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Schleifen von Saiten, insbesondere Darmsaite-n. Die Maschinen zum
Schleifen von Saiten, insbesondere Darmsaiten, werden gegenwärtig nicht in der richtigen
Weise in Benutzung genommen, insofern, als das Schleifwerkzeug von vornherein für
die Saiten in den Abstand eingestellt wird, welcher der Dicke eines bestimmten Saitendurchmessers
angepaßt ist, oder aber die sich drehenden Saiten werden durch die mit dem Schleifmittel
versehenen Platten so gegeneinandergepreßt, daß die Saite an ihrer freien Umlaufbewegung
gehemmt wurde, wodurch die ihr im nassen Zustande gegebenen Windungen und die damit
verbundene Selbstverleimung nun beim Schleifen im trockenen Zustande mehr oder wenig
:er wieder gestört wird.
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Weil ferner die Verdickungen der ungeschliffenen Saiten keinen regelmäßigen
Verlauf besitzen, sondern vielfach mit Bezug auf die Längsachse der Saite einseitig
ausladen, d. h. eine exzentrische Lage einnehmen, führen die Saiten während ihrer
raschen Drehbewegungen Schwingungen aus, die zur Folge haben, daß auch schwache
Stellen der Saiten beim Eintreten und Verlassen der Schleifbacken angegriffen und
dünner geschliffen werden, als der eingestellte Werkzeugabstand es vorschreibt.
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Zur Vermeidung dieser Mängel erfolgt nach der Erfindung das Schleifen
der Saiten, wie anderweitig bekannt, in der Weise, daß sich die beiden längs der
sich um ihre Achse drehenden Saiten bewegten, den Arbeitsspalt bildenden Schleifwerkzeuge
(Schleifplatten) während des Schleifvorganges nur allmählich bis zur gewünschten
Endstellung nähern, derart, daß die Beistellung das zulässige Maß nicht überschreitet.
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Die Schleifplatten werden somit zum Beginn der Schleifarbeit so weit
voneinander abgestellt, daß bei der ersten Längsbewegung des Werkzeugschlittens
nur die gröbsten Verdickungen von den Saiten abgeschliffen werden und durch gleichförmiges
oder stoßweises Verengen des Arbeitsspaltes nach und nach der Abschliff der weiteren
Unebenheiten @erfolgt. Versuche- haben ergeben, daß diese Arbeitsweise nicht nur
ein weit besseres Erzeugnis ergibt, sondern daß auch eine erhebliche Verminderung
des Arbeitswiderstandes und, was noch wichtiger ist, auch eine Leistungssteigerung
eintritt, insofern, als die Zahl der Längsbewegungen des Werkzeugschlittens zum
gleichmäßigen Schleifen der Saiten verringert wird.
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Zur Ausführung des Verfahrens kommt vorteilhaft eine Maschine in Anwendung,
bei der das allmähliche Verengen des Arbeitsspaltes sich während der Schleifarbeit
selbsttätig vollzieht.
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Eine solche Maschine ist auf den beiliegenden Zeichnungen in den Abb.
i bis 7 in einigen unterschiedlichen Ausführungsformen beispielsweise dargestellt.
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Es zeigen die Abb. i und 2 den Werkzeugschlitten im Querschnitt und
Grundrißsc'hnitt, bei dem die selbsttätige Verengung des Arbeitsspaltes durch eine
nach jedem Arbeitshub zu schaltende Hubscheibe erfolgt, die Abb.3 den Querschnitt
des Werkzeugschlittens, bei dem der Arbeitsspalt nach Maßgabe einer Kurvenscheibe
verengt wird. Die Abb. q. zeigt den teilweisen Querschnitt des Werkzeugschlittens
mit einem der Verengung des Arbeitsspaltes dienenden längsverschiebbaren Keil. Die
Abb. 5 ist eine teilweise Draufsicht der Abb. q. D;ie Abb. 6 zeigt im Querschnitt
den Werkzeugschlitten mit durch eine Schraubenspindel zu verengendem Arbeitsspalt.
Die Abb. 7 zeigt in der Vorderansicht das zugehörige Sperrklinkengetriebe.
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Auf dem Maschinenbett a wird längs der sich ständig um ihre Achse
drehenden Saiten ein Schleifschlitten b geführt, der eine den zu schleifenden Saiten
als Schleifwerkzeug dienende (untere) Platte t in feststehender Anordnung trägt.
Parallel zu dieser Platte t wird die obere Schleifplatte c gehalten, die mittels
der Federn d in Richtung auf die Platte t bewegt und in dieser Bewegung durch Ansätze
g eines unten keilförmig gestalteten Zwischenstückes f begrenzt wird. Die Platte
c kann das Schleifwerkzeug selber darstellen
oder diesem beispielsweise
in Gestalt von Schmirgelpapier o. dgl. als Auflage dienen. Unter dem Zwischenstück
f wird ein quer zum Maschinenbett a verschiebbarer Keil e gehalten, an dem von dem
Schleifschlitten b ausgehende Federn r angreifen, die bei der Ausführungsform nach
den Abb. i und 2 in ihrer Wirkung dadurch begrenzt werden, daß eine an dem Keil
e befestigte Stellschraube h sieh gegen den Umfang eines Begrenzungsteiles in Gestalt
einer Spiralhubscheibe i legt. Mit der Hubscheibe i ist auf der gleichen Achse ein
Sperrad s befestigt, in dessen Zähne die Klinke m des in diesem Falle als Winkelhebel
ausgebildeten Schalthebels 1 einfällt. Im Bereiche des Schalthebels 1 sind, wie
bekannt, an beiden Enden der Bewegungsbahn des Schleifschlittens b Anschläge
n mit schräger Auflauffläche vorteilhaft verstellbar befestigt, so daß vor
jeder Bewegungsumkehr durch Auflaufen des Schalthebels l auf den entsprechenden
Anschlag tt durch Vermittlung der Schaltklinke m und des Schaltrades s die Hubscheibe
i eine entsprechende Teildrehung erhält und hierdurch der Keil e um ein entsprechendes
Maß unter dem Zwischenstück 1 hinweggezogen wird, das sich teils durch sein Eigengewicht,
teils durch Wirkung der Federn d um das vorgeschriebene Maß zur Verengung des Arbeitsspaltes
senkt. Damit das Zwischenstück f dieser Bewegung willig folgen kann, ist seine Führung
senkrecht zur Oberfläche des Keiles e gerichtet. Sobald sich der Arbeitsspalt um
das eingestellte Maß gesenkt hat, d. h. wenn die höchste Erhebung der Hubscheibe
i an der Stellschraube lt vorübergegangen ist, wird unter Benutzung der unvermeidlichen
Stufe k in der Spiralscheibe i
der Arbeitsspalt (s. Abb. 2) durch die
Zugfeder r plötzlich erweitert und damit der Schleifvorgang selbsttätig unterbrochen.
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Die Veränderung des Arbeitsspaltes erfolgt bei der Ausführungsform
nach A,bb.3 in angenähert gleicher Weise, nur mit dem Unterschied, daß eine mit
der Stirnfläche wirkende Hubscheibe i um eine wagerechte Achse p drehbar
Verwendung findet, die hinter ihrer höchsten Erhebung gleich der vorigen Hubscheibe
i eine Stufe k zur plötzlichen Unterbrechung des Schleifvorganges
besitzt, denn sobald die Stellschraube fi hinter die Stufe k einfällt, ziehen Federn
r den vorher nach auswärts verschobenen Keile wieder nach einwärts, so daß das Zwischenstück
f aufwärts verschoben und die Schleifplatte c unter Erweiterung des Arbeitsspaltes
entsprechend angehoben wird. Der auf die Keilfläche it auflaufende Schalthebel 1
mit der Schaltklinke in schwingt in diesem Falle um einen wagerechten Bolzen o.
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Der Begrenzungsteil i kann auch die Gestalt eines Keiles erhalten
(s. Abb.4 und 5). In diesem Falle wirkt das Schaltklinken.getriebe L, m mit
einer Zahnstange s zusammen, die mit dem Keil i in fester Verbindung steht.
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Bei der Ausführungsform nach Abb.6 und 7 ist die Stellspindel h durch
ihre Verlängerung h' und die Mutter u mit dem Stellkeil e verbunden, und die taktmäßige
Verschiebung des Stellkeiles e erfolgt durch ein über den Ansatz h" geschraubtes
Schaltrad s, dessen Zähne an entsprechender Stelle k um die Hublänge der Klinke
m unterbrochen sind, so daß an diesem Teile k die Weiterschaltung des Keiles e unterbleibt.