DE4318260A1 - Kraftfahrzeug-Vorderwagen mit einem Antriebsaggregat - Google Patents
Kraftfahrzeug-Vorderwagen mit einem AntriebsaggregatInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Kraftfahrzeug-Vorderwagen gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bekanntlich beruht das allgemeine Prinzip eines wirksamen
Fahrzeug-Insassenschutzes bei einem Frontalaufprall des Fahr
zeugs auf einer Umsetzung von kinetischer Energie in Verfor
mungsarbeit durch entsprechende Deformation des Vorderwagens
des Fahrzeugs. Zu diesem Zweck wird der Vorderwagen bekannt
lich von vornherein so konstruiert (beispielsweise durch Vor
sehen von gesickten oder andersartig stauchbaren Trägerberei
chen), daß bei einem Frontalaufprall eine definierte, mög
lichst geschwindigkeitsabhängige Verformung des Vorderwagens
gewährleistet ist, die zu einer Verringerung der Verzögerung
des Fahrzeuginsassen führt. Dieses Ziel setzt jedoch eine hin
reichende Deformationslänge voraus, die durch im Vorderwagen
angeordnete starre Teile, insbesondere das Antriebsaggregat
des Fahrzeugs, in äußerst nachteiliger Weise verringert wird.
Besonders kritisch liegen die Verhältnisse bei einem sogenann
ten Offset-Crash, bei dem das Fahrzeug nur einseitig von sei
nem Unfallgegner belastet wird. In einem solchen Fall erfolgt
im wesentlichen nur im Bereich der von der Kollision betroffe
nen Fahrzeugseite eine Deformation, so daß in wesentlich ge
ringerem Grad als bei einem "symmetrischen" Frontaufprall die
gewünschte Umsetzung von kinetischer Energie in Verformungsar
beit auftritt.
Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, eine Vor
derwagen-Konstruktion anzugeben, die mit einfachen Mitteln
eine Erhöhung der definierten Energieumsetzung bei einem
Schrägaufprall sicherstellt.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht in den
kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1, vorteilhafte
Ausbildungen der Erfindung beschreiben die Unteransprüche.
Bei der Erfindung erfolgt also selbsttätig bei einer durch ei
nen Schrägaufprall verursachten Schrägstellung des vorderen
Querträgers des Fahrzeugs ein Querverschwenken des Antriebsag
gregats in Richtung auf die von der Kollision nicht betroffene
Seite des Fahrzeugs, so daß die durch das Aggregat hervorgeru
fene Behinderung der Verformung des Vorderwagens auf der von
der Kollision betroffenen Fahrzeugseite zumindest verringert
wird.
Wie die Ansprüche 8 und 9 besagen, können die verschiedenen
Lenkeranordnungen weitere Aufgaben im Crashfall übernehmen.
Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden
anhand der Zeichnung erläutert, die Draufsichten auf die im
Rahmen der Erfindung interessierenden Teile wiedergibt. Dabei
zeigen die
Fig. 1, 2, 3 u. 4 die Verhältnisse jeweils im Aus
gangszustand und bei einem Schräg
aufprall, während die
Fig. 5 u. 6 weitere Ausführungsmöglichkeiten
bei nicht deformiertem Fahrzeug
wiedergeben.
In den verschiedenen Figuren ist für das Antriebsaggregat,
hier bestehend aus Motor und Getriebe in Längsanordnung, das
Bezugszeichen 1, für den vorderen Querträger das Bezugszei
chen 2 und für den Spritzwandbereich das Bezugszeichen 3 ver
wendet.
Betrachtet man zunächst die Fig. 1 und 2, so erkennt man zwi
schen Querträger 2 und Antriebsaggregat 1 den Dreieckslen
ker 4, dessen Spitze bei 5, eine senkrecht verlaufende
Schwenkachse definierend, schwenkbar am Antriebsaggregat 1
angreift, während die Basis des Dreieckslenkers 4 am Quer
träger 2 befestigt ist.
Auch der rückwärtige Endbereich des Antriebsaggregats 1, also
das Getriebe, ist mittels eines weiteren Dreieckslenkers 6 mit
dem Spritzwandbereich 3 verbunden, jedoch ist hier die Spitze
des weiteren Dreieckslenkers 6, ebenfalls eine senkrechte
Schwenkachse definierend, bei 7 schwenkbar mit dem Spritzwand
bereich 3 verbunden, während die Basis des Dreieckslenkers am
Antriebsaggregat 1 liegt.
Betrachtet man nun anhand Fig. 2 das Verhalten dieses Aufbaus
bei einem seitlich versetzten Aufprall des Querträgers 2 auf
das Hindernis 8, so erfolgt eine Schwenkung des Querträgers 2
im Pfeilsinne, die infolge der Wirkung des Dreieckslenkers 4
und der schwenkbaren Anlenkung 7 des weiteren Dreieckslen
kers 6 eine Verschwenkung des Antriebsaggregats in Richtung
auf die nicht vom Aufprall betroffene Fahrzeugseite zur Folge
hat. Diese Schwenkbewegung, die selbstverständlich die Zerstö
rung von weiteren, insbesondere der Aufnahme des Gewichts des
Antriebsaggregats 1 dienenden Aggregatlagern zur Folge hat
bzw. voraussetzt, wird unterstützt durch die crashbedingte
Verringerung der Länge des Vorderwagens.
Die Verkürzung der Lenkeranordnungen in Fig. 2 gegenüber
Fig. 1 rührt daher, daß die Lenkeranordnungen 4 und 6 derart
angelenkt sind, daß sie beim Crash das Aggregat 1 nach unten
bewegt haben.
Auch in dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4 ist die
Verbindung zwischen Querträger 2 und Antriebsaggregat 1 durch
den Dreieckslenker 4 beibehalten. Zwischen Antriebsaggregat 1
und Spritzwandbereich 3 erkennt man demgegenüber eine weitere
Lenkeranordnung, die durch in diesem Ausführungsbeispiel zwei
parallele Stützen 10 und 11 gebildet ist, die jeweils mit den
Teilen 1 und 3 unter Bildung senkrecht verlaufender Schwenk
achsen schwenkbar verbunden sind.
Das Verhalten dieser Konstruktion bei einem Offset-Crash zeigt
Fig. 4: Während bei der anhand der Fig. 1 und 2 beschriebenen
Ausbildung der weiteren Lenkeranordnung 6 das Antriebsaggre
gat 1 um das Gelenk 7 verschwenkt wird, bewirkt die Anordnung
von parallelen Lenkern 10 und 11 (ggf. reicht auch ein Lenker;
es können auch mehr als zwei Lenker Einsatz finden) annähernd
eine Parallelverschiebung des Antriebsaggregats 1 in Richtung
auf die von der Kollision nicht betroffene Fahrzeugseite.
Während in den Ausführungsbeispielen nach den bisher beschrie
benen Figuren das Antriebsaggregat 1 durch die Lenkeranordnun
gen 4 schwenkbar mit dem vorderen Querträger 2 verbunden ist,
zeigen die Gestaltungen nach den Fig. 5 und 6 an dieser Stelle
schwenkstarre Verbindungen. In Fig. 5 findet sich ein Drei
eckslenker 12 in einer Horizontalebene, während in einer ande
ren Horizontalebene zwei parallel verlaufende Lenker 13 und 14
vorgesehen sind. Die Anlenkungen aller Streben am Querträger 2
definieren zwei senkrechte Schwenkachsen.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 schließlich finden sich
zwei gegenläufige Dreieckslenker 15 und 16, wiederum in unter
schiedlichen Horizontalebenen.
Beiden Konstruktionen ist gemeinsam, daß bei einer crashbe
dingten Schrägstellung des Querträgers 2 das Antriebsaggregat
mit seinem hinteren Ende, also hier dem Getriebe, relativ weit
seitlich verschwenkt wird.
Selbstverständlich ist es möglich, auch bei den Konstruktionen
nach den Fig. 5 und 6 weitere Lenkeranordnungen zwischen dem
Antriebsaggregat 1 einerseits und dem Spritzwandbereich ande
rerseits vorzusehen, die dann so ausgebildet sein müssen, daß
sie die beschriebene Verschwenkung des Antriebsaggregats 1 zu
lassen.
Mit der Erfindung ist demgemäß mit einfachen Mitteln eine Ver
größerung der bei einem Schrägaufprall zur Verfügung stehenden
Deformationslänge erzielt.
Claims (9)
1. Kraftfahrzeug-Vorderwagen mit einem zwischen einem vorde
ren Querträger und einem Spritzwandbereich angeordneten
Antriebsaggregat, dadurch gekennzeichnet, daß das An
triebsaggregat (1) mit dem Querträger (2) durch einen
Längsabstand zwischen ihnen überbrückende Lenkeranordnun
gen (4) zum selbsttätigen Schwenken des Antriebsaggre
gats (1) aus dem Aufprallbereich bei durch einen seitlich
versetzten Frontaufprall des Fahrzeugs verursachter
Schrägstellung des Querträgers (2) gekoppelt ist.
2. Vorderwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Lenkeranordnungen in Draufsicht einen mit seiner
Spitze gelenkig mit dem Antriebsaggregat (1) verbundenen
Dreieckslenker (4) bilden und zwischen Antriebsaggregat
(1) und Spritzwandbereich (3) eine Abstandsverringerungen
zwischen diesem und dem Antriebsaggregat (1) zulassende
weitere Lenkeranordnung (6) vorgesehen ist.
3. Vorderwagen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die weitere Lenkeranordnung in Draufsicht einen mit seiner
Spitze gelenkig am Spritzwandbereich (3) angreifenden wei
teren Dreieckslenker (6) bildet.
4. Vorderwagen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die weitere Lenkeranordnung einen oder mehrere gelenkig
sowohl am Spritzwandbereich (3) als auch am Antriebsaggre
gat (1) angreifende parallele Lenker (10, 11) enthält.
5. Vorderwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Lenkeranordnungen (12; 13, 14) als schwenkstarre Ver
bindung ausgebildet sind.
6. Vorderwagen nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch in un
terschiedlichen Horizontalebenen gegensinnig angeordnete
Dreieckslenker (15, 16).
7. Vorderwagen nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch in un
terschiedlichen Horizontalebenen angeordnete Dreieckslen
ker (12) und parallele Lenker (13, 14).
8. Vorderwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Lenkeranordnungen (4) und - sofern
vorhanden - die weitere Lenkeranordnung (6) derart ausge
bildet und angelenkt sind, daß sie bei crashbedingter Ver
ringerung des Abstands zwischen Querträger (2) und Spritz
wandbereich (3) das Antriebsaggregat (1) in Richtung nach
unten lenken.
9. Vorderwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeich
net durch deformierbare Lenkeranordnungen (4) und/oder
weitere Lenkeranordnung (6).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4318260A DE4318260C2 (de) | 1992-06-16 | 1993-06-02 | Kraftfahrzeug-Vorderwagen mit einem Antriebsaggregat |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4219603 | 1992-06-16 | ||
| DE4318260A DE4318260C2 (de) | 1992-06-16 | 1993-06-02 | Kraftfahrzeug-Vorderwagen mit einem Antriebsaggregat |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4318260A1 true DE4318260A1 (de) | 1993-12-23 |
| DE4318260C2 DE4318260C2 (de) | 2002-11-21 |
Family
ID=6461075
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4318260A Expired - Fee Related DE4318260C2 (de) | 1992-06-16 | 1993-06-02 | Kraftfahrzeug-Vorderwagen mit einem Antriebsaggregat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4318260C2 (de) |
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-
1993
- 1993-06-02 DE DE4318260A patent/DE4318260C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4318260C2 (de) | 2002-11-21 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| D2 | Grant after examination | ||
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