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Fadenwächtervorrichtung für Spinnmaschinen. Die Erfindung bezieht
sich auf eine selbsttätige Vorrichtung, um eine Spinm-naschine bei Fadenbruch abzustellen.
Sie ist in b,zkannter Weise mit einem Wächter versehen, der bei Fadenbruch die beweglichen
Teile der Spirinmaschine stillsetzt. Es ist bekannt, daß beim Ausrücken und späteren
Wiedercinrükken der Maschine die Garnspannung nachläßt, was unerwünschte Tätigkeit
des Wächters und infAgedessen das Reißen des Garnstranges verursachen kann. -Derartigen
Vorkommnissen wurde schon -bisher dadurch vorgebeugt, daß die Fadenwächtervorrichtung
beim Anlassen der Maschine gesperrt und erst, nachdem das Garn seine normale Betriebsspannung
erlangt hat, wieder frcigegeben wird.
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Gegenstand der Erfindung ist eine derartige Verriegelvorrichtung für
den Wächter, und zwar wird gemäß der Erfindung der Fadenwächter in seiner Arbeitsstellung
beim Stillsetzen der Maschine durch eine selbsttätige Verriegelvorrichtung festgehalten
und beim Ingangsetzen der Maschine mittels einer ebenfalls selbsttätigen Verzögervorrichtung
erst einige Zeit nach dem Einrücken der Maschine freigegeben.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i die Hinteransicht auf die Ein- und Ausrückvorrichtung, Abb.
2 den zugehörigen Grundriß, Abb. 3 eine Einzelheit der Abb. i und 2, Abb.
4 den Querschnitt nach der Linie IV-IV der Abb. 2, Abb. 5 eine Einzelheit
der Abb. i, Abb. 6 eine Darstellung der abzusteHenden Spinnmaschine.
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Die Abb. 4 und 5 sind in größerem Maßstabe gehalten als die
Abb. i bis 3.
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Die Haupiantriebswelle i i trägt eine Festscheibe 12 und eine Losscheibe
13 für den Riemen 14. Ferner ist im Gestell i schwingbar eine Welle 5o gelagert,
die über den Seitenrahmen i an einem Endz der Maschine hinausreicht. Auf der Welle
5o ist mittels einer Schraube 51 eine Nabe 52 befestigt, die zwei Arme
53 und 54 trägt, welche in verschiedener Schräglage nach vorn oben gerichtet
sind (Abb. 6) und je einen Ansatz 53', 54' erkennen lassen,
von denen der eine, ,53', unter und der andere, 54', über den einen Arm
39 des Wächterhebels greift, deraxt, daß 'je hach der Einstellung
der Schwingwelle 5o entweder der obere Ansatz 54! das Verstellen des Armes
39 nach oben oder der untere Ansatz 5 3' das Verstellen des Armes
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nach unten verhindert. In der punktierten Stellung der Abb.
6 verhindert der Ansatz 541, ,daß der Fadenwächterhebel aus seiner mit vollen
Linien gezeichnetenArbeitsstellung ein-ZD ZD porschwingt. Gemäß der Erfindung soll
er erst dann freigegeben, also der Ansatz 54' aus der punktierten in die ausgezogen
gezeichnete Stellung gebracht werden, wenn die Spinnmaschine selbst schon eiai.ge
Zeit eingerückt ist und somit das Garn seine normale Betriebsspannung erlangt hat.
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Mittels einer zweiten Schraube 56 ist auf der Welle
50 ein Griff 57 befestigt, der nach vorn hinausragt und das Verstellen
der Welle 5o unmittelbar von Hand ermöglitlit, wobei dann der Hebelarm
39 durch den unteren Ansatz 53' erfaßt wird. Diese Einrichtung wird.
benutzt, wenn wegen einer plötzlichen Störung die Maschine von Hand sofort stillgesetzt
werden soll, während für gewöhnlich das Stillsetzen durch Verschieben des Antriebsriernens
geschieht.
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An dem aus dem Maschinenrahmen herausragenden Teil der Welle 5o sind
eine erste Scheibe 59 und eine zweite Scheibe 6o befestigt. Eine mit ihrem
einen Ende an der Scheibe 59 fes!gemachte und über die Scheibe
59 geführte Schnur trägt ein Gewicht 62,
hat also das Bestreben, die
Welle 5o im Sinne des Sinkens des Gewichtes 62 zu drehen. An der Scheibe
6o ist eine andere Schnur 63
befestigt, die unten über die Scheibe 6o läuft
und dann nach vom geht. In die Welle 5o ist, in der Nähe des Griffes 57,
nach unten gerichtet, ein Fangstift 64 eingesetzt, über welchen eine wagerechte
IGinke oder ein Haken 65, der schwingend im Gestell i gelagert ist, zu greifen
vermag.
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Durch Schrauben 69 ist mit dem Maschinenrahmen i ein Träger
68 verbunden, der durch eine an ihren Enden mittels der Schrauben
71-
und 72 gAältene schräge Strebe 70
abgestützt ist. An einem mit einer
schrägen Stirnfläche versehenen Ansatz 58 des Trägeis 68 ist' auf einem Zapfen
74 lose drehbax eine Rolle 73 gelagert, über welche die Schnur
63 läuft. Das Ende der Schnuir 63 ist durch eine Zugfeder
75 an das Ende 76 einer Stange 77 angeschlossen, die in bügelförmigen
Ansätzen 78 des Trägers 68 verschiebbar geführt ist. In der Verlängerung
der Stange 77 ist ebenfalls in bügelförniigen Ansätzen 7# des Trägers
68 eine zweite Stange 8o verschiebbar, mit der die Riemengabel Si zu einem
Stück vereinigt ist. Im Träger 68
ist bei 83 ein Hebel 82 gelagert,
der durcli eine Schli-.zführung 85, 86 mil der Stange 8o in Verbindung
s,eht, so daß sich die Schwingung des Hehels 82 in eine gerad:inige Bewegung
der Stange 8a umsetzt. Der'Hebel 92 trägt einen nach oben gerichteten Griff
87, mittels dessen der Riemen 14 unigerückt wird.
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Unterhalb der Welle 50 ist, ein wenig vor dieser, im Gestell
eine mit Gewinde 89 versehene Welle 88 gelagert, derart, daß sie sich
in ihrer 'Längsrichtung -nicht verschieben kann. Durch Vermittlung eines Riemen,-etriebes
129, 134 i3o wird die Welle 88 von der Welle i i aus angedreht- -Voni hinteren
gude der Stange 7.7 reicht nach unten ein anüegössener -Arm go, der mit seinem
hülsenförmigen Ende gi uin das Gewinde 89 der Welle 88 herumgreift,
ohne indessen selber Aluttergewinde zu enthalten; vielmehr trägt die Hülse gi eine
bei 93 angelenkte Klinke 92, die einen oder mehrexe Zähne 94 aufweist, mit
denen sie in das Gewinde 89 eingerückt werden kann. Eine Druckfeder
95
sucht die Klinke -9-- einzurücken oder eingerückt zu erhalten.
An einem arrnartigen Fortsatz 96 der Klinke 92 'ist eine FühruIngsrolle
98 gelagert, die in einer an einem Ansatz 99 der Strebe 7o befestigten
Führungsplatte ioo läuft. Diese ist mit Leitrippen iäi, io2 versehen. An der Rippe
io:z, ist bei 104 ein als Weiche dienendes Verlängerungsstück 103 angelenkt,
das durch eine Feder io5 an die Rippe ioi angedrückt, gehalten wird. Die Rippe io-i
verläuft oben wagerecht, -dann mit ihrem inneren Ende nach unten, ist kurvenförmig
wieder in ein wagerechtes Stück übergeführt und schließlich mit nochmaligem rundem
übergang nach unten gerichtet. Die Rolle- 98 m ird zwischen den Rippen ioi
und io2 unter Abwärtsdrückung des Verlängerungsstückes 103 - (Abb.
5,' gestrichelte Linien) durchgelassen. Hingegen versperrt ihr das Stück
103 den Rückweg, so daß sie an der Unterseite der Rippe L02 zurückzulaufen gezwungen
ist. Solange die Rolle 98 sich über der Rippe ioz bewegt, kann die Feder
95 die Klinke x)2 in das Ge. winde 98 eingerückt erhalten, während
bei der Bewegung der Rolle 98 unter der Rippe io2 das Gewinde ausgerückt
ist.
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An einem Zapfen iog auf dem inneTen-FÜhrungsansatz 79 ist eine
Feder iii ungehängt, die mit ihrem anderen Ende an einen Ansatzzapfen iio der Stange
77 angreift. Die Feder i i i ist stärker als . die. Feder
7 5.
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Wird mittels des Hebels 82 der Riemen 14 auf -die Losscheibe
i_3 geschoben, so nimmt die Stange 8o durch Anstoß die Stange 7-7
mit, und
die Welle 50 dreht sich unter Einfluß des Gewichtes 62 so, daß die
Ansätze 55 die Fadenwächlerstarrge 39 verriegeln. #Mährenddessen wird
die Hülse gi, während die Klinke 92 ausgerückt ist, längst des Ge-. windes
89 der Welle 89 verschoben, dAr. die -Rolle 98 bewegt
-sich unterhalb - der Weiche 103 und der Rippe .102. . -
Sobald
der Riemen voll auf der Losscheibe liegt, kommen samtliche -von der Hauptwelle ii
aus angetriebenen Maschinenteile, darunter auch dIe Welle 88, zum StiUstaiid. Das
Ausrückeü geht demgdmüß - rasch --voi sich.. Gegen Ende des Ausrückens-,Ist-die
Rolle i o 8, -unten an der _Rippe . r-m2- in #Abb. 5
en,lang
laufend, am rechten Ende dieser Rippe angelangt, so daß die Feder 95 frei
zu wirken vermag und die Zähne- 94 sich in das Gewinde 89 eimlegen-
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Bei der Zuräckverstellung des Hebels 82,
d.h. beim Umlegen des Riemens
von...der Losscheibe 13. auf die Festscheibe 14,1 ivird, indem die Feder iii-nachgibt,
die Stange 8o von der Stange 77 nach links, weggezägen. und die beweglichen
Teile der -Spinnmaschine einschließlich-der Welle 88 begjnnen iu'Iaufen.
Wegen. des Eingreifens der Zähne 94 wird die Klinke 91- samt. der Stange
77, entsprechend der Steigung -des Gewindes. 89,
langsam nach links
bewegt, so daß sich die Stange 7# der Stange 8o. wieder nähert, ahne indessen vollständig
mit ihr -zusainmenz-utreffen. Dabei läuft -die Leitrolle 98 -7-,1"ischen
der oberen Leitrippe ioi und der darunter beEndlichen Rippe io2 nach jinks-, bis
sie durch den heruntergedrückten Teil der - Rippe # i o i nach abwärts 'gedrückt
-wird;.# infolgedessen lauft die Leitrolle-98:4erh- die-Weiche :io-" und. die Zähne,
94 lösen. sich,-,äus ihrem Eingriff mit dem Gewinde ?9.- Sobald die 3tange
77 frei -.beweglich gewarde-n ist, wird sie von der Fb(#er -i i j
- -lais zum Anstößen an- das. Endender . Stangi 9,8 nach links herangezogen.
Die Herbeiführung einer' zusätzlichen, nämlich zur vorgängigen Verschraubung hinzukommenden
Bewegung durch die Feder iii ist notwendig, damit, nachdem die Klinke. 92-..vom
Gewinde 89 freigekommen
ist,. did- Leitrolle #8., die durchs
die Weiche io3 hindurchgetreten ist, über das linke Ende der Weichenzunge hin:auskommt,
worauf die Weiche unter der-Einwirkung der Feder io5 sich selbsttätig -schließt.
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Die Linksbewegung der Stange 77-. -veranlaßt zuerst durch den Verschraubungsvorgang
und dann durch die Zugkraft der Feder iii, verursacht durch Vermittlung der Feder
75
der Zugschnur 63 und der Scheibe 6o eine Teildrehung der Welle So
in dem Sinne, daß der Arm 54 angehoben und somit der Wächterhebel 39-freigegeben
wird. Natürlich muß die Feder 75 hinreichend kräftig sein, um durch Vürmittlung
der Schnur 63 die Scheibe 6o samt *der Welle So zu drehen und außerdem das
Gegengewicht 62 Unter VeT-mittlung der Scheibe 59 emporzuwinden. Dieses
Gegengewicht unterstützt später, wenn der Hebel 8z behufs Abstellens der Maschine
nach rechts gedreht wird, die Bewegung der Stange 77 nach rechts.
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Aus der gegebenen Darstellung ist exsicht-]ich, daß der Wächterhebel
39 beim -Abstellen der Maschine selbsttätig verriegelt und beim Anlassen
der Maschine ebenfalls selbsttätig, aber erst nach einer vorgeschriebenen Verzögerung,
freigegeben wird. -