DE4320035C2 - Vorrichtung zum Nadeln eines Vlieses - Google Patents
Vorrichtung zum Nadeln eines VliesesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Nadeln eines
Vlieses, bestehend aus wenigstens einem Nadelbrett mit einer Viel
zahl von Nadeln mit hakenartigen Ansätzen zur Fasermitnahme,
einer dem Nadelbrett gegenüberliegenden Stichunterlage und aus
einem zwischen der Stichunterlage und dem Nadelbrett angeordneten
Abstreifer, der wie gegebenenfalls die Stichunterlage eine Loch
platte für den Nadeldurchtritt aufweist, wobei den zu Gruppen zu
sammengefaßten Nadeln jeweils gruppenweise eine gemeinsame Durch
trittsöffnung in der Lochplatte des Abstreifers bzw. der Stichun
terlage zugeordnet ist und wo bei die Nadeln innerhalb der Gruppen
unter einer gegenseitigen Querversetzung in wenigstens einer
Längsreihe bezüglich der Vliesdurchlaufrichtung angeordnet sind
und die Nadelgruppen in Vliesdurchlaufrichtung aufeinanderfol
gende Querreihen bilden.
Die für eine gleichmäßige Vernadelung eines Faservlieses im all
gemeinen vorgesehene gleichmäßige Nadelverteilung des Nadelbret
tes gibt Anlaß für eine Oberflächenstrukturierung, die das ange
strebte gleichmäßige Oberflächenbild des genadelten Vlieses vor
allem in größeren Flächenbereichen sichtbar beeinträchtigt. Um
diese Oberflächenstrukturierung zu vermeiden, ist es bekannt
(DE 41 14 873 C2), eine hohe Nadeldichte in Längsrichtung bezüg
lich des Vliesdurchlaufes vorzusehen, indem die Nadeln in Nadel
gruppen zusammengefaßt werden, wobei die Nadeln innerhalb der
einzelnen Nadelgruppen unter einer gegenseitigen Querversetzung
in einer Längsreihe bezüglich der Vliesdurchlaufrichtung angeord
net und die aus den Nadellängsreihen gebildeten Nadelgruppen zu
in Vliesdurchlaufrichtung aufeinanderfolgenden Querreihen neben
einandergereiht sind. Die Zusammenfassung der in je einer geson
derten Nadelbrettbohrung gehaltenen Nadeln zu Gruppen aus Nadel
längsreihen, die jeweils durch ein gemeinsames Langloch in der
Lochplatte des Abstreifers bzw. der Stichunterlage durchtreten,
ermöglicht die angestrebte hohe Nadeldichte innerhalb der ein
zelnen Nadellängsreihen, weil der gegenseitige Nadelabstand nur
von den Halterungsbedingungen der Nadeln im Nadelbrett, nicht
aber von dem erforderlichen gegenseitigen Abstand der Durchtritts
löcher in der Lochplatte des Abstreifers bzw. der Stichunterlage
abhängt, wie dies bei Vorrichtungen der Fall ist, bei denen jeder
Nadel ein gesondertes Loch in der Lochplatte zugeordnet wird.
Aufgrund der hohen Nadeldichte und der geringfügigen Querverset
zung der Nadeln innerhalb der Längsreihen wird in vorteilhafter
Weise eine weitgehend strukturfreie Vliesoberfläche erreicht. Es
kann jedoch in bestimmten Fällen durch die Nadellängsreihen der
in Vliesdurchlaufrichtung auslaufseitigen Querreihen die hohe
Oberflächengleichmäßigkeit beeinträchtigt werden, weil deren ört
liche Wirkung auf die Vliesvernadelung nicht mehr durch nachfol
gende Nadeln ausgeglichen werden kann.
Darüber hinaus ist es zur Berücksichtigung der geringeren Festigkeit des unge
nadelten Vlieses bekannt (AT 265 685), die Nadeln auf der Zulaufseite des Nadel
brettes mit größeren Widerhaken zu versehen, um im Bereich dieser ersten Nadel
reihen eine bessere Vliesverfestigung und Verfilzung zu erreichen. Diese im Bereich
der zulaufseitigen Nadelreihen getroffenen Maßnahmen haben jedoch keine Wirkung
auf allfällige Störeinflüsse der auslaufseitigen Nadelreihen.
Schließlich ist es bekannt (US 4377 889), die Nadeldichte in den Randbereichen des
Vlieses gegenüber der Nadeldichte im Mittenbereich zu verringern, damit das Vlies
nach der Nadelung in seiner Breite so gedehnt werden kann, daß die vor der Nadelung
dickeren Randbereiche des Vlieses auf eine Dicke entsprechend dem Mittenbereich
gestreckt werden können. Eine solche Nadelanordnung ist offensichtlich ungeeignet,
Störeinflüsse auslaufseitiger Nadelreihen zu unterbinden.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs geschilderten Art mit einfachen Mitteln so weiter
zubilden, daß die mögliche Beeinträchtigung der Oberflächenstruk
tur des genadelten Vlieses durch die auslaufseitigen Nadellängs
reihen des Nadelbrettes weitgehend vermieden wird.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die Nadeln
der Nadelgruppen zumindest der hinsichtlich der Vliesdurchlauf
richtung auslaufseitig letzten Querreihe eine geringere Anzahl an
hakenartigen Ansätzen zur Fasermitnahme als die Nadeln in den vor
hergehenden Querreihen tragen.
Durch diese einfache Maßnahme wird bei sonst gleichbleibenden
Vernadelungsbedingungen die Vernadelungswirkung im Bereich der
auslaufseitigen Nadellängsreihen verringert, weil ja aufgrund der
geringeren Anzahl an hakenartigen Nadelansätzen die mögliche Zahl
der von diesen Ansätzen gezogenen Faserschlingen beim Nadelein
stich kleiner wird. Dadurch wird der Einfluß dieser auslaufseiti
gen Nadelreihen auf die Vliesstruktur entsprechend gering gehalten,
was sich vorteilhaft auf das gleichmäßige Erscheinungsbild der
Vliesoberfläche auswirkt.
Besonders vorteilhafte Vernadelungsbedingungen können in diesem
Zusammenhang gewährleistet werden, wenn die Nadeln der Nadelgrup
pen wenigstens der beiden letzten auslaufseitigen Querreihen eine
geringere Anzahl an hakenartigen Ansätzen als die übrigen Nadeln
aufweisen und wenn die Anzahl der hakenartigen Ansätze gegen die
letzte Querreihe hin reihenweise abnimmt. Damit wird eine auslauf
seitig abgestufte Abnahme der Vernadelungswirkungen und somit
gleichsam ein sanfter Vernadelungsauslauf erreicht, was zusätz
lich hilft, eine Beeinträchtigung des gleichmäßigen Oberflächen
bildes des Vlieses zu vermeiden. Im allgemeinen wird es ausrei
chen, die Nadeln von Querreihe zu Querreihe bezüglich ihrer An
zahl an hakenförmigen Ansätzen zu ändern. Um einen besonders sanf
ten Auslauf der Vernadelungswirkung zu erzielen, kann in Sonder
fällen zusätzlich die Anzahl der hakenartigen Ansätze der Nadeln
innerhalb der aus den Nadellängsreihen gebildeten Nadelgruppen
gegen die in Auslaufrichtung letzte Nadel hin abnehmen, wobei
durch die Ausbildung der hakenartigen Ansätze auf die Schlingen
bildung weiterer Einfluß genommen werden kann.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dar
gestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Nadeln eines Vlie
ses in einem schematischen Längsschnitt,
Fig. 2 die Lochplatte des Abstreifers bzw. der Stichunterlage
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ausschnittsweise in
einer Draufsicht in einem größeren Maßstab,
Fig. 3 einige Nadeln des Nadelbrettes aus einer mittleren Quer
reihe in einem größeren Maßstab,
Fig. 4 eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung der Nadeln der
bezüglich der Ablaufseite des Nadelbrettes vorletzten
Querreihe und
Fig. 5 die Nadeln der letzten Querreihe.
Die Vorrichtung zum Nadeln eines Vlieses besteht gemäß dem darge
stellten Ausführungsbeispiel im wesentlichen aus einem Nadelbrett
1 mit einer Vielzahl von Nadeln 2, einer dem Nadelbrett 1 gegen
überliegenden Stichunterlage 3 und aus einem zwischen der Stich
unterlage 3 und dem Nadelbrett 1 angeordneten Abstreifer 4, der
wie die Stichunterlage durch eine Lochplatte 5 gebildet wird.
Während des Nadelungsvorganges wird das zu nadelnde Vlies in
Richtung des Pfeiles 6 zwischen der Stichunterlage 3 und dem Ab
streifer 4 in herkömmlicher Weise durchgefördert.
Die Lochplatte 5 des Abstreifers 4 bzw. der Stichunterlage 3 ist
gemäß der Fig. 2 mit einer Vielzahl von Durchtrittsöffnungen 7
für die Nadeln 2 versehen. Um eine größere als die Lochteilung
vorgegebene Nadeldichte in Durchlaufrichtung 6 des Vlieses zu
erreichen, sind die Nadeln 2 in je aus einer Nadellängsreihe ge
bildeten Nadelgruppen zusammengefaßt, wobei jeder Nadelgruppe
eine gemeinsame Durchtrittsöffnung 7 in der Lochplatte zugeord
net ist. Der Achsabstand zwischen den aufeinanderfolgenden Na
deln jeder Nadelgruppe kann demnach entsprechend verringert wer
den und entspricht beispielsweise dem doppelten Schaftdurchmes
ser der Nadeln. Wie der Fig. 2 außerdem entnommen werden kann,
sind die Nadeln 2 der Nadelgruppen gegenüber ihrer Längsreihe
querversetzt, vorzugsweise nach einer Zufallfunktion, um eine
hohe Gleichmäßigkeit der Vliesoberfläche zu erreichen.
Die einzelnen Nadelgruppen sind in Querreihen 8, 9 und 10 neben
einandergereiht, die gegeneinander in Querrichtung versetzt sind,
um die angestrebte Stichverteilung über die Arbeitsbreite sicher
zustellen. Damit die Nadeln 2 der bezüglich der Vliesdurchlauf
richtung 6 auslaufseitigen Querreihen 9 und 10 keine das Erschei
nungsbild der Vliesoberfläche unter Umständen beeinträchtigende
Wirkung ausüben können, wird deren Wirkung auf die Vernadelung
entsprechend herabgesetzt, indem die Anzahl der hakenförmigen An
sätze 11 reihenweise verringert wird. Während die Nadeln 2 im Be
reich der Querreihen 8 beispielsweise neun hakenartige Ansätzen
bilden, weisen die Nadeln 2 der auslaufseitig vorletzten Querreihe
9 nur mehr drei Ansätze 11 auf. Die Nadeln 2 der auslaufseitig
letzten Querreihe 10 sind lediglich mit je einem Ansatz 11 ver
sehen, so daß im Bereich der Querreihen 9 und 10 die Möglichkei
ten, beim Nadeleinstich Faserschlingen zu ziehen, entsprechend
herabgesetzt sind. Damit wird der Einfluß dieser Nadeln 2 mit der
geringeren Anzahl von Ansätzen 11 auf das Erscheinungsbild der
Vliesoberfläche gleichermaßen verringert. Als Folge dieser Maß
nahme können die örtlichen Wirkungen dieser letzten Nadelreihen
das Erscheinungsbild der Vliesoberfläche nicht mehr nachhaltig
beeinträchtigen.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das dargestellte
Ausführungsbeispiel beschränkt. So könnte beispielsweise die An
zahl der hakenartigen Ansätze 11 der eingesetzten Nadeln 2 unter
schiedlich abgestuft werden, was naturgemäß unterschiedliche Wir
kungen auf die Vernadelung im Bereich der letzten Querreihen mit
sich bringt. Zum gleichen Zweck können zusätzlich die Ansätze 11 un
terschiedlich ausgebildet sein, um eine abgestufte Wirkung bezüg
lich der Schlingenbildung zu erzielen. Auch über die axiale Lage
der hakenartigen Ansätze 11 bezüglich des Arbeitsteiles des Na
delschaftes und ihren gegenseitigen Abstand läßt sich ein entspre
chender Einfluß ausüben. Entscheidend ist in allen Fällen, daß
die Vernadelungswirkung im Bereich der auslaufseitigen Querreihen
abnimmt.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Nadeln eines Vlieses, bestehend aus wenig
stens einem Nadelbrett mit einer Vielzahl von Nadeln mit haken
artigen Ansätzen zur Fasermitnahme, einer dem Nadelbrett gegen
überliegenden Stichunterlage und aus einem zwischen der Stichun
terlage und dem Nadelbrett angeordneten Abstreifer, der wie ge
gebenenfalls die Stichunterlage eine Lochplatte für den Nadel
durchtritt aufweist, wobei den zu Gruppen zusammengefaßten Nadeln
jeweils gruppenweise eine gemeinsame Durchtrittsöffnung in der
Lochplatte des Abstreifers bzw. der Stichunterlage zugeordnet ist
und wobei die Nadeln innerhalb der Gruppen unter einer gegensei
tigen Querversetzung in wenigstens einer Längsreihe bezüglich der
Vliesdurchlaufrichtung angeordnet sind und die Nadelgruppen in
Vliesdurchlaufrichtung aufeinanderfolgende Querreihen bilden, da
durch gekennzeichnet, daß die Nadeln (2) der Nadelgruppen zumin
dest der hinsichtlich der Vliesdurchlaufrichtung (6) auslaufsei
tig letzten Querreihe (10) eine geringere Anzahl an hakenartigen
Ansätzen (11) zur Fasermitnahme als die Nadeln (2) in den vorher
gehenden Querreihen (8) tragen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Nadeln (2) der Nadelgruppen wenigstens der beiden letzten
auslaufseitigen Querreihen (9, 10) eine geringere Anzahl an haken
artigen Ansätzen (11) als die übrigen Nadeln (2) aufweisen und
daß die Anzahl der hakenartigen Ansätze (11) gegen die letzte
Querreihe (10) hin reihenweise abnimmt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Anzahl der hakenartigen Ansätze (11) der Nadeln (2)
innerhalb der aus den Nadellängsreihen gebildeten Nadelgruppen
gegen die in Auslaufrichtung letzte Nadel (2) hin abnimmt.
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