DE4341753A1 - Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung - Google Patents
Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Werkzeugbetätigung und
-führung bei handlichen oder auch stationären elektrischen
Geräten, wie Stichsäge, Bohrhammer, Drehschlaghammer usw. die
in der Industrie, im Bauwesen, im Kleinhandwerk, sowie im
Haushalt, breiten Einsatz finden.
Bei diesen Geräten geht es um die oszillierende, im wesentli
chen geradlinige Führung des Werkzeugs, kombiniert mit Dreh-
und oft auch Pendelbewegungen. Dies wird, z. B. bei Stichsä
gen, dadurch erreicht, daß die Antriebswelle eines Elektromo
tors über einen Exzentermechanismus mit dem Werkzeughalter
gelenkig verbunden ist. Über diese klassische Vorrichtung er
folgt die geradlinige oszillierende Führung des Schneidewerk
zeugs (Stichbewegung). Gleichzeitig wird der Schneidewerk
zeughalter über eine ähnliche oder eine, eine Nockenwelle
aufweisende, amplitudeneinstellbare Vorrichtung in Querrich
tung bewegt (Pendelbewegung), so daß durch die Summierung der
beiden im wesentlichen senkrecht zueinander erfolgenden Be
wegungen jeder Punkt des Schneidewerkzeugs ellipsenähnliche
Bewegungen ausführt.
Diese Ausführung weist, neben Kompliziertheit und vielen Ver
schließteilen, eine "Starrheit" auf, erklärt dadurch, daß
beim Stoßen des Schneidewerkzeugs auf härtere Materialien,
die im bearbeiteten Werkstück enthalten sind (z. B. Nägel oder
Knorren im Holz, oder Armierung im Beton), oft sein Brechen
zur Folge haben. Ein weiteres Problem bei den Stichsägen ist
das Einstechen des Sägeblatts ins Material, um einen Aus
schnitt mitten im Werkstück zu machen. Meistens, und beson
ders bei dickerem Material, muß im voraus eine Bohrung ange
bracht werden, um dann an dieser Stelle das Sägeblatt anset
zen zu können.
Um Vibrationen und innere Belastungen der Teile der Geräte zu
dämpfen, wird bei manchen Bohrhämmern oder Meißelhämmern vom
erwähnten Exzentermechanismus in einem Zylinder über einen
Kolben ein zweiter Schlagkolben pneumatisch oszillierend be
wegt, so daß er auf ein Werkzeughalter schlägt, während der
letzte eine Drehbewegung ausführt. Diese Drehbewegung wird
über Zahnradübersetzungen aus dem Getriebe übergeleitet.
Durch das so bedingte Luftkissen im Zylinder wird das genan
nte Problem teilweise eingedämmt, jedoch auf Kosten einer
komplizierteren Konstruktion, erhöhten inneren Widerstands
und daher Energieaufwands.
Es liegt daher im Aufgabenbereich der Erfindung eine Werk
zeugbetätigungs- und -führungsanordnung mit einer vereinfach
ten Konstruktion zu entwickeln, die die Belastung des jewei
ligen Geräts und Werkzeugs an das bearbeitende Material oder
an Veränderungen in seinen Eigenschaften (Dicke, Dichte, Här
te, Elastizität usw.) anpaßt.
Dieser Aufgabestellung wird erfindungsgemäß dadurch entspro
chen, in dem der Rotor eines Elektromotors, seiner Längsachse
entlang, beweglich gelagert ist, wobei an der Welle dieses
Rotors ein Werkzeughalter angeordnet ist. Eine Steuereinheit
ist für die Längsführung und Positionierung des Rotors gegen
über dem Stator vorgesehen.
Als einfachste Möglichkeit zur Führung des Rotors wird seine
federnde Lagerung angesehen.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist die pneuma
tische Achsenführung des Rotors, wobei die Verbindung zwi
schen der Welle und der Steuereinheit gelenkig ist.
Als besonders vorteilhaft ist die elektromagnetische Ausfüh
rung der Steuereinheit anzusehen, bei der über entsprechende
Wicklungen dem Rotor gleichzeitig auch die Eigenschaften und
das Verhalten des Herzens eines Solenoids verliehen werden.
Diese Erfindung ermöglicht, daß etliche Teile und Knoten der
zur Zeit benutzten Geräte entfallen und somit die Übertragung
der Bewegungen und der Kräfte vom Getriebe zum Werkzeug, mit
allen daraus folgenden Vorteilen, kürzer wird. Außerdem, wird
der Werkzeughalter nicht starr zwangsgeführt. So wird der
Elektromotor, als solcher, mechanisch nicht belastet, sondern
es findet eine viel günstigere Verteilung der Kräfte auf das
ganze Gehäuse der Geräte statt. Weiterhin, führt die erhöhte
Beweglichkeit des Rotors zu einer verbesserten Kühlung des
Elektromotors und vereinfachter Ausgestaltung einer Vorrich
tung zum Wegblasen der sich bei der Arbeit der Werkzeuge er
gebenden Späne. Durch eine bewegliche, bevorzugt federnde,
Lagerung auch des Stators gegenüber dem Gehäuse ist eine noch
effektivere Vibrationsdämpfung gewährleistet. Selbstverständ
lich soll dabei die axiale Federung stärker als die radiale
sein.
Die Erfindung löst nicht nur die am Anfang hervorgehobenen
Probleme, sondern gibt eine Reihe zusätzlicher Möglichkeiten
zur Verbesserung und Kombinierung von Funktionen und Eigen
schaften. Durch die Möglichkeit Drehbewegungen, geradlinige
oszillierende und Pendelbewegungen beliebig zu kombinieren
sind auch neue Funktionen dieser Geräte realisierbar. Es wird
z. B. nicht erforderlich eine Bohrmaschine an das zu bearbei
tende Werkstück zu drücken, sondern lediglich beim Stützen an
der notwendigen Stelle wird sie sich allein in das Material
einbohren. Ein exakter Ansatzpunkt, sowie genaue Werkzeugfüh
rung, sind gewährleistet. Es ist auch möglich mit einem Gerät
verschiedene austauschbare oder kombinierte Werkzeuge zum
Bohren, Sägen, Feilen, Schleifen, Meißeln usw. zu betätigen,
wobei der Elektromotor auch zum Ausführen von nur Dreh- oder
geradlinigen oszillierenden Bewegungen gesteuert werden kann.
Dem Benutzer ist die Möglichkeit geschaffen, das Gerät belie
big zu bewegen und dadurch Ausschnitte und Bohrungen mit kom
plizierter Form und in verschiedenen Ebenen zu machen, sie
nachzubearbeiten, korrigieren oder einfach zu feilen. Es ist
ferner möglich gleichzeitig auch Schlagbewegungen durchzufüh
ren.
So schafft diese Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung
eine Grundlage, weitere Geräte und Instrumente zu koppeln und
zu kombinieren: Scheren, Messer, Nibbler, Meißel, Kolbenpum
pen usw.
Zwei Ausführungsbeispiele veranschaulichen vorteilhafte Kon
struktionen von Stichsägen und Bohrschlaghämmern nach der
Erfindung. In den beiliegenden Zeichnungen zeigt Fig. 1. eine
Stichsage mit sich drehend und stechend schneidendem Werk
zeug. Fig. 2. stellt einen Bohrschlaghammer mit sich drehend
und schlagend eindringendem Bohrwerkzeug dar.
Die Stichsäge besteht aus einem mit Handgriff (8 ) versehenem
Gehäuse (9), in dem ein Elektromotor (1) federnd unterge
bracht ist. Die Welle (2), und somit auch der Rotor (5) die
ses Elektromotors (1), ist achsenbeweglich gelagert. An
dieser Welle (2) ist ein Werkzeughalter (3) angeordnet. Eine
Steuereinheit (4) ist im Handgriff (8) angeordnet und mit
entsprechenden Wicklungen am Stator (6) und am Rotor (5) des
Elektromotors (1) verbunden, so daß dieser Rotor (5) kombi
nierte oder nur Dreh- und/oder geradlinige oszillierende Be
wegungen um und entlang seiner Längsachse ausführen kann. Als
Werkzeug ist am Werkzeughalter (3) eine "Stichstachelfeile"
(7) dargestellt.
Vor dem eigentlichen Stichsägen kann bei Notwendigkeit das
Gerät so gesteuert werden, daß der Werkzeughalter (3) nur
Drehbewegungen ausführt und somit die Stichstachelfeile (7)
ins Material eine Bohrung anbringt. Danach wird auch die ge
radlinige oszillierende Bewegung des Rotors (5) miteinge
schaltet und so durch kombiniertes Drehen und Stichsägen,
oder auch nur durch Stichsägen, kann z. B. einen Ausschnitt
mitten in einem Werkstück gemacht werden.
Der Bohrhammer hat prinzipiell die gleiche, jedoch stabilere
Konstruktion, da dem Rotor (5) auch noch die Rolle ei
ner Schlagvorrichtung zugeschrieben ist. Der Rotor (5) und
der Werkzeughalter (3) sind unabhängig voneinander im Gehäuse
(9) gelagert, wobei die Welle (2) des Rotors (5) längsgezahnt
und in einer entsprechend gezahnten Bohrung (10) im Schaft
(11) des Werkzeughalters (3) geführt ist. Der Werkzeughalter
(3) ist drehbar und entlang seiner Längsachse beweglich gela
gert. Der Boden der Bohrung (10) im Werkzeughalter (3) bildet
eine Anschlagfläche (12) für die Welle (2) des Rotors (5).
Als Arbeitswerkzeug (7) am Werkzeughalter (3) ist ein Stein
bohrer (7) dargestellt.
Durch die Drehbewegung des Rotors (5) wird der Werkzeughalter
(3) über die gezahnte Führung der Welle (2) mitgedreht. Die
geradlinige oszillierende Bewegung des Rotors (5) endet mit
Schlägen seiner Welle (2) an der Anschlagfläche (12) in der
Bohrung (10) im Schaft (11) des Werkzeughalters (3).
Claims (10)
1. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung, bestehend aus
einem Elektromotor (1), an dessen Antriebswelle (2) ein
austauschbarer Werkzeughalter (3) angeordnet ist und aus
einer Steuereinheit (4), dadurch gekennzeichnet,
- - daß der Rotor (5) des Elektromotors (1), seiner Längs achse entlang, beweglich gelagert ist und
- - daß die Steuereinheit (4) zur Führung dieses Rotors (5) entlang seiner Längsachse, sowie zur Positionierung ge genüber dem Stator (6) des Elektromotors (1) mitbe stimmt ist.
2. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (4)
pneumatisch ist und gelenkig mit der Welle (2) des Rotors
(5) verbunden ist.
3. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (4)
elektromagnetisch oder elektronisch ist und über entspre
chende Wicklungen dem Rotor (5) die Eigenschaften und das
Verhalten des Herzens eines Solenoids mitverleiht.
4. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach den Ansprüchen
1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß auch die
Drehbewegung des Rotors (5) über die Steuereinheit (4) be
einflußbar ist.
5. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach den vor
hergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuereinheit (4) bezüglich Frequenz, Amplitude, Drehzah
len usw. einstellbar ist.
6. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach den vor
hergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuereinheit (4) zur Führung verschiedener arbeitsspezi
fischer Werkzeuge (7) einstellbar und umschaltbar ist.
7. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach den vor
hergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der
Werkzeughalter (3) gelenkig mit der Antriebswelle (2) des
Elektromotors (1) verbunden ist.
8. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach Anspruch
7, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelstellung der
Achsen des Werkzeughalters (3) und der Welle (2) des Elek
tromotors (1) über eine zweite Steuereinheit bestimmbar
und umschaltbar ist.
9. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach den vor
hergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der
Elektromotor (1) Federstützen (13) aufweist.
10. Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung nach Anspruch
9, dadurch gekennzeichnet, daß die Federstützen (13) in
axialer Richtung stärker als die in radialer Richtung
sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934341753 DE4341753A1 (de) | 1993-12-08 | 1993-12-08 | Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19934341753 DE4341753A1 (de) | 1993-12-08 | 1993-12-08 | Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4341753A1 true DE4341753A1 (de) | 1995-06-14 |
Family
ID=6504425
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934341753 Withdrawn DE4341753A1 (de) | 1993-12-08 | 1993-12-08 | Werkzeugbetätigungs- und -führungsanordnung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4341753A1 (de) |
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-
1993
- 1993-12-08 DE DE19934341753 patent/DE4341753A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |