DE4303365A1 - Selbsttätig sperrendes Stellelement - Google Patents
Selbsttätig sperrendes StellelementInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein selbsttätig sperrendes
Stellelement mit einem Antrieb und einem in einem Führungs
gehäuse translatorisch zwischen zwei Endpositionen hin- und
herschiebbaren Stößel.
Derartige Stellelemente werden beispielsweise in Zentral
verriegelungsanlagen von Kraftfahrzeugen eingesetzt, bei
denen die Endstellungen des Stößels der Verriegelungs- und
Entriegelungsstellung des Schlosses entsprechen. Dabei sind
die Endstellungen selbsthaltend ausgebildet, d. h. die End
stellungen werden auch bei abgeschaltetem Antrieb solange
eingehalten, bis der Antrieb zur Verstellung des Stößels in
die entgegengesetzte Endstellung eingeschaltet wird. Die
Selbsthaltung wirkt üblicherweise aber nicht, wenn man über
die vorhandenen Handbetätigungseinrichtungen (Türgriff, Si
cherungskopf) eine gewaltsame Entriegelung vornehmen will.
Aus der DE 41 09 228 A1 ist für den vorgenannten Zweck ein
pneumatisches Stellelement bekanntgeworden, bei dem im Füh
rungsstutzen eine schwenkbare Sperrklinke vorgesehen ist,
die zum Eingriff in eine Ausnehmung des Stößels gebracht
wird, wenn der Stößel seine obere Endstellung errecht hat.
Es hat sich jedoch herausgestellt, daß bei äußerer Ge
waltanwendung die Sperrklinke im Stößel
verklemmen kann, so daß das Ausklinken mittels
Rückstellfeder nicht mehr gelingt und schließlich auch über
das Stellglied ein Entriegeln nicht mehr möglich ist.
Das gilt auch für das aus der DE 41 13 982 A1 bekanntgewor
dene pneumatische Stellelement, bei dem außer der Verklemm
gefahr noch ein hoher Wirkungsgradverlust der
Stößelstangenkraft beim bestimmungsgemäßen Gebrauch
bemängelt wird.
Es besteht somit die Aufgabe, ein selbsttätig sperrendes
Stellelement der eingangs genannten Art vorzuschlagen, das
die genannten Mängel nicht aufweist und das mit vertret
barem Aufwand realisierbar ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Stellelement vorgeschla
gen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
- - der Stößel zweiteilig mit einem antriebsseitigen Teil und einem abtriebsseitigen Teil ausgebildet ist,
- - beide Teile über einen Stift miteinander gekop pelt sind,
- - der während der Stellbewegung mittels einer ku lissenartigen Führung bei Erreichen wenigstens einer der Endpositionen in eine Sperrstellung verschiebbar ist, aus der er nur durch eine Bewe gung des antriebsseitigen Teils lösbar ist.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedan
kens ist vorgesehen, daß die kulissenartige Führung aus in
Bewegungsrichtung des Stößels verlaufenden Nuten mit recht
zur Bewegungsrichtung verlaufenden Langloch im antriebssei
tigen Teil und einem quer zur Bewegungsrichtung verlaufen
den Langloch im abtriebsseitigen Teil des Stößels bestehen
und daß ein gesonderter Kupplungsstift vorgesehen ist, der
die Langlöcher der beiden Teile des Stößels durchdringt und
dessen Enden in den Nuten des Gehäuses geführt sind.
Besonders zweckmäßig ist es, wenn im Gehäuse Nuten für zwei
Stifte vorgesehen sind, im abtriebsseitigen Teil zu einer
Mittelebene spiegelbildlich schräg zur Bewegungsrichtung
verlaufende Langlöcher ausgebildet sind und das abtriebs
seitige Teil eine die beiden Langlöcher quer zur Bewegungs
richtung überdeckendes Langloch aufweist.
Eine andere Ausführungsform des Erfindungsgedankens ist da
durch gekennzeichnet, daß das abtriebsseitige Teil des Stö
ßels senkrecht zum antriebsseitigen Teil des Stößels ge
führt ist, daß die kulissenartige Führung im antriebsseiti
gen Teil des Stößels ausgebildet ist und daß der abtriebs
seitige Teil eine Bohrung für den Stift aufweist.
Andere vorteilhafte Merkmale sind in den Ansprüchen 3, 4,
6, 8 und 9 beschrieben. Weitere Einzelheiten werden anhand
der in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
Fig. 1 zeigt in vereinfachter Darstellung eine erste
Ausführungsform des Erfindungsgedankens mit ge
trennten Bauteilen.
Fig. 2 zeigt die Ausführungsform gemäß Fig. 1 in zusam
mengesetztem Zustand.
Fig. 3 zeigt verschiedene Positionen einer Ausführungs
form nach Fig. 1 und 2.
Fig. 4 zeigt eine symmetrisch verdoppelte Ausführungs
form nach Fig. 1 und 2.
Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform mit rechtwinklig ab
knickendem Stellweg.
In Fig. 1 sind die vier Bauteile des erfindungsgemäßen
Stellelements in zwei senkrecht aufeinanderstehenden Teil
schnitten dargestellt. Der antriebsseitige Teil 1 des
Stößels ist mit einem schräg angeordneten Langloch 8 in den
beiden gabelförmigen Kupplungsstegen 11 versehen, während
das abtriebsseitige Teil 2 des Stößels ein quer zur
Bewegungsrichtung verlaufendes Langloch 9 in seinem mittig
angeordneten Kupplungssteg 10 besitzt. Zur Führung des
Stößels ist ein Gehäuse 4 vorgesehen, in dem beidseitig
eine in Bewegungsrichtung verlaufende Nut 5 mit
rechtwinklig abknickendem Endbereich 6 eingearbeitet ist,
in die die Enden 7 eines Stiftes 3 eingreifen.
Aus Fig. 2 ist ersichtlich, wie der Stift 3 die Langlöcher
8 und 9 in den Kupplungsstegen 10 und 11 der beiden Stößel
teile 1 und 2 durchsetzt und damit eine Kopplung dieser
Teile bewirkt. Durch das Zusammenspiel der Nuten 5 mit ih
ren rechtwinklig abknickenden Endbereichen 6 und der
Langlöcher 8 und 9 erfährt der Stift 3 eine Zwangsbewegung,
durch die er bei Erreichen der oberen Endposition in den
rechtwinklig abknickenden Endbereich 6 verschoben wird. In
dieser Position verhindert er ein Verschieben der Teile 1
und 2 nach unten, wenn der abtriebsseitige Teil 2 des Stö
ßels nach unten gedrückt wird. Geht die Stellkraft jedoch
vom antriebsseitigen Teil 1 des Stößels aus, dann wird der
Stift 3 während eines Leerhubs des Teils 1, der der verti
kalen Erstreckung des Langlochs 8 entspricht, zunächst im
Langloch 9 des Teils 2 quer zur Bewegungsrichtung des Stö
ßels verschoben, bevor er dann einer weiteren Abwärtsbewe
gung des Teils 1 folgen kann, wobei er sich unter Mitnahme
des Teils 2 längs der Nut 5 nach unten verschiebt.
Fig. 3 zeigt in weiter schematisierter Darstellung ver
schiedene Positionen der Teile 1 und 2, die zur Verdeutli
chung noch mit Markierungen S1 und S2 versehen sind. Im üb
rigen werden die gleichen Bezugsziffern wie in Fig. 1 und 2
verwendet.
Fig. 3a zeigt die Teile 1 und 2 in ihrer unteren Endstel
lung. Der Stift 3 nimmt dabei in der Nut 5 die unterste, im
Langloch 8 die oberste und im Langloch 9 die am weitesten
links liegende Position ein. Eine weitere Abwärtsbewegung
ist nicht möglich. Die Markierungen S1 und S2 haben ihren
"Normalabstand".
Wird nun der antriebsseitige Teil 1 nach oben verschoben,
so wird der abtriebsseitige Teil 2 über den Stift 3 mitge
nommen. Diese Bewegung setzt sich über die in Fig. 3b dar
gestellte Position bis in die Position gemäß Fig. 3c fort,
wobei die Markierungen den "Normalabstand" beibehalten. In
Fig. 3b sind noch die Wege Δx und Δy gekennzeichnet, die
im Zusammenhang mit der Fig. 3d näher erläutert werden.
Hat der Stift 3 gemäß Fig. 3c das obere Ende der Nut 5 er
reicht, ist eine weitere vertikale Bewegung nicht mehr mög
lich. Wird gleichwohl das antriebsseitige Teil 1 weiter
nach oben verschoben, wird über das Langloch 8 eine Quer
kraft auf den Stift 3 ausgeübt, der nunmehr im Langloch 9
und im rechtwinklig abknickenden Endbereich 6 geführt in
die in Fig. 3d dargestellte Position um Δx nach rechts
verschoben wird. Während dieser Bewegung vollführt der an
triebsseitige Teil 1 den Weg Δy. Dieser Weg entspricht der
Änderung des Abstandes der Markierungen S1 und S2, d. h.
dem Leerhub des Teils 1, um den Teil 1 relativ zu Teil 2 in
der Endphase der Aufwärtsbewegung verschoben wird. Ist die
Endposition gemäß Fig. 3d erreicht, kann Teil 2 durch äu
ßere Kräfte nicht nach unten gedrückt werden, weil der
Stift 3 keine Abwärtsbewegung vollführen kann, solange er
sich im Endbereich 6 der Nut 5 befindet. Aus dieser Posi
tion kann der Stift 3 nur nach links bewegt werden, wenn
das antriebsseitige Teil 1 nach unten verschoben wird, wo
bei zunächst ein Leerhub Δy stattfindet und der Stift 3
den Weg Δx nach links bewegt wird. (Fig. 3c). Bei weiterer
Abwärtsbewegung des Teils 1 wird anschließend das Teil 2
mitgenommen, bis schließlich wieder die Position gemäß Fig.
3a erreicht ist.
In Fig. 4 ist die Kulissenführung der Fig. 1 bis 3 symme
trisch verdoppelt, wobei die hinzugekommenen Teile 3′, 5′,
6′ und 8′ den Teilen 3, 5, 6 und 8 entsprechen. Diese etwas
aufwendigere Ausführungsform kann angewendet werden, wenn
innerhalb des gesamten Systems ein Ausgleich der Querkräfte
erreicht werden soll. Das Langloch 9 im abtriebsseitigen
Teil 2 wird zweckmäßigerweise nicht unterteilt, sondern
durchgehend ausgeführt.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 verläuft die Bewe
gungsrichtung des abtriebsseitigen Teils 12 senkrecht zu
der des antriebsseitigen Teils 17. Im Gehäuse 14 sind ent
sprechende Führungen vorgesehen. Das antriebsseitige Teil
17 weist zweckmäßigerweise zwei symmetrisch zur Mittelebene
angeordnete Kupplungsscheiben 19 auf, in denen kulissenar
tige Führungen in Form von Schlitzen mit einem schräg zu
beiden Bewegungsrichtungen verlaufenden Mittelbereich 15
und parallel zur Bewegungsrichtung des antriebsseitigen
Teils 17 verlaufenden Endbereichen ausgebildet sind. Das
abtriebsseitige Teil 12 liegt zwischen den Kupplungsschei
ben 19 und weist eine Bohrung 18 auf, über die es durch
einen Stift 13 mit den Kupplungsscheiben 19 verbunden ist.
Der Stift 13 wirkt sowohl in der dargestellten als auch in
der entgegengesetzten Endposition sperrend gegen ein
Verschieben des abtriebsseitigen Teils 12 bei äußerer
Kraftanwendung. Nur wenn die Krafteinleitung über das
antriebsseitige Teil 17 erfolgt, kann das abtriebsseitige
Teil 12 senkrecht zur Wirkungsrichtung des antriebsseitigen
Teils 17 bewegt werden, wobei letzteres im Bereich der
Endpositionen einen Leerhub ausführt, der sich vom Ende des
schräg verlaufenden Mittelbereichs 15 bis zum Mittelpunkt
der halbkreisförmig abschließenden Endbereiche 16
erstreckt.
Mit der Erfindung wird ein selbsttätig sperrendes Stellele
ment vorgeschlagen, das ohne nennenswerten Mehraufwand eine
mißbräuchliche Bewegung des abtriebsseitigen Stößelteils
verhindert, ohne daß ein Verklemmen befürchtet werden muß.
Claims (9)
1. Selbsttätig sperrendes Stellelement mit einem Antrieb
und einem in einem Führungsgehäuse (4) translatorisch zwi
schen zwei Endpositionen hin- und herschiebbaren Stößel,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - der Stößel zweiteilig mit einem antriebsseitigen Teil (1) und einem abtriebsseitigen Teil (2) aus gebildet ist,
- - beide Teile (1, 2) über einen Stift (3) miteinan der gekoppelt sind,
- - der während der Stellbewegung mittels einer kulissenartigen Führung bei Erreichen wenigstens einer der Endpositionen in eine Sperrstellung verschiebbar ist, aus der er nur durch eine Bewe gung des antriebsseitigen Teils (1) lösbar ist.
2. Stellelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die kulissenartige Führung aus in Bewegungsrichtung des
Stößels (1, 2) verlaufenden Nuten (5) mit rechtwinklig
abknickenden Endbereichen (6) im Gehäuse (4), einem schräg
zur Bewegungsrichtung verlaufenden Langloch (8) im an
triebsseitigen Teil (1) und einem quer zur Bewegungsrich
tung verlaufenden Langloch (9) im abtriebsseitigen Teil (2)
des Stößels bestehen und daß ein gesonderter Kupplungsstift
(3) vorgesehen ist, der die Langlöcher (8, 9) der beiden
Teile (1, 2) des Stößels durchdringt und dessen Enden (7)
in den Nuten (5) des Gehäuses (4) geführt sind.
3. Stellelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das abtriebsseitige Teil (2) des Stößels einen mittig
angeordneten Kupplungssteg (10) und ein quer zur Bewegungs
richtung verlaufendes Langloch (9) und das antriebsseitige
Teil (1) des Stößels zwei gabelförmig angeordnete Kupp
lungsstege (11) mit schräg zur Bewegungsrichtung verlaufen
den Langlöchern (8) aufweist.
4. Stellelement nach Anspruch 3, jedoch mit der Maßgabe,
daß das antriebsseitige Teil einen mittig angeordneten
Kupplungssteg und das abtriebsseitige Teil zwei gabelförmig
angeordnete Kupplungsstege aufweist.
5. Stellelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß im Gehäuse (4) Nuten (5, 5′) für zwei Stifte (3, 3′)
vorgesehen sind, daß im antriebsseitigen Teil (1) zwei zu
einer Mittelebene spiegelbildlich schräg zur Bewegungsrich
tung verlaufende Langlöcher (8, 8′) ausgebildet sind und
daß das abtriebsseitige Teil (2) ein die beiden Langlöcher
(8, 8′) quer zur Bewegungsrichtung überdeckendes Langloch
(9) aufweist.
6. Stellelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß es im übrigen gemäß Anspruch 3 oder 4 ausgebildet ist.
7. Stellelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das abtriebsseitige Teil (12) des Stößels senkrecht zum
antriebsseitigen Teil (17) des Stößels geführt ist, daß die
kulissenartige Führung (15, 16) im antriebsseitigen Teil
(17) des Stößels ausgebildet ist und daß der abtriebssei
tige Teil (12) eine Bohrung (18) für den Stift (3) auf
weist.
8. Stellelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der antriebsseitige Teil des Stößels zwei symmetrisch
zur Mittelebene angeordnete Kupplungsscheiben (19) mit
Schlitzen aufweist, die im Mittelbereich (15) schräg zur
Bewegungsrichtung beider Teile (12, 17) und in den Endbe
reichen (16) parallel zur Bewegungsrichtung des antriebs
seitigen Teils (17) verlaufen.
9. Stellelement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlitz (15, 16) im Mittelbereich unter einem Win
kel von < 0 bis < 90 Grad zur Bewegungsrichtung des
antriebsseitigen Teils (17) verläuft.
Priority Applications (1)
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| DE4303365A DE4303365B4 (de) | 1993-02-05 | 1993-02-05 | Selbsttätig sperrendes Stellelement |
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| DE4303365B4 DE4303365B4 (de) | 2006-05-04 |
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Family Applications (1)
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| DE4303365A Expired - Fee Related DE4303365B4 (de) | 1993-02-05 | 1993-02-05 | Selbsttätig sperrendes Stellelement |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE4303365B4 (de) |
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