DE4217185C1 - Flugkörper - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Flugkörper zur Bekämpfung
von Panzerfahrzeugen mit aktiven, sensorgesteuerten
Abwehreinrichtungen.
Derartige Abwehreinrichtungen stellen die kommende Generation
des Panzerschutzes dar. Die Abwehreinrichtung kann
beispielsweise durch auf dem Panzerfahrzeug angebrachte Mini-Hohl
ladungen oder Splittersprengladungen gebildet sein. Die
Stachel dieser Mini-Hohlladungen bzw. die Splitter der
Splittersprengladungen durchschlagen die Hülle eines
angreifenden Hohlladungs-Gefechtskopfes und bringen damit seine
Sprengladung zur Detonation, bevor sich ein Hohlladungsstachel
hoher Durchschlagsleistung ausbilden kann. Durch die durch die
Abwehreinrichtung bewirkte Detonation der Sprengladung des
Hohlladungs-Gefechtskopfes bildet sich allenfalls eine
Splittergarbe mit drastisch reduzierter Leistung.
Zur Betätigung dieser Abwehreinrichtung ist das Panzerfahrzeug
mit Sensoren versehen. D.h., es sind weitreichende Sensoren zur
Voraufklärung vorhanden, um den Voranflug eines angreifenden
Flugkörpers festzustellen. Mit vorzugsweise aktiven Sensoren,
beispielsweise optischen Sensoren, wie IR-Sensoren, oder
Radar-Sensoren, wird dann in der Endanflugphase des Flugkörpers
dessen Entfernung, Flugrichtung und Geschwindigkeit ermittelt.
Aufgrund dieser Meßdaten wird die Abwehreinrichtung, d. h. eine
oder mehrere dem angreifenden Flugkörper zugewandte Mini-Hohl
ladungen bzw. Splittersprengladungen betätigt, wodurch der
Gefechtskopf des angreifenden Flugkörpers unschädlich gemacht
wird.
Die Auslöseentfernung der Abwehreinrichtung einer solchen
aktiven Panzerung, d. h. der Abstand des angreifenden
Flugkörpers von dem Panzerfahrzeug bei Betätigung der
Abwehreinrichtung, liegt in der Größenordnung von einigen
Metern. Bei größerer Auslöseentfernung nimmt die
Trefferwahrscheinlichkeit ab.
Aus DE 30 04 047 C2 ist ein Flugkörper zur Bekämpfung einer
reaktiven Panzerung bekannt, der ein von einem harten Kern
abtrennbares Hohlladungsteil und einen die Abtrennung
auslösenden Abstandssensor aufweist. Bei Annäherung an das Ziel
wird das Hohlladungsteil abgesprengt, so daß es vorauseilt und
die Explosivstoff-Schicht der reaktiven Panzerung zur
Detonation bringt. Der nachfolgende Kern kann dann ungehindert
in die Hauptpanzerung eindringen.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen wirksamen Flugkörper zur
Bekämpfung von Panzerfahrzeugen bereitzustellen, die mit
derartigen aktiven, sensorgesteuerten Abwehreinrichtungen
versehen sind.
Dies wird erfindungsgemäß mit dem im Anspruch 1
gekennzeichneten Flugkörper erreicht. In den Unteransprüchen
sind vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wiedergegeben.
Der erfindungsgemäße, vorzugsweise als Lenkflugkörper
ausgebildete Panzerabwehr-Flugkörper ist also mit einem
Abstandssensor, z. B. einem Radarsensor, versehen, dessen
Auslöseentfernung auf einen Abstand eingestellt ist, der über
der Auslöseentfernung der Sensoren auf dem Panzerfahrzeug
liegt. Gegenüber der Auslöseentfernung der Sensoren des
Panzerfahrzeuges, welche, wie erwähnt, in der Größenordnung von
einigen Metern liegt, kann die Auslöseentfernung des
Abstandssensors des Flugkörpers also z. B. mehrere 10 oder gar
mehrere 100 m betragen. D.h., wenn die Auslöseentfernung des
Abstandssensors des Flugkörpers beispielsweise 100 m beträgt,
wird der Täuschkörper in dieser Entfernung von dem
Panzerfahrzeug aus dem Flugkörper vorzugsweise in Flugrichtung
nach vorne ausgestoßen, so daß der Restflugkörper mit dem
Gefechtskopf im Abstand hinter dem Täuschkörper fliegt.
Der Täuschkörper, der eine von den Sensoren des
Panzerfahrzeugs erfaßbare Signatur aufweist, tritt dadurch
zuerst in den Auslösebereich der Sensoren des
Panzerfahrzeugs ein, so daß die Abwehreinrichtung des
Panzerfahrzeugs den Täuschkörper bekämpft und nicht den im
Abstand hinter dem Täuschkörper nachfliegenden Gefechtskopf
des Lenkflugköpers, der damit seine Gefechtsmission
unversehrt vollziehen kann.
Die Signatur des Täuschkörpers ist vorzugsweise stärker
ausgebildet als die des Restflugkörpers mit dem
Gefechtskopf. Diese Maßnahme kommt insbesondere dann zum
Tragen, wenn der Abstand zwischen dem abgetrennten
Täuschkörper und dem Gefechtskopf relativ gering ist.
Der Täuschkörper kann ein kompaktes
Projektil mit einer, zusätzlich zur optischen, hohen
IR- und/oder Radar-Signatur sein. Ferner ist es möglich als
Täuschkörper ein Projektil zu verwenden, das sich nach dem
Ausstoß aus dem Flugkörper in Subprojektile zerlegt.
Dadurch wird eine Wolke von Subprojektilen gebildet, die
einerseits die Vermessung des angreifenden Flugkörpers
durch die Sensoren des Panzerfahrzeuges erheblich stört,
und andererseits ein ausreichend großes Objekt simuliert,
so daß, wenn das Sensorsystem des Panzerfahrzeuges eine
Größendiskriminierung aufweist, das Sensorsystem des
Panzerfahrzeuges sicher ausgelöst wird. Unter
Größendiskriminierung ist dabei eine Auslösung des Panzer-Sen
sorsystems ab einer bestimmten Größe des anfliegenden
Objektes zu verstehen. Kleinere Objekte führen also zu
keiner Auslösung.
Der Täuschkörper des erfindungsgemäßen Flugkörpers kann
ferner durch einen pyrotechnischen Körper gebildet sein,
der sich nach dem Ausstoß aus dem Flugkörper zerlegt und
eine Partikel- oder Gaswolke bildet, die dem Sensorsystem
des Panzerfahrzeuges ein Ziel vortäuscht. Ferner ist es
möglich, als Täuschkörper einen Körper zu verwenden, der
sich nach dem Ausstoß aus dem Flugkörper mit einem hellen
Lichtblitz zerlegt, so daß das Sensorsystem des
Panzerfahrzeuges zumindest kurzzeitig übersteuert, d. h.
das Abwehrsystem des Panzerfahrzeugs durch Blendung außer
Kraft gesetzt wird. Freilich können auch mehrere der
vorstehend angeführten Maßnahmen zur Verwirklichung des
Täuschkörpers miteinander kombiniert werden. Der
Gefechtskopf des erfindungsgemäßen Flugkörpers kann z. B.
eine Einzelhohlladung oder eine Einzel-Projektilbildende-La
dung aufweisen, jedoch auch mit einem Tandemwirksystem
ausgerüstet sein, dessen Einzelladungen sowohl Hohlladungen
als auch Projektilladungen sein können.
Nachstehend ist die Erfindung anhand der beigefügten
Zeichnung näher erläutert, deren einzige Figur schematisch
einen ein Panzerfahrzeug angreifenden Flugkörper nach einer
Ausführungsform der Erfindung zeigt.
Danach ist ein Kampfpanzer 1 mit einem nicht dargestellten
aktiven Schutzsystem versehen, dessen Auslöseentfernung
durch die gestrichelte Linie 2 wiedergegeben ist. D. h.,
wenn ein sich dem Kampfpanzer 1 nähernder Flugkörper in den
Auslösebereich eindringt, wird das aktive Schutzsystem
betätigt, also beispielsweise eine Mini-Hohlladung auf den
Flugkörper abgefeuert.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Lenkflugkörper 3 ist
die Spitze 4 als Täuschkörper ausgebildet, während der
Restflugkörper 5 einen Hohlladungsgefechtskopf darstellt.
Der Flugkörper 3 weist einen Abstandssensor auf, dessen
Auslöseentfernung durch die gestrichelte Linie 6
verdeutlicht ist. Sobald der Flugkörper 3 die Linie 6
passiert, wird der Täuschkörper 4 nach vorne ausgestoßen,
wodurch der Gefechtskopf 5 im Abstand hinter dem
Täuschkörper 4 nachfliegt. Der Täuschkörper 4 dringt damit
zuerst in den Auslösebereich 2 des aktiven Schutzsystems
des Panzers ein, so daß er damit bekämpft wird. Der
Gefechtskopf 5 ist damit in der Lage, den Panzer 1
ungestört anzugreifen.
Claims (5)
1. Flugkörper zur Bekämpfung von Panzerfahrzeugen mit
aktiven, sensorgesteuerten Abwehreinrichtungen, dadurch
gekennzeichnet, daß der Flugkörper (3) einen abtrennbaren vorauseilenden und
die Signatur des Flugkörpers (3) darstellenden Täuschkörper (4)
besitzt.
2. Flugkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Täuschkörper (4) eine IR- und/oder Radar-Signatur
aufweist.
3. Flugkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Täuschkörper (4) in eine Vielzahl von
Subprojektilen zerlegt wird.
4. Flugkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Täuschkörper (4) eine Partikel- oder
Gaswolke bildet.
5. Flugkörper nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Täuschkörper (4) einen
Lichtblitz bildet.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE19924217185 DE4217185C1 (de) | 1992-05-23 | 1992-05-23 | Flugkörper |
| FR9305919A FR2691533B1 (fr) | 1992-05-23 | 1993-05-17 | Missile pour combattre des véhicules blindés. |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19924217185 DE4217185C1 (de) | 1992-05-23 | 1992-05-23 | Flugkörper |
Publications (1)
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| FR (1) | FR2691533B1 (de) |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR2691533A1 (fr) | 1993-11-26 |
| FR2691533B1 (fr) | 1994-09-16 |
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Legal Events
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