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Einrichtung zur Regelung des Betriebes von Danipferzeugungsanlagen,
insbesondere bei Lokomotiven, die in mehreren Dampferzeugern Danipf von verschiedenen
Drücken erzeugen. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Regelung des Betriebes
von Dampferzeugungsanlagen, insbesondere bei Lokomotiven, die in mehreren Dampferzeugern
Dampf von verschiedenen Drücken erzeugen.
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Der Zweck der Erfindung ist, bei Mehretruckdampferzeulgungsanlagen,
die starken, häufig auftretenden, unregelmäßigen Schwan-I kungen in der Dainpferzeugung
und in der
Z, Z"
Dampfentnahme ausgesetzt sind, eine Einrichtung zu
schaffen, die -es ermöglicht, in einfachster Weise die Verteilung der Dampfentnahine
auf die Dampferzeugger von verschiedenem Druck und damit die Leistung der Maschine
zu -verändern. Dies wird nach cler Erfindung dadurch erreicht, -daß die Darnpfentnahmeorgane
der Dampferzeuger durch eine allen -emeinsaiiie Verstellungsvorrichtung
verstellt
werden können. Die Verstellung kann entweder von Hand oder selbsttätig erfolgen.
In letzterem Falle werden zweckmäßig die Druckänderungen in einem der Dampferzeuger
oder die Änderungen im Verhältnis der Drücke zweier Dampferzeuger zueinander zur
Beeinflussung einer Steuervorrichtung benutzt, die die Verstellung der Dampfentnahmeorgane
herbeiführt. Als dritte Möglichkeit ergibt sich die gleichzeitige Verwendung der
Verstellung von Hand mit selbsttätiger Verstellung.
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Die Erfindung kann bei allen Dampferzeugungsanlagen Verwendung finden,
bei denen die erwähnten Schwankungen auftreten. Dies ist insbesondere bei Lokomotiven
der Fall; es kann jedoch auch bei anderen Anlagen, beispielsweise bei Schiffsanlagen,
vorkommen. Dem zur Erläuterung der Erfindung dienenden Ausführungsbeispiel ist die
Verwendung der Einrichtung bei einer Lokomotive zugrunde gelegt, die mit zwei in
getrennten, aber gemeinsam befeuerten Kesseln erzeu 'gten Dampfdrücken arbeitet
und bei der der Hochdruckdampf der Hochdruckstufe und der Niederdruckdampf der Niederdruckstufe
der Maschine zugeführt bzw. zugesetzt wird. Bei Lokomotiven ist die Verwendung der
Einrichtung nach der Erfindung deshalb besonders vorteilhaft, weil der Lokomotivführer
durch Bedienung mehrerer Regeleinrichtungen nicht noch mehr belastet werden soll.
Die Erfindung ermöglicht es, daß der Lokomotivführer mit demselben Hebel die Leistung
der Maschine regelt und die Verteilung der Dampfentnahine auf die beiden Kessel
verändert.
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In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele von Einrichtungen nach
der Erfindung dargestellt.
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Abb.,i zeigt schaubildlich die wesentlichen Teile einer Einrichtung
bei einer Zweid rucklokomotive.
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Abb. 2 ist ein Schnitt durch den Niederdruckregler und die zu seiner
Betätigung dienenden Teile.
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Abb. 3 ist ein Schnitt durch den Hochdruckregler und die zu
seiner Betätigung dienenden Teile.
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Abb. 4 zeigt schematisch im Grundriß die Lage der verschiedenen Teile
der Einrichtun- und der beiden Regler an- einer Loko-Motive.
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Abb. 5 ist eine Abwicklung von Hubkurven der bei der Einrichtung
zur Verwendung kommenden 'Nocken.
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Abb. 6 ist eine Abwicklung anders gestal-'teter Hubkurven der
«-\Tocken.
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Abb. 7 ist ein Schaubild einer Einrichtung, die eine Verstellung
von Hand und eine selbsttätige Verstellung ermöglicht. Abb. 8 ist ein Schnitt
in vergrUerteni M aßstab nach Linie A-B von Abb. 7,
Abb. 9 eine abgeänderte
Ausführungsform einer in Abb. 7 enthaltenen Einzelheit.
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Abb. io und i i zeigen schematisch eine weitere Ausführungsform einer
Einrichtung nach der Erfindung.
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In den Abb. i bis 3 ist mit i der auf dem Kessel sitzende übliche
Dampfdom bezeichnet, in dem im vorliegenden Fall ein Ventilregler 2 untergebracht
ist, der die Entnahme des niedrig gespannten Dampfes aus dem Langkessel regelt.
Nahe dem Dampfdom i ist ein zweiter Regler 3 vorgesehen, der die Entnahme
des hochgespannten Dampfes aus dem diesen erzeugenden Kessel regelt.
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Als Niederdruckregler.2 ist im Ausführungsbeispiel ein Ventilregler
üblicher Bauart gezeigt, der in einem Gehäuse 4 ein Hauptventil 5 und ein
als Nadelventil ausge-Lildetes Hilfsventil 6 aufweist. Der Dampf strömt diesem
Hilfsventil durch nicht gezeichnete Schlitze im Gehäuse zu und bleibt in dem oberhalb
des Hauptventils 5 befindlichen Raum, bis das Hilfsventil 6 von seinem
Sitz abgehoben und damit das Hauptventil veranlaßt wird, sich ebenfalls von seinem
Sitz abzuheben. Dem Hauptventil strömt Dampf aus der Zuflußtasche7 zu-Nach öffnen
des Hauptventils strömt der Dampf durch das Rohr8 zu dem Niederdruck-zylinder bzw.
zunächst zum Überhitzer. Der Hochdruckregler 3 ist vorzugsweise ihnlich konstruiert
wie der Niederdruckregler 2; auch er weist ein Hauptventil 9 und ein als
Nadelventil ausgebildetes Hilfsventil io auf, durch das das Hauptventil gesteuert
wird. Der hochgespannte Dampf strömt dem Gehäuse des Hauptventils durch das Rohr
i i zu und verläßt den Regler durch das Rohr 12. Durch nicht gezeigte Bohrungen
kann dem Hilfsventil io der zur Einleitung der Bewegung des Hauptventils erforderliche
Dampf zugeführt werden.
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Zur Beeinflussung beider Regler von Hand dient folgende Einrichtung:
Eine Reglerwelle 13, die im Führerstand nii t einem Handhebel 14 versehen
ist, weist zwei -Nockenscheiben 15 und 16 auf. Die Nockenscheibe 15 dient zur Bewegung
des Hilfsventils 6 des 'Niederdruckreglers 2, während die Nockenscheibe 16
zur Bewegung des Hilfsventils io des Hochdruckreglers 3 Verwendung findet.
An dem Nocken 15 liegt ein als Gabelhebel ausgebildeter Hebel 17 mit Rollen i,".
und ig an, der um eine am Kessel gelagerte Achse 2o drehbar ist. Statt des Gabelhebels
kann natürlich auch ein einfacher Hehel mit Feder verwendet werden. Der Hebel 17
ist durch Gelenkstangen 21 und 22 Mit einer im oberen Teile des Donies i gelagerten
Achse
23 verbunden, auf der eine Ge-
lenkstange 24 sitzt, die am freien Ende
an der Stange des Hilfsventils 6 bei 25 angelenkt ist. Bei Drehung
der Regler,%velle 13
durch den Handhebel 14 derart, daß die Rolle 18 über
die Hubkurve des Nockens 15 läuft, wird also durch das Gestänge ein Anheben des
Hilfsventils 6 herbeigeführt, was ein Anheben des Hauptventils
5 und damit das vermehrte Durchströmen des Dampfes durch das Rohr
8 zu den Niederdruckzylindern zur Folge hat. je höher die Hubkurve des Nol"-'
kens 15 ist, desto größer ist der Hub des Hilfsventils und damit des Hauptventils
und desto größer wird die zu den -Niederdruckzylindern strömende Niederdruck(lainpf-Die
Drehung des Nockens 16 bei'Drelluiig der Reglerwelle 13 wird in ähnlicher
Weise auf das Hilfsventil io des Hochdruckreglers.3 übertragen. Ein Gabelhebe126
mit I\'.ollen 27 und- 28 ist ebenfalls auf der Achse 2o gelagert und überträgt
die Veränderungen in der Hubkurve des Nockens 16 durch Stangen 29 und
30 und *die fest gelagerte Achse 31, auf der die Stange
32 sitzt, auf das Hilfsventil io, an dessen Stange die Stange 32 bei
33 angelenkt ist.
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In Abb. 4 ist in einem schematischen Grundriß veranschaulicht, wie
der Hochdruckregler-neben dem Dom für den Niederdruckregler angeordnet ist. Der
Dom i, der den Niederdruckregler enthällt, und der üb-
liche Sandkasten 34
sind von einer Wand 35
umgeben. Zwischen Dom i und Sandkasten 34 ist der Hochdruckregler
3 angeordnet. Das Zuführungsrohr ii und das Abführungsrohr 12, sind bis zu
der Wand 35 geführt, an die von außen her ein vom Hochdruckkessel kommendes
Rohr 36 und ein zu dem Hochdrurkzylinder bzw. zum Überhitzer führendes Rohr
37 angeschlossen sind. Die Verbindung zwischen den Rohren i i und
36 sowie 12 und 37 ist aus dem Schnitt von Abb. 3
näher ersichtlich,
wo auch die Wand 35 gezeigt und ein Teil des Rohres,36 sowie des Rohres
37 zu sehen ist. Auch in dem Schnitt von Abb. 2 ist die Wand 35, die
den Dom i und den Sandkasten 34 sowie den Regler 3
einschließt, dargestellt-Bei
der bisher beschriebenen Einrichtung erfolgt die Regelung vollständig von Hand.
Man kann mit dieser Einrichtung, geeignete Gestaltung der -Nocken vorausgesetzt,
durch Verstellung des einen Handhebels 14 die Größe der Maschinenleistung regeln
und ferner die Entnahme der zur Erzeugung der je--weils gewünschten Leistung erforderlichen
Darnpfmenge auf die beiden Kessel verändern. Tritt beispielsweise im Niederdruckkessel
eine Erhöhung auf einen Druck ein, 21 der dicht unter der für das Abblasen durch
das Sicherheitsventil vorgesehenen Grenze liegt, so wird der Lokomotivführer, um
die init dein Abblasen verbundenen Verluste zu verineiden, durch Drehung des Handhebels
k'
14 die Reglerwelle so verdrehen und damit die Regler so verstellen, daß
mehr Dampf aus dem Niederdruckkessel entnommen wird. Soll dabei die Leistung der
Maschine unverändert bleiben, so wird man die Einrichtung so treffen, daß die Entnahme
von Dampf aus dem Hochdruckkessei gleichzeitig vermindert wird. Dies kann durch
passende Gestaltung der Nocken und durch geeignete Drehung des Handhebels 14 #,erreicht
werden. Soll gleichzeitig die Leistung in dem erwähnten Fall ändert werden, so muß
eine andere Drehung des Handhebels vorgenommen werden, so daß andere Teile der Hubkurven
der Nocken in Wirkung treten. Die beiden Nokken 15 und 16 können auf
der Reglerwelle unabhängig voneinander zwecks Nachreglung verstellt werden.
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In -Abb. 5 ist eine Abwicklung der Hubkurven der beiden Nocken
15 und 16 gezeigt, wie sie beispielsweise Verwendung finden können. Bei a würden
bei einer Drehung der Welle 13 beide Hubkurven in gleicher Weise ansteielen und
somit ein gleichmäßiges Öffnen der beiden Regler 2 und 3 veranlassen. Dies
gleichmäßige Offnen geht so weit, bis der Punkt b erreicht ist, bei dem die
größtmögliche Öffnung beider Regler eingetreten ist. Bei weiterer Drehung der Reglenvelle
würden bis zum Punkt c beide Regler gleichmäßig weit geöffnet sein. Eine weitere
Drehung der Reglerwelle würde infolge der von c an abfallenden Hubkurve des
Niederdrucknokkens 15 ein allmähliches Schließen des Niederdruckreglers:2 herbeiführen,
während der Hochdruckregler weiter voll geöffnet bleibt. Bei d würde der
Niederdruckregler völlig geschlossen sein, da hier die Hubkurve des Nokkens 15 keine
Erhebung mehr aufweist. Der Hochdruckregler 16 ist hier noch völlig offen. Weitere
Drehung der Reglerwelle in demselben Sinne wie bisher schließt dann auch den Hochdruckregler
allmählich, der bei Punkt c vollkommen geschlossen ist.
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Die in Abb. 5 gezeigte Abbildung der Hubkurve der Nocken ist,
wie gesagt, nur ein Beispiel. Man kann durch beliebige Gestaltung dieser Nocken
oder auch durch Verstellen der '-t\-"ocken gegeneinander ganz beliebige Verteilungsverhältnisse
erzielen. Beispielsweise kann man während der Anfahrperiade, die der Strecke a-b
der Abb. 5 entsprechen würde, an Stelle der gleichmäßigen Verteilung nach
Abb. 5 eine ungleichmäßige Verteilung der Dampfentnahme auf die beiden Kessel
vornehmen.
. -- In - Abb. 6 is't ein anderes
Beispiel' für die Gestaltung der Hubkurven gezeigt. Die Anfahrperiode würde wieder
von al bis bl dauern. Der Niederdruckregler würde durch die zunächst stärker ansteigende
Hubkurve des Nockens 15 mehr geöffnet werden als der Hochdruckregler durch den «-\'ocken
16. Die völlige öffnung des Niederdruckreglers ist schon bei dem Punktfl erreicht;
zu diesem Zeitpunkt wäre derHochdruckregler nur etwa zur Hälfte geöffnet. Von bl
bis el entsprechen die Kurven der Abb. 6 dem Teil b bis e der Abb.
5. Außer den in Abb. 5 und 6 ge-
zeigten Hubkurven können beliebig
anders gestaltete Kurven auf den LZ-ocken vorgesehen sein. . .-
Die Abb.
7 und 9 zeigen Verwirklichungen des Erfindungsgedankens, bei denen
die Re-"elung der Leistung und die Verteilung der Dampfentnahme auf die beiden
. Kessel von Hand und die Verteilung der Dampfentnahme außerdem selbsttätig
bewirkt wird.
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Bei der in Abb. 7 gezeigten Einrichtung ist von dem im Dom
i befindlichen Niederdruckregler nur das Hilfsventil 6 schematisch angedeutet,
ebenso ist von dem Hochdrucke regler nur das Hilfsventil io schematisch gezeichnet.
Die Reglerwelle 13 wird wieder von dem im Führerstand befindlichen Handhebel 14
gedreht. Die -Nocken, die zur Bewegung der Hilfsventile 6 bzw. io und damit
der Regler 2 bzw. 3 dienen, sitzen bei dieser Einrichtung auf einer Hülse
38, die auf der Reglerwelle 13 längsverschiebbar angeordnet ist. Die Gestalt
der Nocken 15 und 16, von denen wieder der erste zur Beeinflussung des Niederdruckregiers
2 und der zweite zur Beeinflussung des Hochdruckreglers 3 dient, ist insofern
abweichend von der bei der früher beschriebenen Einrichtung gezeigten Gestalt der
.Nocken, als es sich dort uni Nockenscheiben und hier um eine 'Nockenhülse handelt.
"Der i.,Zocl,en ii ebenso wie der Nocken 16 erstrekken sich auf eine gewisse Strecke
längst der Hülse 38 und steigen auf dieser ganzen Strecke allmählich von
einem Ende zum andefren an. Der Nocken 15 beispielsweise, der an dem vom Handhebel
abgewandten Ende der Hülse liegt, hat seine höchste Erhebung auf der nach dem Handhebel
zu gelegenen Seite. Andererseits ist an jeder Stelle dieser Strecke ein Ansteigen
und eine Abnahme der Hubkurve- in der Umfangsrichtung- der Hülse -vorhanden. In
Abständen quer zur Längsachse der Hülse durch die Nocken 15 und
f6
gelegte Schnitte würden beispielsweise eine der Schnittzahl entsprechende
Zahl einander ähnlicher Hubkurven ergeben, bei denen die -' -\ ock -enerhebungen
nach einer Seite größer, nach der anderen Seite kleiner werden. Ein Querschnitt
durch die Hülse in der Stelle Ler höchsten E rhebung des Nockens i
6 nach iler Linie A-B von Abb. 7 ist im vergrößerten Maßstab in Abb.
8 dargestellt.
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Die Übertragung der Bewegung des Nokkens 15 auf das Hilfsveritil
6 wird wieder durch einen Gabelhebel 17 herbeigeführt, der auf der Achse
2o gelagert ist und durch Vermittlung der Gelenkstangen 17a, 21 und 22 die Drehung
der Achse:23 und damit ein Anheben oder Senken des Hilfsventils 6 durch den
Hebel 24 veranlaßt. In ähnlicher Weise wird die Bewegung des Nockens 16 durch den
Gabelhebel 26, die Achse 2oa und die Gelenkstangen 26a, :29, 3o auf die Achse
31 . üBerg tragen, die sie clurch-den Hebe132 auf das Hilfsventil io weitergibt.
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An dem vom Handhebel abgekehrten Ende der Hülse 38 greift in
beliebiger Weise das Ende 39 einer Kolbenstange 4o an, die zu einem Kolben
41 gehört, der im Zylinder 42 g geff ihrt ist. - Das Ende 39 der Kolbenstange
kann z. B. als Gabelhebel ausgebildet.sein, der um Zapfen greifen kann, die in einer
Nut der Hülse 38- geführt sind. Im Zylinder 42 ist weiter eine Feder 43 vorkesehen,
die sich zwischen Kolben und eine Zvlinderstirnwand abstützt. Auf die entgegengesetzte
Seite des Kolbens kann durch eine Leitung 44 Dampf eintreten, und zwar in dem gezeichneten
Falle Dampf aus dem Niederdruckkessel oder einer von diesem Kessel abführenden Leitung.
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Die Einrichtung nach Abb. 7 kann zunächst durch den Handhebel
14 von Hand bedient werden. Man kann dabei beispielsweise so verfahren, daß man
beim Anfahren die Rol. len der Gabelhebel 17 und 26 auf den 2ylindrischen
Teil der Hülse 38 nahe etwa der Mitte der Längsbahn jedes Nockens 15 und
16 aufliegen läßt. Dreht man dann mit Hilfe des Handhebels 14 die Reglerwelle 13,
so wird je nach der Gestaltung der. Nocken an dieser .Stelle eine
bestimmte Öffnung - der beiden Regler stattfinden, und es werden bestimmte
Dampfinengen aus den Kesseln entnommen werden. Tritt im Laufe der Fahrt eine unztilässige
Erhöhung des Druckes in einem Kessel auf, beispielsweise im Niederdruckkessel (wo
sie besonders unerwünscht ist), dann tritt die selbsttätige Veränderung der Verteilung
der Dänipfe auf die beiden Kessel in Wirksamkeit. Der steigende Druck des Niederdruckkessels
bewirkt eine Verschiebung (les Kolbens -ti gegen die Wirkung der Feder
-13, was eine Verschiebung der Hülse 38 in derselben 1\'.iclitutig
zur Folge hat. Durch die dadurch veranlaßte Drehunc der Gabelliebel 17 und:!6 wird
heim Niederdruckregler 2 eine Ver-rößerun- der öffnun- des Hilfsventils
6
und (Jimit des Hatiptventils, beim Hochdruckre-ler - t
Z, , c:ne Verkleinerung der Öffnung des Hilfs-,-ziitils io und darnit eine
Verkleinerungder
Öffnung des Hauptventils herbeigeführt. Die Dampfentnahnie
aus dem Niederdruckl#essel wird also vergrößert, die aus deni flochdtruckkessel
verkleinert.
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Die zur lierbeiführung der Verschiebung der Hülse dienende Steuervorrichtung
kann beliebig gestaltet sein. Sie kann beispielsweise, statt nur unter der Einwirkung
einer Dampfart zu stehen, unter den Einiluß de.,
Druckunterschiedes zwischen
Hochdruck--und -'\iederdrucli:dal-npf gesetzt werden. In Abb. 9 ist eine
solche Vorrichtung angedeutet, bei der auf die eine Seite eines Stuf enk-olbens
45 Hochdruckdampf und auf die andere Seite j.\iederdruckdarnpf wirkt. Veränderungen
im Verhältnis der beiden Drücke zueinander führen dann selbsttätig eine andere
Verteilung der Dampfentnahme auf die beiden Kessel durch Verstellung der Reiler
herbei.
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Steigt z. B. der Druck im Hochdruckkessel unzulässig, so tritt im
Gegensatz zu dem vorhin erwähnten Fall des unzulässigen Steigens des Drucks
im '-\',iederdrucld-zessel eine Verschiebung der Hülse 38 nach der
anderen Richtung und damit unigekehrt eine Ver-,größerung der Dampfentnahme aus
dein klochdruckkessel und eine Verkleinerung der Dampfentnahrne aus dem Niederdruckkessel
ein.
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-Die Änderung der Verteilung kann ferner auch 'von Hand erfol-en.
In diesem Falle würde man sowohl die Dreh- wie auch Längsbewegung der Hülse zweckmäßig
durch einen Handhebel bewirken.
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Eine andere Ausführungsform einer Einrichtung zur selbsttätigen Herbeiführung
von Änderungen in der Verteilung der gesamten Dampfmenge auf die beiden Dampferzeuger
in Verbindung mit einer von Hand zu bedienenden Einrichtung zur Regelung der Leistung
der Kraftmaschine und zur Verteilung der Dampfentnahme auf die beiden Dampferzeuger
ist in den Abb. io und i i schematisch dargestellt.
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Die durch Handhebel 14 drehbare Reglerwelle 13 trägt die beiden (hintereinanderlie-,geliden)
Nocken 15 und 16. Durch Rollen ig bzw. 19 und Hebel 46 bzw. 47, die bei 48
bzw. 49 gelagert sind, sowie je ein daran anschließendes Gestänge werden
die Nockenhübe auf die Hilfsventile 6 bzw. io übertrageii. Das von Hebel
46 zum Hilfsventil 6 des Niederdruckreglers führende Gestänge besteht aus
einer bei 5o geführten Stange 51, an deren Ende ein Lenker 52 angreift, der
durch einen zweiten Lenker 53 mit einer bei 54 CI-eführten # Sti # nge 55
verbunden ist, an deren anderem Ende der (las Hilfsventil bewegende. bei _#(s gelagerte
Hebel 57 angreift. Das zum Hilfsventil in iiihrende Gestänge besteht
aus einer bei -#N -eführten Statige59, die-an einem Ende mit Hebel 47 und am anderen
Ende mit einem Lenker 6o verbunden ist, der durch einen zweiten Lenker 61 mit einer
bei 62 geführten Stange 63 in Verbindung steht, an die der bei 64
gelagerte, das Hilfsventil io bewegende Hebel 65 angreift.
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Die Lenker 52 und 53 bzw. bo und 61 bilden zwei Knickliebelsysteme,
die zur Veränderung der Üffnung der Hilfsventile 6 und io im umgekehrten
Sinne dienen können. Die Steuervorrichtung4o bis 43 dient unter der Einwirkung von
Änderungen im Druck des durch Leitung44 zuströmenden Niederdruckdampfes zur Herbeiführung
dieser -Veränderungen durch folgende Einrichtung.
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Die Kolbenstange40 ist verlängert und zweckmäßig an mehreren Stellen
geführt, z. B. bei 6b, 67 und 68. Hinter der Führung 68 endet
die Kolbenstange in einem Gelenkpunkt 69, der mit dem zwischen den beiden
Lenkern 6o und 61 liegenden Gelenkpunkt 70
durch eine Stange 71 verbunden
ist. Zwischen den Führungen ö6 und 67 trägt die Kolbenstange 4o einen
Ansatz 72, Abb. i i, der in einem Gelenkpunkt 73 endigt,
-von dem eine Verbindungsstange 74 zu dem die Lenker 52
und
53 verbindenden Gelenkpunkt 75 führt. Wie aus Abb. i i ersichtlich
ist, liegt die Stange 74, der Gelenkpunkt 75 und somit das ganze-Gestänge5i
bis 55 außerhalb der die Kolbenstange 40 enthaltenden Ebene, die etwa mit
der Papierebene der Zeichnung zusaminenfällt.
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Bei einer infolge des Anwachsens des Drukkes im Niederdruckkessel
eintretenden Verschiebung des Kolbens 4, gegen die Federkraft 43 wird, wie aus Abb.
io ersichtlich ist, eine Verschiebung der beiden Gelenkpunkte 75 und
70 im Sinne der Pfeilrichtung stattfinden. Dies hat bei dem zum Hilfsventil
6
führenden Gestänge eine Annäherung der beiden inneren Endpunkte der Stangen
Si und 55, bei dem zum Hilfsventil io führenden Gestänge eine Vergrößerung der Entfernung
zwischen den inneren Endpunkten der Stangen 6o und 61 zur Folge. Daher wird das
Hilf sventil 6 und damit' der Regier.2 t>
mehr geöffnet, während gleichzeitig
das Hilfsventil io und damit der Regler 3 mehr ,#eschlosseil wird. Bei Abnahme
des Druckes im 'L\7iederdruck-1,-essel tritt das Umgekehrte ein, d. h. eine
Verminderung der Öffnung des Niederdruckreglers 2 und gleichzeitig eine Vergrößerung
der öff nung des Hochdruckreglers 3.
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NTeuerdings ordnet man bei Lokomotiven (las Dampfre-elventil hinter
dein Überhitzer an. Bei Zweidrucklokoniotiveri kann man ebenfalls die beiden Regelventile
hinter den #"berhitzern anordnen. Die beschriebene Einrichtung kann auch bei einer
solchen z\lior(1-n
Üng Verwendung finden. Wenn in diesem Falle -der
Hochdruckregler neben der Rauchkammer auf der einen Seite des Kessels und der -Niederdruckregler
neben der Rauchkammer auf der anderen Seite des Kessels angeordnet sind, kann man
die Einrichtung so treffen, daß von der wieder vom Führerstand durch einen Handhebel
bewegten Reglerwelle aus eine besondere Steuerwelle beispielsweise rechtwinklig
zur Reglerwelle angeordnet wird, auf der die Nocken sitzen. Auch bei dieser Anordnung
kann natürlich eine selbsttätige Verstellung der beiden Regler vorgese-Z, hen sein.