DE4239929A1 - Verfahren zum automatischen Einstellen einer Heizungsanlage auf Sommer- oder Winterbetrieb - Google Patents
Verfahren zum automatischen Einstellen einer Heizungsanlage auf Sommer- oder WinterbetriebInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentan
spruches 1.
Bei Heizungsanlagen gehört die Umschaltung von Sommer- auf Winterbetrieb und
umgekehrt zum altbekannten Stand der Technik. Während des Sommerbetriebes
ist die Anlage abgestellt. Ein Einschalten des Brenners erfolgt nur, um bei Be
darf Brauchwasser aufzuheizen. Während des Winterbetriebes ist die Anlage hin
gegen eingeschaltet. Es wird Wärme zu Heizzwecken zur Verfügung gestellt.
Außer der bekannten Umschaltung von Hand ist auch eine automatische Um
schaltung möglich. So beschreibt die DE 30 46 369 C2 ein Verfahren zum Re
geln einer Heizungsanlage, bei dem beim Überschreiten einer festgelegten, kei
nen weiteren Bedarf an Heizwärme erfordernden Außentemperatur die Heizungs
anlage selbsttätig abgeschaltet wird. Dieses selbsttätige Abschalten entspricht
im Grunde dem erwähnten Umschalten vom Winter- auf den Sommerbetrieb, bei
dem dann nur noch in speziellen Bedarfsfällen der Brenner eingeschaltet wird.
Sobald die festgelegte Außentemperatur dann wieder unterschritten wird, wird
die Heizungsanlage wieder eingeschaltet, d. h. es erfolgt das Umschalten vom
Sommer- auf den Winterbetrieb.
Die bekannten Umstellverfahren gehen von einem starren Schwellwertschalter
aus. Es wird ein bestimmter Temperaturwert festgelegt, bei dem der Schaltvor
gang abläuft. Das ist wohl weniger aufwendig als das Umschalten von Hand. Es
trifft auch den genaueren Umschaltzeitpunkt als es durch ein aktives Handeln
des Betreibers zu erreichen ist. Es berücksichtigt aber nicht in allen Fällen die
tatsächlichen Gegebenheiten, wie sie im Wohnraum vorliegen und wie sie vom
Betreiber zu den unterschiedlichsten Zeitpunkten eines Tages gewünscht sind.
Ein starrer Schwellwertschalter erlaubt es nicht, die Entscheidung zum Um
schalten der menschlichen Vorstellungsweise in Anlehnung an die tatsächlich em
pfundenen Bedürfnisse anzupassen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein automatisches Umschalten von
einer Betriebsart auf die andere genau zu dem den Bedürfnissen entsprechenden
Zeitpunkt zu schaffen. Dadurch soll ein möglichst energiesparender Betrieb der
Anlage geschaffen werden und gleichzeitig der notwendige Komfort durch Ein
haltung der richtigen Raumtemperatur zum richtigen Zeitpunkt gesichert sein.
Das erfindungsgemäße Verfahren besteht in der Anwendung der im Kennzeichen
des Patentanspruches 1 genannten Maßnahmen.
Die gemessenen Temperaturwerte dienen nicht mehr unmittelbar als Größen zum
Umschalten. Sie werden vielmehr in Fuzzygrößen in einem Wertebereich zwi
schen 0 und 1 umgewandelt. Das geschieht in einem Regelwerk, dem die aktuel
len Werte der Außen- und Raumtemperatur sowie deren Mittel- und Sollwerte
zugeführt werden. Die Fuzzygrößen dienen als Maß für das Heizbedürfnis. Ein
Regelwerksschalter bildet dann aus ihnen eine binäre Ausgangsgröße für den
Schaltvorgang. Soweit von einem einstellbaren Schwellwert ausgehend die Fuzzy
größen zum Wert 0 tendieren, erfolgt die Einstellung auf Sommerbetrieb. Ten
dieren sie zum Wert 1, dann wird der Winterbetrieb eingestellt. Dieser Vorgang
ist per Definition auch umkehrbar.
Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß der
Schaltvorgang durch das Fuzzifizieren der Absolutwerte der menschlichen Ent
scheidungsweise angepaßt wird. Es erfolgt nicht einfach ein Schalten, sondern
ein gewisses Abwägen, ob der Schaltvorgang auch notwendig ist. Dabei ist es
von besonderer Bedeutung, daß tageszeitlich unterschiedliche Entscheidungsstrate
gien möglich sind, wie sie mit den bisherigen, starren Schwellwertschaltern
nicht durchzuführen waren. Zu diesem Zweck empfiehlt es sich, das Regelwerk
in mehrere, zu unterschiedlichen Tageszeiten wirkende Regelwerksteile aufzu
gliedern und in jedem Regelwerk die in dieser Zeitspanne angemessene Entschei
dung fällen zu lassen. Dabei erfolgt dann die Umschaltung auf die einzelnen
Regelwerksteile durch den Regelwerksschalter zu bestimmten Tageszeiten. Auch
diese Umschaltung kann über gebildete Fuzzygrößen erfolgen, um einen weichen
Übergang von einem Regelwerksteil auf ein anderes zu erzielen.
Es empfiehlt sich, drei Regelwerksteile vorzusehen. Ein erstes ist während der
täglichen Zeitphase am Ende der Nachtabsenkung aktiv. In dieser Phase muß
entschieden werden, ob überhaupt geheizt werden muß, d. h. ob eine Einstellung
auf Winterbetrieb zu erfolgen hat. Diese Zeitphase mit dem ersten Regelwerks
teil in Aktion endet kurz nach dem Ablauf der eingestellten Nachtabsenkung.
Während des normalen Tagesbetriebes ist das zweite Regelwerksteil aktiviert. Es
hat zu entscheiden, ob eine Umschaltung vom Sommer- zum Winterbetrieb oder
vom Winter- zum Sommerbetrieb erfolgen muß. Schließlich gibt es noch eine
dritte Zeitphase vor dem Beginn der erneuten Nachtabsenkung, in der das dritte
Regelwerksteil aktiviert wird. Während dieser Tageszeit sinkt die Außentempera
tur ab. Ein Schaltvorgang in Richtung des Sommerbetriebes wie während der
Tagesphase ist hier nicht mehr angebracht. Es wird nur noch entschieden, ob die
Anlage auf Heizbetrieb eingestellt werden soll. Wesentlich in allen drei Tages
phasen ist dabei die Tatsache, daß die Steuerung in Abhängigkeit von den abso
luten Werten über die in den Regelwerksteilen gebildeten Fuzzygrößen erfolgt.
In der Zeitphase des normalen Tagesbetriebes mit einer gegenläufigen Schalt
möglichkeit auf Sommer- bzw. Winterbetrieb darf keine Direktregelung der
Raumtemperatur durch das zugeordnete Regelwerksteil erfolgen. Das Regelwerk
darf nicht auf kurzfristige Temperaturschwankungen reagieren und die Anlage
im Wechsel ein- und ausschalten. Vielmehr müssen langfristige Entscheidungen in
Richtung Sommer- oder Winterbetrieb mit gültigem Bestand gefällt werden. Um
dieses zu erreichen, werden zum Einstellen des Sommer- bzw. Winterbetriebes
unterschiedliche Regelsätze mit einem Abstand zwischen beiden Schaltpunkten
verwendet. Nach dem Abschalten einer Betriebsart ist eine weitere Veränderung
der Umstände erforderlich, um die andere Betriebsart einzuschalten.
Der Betreiber muß grundsätzlich die Möglichkeit haben, das Einstellen des
Sommer- bzw. Winterbetriebes zu beeinflussen. Das geschieht über den verstell
baren Schwellwert im Regelwerksschalter. Wird er stärker zum Wert 0 hin ver
stellt, dann erfolgt ein bevorzugtes Einstellen der diesem Wert zugeordneten
Betriebsweise. Bei einem Verstellen zum Wert 1 hin ist das Gegenteil der Fall.
Will der Betreiber von Hand eine Einstellung auf Sommer- oder Winterbetrieb
vornehmen, dann muß er nur den Schwellwert auf die Endwerte 0 bzw. 1 ein
stellen. In diesem Fall ist die automatische Umschaltung überbrückt.
Die Zeichnung stellt in einer einzigen Figur den schematischen Aufbau einer
Regelvorrichtung zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens dar.
Ein Regelwerk R aus drei Regelwerksteilen R1, R2, R3 wandelt eingehende
Temperaturwerte in Fuzzygrößen in einem Wertebereich zwischen 0 und 1 um.
In Abhängigkeit von der Tageszeit t aktiviert ein Regelwerksschalter RS eines
der Regelwerksteile R1 oder R2 oder R3. Die erhaltenen Fuzzygrößen wandelt
er in eine binäre Ausgangsgröße für einen Schaltvorgang im Sinne des Winterbe
triebes oder während des üblichen Tagesbetriebes auch im Sinne des Sommerbe
triebes um. Durch einen Schwellwertschalter S kann der Schaltvorgang beeinflußt
oder bei einer Einstellung auf 0 oder 1 gar auf Sommer- oder Winterbetrieb
fixiert werden.
Claims (5)
1. Verfahren zum automatischen Einstellen einer Heizungsanlage auf Sommer- oder
Winterbetrieb in Abhängigkeit von der Außen- und Raumtemperatur oder
daraus abgeleiteten Größen,
dadurch gekennzeichnet, daß die aktuellen Temperaturwerte in einem Regelwerk
(R) in Fuzzygrößen in einem Wartebereich zwischen 0 und 1 umgewandelt
werden,
und daß ein Regelwerksschalter (RS) aus diesen Größen eine binäre Ausgangs
größe für den Schaltvorgang bildet, und zwar von einem einstellbaren Schwell
wert ausgehend bei zum Wert 0 tendierenden Fuzzygrößen im Sinne des Som
merbetriebes (oder Winterbetriebes) und bei zum Wert 1 tendierenden Fuzzy
größen im Sinne des Winterbetriebes (oder Sommerbetriebes).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Regelwerksschalter (RS) in dem aus mehreren
Regelwerksteilen (R1, R2, R3) bestehenden Regelwerk (R) zu unterschiedlichen
Tageszeiten das jeweils zugeordnete Regelwerksteil (R1 oder R2 oder R3) akti
viert und von diesem die gebildeten Fuzzygrößen zum Auslösen des Schaltvor
ganges erhält.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Aufteilung des Regelwerkes (R) in drei
Regelwerksteile (R1-R3) das erste (R1) in der täglichen Zeitphase um die Been
digung der Nachtabsenkung, das zweite (R2) während des üblichen Tagesbetriebes
und das dritte (R3) vor dem Beginn der erneuten Nachtabsenkung aktiviert wird
und daß in der ersten und dritten Zeitphase durch den Regelwerksschalter (RS)
nur ein Schaltvorgang im Sinne des Winterbetriebes und in der zweiten Zeitphase
ein Schaltvorgang im Sinne des Sommer- oder Winterbetriebes auslösbar ist.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß in der zweiten Zeitphase unterschiedliche Regel
sätze mit einer Hysterese zwischen beiden Schaltpunkten die Schaltvorgänge im
Sinne des Sommer- oder Winterbetriebes auslösen.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schwellwert im Regelwerksschalter (RS) von
den Werten 0 bis 1 frei einstellbar und damit das automatische Einstellen auf
Sommer- oder Winterbetrieb beeinflußt oder bei einer Einstellung auf die Werte
0 oder 1 festgelegt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4239929A DE4239929C2 (de) | 1992-11-27 | 1992-11-27 | Verfahren zum automatischen Einstellen einer Heizungsanlage auf Sommer- oder Winterbetrieb |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4239929A DE4239929C2 (de) | 1992-11-27 | 1992-11-27 | Verfahren zum automatischen Einstellen einer Heizungsanlage auf Sommer- oder Winterbetrieb |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4239929A1 true DE4239929A1 (de) | 1994-06-01 |
| DE4239929C2 DE4239929C2 (de) | 1998-01-15 |
Family
ID=6473816
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4239929A Expired - Fee Related DE4239929C2 (de) | 1992-11-27 | 1992-11-27 | Verfahren zum automatischen Einstellen einer Heizungsanlage auf Sommer- oder Winterbetrieb |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4239929C2 (de) |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4239929C2 (de) | 1998-01-15 |
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