DE4220270A1 - Schutzeinrichtung für Fahrzeuginsassen - Google Patents
Schutzeinrichtung für FahrzeuginsassenInfo
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Description
Aus US-A-3 794 136 ist eine Kollisionserkennungseinrichtung für ein
Fahrzeug mit Sensoren bekannt, die durch einen Unfall bedingte Ver
formungen von Karosserieteilen des Fahrzeugs erfassen. Die Sensoren
umfassen eine ortsfest angeordnete Spule und einen innerhalb der
Spule beweglich gelagerten Dauermagneten, der mit einem Fühlerstift
verbunden ist, welcher wiederum an verformbaren Fahrzeugteilen
anliegt. Bei Verformung der Fahrzeugteile drücken diese auf den
Fühlerstift, der wiederum den Permanentmagneten relativ zu der Spule
bewegt und in der Spulenwicklung eine Spannung induziert.
Aus US-A-3 703 300 ist weiter ein kapazitiver Crashsensor bekannt,
der im Bereich der Stoßstange des Fahrzeugs angeordnet ist. Bei
einer unfallbedingten Änderung des Abstands zwischen Stoßstange und
Karosserie des Fahrzeugs wird die Kapazität des Crashsensors ver
ändert. In einer mit dem Crashsensor verbundenen Auswerteschaltung
werden die Kapazitätsänderung des Crashsensors bzw. die Geschwindig
keit der Kapazitätsänderung für die Erkennung eines Unfalls aus
gewertet.
Aus DE 37 29 021 C2 ist eine Auslösevorrichtung für eine Fahrzeug
insassen-Rückhalteeinrichtung bekannt, die eine bei einem Unfall
ansprechende Sensorelektronik zur Aufnahme und Auswertung der Beul
geschwindigkeit bestimmter Karosserieteile des Fahrzeuges ein
schließt. Die Sensorelektronik umfaßt dabei Elektroden, die an
bestimmten Stellen des Kraftfahrzeugs, wie Türen, Seitenholmen, Kot
flügeln und Stoßstangen angeordnet sind und die die Kapazitäts
änderungen im Bereich der Verformungen aufnehmen und als Signale an
die Sensorelektronik weitergeben.
Aus US-A-4 381 829 ist weiter ein Kollisionserkennungssystem
bekannt, das eine Vielzahl von Sensoren umfaßt, die im Innern des
Fahrzeugs verteilt angeordnet sind und die den Zustand wesentlicher
Teile des Fahrzeugs erfassen sollen.
Die vorgeschlagene Schutzeinrichtung für Fahrzeuginsassen mit
mindestens einem beschleunigungsempfindlichen Sensor und mit
mindestens einem für Verformungen empfindlichen Sensor, mit
mindestens einem Schutzmittel für Fahrzeuginsassen und mit einer
elektronischen Einrichtung für die Auswertung der Ausgangssignale
der Sensoren und für die Ansteuerung der Schutzmittel bietet ins
besondere den Vorteil einer schnellen und sicheren Erkennung von
sogenannten Sidecrashs, also Unfallvorgängen, die in erster Linie
die Seitenflanken eines Fahrzeugs beeinträchtigen. Dies wird dadurch
ermöglicht, daß mindestens ein beschleunigungsempfindlicher Sensor
und mindestens ein verformungsempfindlicher Sensor für jede Fahr
zeugseite vorgesehen sind, wobei der mindestens eine beschleuni
gungsempfindliche Sensor vorzugsweise im Bereich der A- bzw. B-Säule
des Fahrzeugs und der mindestens eine verformungsempfindliche Sensor
vorzugsweise in mindestens einer Tür des Fahrzeugs angeordnet sind.
Besonders zweckmäßig ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei
dem mindestens zwei verformungsempfindliche Sensoren für jede Seite
des Fahrzeugs vorgesehen sind, wobei die Sensoren jeweils räumlich
hintereinanderliegend in mindestens einer Tür jeder Seite des Fahr
zeugs angeordnet sind. Durch diese verformungsempfindlichen
Sensoren, die relativ früh ansprechen, kann ggf. die Ansprech
schwelle des zusätzlich vorgesehenen mindestens einen beschleuni
gungsempfindlichen Sensors herabgesetzt werden, um ihn empfindlicher
zu machen. Weiterhin ist es mit Hilfe von zwei räumlich gestaffelt
angeordneten Verformungssensoren auch möglich, die Zeit zwischen der
Beaufschlagung des weiter außen und des weiter innen liegenden
verformungsempfindliche Sensors zu erfassen und daraus, bei
bekanntem Abstand der verformungsempfindlichen Sensoren Rückschlüsse
auf die Geschwindigkeit des Unfallgeschehens zu ziehen. Eine
besonders große Betriebssicherheit wird auch dadurch erreicht, daß
durch ständige Überprüfung der verformungsempfindlichen Sensoren
feststellbar ist, ob beispielsweise der außen liegende Sensor defekt
ist. In diesem Fall kann auch wiederum die Ansprechschwelle des
vorgesehenen mindestens einen beschleunigungsempfindlichen Sensors
herabgesetzt werden.
Ein besonders vorteilhafter verformungsempfindlicher Sensor ist ein
strahlungsoptischer Sensor, der aus einem Strahlungssensor, einem
Strahlungsempfänger und einem in dem Strahlengang zwischen dem
Strahlungssensor und dem Strahlungsempfänger angeordneten
Übertragungsmedium besteht. Vorzugsweise ist dabei das Übertragungs
medium derart verformungsempfindlich, daß bei Einwirkung einer Kraft
F auf das Übertragungsmedium die Übertragungseigenschaften des
Übertragungsmediums für die Strahlung veränderbar sind.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein schematisches Blockschaltbild der Schutzeinrichtung,
Fig. 2 ein detaillierter ausgeführtes Blockschaltbild der
Schutzeinrichtung, Fig. 3 die schematische Darstellung eines
Fahrzeugs in Seitenansicht zur Erläuterung der Einbaulage der
Sensoren, Fig. 4a, Fig. 4b, Fig. 4c den Aufbau eines
verformungsempfindlichen Sensors, Fig. 5a, Fig. 5b, Fig. 5c,
Fig. 5d diverse bei einem Unfall mit Schrägaufprall auftretende
Signalformen, Fig. 6a, Fig. 6b, Fig. 6c, Fig. 6d diverse bei
einem Unfall mit Seitenaufprall auftretende Signalformen, jeweils
als Funktion der Zeit.
Fig. 1 zeigt die Schutzeinrichtung als schematisches
Blockschaltbild. Die Schutzeinrichtung 1 umfaßt dabei mindestens
einen beschleunigungsempfindlichen Sensor 11, sowie mindestens
einen, einen Aufprall detektierenden Sensor 12, bei dem es sich
vorzugsweise um einen verformungsempfindlichen Sensor handelt. Die
Ausgangsanschlüsse der Sensoren 11, 12 sind mit einer elektronischen
Einrichtung 10 verbunden, deren Ausgangsanschlüsse wiederum mit
Schutzmitteln 13, 14 für die Fahrzeuginsassen verbunden sind. Die
elektronische Einrichtung 10 wertet die Ausgangssignale der Sensoren
11, 12 aus und steuert nach Maßgabe dieser Ausgangssignale die
Schutzmittel 13, 14 an. Die Schutzmittel 13, 14 umfassen
beispielsweise Airbageinrichtungen, die die Fahrzeuginsassen von der
Vorderseite und von der Seite her schützen, ggf. auch zusätzlich
eingebaute Gurtstraffer, die im Gefahrenfall die angelegten
Rückhaltegurte straffen und damit Gurtlose verhindern.
Fig. 2 zeigt ein detaillierter ausgeführtes Blockschaltbild eines
Ausführungsbeispiels der Schutzeinrichtung. Die Schutzeinrichtung 1
umfaßt eine elektronische Einrichtung 10, deren Kernbestandteil ein
Mikrorechner 104 ist, der in Digitalform vorliegende Daten ver
arbeitet. Dieser Mikrorechner ist mit einer Stromversorgungs
schaltung 103 verbunden, die unter anderem auch eine Energiereserve
in Form eines aufladbaren Kondensators enthält und die eingangs
seitig über den Anschlußpunkt UB mit der Fahrzeugbatterie verbunden
ist. Mit dem Mikrorechner 104 sind weiter verbunden ein programmier
bares Speicherelement 106, ein Analog/Digital-Wandler 105, sowie
mehrere Verknüpfungsschaltungen 107a, 107b, 107c, 107d und 107e, die
den Mikrorechner 104 mit diversen Steuerleitungen verbinden, die im
folgenden noch näher beschrieben werden. Für die Erfassung von Fahr
zeugbeschleunigungen sind weiterhin mehrere beschleunigungs
empfindliche Sensoren 11a, 11b, 101 und 102 vorgesehen, deren
Ausgangsanschlüsse mit Eingängen des Analog/Digital-Wandlers 105
verbunden sind. Bei den beschleunigungsempfindlichen Sensoren 101,
102 handelt es sich beispielsweise um Sensoren, die schwerpunktmäßig
die Fahrzeugbeschleunigung in Längsachsenrichtung des Fahrzeuges
erfassen, und deren Ausgangssignale maßgeblich die Auslösung der für
den Frontalschutz der Fahrzeuginsassen vorgesehenen Schutzmittel,
also beispielsweise Fahrer- und Beifahrerairbag, beeinflussen. Die
beschleunigungsempfindlichen Sensoren 11a und 11b dagegen erfassen
schwerpunktmäßig auf die Seiten des Fahrzeugs einwirkende
Beschleunigungen und beeinflussen demzufolge die Aktivierung der zum
Flankenschutz der Fahrzeuginsassen vorgesehenen Schutzmittel. Bei
diesen handelt es sich beispielsweise um in den Türen angeordnete
aufblasbare Gaskissen, die im Falle eines Unfallgeschehens eine
Verletzungen verursachende Kollision der Fahrerzeuginsassen mit
harten Fahrzeugteilen im Seitenbereich des Fahrzeugs verhindern
sollen. Schließlich sind noch mehrere verformungsempfindliche
Sensoren 12a, 12b, 12c, 12d vorgesehen, deren Ausgangsanschlüsse
unmittelbar mit Eingangsanschlüssen des Mikrorechners 104 verbunden
sind. Diese verformungsempfindlichen Sensoren dienen der Erfassung
von Verformungen der Fahrzeugkarosserie und sind daher vorzugsweise
im Seitenbereich des Fahrzeugs angeordnet. Die Verknüpfungs
schaltungen 107a, 107b sind ausgangsseitig mit Diagnosemitteln 15
bzw. einer Warneinrichtung 16 verbunden. Die Verknüpfungsschaltungen
107c, 107d, 107e dagegen sind ausgangsseitig mit Schutzmitteln 13,
14 für die Fahrzeuginsassen verbunden und steuern diese nach Maßgabe
der von den beschleunigungsempfindlichen und verformungsempfind
lichen Sensoren abgegebenen und von der elektronischen Einrichtung
10 verarbeiteten Ausgangssignale an. Bei den für die Fahrzeug
insassen vorgesehenen Schutzmitteln 13, 14 handelt es sich im
einzelnen um Airbageinrichtungen 130a, 130b für den Flankenschutz
der Frontinsassen des Fahrzeugs, um Airbageinrichtungen 131a, 131b
für den Flankenschutz von Passagieren auf den Rücksitzen des
Fahrzeugs und um Airbageinrichtungen 140a, 140b für den Frontal
schutz von Frontinsassen. Gegebenenfalls können zusätzlich auch in
diesem Blockschaltbild nicht im einzelnen dargestellte Schutzmittel,
wie insbesondere Gurtstraffer vorgesehen sein.
Die für die Erkennung eines Seitenaufpralls vorgesehenen Beschleuni
gungssensoren werden zweckmäßig, wie aus der schematischen Dar
stellung eines Fahrzeugs in Seitenansicht aus Fig. 3 hervorgeht, im
Seitenbereich des Fahrzeugs angeordnet. So werden beispielsweise
beschleunigungsempfindliche Sensoren 11a zweckmäßig in der A-Säule
bzw. in der B-Säule des Fahrzeugs angeordnet. Die verformungs
empfindlichen Sensoren 12a, 12b werden dagegen im Bereich einer Tür
32 des Fahrzeugs 30, und zwar vorzugsweise innerhalb derselben,
angeordnet. Bei einem besonders zweckmäßigen Ausführungsbeispiel der
Erfindung sind mindestens zwei verformungsempfindliche Sensoren 12a,
12b bzw. 12c, 12d für jede Fahrzeugseite vorgesehen, die räumlich
hintereinanderliegend in mindestens einer Tür jeder Fahrzeugseite
angeordnet sind. Im folgenden wird nur das in Fig. 3 dargestellte
Ausführungsbeispiel betrachtet, bei dem sowohl in der Fahrer- wie
auch in der Beifahrertür je zwei verformungsempfindliche Sensoren,
räumlich hintereinanderliegend, angeordnet sind. In Fig. 3 sind nur
die in der Fahrertür angeordneten Sensoren 12a, 12b dargestellt. Der
Abstand dieser verformungsempfindlichen Sensoren wird zweckmäßig so
gewählt, daß sie innerhalb der Tür liegend angeordnet werden können.
Dieser Abstand liegt zweckmäßig zwischen etwa 0,5 cm und 10 cm,
vorzugsweise jedoch zwischen 2 cm und 4 cm. Räumlich beabstandet
angeordnete Verformungssensoren bieten insbesondere den Vorteil, daß
eine Art "Vorwarnung" möglich ist. Im Normalfall wird eine Ver
formung der Tür 32 des Fahrzeugs 30 von der Außenwandung her statt
finden, so daß der räumlich der Außenwandung näherliegende ver
formungsempfindliche Sensor 12a zuerst verformt wird. Das infolge
dieser Verformung von dem verformungsempfindlichen Sensor 12a
abgegebene Ausgangssignal kann dann zweckmäßigerweise, wie später
noch erläutert wird, auch für eine Veränderung der Empfindlichkeits
schwelle der in der A-Säule bzw. B-Säule des Fahrzeugs 30
angeordneten beschleunigungsempfindlichen Sensoren 11a benutzt
werden. Dies erweist sich auch dann als zweckmäßig, wenn ein Defekt
des weiter außen liegenden Sensors 12a erkannt wird. Weiterhin kann
insbesondere bei einem Seitenaufprall des Fahrzeugs auf ein fest
stehendes Hindernis, beispielsweise einen Begrenzungspfahl oder
einen Baumstamm, der Zeitunterschied zwischen der Verformung des
weiter außen liegenden verformungsempfindlichen Sensors 12a und der
Verformung des weiter innen liegenden verformungsempfindlichen
Sensors 12b zur Feststellung der Eindringungsgeschwindigkeit
ausgenutzt werden, die ggf. als Auslösekriterium für die Schutz
mittel geeignet ist.
Ein besonders vorteilhaftes Ausführungsbeispiel eines verformungs
empfindlichen Sensors wird anhand von Fig. 4 (Fig. 4a, Fig. 4b,
Fig. 4c) erläutert. Dabei zeigt Fig. 4a eine Seitenansicht eines
verformungsempfindlichen Sensors 40 in Ruhelage, bei dem der Sensor
also nicht einer Verformung ausgesetzt ist. Fig. 4b dagegen zeigt
ebenfalls eine Seitenansicht des Sensors 40, jedoch jetzt unter dem
Einfluß einer eine Verformung hervorrufenden Kraft F. Schließlich
zeigt Fig. 4c einen Querschnitt durch den Sensor gemäß Fig. 4a
entlang der Strecke A-A.
Bei dem verformungsempfindlichen Sensor (12a, 12b, 12c, 12d, 40)
handelt es sich vorzugsweise um einen strahlungsoptischen Sensor
bei dem also der Strahlengang einer Strahlung infolge einer auf
tretenden Verformung beeinflußbar ist. Dazu umfaßt der Sensor 40
einen Strahlungssender 41, zweckmäßig eine lichtemittierende Diode
(LED). Weiterhin umfaßt der Sensor 40 einen Strahlungsempfänger 42,
vorzugsweise eine Fotodiode. Zwischen dem Strahlungssender 41 und
dem Strahlungsempfänger 42 ist ein Übertragungsmedium 43 angeordnet,
bei dem es sich vorzugsweise um einen Abschnitt einer Lichtleitfaser
handelt. Die von dem Strahlungssender 41 ausgesandte Strahlung wird
in das Übertragungsmedium 43 eingekoppelt und von diesem zu dem
Strahlungsempfänger 42 weitergeleitet. In der Ruhelage des Sensors
40, bei dem also keine Verformung stattfindet, breitet sich die von
dem Strahlungssender 41 ausgesandte Strahlung nahezu ungestört über
das Übertragungsmedium 43 zu dem Strahlungsempfänger 42 aus. Die das
Übertragungsmedium 43 bildende Lichtleitfaser 44 ist im wesentlichen
zylinderförmig ausgestaltet und trägt auf ihrem Außenmantel ein
Abstandshalterelement 45. Dieses Abstandshalterelement 45 ist ein im
wesentlichen faserförmiges Element, das schraubenartig um den Außen
mantel der Lichtleitfaser geschlungen ist, und zwar derart, daß der
Windungsabstand WA zwischen einzelnen Windungen des Abstandshalter
elementes 45 dem Durchmesser d des Abstandshalterelementes 45 ist.
Das Übertragungsmedium 43 bestehend aus Lichtleitfaser 44 und dem
schraubenartig darum geschlungenen Abstandshalterelement 45 liegt
derart auf einer im wesentlichen unnachgiebigen Unterlage 46 auf,
daß sich mehrere, entlang einer Linie angeordnete Auflagepunkte
ergeben. Zwischen diesen, durch das Abstandshalterelement 45
vorgegebenen Auflagepunkten ist die Lichtleitfaser 44 infolge einer
Krafteinwirkung (Kraft F) senkrecht zu ihrer Längsachse verformbar.
Eine derartige Verformung hat eine auch als "Mikrobending"
bezeichnete Verbiegung der aus einem Kern 44a und einem Mantel 44b
bestehenden Lichtleitfaser 44 zur Folge, die sich wiederum auf die
strahlungsoptischen Eigenschaften des Übertragungsmediums 43
auswirkt. Und zwar tritt infolge der durch die Verformung hervor
gerufenen Krümmungen im Außenmantelbereich der Faser 44 Strahlung
aus dem Mantelbereich der Faser 44 aus, mit der Folge, daß ent
sprechend weniger Strahlung auf den Strahlungsempfänger 42 selbst
gelangt. Dieses verringerte Strahlungsangebot kann nun in dem
Strahlungsempfänger 42 festgestellt werden. Alternativ könnten
Sensoren entlang der Außenmantelfläche der Lichtleitfaser 44
angeordnet sein und die dort bei Verformung auftretende Strahlung
detektieren. Der Durchmesser D der Lichtleitfaser 44 des
Übertragungsmediums 43 beträgt zwischen 50 Mikrometer und 200
Mikrometer, vorzugsweise zwischen 80 Mikrometer und 150 Mikrometer.
Der Durchmesser d des Abstandshalterelementes 45 dagegen beträgt
zwischen etwa 5 Mikrometer und 20 Mikrometer, vorzugsweise zwischen
8 Mikrometer und 15 Mikrometer.
Die Wirkungsweise der Schutzeinrichtung 1 wird im folgenden auch
unter Zuhilfenahme der in Fig. 5 (Fig. 5a, Fig. 5b, Fig. 5c,
Fig. 5d) und Fig. 6 (Fig. 6a, Fig. 6b, Fig. 6c, Fig. 6d)
dargestellten Signalformen erläutert. Auf die Aktivierung der für
die Fahrzeuginsassen vorgesehenen Schutzmittel nach einem von den
beschleunigungsempfindlichen Sensoren 101, 102 (vgl. Fig. 2)
erkannten Frontalaufprall wird im folgenden nicht weiter ein
gegangen; schwerpunktmäßig wird der Ablauf eines Unfallgeschehens
bei einem Aufprall schräg von vorn bzw. einem Seitenaufprall
abgehandelt. Der Fall eines Aufpralls schräg von vorn oder Schräg
aufpralls wird anhand der in Fig. 5 dargestellten Signalformen
erläutert. Dabei zeigt Fig. 5a eine typischerweise bei einem
derartigen Unfallgeschehen auftretende Signalform. Dargestellt ist
das Ausgangssignal eines beschleunigungsempfindlichen Sensors,
beispielsweise des vornehmlich in der A-Säule des Fahrzeugs 30
angeordneten Sensors 11a, 11b, also eine Beschleunigung a als
Funktion der Zeit t. Bei einer solchen Aufprallart spielen die in
der Tür 32 des Fahrzeugs 30 (siehe Fig. 3) angeordneten ver
formungsempfindlichen Sensoren 12a, 12b im wesentlichen keine Rolle,
da sie entweder gar nicht verformt werden, oder, wenn überhaupt,
erst so spät, daß dieses Verformungssignal nicht mehr sinnvoll für
die Aktivierung der Schutzmittel ausgewertet werden könnte.
Demzufolge zeigt Fig. 5b lediglich das Ausgangssignal av als
Funktion der Zeit, das etwa ein in Ruhelage befindlicher, also nicht
durch eine Verformung beaufschlagter verformungsempfindlicher Sensor
40 gemäß Fig. 4a abgibt. In der elektronischen Einrichtung 10 der
Schutzeinrichtung 1 werden, wie eingangs schon unter Bezugnahme auf
Fig. 2 schon erwähnt, die von den diversen Sensoren abgegebenen
Ausgangssignale verarbeitet und ausgewertet. Üblicherweise werden
die Ausgangssignale der beschleunigungsempfindlichen Sensoren über
der Zeit integriert, um daraus ein sogenanntes ΔV-Signal zu
gewinnen. Weiterhin ist es an sich bekannt, für die Aktivierung der
für die Fahrzeuginsassen vorgesehenen Schutzmittel Schwellenwerte
vorzugeben, derart, daß eine Aktivierung oder Auslösung der
Schutzmittel dann vorgenommen wird, wenn das verarbeitete bzw.
ausgewertete, beispielsweise über der Zeit integrierte
Ausgangssignal eines beschleunigungsempfindlichen Sensors eine
vorgebbare Schwelle überschreitet. In Fig. 5c ist nun in einem
Diagramm das durch zeitliche Integration aus dem Ausgangssignal
eines beschleunigungsempfindlichen Sensors, beispielsweise des
beschleunigungsempfindlichen Sensors 11a bzw. 11b gewonnene
Ausgangssignal ΔV als Funktion der Zeit t aufgetragen. Weiterhin
sind in Fig. 5c zwei Schwellenwerte S1, S2 eingetragen, wobei der
Schwellenwert S2 niedriger liegt als der Schwellenwert S1. In einem
besonders vorteilhaften Ausführungsbeispiel gilt etwa für den
Schwellenwert S2 = 0,2×S1. In dem gegenwärtig diskutierten
Beispielsfall eines Schrägaufpralls ist allerdings der niedrigere
Schwellenwert S2 im Normalfall ohne Bedeutung; er ist erst bei dem
später noch diskutierten Seitenaufprall von Belang. Zum Zeitpunkt TA
überschreitet nun das ΔV-Signal die obere Schwelle S1, die als
kritische Schwelle für die Auslösung eines Schutzmittels, beispiels
weise mindestens eines Seiten- und/oder eines Frontairbags fest
gesetzt ist. Zu diesem Zeitpunkt TA gibt die elektronische Ein
richtung 10, wie in Fig. 5d dargestellt, über mindestens eine der
Verknüpfungsschaltungen 107c, d, e (siehe Fig. 2) ein Auslöse
signal A ab, das mindestens eines der Schutzmittel 130a, 130b, 131a,
131b, 140a, 140b aktiviert.
Die Situation bei einem Seitenaufprall wird im folgenden anhand der
Signalverläufe der Fig. 6 erläutert. Dabei zeigt Fig. 6a wiederum
in Form einer Beschleunigungskurve, das Ausgangssignal eines
beschleunigungsempfindlichen Sensors 11a, 11b als Funktion der Zeit.
Zum Zeitpunkt TB beginnt der Unfallablauf, bei dem ein Objekt,
beispielsweise ein anderes Fahrzeug oder ein feststehendes Hinder
nis, wie beispielsweise ein Begrenzungspfahl oder ein Baumstamm mit
einer Seitenfläche des Fahrzeugs 30 in Kontakt kommt und dabei die
Karosserie des Fahrzeugs 30 im Bereich der Tür 32 verformt. Schon
kurze Zeit später, nämlich zum Zeitpunkt T1 spricht der in der Tür
32 räumlich am weitesten außen liegend angeordnete verformungs
empfindliche Sensor 12a auf die Verformung an und gibt gemäß
Darstellung in Fig. 6b ein Ausgangssignal av1 ab. Im Ruhezustand,
also ohne eine zu einer Verformung führende Krafteinwirkung, lag am
Ausgang des verformungsempfindlichen Sensors 12a das Ausgangssignal
av0 an. Vorzugsweise gleichzeitig, also im Zeitpunkt T1, wird, wie
aus Fig. 6c hervorgeht, durch das Ausgangssignal av1 des ver
formungsempfindlichen Sensors 12a die elektronische Einrichtung 10
den vorgebbaren Schwellenwert für das aufintegrierte Signal ΔV des
Ausgangssignals a eines beschleunigungsempfindlichen Sensors 11a,
11b von dem vergleichsweise hohen Schwellenwert S1 auf den
niedrigeren Schwellenwert S2 herabsetzen, um so zu einer früheren
Auslösung bzw. Aktivierung der für die Fahrzeuginsassen vorgesehenen
Schutzmittel zu gelangen. Die elektronische Einrichtung 10 gibt
nämlich jetzt schon (gemäß Fig. 6d) zu dem Zeitpunkt TAS ein
Auslösesignal A für die Ansteuerung mindestens einer der Ver
knüpfungsschaltungen 107c, d, e und damit für die Aktivierung
mindestens eines der Schutzmittel 130a, b, 131a, b, 140a, b ab. Der
Zeitpunkt TAS ist gemäß Fig. 6c derjenige Zeitpunkt, bei dem das
Signal ΔV den zuvor zum Zeitpunkt T1 auf S2 herabgesetzten
Schwellwert erreicht.
Führt ein Seitenaufprall nicht nur zu einer Verformung des ver
formungsempfindlichen Sensors 12a (Fig. 3) sondern auch noch zu
einer Verformung des räumlich dahinter angeordneten verformungs
empfindlichen Sensors 12b, dann kann in einem weiteren vorteilhaften
Ausführungsbeispiel der Erfindung vermittels der elektronischen
Einrichtung 10, die die Ausgangssignale der beiden verformungs
empfindlichen Sensoren 12a, 12b erfaßt, auch noch die Zeit erfaßt
werden, die zwischen der Verformung des ersten verformungs
empfindlichen Sensors 12a und der Verformung des zweiten
verformungsempfindlichen Sensors 12b verstreicht. Auch dieser
Zeitablauf kann zweckmäßig für die Einleitung einer optimalen
Auslösestrategie für die Schutzmittel eingesetzt werden. Beispiels
weise kann die Veränderung der in Fig. 6c dargestellten Schwell
werte S1, S2 von dem Zeitintervall zwischen der Verformung des
ersten verformungsempfindlichen Sensors 12a und der Verformung des
zweiten verformungsempfindlichen Sensors 12b abhängig gemacht
werden. Dazu kann beispielsweise ein vorgegebenes Zeitintervall ΔT
festgelegt werden. Werden bei einem Unfallablauf beide Sensoren 12a,
12b vor Ablauf dieses Zeitintervalls verformt, kann dies auf einen
besonders schweren Unfall hindeuten. Bevorzugt werden dann die für
den Seitenschutz vorgesehenen Airbags früher ausgelöst, da ja die
Auslöseschwelle S2 (Fig. 6c) rechtzeitig erniedrigt wurde.
Claims (15)
1. Schutzeinrichtung für Fahrzeuginsassen mit mindestens einem
beschleunigungsempfindlichen Sensor und mit mindestens einem für
Verformungen empfindlichen Sensor, mit mindestens einem Schutzmittel
für Fahrzeuginsassen und mit einer elektronischen Einrichtung für
die Auswertung der Ausgangssignale der Sensoren und für die
Ansteuerung der Schutzmittel, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein beschleunigungsempfindlicher Sensor (11a, 11b) und mindestens
ein verformungsempfindlicher Sensor (12a, 12b, 12c, 12d) für jede
Fahrzeugseite vorgesehen sind, wobei der mindestens eine
beschleunigungsempfindliche Sensor (11a, 11b) vorzugsweise im
Bereich A- bzw. B-Säule des Fahrzeugs (30) und der mindestens eine
verformungsempfindliche Sensor (12a, 12b, 12c, 12d) vorzugsweise in
mindestens einer Tür (32) des Fahrzeugs (30) angeordnet sind.
2. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der beschleunigungsempfindliche Sensor (11a, 11b) ein an sich
bekannter piezoelektrischer Sensor ist.
3. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens zwei verformungsempfindliche Sensoren (12a, 12b, 12c,
12d) für jede Seite des Fahrzeugs (30) vorgesehen sind, wobei die
Sensoren (12a, 12b bzw. 12c, 12d) jeweils räumlich hintereinander
liegend in mindestens einer Tür (32) jeder Seite des Fahrzeugs (30)
angeordnet sind.
4. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Abstand der verformungsempfindlichen
Sensoren (12a, 12b bzw. 12c, 12d) zwischen 0,5 cm und 10 cm,
vorzugsweise zwischen 2 cm und 4 cm liegt.
5. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der verformungsempfindliche Sensor (12a bis 12d)
ein strahlungsoptischer Sensor (40) ist.
6. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Sensor (40) aus einem Strahlungssender (41),
einem Strahlungsempfänger (42) und einem in dem Strahlengang
zwischen dem Strahlungssender (41) und dem Strahlungsempfänger (42)
angeordneten Übertragungsmedium (43) besteht.
7. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens das Übertragungsmedium (43) des
Sensors (40) verformungsempfindlich ist.
8. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Übertragungsmedium (43) aus einer im
wesentlichen zylinderförmig ausgebildeten Lichtleitfaser (44)
besteht, auf deren Außenmantelfläche ein Abstandshalterelement (45)
angeordnet ist.
9. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Abstandshalterelement (45) ein im
wesentlichen faserförmiges, schraubenartig um den Außenmantel der
Lichtleitfaser (44) geschlungenes Element ist.
10. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Durchmesser (D) der Lichtleitfaser (44) des
Übertragungsmediums (43) zwischen 50 Mikrometer und 200 Mikrometer,
vorzugsweise zwischen 80 Mikrometer und 150 Mikrometer liegt.
11. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der Durchmesser (d) des Abstandshalterelementes
(45) zwischen 5 Mikrometer und 20 Mikrometer, vorzugsweise zwischen
8 Mikrometer und 15 Mikrometer liegt.
12. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß der Windungsabstand (WA) der Windungen des
Abstandshalterelementes (45) größer oder gleich dem Durchmesser (d)
des Abstandshalterelementes (45) ist.
13. Verfahren zum Schutz von Fahrzeuginsassen mit einer Schutz
einrichtung, die mindestens einen beschleunigungsempfindlichen
Sensor und mindestens einen verformungsempfindlichen Sensor,
mindestens ein Schutzmittel für Fahrzeuginsassen, sowie eine
elektronische Einrichtung für die Auswertung der Ausgangssignale der
Sensoren und die Ansteuerung des mindestens einen Schutzmittels nach
Maßgabe der Ausgangssignale der Sensoren aufweist, dadurch gekenn
zeichnet, daß bei Ansprechen des mindestens einen verformungs
empfindlichen Sensors (12a, 12b, 12c, 12d) infolge des von diesem
verformungsempfindlichen Sensor abgegebenen Ausgangssignals (av) ein
für das Ausgangssignal (a) bzw. das durch zeitliche Integration
daraus gewonnene Signal (Δ V) des mindestens einen beschleunigungs
empfindlichen Sensors (11a, 11b) vorgebbarer Schwellwert (S1, S2)
veränderbar ist.
14. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß nach
Ansprechen des mindestens einen verformungsempfindlichen Sensors
(12a, 12b, 12c, 12d) der Schwellwert (S1 , S2) von einem höheren (S1)
auf einen niedrigeren Wert (S2) herabgesetzt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13, 14, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Ausgangssignale von mindestens zwei verformungs
empfindlichen Sensoren (12a, 12b, 12c, 12d) ausgewertet werden und
daß die vorgebbaren Schwellwerte (S1, S2) für das Ausgangssignal (a)
des mindestens einen beschleunigungsempfindlichen Sensors (11a, 11b)
bzw. für ein von diesem Ausgangssignal (a) ableitbares Signal (ΔV)
dann verändert werden, wenn ein vorgebbares Zeitintervall zwischen
dem Ansprechen eines ersten verformungsempfindlichen Sensors (12a,
12b, 12c, 12d) und dem Ansprechen eines zweiten verformungs
empfindlichen Sensors (12a, 12b, 12c, 12d) unterschritten wird.
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Legal Events
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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