DE4205675C2 - Verfahren zur umformenden Herstellung form- und maßgenauer rotationssymmetrischer Hohlkörper aus massivem Halbzeug - Google Patents
Verfahren zur umformenden Herstellung form- und maßgenauer rotationssymmetrischer Hohlkörper aus massivem HalbzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur umformenden Herstellung
form- und maßgenauer rotationssymmetrischer Hohlkörper aus massivem Halbzeug gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Die Erfindung findet in der metallverarbeitenden Industrie bei
der Herstellung von zylindrischen Hohlkörpern aus massivem
Halbzeug Anwendung.
Im Stand der Technik nach Dr. Reiner Kopp, Hubert Gaile; Dreirollen-Fließdrücken; Dornier-Post; Heft 4; 1972; Seite 29-32;
werden verschiedene Prinzipien des Fließdrückens beschrieben. Auf
Seite 31, 1. Spalte, wird unter anderem eine Verfahrenskombination
dargestellt, bei welcher zur Herstellung eines zylindrischen
Napfes eine Blechronde durch Drücken umgelegt und bei Verwendung
von Spezialrollen im gleichen Arbeitsgang abgestreckt wird.
Bei dieser Verfahrenskombination ist, wie bei allen anderen
Fließdrückverfahren, Voraussetzung, daß die Ausgangsform als
Blechronde oder als zylindrischer Hohlkörper vorliegt.
Beim Bohrungsdrücken nach DD 2 45 827 und der Vorrichtung nach
DD 2 73 789 erfolgt das Eindringen eines mit Kraft beaufschlagten
Formstempels in das massive Halbzeug durch gleichzeitig axial
fortschreitende Durchmesserreduzierung des Halbzeuges mittels
Rollen oder Kugeln. Der abfließende Werkstoff wird durch die Wirkung
der Rollen oder Kugeln zur Wand des Hohlkörpers ausgeformt.
Dieses Massivumformverfahren zeichnet sich durch hohe Flexibilität
aus, hat jedoch den Nachteil, daß der Innen- und Außendurchmesser
des hergestellten Hohlteils eine ungenügende Form- und
Maßgenauigkeit aufweisen. Diese Fehler treten durch einen tangentialen
Stau vor der Rolle auf und äußern sich in einer Durchmesseraufweitung
sowie Welligkeit und Rillenbildung nach den Rollen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend von einem rotationssymmetrischen
massiven Halbzeug, ein Verfahren und eine zugehörige
Walze zu entwickeln, die eine hohe Form- und Maßgenauigkeit
des Innen- und Außendurchmessers gewährleisten.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Dabei wird unter Verwendung eines Druckdorns und eines
Reduzierwerkzeuges in Form von mindestens zwei Walzen der
rotationssymmetrische Hohlkörper vorgeformt und unter Verwendung
derselben Werkzeuge erfolgt im Rückhub ein Abstreckdrücken des
Hohlkörpers vorzugsweise mit Änderung der Drehrichtung des Hohlkörpers. Die
Walzen sind dabei so gestaltet, daß sowohl in Richtung des
Vorwärtshubes für das Bohrungsdrücken als auch in Richtung des
Rückhubes für das Abstreckdrücken ein entsprechender
Arbeitswinkel vorhanden ist. Zwischen beiden Arbeitswinkeln ist
ein zylindrischer Teil angeordnet.
Das Abstreckdrücken im Rückhub erfolgt je nach Größe der beim
Bohrungsdrücken aufgetretenen Durchmessererweiterung ohne oder
mit einer weiteren radialen Walzenzustellung. Das zylindrische
Walzenteil hat eine Glättfunktionn. Durch das erfindungsgemäße
Verfahren in Verbindung mit der Walze wird eine wesentliche
Verbesserung der Form- und Maßgenauigkeit erzielt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 Hergestellter Hohlkörper und Stellung der Werkzeuge nach
Beendigung des Vorwärtshubes (Bohrungsdrücken);
Fig. 2 Hohlkörper und Werkzeugstellung während des Abstreckdrückens
im Rückhub;
Fig. 3 Walze.
Das Ende des Bohrungsdrückens zeigt Fig. 1. Durch die Wirkung des
Druckdorns 1 und der Walzen 2 wurde das Halbzeug zu einem
rotationssymmetrischen Hohlkörper 3 mit der Wanddicke S ausgebildet.
Es liegt am Gegenstempel 4 an. In Vorschubrichtung hinter den Walzen 2 ergibt sich
dabei eine verfahrensbedingte Aufweitung x des zu
erzielenden Durchmessers D auf den Durchmesser DA und die
Ausbildung von Vorschubrillen.
Je nach der Größe der Aufweitung x erfolgt im Rückhub
ein Abstreckdrücken mit oder ohne vorheriger radialer Walzenzustellung
(Fig. 2). Vorteilhaft für die Profilausfüllung ist das
Abstreckdrücken unter Änderung der Drehrichtung des Hohlkörpers 3. Die Walze 2
ist dabei derart ausgestaltet, daß sowohl in Richtung des
Vorwärtshubes als auch in Richtung des Rückhubes entsprechende Abschnitte
mit einem Arbeitswinkel α für das Bohrungsdrücken und β für das Abstreckdrücken
vorhanden sind, wobei zwischen diesen Abschnitten ein zylindrischer
Walzenteil a angeordnet ist (Fig. 3). Durch das Abstreckdrücken
im Rückhub werden die Form- und Maßabweichungen, insbesondere die
Geradheitsabweichung und die Oberflächenrauheit in der Bohrung
wesentlich verringert. Der durch das Bohrungsdrücken erzielte
Außendurchmesser DA wird auf den zu erzielenden Durchmesser D
abgestreckt.
Claims (4)
1. Verfahren zur umformenden Herstellung form- und maßgenauer
rotationssymmetrischer Hohlkörper aus massivem Halbbzeug, wobei
das Halbzeug im Vorwärtshub durch Bohrungsdrücken unter
Verwendung eines Drückdorns und eines, mindestens zwei Walzen
aufweisenden, Reduzierwerkzeuges zu einem Hohlkörper vorgeformt
wird, wobei in Vorschubrichtung hinter den Walzen eine
verfahrensbedingte Aufweitung des Außendurchmessers auftritt,
dadurch gekennzeichnet, daß in der gleichen Aufspannung unter
Verwendung derselben Werkzeuge im Rückhub ein Abstreckdrücken
des rotationssymmetrischen Hohlkörpers (3) in der Weise erfolgt,
daß der Außendurchmesser des Hohlkörpers um die verfahrensbedingte
Aufweitung (x) reduziert wird, wobei die Geometrie der
Walzen (2) derart ausgestaltet ist, daß sowohl in Richtung des
Vorwärtshubes für das Bohrungsdrücken als auch in Richtung des
Rückhubes für das Abstreckdrücken ein entsprechender
Arbeitswinkel vorhanden ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Abstreckdrücken im Rückhub entsprechend der vorhandenen
verfahrensbedingten Aufweitung (x) des Außendurchmessers (D)
des Hohlkörpers (3) ohne oder mit einer weiteren radialen
Zustellung der Walzen (2) erfolgt und mit umgekehrter
Drehrichtung durchgeführt wird.
3. Walze zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzengeometrie sowohl für
das im Vorwärtshub durchgeführte Bohrungsdrücken als auch für
das im Rückhub durchgeführte Abstreckdrücken ausgestaltet ist,
d. h. daß die Walze (2) einen kegeligen Abschnitt mit einem
Arbeitswinkel (α) für das Bohrungsdrücken im Vorwärtshub und
einen kegeligen Abschnitt mit einem Arbeitswinkel (β) für das
Abstreckdrücken im Rückhub verfahrensspezifisch aufweist und
daß zwischen beiden kegligen Abschnitten ein zylindrischer
Walzenteil (a) angeordnet ist.
4. Walze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
des zylindrischen Walzenteils (a) entsprechend der Verfahrensparameter
5 bis 20 mm beträgt.
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