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DE4229521B4 - Verfahren zum Unwuchtausgleich eines Rotors - Google Patents

Verfahren zum Unwuchtausgleich eines Rotors Download PDF

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Abstract

Verfahren zum Unwuchtausgleich eines Rotors, bei dem der Ausgleich nur an bestimmten, auf seinem Körperumfang symmetrisch verteilten, zum Ausgleich geeigneten Stellen durchgeführt werden kann, durch einen materialentfernenden Arbeitsgang mit mindestens zwei gleichzeitig einsetzbaren Ausgleichswerkzeugen, die jeweils einer der symmetrisch verteilten Stellen zugeordnet sind und der jeweiligen Form des Rotors angepasst sind, dadurch gekennzeichnet dass zur Festlegung der Relation der Abtragsmengen in den jeweils zugeordneten Stellen (6, 9, 13) auf dem Körperumfang des Rotors (1) die Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) linear in tangentialer Richtung zum Umfang des Rotors (1) verschiebbar sind und zum Materialabtrag die Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) linear mindestens in radialer Richtung (14) verschoben werden, wobei der Rotor (1) um seine Drehachse (2) den Ausgleichswerkzeugen (8, 10, 11) drehbar soweit nachführbar ist, dass diese etwa mittig an den jeweils zugeordneten Stellen (6, 9, 13) auf dem Körperumfang des Rotors (1) eingreifen.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Unwuchtausgleich eines Rotors gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, wie aus DE-AS 12 36 829 bekannt.
  • Nach der Feststellung der Unwucht eines Rotors ist es meist notwendig, an den Ausgleichsstellen einen Unwuchtausgleich vorzunehmen. Bei Rotoren, an denen der Unwuchtausgleich nur an bestimmten Stellen vorgenommen werden kann, wie dies z. B. bei den Ankern von Elektromotoren der Fall ist, kann der Ausgleich durch einen mehrere dieser Stellen übergreifenden Abtragungsvorgang mit einem Ausgleichswerkzeug erfolgen, dessen Bearbeitungsdurchmesser größer ist als der Durchmesser des Rotors an diesen Stellen, wie dies aus DE-AS 22 31 226 oder DE 32 32 542 A1 bekannt ist. Der Ausgleich kann in der Regel auch in Komponenten an zwei zum Ausgleich geeigneten Stellen am Umfang des Rotors durchgeführt werden. Da z. B. bei Motorankern eine genügend große Ausgleichsmasse lediglich an den Stellen zur Verfügung steht, bei denen die Segmente durch Stege mit dem Kern des Motorankers verbunden sind, ist es erforderlich, daß die Ausgleichswerkzeuge möglichst mittig auf den Segmenten aufgesetzt werden. Andernfalls würden die Segmente in ihrem Randbereich leicht bis auf die darunterliegende Kupferwicklung durchgefräst. Dies betrifft hauptsächlich Motoranker kleiner Baugröße, die in der Regel durch Fräs- oder Schleifwerkzeuge bearbeitet werden.
  • DE 31 07 539 A1 offenbart einen Unwuchtausgleich in Komponenten an zum Ausgleich geeigneten Stellen am Umfang eines Rotors in Form eines Motorankers. Mit einem einzelnen Ausgleichswerkzeug wird ausgeglichen, wenn die Unwuchtwinkellage sich mit einem Segment deckt und die Unwucht komplett in diesem Segment beseitigt werden kann. Der Unwuchtausgleich erfolgt mit zwei einzelnen Ausgleichswerkzeugen, wenn sich die Unwuchtlage zwischen zwei Segmenten befindet und die Unwucht komplett in diesen beiden Segmenten beseitigt werden kann. Zur Festlegung der bezüglich der Segmente unterschiedlichen Ausgleichsmassen sind die beiden Ausgleichswerkzeuge in aufwendiger Weise getrennt steuerbar.
  • Ein Verfahren der eingangs genannten Art ist aus der vorstehend zitierten DE-AS 1 236 829 vorbekannt, bei der ein Unwuchtausgleich an einem Rotor in Form eines Motorankers durch einen Arbeitsgang mit zwei gleichzeitig einsetzbaren materialentfernenden Ausgleichswerkzeugen vorgenommen wird. Es wird ein Verfahren beschrieben, bei dem auf einem kreisförmig verschwenkbaren Tisch der Motoanker so eingespannt wird, daß der Drehpunkt auf einer Umfangslinie zwischen den zum Ausgleich bestimmten Stellen bzw. Segmenten des Motorankers liegt. Danach wird der Tisch um diesen Drehpunkt soweit verschwenkt, daß die Ausgleichswerkzeuge entsprechend der Komponenten der Ausgleichsmassen verschieden tief in die Segmente eindringen können. Zum Materialabtrag wird dann ein mit zwei Ausgleichswerkzeugen in Form von Fräswerkzeugen an einer Maschinenspindel versehenes Werkzeug in Richtung auf den Motoranker geschwenkt. Da die Schwenkradien der beschriebenen Vorrichtung auf einen bestimmten Durchmesser der Motoranker festgelegt sind, treffen die Ausgleichswerkzeuge immer symmetrisch zum Drehpunkt des Tisches auf den Segmenten des Motorankers auf. Bei entsprechendem Abstand der Ausgleichswerkzeuge voneinander wird deshalb stets auch der Materialabtrag in der Mitte der Segmente vorgenommen. Das mit dieser Vorrichtung beschriebene Ausgleichsverfahren hat den Nachteil, daß die Ausgleichswerkzeuge nur dann mittig auf den Segmenten aufsetzen, wenn die Umfangslinie des Rotors durch den Drehpunkt des Schwenktisches verläuft. Andernfalls müßte die Vorrichtung mit anderen Schwenktischen umgerüstet werden, was sehr aufwendig wäre.
  • Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Unwuchtausgleich an Rotoren der eingangs genannten Art so zu verbessern, daß auf einfache Art und Weise ein genauer Unwuchtausgleich von Rotoren mit unterschiedlichen Rotordurchmessern vorgenommen werden kann.
  • Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Weiterbildungen und vorteilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
  • Die Erfindung hat den Vorteil, daß der Ausgleich in den zum Materialabtrag möglichen Stellen immer durch lineare Bewegungen erfolgt, wobei die Richtung auf die. Drehachse des Rotors gerichtet oder unter einem errechenbaren Winkel α gegen diese Richtung versetzt ist. Dadurch ist es möglich, bei bekanntem Rotorumfang und bei bekanntem Querschnitt der Abtragsflächen der Ausgleichswerkzeuge die abzutragenden Ausgleichsmassen bei bestimmten Eindringtiefen zu berechnen.
  • Darüber hinaus bietet das erfindungsgemäße Verfahren noch den Vorteil, daß der Unwuchtausgleich an Rotoren mitbestimmten symmetrisch am Umfang verteilten zum Ausgleich geeigneten Stellen auch auf herkömmlichen Auswuchtmaschinen vorgenommen werden kann. Dazu ist lediglich erforderlich, daß der Rotor um seine Drehachse kontinuierlich positionierbar ist und daß entsprechend Platz für die Anbringung einer entsprechenden Ausgleichsvorrichtung mit mehreren Ausgleichswerkzeugen vorhanden ist, die koordinatenmäßig mindestens linear in radialer und tangentialer Richtung gesteuert werden können. Dabei ist es vorteilhaft, eine derartige Steuerung in vorhandenen Auswerteeinrichtungen zum Unwuchtausgleich durch entsprechende elektronische Schaltungen zu ergänzen oder in vorhandene Rechenprogramme zusätzlich einzugeben.
  • Darüber hinaus bietet das Verfahren noch den Vorteil, daß es mit geringem apparativen Aufwand realisierbar ist, da in der Regel bei herkömmlichen Auswuchtmaschinen bereits Ausgleichsvorrichtungen mit jeweils einem Ausgleichswerkzeug vorhanden sind, das sich bereits auch koordinatenmäßig linear in radialer und tangentialer Richtung zum Rotor steuern läßt. Die vorhandenen Ausgleichsvorrichtungen müssen deshalb lediglich mit weiteren Ausgleichswerkzeugen versehen und die Auswerteeinrichtung in ihrem Programm entsprechend ergänzt werden.
  • Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels, das in der Zeichnung dargestellt ist, näher erläutert. Es zeigen:
  • 1: schematisch eine Ausgleichsvorrichtung mit einem Rotor und drei darunter angeordneten Ausgleichswerkzeugen, bei denen die Resultierende der Unwucht U in Richtung des nach unten zeigenden Rotorsegmentes gerichtet ist und
  • 2: eine schematische Ausgleichsvorrichtung mit einem Rotor und drei darunter angeordneten Ausgleichswerkzeugen, bei denen die Resultierende der Unwucht U in eine Richtung zeigt, die sich zwischen zwei nach unten zeigenden Rotorsegmenten befindet.
  • Die 1 der Zeichnung zeigt eine schematische Ausgleichsvorrichtung zum Ausgleich der Unwucht eines Rotors 1, der als Motoranker ausgebildet ist, bei dem das Verfahren zum Unwuchtausgleich in einem Arbeitsgang mit drei Werkzeugen als Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 durchgeführt wird. Das Verfahren wird auf einer bekannten Auswuchtmaschine durchgeführt, bei der der Rotor 1 in seiner Umfangslage kontinuierlich positionierbar gelagert ist. Das Ausgleichsverfahren wird durch entsprechenden, Materialabtrag durch eine Fräsvorrichtung in der oder den Ausgleichsebenen durchgeführt. Dazu ist eine antreib bare Spindel (Antriebsspindel 7) vorgesehen, auf der die Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 befestigt sind. Die Antriebsspindel 7 ist. unter dem Rotor 1 angebracht und linear in mindestens zwei Richtungen 14, 15 koordinatenmäßig bewegbar. Die Antriebsspindel 7 kann aber auch oberhalb oder an anderen beliebigen Stellen am Umfang des Rotors 1 vorgesehen werden. Die Anordnung der Antriebsspindel 7 am Umfang des Rotors 1 wird zweckmäßigerweise unterhalb zum Rotor 1 angeordnet, weil dann das abgetragene Material leicht entfernbar ist und die Unwuchtmeßeinrichtung nicht so leicht durch das abgetragene Material verschmutzt werden kann.
  • Die Antriebsspindel 7 ist durch eine Verschiebevorrichtung koordinatenmäßig linear in horizontaler und vertikaler Richtung stufenlos verschiebbar. Dazu wird die Antriebsspindel 7 zweckmäßigerweise durch steuerbare Elektromotoren in Richtungen 14, 15 bewegt und gleichfalls durch einen Drehantrieb zur Betätigung der Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 angetrieben. Die verschiedenen Antriebe könnten aber auch durch andere bekannte pneumatische, hydraulische oder mechanische Antriebsweisen erfolgen. Dabei ist wesentlich, daß die Antriebsspindel 7 linear in die horizontalen 15 und die vertikalen 14 Richtungen um 90° versetzt bewegbar ist, wobei jede Bewegung in zwei entgegengesetzte Richtungen gesteuert werden kann.
  • Das Ausgleichsverfahren wird mit wenigstens zwei Ausgleichswerkzeugen durchgeführt. Das beschriebene Ausführungsbeispiel arbeitet allerdings mit drei Ausgleichswerkzeugen 8, 10, 11, die als Fräser mit dreieckförmiger Hearbeitungsquerschnittsfläche ausgebildet sind. Das Ausgleichsverfahren kann aber auch mit entsprechenden Schleif- oder Bohrwerkzeugen durchgeführt werden.
  • Die Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 sind auf der Antriebsspindel 7 parallel zueinander befestigt und werden zum Materialabtrag in eine dem Materialabtrag entsprechende Drehbewegung versetzt.
  • Der Rotor 1 zum Unwuchtausgleich ist ein Elektromotorenanker, der auf seinem Umfang zwölf symmetrisch angeordnete, zum Ausgleich geeignete Stellen in Form von Segmenten besitzt, von denen in der Zeichnung nur drei Stellen 6, 9, 13 näher dargestellt sind. Die Segmente sind durch dünne Stege mit dem Kern des Motarankers verbunden, die als Mittenachsen 3, 4, 12 in der Zeichnung dargestellt sind und die Segmente in zwei gleich große Abschnitte aufteilen. Da zwischen den Segmenten des Motorankers im auszuwuchtenden Zustand Kupferwicklungen vorhanden sind, ist ein Ausgleich nur am Umfang der Segmente möglich, die die am Rotorumfang symmetrisch verteilten Stellen darstellen. Die Segmente sind am Umfang des Rotors 1 erheblich breiter ausgebildet als zu den Stegen (Mittenachsen 3, 4, 12) hin, so daß eine Materialentfernung nur mit entsprechend geformten Werkzeugen möglich ist, deren radiale Bearbeitungstiefe durch die verjüngende Formgebung begrenzt ist, da andernfalls die Segmente von den Stegen (Mittenachsen 3, 4, 12) durchtrennt würden. Deshalb ist es zweckmäßig, den Materialabtrag an mehr als zwei Segmenten vorzunehmen. Dabei ist der Materialabtrag an mindestens zwei Segmenten vorzunehmen, weil bei einer Unwuchtresultierenden, die nicht in Richtung der Mittenachse eines Segmentes verläuft, in mindestens zwei Komponentenrichtungen ausgeglichen werden muß. Da hierzu nur die Segmente zur Verfügung stehen, müssen die Ausgleichswerkzeuge so beabstandet sein, daß mindestens der Abstand zweier benachbarter Segmente gleichzeitig bearbeitet wird. Zweckmäßigerweise wird hierbei so ein Abstand gewählt, daß die Ausgleichwerkzeuge 8, 10, 11 in etwa mittig auf den Segmenten mit ihren spanabnehmenden Werkzeugen eingreifen, wobei sie bei maximal zulässiger Eindringtiefe die Mittenachsen 3, 4, 12 erreichen.
  • Die dargestellten Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 werden durch drei Fräswerkzeuge gebildet, wobei das mittlere Ausgleichswerkzeug 10 über einen kleineren Bearbeitungsdurchmesser verfügt als die beiden äußeren Ausgleichswerkzeuge 8, 11. Dabei sind die Durchmesser so gewählt, daß eine gedachte Verbindungslinie der drei Werkzeugspitzen der Krümmung des Rotorumfangs angepaßt ist, wobei das mittlere Ausgleichswerkzeug 10 in der dargestellten 1 bei einer radialen Bewegung vor den anderen beiden Ausgleichswerkzeugen 8, 11 in das mittlere Segment, d.h. die zugeordnete Stelle 9, im Folgenden als Segment 9 bezeichnet, eingreift. Die Durchmesser der drei Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 müssen deshalb so gewählt werden, weil bei einer Grenzwinkellage, bei der die Unwuchtresultierende U genau zwischen zwei benachbarten Segmenten verläuft, auch nur zwei Ausgleichswerkzeuge in die beiden benachbarten Segmente eingreifen, während das dritte Ausgleichswerkzeug keinen Materialabtrag vornehmen darf.
  • Zur Durchführung des Verfahrens wird der Rotor 1 in die Maschinenlager eingespannt und nach der Unwuchtermittlung in die entsprechende Ausgleichslage so eingedreht, daß er mit dem Segment 9, an dem der größte Materialabtrag vorzunehmen ist, vertikal nach unten zeigt. Nach 1 der Zeichnung ist eine Unwuchtresultierende festgestellt worden, deren Winkellage in Richtung der Mittenachse 3 des senkrecht ausgerichteten Segments 9 verläuft. Die Unwuchtresultierende ist durch die Unwuchtrichtung U als deren Winkellage dargestellt.
  • Durch eine nicht dargestellte Auswerteeinrichtung wird nach bekannten Rechenverfahren die zu entfernende Ausgleichsmasse in der dargestellten Ausgleichsebene errechnet. Aus den jeweiligen rotorspezifischen Daten werden dann nach bekannten Rechenverfahren die Komponenten der Ausgleichsmassen in den verschiedenen Segmenten berechnet. Daraus wird unter Berücksichtigung der jeweiligen Fräserform die Eindringtiefe z in vertikaler Richtung 14 berechnet und ein Signal gebildet, das die Antriebsspindel 7 um den entsprechenden Weg in Richtung auf die Mittenachse 3 verschiebt. Da die ermittelte Unwuchtresultierende 5 in Richtung der Mittenachse 3 des senkrecht nach unten zeigenden Segmentes 9 gerichtet ist, wird in den drei in einem Arbeitsgang zu bearbeitenden Segmenten (Stellen 6, 9, 13) eine symmetrische Ausgleichsmasse zur Mittenachse 3 des mittleren Segments 9 abgetragen. Dazu wird die Antriebsspindel 7 in horizontaler Richtung 15 so angesteuert, daß das mittlere Ausgleichswerkzeug 10 unter das in Unwuchrichtung zeigende Segment positioniert wird. Die symmetrische Fräserspitze des mittleren Ausgleichswerkzeugs 10 zeigt dabei in Richtung auf die Mittenachse 3 des senkrecht nach unten zeigenden Segmentes 9. Daraufhin wird die Antriebsspindel 7 zum Materialabtrag angetrieben und entsprechend dem errechneten Vorschubweg unter Berücksichtigung der Ist-Position soweit in vertikale Richtung 14 bewegt, bis die Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 den der Eindringtiefe z entsprechenden Materialabtrag vorgenommen haben.
  • Da die maximale Eindringtiefe durch die Form der Segmente begrenzt ist, ist die Fräsvorrichtung so ausgebildet, daß auch ein axialer Vorschub entlang der Rotoroberfläche durchführbar ist. Dabei wird die axiale Bewegungstrecke so gesteuert, daß sie symmetrisch zur Ausgleichsebene erfolgt.
  • Nach einem erfolgten Ausgleichsvorgang wird die Ausgleichsvorrichtung durch die Auswerteeinrichtung wieder in eine vorgegebene Ausgangsstellung gesteuert. Das Verfahren kann aber auch so ausgestaltet werden, daß die Ausgleichsvorrichtung in die zweite Ausgleichsebene bewegt wird und dort einen gleichartigen Ausgleichsvorgang ausführt. Allerdings könnte auch eine Ausgleichsvorrichtung mit zwei Antriebsspindeln vorgesehen werden, bei der nach dem ersten Ausgleichsvorgang der Rotor in die zweite Ausgleichslage gesteuert wird, wobei die zweite Antriebsspindel in der Nähe der zweiten Ausgleichsebene angebracht wäre und van der Ist-Position in die errechnete Arbeitsstellung gesteuert würde.
  • In 2 der Zeichnung ist das Verfahren anhand einer Unwuchtresultierenden 5 dargestellt, die zur Mittenachse 3 des nach unten gerichteten Segmentes 9 einen Winkel φ bildet. Die dargestellte Winkellage der Unwuchtresultierenden 5 zeigt also in eine Richtung, an der kaum Ausgleichsmaterial zum Unwuchtausgleich entfernt werden kann. Nach Ermittlung der Unwucht nach Betrag und Winkellage wird der Rotor 1 zunächst soweit um seine Drehachse 2 gedreht, bis das der Winkellage am dichtesten benachbarte Segment 9 senkrecht nach unten gerichtet ist.
  • Befindet sich die Winkelstellung genau in der Mitte zweier Segmente – also in einer Grenzwinkelstellung –, so wird ein auf die Drehrichtung bezogenes Segment als das bevorzugte Segment festgelegt und senkrecht nach unten gedreht und die Steuerung der Antriebsspindel 7 darauf abgestimmt.
  • Danach wird die Antriebsspindel 7 tangential mit der Spitze des mittleren Ausgleichswerkzeugs 10, wie nach 1 beschrieben, unter das nach unten zeigende Segment 9 gesteuert, so daß die Mittenachse 3 des nach unten ausgerichteten Segments 9 senkrecht nach unten zeigt und deren vertikal senkrechte Verbindungslinie durch den Drehpunkt der Drehachse 2 des Rotors 1 verläuft.
  • Aus der winkelmäßigen Abweichung φ der Unwuchtresultierenden U von der Mittenachse 3 des benachbarten und nach unten zeigenden Segments 9 errechnet die Auswerteeinrichtung eine tangentiale Verschiebestrecke (Weg x), die die Relation der Abtragsmengen in den der Unwuchtresultierenden U benachbarten Segmenten (Stellen 6, 9, 13) festlegt. Dieses entspricht den Komponenten der Unwuchtresultierenden U in den benachbarten Segmenten (Stellen 6, 9, 13). Mit einem entsprechenden Signal wird nun die Antriebsspindel 7 tangential bzw. horizontal zum Rotor 1 verschoben. Dabei ergibt sich die horizontale Verschieberichtung aus der Lage der Unwuchtresultierenden U bezüglich des nach unten gerichteten Segments 9. Befindet sich z. B. die Unwuchtresultierende U bei Draufsicht auf den Rotorquerschnitt rechts von dem nach unten zeigenden Segment 9, so erfolgt eine Verschiebung der Antriebsspindel 7 nach links, so daß in den beiden rechten Segmenten 9, 13 ein größerer Materialabtrag erfolgt. Befindet sich hingegen die Unwuchtresultierende U links von der Mittenachse 3 des nach unten gerichteten Segments 9, so erfolgt eine Verschiebung der Antriebsspindel 7 in tangentialer Richtung 15 nach rechts.
  • Die betragsmäßige Verschiebung (Weg x) wird mit Hilfe eines in die Auswerteeinrichtung eingegebenen Rechenprogramms, in den die Form der Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11, die vorgesehene Eindringtiefe z, die Unwuchtresultierende U, die Winkellage und die rotorspezifischen Daten eingegeben werden, errechnet. Um bei den Segmenten in der Ausgleichsebene die maximale Ausgleichsmasse zur Verfügung zu haben, ohne daß die Segmente an der Verbindung zu den Stegen durchgefräst werden, ist es notwendig, die Ausgleichsmasse am Umfang des Rotors 1 möglichst symmetrisch zu den Mittenachsen 3, 4, 12 zu entfernen. Deshalb wird nach dem tangentialen Verschieben der Antriebsspindel 7 um den Weg x der Rotor 1 um seine Drehachse 2 der tangentialen Verschiebung um den Weg x um einen errechenbaren Winkel α nachgeführt. Der Nachführwinkel α wird aus dem errechneten Weg x der Verschiebestrecke und den rotorspezifischen Daten in der Auswerteeinrichtung errechnet und in ein entsprechendes Signal umgewandelt, durch das der Rotor 1 mit der Mittenachse 3 seines nach unten gerichteten Segments 9 über die Spitze des mittleren Ausgleichswerkzeuges 10 positioniert wird.
  • Sobald die Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 entsprechend der Relation der Abtragsmenge in den zu fräsenden Segmenten (Stellen 6, 9, 13) positioniert sind, wird die Antriebsspindel 7 der Ausgleichsvorrichtung vertikal bzw. radial und senkrecht zur horizontalen Richtung 15 bewegt, so daß die rotierenden Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 in die Segmente (Stellen 6, 9, 13) des Rotors 1 eingreifen und die entsprechenden Ausgleichsmassen abfräsen. Dabei werden die Ausgleichswerkzeuge 8, 10, 11 so gesteuert, daß sie mit der errechneten Eindringtiefe z die errechneten Ausgleichsmassen aus den Segmenten(Stellen 6, 9, 13) der jeweiligen Ausgleichsebene entfernen. Dabei, erfolgt die Steuerung entsprechend den zu 1 beschriebenen Verfahrensschritten.
  • Für die Durchführung des vorbeschriebenen Ausgleichsverfahrens ist es unbeachtlich, von welcher horizontalen Seite der Auswuchtmaschine aus die Antriebsspindel 7 gesteuert wird. Es ist lediglich nötig, die Bezugspunkte innerhalb eines Koordinatensystems festzulegen und danach die Antriebsspindel ? koordinatenmäßig zu steuern. Es ist für die Durchführung des Verfahrens in einer anderen Ausführung auch möglich, statt der Antriebsspindel 7 der Ausgleichsvorrichtung den Rotor 1 mit seiner Drehachse 2 koordinatenmäßig gegenüber der Ausgleichsvorrichtung zu verschieben.

Claims (5)

  1. Verfahren zum Unwuchtausgleich eines Rotors, bei dem der Ausgleich nur an bestimmten, auf seinem Körperumfang symmetrisch verteilten, zum Ausgleich geeigneten Stellen durchgeführt werden kann, durch einen materialentfernenden Arbeitsgang mit mindestens zwei gleichzeitig einsetzbaren Ausgleichswerkzeugen, die jeweils einer der symmetrisch verteilten Stellen zugeordnet sind und der jeweiligen Form des Rotors angepasst sind, dadurch gekennzeichnet dass zur Festlegung der Relation der Abtragsmengen in den jeweils zugeordneten Stellen (6, 9, 13) auf dem Körperumfang des Rotors (1) die Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) linear in tangentialer Richtung zum Umfang des Rotors (1) verschiebbar sind und zum Materialabtrag die Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) linear mindestens in radialer Richtung (14) verschoben werden, wobei der Rotor (1) um seine Drehachse (2) den Ausgleichswerkzeugen (8, 10, 11) drehbar soweit nachführbar ist, dass diese etwa mittig an den jeweils zugeordneten Stellen (6, 9, 13) auf dem Körperumfang des Rotors (1) eingreifen.
  2. Verfahren zum Unwuchtausgleich nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass der Unwuchtausgleich mittels einer Fräs- oder Schleifbearbeitung ausgeführt wird, wobei die materialabnehmenden Ausgleichswerkzeuge parallel nebeneinander angeordnet werden.
  3. Verfahren zum Unwuchtausgleich nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass zum materialentfernenden Arbeitsgang gleichzeitig drei Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) verwendet werden, die unterschiedliche Bearbeitungsdurchmesser aufweisen, deren Durchmesser dabei so gewählt werden, dass eine Verbindungslinie ihrer Bearbeitungsspitzen dem Rotorumfang angepasst ist.
  4. Verfahren zum Unwuchtausgleich nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Unwuchtausgleich mit drei Ausgleichswerkzeugen (8, 10, 11) der Rotor (1) soweit gedreht wird, dass die Stelle des Rotors (1), bei der die größte Ausgleichsmasse entfernt werden soll, mit seiner Mittenachse (3} auf das mittlere Ausgleichswerkzeug (10) gerichtet ist und die Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) um einen errechneten Weg x tangential zum Umfang des Rotors (1) verschoben werden, der dem Abtragsverhältnis an den zugeordneten Stellen (6, 9, 13) entspricht, und dass der Rotor (1) den Ausgleichswerkzeugen (8, 10, 11) um einen errechneten Winkel α nachgeführt wird, der dem errechneten Weg x und der Richtung der Verschiebung (15) des mittleren Ausgleichswerkzeugs entspricht und dass danach die Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) im angetriebenen Zustand um die Eindringtiefe z zumindest radial bewegt werden, die sich aus dem Unwuchtausgleich und der Form der Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) unter Berücksichtigung der maximal zulässigen Eindringtiefe ergibt.
  5. Verfahren zum Unwuchtausgleich nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichswerkzeuge (8, 10, 11) symmetrisch zur Ausgleichsebene linear in axialer Richtung am Umfang des Rotors (1) verschoben werden, wobei die Verschiebung aus dem erforderlichen Materialabtrag und den rotorspezifischen Daten errechnet wird.
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