DE4343070A1 - Segelfahrzeug - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Segelfahrzeug für eine oder mehrere Personen,
das bei einfacher Bauweise und leichter Bedienbarkeit hohe Geschwindigkeiten
erreicht.
Segelfahrzeuge sind, bedingt durch die Summe aller ihrer Widerstände, nicht in
der Lage bestimmte Relativgeschwindigkeiten abhängig von ihrer Länge zu
überschreiten. Die Faustformel zur Berechnung der Höchstgeschwindigkeit kon
ventioneller Verdränger lautet Vmax = 2,43 × Wurzel aus der WL (wirksame
Wasserlinienlänge). Die. Höchstgeschwindigkeiten gleitfähiger Einrumpfboote
neuerer Bauweise kann mit 4-5 × Wurzel aus der WL und große Mehrrumpfboote
ca. 7-8 × Wurzel aus der WL berechnet werden. Moderne Windsurfbretter sind,
im Vergleich zu ihrer (Wasserlinien-)Länge, die derzeit schnellsten Segelfahrzeu
ge. Sie erzielen Faktoren von 28! Dies wird durch eine widerstandsarme und
effiziente Umsetzung der Windkraft erreicht.
Es sind bereits mehrere Versuche bekannt, einzelne Elemente der Windsurfbret
ter auf Segelboote zu übertragen. Solche Segelfahrzeuge sind z. B. bekannt aus
Deutschland (G 93 11 215.7), bei dem ein Surfrigg auf einen Bootskörper mit
Schwert und Ruder montiert ist. In keinem Fall konnten jedoch ähnlich hohe
Geschwindigkeitsbeiwerte wie bei Windsurfern erreicht werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Segelfahrzeug, das die zu hohen
Relativgeschwindigkeiten (bezogen auf die Wasserlinienlänge) führenden Kon
struktionsprinzipien eines Windsurfers auf Segelboote überträgt und das bei
einfacher Bauweise und Bedienbarkeit entsprechend hohe Relativgeschwindig
keiten erreichen kann. Ein Windsurfbrett kann deshalb so schnell werden, weil es
über eine plane, vorne aufgebogene Gleitfläche mit umlaufender Abrißkante
verfügt und ein nach achtern neigbares Rigg besitzt, das die Verschiebung des
Lateraldruckpunktes bei hohen Geschwindigkeiten kompensieren kann.
Erfindungsgemäß wird dies bei einem Segelfahrzeug obigen Typs dadurch
erreicht, daß der Rumpf eine plane, vorne aufgebogene Gleitfläche mit umlaufen
den Abrißkanten besitzt und das mit veränderlicher Verstagung ausgerüstete
Rigg des Bootes während der Fahrt weit nach hinten neigbar ist. Zusätzlich
sorgen ein spezieller Mastfuß, eine spezielle Mast-Gabelbaumverbindung und
ein am Heck auflaufsicher angehängtes Ruderblatt für die erfindungsgemäße
Funktion des Bootes. Diese Details sind aber auch von eigenständigem Wert und
bei anderen Booten nutzbar.
Ein erfindungsgemäßes Segelfahrzeug weist verschiedene Vorteile auf. Auf
grund der Gleitfläche mit Abrißkanten wird bei zunehmender Geschwindigkeit die
vom Wasser benetzte Oberfläche geringer und damit der Wasserwiderstand
reduziert, was wiederum zu einer Erhöhung der Geschwindigkeit führt. Die
während der Fahrt nach hinten neigbare Segelfläche ermöglicht dabei, Lateral
druckpunkt und Segeldruckpunkt stets optimal aufeinander abzustimmen, um so
schädliche (bremsende) Anstellwinkel oder Spin-outs der Ruderblattfläche zu
verhindern. Das elastisch aufgehängte und damit auflaufsichere Ruderblatt hat
den Vorteil, daß bei Grundberührungen mit hoher Geschwindigkeit die Havarie
gefahr stark verringert wird und daß sog. Beachstarts und das einfache Wieder
anlanden möglich wird. Die speziellen Beschläge am Mastfuß und Gabelbaum
ermöglichen die erfindungsgemäße Funktion und erlauben eine schnelle Monta
ge.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Beispiels und mit Bezug auf die
beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Abb. 1 Grundriß, Längsschnitt und perspektivische Darstellung der pla
nen Gleitfläche mit den scharfen Abrißkanten.
Abb. 2a und 2b Schematische Darstellung der Druckpunktwanderungen.
Abb. 3 perspektivische Darstellung des Segelfahrzeuges bei geringer
Fahrt.
Abb. 4 perspektivische Darstellung des Segelfahrzeuges bei hoher Fahrt.
Abb. 5 der Mastfuß.
Abb. 6 die Gabelbaumhalterung.
Abb. 7 das Ruderblatt in Segelstellung.
Abb. 8 das Ausschwenken des Ruderblattes bei Grundberührung.
Abb. 9 die angeformten Ausleger.
Abb. 10 die Zusatzsegel.
Abb. 11 die Abwandlung zum unkenterbaren Kielboot.
Abb. 12 die Abwandlung zum Mehrrumpfboot.
Abb. 1 zeigt eine Darstellung des Bootskörpers mit der erfindungsgemäßen
Gleitfläche. Bei einer Ausführungsform von 4,31 m Länge liegt die größte Breite
der Gleitfläche bei 50% der Bootslänge, das Längen-/Breitenverhältnis, der
Gleitfläche bei 4,9. Die Gesamtbreite des mit Auslegern (45, 46) nach Abb. 9
versehenen Bootes beträgt 1,42 m. Mittels dieser Ausleger (45, 46) wird trotz
geringer Bootslänge eine verhältnismäßig große Decksfläche geschaffen, die
zwei Personen genügend Bewegungsfreiheit gibt und die die Voraussetzungen
zur Abstagung des Riggs schafft, ohne das ideale Längen-/Breitenverhältniss der
Gleitfläche zu beeinflussen.
Die Heckbreite der Gleitfläche bei Punkt A ist mit 7,4% der Bootslänge deutlich
schmäler als von herkömmlichen Gleitjollen bzw. gleitfähigen Kielbooten. Das
schmale Heck stabilisiert die Gleitposition und verhindert, daß der dynamische
Auftrieb achtern bei hoher Fahrt zu groß wird und den Bug wieder ins Wasser
taucht.
Die plane Gleitfläche (1, 2) ist in der achteren Hälfte (1) gerade und in der vorderen
Hälfte (2) aufgebogen. Die Größe der Aufbiegung beträgt 4% der Gleitflächenlän
ge, die Krümmung der Kurve nimmt zum Bug hin zu. Dadurch ist im Gleitzustand
sichergestellt, daß beim Eintauchen des Buges ins Wasser der dynamische
Auftrieb vorne stark anwächst und das Boot wieder selbsttätig in die optimale
Gleitposition zurückgeführt wird.
Die rundumlaufende scharfe Abrißkante (3) verhindert den Coanda-Effekt, der
bei herkömmlichen Rundspantbootskörpern oder Knickspantern mit abgerunde
ten Kanten auftritt und der durch das Ansaugen des Wassers die benetzte
Oberfläche vergrößert.
Die Höhe der Rumpfseitenwände beträgt am Heck 0,11 m, in der Bootsmitte
0,16 m und am Bug 0,12 m. Zusätzlich kann durch die nahezu senkrechte Stellung
der Rumpfseitenwände im Zusammenhang mit den scharfen Abrißkanten (3) in
einem weiten Einsatzbereich auf ein Schwert verzichtet werden, da die ins
Wasser getauchten Bordwände als Lateralflächen wirken und so die Abdrift
reduzieren.
Das Volumen des Bootes in der bevorzugten Ausführungsform ist mit ca. 320 dm³
so bemessen, daß auch mit zwei schweren Personen und dem Gewicht des
kompletten Bootes noch Restauftrieb vorhanden ist.
In Abb. 2 ist die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Bootes schema
tisch dargestellt. Abb. 2a zeigt das Schiff bei wenig Wind und geringer Fahrt.
Der Lateraldruckpunkt (LD) liegt auf der Verbindungslinie von Rumpflateraldruck
punkt und Ruderblattlateraldruckpunkt. Der Mast wird bei diesen Bedingungen
aufrecht gefahren, so daß der Segeldruckpunkt (SD) über dem Lateraldruckpunkt
liegt und das Boot im Trimm ist. Der Rumpf ist über die ganze Länge benetzt und
es herrscht statischer Auftrieb vor. Die Mannschaft des Bootes befindet sich zur
Unterstützung des Längstrimms in der Mitte, bzw. im vorderen Teil des Bootes.
Abb. 2b zeigt das Boot bei mehr Wind und in Gleitfahrt. Die Mannschaft ist
im Trapez und hinten im Boot, der Mast ist weit nach hinten geneigt, der Bug wird
entlastet und das Segel schließt am Unterliek mit dem Deck ab. Durch die
Mastneigung nach achtern (Rake) wandert auch der Segeldruckpunkt nach
achtern und gleicht so die Verschiebung des Lateraldruckpunktes aus. Zusätzlich
reduziert sich durch das Schließen des Spaltes zwischen Unterliek und Deck der
vom Segel induzierte Widerstand, was zu einer Erhöhung des Vortriebs führt. Der
Segeldruckpunkt wandert durch die Neigung auch nach unten und es entsteht
weniger Krängungsmoment. Zum statischen Auftrieb des Rumpfes kommt in
dieser Konstellation zu einem großen Teil dynamischer Auftrieb, was die benetzte
Oberfläche und den Wasserwiderstand reduziert. Ca. 70-80% des Gesamtge
wichtes werden in der Phase der hohen Relativgeschwindigkeiten durch den
entstehenden dynamischen Auftrieb getragen und die vom Wasser benetzte
Oberfläche um mehr als 50% reduziert!
In der bevorzugten Ausführungsform beträgt die maximale Neigung der Segelflä
che nach achtern 27°, das Segel läuft am unteren Ende in einem Winkel von 65°
zu, um bei maximalem Rake(Neigung des Mastes nach achtern) das Abschließen
der Segelunterkante mit dem Deck zu gewährleisten.
Abb. 3 zeigt das erfindungsgemäße Segelboot schematisch in perspektivi
scher Darstellung bei geringer Fahrt und aufrechtem Rigg und die Anordnung
aller wichtigen erfindungsgemäßen Details.
Um die Massenträgheitsmomente, die entscheidend für die Geschwindigkeit und
das Segelverhalten sind, gering zu halten, ist eine Ausführungsform bevorzugt in
Kohlefaser-Sandwichbauweise und innen hohl auszuführen. Ebenso sollte der
Mast (4), der Gabelbaum (7) und das Segel (5) möglichst leicht und stabil sein,
um die Stampfbewegungen durch das verstagte Rigg auf ein Minimum zu
reduzieren. Für Mast (4) und Gabelbaum (7) bieten sich Kohlefaserrohre an, das
Segel (5) kann aus kohle- oder kevlarfaserverstärkter Mylar-Folie bestehen und
mit durchgehenden Segellatten aus Kohlefaser profiliert werden.
Der Mast (4) besteht aus einem konventionellen, aerodynamischen Profil und
nimmt das Segel (5) in einer Nut (44, siehe Abb. 5) für das Vorliek auf. Das
Segel wird mit einer Leine, die an einer Rolle am oberen Mastende umgelenkt
wird, gesetzt und geborgen. Der Mast sitzt am Fuß (6) auf einem in Abb. 5
ausführlich beschriebenen Gelenk. Dadurch ist leichte Montage, die Einstellung
des Rakes und die Drehbarkeit des Mastes um seine Hochachse gewährleistet.
Im unteren Drittel des Mastes ist der Gabelbaum (7) mittels eines in Abb. 6
eingehend beschriebenen Gelenkes (8) angebracht. Durch dieses Gelenk kann
der Gabelbaum alle bei der Montage und beim Segeln auftretenden Stellungen
zum Mast und Boot einnehmen und die Auf- und Abbauzeit wird verringert. Der
Gabelbaum hat gegenüber einem Großbaum den Vorteil, daß die Schotkräfte
geringer sind, weil das Profil des Segels durch Segelschnitt, Vorlieksspannung
und vorzugsweise durchgehende Segellatten gebildet wird. Zusätzlich kann das
Segel bei starker Neigung des Mastes mit dem Deck abschließen (siehe auch
Abb. 2b und 4), wodurch der induzierte Widerstand des Segels erheblich
verringert wird und schließlich ist die Verletzungsgefahr beim plötzlichen Über
kommen des Gabelbaums geringer, da er höher wie ein Großbaum angebracht
ist. Das Segel wird mit dem Schothorn (9) am achteren Ende des Gabelbaums
fixiert, ebenfalls die Großschot (10), die ausschließlich den Anstellwinkel des
Segels zum Wind kontrollieren soll.
Überhalb des Gabelbaums (7) ist die Verstagung am Mast angeschlagen. Es sind
zwei Wanten (11, 12), ein Vorstag (13) und die Trapezdrähte, die in einem Punkt
(14) zu der Aufhängung am Mastzusammenlaufen. Durch diese Aufhängung und
dem Drehpunkt am Mastfuß (6) ist es dem Mast möglich, sich nach einer Wende
oder Halse zusammen mit dem Segel in die neue Windrichtung zu drehen, um so
eine aerodynamisch günstige Position einzunehmen (Mast-Rotation).
Wanten (11, 12) und Vorstag (13) sind durch die erfindungsgemäße Verstellung
des Mastes in ihrer Länge variabel, so daß sich eine sehr flexible und durch die
spezielle Anordnung sehr leicht zu bedienende Verstellung des Mastes (4) nach
achtern ergibt. Der Rake ist zum Erreichen hoher Geschwindigkeiten nützlich, da
bei einmastigen Segelschiffen nur durch diese Maßnahme der Segeldruckpunkt
dem nach achtern verschobenen Lateraldruckpunkt bei hohen Gleitgeschwindig
keiten angeglichen werden kann. Zusätzlich wird das Segelprofil flacher ange
strömt und der Segeldruckpunkt wandert nach unten; beides Folgen des Rakes,
die der sich erhöhenden Luftkraft positiv entgegenwirken.
Die erfindungsgemäße Verstellung des Rake erfolgt asymmetrisch und zwar nur
auf der jeweiligen Luvseite, um dem Segel auf der Leeseite genügend Raum beim
Auffieren zu geben. Dazu läuft das Vorstag über eine Rolle (14) am Bug und endet
in einer elastischen Aufhängung (15). Die Vorspannung auf das Vorstag durch
die elastische Aufhängung (15) ist so hoch, das sie den Mast (4) bei Öffnung der
Schoten (10, 18) bei allen Windstärken wieder in die aufrechte Neutralstellung
zurückholt, um die Manöverierbarkeit des Bootes unter allen Umständen und
augenblicklich zu garantieren. Die Neutralstellung ergibt sich aus der Länge der
Wanten (11, 12) und den variablen Fußpunkten auf den Püttings (16, 17). Die
Neigung des Mastes (4) kann nun mittels der Rake-Schot (18) und der Rake-Talje
(19), die oberhalb des Wantfußpunktes auf den Püttings (16, 17) angreift oder
durch die Trapeze mit dem direkten Zug des Körpergewichts nach achtern
geneigt werden. In beiden Fällen wird die entstehende Lose der Want (11 bzw.
12) mit der Rake-Schot (18) durchgeholt und die Rake-Schot (18) in der Klemme
(20) fixiert. Ein loses Rigg könnte durch die auftretenden dynamischen Kräfte zu
einer Beschädigung der Gesamtstruktur führen. Bevorzugt auf kleineren Booten
ist die Rake-Schot (18) durchgehend, um beide Rake-Taljen (19) von der
jeweiligen Luvseite aus bedienen zu können.
Bei großen Booten ist die Rake-Talje (19) vorzugsweise als Hydraulik auszufüh
ren, um die hohen Kräfte einfacher zu kontrollieren. Da der Winkel des Rakes bei
verschiedenen Wind- und Trimmsituationen variieren kann, begrenzt ein ver
stellbarer Anschlag bestehend aus der Schot (21) und der Klemme (22) die
achterliche Neigung dem Mastes (4). Am Heck des Bootes ist das auflaufsichere
Ruder (23) angebracht, das in den Abb. 7 und 8 ausführlich beschrieben
wird.
Abb. 4 zeigt das erfindungsgemäße Boot in Gleitfahrt. Der Mast (4) ist mittels
der Rake-Schot (18) und der Rake-Talje (19) weit nach achtern geneigt, die
Dehnung der elastischen Aufhängung (15) durch die Schot (21) begrenzt und die
Großschot (10) dichtgeholt.
In Abb. 5 ist der erfindungsgemäße Mastfuß (6) detailliert dargestellt. Er
besteht aus der Grundplatte (24), die die Achse (25) parallel zur Schiffsquerachse
trägt. Auf ihr sitzt ein oben abgerundeter Zapfen (26), der das konisch ausge
höhlte, untere Mastende (27) aufnimmt. Mittels dieser Konstruktion kann sich der
Mast (4) in der Hochachse drehen, seitliche Neigungen in geringem Umfang
einnehmen und weit nach hinten gekippt werden. Zusätzlich wird das Aufriggen
erleichtert. Es müssen lediglich die Wanten (11, 12) angeschlagen, der Mast von
achtern auf den Zapfen (26) aufgeschoben und aufgerichtet, und das Vorstag (13)
angeschlagen werden. Die Vorspannung am Vorstag (13) durch die elastische
Aufhängung (15) verhindert dabei, daß der Mast (4) beim Segeln vom Zapfen (26)
herunterspringen kann. Ebenfalls in dieser Zeichnung ist die Mastnut (44)
erkennbar.
Abb. 6 zeigt die erfindungsgemäße gelenkige Verbindung (8) von Mast (4)
und Gabelbaum (7). Am Mast (4) vorne sind die Achslager (28, 29) fest ange
bracht. Das Gabelbaumachslager (32), der Bolzen (31) und der Achskörper (30)
mit den senkrecht aufeinanderstehenden Bohrungen sind fest am vorderen Ende
des Gabelbaums (7) fixiert. Zur Montage muß nur der Bolzen (33), vorzugsweise
ein Kugelsperrbolzen, durch die senkrechte Bohrung des Achskörpers (30) und
den Mastachslagern (28, 29) gesteckt werden. Durch diese Art und Weise der
Verbindung kann der Gabelbaum (7) alle beim Aufbau und beim Segeln erforder
lichen Stellungen zum Mast (4) einnehmen und ist innerhalb von Sekunden
montiert.
Abb. 7 zeigt das zum erfindungsgemäßen Segelboot gehörige, am Spiegel
des Bootskörpers angehängte Ruder (23) in seinen Einzelheiten. Das Ruderblatt
(34) ist am oberen Ende halbkreisförmig abgerundet und mit einer Bohrung (35)
versehen. Mit dem Bolzen (36) wird das Ruderblatt (34) im Ruderschaft (37)
fixiert, gleichzeitig um 90 Grad nach achtern drehbar gelagert und mit dem
elastischen Tau (38) in Segelstellung gehalten. Das elastische Tau (38) läuft dazu
durch die Kerbe (39) im Ruderblatt (34) und über die Rollen (40, 41), die beidseitig
des Ruderschaftes (37) angebracht sind, zur Klemme (42), die an der Unterseite
der Pinne (43) angebracht ist. Es ist somit jederzeit möglich die Rückholkraft auf
das Ruderblatt (34) zu reduzieren oder zu erhöhen.
In Abb. 8 ist dargestellt, wie das Ruderblatt (34) bei einem Auftreffen auf ein
Hinderniss unter Wasser nach hinten ausgeschwenkt wird. Nach dem Überfahren
des Hindernisses wird durch die Rückholkraft des elastischen Taues (38) das
Ruderblatt (34) automatisch wieder in die Segelstellung zurückgeholt. Analog
dazu ermöglicht diese Aufhängung auch den Start vom Strand aus und das
Wiederanlanden. In allen Fällen wird vermieden, daß bei Grundberührungen das
Ruder, eines seiner Teile oder das Boot beschädigt werden.
Es hat sich gezeigt daß für verschiedene Bedingungen und Segelgrößen auch
verschiedene Ruderblätter (34) optimal sind. Aus diesem Grund wird der Bolzen
(36) bevorzugt als Kugelsperrbolzen ausgeführt, um ein schnelles und einfaches
Wechseln des Ruderblattes (34) zu erreichen. Zum Wechseln wird einfach das
elastische Tau (38) aus der Kerbe (39) genommen, über die Pinne (43) gelegt und
der Kugelsperrbolzen (33) herausgezogen. Jetzt kann das Ruderblatt (34) nach
hinten aus dem Ruderschaft (37) herausgezogen und das neue wieder einge
schoben werden.
Abb. 9 zeigt die bevorzugte Anordnung von Auslegern (45, 46) am Rumpf.
Daraus ergeben sich folgende Vorteile: trotz schmalem Rumpf mit idealem
Längen-/Breitenverhältniss vergrößert sich die nutzbare Decksbreite und bei
Krängung erhöht sich durch das Eintauchen der Seitenvolumina die Querstabili
tät. Zusätzlich können die Wanten weiter außen angebracht werden, was die
möglichen Anstellwinkel des Segels (5) vergrößert und die Kräfte der Wanten (11,
12) auf den Bootskörper verringert. Bevorzugt ist das Deck mit einem flachen
durchgehenden und hinten offenem Cockpit (53) versehen, wodurch überkom
mendes Spritzwasser sofort wieder abfließen kann.
Abb. 10 zeigt die Ergänzung der Segels (5) durch Zusatzsegel (47, 48).
Windsurfer variieren die Segelgröße für die verschiedenen Windbedingungen
durch unterschiedlich große Segel. Bei dem erfindungsgemäßen Segelboot
bieten sich jedoch zum Großsegel (5) noch eine Fock (47) und ein Gennacker (48)
für leichtere Winde an. Für diese Kombinationen ist ein Steck- oder Klappschwert
(49) vorteilhaft, um der größeren Segelfläche auch eine größere Lateralfläche
entgegenzustellen. Bei sehr großen Booten ist auch eine Aufteilung der Segelflä
che auf mehrere Masten mit Segeln möglich.
In Abb. 11 ist die Möglichkeit, aus der erfindungsgemäßen Jolle ein
unkenterbares Kielboot zu entwickeln, dargestellt. Der Ballastkörper (50) sitzt am
unteren Ende einer schmalen Kielfläche (52), die kleiner als das feststehende
Ruder (51) ist, um den Lateraldruckpunkt nicht zu weit nach vorne zu verlagern.
Zusätzlich ist es vorteilhaft, einen Teil des Ballastes im Innern des Bootskörpers
als Innenballast zu fahren, um das Massenträgheitsmoment des Gesamtkörpers
zu konzentrieren.
Ebenso ist es zweckmäßig, große Boote mit wenig Besatzung mit Wasserballast
tanks auszurüsten, um zusätzlich aufrichtendes Moment für die jeweilige Trimm
situation zu erhalten.
Abb. 12 schließlich zeigt die Umsetzung der Erfindung auf einem Mehr
rumpfboot (Katamaran oder Trimaran). Auch hier ergeben sich durch die Anwen
dung aller erfindungsgemäßen Einzelheiten, gemäß den Abb. 1-8 u. 10
und den dazugehörigen Beschreibungen, deutliche Geschwindigkeitserhöhun
gen.
Claims (9)
1. Segelfahrzeug für eine oder mehrere Personen und hohe Geschwindigkeiten,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rumpf eine plane, vorne aufgebogene
Gleitfläche (1, 2) mit umlaufenden Abrißkanten (3) besitzt und daß das mit
veränderlicher Verstagung ausgerüstete Rigg (4, 5, 7) des Bootes während der
Fahrt weit nach hinten neigbar ist.
2. Segelfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mast (4)
mittels einer Rake-Talje bzw. Hydraulik (19) nach achtern geneigt und der Winkel
der Mastneigung durch eine Schot (21) begrenzt wird.
3. Segelfahrzeug nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Mastfuß (6) aus einer Grundplatte (24), einer Achse (25), einem oben abgerun
deten Zapfen (26) und dem konisch ausgehöhltem unteren Mastende (27)
besteht.
4. Segelfahrzeug nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mast-
Gabelbaum-Gelenk (8) zwischen Mast (4) und Gabelbaum (7) aus den Achslagern
(28, 29), die fest am Mast (4) sitzen und dem Achskörper (30), dem Bolzen (31)
und dem Achslager (32), die fest mit dem Gabelbaum (7) verbunden sind, besteht
und die Verbindung vorzugsweise durch einen Kugelsperrbolzen (33) hergestellt
wird.
5. Segelfahrzeug nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es über
ein angehängtes, durch ein elastisches Tau (38) in Segelstellung gehaltenes
Ruderblatt (34) verfügt, das vorzugsweise zum schnellen Auswechseln mit einem
Kugelsperrbolzen (36) gelagert ist.
6. Segelfahrzeug nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an beiden
Seiten des Bootskörpers Ausleger (45, 46) angeformt sind und ein flaches, hinten
offenes Cockpit (53) besitzt.
7. Segelfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß Zusatzsegel (47, 48) und ein Steck- bzw. Klappschwert (49)
gefahren wird, oder die Segelfläche auf mehrere Masten (4) aufgeteilt wird.
8. Segelfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein Ballastkörper (50) an einer schmalen Kielfläche (52) das Boot
unkenterbar macht, ein feststehendes Ruder (51) unter der Gleitfläche ange
bracht ist und ein Teil des Gesamtballastes als Innenballast gefahren wird.
9. Segelfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Bootskörper durch 2 oder 3 nebeneinander angebrachten
Rümpfen mit planen Gleitflächen (1, 2) und Abrißkanten (3) gebildet wird.
Priority Applications (1)
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| DE19934343070 DE4343070A1 (de) | 1993-12-16 | 1993-12-16 | Segelfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934343070 DE4343070A1 (de) | 1993-12-16 | 1993-12-16 | Segelfahrzeug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4343070A1 true DE4343070A1 (de) | 1995-06-22 |
Family
ID=6505270
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934343070 Ceased DE4343070A1 (de) | 1993-12-16 | 1993-12-16 | Segelfahrzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4343070A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2735747A1 (fr) * | 1995-06-23 | 1996-12-27 | Letort Regis | Greement semi-rigide pour engins nautiques a voile et engins nautiques comportant ce meme greement |
| WO1998003394A1 (en) * | 1996-07-23 | 1998-01-29 | Paul Muller | Collapsible boat |
| FR2770482A1 (fr) * | 1997-11-05 | 1999-05-07 | Rotomer | Multicoque a bras de liaison flexible |
| CN115014706A (zh) * | 2022-06-20 | 2022-09-06 | 西北工业大学 | 一种水下滑翔机拖曳试验模型连接与支承装置 |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US4121530A (en) * | 1977-06-13 | 1978-10-24 | Coast Catamaran Corp. | Mast base hinge for a sailboat |
| GB2030946A (en) * | 1978-10-06 | 1980-04-16 | Montgomery J | Rigging for a tiltable mast |
| EP0481897A1 (de) * | 1990-10-19 | 1992-04-22 | Naslin, François | Bewegbares Rigg für gleitende Segelboote und Segelboot versehen mit wenigstens einem Gleitrumpf und diesem Rigg |
| DE9311215U1 (de) * | 1992-08-27 | 1993-09-30 | Deutsch, Reinhard, 60486 Frankfurt | Segeljolle |
-
1993
- 1993-12-16 DE DE19934343070 patent/DE4343070A1/de not_active Ceased
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Non-Patent Citations (3)
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