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Verfahren und Einrichtung zum Zählen und Abfüllen von Tabletten oder
sonstigen scheibenförmigen, planparallel oder leicht ballig geformten Gegenständen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine nach diesem arbeitende Einrichtung
zum Zählen und Abfüllen von Tabletten und sonstigen scheibenförmigen planparallel
oder leicht ballig geformten Produkten in Gefäße beliebiger Art.
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Verfahren und Einrichtungen, welche dem gleichen Zweck dienen sollen,
sind bekannt, jedoch hat sich im praktischen Betriebe herausgestellt, daß diese
mehr oder weniger große Nachteile besitzen, welche erwiesenermaßen zu häufigen Störungen
führen. Besonders sind diese zu verzeichnen, wenn linsige bzw. leicht ballige Tablettes,
welche zudem noch aus leicht bröckelnden Substanzen hergestellt sind, maschinell
abgezählt und abgefüllt werden sollen. Am verbreitetstzn sind die Einrichtungen,
welche auf Grund mehrerer nebeneinander angeordneter Rillenbahnen, die erst flach
beginnen und dann nach und nach aufgerichtet werden, die Tabletten aufrecht stehend
hintereinander anordnen und dann abfüllen. Der Hauptnachteil hierbei ist nun, daß
die Rillen so -weit sein müssen, daß die Tabletten genügend seitliches Spiel haben,
um durch die Schräglage der killenbahn ins Rollen zu kommen. Diese größere Rillenbreite
ist aber gerade der erste Anlaß zu Störungen, besonders bei Verarbeitung von linsigen
bzw. leicht Balligen Tabletten usw. Letztere bekommen einen unruhigen Lauf, sie
stoßen -während desselben dauernd an den Seiten der Rillen an und stellen sich innerhalb
dieser schräg, so daß die nächstfolgenden Tabletten ebenfalls diese Lage einnehmen
müssen. Auf diese Art und Weise entsteht gewissermaßen ein Keil, wodurch der Weitertransport
gestört ist. Sind nun noch Tablettenbruchstücke in die Rillen gelangt, was niemals
ganz zu vermeiden ist, so ist ein weiterer Anlaß zu Unterbrechungen gegeben.
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Diese Hauptnachteile und noch andere, deren Erwähnung hier zu weit
führen würde, sind bei vorliegender Erfindung vermieden.
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Die Erfindung ist auf der Zeichnung dargestellt. Es bedeutet: Abb.
i einen Längsschnitt nach Linie d-d. der Abb. 2, Abb. 2 die Ansicht von oben, Abb.
3 den Querschnitt nach Linie c-c in Abb. 2, Abb. 4. einen Längsschnitt nach Linie
b-b und Abb. 5 einen Querschnitt d-d von Abb. 2. Das Verfahren gründet sich darauf,
daß das zu zählende und abzufüllende Produkt (Tabletten usw.) auf ein sich in bestimmter
Richtung mit gleichförmiger Geschwindigkeit bewegendes Transportband gelangt. Durch
einen an beliebiger Stelle quer zur Transportrichtung angebrachten Widerstand werden
die Tabletten am Weitertransport verhindert, so daß die anfangs in unregelmäßigen
Abständen (entsprechend der Aufgabe auf das Transportband) ankommenden Tabletten
ohne Zwischenraum flach hintereinanderliegend angereiht werden. Das Transportband
bewegt sich ununterbrochen weiter.
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Entsprechend der Lage des Widerstandes bewegt sich nun ein Schieber
quer zur Transportachse. Dieser hat je nach Anzahl der zu zählenden Tabletten usw.
eine entsprechende Länge, so daß dieser bei seiner Verschiebung quer über das Transportband
die
genaue Anzahl Tabletten wegführt. Nach: einem bestimmten Hub des Schiebers geht
er in seine Ausgangslage zurück, so daß die durch ihn inzwischen aufgehaltenen Tabletten
wieder bis zum Widerstand gefördert werden können. Während der Zeit des Zurückgehens
des Schiebers und ferner während der Zeit, in welcher sich wieder die bestimmte
Anzahl von Tabletten vor ihm angesammelt haben, erfolgt das Abfüllen der gezählten,
seitlich weggeschobenen Tabletten durch einen Stößel, - derart, - daß dieser die
Tabletten vor sich her schiebt. Das Abfüllen kann in beliebige Gefäße erfolgen,
und zwar in beliebiger Anordnung der Tabletten innerhalb den Gefäße, sei es regellos
oder in Reihen übereinander.
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In letzterem Fall wird durch entsprechende Mittel das Gefäß in geeigneter
Richtung gerüttelt, um das Flachlegen der Tabletten innerhalb des Gefäßes bestimmt
zu erreichen. Es ist aber ohne weiteres möglich, durch geeignete Mittel und ohne
die Leistung der Maschine zu beeinträchtigen, den freien Fall der einzelnen Tabletten
unbenutzt zu lassen und das Einfüllen ganz mechanisch erfolgen zu lassen.
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Nunmehr wiederholt sich der Arbeitsgang, ohne daß die Tabletten usw.
mehrmals, geordnet, gefaßt oder transportiert werden.
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Staubteilchen usw. werden bei diesem Verfahren nach j edesmaligem
Zählen bzw. Abfüllen beseitigt, so daß keinerlei Störungen eintreten können.
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Die Verstellbarkeit, welche mit einfachen Mitteln bisher noch nicht
möglich gewesen ist, bewegt sich bei dem vorliegenden Verfahren in großen Grenzen.
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Es ist hierbei gleichgültig, ob die Tabletten oder sonstigen Produkte
hart oder weich, aus spröden oder staubabsetzenden Substanzen bestehen, ob diese-
flach oder ballig sind, ob sie kleinen oder großen Durchmesser haben und ob einmal
mehr oder einmal weniger Stück abgezählt und abgefüllt werden sollen.
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Um diesen Hauptvorzug des Verfahrens zu verwerten, bedarf es einfacher
Mittel, welche die Verstellbarkeit in ganz kurzer Zeit ermöglichen.
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Die Aufgabe der Tabletten erfolgt am zweckmäßigsten von Hand ' und
nicht mechanisch. Wie schon erwähnt, sind Tablettenteilchen, Bruchstücke usw. unvermeidliche
Übelstände in der gesamten Tablettenverarbeitung. 'Maschinen, welche mechanische
Zuführungen der Tabletten zwecks Weiterverarbeitung, z. B. Zählen, Abfüllen usw.,
haben, müssen trotz vieler Einrichtungen zur Beseitigung ,der erwähnten Übelstände
fast immer eine besondere Bedienungsperson: zur Überwachung der geregelten Zufuhr
haben.
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Die Einrichtung, welche nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren
arbeitet, besteht aus folgenden Hauptteilen: dem Transportband T, Querschieber Q
und der Ausstoßbahn A. Das Transportband T ist ein endloses Band und wird durch
die Rolle R in Bewegung gesetzt. Am oberen Teil desselben, auf welchem die Tabletten
usw. zugeführt werden, sind in entsprechendem Abstand voneinander Führungsschienen
F1 und F., angeordnet. Diese können j e nach dem Durchmesser der zu verarbeitenden
Tabletten parallel verstellt werden, derart, daß das abzufüllende. Produkt P während
des Transportes seitlich geführt wird. Unter dem oberen Trum des Transportbandes
T ist zur Vermeidung des Durchhängens desselben eine Unterlage U angebracht.
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Als Fortsetzung der Teile F1 und FZ ist der Querschieber Q anzusehen.
Dieser besteht aus einem Massivteil M, welcher in entsprechend einstellbarem Abstande
den Vertikalriegel V führt. Die Querverschiebung erfolgt durch die Stange St,- welche
durch geeignete Mittel gesteuert wird.
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Wie bereits erwähnt, dient der Querschieber Q' einesteils als Fortsetzung
der Teile F, und F2 und andernteils zum Verschieben bzw. zum Entfernen einer gewissen
Anzahl von Tabletten P vom Transportband T. -Zu diesem Zwecke müssen die Tabletten
P auf dem Band T aufgehalten werden, und zwar so, daß die gewünschte Anzahl die
Länge des Schiebers Q ausfüllt. Dieser ist auch in der Längsrichtung leicht verstellbar.
Das Aufhalten bzw. Begrenzen der Tabletten P geschieht durch den Widerstand W, welcher
gleichzeitig mit den Stirnseiten der Teile F, und F2 dem Querschieber Q Führung
gibt.
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Um zu vermeiden, daß während des Verschiebens des Teiles Q die zwischen
den Führungsschienen F, und FZ auf dem Transportband ankommenden Tabletten P hinter
den Querschieber Q gelangen, ist durch entsprechende Ausbildung des Massivteiles
NI mit Hilfe des Teiles N eine Sperrung möglich, welche erst nach dem Rückgang des
Schiebers Q in seine ursprüngliche Lage aufgehoben wird. Nunmehr werden die inzwischen
angereihten Tabletten P durch das Transportband T in den Querschieber
Q gebracht; bis sie den Widerstand W erreichen. Der Querschieber geht wieder
in seine gegebene Bewegung über, so daß der Arbeitsgang sich ununterbrochen wiederholt.
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Die in dem Querschieber Q befindlichen Tabletten P sind durch dessen
Länge und
seitliches Verschieben genau abgezählt. In seiner Außenstellung
muß der Teil Q die Tabletten zwecks Ausführung einer neuen Zählung abgeben. Dies
erfolgt auf einfachste Weise an der Ausstoßbahn A. Diese wird gebildet durch die
Anschlagleiste L, die schwenkbare Schiene Sch und den Bodenteil B (Abb. 3). Die
Ausstoßbahn ist auf einfache Weise sowohl in der Längsrichtung als auch in der lichten
Weite zu verstellen.
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Innerhalb derselben bewegt sich in bestimmten Zeitabständen der Stößel
Z, der durch geeignete Steuerelemente bewegt wird. Am Ausstoßende der Bahn
A ist der Boden B
mit einem Loch 0 versehen. Unterhalb dieser öffnung
wird das Gefäß G von Hand oder mechanisch untergehalten. Zweckentsprechenderweise
gibt man dem Gefäß G eine rüttelnde Bewegung.
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In der Zeichnung ist angenommen, daß das Einfallen der Tabletten in
das Gefäß mit Hilfe des freien Falles erfolgt. Es ist aber ohne weiteres möglich,
durch geeignete einfache Mittel jede einzelne Tablette mechanisch in die Gefäße
einzuführen, ohne die Leistungsfähigkeit der Einrichtung einzu-' schränken.
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Wie schon erwähnt wurde, ist die Schiene Sch schwenkbar angeordnet
(siehe Abb. 3), dies ist notwendig zur Bildung der Ausstoßbahn A. Ist diese ohne
Tabletten, so befindet sich der Stößel Z in äußerster Stellung in der Nähe des Loches
0. Nunmehr geht er in seine ursprüngliche Lage am Lager E zurück. Die Bahn muß wieder
gefüllt werden. Zu diesem Zwecke schwenkt Teil Sch aus seiner Vertikallage
in die Horizontale. Nun bewegt sich der Querschieber Q mit den abgezählten Tabletten
P der Ausstoßbahn A zu. Während dieses Quertransportes geht der Vertikalriegel V
hoch, damit er in der Endstellung des Teiles Q nicht an dem Anschlag L Widerstand
findet, siehe Abb. 3. Nachdem die Tablettenreihe an letzterem angelangt ist, geht
der Querschieber Q in seine ehemalige Lage zurück. Jetzt klappt die schwenkbare
Schiene Sch in ihre Vertikallage zurück, so daß die Ausstoßbahn A vollständig ist.
Der Stößel Z bewegt sich in bekannter Weise, so daß die Tabletten P in ein neu untergehaltenes
Gefäß G abgefüllt werden können.
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Die Aufgabe der Tabletten bzw. sonstigen Produkte P auf das Transportband
T erfolgt am zweckmäßigs$en und sichersten von Hand, da bekanntlich die rein mechanische
Tablettenaufgabe bisher noch nie ohne dauernde Nachhilfe von Hand einwandfrei gearbeitet
hat. Die Tabletten können von einer Seite, aber auch von beiden Seiten des Transportbanäes
T, natürlich in entsprechender Entfernung vom Querschieber Q, auf dasselbe durch
Einstreichen mittels Hand gelangen. Unterstützen kann man dies, indem die Aufgabestation
Il und 1, eine rüttelnde Bewegung macht.