DE4313239A1 - Verfahren zur Durchführung von Tiefbauarbeiten - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung von
Bauarbeiten im Bereich der Sohle einer bestehenden Deponie.
Bei Deponien für Müll und anderen Abfällen besteht häufig
das Problem, daß die vorhandenen Einrichtungen zur Fassung
von Sickerwasser und Gas den Anforderungen nicht mehr genü
gen oder unbrauchbar geworden sind und daher einer Erneue
rung bedürfen. Ebenso treten bestehen Probleme mit der Dich
tigkeit der Deponiebasis, weil diese dem heutigen Stand der
Anforderungen an eine Basisabdichtung nicht genügt oder weil
sie durch standortbedingte Einflüsse schadhaft geworden ist.
Will man die genannten Drainage- und Abdichteinrichtungen
sanieren, so ist es häufig unvermeidlich, daß Bauarbeiten
auf der Deponiesohle durchgeführt werden müssen. Um dies zu
ermögliche, ist es notwendig, den Müllkörper einer Deponie
mit Hilfe von Schachtbauwerken zu durchdringen, die je nach
Höhe des Müllkörpers Tiefen von bis zu 30 m erreichen kön
nen. Die Herstellung solcher Schachtbauwerke in herkömmli
cher Grubenbauweise ist außerordentlich aufwendig und mit
einer Reihe von weiteren Nachteilen verbunden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Durchführung von Bauarbeiten im Bereich der Sohle einer
bestehenden Deponie anzugeben, das einfach durchführbar ist
und sich durch einen geringen Aufwand und ein hohes Maß an
Arbeitssicherheit auszeichnet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in
einem Abstand voneinander als verrohrte Großlochbohrungen
ausgeführte, begehbare Schächte bis auf die Deponiesohle
abgeteuft werden und daß diese Schächte in Höhe der Deponie
sohle durch einen begehbaren Tunnel zu einem durchgehenden
Arbeitsraum miteinander verbunden werden.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird mit Hilfe von
vergleichsweise kleinvolumigen Schächten, die durch Tunnel
abschnitte miteinander verbunden sind, im Bereich der Depo
niesohle ein ausreichend großer Arbeitsraum zur Durchführung
der anstehenden Baumaßnahmen geschaffen wird. Hierbei wird
durch die Ausführung der Schächte als verrohrte Großlochboh
rungen ein stabiler und sicherer Verbau erreicht und das
Volumen des erforderlichen Aushubs minimiert. Der Platzbe
darf der Baustelle auf der Deponie ist hierbei gering, so
daß auch eine eventuelle Störung des tatsächlichen Deponie
betriebes auf ein geringes Maß beschränkt werden kann. Ein
Ausgasen der Deponie wird weitgehend vermieden, da die ver
rohrten Schachtwände geschlossen sind. Entsprechend wird
auch ein unerwünschter Sauerstoffeintrag in die Deponie
gering gehalten. Eine erfindungsgemäß vorgesehene Bewette
rung des Arbeitsraums in Höhe der Deponiesohle läßt sich bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren durch die Anordnung der
Schächte sehr effektiv gestalten, da das zu bewetternde
Raumvolumen gering ist und der Strömungsweg eindeutig vor
gegeben ist. Auch eine eventuell notwendige Wasserhaltung
ist in den Schächten auf technisch einfache Weise durchführ
bar. Das Abteufen der Schächte kann vorteilhaft maschinell
durchgeführt werden. Lediglich im Bereich der Deponiesohle
werden die Schächte manuell abgeteuft, um eine Beschädigung
der Basisabdichtung der Deponie zu vermeiden.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich im besonderen
Maße für eine fortschreitende Durchführung von Sanierungs
arbeiten. So kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, daß nach
Beendigung der Bauarbeiten in dem von zwei Schächten und
einem Tunnelabschnitt gebildeten Arbeitsraum die Verrohrung
eines ersten Schachtes gezogen wird und auf der anderen
Seite des zweiten Schachts ein dritter verrohrter Schacht
abgeteuft und durch einen begehbaren Tunnel an den zweiten
Schacht angebunden wird. Auf diese Weise schließen die ein
zelnen Arbeitsräume in Höhe der Deponiesohle aneinander an,
während auf dem Deponiekörper Schachtöffnungen in einem
Abstand voneinander vorhanden sind. Mit dem bei dem Abteufen
des dritten Schachtes anfallenden Aushubmaterial kann der
erste Schacht wieder verfüllt werden, wenn dieser nicht
bestehen bleiben soll.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich ferner dazu, beim
Ziehen der Verrohrung der Schächte in bestimmten Abständen
Gasbrunnen auszubauen oder an geeigneten Stellen, beispiels
weise den Einmündungen von Drainagerohren in einen Haupt
sammler Kontrollschächte zu erstellen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spieles näher erläutert, das in der Zeichnung dargestellt
ist. Es zeigen
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Anordnung zweier mit
einem Tunnel verbundener Schächte zur Bildung
eines Arbeitsraumes für eine Sanierung von Sicker
wasserleitungen auf einer Deponiesohle mittels
Berstlining.
Fig. 2 einen Schnitt durch die Schachtanordnung gemäß
Fig. 1 entlang der Linie A-A.
Fig. 1 zeigt die Anordnung zweier durch verrohrte Großloch
bohrungen gebildeter Schächte 1, 2, die durch einen Depo
niekörper 3 bis auf eine Deponiesohle 4 abgeteuft worden
sind. Die Schächte 1, 2 sind begehbar und haben einen
Durchmesser von etwa 2,5 m. Ihr Mittenabstand beträgt etwa
5,5 m. Auf der Höhe der Deponiesohle 4 sind die beiden
Schächte l, 2 durch einen Tunnel 5 verbunden, der bergmän
nisch angefahren wird. Der Tunnel 5 ist ebenfalls begehbar
und hat eine Höhe von etwa 2,0 m und eine Breite von etwa
1,0 m. Um den Tunnel 5 herum ist der Deponiekörper 3 mittels
eingerammter Spieße 6 befestigt. Die Tunnelwände können
zusätzlich mit Platten abgestützt und abgedichtet sein. Die
beiden Schächte 1, 2 und der Tunnel 5 befinden sich unmit
telbar über einer beispielsweise aus Steinzeug-Drainrohren
bestehenden Drainageleitung 7, die auf einer Sohlenabdich
tung 8 verlegt und mit einem Kiesbett 9 abgedeckt ist.
Durch die beschriebene Anordnung der beiden durch den Tunnel
5 verbundenen Schächte 1, 2 wird über der Drainageleitung 7
ein Arbeitsraum geschaffen, der es ermöglicht, wie in Figur
l veranschaulicht, nach dem bekannten Berstlining-Verfahren
die Drainageleitung 7 zu erneuern. Hierzu werden die Stein
zeugrohre innerhalb des Arbeitsraumes ausgebaut. Anschlie
ßend wird ein neuer Rohrleitungsstrang 10, an dessen Ende
eine Berstlining-Rakete 11 befestigt ist, durch den Schacht
2 in den Arbeitsraum eingeführt und mit Hilfe der Berstli
ning-Rakete 11 unter gleichzeitiger Zerstörung der vorhan
denen Steinzeugrohre in denk vorhandenen Rohrkanal der Drai
nageleitung 7 eingezogen. Der Vortrieb wird hierbei durch
ein zuvor in die Drainageleitung 7 eingeführtes Zugseil 12
unterstützt. Das Zugseil 12 verläuft durch die Drainagelei
tung 7 zu einer in geeigneter Entfernung von den Schächten
1, 2 über der Drainageleitung 7 aufgebauten zweiten Schacht
anordnung oder zu einer neben der Deponie angeordneten End
grube und wird dort zu einer Winde geführt. Beim Einziehen
wird der Rohrleitungsstrang 10 an Führungsrollen 13 geführt,
die im Schacht 2 angeordnet sind. Auf dem Deponiekörper 3
sorgt ein Rollenwagen 14 für die Führung des Rohrleitungs
stanges.
Nachdem der Rohrstrang 10 in den einen in Fig. 1 links
dargestellten Abschnitt der Drainageleitung 7 eingezogen
ist, wird nach dem gleichen Verfahren über den Schacht 1 ein
weiterer Rohrleitungsstrang in den anderen, in Fig. 1 rec
hts dargestellten Abschnitt der Drainageleitung 7 eingezogen
und mit dem Rohrleitungsstrang 10 verbunden.
Während der Durchführung dieser Bauarbeiten wird der Ar
beitsraum bewettert, indem beispielsweise mit Hilfe eines
Gebläses dem Schacht 1 Frischluft zugeführt wird, die am Fuß
des Schachts 1 über den Tunnel 5 in den Schacht 2 gelangt
und durch diesen den Arbeitsraum wieder verläßt.
Nach Beendigung der Bauarbeiten wird die Verrohrung der
Schächte 1, 2 gezogen und die Schächte werden wieder mit
Deponiematerial verfüllt.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich auch zur Herstel
lung eines Hauptsammlers unter einer Deponie. Hierbei werden
nacheinander zwei verrohrte Schächte in einem Abstand von
ca. 7,5 m bis auf die Basisabdichtung abgeteuft und zwischen
den Schächten eine Tunnelverbindung hergestellt. Anschlie
ßend werden in dem so geschaffenen Arbeitsraum die Sammler
rohre in einem Rohrbett auf der Deponiesohle verlegt, mit
einer Kiesschüttung ummantelt und wieder verfüllt. Ist ein
Abschnitt des Hauptsammlers eingebaut, wird die Verrohrung
des ersten Schachtes gezogen und hinter dem zweiten Schacht
wird ein dritter Schacht abgeteuft, der wiederum über eine
Tunnelverbindung mit dem zweiten Schacht verbunden wird. Der
Ausbau des Hauptsammlers kann nun von dem zweiten Schacht
zum dritten Schacht erfolgen. In dieser Weise fortschreitend
wird der Rohrleitungsstrang des Sammlers erstellt.
Claims (4)
1. Verfahren zur Durchführung von Bauarbeiten im Bereich
der Sohle einer bestehenden Deponie, dadurch gekenn
zeichnet, daß in einem Abstand voneinander als verrohr
te Großlochbohrungen ausgeführte, begehbare Schächte
(1, 2) bis auf die Deponiesohle (4) abgeteuft werden
und daß diese Schächte (1, 2) in Höhe der Deponiesohle
(4) mit einem begehbaren Tunnel (5) zu einem durchge
henden Arbeitsraum miteinander verbunden werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Arbeitsraum in Höhe der Deponiesohle (4) durch die
Schächte (1, 2) bewettert wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Abteufen der Schächte
(1, 2) bis in die Nähe der Deponiesohle (4) maschinell
und unmittelbar über der Deponiesohle (4) manuell
durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß nach Beendigung der Bau
arbeiten in dem von zwei Schächten (1, 2) und einem
Tunnelabschnitt (5) gebildeten Arbeitsraum die Verroh
rung des ersten Schachts gezogen wird und auf der ande
ren Seite des zweiten Schachts ein dritter verrohrter
Schacht abgeteuft und durch einen begehbaren Tunnel mit
dem zweiten Schacht verbunden wird.
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