DE4228188A1 - Schwingungs-, biegungs- und dehnungsresorbierendes Vorrohr eines Verbrennungsmotors - Google Patents
Schwingungs-, biegungs- und dehnungsresorbierendes Vorrohr eines VerbrennungsmotorsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein schwingungs-, biegungs- und
dehnungsresorbierendes Vorrohr eines Verbrennungsmotors zur
dauerhaften Verbindung eines Abgaskrümmers mit einer
Katalysatorbirne.
Bei dem bekannten Vorrohr, z. B. eines Vierzylinders,
sind zwei parallele Vorrohre nebeneinander bzw. untereinander
geführt. Da der Motor grundsätzlich elastisch aufgehängt und
bei Quereinbau in seiner Längsachse pendelnd drehbar
befestigt ist, weist das Vorrohr beim Stand der Technik zur
Aufnahme von Längs- und Querschwingungen des Motors ein oder
mehrere Kompensatoren auf. Derartige Vorrohre mit
Kompensatoren sind jedoch nachteiligerweise recht teuer in
der Herstellung.
Darüber hinaus hat das bekannte Vorrohr aufgrund einer
relativ großen Wandstärke eine hohe thermische Masse, wodurch
sich die Aufwärmphase des nachgeschalteten Katalysator ver
längert, in der der Katalysator nur mit einem geringem Wir
kungsgrad arbeitet.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht daher
darin, ein schwingungs-, biegungs- und dehnungsresorbierendes
Vorrohr zu schaffen, welches möglichst einfach und damit
wirtschaftlich herzustellen ist und welches eine kürzere
Aufwärmphase des Katalysators sicherstellt.
Die Lösung der Aufgabe ergibt sich im wesentlichen da
durch, daß das Vorrohr hydrostatisch geformt ist und im we
sentlichen ununterbrochen in unterschiedlicher Weise bogen
förmig verläuft und einen ovalen Querschnitt aufweist, dessen
kurze Querschnittsachse jeweils in Biegerichtung angeordnet
ist.
Das erfindungsgemäße Vorrohr ist auf vorteilhafte Weise
insgesamt biegsam als Kompensator ausgebildet, so daß die
durch den Motor eingeleiteten Längs- und Querschwingungen
ohne weiteres als elastische Durchbiegungen bzw. Biegeände
rungen des in unterschiedlicher Richtung gebogenen Rohres
aufgenommen werden können. Wichtig ist dabei, daß die kurze
Achse des ovalen Querschnitts jeweils in Biegerichtung ange
ordnet ist, so daß das Vorrohr der Biegung nur ein geringes
Widerstandsmoment entgegensetzt. Des weiteren ist das Vorrohr
auch in der Lage, die bei der Erhitzung auftretenden
Längendehnungen aufzufangen. Dadurch werden einerseits die
beim Stand der Technik notwendigen Kompensatoren entbehrlich.
Andererseits ist das erfindungsgemäße Vorrohr einstückig
ausgebildet, so daß keine Schweißverbindungen notwendig sind.
Darüber hinaus garantiert der nur mittels des Hydroform
verfahrens herstellbare, gebogene Längsverlauf des Vorrohres
mit fließend geschmeidigen Übergängen, daß das Vorrohr gänz
lich falten- und knickungsfrei ist und überall eine identi
sche Wandstärke aufweist, so daß über den gesamten Längsver
lauf des Vorrohres keine bruchgefährdeten Stellen vorhanden
sind. Die Herstellung eines derartigen Vorrohres ist mit
Hilfe des herkömmlichen Biegeverfahrens unmöglich.
Des weiteren weist das erfindungsgemäße Vorrohr eine er
heblich reduzierte thermische Masse auf, weil es mit Hilfe
des Hydroformverfahrens möglich ist, das Vorrohr mit deutlich
verringerter Wandstärke zu fertigen.
Bei weiteren vorteilhaften Ausführungsformen der Erfin
dung können die bogenformigen Bereiche des Vorrohres unter
schiedliche Radien aufweisen oder generell auch in unter
schiedliche Richtungen gerichtet sein. Darüber hinaus ist es
auch denkbar, daß das Vorrohr Bereiche aufweist, die unter
schiedlich oval geformt sind. Diese erfindungsgemäßen Mög
lichkeiten der Ausgestaltung gestatten es, das Vorrohr nach
Richtung und Größe der Schwingungsbelastung in jedem Bereich
optimal auszubilden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
weist das Vorrohr darüber hinaus Bereiche auf, in denen sich
die Orientierung des ovalen Querschnitts im Längsverlauf des
Vorrohres an bestimmten Stellen des Vorrohres übergangslos um
bis zu 90° dreht. Derartige "Drehstellen" sind besonders
vorteilhaft, wenn die Bewegungsenergie aus unterschiedlichen
Richtungen auf das Vorrohr einwirkt.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Un
teransprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht eines über einen Abgas
krümmer an einem Motor angeordneten Vorrohres,
Fig. 2 einen Querschnitt durch das Vorrohr gemäß der
Schnittlinie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 eine schematische Ansicht einer sogenannten Dreh
stelle und
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Rohrabschnit
tes mit Bereichen unterschiedlichen Querschnitts und
Fig. 5 einen Querschnitt durch das Vorrohr gemäß
Schnittlinie V-V in Fig. 1.
In den Zeichnungen ist das Vorrohr insgesamt mit der Be
zugsziffer 10 bezeichnet.
Das aus zwei Rohren bestehende Vorrohr 10 ist über einen
Flansch 11 mit einem Abgaskrümmer 12 verbunden, der an einem
elastisch drehbar aufgehängten Motor 13 befestigt ist. Das
andere Ende des Vorrohrs 10 ist mit einem zur nicht darge
stellten Katalysatorbirne weisenden Hosenstück 14 verbunden.
Das Vorrohr 10 wird mittels des Hydroformverfahrens her
gestellt. Bei diesem Verfahren werden zunächst Metallrohre
durch mechanische Einformung, z. B. innerhalb eines Gesenks,
bei welchem beide Gesenke durch eine Presse geschlossen wer
den, grob so vorgeformt, daß bereits die Grundform des Vor
rohres 10 erkennbar ist. Dieses Zwischenprodukt wird sodann
in ein Gesenk eingelegt, dessen Gravur bereits die endgültige
Form des Vorrohres 10 bestimmt. Das von dem Gesenk aufgenom
mene Zwischenrohrprodukt wird sodann mittels einer hydrauli
schen Druckflüssigkeit mit einem hohen hydrostatischen Innen
druck beaufschlagt, hierdurch aufgeweitet und an die Gravur
angeschmiegt, so daß das Vorrohr 10 im wesentlichen fertig
vorliegt.
Wie Fig. 1 zeigt, weist das Vorrohr 10 Bereiche unter
schiedlicher Krümmung auf.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt des aus zwei Einzelrohren
19 und 20 bestehenden Vorrohres 10, wobei die kurzen Achsen
des flachovalen Querschnitts mit x und die langen Achsen mit
y bezeichnet sind. Die flachovalen Querschnitte verlaufen in
den Krümmungsbereichen des Vorrohres 10 mit ihren kurzen
Achsen x in Richtung der vom Motor 13 hauptsächlich erzeugten
Schwingungen, damit das Vorrohr 10 in der Lage ist diese
Schwingungen zu adsorbieren.
Fig. 5 zeigt dagegen einen Querschnitt durch die beiden
Einzelrohre 19 und 20 bei dem y die kurze Achse und x die
lange Achse des ovalen Querschnitts bezeichnet. Je nach Lage
des flachovale Querschnitt des Vorrohres 10 im
Koordinatensystem, ist der jeweilige Vorrohrbereich zur
Aufnahme von Längs- bzw. Querschwingungen geeignet.
An den mit 16 und 17 gekennzeichneten Stellen des Vor
rohres 10, an denen eine hohe Schwingungsbelastung unter
schiedlicher Art auftritt, sind darüber hinaus die in Fig. 3
schematisch dargestellten Drehbereiche 18 angeordnet, in dem
die Lage des flachovalen Querschnittes sich im Koordinaten
system über den Längsverlauf des Vorrohres 10 verändert. Da
bei wird der ovale bzw. flachovale Querschnitt des Vorrohres
10 übergangslos und geschmeidig um 90° gedreht, wobei dies
durch die Querschnitte E, F, G dargestellt ist. Die
Veränderung des Querschnittes vom liegend ovalen zum
kreisförmigen und dann zum stehend ovalen Querschnitt erfolgt
harmonisch, so daß die Wandung des Vorrohrs 10 keine Falten
bzw. Knickungen aufweist.
Je nach technischer Notwendigkeit ist es darüber hinaus
möglich, auch bei über dem Längsverlauf ständig sich verän
dernden Querschnitt, die Innenquerschnittsfläche des Vorroh
res 10 insgesamt aber immer konstant zu halten.
Allerdings ist es selbstverständlich auch denkbar, in
einem bestimmten Bereich die Querschnittsfläche des Vorrohres
10 zu vergrößern, um die Abgasströmung zu verlangsamen.
Fig. 4 zeigt einige grundsätzliche Möglichkeiten zur
Veränderung des Querschnittes eines Vorrohres 10. Während die
in Flanschen 21 und 22 befestigten Bereiche des Vorrohres 10
jeweils einen kreisförmigen Querschnitt A und D aufweisen,
ist im dazwischenliegenden Bereich ein ovaler Querschnitt B
und ein flachovaler Querschnitt C dargestellt, wobei der
Strömungsquerschnitt jeweils derselbe sein soll.
Grundsätzlich ermöglicht die Herstellung des Vorrohrs 10
mittels des Hydroform-Verfahrens die Ausbildung desselben mit
um wenigstens 25% gegenüber dem Stand der Technik reduzierter
Wandstärke. Dies hat den Vorteil der deutlichen Verringerung
der sogenannten "thermischen Masse" des Vorrohres 10, wodurch
beim Betrieb eines Katalysators die Länge der Aufwärmungs
phase verringert werden kann.
Im Bereich des Hosenrohres 14 können alternativ beide
Einzelrohre 19 und 20 schweißtechnisch vorteilhaft
hydrostatisch so vorgeformt werden, daß sie im Bereich eines
jeweils tangential ausgeführten Schnitts passend
gegeneinandergestellt werden können.
Des weiteren kann eines der beiden Rohre durchgehend bis
zum Katalysator geführt werden. Der Anschluß des anderen
Rohres kann dann an beliebiger Stelle im Bereich einer
hydrostatisch ausgeformten und aufgeschnittenen Aushalsung
erfolgen. Dazu wird ein Rohrende in die Aushalsung
eingesteckt bzw. auf die Aushalsung gesteckt und
angeschweißt. Mit dieser Art der Verbindung der beiden Rohre
werden einige Schweißstellen eingespart.
Claims (9)
1. Schwingungs-, biegungs- und dehnungsresorbierendes
Vorrohr eines Verbrennungsmotors zur dauerhaften Verbindung
eines Abgaskrümmers mit einer Katalysatorbirne, dadurch
gekennzeichnet, daß das Vorrohr (10) hydrostatisch geformt
ist und im wesentlichen ununterbrochen in unterschiedlicher
Weise bogenförmig verläuft und einen ovalen Querschnitt
aufweist, dessen kurze Querschnittsachse (y) jeweils in
Biegerichtung angeordnet ist.
2. Vorrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die bogenförmigen Bereiche des Vorrohrs (10) unterschiedliche
Radien aufweisen.
3. Vorrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die bogenförmigen Bereiche in unterschiedliche Richtungen
weisen.
4. Vorrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Vorrohr (10) Bereiche (bei B und C) aufweist, die
unterschiedlich oval geformt sind.
5. Vorrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Vorrohr (10) Bereiche aufweist, deren Umfänge voneinander
abweichen.
6. Vorrohr nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß über den gesamten Längsverlauf
des Vorrohres (10) die Querschnittsfläche konstant ist.
7. Vorrohr nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß sich über den gesamten
Längsverlauf des Vorrohres (10) die Querschnittsfläche
verändert.
8. Vorrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das
Vorrohr (10) Bereiche (18) aufweist, in denen sich die
Orientierung des ovalen Querschnitts im Längsverlauf des
Vorrohres (10) übergangslos um bis zu 90° dreht.
9. Vorrohr nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Vorrohr (10) aus mindestens
zwei Einzelrohren (19, 20) besteht, die nebeneinander bzw.
untereinander geführt werden, und deren Verlaufs- sowie
Querschnittsänderungen im wesentlichen identisch sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19924228188 DE4228188C2 (de) | 1992-08-25 | 1992-08-25 | Schwingungs-, biegungs- und dehnungsresorbierendes Vorrohr eines Verbrennungsmotors |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19924228188 DE4228188C2 (de) | 1992-08-25 | 1992-08-25 | Schwingungs-, biegungs- und dehnungsresorbierendes Vorrohr eines Verbrennungsmotors |
Publications (2)
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4228188C2 (de) |
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- 1992-08-25 DE DE19924228188 patent/DE4228188C2/de not_active Expired - Fee Related
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