DE4230863C2 - Eintragsvorrichtung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Eintragsvorrichtung zum
Einbringen eines Mediums durch eine Öffnung in einer Wand
eines von Wänden begrenzten Raumes mit einem rohrartigen
Eintragskörper und einem den Eintragskörper aufnehmenden
Lager, wobei das Austrittsende des Eintragskörpers
ausgehend vom Lager frei durch die Wand geführt ist.
Derartige Eintragsvorrichtungen werden beispielsweise in
Verbrennungsanlagen zur Entschwefelung und Entstickung von
Rauchgasen eingesetzt, wobei körnige und gasförmige
Additive wie Kalk und Ammoniak in einen von Rauchgasen
durchströmten Kessel oder Rauchgaskanal eingedüst werden.
Des weiteren ergeben sich Einsatzmöglichkeiten beim Eintrag
von Klärschlamm in Müllverbrennungsanlagen, beim Eintrag
von Inertmaterial in Wirbelschichtfeuerungen und beim
Eintrag von Luft, Additiven und Wasser in Anlagen zur
Wasseraufbereitung.
Aus der DE 37 02 561 C2 ist eine Eintragsvorrichtung in Form
einer Rohrdüse zum Einbringen eines Reaktionsmittels in ein
heißes Gas bekannt, das durch einen von Wänden begrenzten
Reaktionsraum strömt. Die Rohrdüse ist frei durch die aus
Flossenrohren und Mauerwerk aufgebaute Wand geführt und an
ihrem Einlaßende in eine mit der Wand starr verbundenen
Flanschverbindung eingeklemmt.
Beim Betrieb dieser Düse erweist es sich als nachteilig,
daß nur ein einziger in Ausströmrichtung der mit der Wand
starr verbundenen Düse gelegener und damit festgelegter
Bereich innerhalb des Raumes beaufschlagt werden kann.
Verlagern sich die für die Reaktion günstigen Bedingungen
in einen anderen Bereich des Raumes, beispielsweise das für
die Reaktion eines einzudüsenden Additives mit einem heißen
Rauchgas günstige Temperaturfenster innerhalb des Kessels
durch Änderung der Kessellast, ist eine optimale
Reaktionsausbeute nicht mehr möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die
gattungsgemäße Eintragsvorrichtung derart
weiterzuentwickeln, daß das einzutragende Medium
unterschiedlichen Bereichen innerhalb des Raumes zuführbar
ist.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Eintragskörper
schwenkbar gelagert ist. Durch diese konstruktive Lösung
ist es möglich, den Eintragskörper auch dann auf die
hinsichtlich der dort herrschenden Bedingungen als günstig
zu erachtenden Zone innerhalb des Raumes zu richten, wenn
deren Lage innerhalb des Raumes gegenüber vorheriger
Festlegung abweicht oder sich aufgrund unterschiedlicher
Betriebsbedingungen verlagert, wobei das einzutragende
Medium dorthin nachgeführt werden kann.
Beim Einblasen eines Additives in einen Kessel einer
Feuerungsanlage kann mit der erfindungsgemäßen
Eintragsvorrichtung das für die Reaktion des Additives mit
den Schadstoffen der durch den Kessel strömenden Rauchgase
günstige Temperaturfenster gefunden werden, womit durch
bestmögliche Einbindung des Additives eine Verbesserung der
Mengenbilanz und damit ein wirtschaftlicheres Verfahren
erreicht wird.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung wird dadurch
erreicht, daß der Eintragskörper mittels einer Kugel
gelagert ist, wobei die Oberfläche des Eintragskörpers über
eine Teillänge als Kugel ausgebildet ist und die Kugel
zwischen zwei parallel und fluchtend zueinander
ausgerichteten kreisringförmigen Scheiben geklemmt ist,
deren Innendurchmesser kleiner als der Durchmesser der
Kugel sind, wobei eine Scheibe fest positioniert und die
andere Scheibe bewegbar ist.
Durch diese Ausführung ist die Eintragsvorrichtung
sphärisch ausrichtbar und kann stufenlos auf die
entsprechende Zone des Raumes ausgerichtet werden. Nach dem
Ausrichten des Eintragskörpers wird dieser durch Verspannen
des als Kugel ausgebildeten Teils des Eintragskörpers
arretiert.
Des weiteren ist es von Vorteil, daß das Lager in die
Öffnung eingelassen ist, wobei die Scheiben von sich zur
Außenseite der Wand aufweitenden Trichtern gehalten sind.
Dadurch ist eine genaue Positionierung des Eintragskörpers
bei gleichmäßiger Verspannung sichergestellt.
Von Vorteil ist es auch, daß der die fest positionierte
Scheibe haltende Trichter in der Wand verankert ist. Durch
die Verankerung des Trichters in der Wand ist die für die
Aufnahme der Kugel als Festlager wirkende Scheibe stabil
innerhalb der Wandöffnung angebracht.
Ferner ist es zweckmäßig, daß die Trichter an ihren
aufgeweiteten Enden mittels einer Flanschverbindung
miteinander verbunden sind und zwischen den Flanschringen
ein verformbares, vorzugsweise elastisches Dichtelement
angebracht ist. Durch die Verflanschung ist es möglich, den
Eintragskörper in der gewählten Position von außerhalb der
Wand auf einfache Weise und mit hoher Spannkraft zu
verklemmen bzw. auf einfache Weise den Eintragskörper zu
lösen, um ihn in eine andere Position zu schwenken. Während
des Verschwenkens des Eintragskörpers dichtet das
Dichtelement den Raum gegenüber der Umgebung ab.
Es ist ebenfalls von Vorteil, daß die Innenflächen der
Scheiben entsprechend der Kugeloberfläche konkav
ausgebildet sind. Die Innenflächen der Scheiben sind so
konkav ausgebildet, daß sie genau jeweils einen Sektor der
Oberfläche der Kugel abdecken. Beim Verspannen der Kugel
verteilt sich der Druck auf die gesammte Innenfläche,
wodurch es auch nach mehrmaligem Verspannen nicht zur
Beschädigung der Kugeloberfläche durch Preßmarken kommt.
Zudem wird durch den konkav ausgebildeten Kugelsitz die
Abdichtung des Raumes zur Umgebung verbessert.
Die Erfindung soll nun anhand der beigefügten Figur, die
die Eintragsvorrichtung im Längsschnitt zeigt, näher
erläutert werden.
In einem von einem heißen Rauchgas R durchströmten Raum 1,
beispielsweise einem Feuerraum oder einem Rauchgaskanal
einer Feuerungsanlage, ist in einer Öffnung 2 einer aus
Flossenrohren 3 und die Flossenrohre 3 einseitig
beschichtenden feuerfesten Stampfmasse 4 aufgebauten Wand 5
eine Eintragsvorrichtung 6 gelagert.
Es ist auch in einem hier nicht dargestellten
Ausführungsbeispiel vorgesehen, eine Wand mit mehreren
Öffnungen zu versehen, in denen jeweils eine
Eintragsvorrichtung gelagert ist oder auch in einer sich
lang erstreckenden Öffnung mehrere Eintragsvorrichtungen zu
lagern.
Die Eintragsvorrichtung 6 besteht aus einem die Öffnung 2
durchsetzenden und in den Raum 1 mündenden Eintragskörper
7, durch den ein Medium M, beispielsweise Ammoniak zur
Entstickung oder Kalkmehl zur Entschwefelung der Rauchgase
R, in den Raum 1 eingedüst wird.
Der Eintragskörper 7 ist aus einem rohrfömigen
Eintrittsende 7a, einer an das Eintrittsende 7a
anschließenden und einen durchstömbaren Durchlaß
aufweisenden Kugel 7b und einem mit dem Eintrittsende 7a
und dem Durchlaß fluchtenden, an die Kugel 7b
angeschlossenen rohrförmigen Austrittsende 7c aufgebaut.
Der durchströmbare Querschnitt des Eintragskörpers 7
verjüngt sich in Durchströmrichtung über eine Teillänge des
Eintragskörpers 7.
In der Figur ist der Eintragskörper 7 einteilig ausgeführt.
Es ist aber auch in einer nicht dargestellten
Ausführungsform vorgesehen, den Eintragskörper 7 mehrteilig
entsprechend der zuvor bezeichneten Einzelheiten
auszuführen, die beispielsweise durch Schweißen oder Löten
zusammengefügt werden. Unterliegt das Austrittsende 7c
einer hohen Verschleißwirkung, ist es von Vorteil, dieses
durch eine lösbare Verbindung, beispielsweise einer
Schraubverbindung, austauschbar anzufügen. Aus
fertigungstechnischen Gründen kann es auch von Vorteil
sein, die Kugel 7b mit an ihr angeformten rohrförmigen
Zapfen aus einem Werkstück zu fertigen, wobei ein Zapfen
das Austrittsende 7c bildet und der andere Zapfen mit dem
Eintrittsende 7a verbunden ist.
Die Kugel 7b ist auch Bestandteil eines die
Eintragsvorrichtung 7 sphärisch schwenkbar lagernden
Kugellagers 8 und wird zwischen zwei kreisringförmigen
Scheiben 9, 10 gehalten, wobei die dem Raum 1 näher liegende
Scheibe 9 parallel zur Wand 5 ausgerichtet und fest in der
Wand positioniert ist und die andere Scheibe 10 parallel
und fluchtend zu der fest positionierten Scheibe 9
ausgerichtet bewegbar angeordnet ist. Zur Arretierung des
Eintragskörpers 7 unter einem vorgegebenen Schwenkwinkel α
wird die bewegbare Scheibe 10 gegen die Kugel 7b und damit
gegen die fest positionierte Scheibe 9 gepreßt. Der
Kugelsitz an den Scheiben 9, 10 ist entsprechend der
Oberfläche der Kugel 7b konkav eingeformt.
Um den Eintragskörper 7 über einen größtmöglichen
Schwenkwinkel α schwenken zu können, sind die
Innendurchmesser DS der Scheiben 9, 10 gegenüber dem
Außendurchmesser DE des Eintrittsendes 7a bzw. der
Außendurchmesser DA des Austrittsendes 7c groß zu wählen,
wobei zur Gewährleistung der Arretierung des
Eintragskörpers 7 die Innendurchmesser DS der Scheiben 9, 10
kleiner sein müssen als der Durchmesser DK der Kugel 7b.
Der Schwenkwinkel α des Eintragskörpers 7 wird durch die
Größen des Durchmessers DK der Kugel 7b, dem Durchmesser DE
des Eintrittsendes 7a bzw. dem Durchmesser DA des
Austrittsendes 7c des Eintragskörpers 7, dem
Innendurchmesser DS der Scheiben 9, 10 und der Dicke S der
Scheiben 9, 10 bestimmt. Beispielsweise läßt sich der
Eintragskörper 7 bei DK = 100, DE = 48, DS = 40 und S = 12
und α ca. 25° aus der Längsachse A der
Eintragsvorrichtung 6 verschwenken.
Die Scheiben 9, 10 sind jeweils mit dem eingeengten Ende 11
jeweils eines von ineinander geschobenen Trichtern 12, 13
verschweißt und weiten sich ausgehend von den Scheiben 9, 10
bis zu ihren über die Außenseite 14 der Wand 5
hinausragenden Enden 15, 16 stetig auf, wobei der innere mit
der bewegbaren Scheibe 10 verschweißte Trichter 13 mit
seinem Ende 16 weiter über die Außenseite 14 hinausragt als
der mit der fest positionierten Scheibe 9 verschweißte
äußere Trichter 13. Die Trichterwände der einzelnen
Trichter 12, 13 verlaufen parallel zueinander. Der äußere
Trichter 13 ist über an der Außenseite seiner Trichterwand
angebrachte Anker 17 in die Stampfmassenschicht 4 der
Wand 5 verankert. Die Trichter 12, 13 sind an ihren
aufgeweiteten Enden 15, 16 über eine Flanschverbindung 18,
bestehend aus mit den Enden 15, 16 verschweißten
Flanschringen 19, 20 und die Flanschringe 19, 20 verbindenden
Flanschschrauben 21, so miteinander verbunden, daß beim
Anziehen der Flanschschrauben 21 der innere Trichter 13
weiter in den äußeren Trichter 12 bewegt wird, wobei die
bewegbare Scheibe 10 über den mit ihr verbundenen inneren
Trichter 13 gegen die Kugel 7b gepreßt wird, wodurch es zur
Arretierung des Eintragskörpers 7 kommt. Im arretierten
Zustand dichtet die Kugel 7b im Kugelsitz der Scheiben 9,
10 den heißes Rauchgas R führenden Raum 1 gegenüber der
Umgebung ab. Die Arretierung des Eintragskörpers 7 wird
durch Lösen der Flanschschrauben 21 aufgehoben, wonach der
Eintragskörper 7 in eine andere Position schwenken kann. In
diesem Zustand dichtet eine verformbare, vorzugsweise
elastisch verformbare Dichtung 22, die zwischen den
Flanschringen 19, 20 der Flanschverbindung 18 vorgesehen
ist, den Raum 1 von der Umgebung ab.
Das über das offene Ende 16 des Trichters 13 hinausragende
Eintrittsende 7a des Eintragskörper 7 ist über eine
Flanschverbindung 23 mit einem Zuführschlauch 24, der dem
Verschwenken des Eintragskörpers folgen kann, verbunden. Zum
Schutz des Zuführschlauches 24 vor thermischer
Beanspruchung seitens der Wandöffnung 2 wird diese im
Bereich der die Trichter 9, 10 verbindenden
Flanschverbindung 18 durch eine Abdeckung 25,
beispielsweise eine Isoliermatte oder ein Dünnblech, gegen
Temperaturerhöhung geschützt.
Reicht die Anpressung der bewegbaren Scheibe 13 an die
Kugel 7b zur Arretierung des Eintragskörpers 7 nicht aus,
um die Einstellung des Eintragskörpers zu halten, ist
hilfsweise eine Abhängvorrichtung vorgesehen, wie sie mit
dem Pfeil 26 angedeutet ist.
Claims (6)
1. Eintragsvorrichtung zum Einbringen eines Mediums durch
eine Öffnung in einer Wand eines von Wänden begrenzten
Raumes mit einem rohrartigen Eintragskörper und einem
den Eintragskörper aufnehmenden Lager, wobei das
Austrittsende des Eintragskörpers ausgehend vom Lager
frei durch die Wand geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Eintragskörper (7) schwenkbar gelagert ist.
2. Eintragsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Eintragskörper (7) mittels einer Kugel (7b)
gelagert ist, wobei die Oberfläche des Eintragkörpers
(7) über eine Teillänge als Kugel (7b) ausgebildet ist
und die Kugel (7b) zwischen zwei parallel und fluchtend
zueinander ausgerichteten kreisringförmigen Scheiben
(9, 10) geklemmt ist, deren Innendurchmesser (DS)
kleiner als der Durchmesser (DK) der Kugel (7b) sind,
wobei eine Scheibe (9) fest positioniert und die andere
Scheibe (10) bewegbar ist.
3. Eintragsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Lager (7b, 9, 10) in die Öffnung (2)
eingelassen ist, wobei die Scheiben (9, 10) von sich zur
Außenseite (14) der Wand (5) aufweitenden Trichtern
(12, 13) gehalten sind.
4. Eintragsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der die fest positionierte Scheibe (9) haltende
Trichter (12) in der Wand (5) verankert ist.
5. Eintragsvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trichter (12, 13) an ihren aufgeweiteten
Enden (15, 16) mittels einer Flanschverbindung (18)
miteinander verbunden sind und zwischen den
Flanschringen (19, 20) ein verformbares, vorzugsweise
elastisches Dichtelement (22) angebracht ist.
6. Eintragsvorrichtung nach mindestens einem der
Ansprüche 2-5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenflächen der Scheiben (9, 10)
konkav ausgebildet sind.
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