann jeder Zylinder 16 mit Hilfe von Schrauben 16a lös
bar bzw. auswechselbar im Loslagerstein 5 festgelegt
sein. Die Kolbenstange 17 jedes Zylinders 16 trägt an
ihrem freien Ende eine Druckplatte 18, die - wie in
Fig. 5 angedeutet - über eine zentrale Gewindeboh
rung 18b auswechselbar auf der Kolbenstange 17 be
festigt ist und in ihrem Außenumfangsbereich
zylindrische Durchgangsbohrungen 18c in der Weise
besitzt, daß diese Durchgangsbohrungen 18c
gewissermaßen als Durchgriff für die
Befestigungsschrauben 16a des Zylinders 16 dienen.
Diese Druckplatte 18 ist in einer offen zur inneren
Stirnseite 5b dieses Loslagersteines 5 ausmündenden
Ausnehmung 19 verdrehsicher aufgenommen, dabei aber
axial gleitbeweglich geführt, wozu beispielsweise eine
Paßfeder 20 als Verdrehsicherungselement vorgesehen
sein kann. Die stirnseitige Außenfläche 18a dieser
Druckplatte 18 bildet die Gegenfläche für den zugehöri
gen Abstandshalter 9. Wie besonders in Fig. 5 zu erken
nen ist, ist die Tiefe T dieser Ausnehmung 19 größer
als die axiale Dicke Da dieser Druckplatte 18. Hierbei
ist es zweckmäßig, wenn das axial nach außen weisende
Ende der Druckplatte 18 und das jeweils axial aus der
Lagerbohrung 10 im Loslagerstein 4 herausgefahrene Ende
des Abstandshalters 9 von einem gemeinsamen
Faltenbalg 21 umkleidet ist, der - wie aus den Fig. 3
und 5 ohne weiteres entnommen werden kann - im
zusammengeschobenen Zustand in der Ausnehmung 19
aufgenommen werden kann, so daß dadurch keine
Behinderung für das vollkommene Aneinanderfahren der
Lagersteine 4 und 5 entsteht. Wie die Darstellung in
Fig. 5 ferner erkennen läßt, kann es hierbei zweckmäßig
sein, das mit der Druckplatte 18 in
Abstandshalteeingriff stehende äußere Ende jedes Ab
standshalters 9 als gehärteten Plattenteil 9a′ auszu
führen, der vorzugsweise gesondert hergestellt und lös
bar am eigentlichen Abstandshalter 9 befestigt, vor
zugsweise angeschraubt werden kann. Hierdurch braucht
nur das mit der Druckplatte 18 in Eingriff kommende
äußerste Ende jedes Abstandshalters 9 entsprechend
gehärtet zu sein, während der größte übrige Teil aus
angepaßtem einfachem Material hergestellt sein kann.
Obwohl die eigentliche Spindelantriebseinrichtung bei
diesem zweiten Ausführungsbeispiel (Fig. 3 und 5) grund
sätzlich gleichartig ausgeführt sein könnte, wie es an
hand der Fig. 1 und 2 geschildert worden ist, sei ange
nommen, daß - gemäß Darstellung in Fig. 3 - jede An
triebsspindel 11′ zum einen wiederum durch den mit
Außengewinde versehenen Abstandshalter 9 und zum andern
durch eine im Durchmesser kleinere und ohne Gewinde
(glatt) ausgeführte Spindelwelle 22 gebildet ist, deren
äußeres Ende 22a mit den Antriebsorganen in Verbindung
steht. In diesem Falle wird dann jede Lagerbohrung 10
durch eine koaxial unmittelbar anschließende Durch
gangsbohrung 23 verlängert, deren lichter Durchmesser
deutlich kleiner sein kann als der der Lagerbohrung 10
und dem Durchmesser der Spindelwelle 22 entsprechend
angepaßt ist.
Auch bei diesem zweiten Ausführungsbeispiel ist wie
derum jeder Festlagerstein 4 mit zwei mit entsprechen
dem Abstand übereinanderliegenden Abstandshaltern 9
ausgestattet, und zwar im wesentlichen entsprechend dem
ersten Beispiel.
Entsprechend der Darstellung in Fig. 3 ist darüber hin
aus für jede Antriebsspindel 11′ eines Festlagerstei
nes 4 auf dessen äußerer Stirnseite 4a ein Getriebe 24
angeordnet, wobei beide Getriebe 24 durch eine elasti
sche Gelenkwelle 25 miteinander drehantriebsverbunden
sind. Hierbei ist beiden Getrieben 24 ferner ein ge
meinsamer Drehantrieb zugeordnet, der als elektrischer
Stellmotor oder - vorzugsweise - als hydraulischer
Stellmotor bzw. Hydraulikantrieb 26 ausgeführt sein
kann und beispielsweise mit dem einen Getriebe 24 durch
eine elastische Kupplung verbunden ist.
Auf diese Weise können beide Abstandshalter 9 eines
Festlagersteines 4 gemeinsam bzw. synchron relativ zur
inneren Stirnseite 5b des zugehörigen Loslagersteines 5
verstellt werden. Im Bedarfsfalle könnte ferner ein Ab
schnitt der Gelenkwelle 25 mit einem Polygonquerschnitt
derart versehen sein, daß die Möglichkeit besteht, mit
Hilfe beispielsweise eines passenden Schrauben
schlüssels für einen manuellen Antrieb dieser Spindel
antriebseinrichtung zu sorgen.
Claims (14)
1. Walzenmühle, insbesondere Gutbettwalzenmühle zur
Zerkleinerung von relativ sprödem Mahlgut,
- - mit zwei unter hohem Druck gegeneinander gepreß ten Walzen (1, 2), zwischen denen ein vorbe stimmter Mahlspalt (6) aufrechterhalten wird und von denen die als Festwalze (1) ausgebildete erste Walze an ihren beiden Enden über Achs schenkel (1a) in zwei ortsfesten Festlagersteinen (4) und die als Loswalze (2) ausgebildete zweite Walze an ihren beiden Enden über Achsschenkel (2a) in zwei quer zur Walzenachse (2b) verschiebbaren Loslagersteinen (5) drehbar gelagert ist,
- - wobei in einem Walzengrundrahmen (3) auf zwei einander gegenüberliegenden Rahmenseiten jeweils ein ortsfest vom Grundrahmen getragener Festla gerstein (4) und gleitbeweglich im Grundrahmen geführter Loslagerstein (5) nebeneinander ange ordnet sind
- - und wobei den beiden Lagersteinen (4, 5) jeder Rahmenseite eine einstellbare Abstandshalteein richtung in Form einer Spindelantriebseinrich tung zugeordnet ist, die im Bereich der einander gegenüberliegenden inneren Stirnseiten (4b, 5b) der beiden zugehörigen Lagersteine durch wenig stens einen stößelartigen Abstandshalter (9) mit dem Loslagerstein (5) in Abstandshalteeingriff steht,
gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merk
male:
- a) jeder stößelartige Abstandshalter (9) ist im zu gehörigen Festlagerstein (4) in einer Lagerboh rung (10) axial beweglich aufgenommen und ge führt, deren Länge wenigstens der Länge des Ab standshalters entspricht;
- b) das axial aus der Lagerbohrung (10) ausfahrbare Ende (9a) des Abstandshalters (9) steht mit einer Gegenfläche an der gegenüberliegenden inneren Stirnseite (5b) des Loslagersteines (5) in Abstandseingriff.
2. Walzenmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Abstandshalter (9) das dem zugehörigen
Loslagerstein (5) zugewandte Ende einer Antriebs
spindel (11, 11′) ist, die in der Lagerbohrung (10)
und in einer diese Lagerbohrung verlängernden Durch
gangsbohrung (23) den Festlagerstein (4) von seiner
inneren Stirnseite (4b) bis zu seiner äußeren Stirn
seite (4a) durchsetzt, an der Antriebsorgane (12; 24
bis 26) vorgesehen sind, und daß in der Lagerbohrung
(10) und/oder in der Durchgangsbohrung eine Spindel
mutter (13) verdrehsicher angeordnet ist, mit der
die Antriebsspindel (11, 11′) in Gewindeeingriff
steht.
3. Walzenmühle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spindelmutter (13) von der inneren Stirn
seite (4b) des Festlagersteines (4) her in die
Lagerbohrung (10) eingebaut ist.
4. Walzenmühle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß jede Antriebsspindel (11′) durch den mit Außen
gewinde versehenen Abstandshalter (9) sowie durch
eine im Durchmesser kleinere und ohne Gewinde ausge
führte Spindelwelle (22) gebildet ist, deren äußeres
Ende (22a) mit den Antriebsorganen in Verbindung
steht.
5. Walzenmühle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß als Antriebsorgane für die Antriebsspindel (11,
11′) Stellmotoren (12) an die äußeren Stirnseiten
(4a) der Festlagersteine (4) angebaut sind.
6. Walzenmühle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellmotoren in Form von Aufsteck-Antriebs
motoren (12) ausgebildet sind.
7. Walzenmühle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Festlagerstein (4) mit zwei übereinander
liegenden Abstandshaltern (9) ausgestattet ist, die
beide gleichartig ausgebildet und mit gleichartigen
Antriebswellen (11, 11′) sowie Antriebsorganen (12;
24) versehen sind, wobei diese beiden Abstandshalter
- bei Betrachtung der inneren Stirnseite (4b) des
zugehörigen Festlagersteines (4) - mit ihrer Längs
mittelachse in der vertikalen Längsmittelebene
dieses Lagersteins (4) liegen.
8. Walzenmühle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß für jede Antriebsspindel (11′) eines Festlager
steines (4) auf der äußeren Stirnseite (4a) dieses
Festlagersteines ein Getriebe (24) angeordnet ist
und beide Getriebe durch eine elastische Gelenkwelle
(25) miteinander verbunden sind und einen gemein
samen Drehantrieb, vorzugsweise einen
Hydraulikantrieb (26) aufweisen.
9. Walzenmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Abstandshalter (9) eine von der gegenüber
liegenden inneren Stirnseite (5b) her in den Los
lagerstein (5) eingebaute Rückfahreinrichtung (15)
zugeordnet ist.
10. Walzenmühle nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß jede Rückfahreinrichtung in Form einer hydrauli
schen Zylinder-Kolben-Einheit (15) ausgeführt ist,
deren Zylinder (16) in einer Zylinderbohrung im Los
lagerstein (5) fest angeordnet ist und deren Kolben
stange (17) an ihrem freien Ende eine Druckplatte
(18) trägt, die in einer offen zur inneren Stirn
seite (5b) dieses Loslagersteines (5) hin ausmün
denden Ausnehmung (19) verdrehsicher aufgenommen,
jedoch axial gleitbeweglich geführt ist und deren
Außenfläche (18a) die Gegenfläche für den zugehöri
gen Abstandshalter (9, 9a′) bildet, wobei die Tiefe
(T) der Ausnehmung (19) größer ist als die axiale
Dicke (Da) der Druckplatte.
11. Walzenmühle nach Anspruch 10, dadurch gekennzeich
net, daß das axial nach außen weisende Ende der
Druckplatte (18) und das jeweils axial aus der La
gerbohrung (10) herausgefahrene Ende des Abstands
halters (9, 9a′) von einem gemeinsamen Faltenbalg
(21) umkleidet ist, der im zusammengeschobenen Zu
stand in der Ausnehmung (19) für die Druckplatte
aufnehmbar ist.
12. Walzenmühle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das mit der Druckplatte (18) in Abstandshalte
eingriff stehende äußere Ende jedes Abstandshalters
(9) als gehärteter Plattenteil (9a′) ausgeführt ist.
13. Walzenmühle nach Anspruch 12, dadurch gekennzeich
net, daß der gehärtete Plattenteil (9a′) gesondert
hergestellt und lösbar am eigentlichen Abstandshal
ter (9) befestigt, vorzugsweise angeschraubt ist.
Priority Applications (4)
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