DE4224277A1 - Gelenkhebelpresse - Google Patents
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Description
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der konstruktiven
Ausbildung einer Gelenkhebelpresse, die im Prinzip auf dem
Gebiet der spanlosen Umformtechnik möglichst vielseitig
angewandt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch eine Gelenkhebelpresse mit den
Merkmalen nach dem Hauptanspruch gelöst. Die Unteransprüche
haben bevorzugte konstruktive Ausführungen und alternative
Lösungen zum Inhalt.
Die Gelenkhebelpresse nach der Erfindung hat ein an sich
bekanntes Gestell in C-Ausführung, Bauart Doppelständer. Es
ist ein Führungsgrundkörper vorgesehen, der zwischen den
beiden Ständerwangen angeordnet ist und mit dem Pressenfuß
eine Einheit bildet. Im übrigen besteht jedoch zwischen dem
Führungskörper keinerlei Verbindung mit den durch die
Preßkraft belasteten Ständerwangen und dem Pressenoberteil.
Wird der Ständer durch die Preßkraft und Reaktionskräfte
verlagert, so bleibt die vom Ständer getrennte Führung
unberührt.
Man kann die Führung als eine sechsfache Flachführung mit
Umgriff ausbilden, bei der jede Führungsbahn den Stößel nur
in eine Richtung führt, während die Führungsbahn in die
jeweils andere Richtung Freiheit hat. Dadurch wird, z. B. bei
Erwärmung und der damit verbundenen Vergrößerung, der Stößel
immer exakt geführt ohne zu klemmen.
Die Führungsbahnen der Stößelführung sind so gestaltet, daß
der Raum über dem Pressentisch nicht durch vorstehende
Führungsteile begrenzt ist. Dies hat den Vorteil, daß
Werkzeugteile, die über die Stößelfläche hervorragen, den
Stößelhub nicht einschränken oder die Führungsbahnen
wesentlich verkürzen und damit die Führungseigenschaften
ungünstig beeinflussen. Erfindungsgemäß wird der Stößel in
Höhe der Stößelfläche in jedem Fall voll geführt.
Darüberhinaus kann die Stößelführung auch noch unterhalb der
Stößelfläche fortgeführt werden.
Der Stößelantrieb ist eine Kombination aus Kniehebel- und
Hebelfunktion, wobei die beiden Funktionen zeitlich
hintereinander ablaufen. Bei der Schließbewegung wirkt sich
zunächst die Kniehebelfunktion aus. Kommt der Kniehebel in
eine angenäherte gestreckte Lage, so erzeugt er keinen Weg
mehr, denn das Übersetzungsverhältnis geht gegen unendlich.
In dieser Situation übernimmt der Hebel den Rest des
Nennkraftweges. Dieser wird mit gleichbleibendem
Übersetzungsverhältnis durchfahren und wird bestimmt durch
die Stellung des Hebels um die Horizontale. Der mögliche
Schwenkwinkel liegt bei etwa 20° vor und hinter der
waagerechten Stellung. Dabei wird die Winkelstellung durch
die Arbeitsaufgabe festgelegt. Bei kleinen Nennkraftwegen
kann anstelle eines Hebels auch ein Exzenterhebel eingesetzt
werden.
Eine Überlastsicherung, wie sie bei mechanischen Pressen mit
wechselndem Übersetzungsverhältnis nach dem Stand der
Technik vielfach erforderlich ist, braucht im allgemeinen
bei einer Presse nach der Erfindung nicht eingebaut zu
werden. Bei einer solchen ist das Übersetzungsverhältnis im
Nennkraftbereich gleichbleibend. Die Maximalkraft wird durch
die Kraft des Druckmittelzylinders bestimmt. Das Druckmittel
wird mittels eines Druckbegrenzungsventil auf den höchsten
Systemdruck eingestellt. Damit ist gleichfalls die größte
Stößelkraft bestimmt. Durch das Fehlen einer Bruchsicherung
ist somit dem Stößelantrieb eine Schwachstelle genommen.
Durch die Anordnung eines vertikalen Druckmittelzylinders in
Verbindung mit der Kinematik des Gelenkhebelantriebs ist auf
engstem Raum ein mechanischer Antrieb möglich, der Hubwege
über 300 mm zuläßt bei gleichzeitig großem Nennkraftweg bis
ca. 100 mm.
Die erfindungsgemäße Ständerdämpfung besteht aus einem
Druckstempel und einem Druckmittelzylinder mit den
zugehörigen Ventilen und Speichern. Die Funktion der
Ständerdämpfung wird eingeleitet durch das Auffedern des
Ständers unter Last. Der Druckstempel ist zu diesem
Zeitpunkt noch unbelastet. Zwischen dem belasteten Ständer
und dem unbelasteten Druckstempel entsteht eine Bewegung,
welche in den aufgesetzten Zylinder Druckmittel einströmen
läßt, das in einem Speicher zur Verfügung steht. Wird z. B.
nach einem Schneidvorgang der Ständer schlagartig entlastet,
so kann das unter Druck stehende Druckmittel wegen der
Schaltung nur über eine Drossel entweichen. Der Ständer baut
die gespeicherte Spannung kontrolliert ab.
Die Dämpfung des Ständers erfordert keine zusätzliche
Energie. Es besteht sogar die Möglichkeit, von Fall zu Fall
die Auffederungsenergie zurückzugewinnen. Der ausschließlich
am Pressenfuß orientierte Führungsgrundkörper in Verbindung
mit dem beschriebenen Gelenkhebelantrieb kompensiert bei
außermittiger Belastung in Stößellängsrichtung durch die
Verlagerung des Pressenoberteils die einseitige Aufweitung
des Werkzeugraumes.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
beschrieben unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen.
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer Gelenkhebelpresse
nach der Erfindung;
Fig. 2 ist eine Ansicht von vorne;
Fig. 3 stellt einen Schnitt nach III-III von Fig. 2 dar;
Fig. 4 ist ein lotrechter Schnitt nach IV-IV von Fig. 2;
Fig. 5 ist ein Detailschnitt nach V-V von Fig. 4;
Fig. 6 ist ein Schnitt nach VI-VI von Fig. 4;
Fig. 7 ist eine Ansicht nach VII von Fig. 4.
Zunächst wird auf Fig. 1 und 2 Bezug genommen. Die
Gelenkhebelpresse nach der Erfindung hat ein Gestell
bestehend aus einer Bodenplatte 10, zwei Seitenwänden 11
(Wangen), einer Kopfplatte 12 und einem Tisch 13. Oben auf
der Kopfplatte befindet sich ein Druckmittelzylinder 16,
durch den ein kastenförmiger Stößel 30 zur Durchführung
eines Preßvorgangs nach unten gegen den Tisch 13 zubewegt
wird und wieder zurückbewegt wird. Im Bereich des Tisches 13
und des Stößels 30 sind die Seitenwände 11 ausgenommen, so
daß sich ein von drei Seiten zugänglicher Arbeitsraum 15
ergibt. Der Tisch ist stabil auf Fügen 17 abgestützt. Das
Gestell hat über dem Arbeitsraum eine Abdeckung 14 und ist
insgesamt als C-Ständer ausgebildet.
Die konstruktive Ausbildung des kastenförmigen Stößels als
Träger des Preßwerkzeuges ergibt sich aus Fig. 3 und 4. Es
ist eine untere Platte 31 vorgesehen, eine vordere Platte 32
sowie Seitenwände 33 und Zwischenwände 34. Zur Auf- und
Abführung des Stößels ist fest auf dem Tisch 13 ein
Führungskörper 20 vorgesehen, mit zwei Führungsbahnen 21,
nämlich zwei seitlichen Führungsbahnen 21a und einer
mittigen Führungsbahn 21b, an denen der Stößel mit Hilfe
eines Schlittens 22 geführt ist. Der Führungskörper 20 hat
lediglich eine Führungsaufgabe. Er bleibt frei von Kräften,
die bei Preßvorgängen auf herkömmlichen Pressenständern mit
herkömmlichen Führungsbahnen vielfach Verformungen
hervorrufen und eine präzise Führung verhindern. Auf Fig. 7
rechte Seite ist bei 70 ein Werkzeug angedeutet.
Im Stößel 30, nämlich in den Seitenwänden 33 und in der
Zwischenwand 34 ist, wie sich aus Fig. 3 ergibt, eine Achse
35 gelagert, an welcher zwei gleiche untere Lenker 40
(Pleuel) in lotrechter Anordnung gehalten sind. Jeder dieser
unteren Lenker hat oben eine Gabel 41 und nimmt darin in
einer prinzipiell horizontalen Stellung einen Antriebshebel
60 auf. Dabei ist die Verbindung zwischen der Gabel und dem
Antriebshebel in der Mitte derselben durch jeweils einen
Achsbolzen 42 hergestellt.
Die beiden Antriebshebel 60 sind an einem Ende mittels eines
Achsbolzens 46 (Fig. 5) an einen Kopf 48 gelenkig
angeschlossen wobei dieser Kopf an eine Kolbenstange 47 des
Druckmittelzylinders 16 angeschlossen ist. Bei der Auf- und
Abbewegung der Kolbenstange 47 und somit des Kopfes 48
werden die beiden Antriebshebel 60 im Bereich des
Achsbolzens 46 lotrecht geführt.
Die anderen Enden der Antriebshebel 60 sind durch eine
untere Welle 45 verbunden (Fig. 6). Auf dieser Welle sind
zwei obere Lenker 43 (Fig. 6) gelagert, die jeweils einem
Antriebshebel zugeordnet sind. Diese oberen Lenker sind von
den Antriebshebeln aus nach oben gerichtet (Fig. 4) und an
einer oberen Welle 44 angelenkt, die (Fig. 5) in den
Seitenwänden 11 mit Flanschen 44a gelagert ist.
Jeder Ständerwange 12 ist zur Dämpfung eine Säule
zugeordnet, in der Anordnung gemäß Fig. 3 und 4. Jede Säule
besteht aus einem Unterteil 50, das fest mit der Bodenplatte
10 verbunden ist, und einem Oberteil 52, das fest mit der
Kopfplatte 12 verbunden ist. Zwischen den beiden Bauteilen
ist ein hydraulisches Element (Druckmittelelement)
angeordnet, dessen Zylinder mit dem Oberteil und dessen
Kolben mit dem Unterteil verbunden ist.
Claims (3)
1. Gelenkhebelpresse gekennzeichnet durch die nachfolgend
genannten Merkmale:
- - sie hat ein Gestell bestehend aus einer Bodenplatte (10), zwei Seitenwänden (11) , einer Kopfplatte (12) und einem auf der Bodenplatte abgestützten Tisch (13);
- - mittels eines auf der Kopfplatte mittig angeordneten Druckmittelzylinders (16) wird ein kastenförmiger Stößel (30) über dem Tisch auf und ab bewegt;
- - die Bewegung einer Kolbenstange (47) auf den Stößel (30) wird durch ein Gelenkhebelsystem übertragen, das aus folgenden Einzelteilen besteht:
- - zwei untere Lenker (40) (Pleuel) sind in lotrechter Anordnung am Stößel (30) angelenkt und nehmen jeweils oben an einer Gabel (41) in der Mitte in horizontaler Anordnung einen Antriebshebel (60) gelenkig auf;
- - die beiden Antriebshebel sind am einen Ende an einem Kopf (48) der Kolbenstange angelenkt;
- - die beiden anderen Enden der Antriebshebel sind durch eine gemeinsame untere Welle (45) oder durch je einen Bolzen mit oberen Lenkern (43) verbunden, die jeweils mit ihrem oberen Ende an einer Seitenwand (11) angelenkt sind.
2. Gelenkhebelpresse nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß jeder Ständerwange (11) eine Säule
zugeordnet ist, die im Grundriß im Bereich der
Führungsbahn (41) angeordnet ist und jeweils aus einem
Unterteil (50) besteht, das fest mit der Bodenplatte (10)
verbunden ist, und aus einem Oberteil (52), das fest mit
der Kopfplatte (12) verbunden ist, und daß zwischen die
genannten Teile zur Dämpfung der Stöße ein
Druckmittelelement eingesetzt ist, dessen Zylinder mit
dem einen und dessen Kolben mit dem anderen Teil der
Säule verbunden ist.
3. Gelenkhebelpresse nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Stößel (30) an einem
Führungskörper (20) geführt ist, der zwischen den beiden
Seitenwänden (Ständerwangen 11) angeordnet ist und ohne
Verbindung mit dem durch die Preßkraft belasteten
Ständerwangen und dem Pressenoberteil mit dem
Pressentisch (13) eine Einheit bildet.
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