DE4200993A1 - Gasentladungsschalter - Google Patents
GasentladungsschalterInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Gasentladungsschalter
mit wenigstens zwei im Abstand d voneinander angeordneten
Hauptelektroden, die an koaxialen Öffnungen eine Entladungs
strecke für eine Niederdruck-Gasentladung bilden und in einer
im wesentlichen hohlzylindrischen Schaltkammer angeordnet
sind. Diese Schaltkammer enthält eine ionisierbare Gasfüllung,
deren Druck p so gewählt ist, daß die Zündspannung der Gas
entladung mit steigendem Druck p×d abnimmt. Der Gasentladungs
strecke ist eine Triggereinrichtung mit einer Steuerelektrode
zugeordnet, die von den Hauptelektroden elektrisch isoliert
ist und an eine Steuerspannung angeschlossen ist.
Die Zündspannung für eine vorgegebene Gasentladungsstrecke und
ihre übliche graphische Darstellung in Abhängigkeit vom Pro
dukt aus Gasdruck p und Elektrodenabstand D in der Zündkenn
linie bildet bekanntlich unter entsprechender Berücksichtigung
der Zündwahrscheinlichkeit ein wichtiges Hilfsmittel zur Kenn
zeichnung von elektrischen Entladungsgeräten. Bei der Ermitt
lung der elektrischen Spannungsfestigkeit einer vorgegebenen
Gasentladungsstrecke wird im allgemeinen der unendlich grobe
Plattenkondensator und seine Zündkennlinie zum Vergleich her
angezogen. Die praktische Ausführungsform solcher Entladungs
strecken hat jedoch Elektroden mit endlichen Abmessungen. Wäh
rend es zur Ermittlung des rechten Astes der Zündkennlinie
(Paschenkurve), einschließlich des Spannungs-Minimums, genügt,
lediglich zwei ebene, gegebenenfalls an den Rändern mit einem
sogenannten Rogowski-Profil versehene abgerundete Platten pa
rallel zueinander anzuordnen, ist eine derartige konstruktive
Anordnung zur Untersuchung von Zündkennlinien im linken Teil
der Paschenkurve unbrauchbar, weil dann Umwegentladungen auf
treten können. Solche Umwegentladungen kann man durch eine
Elektrodenkonstruktion mit ebenen Plattenelektroden vermeiden,
die koaxial zueinander angeordnet und an ihren Rändern mit
einem relativ zum Elektrodenabstand kleinen Krümmungsradius
voneinander abgebogen und entlang der inneren zylindrischen
Isolatoroberfläche geführt sind. Es wird somit zwischen dem
abgebogenen, zylinderförmigen Randgebiet der Elektroden und
der Innenwand des hohlzylindrischen Isolators stets ein Spalt
gebildet. Mit dieser Ausführungsform einer Niederdruck-Gas
entladungsstrecke kann auch links vom Minimum der Paschenkur
ve die Zündkennlinie beispielsweise für verschiedene Edel-
und Molekülgase ermittelt werden.
Es sind auch Gasentladungsschalter bekannt, die durch eine
gepulste Niederdruck-Gasentladung gesteuert werden. Sie schal
ten beispielsweise Ströme von 10 kA bei einer Spannung von
20 kV. Der Entladungsschalter enthält eine Anode und eine
Kathode als Hauptelektroden, die mit koaxialen Öffnungen ver
sehen sind und am Rande durch einen ringförmigen Isolator von
einander getrennt sind. Für die Gasentladung ist eine Steuer
einrichtung vorgesehen, die eine als Käfig gestaltete Hohl
elektrode enthält, die mit der Kathode elektrisch leitend ver
bunden ist und somit auf dem Kathodenpotential liegt. Sie um
schließt den Kathodenrückraum und trennt diesen vom Bereich
einer Vorionisierung. Die Gasentladung zwischen der Kathode
und der Anode wird durch Injektion von Ladungsträgern in zwei
Stufen gezündet. Zunächst wird von einer Hilfselektrode eine
Vorionisierung durch eine Glimmentladung erzeugt. Anschließend
erhält eine Steuerelektrode einen negativen Zündimpuls und der
Eintritt von Ladungsträgern in den Käfig zur Zündung der Gas
entladungsstrecke zwischen den koaxialen Bohrungen der Haupt
elektroden wird dadurch ermöglicht, daß das positive Potential
einer Blockierelektrode auf Null gesetzt wird. Diese Blockier
elektrode ist als Hohlzylinder gestaltet, dessen unteres Ende
die seitlichen Öffnungen des Käfigs konzentrisch umgibt und
den Durchgriff der Glimmentladung zur Gasentladungsstrecke
verhindert, solange sein Blockierpotential gegenüber der
Kathode anliegt (3. Phys. E.: Sci Instr. 19 (1986), The Inst.
of Physics, Great Britain, Seiten 466 bis 470).
Es ist ferner bekannt, daß in einem derartigen Gasentladungs
schalter mit zwei Hauptelektroden, die zwischen koaxialen
Bohrungen eine Gasentladungsstrecke für eine Niederdruck-Gas
entladung bilden und in einer Schaltkammer in einer ionisier
baren Gasfüllung angeordnet sind, die Zündeinrichtung für die
Gasentladung dadurch wesentlich vereinfacht werden kann, daß
innerhalb einer topfförmigen Hohlelektrode, deren Öffnung der
Kathode zugewandt ist, die jedoch von der Kathode elektrisch
isoliert ist, eine Glimmentladung erzeugt wird. Diese Hohl
elektrode bildet die Anode für die Glimmentladung und ist
an eine Steuerspannungsquelle für einen negativen Zündimpuls
angeschlossen. In dieser vereinfachten Ausführungsform über
nimmt somit diese Hohlelektrode zugleich die Funktion der
Steuerelektrode, einer Hilfselektrode sowie der Blockierelek
trode und auch des Kathoden-Käfigs (europäische Offenlegungs
schrift 04 33 480).
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, diesen bekannten
Gasentladungsschalter für eine Niederdruck-Gasentladung weiter
zu vereinfachen und zu verbessern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Steuerelektrode einen offenen Hohlzylinder bildet, der von den
Hauptelektroden elektrisch isoliert ist und zwischen der zuge
ordneten Hauptelektrode und einer Gegenelektrode angeordnet
ist, die mit der zugeordneten Hauptelektrode elektrisch
leitend verbunden ist. In dieser Ausführungsform des Gasent
ladungsschalters ist eine Impulssteuerung möglich, die ohne
Vorionisationsquelle ein Durchschalten der Gasentladungs
strecke ermöglicht. Es sind keine zusätzlichen Hilfspotentiale
erforderlich. Mit dieser Ausführungsform des Gasentladungs
schalters sind Verzögerungszeiten (delay) von weniger als
200 ns mit einem Streubereich (jitter) von weniger als 5 ns
möglich.
In einer besonders einfachen Ausführungsform kann die Steuer
elektrode aus einer Ringscheibe mit einer zur Entladungs
strecke koaxialen Öffnung bestehen. Eine besonders vorteil
hafte Ausführungsform der Steuerelektrode besteht in der Form
eines langgestreckten offenen Hohlzylinders, der mit einem
ringscheibenförmigen Elektrodenanschluß versehen ist.
Die im allgemeinen als Deckel der hohlzylindrischen Schalt
kammer ausgeführte Gegenelektrode kann in einer besonderen
Ausführungsform mit einer vergrößerten Oberfläche ausgeführt
sein.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung
Bezug genommen, in deren Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines
Gasentladungsschalters gemäß der Erfindung als Querschnitt
schematisch veranschaulicht ist. Eine besondere Ausführungs
form der Steuerelektrode ist in Fig. 2 veranschaulicht. Eine
besonders vorteilhafte Gestaltungsform der Gegenelektrode ist
in Fig. 3 dargestellt. Eine weitere Ausführungsform der Ge
genelektrode zeigt Fig. 4.
Ein Gasentladungsschalter für eine Niederdruck-Gasentladung
gemäß Fig. 1 mit einer ionisierbaren Gasfüllung, deren Druck
p so gewählt ist, daß die Zündspannung der Gasentladung mit
steigendem Produkt aus Druck p und Elektrodenabstand abnimmt,
enthält zwei Hauptelektroden 2 und 4, von denen die eine als
Kathode und die andere als Anode geschaltet sind, und von
denen wenigstens die Kathode 2 mit einer Öffnung 6 versehen
ist. In gleicher Weise kann auch die Anode mit wenigstens
einer Öffnung 8 versehen sein. Diese beiden Öffnungen 6 und 8
sind koaxial zum zylindrischen Gehäuse einer Schaltkammer 10
angeordnet, deren nicht näher bezeichneter Boden auf dem Po
tential der Anode 4 UA = 30 kV liegt. An den beiden Öffnungen
6 und 8 wird eine nicht näher bezeichnete Entladungsstrecke
für eine Niederdruck-Gasentladung gebildet. Die Kathode 2 und
die Anode 4, die im allgemeinen jeweils einen Rotationskörper
bilden, sind in einem vorbestimmten Abstand d zueinander
angeordnet, der beispielsweise etwa 1 bis 10, vorzugsweise
etwa 3 bis 6 mm, betragen kann. Die Hauptelektroden 2 und 4
bestehen aus elektrisch leitendem Material, beispielsweise
Edelstahl, und können an der Entladungsstrecke im allgemeinen
noch mit besonderen, in der Figur nicht dargestellten Ein
sätzen aus einem hochschmelzenden Metall, sogenanntem Kontakt
material, versehen sein oder auch ganz aus diesem Material
bestehen. Der Durchmesser der Öffnungen 6 und 8 wird vorzugs
weise höchstens so groß und insbesondere kleiner als der Ab
stand d der Elektroden 2 und 4 gewählt. Der Abstand der Elek
troden 2 und 4 an der Entladungsstrecke wird vorzugsweise
größer als der Abstand d der Elektroden gewählt, beispiels
weise durch eine nicht näher bezeichnete Ausnehmung der Elek
troden 2 und 4 in den an der Entladungsstrecke einander gegen
überliegenden Oberflächenbereichen um die Öffnungen 6 und 8.
Zur Zündung der Gasentladung ist eine Steuerelektrode 12 vor
gesehen, die vorzugsweise über ein in der Figur nicht darge
stelltes RC-Glied an eine Steuerspannung 14 angeschlossen
ist. Die Steuerelektrode 12 bildet einen offenen Hohlzylinder,
der von den Hauptelektroden 2 und 4 elektrisch isoliert ist
und zwischen der zugeordneten Hauptelektrode 2, das ist die
Kathode, und einer Gegenelektrode 18 angeordnet ist, die über
einen Widerstand 19 mit der Kathode 2 elektrisch leitend ver
bunden sein kann und in dieser Ausführungsform den Deckel der
Schaltkammer 10 bildet.
In dieser Ausführungsform des Gasentladungsschalters kann die
Gasentladung durch eine Impulsansteuerung ausgelöst werden,
die ohne ständige Glimmentladung ein Durchschalten der Haupt
entladung ermöglicht. Durch eine Steuerspannung 14 als Impuls
mit ausreichender Energie wird eine Stoß-Impuls-Ionisierung
erzeugt, welche die erforderliche Raumladung oberhalb der Ent
ladungsstrecke bereitstellt und Ladungsträger zur Entladungs
strecke beschleunigt. Bei einer Ansteuerung der Steuerelektro
de mit einem negativen Steuerimpuls von beispielsweise 1 ms
Länge und einer Amplitude von beispielsweise etwa 1 bis 10 kV,
vorzugsweise 2 bis 5 kV, erhält man eine Verzögerungszeit von
weniger als 200 ns mit einer Streubreite von weniger als 5 ns.
Der koaxial zu den Öffnungen 6 und 8 und damit zur Entladungs
strecke des Gasentladungsschalters angeordnete Hohlzylinder
der Steuerelektrode 12 kann in der besonders einfachen Ausfüh
rungsform gemäß Fig. 1 durch eine Öffnung 16 in der ring
scheibenförmigen Steuerelektrode 12 gebildet werden.
Eine besonders vorteilhafte weitere Ausgestaltung des Gasent
ladungsschalters erhält man dadurch, daß gemäß Fig. 2 ein
langgestreckter Hohlzylinder als Steuerelektrode 12 vorgesehen
ist, der mit einem ringscheibenförmigen Elektrodenanschluß 22
versehen ist und dessen Tiefe T vorzugsweise wenigstens so
groß ist wie sein Durchmesser D.
In der Ausführungsform des Gasentladungsschalters gemäß
Fig. 3 ist eine Gegenelektrode 18 mit vergrößerter Oberfläche
vorgesehen. Zu diesem Zweck ist die Gegenelektrode 18 mit
einer topfförmigen Wölbung versehen, deren Öffnung der Steuer
elektrode 12 und damit den Hauptelektroden zugewandt ist.
Unter Umständen kann es zweckmäßig sein, die Vergrößerung der
Oberfläche der Gegenelektrode 18 dadurch zu erhalten, daß die
se mit einer halbkugelförmigen oder auch hohlkegelförmigen
Wölbung versehen ist. Durch diese Oberflächenvergrößerung wird
zugleich der Entladungsweg zwischen der Gegenelektrode 18 und
der Hauptelektrode 2 vergrößert.
In der Ausführungsform eines Gasentladungsschalters gemäß
Fig. 4 ist die Gegenelektrode 18 an ihrer der Steuerelektrode
12 zugewandten Oberfläche mit einem Fortsatz 24, beispielswei
se in der Form eines Kegels, versehen, dessen Spitze der Ent
ladungsstrecke 2 zugewandt ist. Im Bereich der Spitze dieses
Fortsatzes 24 erhält man eine entsprechend erhöhte Feldkonzen
tration und damit eine größere Wirkung auf die Zündung der
Gasentladungsstrecke.
Claims (7)
1. Gasentladungsschalter mit folgenden Merkmalen:
- a) Es sind wenigstens zwei im Abstand d voneinander angeordne te Hauptelektroden vorgesehen, die an koaxialen Öffnungen eine Entladungsstrecke für eine Niederdruck-Gasentladung bilden und in einer im wesentlichen hohlzylindrischen Schaltkammer angeordnet sind,
- b) diese Schaltkammer enthält eine ionisierbare Gasfüllung, deren Druck p so gewählt ist, daß die Zündspannung der Gas entladung mit steigendem Produkt p×d abnimmt,
- c) der Gasentladungsstrecke ist eine Triggereinrichtung mit einer Steuerelektrode zugeordnet, die gegenüber den Haupt elektroden elektrisch isoliert ist und an eine Steuer spannung angeschlossen ist,
gekennzeichnet durch folgende weitere Merkmale:
- d) die Steuerelektrode (12) bildet einen offenen Hohlzylinder, der zwischen einer der Hauptelektroden (2) und einer Gegen elektrode (18) angeordnet ist.
2. Gasentladungsschalter nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Gegenelektrode (18)
mit der zugeordneten Hauptelektrode (2) elektrisch leitend
verbunden ist.
3. Gasentladungsschalter nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuerelektrode (12)
aus einer Ringscheibe mit einer koaxialen Öffnung (16) be
steht (Fig. 1).
4. Gasentladungsschalter nach Anspruch 1, gekenn
zeichnet durch eine Steuerelektrode (12) in der Form
eines offenen Hohlzylinders, der mit einem ringscheibenförmi
gen Elektrodenanschluß (22) versehen ist (Fig. 2).
5. Gasentladungsschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
gekennzeichnet durch eine Form der Gegenelek
trode (18) mit vergrößerter Oberfläche (Fig. 3).
6. Gasentladungsschalter nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die der Steuerelektrode
(12) zugewandte Oberfläche der Gegenelektrode (18) mit einem
Fortsatz (24) versehen ist (Fig. 4).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924200993 DE4200993A1 (de) | 1992-01-16 | 1992-01-16 | Gasentladungsschalter |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924200993 DE4200993A1 (de) | 1992-01-16 | 1992-01-16 | Gasentladungsschalter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4200993A1 true DE4200993A1 (de) | 1993-07-22 |
Family
ID=6449627
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924200993 Withdrawn DE4200993A1 (de) | 1992-01-16 | 1992-01-16 | Gasentladungsschalter |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4200993A1 (de) |
-
1992
- 1992-01-16 DE DE19924200993 patent/DE4200993A1/de not_active Withdrawn
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