DE437507C - Roentgenbild und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Roentgenbild und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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- G—PHYSICS
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Description
- Patentiert im Deutschen Reiche vom 16. Oktober 1925 ab. Die Deutung von Röntgenbildern setzt bei dem heutigen Stande der Technik besonders große Erfahrung des Arztes voraus, da die Unterschiede zwischen den verschiedenen durchleuchteten Stellen des Körpers auf dem Negativ nur in Abstufungen von durchsichtigen bis undurchsichtigen Schattierungen erscheinen.
- Eine viel genauere und leichtere Deutung eines Röntgenbildes läßt sich durch die im folgenden beschriebene Erfindung erzielen. Die Erfindung besteht darin, daß die auf einer Röntgenaufnahme befindlichen Gegenstände in Farben wiedergegeben werden, welche der Dichtigkeit oder der auf anderen Eigenschaften beruhenden Durchgängigkeit der Gegenstände für Röntgenstrahlen entsprechen. So erscheinen beispielsweise auf einer Lungenaufnahme die gesunden Gewebe der Lunge in anderer Farbe als die krankhaften Gewebe; Knochen erscheinen z. B. in fast natürlicher rötlichgelber Färbung mit plastischem Hervortreten ihrer Struktur; Vereiterungen am Knochen heben sich durch andere Farbe (z. B. gelblichbraun) deutlich ab. Die Diagnose ist dadurch wesentlich erleichtert und sicherer, da bei den bisher bekannten schwarzweißen Röntgenbildern (las Erkennen beispielsweise einer Eiterung recht schwierig war.
- Die Möglichkeit, durch Farben in der Röntgenaufnahme verschiedene nicht sichtbare Stoffe zu unterscheiden, hat weit über das Gebiet der Medizin hinaus Bedeutung und ermöglicht die verschiedensten Anwendungen, z. B. bei Materialuntersuchungen, Gesteinsuntersuchungen und den sonstigen .Gesteinsuntersuchungen der Röntgenstrahlen.
- Die Erfindung beruht auf folgender Erkenntnis des Erfinders Tränkt man ein Papier mit einer stark verdünnten alkoholischen oder wäßr igen Lösung von Ferriammoniumcitrat und Ferricyankalium (im Gegensatz zu der weit größeren Konzentration der bekannten Lichtpauslüssigkeit) und betupft man bestimmte Punkte dieses so lichtempfindlich gewordenen Papiers mit Sensibilisatoren, z. B. getrennt mit Eosin und Trypaflavin, so kann man feststellen, daß die mit Eosin betupften, zunächst roten Stellen sich bei gleicher Belichtungszeit schneller violett verfärben, als die mit der gelben Farbe des Trypaflavins als Sensibilisator bedeckten Stellen grünlich werden. Diese letztere Verfärbung tritt wieder schneller auf als die Blaufärbung derjenigen Steilen, die nur mit den lichtempfindlichen Stoffen getränkt sind. Hieraus hat der - Erfinder den Schluß gezogen, daß durch den Zusatz bestimmter Farbstoffe eine lichtempfindliche Unterlage derart verändert werden kann, daß bei gleicher Belichtungszeit verschiedene Stellen der Unterlage in reiner Abhängigkeit von der Intensität der Belichtung nicht hell und dunkel werden, sondern daß an den verschiedenen Stellen der lichtempfindlichen Unterlage verschiedene Farben auftreten. Diejenigen Stellen, die z. B. auf dem normalen schwarzweißen Silbersalznegativ am durchsichtigsten sind, werden sich mit einem Gemisch aller als Sensibilisatoren verwendeten Farbkomponenten bedecken, die beispielsweise eine hellrötlichgelbe bis rötlichgrüne Farbe ergeben; diejenigen Stellen des Negativs, die am wenigsten durchsichtig sind, bedecken sich mit violett bis blau, und zwischen diesen beiden Grenzfarben treten alle möglichen Übergänge und Farbtönungen auf.
- Faßt man die Entstehung des Röntgenbildes so auf, daß die Intensität der Belichtung der bekannten Platte während der Röntgenaufnahme als Ausdruck der quantitativ veränderten Strahlenmenge, welche den Körper verläßt, eine verschieden starke Umsetzung der Silberverbindung der bekannten Platte bedingt, so ergibt sich, daß bei der Be= arbeitung des Negativs mit den obenerwähnten Sensibilisatoren das Auftreten verschiedener Farben möglich ist und daß diese Farben in direktem Verhältnis zu den quantitativ veränderten Röntgenstrahlenmengen, welche den Körper verlassen, stehen. Die quantitative Veränderung der Röntgenstrahlen, welche den Körper verlassen, ist bedingt durch den Widerstand bzw. die Dichtigkeit oder die sonstige Beschaffenheit der Körperbestandteile, durch welche die Röntgenstrahlen dringen. Demgemäß wird der Widerstand bzw. die Dichtigkeit öder die sonstige Beschaffenheit der einzelnen Körperteile gegenüber den Röntgenstrahlen durch das obenerwähnte Verfahren in den drei Farben blau, rot, gelb, aus welchen sich alle Farben des normalen Spektrums herstellen lassen, ausgedrückt. Diese Farben, welche den Widerstand der Organe den Röntgenstrahlen gegenüber darstellen und welche auf der Platte bzw. dem Film negativ oder positiv auftreten, können zur Erleichterung der Diagnose auf einer besonderen Tafel abgebildet sein.
- Im folgenden sei ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben: Es wird zunächst eine verdünnte Lösung von z. B. 2o Prozent Ferriammoniumcitrat in Alkohol hergestellt. Zu dieser Lösung werden sodann in bestimmtem Verhältnis, z. B. 1/" Prozent, Farbstoffe hinzugefügt, und zwar rote und gelbe, beispielsweise 11Q Prozent Eosin und 1/6 Prozent Trypa$avin o. dgl., die sensibilisierend wirken. Es kann auch der entgegengesetzte Prozeß. benutzt werden, indem zweckmäßig Antisensibilisatoren, z. B. Methylenblau o. dgl., einer lichtempfindlichen Flüssigkeit zugefügt werden. Die Ferriammoniumcitratlösung ist zweckmäßig eine alkoholische, im Gegensatz zu den bekannten beim Lichtpausverfahren verwendeten Löe sungen. Diese Lösung kann man nun direkt auf die Schichtseite einer Glasplatte oder auf die Schichtseite eines Films oder auf Papier auftragen oder sie als Entwicklungsbad für die bereits fixierten Negative oder Positive benutzen. Außerdem wird eine alkoholische Lösung in bestimmter Konzentration von Ferricyankalium hergestellt. Im Dunkeln wird nun die erste Lösung und die zweite zusammengegossen. Mit diesem Gemisch können Papierstreifen, noch nicht benutzte übliche Platten oder Filme bestrichen oder getränkt werden. Dann wird die Aufnahme in üblicher Weise bewirkt, wie gewöhnlich entwickelt und fixiert, woraufhin die fixierte Unterlage nochmals dem Licht ausgesetzt wird und dann in Wasser gründlich ausgespült wird. Es können auch die bereits fixierten bekannten Negative oder Positive in dieses Entwicklungsbad auf kurze Zeit eingelegt werden und dann dem Licht ausgesetzt werden, bis diejenigen Farben auftreten, welche auf einer besonderen Tafel abgebildet sind oder den natürlichen Organfarben nahezu oder b:ewußt abweichend entsprechen. Sodann werden die Farbstoffreste wie die Reste des lichtempfindlichen Stoffes gründlich im -Dunkeln ausgewaschen. Sollten die entstandenen Farben noch nicht den gewünschten Farben entsprechen, so wird der ganze Vorgang, d. h. Entwicklungsbad, Belichtung; Auswaschen, so oft wiederholt, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist.
- Der der Ferriammoniumcitratlösung als Sensibilisator zugesetzte rote Farbstoff, z. B. Eosin, hat die Aufgabe, eine zeitlich schnellere Bläuung der lichtempfindlichen Unterlage bei der Belichtung hervorzurufen. Da aber die lichtempfindliche Lösung, die ursprünglich infolge des alkoholischen Zusatzes fast farblos ist, bei einer Belichtung infolge der starken Verdünnung sich hellblau färbt, so wird der rote Farbstoff, der als Sensibilisator wirkt, an und für sich aber intensiv rot ist, i mit dem bläulichen Farbton sich mischen und einen mehr oder minder stark violetten oder gar dunkelroten Farbton erzeugen in reiner Abhängigkeit von der Intensität der Belichtung (bei gleicher Belichtungszeit) und der i Durchsichtigkeit des fixierten Bildes. Außerdem ist noch ein gelber Farbstoff als Sensibilisator beigefügt, der eine gelbe bis grüne Färbung der Unterlage erzeugt.
- Der im Dunkeln erfolgende Zusatz einer i verdünnten alkoholischen Lösung von Ferricyankalium hat den Zweck, während der Belichtung gemeinschaftlich mit Ferriaminoniumcitrat j e nach der Konzentration eine mehr oder weniger starke Bläuung zu bedin- i: gen. Die Verdünnung hat den Zweck, die Intensität der blauen Färbung, die bei dem bekannten Lichtpausverfahren auftritt, abzuschwächen und so die Einwirkung der übrigen Farben zu ermöglichen. Nur .bei abgeschwächter Blaufärbung ist es möglich, andere Farbstoffe als Sensibilisatoren wirksam werden zu lassen.
- Bei der Färbung der Negative erweist es sich als zweckmäßig, stattverdünnterwäßriger Lösungen verdünnte alkoholische Lösungen zu verwenden, weil die alkoholischen Lösungen besser in die Gelatineschicht eindringen.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Röntgenbild, dadurch gekennzeichnet, daß die auf dem Bilde dargestellten Gegenstände in Farben wiedergegeben sind, welche der Dichtigkeit oder sonstigen Beschaffenheit der Gegenstände entsprechen.
- 2. Verfahren zur Erzeugung der farbigen Röntgenbilder nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die bekannten Silbersalze enthaltenden und in üblicher Weise zu belichtenden oder bereits belichteten, entwickelten und fixierten Unterlagen mit einer Lösung getränkt werden, welche aus einer lichtempfindlichen Komponente und verschiedenen Farbstoffen als Sensibilisatoren besteht.
- 3. Verfahren zur Erzeugung der farbigen Röntgenbilder nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mit der lichtempfindlichen, die Farbstoffe enthaltenden Lösung behandelte Unterlage dem Licht ausgesetzt und dann im Dunkeln ausgewaschen wird, woraufhin die ursprünglich schwarzweißen Töne in verschiedenen Farben gemäß der Dichtigkeit oder der sonstigen Beschaffenheit der Gegenstände erscheinen.
- 4.. Verfahren zur Erzeugung der farbigen Röntgenbilder nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als lichtempfindliche und zugleich abgeschwächt blaue Farbe erzeugende Komponente eine verdünnte alkoholische oder wäßrige Ferriammoniumcitratlösung und Ferricyankaliumlösung dient, welcher als Sensibilisatoren rote, gelbe und blaue Farbstoffe zugeführt sind.
- 5. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 4., dadurch gekennzeichnet, daß als roter Farbstoff Eosin, als gelber Farbstoff Trypaflavin dient, während Ferriammoncitratlösung und Ferricyankaliumlösung in den entsprechenden Verdünnungen abgestimmten, abgeschwächten blauen Farbstoff bilden.
Priority Applications (1)
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| DED49018D DE437507C (de) | 1925-10-16 | 1925-10-16 | Roentgenbild und Verfahren zu seiner Herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
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| DED49018D DE437507C (de) | 1925-10-16 | 1925-10-16 | Roentgenbild und Verfahren zu seiner Herstellung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE437507C true DE437507C (de) | 1926-11-22 |
Family
ID=7051598
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| DED49018D Expired DE437507C (de) | 1925-10-16 | 1925-10-16 | Roentgenbild und Verfahren zu seiner Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE437507C (de) |
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1925
- 1925-10-16 DE DED49018D patent/DE437507C/de not_active Expired
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