-
Verfahren und Vorrichtung zur Messung und Regelung der Geschwindigkeit
eines Schiffe mittels gerichteter Wellenbündel von Überschallfrequenz. Die bekannten
Vorrichtungen zur genauen Feststellung der Schiffsgeschwindigkeit im offenen Meer
sind unvollkommen. Die meisten der verwendeten Vorrichtungen, wie z. B. das Log,
am Schiff befestigte ' MeI3-apparate o. dgl., sind bei bewegter See oder
Sturm schwer anwendbar und können nicht als sichere Grundlage zur genauen Ortshestimmung
des Schiffes oder zur Feststellung des zurückgelegten Kurses benutzt werden. Andererseits
sind astronomische Beobachtungen oft unausführbar und die Winkelpeilung mittels
Radiotelegraphie meist zu ungenau, was alles die Ortsfeststellung eines Schiffes
auf hoher See erschwert.
-
Die Erfindung stellt eine Lösung der Aufgabe dar, die Geschwindigkeit
eines Schiffes bezüglich des Meeresgrunds oder der umgebenden
Wassermasse
bei jedem Zustand der Meeresoberfläche mit so großer Genauigkeit zu bestimmen, daß
damit ohne weitere Hilfsmittel die Bestimmung der geogr aphischen Lage erreicht
werden kann.
-
Hierzu werden Verfahren und Vorrichtung zur Aussendung gerichteter
Wellen von Überschallfrequenz nach dem Patent 399723 von Chilowsky undLangevin sowie
nach dem Patent 395024 von L a n g e -v i n benutzt, mittels welcher die Lage von
unterseeischen Hindernissen festgestellt und der 1.Ieeresgrund sondiert werden kann,
indem man den Widerhall der reflektierten Wellen beobachtet. Im besonderen beschreibt
(las Patent 399723 von C h i 1 o w s k y und L a n -g e v i n auch die Möglichkeit,
die relative Bewegung des Beobachtungspunktes bezüglich des Hindernisses mit Hilfe
des Dopplerschen Prinzips festzustellen, d. h. durch Messung der Änderung der Schwingungszahl
unter dein Einfluß der Bewegung des Hindernisses in bezug auf den Beobachter.
-
Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß ein oder mehrere
Wellenbündel von Überschallfrequenz vorzugsweise in schiefer Richtung gegen den
Meeresgrund in einem bestimmten Winkel zur Vertikalen ausgesendet werden. Bei der
Beobachtung und Messung der Frequenzänderung. welcher nach dem Dopplerschen Prinzip
der Widerhall der vom -.Meeresgrund oder der Wassermasse reflektierten Wellen unterworfen
ist, kann die Geschwindigkeit des Schiffes in der oder den Richtungen errechnet
werden, die in den Vertikalebenen, die durch das oder die ausgesendeten Wellenbündel
gelegt sind, liegen. Erfahrungsgemäß muß berücksichtigt werden, daß der Meeresgrund
ebenso wie der größte Teil anderer unterseeischer Hindernisse die Wellen von Überschallfrequenz
nicht nach den Reflexionsgesetzen für glatte Spiegel, sondern in ähnlicher Weise
,vie raube und unregelmäßige Körper zurückwirft. Die Energie cler Wellen wird also
diffus, . d. h. in einer nach allen Richtungen zerstreuten Weise zurückgeworfen.
Ein Teil der reflektierten Energie kehrt selbst bei schräger Lage der Wellenbündel
daher stets zum Schiff zurück.
-
Bei gutem Wetter, wenn weder Schlingern noch Stampfen auftritt, genügt
ein schräg gegen den -.Meeresgrund gerichtetes Wellenbündel - entweder in der Längsebene
des Schiffes vorwärts oder rückwärts oder in einer Querebene -, um mit hinreichender
Genauigkeit die Geschwindigkeitskomponente des Schiffes anzuzeigen - vorwärts im
ersteren Fall, in der Querrichtung im zweiten. Die Resultierende dieser beiden Komponenten
ergibt die tatsächliche Geschwindigkeit gegenüber dem Meeresgrund der Größe und
Richtung nach. Wenn das Bündel schräg vorwärts gerichtet ist, wird die vom Meeresgrund
reflektierte Welle, die zum Schiff zurückkehrt und von einem Empfangsapfarat aufgefangen
wird, eine erhöhte Schwingungszahl haben, und die Differenz st zwischen der Aussendungsfrequenz
N und der Empfangsfrequenz N, wird gleich sein:
wobei hl die Horizontalgeschwindigkeit des Schiffes bezüglich des Meeresgrundes
in der Längsrichtung, V die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Schalles im Wasser,
a der Winkel zwischen der Aussendungsrichtung des Bündels und der Senkrechten ist.
Dies gilt unter der Voraussetzung, daß man von der kleinen Winkelveränderung, die
von der Ortsveränderung des Schiffes während der Zeit des Hin- und Rückwegs der
Wellen herrührt, absieht und annimmt, daß die Geschwindigkeit V, des Schiffes klein
ist im Vergleich zur Schallgeschwindigkeit P. Man vernachlässigt auch die kleinen
Korrekturen, die von Spiegelungserscheinungen herrühren.
-
Wenn man n mißt, so erhält man die Geschwindigkeit
n ist auch die Schwebungszahl zwischen den ausgesendeten elektrischen Schwingungen
und den im Empfangsapparat von den Wellen nach ihrer Reflexion und Rückkehr zum
Schiff erzeugten elektrischen Schwingungen. Um diese Schwebungen zu erhalten, läßt
man in bekannter Weise, z. B. durch Induktion, einen unabhängigen Schwingungskreis,
beispielsweise den einer Heterodynröhre von gleicher Frequenz -,vie der Sendekreis,
auf den Empfangsstromkreis einwirken. Dieser unabhängige Kreis kann auch eine von
der des Sendekreises verschiedene Schwingungszahl haben, wenn sie nur konstant ist;
in diesem Fall kommt zum Wert il noch ein konstantes Glied hinzu.
-
Zur Messung der die Geschwindigkeit charakterisierenden Schwebungen
dienen verschiedene Methoden und Vorrichtungen. Eine der einfachsten besteht in
der Vergleichung der Frequenz dieser Schwebungen mit einer beliebig veränderlichen
Tonfrequenz. Diese kann entweder von einer einfachen Heterodynröhre niedriger Frequenz
mit verstellbarem Kondensator erzeugt werden oder durch die Schwebungen zweier Heterodynröhren
höherer, aber nicht zu hoher Frequenz, von denen eine beliebig veränderlieh
ist.
Der Vergleich der beiden hörbaren Töne, von denen der eine im Empfängerkreis durch
Interferenz der Empfangsschwingungen mit den Sendeschwingungen entsteht, während
der andere von einer unabhängigen Quelle von tiefer, hörbarer und beliebig verstellbarer
Frequenz elektrisch oder mechanisch erzeugt wird, kann vom menschlichen Ohr mit
großer Genauigkeit vorgenommen werden. Man kann z. B. zu diesem Zweck die äußerst
langsamen Schwebungen verwendkn, wie sie zwischen zwei hörbaren Tönen von genügend
angenäherter Schwingungszahl auftreten.
-
Auf jeden Fall wird dieses Verfahren bei bewegter See ungenau, sobald
der von den Schlinger- und Stampfbewegungen herrührende Winkel eine merkbare Größe
erhält, denn wenn der Winkel a sich um einen kleinen Winkel a ändert, so wird:
was bereits bei einem Winkelausschlag von i ° beim Rollen oder Stampfen einen Fehler
von etwa 9 Prozent ergibt: a+a= ii°; a=io°.
-
Zur Abhilfe dieses Mangels kann der Sendeapparat von elektrischen
Wellen gespeist werden, die ihre Frequenz in Abhängigkeit vom augenblicklichen Winkel
der Schlinger- oder Stampfbewegung verändern, so daß bei gleichförmiger Schiffsgeschwindigkeit
n konstant bleibt, indem z. B. der Zuwachs an Frequenz der reflektierten Wellen,
der von einem wachsenden Stampfausschlag herrührt, durch eine entsprechende Verminderung
der ausgesendeten Frequenz ausgeglichen wird und umgekehrt (unter der Voraussetzung,
daß das Wellenbündel in der Fahrtrichtung des Schiffes gerichtet ist).
-
Man kann dies durch Veränderung der Kapazität des Sendekreises erreichen,
indem man der konstanten Kapazität C der Sendevorrichtung noch eine veränderliche
Kapazität c, hinzufügt, die in Abhängigkeit vom Schlinger- oder Stampfwinkel verändert
wird.
-
Bezeichnet S eine Konstante:
wobei L die Selbstinduktion *des Schwingungskreises ist, so erhält man das gewünschte
Ergebnis, wenn die kleine veränderliche Kapazität eI, die parallel zur konstanten
Kapazität des Sendeapparates geschaltet ist, mit dem Stampfwinkel nach folgendem
Gesetz schwankt: C,, = S sing (a + a) - C.
-
Zu diesem Zweck wendet man einen verstellbaren Kondensator an, dessen
einer Beleg an einem weiter unten zu beschreibenden Kreiselaparat befestigt ist,
während der andere Beleg mit dem Schiffskörper verbunden wird und dessen Schlinger-
und Stampfbewegungen mitmacht. Die Profile der Belege in und in- des verstellbaren
Kondensators sind so geformt, daß ihre Kapazität c, der obigen Bedingung genügt,
wenn sie sich infolge von Stampf- und Schlingerbewegungen gegeneinander bewegen.
-
Eine andere wichtige Verbesserung des Verfahrens gemäß der Erfindung
gestattet ebenfalls, die schädlichen Einflüsse des Schlingerns und Stampfens zu
beseitigen. Sie besteht in der gleichzeitigen Aussendung zweier schräg gegen den
Meeresgrund gerichteter Wellenbündel von Überschallfrequenz, die symmetrisch zur
Vertikalen entweder in der Längsebene des Schiffes oder in einer Querebene oder
in beiden Ebenen gleichzeitig liegen.
-
Im Falle der Anwendung zweier Bündel läßt man die beiden rückkehrenden
Wellenzüge, die von der Reflexion am Meeresgrunde herrühren, miteinander interferieren
und nicht, wie früher beschrieben, mit einer konstanten Frequenz, etwa der des Sendekreises.
Die von der Reflexion des einen Bündels herrührende Welle, z. B. des in der Fahrtrichtung
des Schiffes schräg gegen den Meeresgrund gerichteten Bündels, ruft eine Reflexionswelle
hervor, die mit einer gesteigerten Frequenz ankommt. Die andre, symmetrisch gegen
den Meeresgrund, aber in entgegengesetzter Richtung bezüglich der Schiffsgeschwindigkeit
ausgesendete, ruft eine Reflexionswelle von verminderter Frequenz hervor. Der Unterschied
der Frequenzen, der in Form einer Schwebung im Empfangsapparat wahrgenommen wird,
ist die algebraische Summe der beiden Frequenzunterschiede bezüglich den Sendefrequenz.
-
Der große Vorteil des Verfahrens mit zwei Wellenbündeln besteht darin,
daß die Zahl der Sehwebungen zwischen den beiden reflektierten Wellenbündeln in
weiten Grenzen unabhängig von den Stampf- und Schlingerbe-,vegungen ist, so daß
dieses Verfahren genügend genaue Messungen der Geschwindigkeit des Schiffes selbst
bei ziemlich bewegter See liefert und selbst unter gewissen Vorsichtsmaßregeln bei
heftigem Sturm anwendbar ist.
-
Wenn nämlich unter de-n Einfluß einer Schlinger- oder Stampfbewegung
der Winkel
a eines der beiden Bündel mit der Vertikalebene zunimmt
und den Wert (a -E- a) erreicht, wobei a der verhältnismäßig kleine Winkel der Stampfbewegung
ist, so sinkt der Winkel des zweiten Bündels mit der Vertikalen auf den Wert (a
- a) und die Summe der Sinuswerte bleibt nahezu konstant, da die beiden Änderungen
entgegengesetzten Sinn haben und sich wechselweise zum größten Teil aufheben.
-
Wenn man mit y den konstanten Winkel zwischen den beiden Bündeln,
mit 2 den Winkel zwischen jedem Bündel und einer Vertikalen, die man sich mit dem
Schiff verbunden denkt, mit a endlich den augenblicklichen Wert des Stampfwinkels
zur Zeit der Aussendung der Wellen bezeichnet und die vorhergehenden Bezeichnungen
beibehält, so erhält man als Differenz der Schwingungszahlen die Zahl n1 für die
Schwebungen, die durch Interferenz der beiden reflekten Wellen entstehen, mit dem
Werte
Die Frequenz der Schwebungen schwankt also mit dem Kosinus des Winkels der Schlinger-
oder Stampfbewegung, also nur in sehr geringem Grade. Es wird daher i ° Stampfwinkel
einen Fehler von o,oooi5 und ein Winkel von 8° noch immer einen Fehler, der unter
i Prozent bleibt, hervorrufen.
-
Zahlenbeispiel. Wenn a - i o°, N - i ooooo Per./Sek.,
Vz i o m/Sek., a - o und die Schallgeschwindigkeit im Wasser rund i5oo m/Sek. beträgt,
so ist die Zahl der Schwebungen n,=463 Per./Sek., und wenn a=20', dann ist n, -
912 Per./Sek.
-
Man könnte außerdem noch den vor dem obigen Zahlenbeispiel erwähnten
Fehler ausschalten, wenn man im Falle der zwei schiefen Wellenbündel eine veränderliche,
mit einer Kreiselvorrichtung verbundene Kapazität verwendet, um die Sendefrequenz
eines der beiden Apparate in Abhängigkeit vom augenblicklichen Stampf- oder Schlingerwinkel
in geringem Ausmaß verändern zu können, indem man den Belegen des Kondensators dieser
Korrektur entsprechend angepaßte Profile erteilt.
-
Bezeichnet S1 die Größe
so muß die zur Kapazität C der Sendevorrichtung parallel geschaltete zusätzliche
Kapazität ci, die von besonders profilierten, mit einer Kreiselvorrichtung verbundenen
Belegen gebildet wird, sich in Übereinstirnrnung mit dem Winkel der Stampf- oder
Schlingerbewegung nach der folgenden Formel ändern: ci =SI COS2 a-C.
-
Um die Frequenz der Schwebungen zu messen, kann man die oben beschriebenen
Verfahren anwenden. Man kann aber auch ein anderes Verfahren anwenden, das darin
besteht, die Sendefrequenz eines Apparates oder beider derart zu ändern, daß die
Schwebungen der beiden reflektierten Wellenbündel verschwinden und stets denselben
vorgeschriebenen Wert erreichen.
-
Zu diesem Zweck genügt es, die Frequenz des vorwärts gerichteten Bündels
zu vermindern oder die des rückwärts gerichteten zu steigern. Die zum Unterdrücken
der Schwebungen erforderliche Änderung der Frequenz kann als Maß für die Schiffsgeschwindigkeit
dienen.
-
Dieses Verfahren ist im Falle der Anwendung von Sendevorrichtungen,
die auf mechanischer Resonanz beruhen, nicht sehr vorteilhaft, so z. B. bei Vorrichtungen
mit piezoelektrischen Ouarzapparaten.
-
Schließlich gibt es noch ein drittes Verfahren, das darin besteht,
gleichzeitige und symmetrische Änderungen des Winkels zwischen den beiden Sendeapparaten
bis zum Verschwinden der Schwebungen zwischen den beiden reflektierten Wellenbündeln
hervorzurufen oder im Falle der Anwendung von zwei verschiedenen, aber benachbarten
Frequenzen zur Speisung der beiden Sendeapparate eine bestimmte Schwebungszahl zwischen
beiden reflektierten Wellenbündeln aufrechtzuerhalten. Dieses Verfahren hat jedoch
den Nachteil, daß es die mezhanische Änderung der Winkelneigung der beiden Bündel
erfordert.
-
Das erstgenannte Verfahren, die Frequenz der Schwebungen der beiden
reflektierten Wellenbündel zu messen, erscheint als das einfachste und geeignetste.
-
Besonders bei zwei in einer Ouerebene aufgestellten Apparaten kann
man den einen der beiden mit einer von der anderen ein wenig abweichenden Frequenz
betreiben, derart, liaß eine bestimmte Schwebung von hörbarer musikalischer Tonhöhe
zwischen den beiden reflektierten Wellenbündeln auftritt, selbst wenn die seitliche
Verschiebung des Schiffes gleich Null ist; man überwacht dann die Veränderungen
dieses hörbaren (musikalischen) Tones, die von seitlichen Verschiebungen herrühren.
Dies gestattet, stets mit hörbaren musikalischen Tonhöhen zu arbeiten und beseitigt
Schwingungen von Unterschallfrequenz
oder allzu tiefe Töne von
sehr niedriger Schwingungszahl, die schwer wahrgenommen werden könnten.
-
Der Stampfwinkel von $°, der einen in den meisten Fällen zulässigen
Fehler von i ° hervorruft, entspricht zumindest für ein großes Schiff einer sehr
lebhaft bewegten See. Im Falle der Überprüfung der seitlichen Geschwindigkeit des
Schiffes mittels zweier in einer Querebene angeordneten Apparate kann aber der Schlingerwinkel
8' oft überschreiten und selbst 2o° und mehr erreichen, was einen störenden Fehler
von 6 Prozent hervorriefe.
-
Gemäß der Erfindung sind Vorkehrungen getroffen, damit im Falle eines
Sturmes oder stark bewegter See die Aussendung der in einer Querebene oder allenfalls
in einer Längsebene des Schiffes aufgestellten Apparate derart geregelt wird, daß
sie in Augenblicken erfolgt, während welcher das Schiff seine normale Lage durchläuft.
Die Aussendung erfolgt von Hand oder automatisch durch einen Kontakt, der von an
sich bekannten Kreiselapparaten oder anderen für die Kontrolle der Stampf- oder
Schlingerbewegung geeigneten Apparaten geschlossen wird.
-
Eine andere Vorrichtung gemäß der Erfindung besteht aus einer Kontaktvorrichtung,
die in Reihe mit der von der Kreiselvorrichtung bedienten Kontaktvorrichtung geschaltet
ist und gestattet, die Schließzeit des Sendekontaktes und gegebenenfalls auch des
Empfangskontaktes entsprechend der Meerestiefe einzustellen. Wenn z. B. die Meerestiefe
zu i 5oo m angezeigt wird, so kann der Sendekontakt ungefähr 2 Sekunden (d. i. die
Zeit für den Hin- und Rückweg der Welle mit Überschallfrequenz) und der Empfang
hierauf ungefähr drei aufeinanderfolgende Sekunden dauern, wobei sich der Kontakt
- der beispielsweise von einem Elektroitzotcr angetrieben wird - weiterdreht und
automatisch die aufeinanderfolgenden Schließungen des Sende- und Empfangskreises
vollzieht. Der drehbare Kontaktapparat wird der örtlichen Meerestiefe angepaßt,
indem man ihn um so rascher laufen läßt, je kleiner die -Meerestiefe ist, und umgekehrt,
oder indem inan die Zahl der Segmente der Kontaktvorrichtungen ändert.
-
Besonders für kleine Tiefen kann al;er die Aussendung und der Empfang
auch ununterbrochen erfolgen. Zu diesem Zweck vertvendet n,an von den Sendeapparaten
getrennte Empfangsapparate, die soweit als möglich von den Sendeapparaten entfernt
aufgestellt sind und vor ihrer direkten Einwirkung <furch eine metallische Abschirmung
der ganzen Leitung und der Apparate geschützt sind. Die Erfindung sieht zu diesem
Zweck auch einen -Ausgleichsapparat vor, der aus einem kleinen, mit der Sendestation
verbundenen Apparat zum Senden von Wellen mit Überschallfrequenz im Wasser und einem
ihm gegenüber angeordneten kleinen Empfangsapparat für Wellen von Überschallfrequenz
besteht, der mit der Empfangsstation verbunden ist. Die parallelen Flächen dieser
beiden kleinen Apparate sind durch eine Flüssigkeitsschicht (Wasser, öl usw.) getrennt,
deren Dicke etwa durch wechselweise Annäherung der beiden Apparate derart beeinflußt
werden kann, daß die Phase der von dem kleinen Empfangsapparat aufgenommenen Wellen
so geändert wird, daß diese Wellen im gewöhnlichen Empfangsapparat die Wellen ausgleichen,
die er direkt durch das Wasser oder durch Induktion vom Sendeapparat aufnehmen könnte.
-
Eine Abänderung des Verfahrens wird dort vorgenommen, wo die Reflexion
des oder der Wellenbündel nicht vom Meeresgrunde, sondern von der das Schiff umgebenden
Wassermasse erfolgt, wo-3ei das Wasser, besonders das in der Nähe der Oberfläche
befindliche, eine gewisse elastische Kapazität aufweist und eine teilweise Reflexion
der Energie der Wellen von Cb2rschallfrequenz bewirkt. Tatsächlich zeigt die Erfahrung
eine zerstreute, nur durch geringe Zeit anhaltende Reflexion, die unmittelbar der
Unterbrechung der Aussendung folgt. Diese während einer Zeitdauer von der Größenordnung
einer Zehntelsekunde genau wahrnehmbaren Reflexionen verlieren sich sehr rasch.
i, enn man aber mit Hilfe der oben. beschriebenen Kontaktvorrichtung die Aufeinanderfolge
der kurzen Sendeintervallen an die Dauer der Empfangsintervalle, wie sie sich dem
Gehör darbietet, anpaßt, kann man zu einer scheinbar untinterbrocilenen Aufnahme
dieses Widerhalls gelangen. Die Dauer der Aussendung kann übrigens im Vergleich
zur Dauer des Empfanges sehr kurz sein.
-
In dem Falle der Reflexion von geneigten oder sogar von horizontalen
Wellenbündeln durch die Masse des Wassers gestattet die Änderung der Schwingungszahl
der auf diese Weise reflektierten Wellen die Geschwindigkeit des Schiffes bezüglich
der Wassermasse des Meeres zu berechnen und zu überprüfen, was in vielen Fällen
für die Ortsbestimmung des Schiffes genügen kann.
-
Die folgende Beschreibung zeigt an der Hand der beiliegenden Zeichnungen
ein A:usführungsbeispiel der Erfindung.
-
Abb. i stellt schematisch ein- --Schiff dar, (las Wellenbündel vcn
L'l:erschallfrequenz a1, a_ in seiner Längsebene aussendet. Abb. 2 stellt ein Schiff
dar, (las zwei Wellenbündel in ;einer Oueretene aussendet. Abb. 3 und 4
stellen
schematisch zwei verschiedene Beispiele für die Neigung der Sendeflächen der Sendeapparate
zueinander dar. Abb. 5 veranschaulicht das Beispiel einer Nebeneinanderanordnung
von zwei Paaren von Serideappataten. Abb.6 stellt eine Kreiselvorrichtung dar, die
die Schließung eines elektrischen Kontaktes im Augenblick vollzieht, wo das Schiff
seine Gleichgewichtslage durchläuft. Abb. 7 und 8 stellen schematisch zwei Scheiben
der drehbaren Kontaktvorrichtung vor, mittels welcher die Dauer der Sende- und Empfangskontakte
entsprechend der Meerestiefe eingestellt wird. Abb.9 ist ein schematischer Aufriß
dieser Kontaktvorrichtung. Abb. io zeigt die Ausgleichvorrichtung im chnitt. Abb.
i i zeigt schematisch die Auf-S S
zeichnung der beobachteten Geschwindigkeitskomponenten
des Schiffes. Abb. 12, zeigt im Grundriß ein Beispiel der Anordnung der Sendeapparate
auf dem Schiff für den Fall der Reflexion durch die Wassermasse.
-
Die Sendeapparate, zum Beispiel solche von der im Patent 395o24 beschriebenen
oder irgendeiner anderen zur Aussendung gerichteter Wellenbündel von Überschallfrequenz
geeigneten Bauart, können auf dem Schiff entweder starr oder um eine senkrechte
oder wagerechte Achse beweglich angeordnet sein. Eine vollständige Anlage mit starr
aufgestellten Apparaten umfaßt vier Apparate: zwei, deren Strahlen in einer Längsebene
des Schiffes ausgesendet werden, und zwei, die in einer Querebene aussenden (Abb.
i und 2). Natürlich kann anstatt zweier getrennter Apparate ein einziger mit zwei
gegeneinander in einem geeigneten Winkel geneigten Sendeflächen verwendet werden.
-
Lm genaue :Messungen der Geschwindigkeit zu erhalten, ist es erforderlich,
zwei möglichst konvergente Strahlenbündel auszusenden, d. h. sehr kurze Wellenlängen
und Sendeapparate von großen linearen Ausmaßen zu verwenden. Oberflächendimensionen
von 3o cm Durchmesser und Frequenzen von ioo ooo bis 150 000 Per./Sek. hei
andauernden Schwingungen können als Beispiele gelten.
-
Der feste Winkel zwischen den beiden Bündeln kann je nach den Verhältnissen
innerhalb ziemlich weiter Grenzen gewählt i «-erden. Es ist aber vorteilhaft, sich
mit kleinen Winkeln zu begnügen, etwa mit solchen voll 20° bis _Io°, uni einen guten
Ernp fang des Widerhalls zu sichern. Im Falle der Reflexion durch die Wassermasse
können die Wellenbündel entweder schräg oder horizontal ausgesendet werden.
-
Bei kleinen Winkeln können dieselben Apparate fallweise zur Kontrolle
der Schiffsgeschwindigkeit und zur Sondierung verwen-de', werden, da z. B.
das vorwärts geneigte Wellenbündel die Tiefe ein wenig- vor dein Schiff anzeigt.
Die zwei oder vier Sendeapparate werden vorteilhaft am selben Ort innerhalb des
Schiffes und sehr nahe aneinander aufgestellt, um zu vermeiden, daß die Schlinger-
und Stampfbewegungen verschiedene Einflüsse auf sie nehmen.
-
Im allgemeinen können die Sendeapparate und im besonderen die Kondensatoren
reit j Quarzplatte, wie sie in dem erwähnten Patent .
-
L a n g e v i n beschrieben sind, auch für den Empfang der reflektierten
Wellen dienen, zumindest falls der Winkel zwischen den beiden Sendeapparaten nicht
zu groß und die Frequenzänderung des Widerhalls nicht zu bedeutend ist. Der Empfang
kann aber auch von anderen Quarzapparaten vorgenommen werden, die nur eine einzige
Quarzplatte als Dielektrikum zwischen zwei metallischen Kondensatorbelegen besitzen.
Apparate nach Art eines Mikrophons o. dgl. können ebenfalls für den Empfang verwendet
werden. Apparate mit Quarzplatte u. dgl. werden vorteilhaft unter demselben Winkel
wie die Sendeapparate ausgerichtet, und jeder von ihnen empfängt hauptsächlich diejenige
reflektierte Welle; die nahezu senkrecht auf die Empfangsfläche trifft.
-
In der Abb. i stellen an, a. zwei Wellenbündel dar, die schräg unter
einem bestimmten symmetrischen Winkel gegenüber der Vertikalen gegen den Meeresgrund
ausgesendet werden. bl, b. bezeichnen Vorrichtungen, die unter der Wasserlinie des
Schiffes angebracht und gegeneinander unter dein festen Winkel (f, =-- 2" geneigt
sind. Nach der Reflexion an zwei verschiedenen Stellen des Meeresbodens c kehren
die Wellenbündel teilweise zum Schiff zurück, das sich inzwischen ein wenig weiterbewegt
hat, und werden von denselben Apparaten b, b. oder von anderen Empfangsapparaten
b3, b4 (Abb. i) oder auch von einem einzigen besonderen Empfangsapparat aufgefangen.
Im Empfängerkreis werden Schwebungen hervorgerufen, deren Frequenz proportional
ist der Differenz der Schwingungszahlen der beiden reflektierten Wellen, die ihrerseits,
wie oben auseinandergesetzt wurde, proportional der Schiffsgeschwindigkeit ist.
In Abb. 2 stellen a'1, a'.
zwei Wellenbündel dar, die schräg in einer
Querebene von zwei Apparaten b'1 und b', ausgesendet werden. In Abb.3 dienen die
beiden Sendeapparate gegebenenfalls auch zum Empfang; bl, b, sind hier im Schnitt
dargestellt, und zwar ist angenommen, daß sie aus zwei stählernen Resonanzplatten
d1, d., mit einem Dielektrikum in Form eines N.Fosaiks e aus piezoelektrischem Quarz
bestehen. In Abb. 4 ist eine andere zur vorherbeschriebenen
umgekehrte
Lage der Sendeapparate dargestellt. Abb. 5 zeigt die vier Sende- oder Empfangsapparate
in perspektivischer Darstellung. Die Kondensatoren b1, bz senden in der Symmetrieebene
des Schiffes, die Kondensatoren b'1, b'2 in der Querebene aus.
-
Ein Beispiel einer Anordnung zum Empfang der Schwebungen ist in Abb.
3 dargestellt. Die zwei Selbstinduktionen f, f, bilden mit je einem Kondensator
b1, bz einen Schwingungskreis. Beide Kreise wirken durch Induktion oder direkt auf
einen Verstärker. Die Schwingungen werden. von mehreren Elektronenröhren verstärkt
und von einer Detektorröhre gleichgerichtet und hierauf in einem Telephon oder sonstigen
Empfangsapparat abgehorcht.
-
Eine Sendeschaltung ist in der gleichen Abb. 3 dargestellt: h bedeutet
eine Röhre mit drei Elektroden, die Hochirequenzschwingungen erzeugt und von einer
Akkumulatorenbatterie 5o oder einer Gleichstromdynamo gespeist wird. Die von dieser
Elektronenröhre in cler Selbstinduktion g und der mit ihr verbundenen Kapazität
51 hervorgerufene Schwingung wirkt durch Induktion auf die Selbstinduktionen f,
f2, die mit den Sendeapparaten verbunden sind. Das in den Kreis der Batterie
5o geschaltete Relais 7 wird von einer «-eiter unten zu beschreibenden Kontaktvorrichtung
9 gesteuert und gestattet, den Strom zur Speisung der Sendevorrichtung zu unterbrechen
und so den Schwingungskreis für die Aufnahme des Widerhalls vorzubereiten. Die Elektronenröhre
la kann auch durch einen Wechselstrom, allenfalls von der Frequenz musikalischer
Schwingungen, in bekannter Weise gespeist werden; aber die Speisung mit Gleichstrom
ist vorzuziehen, um nicht in den Empfang eine störende Wechselfrequenz hineinzubringen.
-
In Abb. 6 bezeichnet i den Rotor einer elektrisch angetriebenen Kreiselvorrichtung,
wobei die bekannte Antriebsvorrichtung in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Die
Achse dieser Kreiselvorrichtung ist im Rahmen k gelagert, der seinerseits
um die Achse L
drehbar ist, die im Rahmen in gelagert ist. Dieser Rahmen m
ist mit starren Armen n auf den Schneiden o in einem Block p gelagert, der fest
mit dem Schiff verbunden ist. Ein mit dem Rahmen rrt verbundenes elektrisches Kontaktstück
q kann mit dem festen Kontaktstück r Kontakt geben. Diese Kontaktstücke
q und r sind in den Kreis einer lokalen Batterie s geschaltet, der
seinerseits ein Relais t enthält. Da die Verbindungslinie der beiden Schneiden o,
o in der Längsebene des Schiffes gelege,i ist, bleibt der Kreisel in dieser Ebene,
wogegen der Kontakt r vom Schiff mitgenommen wird und an den Schlingerbewegungen
teilnimmt. Wenn der Schlingerwinkel zu groß wird, so verläßt der Kontakt
q den Kontakt r und unterbricht infolgedessen den Stromkreis des Relais
t, das mittels des Kontaktes t' den Strom zur Speisung des Sendekreises unterbricht.
Ein entsprechender Apparat kann- in der Querebene aufgestellt werden, um den Strom
auszuschalten, wenn die Winkel der Stampfbewegung zu groß weiden. " Das Relais wirkt
mittels des Stromkreises t" auf die Stromkreise der später zu beschreibenden Kontaktvorrichtung.
-
Abb. ;, 8 und 9 stellen die Kontaktvorrichtung dar, die zur periodischen
Üffnung und Schließung des Sende- und Empfangsstromkreises bestimmt ist, wenn diese
Stromkreise getrennt sind. Diese Kontaktvorrichtung besteht aus einer Welle 9, die
beispielsweise horizontal angeordnet ist und von einem Elektromotor r o unter Vorschaltung
eines entsprechenden Widerstandes mit beliebig veränderlicher Drehzahl angetrieben
wird. Auf dieserWelle9 ist eine Reihe von Scheiben 8 aufgekeilt, die Metallsegmente
tragen, deren Zahl beispielsweise von Scheibe zu Scheibe zunimmt. Die erste dieser
Scheiben ist in Abb. 7 dargestellt und enthält beispielsweise vier metallische Segmente
5-5, 6-6, die zweite trägt acht Stück- (Abb. 8). Die einander diametral gegenüberliegenden
Metallsegmente, z. B. 5-5, sind elektrisch miteinander verbunden, aber von den benachbarten
Segmenten isoliert. Vier Kontakte r, 2, 3 und d. schleifen an diametral gegenüberliegenden
Punkten paarweise auf dem Umfang einer dieser Scheiben. Die Kontakte r, 3 schließen
den Stromkreis einer Batterie 6o über ein Relais 7, das auf den Sendestromkreis
einwirkt (Abb. 3). Ebenso schließen die Kontakte 2 und 4 die Stromkreise einer Batterie
61 über das Relais 7b, die beide auf die Empfangsstromkreise einwirken.
-
Wenn einerseits die Lage der Metallsegmente 5-5, 6-6 und der Kontakte
i, 3, andererseits der Kontakte 2, ,J. zueinander gegeben ist, so werden die Kontakte
r, 3 abwechselnd geschlossen und geöffnet, während umgekehrt die Kontakte 2, 4.
geöffnet und geschlossen «erden, so daß die Perioden des Sendens und des Empfanges
aufeinanderfolgen, ohne einander zu überdecken. Die Kontakte r, 2, 3 und -. können
am Umfang der auf der Achse 9 aufgekeilten Scheiben achsial verschoben werden, derart,
daß man sie auf Scheiben von größerer oder kleinerer Segmentzahl einstellen und
so nach Belieben die Länge der Sendezeitabschnitte gemäß der Meerestiefe verkürzen
oder verlängern kann.
Man kann auch die Drehzahl des Motors io entsprechend
der Meerestiefe regeln, um diese Zeitabschnitte verändern zu können, ohne die Scheibe
zu wechseln.
-
Falls die Schaltung der Abb.3 mit teilweise vereinigtem Sende- und
Empfangskreis verwendet wird, wird die erste Empfangsröhre g mit den Selbstinduktionen
f, f2 verbunden, und es genügt, die Kontakte i und 3 zu benutzen, wobei das Relais
7 den Sendestromkreis i i unterbricht und schließt. In diesem Falle ist es überflüssig,
für den Empfangsstromkreis Kontakte :2 und 4. und ein Relais 7b vorzusehen, weil
er selbsttätig betriebsbereit ist, sobald der Sender ausgeschaltet ist. Tatsächlich
arbeitet während der Sendeperiode die erste Elektronenröhre g des Verstärkers für
den Empfangsstromkreis im Sättigungsgebiet ihrer Charakteristik, so daß sie während
der Sendeperiode nicht anspricht, ohne daß es notwendig wäre, den Stromkreis zu
unterbrechen.
-
Abb. io stellt die Ausgleichsvorrichtung dar, deren Aufgabe es ist,
bei getrennter Ausführung der Empfangsapparate diese vor direkten Wellen der Sendeapparate
zu schützen. 13 ist ein kleiner Sendeapparat für Wellen von Überschallfrequenz.
Es ist angenommen, daß dieser aus zwei Stahlplatten und einer Platte aus piezoelektrischem
Quarz besteht. Der Apparat ist an dem einen Ende eines isolierten Rohres rd. befestigt,
das mit einer Flüssigkeit 112 gefüllt und mit einem offenen Standrohr 15 verbunden
ist, das als Reservebehälter für die Flüssigkeit dient. Am anderen Ende ist das
Rohr mit einer gleichartigen Vorrichtung 16 versehen, die zur Aufnahme der vom Apparat
13 ausgesendeten Wellen dient. Die Entfernung zwischen 13 und 16 ist mittels eines
Gewindes 17 verstellbar. 13 wird von dem Sendestromkreis gespeist. 16 sendet die
in elektrischen Schwingungen umgewandelten Wellen, deren Phase in geeigneter Weise
durch die Flüssigkeitssäule verschoben ist, in den Empfangskreis, um nach Schwingungsweite
und Phase die Welle auszugleichen, die der Ernpfangsapparat direkt durch das Wasser
des Meeres vom Sendeapparat aufnehmen könnte. Die Schwingungsweite der vom Apparat
16 ausgesendeten Welle kann im Empfangskreis durch Widerstände oder andere bekannte
Vorrichtungen geregelt werden.
-
In Abb. ii stellt i8'und 18" zwei direkt oder mittels geeigneter Verzahnungen
mit den verstellbaren Kapazitäten der beterodynen Schwingungskreise verbundene Kurbeln
oder Scheiben dar, welche dazu dienen, durch Vergleich die Frequenz der Schwebungen
zu messen, die von den beiden reflektierten Wellen hervorgerufen werden. Eine der
Scheiben dient zur Messung der Geschwindigkeit in der Längsrichtung und isi mit
dem heterodynen Schwingungskreis verbunden, der dazu dient, die Frequenz der Schwebungen
der beiden in der Längsebene reflektierten Welle zu messen; die andere Scheibe dient
zur Messung der Quergeschwindigkeiten. Mit diesen Scheiben sind Registrierfedern
ig' und ig" derart verbunden, daß ihre Entfernung von den Linien 2o und 2o' auf
einer entsprechende i Skala die augenblicklichen Geschwindigkeiten c?es Schiffes
darstellen. Auf dem durch ein Uhrwerk abgerollten Papierstreifen 2i sind daher in
Gestalt von Kurven die Geschwindigkeiten in Abhängigkeit von der Zeit eingetragen.
In Verbindung mit den augenblicklichen Anzeigen der Bussole gestatten diese Angaben,
die genaue Fahrtlinie des Schiffes zu berechnen und zu zeichnen.
-
Die Reflexion der Wellenbündel mit Überschallfrequenz am Boden des
Meeres kann, wie erwähnt, durch die Reflexion von der das Schiff umgebenden Wassermasse
ersetzt werden. Man kann in diesem Fälle ein einziges horizontales Bündel von Wellen
mit Überschallfrequenz verwenden, das beispielsweise in der Fahrtrichtung des Schiffes
ausgestrahlt wird. Die Aussendung kann in wiederholten Absätzen von sehr kurzer
Dauer und die Aufnahme durch denselben Apparat erfolgen, wobei eine geeignete Aufeinanderfolge
von äußerst kurz andauernden Aussendungen durch die beschriebene Kontaktvorrichtung
bewirkt wird. Der Empfang kann aber auch durch einen getrennten Empfangsapparat
erfolgen. Mittels der beschriebenen Vorrichtungen mißt man die Schwebungen der von
der Wassermasse reflektierten und vorn Empfangsapparat aufgenommenen Welle mit einer
beliebig veränderlichen Frequenz von hörbarer Tonhöfe. Aussendungen und Empfang
können aber auch uriunterbrochen erfolgen, falls ein getrennter Empfangsapparat
verwendet wird, cler beispielsweise am Schiffshinterteil in genügender Entfernung
vom Sendeapparat aufgestellt ist, aber nach vorne gerichtet und sorgfältig gegen
Induktionserscheinungen geschützt ist. In diesem Falle kann man einfach die Schwebungen
zwischen der von der Wassermenge reflektierten Welle und der Sendefrequenz feststellen,
welche direkt durch das Wasser oder durch Induktion auf den Empfangsapparat übertragen
wird. Immerhin ist zu bemerken, daß eine-starke Bewegung der Meeresoberfläche imstande
ist, die Klarheit der Schwebungen im Falle von horizontalen Wellenbündeln zu beeinträchtigen.
-
Die Anwendung horizontaler oder nur
wenig gegen,
den Horizont geneigter Strahlenbündel bringt den Vorteil mit sich, daß die Winkel
der Schlinger- und Stampfbewegungen die reflektierte Frequenz selbst im Falle eines
einzigen Strahlenbündels nach dem Gesetz des Kosinus eines kleinen Winkels beeinflußt,
so daß es genügt, ein einziges Strahlenbündel für die Längsgeschwindigkeit und eines
für die Quergeschwindigkeit zu verwenden, wobei die Schwebungen zwischen der vom
Wasser reflektierten Welle und einer konstanten Frequenz von hörbarer Tonhöhe stattfinden.
Man kann auf jeden Fall auch zwei Strahlenbündel verwenden, die in entgegengesetztem
Sinn gerichtet sind.
-
In Anbetracht des Umstandes, daß die Dicke der tatsächlich an einer
wahrnehmbaren Reflexion teilnehmenden Wassermasse die Größenordnung von Hunderten
von Metern nicht übersteigt, kann man die Sendefrequenz erheblich erhöhen, so daß
sie in diesem Fall Hunderttausende von Schwingungen pro Sekunde erreichen kann,
da die allzu rasche Absorption von Schwingungen kurzer Wellenlänge im Wasser hier
wenig störend ist. Man kann auch zwei schief gegen den Meeresgrund gerichtete Strahlenbündel
verwenden, beobachtet aber auch hier nur den Widerhall von den Wassermassen und
nicht vom Grund, besonders bei großer Meerestiefe.
-
Eine geeignete Anordnung der beschriebenen Kontaktvorrichtungen vermag
übrigens im Falle der gegen den -2,\Ieeresgrund gerichteten Strahlenbündel wahlweise
die Reflexion von den Wassermassen verschwinden oder erscheinen lassen; je nachdem,
ob man sehr hohe oder sehr niedrige Frequenzen verwendet, kann man den Widerhall
vom Meeresgrund verschwinden oder erscheinen lassen; dies gibt eine Möglichkeit,
gesondert die Geschwindigkeit des Schiffes bezüglich des Wassers und bezüglich des
Meeresgrundes festzustellen.
-
Abb: 1a gibt ein schematisches Bild der Anordnung der Apparate auf
einem Schiff im Falle der Anwendungen von horizontalen Wellenbündeln und deren Reflexion
an der Wassermasse. 118 ist ein Sendeapparat oder ein vereinigter Sende- und Empfangsapparat,
der am Vorderteil des Schiffes befestigt ist; i i9 ist ein getrennter Empfangsapparat;
iao und iai sind zwei Apparate, die sowohl zum Senden als auch zum Empfangen geeignet
sind und die Beobachtung der seitlichen Geschwindigkeit gestatten. Sie können getrennt
oder in Interferenz im Falle des Empfanges verwendet werden, oder aber in Kombination
mit getrennten Empfangsapparaten. Im Falle von bewegter See kann man entweder ein
horizontales Wellenbündel verwenden und die Schwebungen seines Widerhalls vom Wasser
mit einer Schwingung von konstanter Frequenz beobachten, oder die Schwebungen der
Reflexionswellen von zwei horizontal in entgegengesetzter Richtung ausgesendeten
Wellenbündeln beobachten, oder schließlich die Schwebungen von zwei horizontalen
Wellenbündeln, die miteinander einen Winkel von 9o° einschließen.
-
Man kann diese Apparate auch in anderer Weise anwenden: Wenn die Apparate
für geneigte oder horizontale Wellenbündel um eine vertikale Achse schwenkbar angeordnet
sind, so kann man das System durch Drehen um diese senkrechte Achse so einstellen,
daß die Schwebungen, die von den reflektierten Wellenbündeln der in einer Querebene
aufgestellten Apparate herrühren, vollkommen verschwinden, oder man kann im Falle
der Axw -endung von zwei benachbarten Frequenzen die Zahl der Schwebungen auf diese
konstante Differenz der Schwingungszahl zurückführen. Die auf diese Querebene lotrechte
Richtung wäre die wahre Fahrtrichtung des Schiffes bezüglich des Meeresgrundes,
und die Schwebungen zwischen den Reflexen der*Wellen, die von. den in einer Längsebene
angeordneten Apparaten ausgesendet werden, würden die wahre Geschwindigkeit des
Fahrzeuges der Größe und Richtung nach anzeigen. Durch Betätigung des Steuerruders
des Schiffes wäre es möglich, das Schiff derart einzustellen, daß seine wahre Richtung
stets mit der gewünschten Richtung übereinstimmt und das Schiff die Entfernung in
möglichst kurze: Zeit zurücklegt.
-
Wenn die Apparate in einer Querebene starr aufgestellt sind, so zeigen
die Schwebungen der reflektierten Wellen die Geschwindigkeit der seitlichen Verschiebungen
an, und es wäre möglich, das Steuerruder derart zu legen, daß diese Geschwindigkeitskomponente
vollständig ausgeglichen wird (ohne dabei die Schwebungen zurr Verschwinden zu bringen),
so daß die wahre Geschwindigkeit des Schiffes mit der gewünschten Fahrtrichtung
übereinstimmt. Diese mit genügender Genauigkeit erreichbare Kontrolle der Geschwindigkeit
gestattet auf hoher See eine Bestimmung des Weges des Schiffes von seinem Ausgangshafen
an, unabhängig von der astronomischen Beobachtung. Das Verfahren der Reflexion durch
die Masse des Wassers kann auch -zur genauen Messung von Meeresströmungen, der Geschwindigkeit
von Flüssen u. dgl. verwendet werden.