DE4242665A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Rückschalten eines polumschaltbaren Motors - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Rückschalten eines polumschaltbaren MotorsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Rückschalten
eines polumschaltbaren Motors auf die kleinere Drehzahl,
wobei zunächst ein zweiphasiges Rückschalten auf die klei
nere Drehzahl erfolgt, sowie eine Vorrichtung zum Zuschal
ten der dritten Phase eines polumschaltbaren Motors, bei
dem zunächst ein zweiphasiges Rückschalten auf die klei
nere Drehzahl erfolgt.
Polumschaltbare Motoren sind Asynchronmaschinen, in deren
Stator mehr als ein Wicklungssystem untergebracht ist. Sie
ermöglichen durch Einschaltung der jeweiligen Statorwick
lung den Betrieb verschiedener Abtriebsdrehzahlen. Die
Drehzahlen ergeben sich aus der Drehfrequenz und der je
weiligen Polzahl und stehen somit in einem ganzzahligen
Verhältnis zueinander. In der Regel sind die Statorwick
lungen eigenständige, voneinander galvanisch getrennte
Wicklungen.
Die verschiedenen Anwendungen erfordern nicht nur das Ein-
und Ausschalten jeder einzelnen Drehzahl, sondern auch
das Umschalten zwischen den Drehzahlen. Das Einschalten
jeder Drehzahl bei stehendem Motor unterscheidet sich
nur insoweit von dem eines eintourigen Motors, als daß
die Hochlaufzeit durch die relativ höhere Eigenmasse des
PU-Motors größer ist. Das Umschalten zwischen den Dreh
zahlen, und dabei insbesondere das Zurückschalten auf die
kleinere Drehzahl, stellt jedoch eine neue Situation mit
einem für PU-Motoren typischen Verhalten dar. Es entsteht
ein Rückschaltmoment, das ein Mehrfaches des Anfahrmoments
erreicht. Dieser Momentenstoß wirkt sich durch erhöhten
Verschleiß und Schwingungen in der Antriebsmechanik sowie
durch verstärkte Geräuschentwicklung aus. Physikalisch
bedingt ist der Drehzahlmomentenverlauf im übersynchronen
Betrieb wesentlich höher als der im untersynchronen Betrieb.
Dies trifft insbesondere für das generatorische Kippmoment
zu, welches die Härte des Rückschaltens ganz wesentlich
bestimmt.
Um die beschriebenen Nachteile beim Zurückschalten der
PU-Motoren zu vermeiden bzw. auf ein erträgliches Maß
zu reduzieren, werden verschiedene technische Maßnahmen
angewendet:
Ein laufender Drehfeldmotor entwickelt beim zweiphasigen
Betrieb ein Drehmoment, welches kleiner als im dreiphasigen
Betrieb ist und elliptisch verläuft. Die Auswahl der beiden
Phasen hat keinen Einfluß auf den Verlauf des Drehmomentes.
Das Verfahren der zweiphasigen Rückschaltung erzielt im
übersynchronen Arbeitsbereich die gewünschte Momentenredu
zierung. Das Problem liegt darin, daß unmittelbar vor der
synchronen Drehzahl auf dreiphasigen Betrieb zurückge
schaltet werden muß.
Erfolgt die Zuschaltung der dritten Phase zu früh und
damit während des generatorischen Kippmomentes, so wird
der Rückschaltstoß nur unzureichend reduziert. Ein zu
spätes Zuschalten bedeutet jedoch, daß der Antrieb be
reits im motorischen Betrieb mit stark reduziertem Dreh
moment arbeitet, welches weit unter dem Nennmoment liegt.
Insbesondere bei Hubwerken muß dieser Zustand sicher ver
mieden werden.
Die Effektivität des beschriebenen Verfahrens wird ganz
wesentlich von der Präzision des Zuschaltzeitpunktes der
dritten Phase bestimmt. Den geringsten Aufwand stellt
die zeitverzögerte Zuschaltung dar, die jedoch nur in
Ausnahmefällen befriedigend funktioniert, da die Dauer
der Bremsphase im praktischen Betrieb selten konstant
ist. Wesentlich präziser und frei von Fremdeinflüssen
funktioniert die Zuschaltung in Abhängigkeit von der ge
messenen Drehzahl. Nachteil dieses Verfahrens ist der
technische Aufwand der Meßeinrichtung und der Installa
tion.
Dieses Verfahren mit einem "schweren Lüfter" bzw. einer
Zusatzschwungmasse wird häufig angewendet, weil der tech
nische Aufwand gering ist und es keine zusätzliche Steue
rung erfordert. Es entfallen entsprechende Schaltschütze,
elektronische Steuerungen sowie deren Justage und Installa
tion. Die zusätzliche Schwungmasse wird häufig in Form
des Eigenlüfters ausgeführt.
Die Wirkungsweise beruht darauf, daß die Zusatzschwungmas
se ein dynamischer Energiespeicher ist und die Beschleu
nigungsvorgänge bei der Drehzahlumschaltung abschwächt.
Nachteilig ist, daß dieser Vorgang nicht nur beim Rück
schalten, sondern auch bei jedem Anlaufvorgang wirksam
wird. Ein weiterer und ganz wesentlicher Nachteil liegt
in den erhöhten Verlusten. Der Motor arbeitet bei jedem
Anlauf- und Umschaltvorgang im gekippten Betrieb und hat
dabei prinzipbedingte Verluste, die sich durch die länge
ren Anlauf- und Verzögerungsphasen weiter verstärken.
Eine Rückgewinnung der kinetischen Energie aus der Schwung
masse ist nicht möglich.
Die zulässige Schaltfrequenz von Motoren, die im getakteten
Betrieb eingesetzt werden, reduziert sich erheblich oder
erfordert Zusatzmaßnahmen für Wärmefestigkeit und Zusatz
kühlung. Neben den Kosten für den technischen Aufwand
können auch die laufenden Kosten der erhöhten Verlust
energie ein wesentlicher Nachteil dieses Verfahrens wer
den.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Rückschalt
moment von PU-Motoren so zu reduzieren, daß es etwa der
Höhe des Anlaufmomentes entspricht. Die jeweiligen Nach
teile der oben genannten Verfahren bezüglich Funktion,
technischem Aufwand und Betriebskosten sollen dabei ver
mieden werden. Die verwendeten PU-Motoren sollen hierfür
keinerlei spezielle Zusatzeinrichtungen wie z. B. einen
Drehzahlgeber benötigen.
Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe bei einem Ver
fahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß
bei Unterschreiten eines bestimmten Schalt-Stromes die
dritte Phase zugeschaltet wird. Eine erfindungsgemäße
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist gekenn
zeichnet durch eine Strommeßeinrichtung in einer zuge
schalteten Phase, eine Koinparatoreinrichtung zum Ver
gleich des Ist-Stroms mit einem Schalt-Stromwert und
durch einen Schalter in der dritten zuzuschaltenden Pha
se.
Die Erfindung vermeidet also einerseits ein zeitgesteu
ertes Zuschalten der dritten Phase und andererseits den
zur Drehzahlmessung erforderlichen Aufwand, sondern nimmt
unmittelbar den Strom zur Bestimmung des Zuschaltzeit
punkts für die dritte Phase heran. Es hat sich gezeigt,
daß der nach dem Rückschalten in den zweiphasigen Betrieb
zunächst relativ konstante Strom vor dem synchronen Be
trieb stark abfällt, so daß bei Abfall des Stromes bewirkt
durch diesen ein Zuschalten der dritten Phase erfolgen
kann. Vorzugsweise erfolgt das Zuschalten der dritten
Phase, wenn der Strom im zweiphasigen Betrieb gegenüber
seinem Ausgangswert auf etwa die Hälfte reduziert ist.
Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung sind Normmotoren betreibbar.
Eine genaue Festlegung des Schalt-Stromwerts kann dadurch
erfolgen, daß die Größe des Schalt-Stromwerts aus dem
zweiphasigen Strom im untersynchronen Betrieb bestimmt
wird, indem zum Einstellen des Schalt-Stromwerts im un
tersynchronen zweiphasigen Betrieb die Schaltwerte wie
derholt erhöht werden, bis bei einem geeigneten Schalt-
Stromwert das Zuschalten der dritten Phase erfolgt.
Die Besonderheit der Erfindung besteht darin, daß das
Zuschalten der dritten Phase automatisch unmittelbar vor
der synchronen Drehzahl erfolgt. Dies ist der optimale
Zuschaltzeitpunkt, da hier beim Übergang auf die drei
phasige Kennlinie keine Momentenerhöhung mehr erfolgt
und beim Übergang in den Motorbetrieb das volle Drehmo
ment zur Verfügung steht.
Gemäß bevorzugter Ausgestaltungen der Vorrichtung kann
vorgesehen sein, daß die Schalteinrichtung einen elek
tronischen Schalter in der dritten Phase aufweist, wobei
der elektronische Schalter ein Triac ist oder der elek
tronische Schalter zwei antiparallel angeordnete Thyri
storen in der dritten Phase aufweist. Zum Schalten der
Zündspannung der elektronischen Schalter, Triac oder
Thyristor, kann weiterhin vorgesehen sein, daß die Schalt
einrichtung ein Relais ist oder einen Optokoppler aufweist.
Weitere Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung
sehen vor, daß eine Anzeigeeinrichtung zur Anzeige der
Zuschaltung der dritten Phase des Motors und ein eingangs
seitiger Gleichrichter vorgesehen sind. Eine solche Anzei
geeinrichtung ist zur Inbetriebnahme nützlich.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung handelt es sich
um ein elektronisches Zusatzgerät, das in Verbindung mit
handelsüblichen PU-Motoren den Nachteil des harten Rück
schaltens vermeidet. Das Gerät wird lediglich in zwei
Phasen der Motorzuleitung für die hochpolige Wicklung
eingeschleift und erfordert weder externe Schaltglieder
noch eine zusätzliche Stromversorgung.
Der Zeitpunkt der Zuschaltung wird durch eine Elektronik
gesteuert, die keinerlei externe Informationen über Sen
soren oder dergleichen benötigt. Der optimale Schaltzeit
punkt wird ausschließlich aus den elektrischen Daten er
mittelt, die innerhalb des Schaltgerätes über die Motor
zuleitung ermittelt werden.
Die Erfindung geht also aus von der zweiphasigen Rückschaltung
in die kleinere Drehzahl. Das Zuschalten der dritten
Phase erfolgt erfindungsgemäß automatisch unmittelbar
vor der synchronen Drehzahl durch Strommessung. Als Schalt
element wird ein Leistungshalbleiter, wie ein Triac oder
eine antiparallele Thyristorschaltung, verwendet. Die Strom
versorgung der Schaltelektronik kann dabei unmittelbar
aus dem Netz des Motors, nämlich aus der Phase, deren
Strom gemessen wird, genommen werden. Der optimale Schalt
zeitpunkt wird ausschließlich aus den elektrischen Daten
einer beim zweiphasigen Rückschalten auf die höherpolige
Wicklung zugeschalteten Motorzuleitung bestimmt.
Die Stromversorgung der Signalelektronik erfolgt aus der
Energie des Stromwandler-Meßsignales.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich
aus den Ansprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung,
in der Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnah
me auf die Zeichnung im einzelnen erläutert sind. Dabei
zeigt:
Fig. 1 die Motorkennlinien im motorischen
und generatorischen, dreiphasigen und
zweiphasigen Betrieb bei einem polum
schaltbaren Motor;
Fig. 2 den Stromverlauf bei einem polum
schaltbaren Motor;
Fig. 3 ein Blockschaltbild der erfindungs
gemäßen Vorrichtung zum Zuschalten
der dritten Phase bei einem polum
schaltbaren Motor;
Fig. 4 eine erste Ausführungsform der er
findungsgemäßen Vorrichtung zum
Zuschalten der dritten Phase bei einem
polumschaltbaren Motor mit einem Triac
als Schalter; und
Fig. 5 eine weitere Ausführungsform entspre
chend Fig. 4 mit antiparallel ange
ordneten Thyristoren als Schalter.
Die Fig. 1 zeigt die Drehmomente bei einem polumschalt
baren Motor. Die Kurve A bezeichnet dabei das Drehmoment
über der Drehzahl für die kleine Polpaarzahl und demgemäß
die höhere Drehzahl. Die Kurve B zeigt die Drehmomente
für den dreiphasigen Betrieb der höheren Polpaarzahl und
damit bei der geringeren Drehzahl. Es ist ersichtlich,
daß im übersynchronen oder Generatorbetrieb (rechts des
Nulldurchganges der Kurve) die absoluten Drehmomente er
heblich sind und wesentlich über denen für die geringere
Polpaarzahl gemäß der Kurve A liegen. D.h. daß beim Rück
schalten von der höheren Drehzahl zur geringeren Drehzahl
und damit von Kurve A zu Kurve B erhebliche Drehmomente
auftreten würden, die zu einer hohen Belastung der Mecha
nik, nämlich des Motors selbst und der von ihm angetrie
benen Maschine, führen würden.
Die Kurve C zeigt die Drehmomente im zweiphasigen Betrieb
für die höhere Polpaarzahl und damit die niedrigere Syn
chrondrehzahl. Es zeigt sich hier, daß beim Rückschalten
im übersynchronen Betrieb von der niedrigeren Polpaarzahl
bei der durch diese gegebenen Drehzahl auf die höhere
Polpaarzahl die Drehmomente etwa in der Größenordnung
des vorherigen motorischen Betriebs bei der höheren Dreh
zahl (Kurve A) liegen. Es ist aber feststellbar, daß die
Drehmomente beim zweiphasigen Betrieb beim Übergang in
untersynchrone Drehzahlen, also Motorbetrieb, für die hö
here Polzahl wesentlich geringer sind, so daß hier die
Gefahr eines Abstürzens bei einem Hubwerk besteht, wäh
rend bei einem Fahrwerk praktisch keine Energie zugeführt
wird. Demgegenüber steigt das Drehmoment im Motorbetrieb
bei Dreiphasenzuschaltung bei höherer Polzahl wieder in
den Bereich des Drehmoments der niedrigeren Polzahl an.
Aus diesen Drehmomentkurven ergibt sich daher, daß es
wünschenswert ist, vom motorischen Betrieb bei niedri
ger Polpaarzahl (hohe Drehzahl, Kurve A) zunächst in den
zweiphasigen Betrieb für die höhere Polpaarzahl (niedri
gere Synchrondrehzahl, Kurve C) umzuschalten und bei der
niedrigeren Synchrondrehzahl dann die dritte Phase zu zu
schalten und damit in den dreiphasigen Betrieb der hohen
Polpaarzahl umzuschalten (Kurve B).
Aus der Fig. 2 ist der Strom über der Drehzahl bei der
hohen Polpaarzahl und damit der niedrigen Synchrondreh
zahl ersichtlich. Die Kurve D zeigt dabei den Strom bei
dreiphasigem Betrieb, während die Kurve E den Strom bei
zweiphasigem Betrieb zeigt. Es ist ersichtlich, daß bei
Zuschaltung lediglich zweier Phasen (Kurve E) im motori
schen Betrieb der Strom unterhalb eines Wertes bleibt,
wie er beim generatorischen Betrieb nahe der Synchron
drehzahl angenommen wird. Im motorischen Betrieb bei zwei
zugeschalteten Phasen wird der Stromwert bestimmt, bei
dem nach Zurückschalten im generatorischen Betrieb von
den zwei Phasen ausgehend die dritte Phase zugeschaltet
werden soll (Phase Ein). Hierzu wird mittels eines Poten
tiometers ein Stromwert eingestellt und bei mehreren Durch
läufen so lange erhöht, bis im motorischen Betrieb ein
Zuschalten der dritten Phase, d. h. ein Umschalten von der
Kurve E zur Kurve D in der Fig. 2 erfolgt.
Dieser Stromwert wird dann als Schalt-Stromwert für das
Zuschalten der dritten Phase im generatorischen Betrieb
genommen, nachdem zunächst das Rückschalten von der ho
hen Drehzahl auf die niedrige Drehzahl im Zweiphasenbe
trieb erfolgte, wie dies oben erläutert wurde.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung oder Schaltung (Fig. 3)
sieht hierzu in einer der im zweiphasigen Betrieb zuge
schalteten Phasen, beispielsweise L2, einen Strommesser 1
vor, der über eine Vergleichselektronik 2 einen Schalter 3
in der zunächst im zweiphasigen Betrieb nicht zugeschal
teten Phase, wie beispielsweise der dritten Phase L3,
schließt, so daß diese bei Erreichen des bestimmten Schalt-
Stromwerts ebenfalls zugeschaltet und damit für den unter
synchronen oder motorischen Betrieb auf Dreiphasigkeit
geschaltet wird. Die Phase L1 ist durchgeführt. Mit K1
bzw. K2 sind die Schütze zum Einschalten der langsameren
bzw. schnelleren Drehzahl bezeichnet.
Konkrete Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrich
tung sind in der Fig. 4 dargestellt. Mit L2, L2′ ist wie
derum eine im zweiphasigen Betrieb zugeschaltete Phase
der Motorwicklungen bezeichnet. 1 bezeichnet wieder die
Strommessung und Stromabnahme aus dieser Phase. Der Strom
kann über Stromspannungs-Wandler 14 und einen Gleichrichter
15 abgenommen werden (Fig. 5). Er wird dem einen Eingang
eines Komparators 6 zugeführt, dessen anderer Eingang mit
dem erwähnten Schalt-Stromwert (Referenzwert Vref) über
ein Potentiometer 7 (Fig. 4) beaufschlagt ist. Die Schal
tung weist weiterhin einen Transistor 8 auf, mit dem eine
Anzeige 9 sowie ein Schalter 11 in Verbindung stehen, wobei
letzterer ein Optokoppler oder ein Relais sein kann. Über
den Schalter 11 wird ein elektronischer Schalter 13 in der
dem Motor zuzuschaltenden dritten Phase, wie der Phase L3,
L3′, durchgeschaltet.
Der elektronische Schalter 13 kann, wie dies in der Fig.
4 dargestellt ist, ein Triac sein, der bidirektional arbei
tet.
Statt dessen können auch parallel in der Zuleitung der
Phase L3, L3′ antiparallel zwei Thyristoren 16, 17 angeord
net sein, die in diesem Falle allerdings je ein Schaltsi
gnal zur Ansteuerung benötigen (Fig. 5).
Der Komparator 6 hat eine Schalthysterese für das Zu-
und Abschalten der dritten Phase in Abhängigkeit vom ge
messenen Strom. Mit Veränderung des Schaltpegels wird
hierzu auch proportional die Hysterese mitverändert.
Beim Rückschalten auf die hochpolige Wicklung entsteht
im dreiphasigen Betrieb ein Strom, der den Pegel "Phase
aus" (Fig. 2) weit überschreitet. Hiermit ist gewährlei
stet, daß die Schaltung sofort in den zweiphasigen Betrieb
geht. Nähert sich der Antrieb nun der synchronen Drehzahl,
so fällt der Strom im zweiphasigen Betrieb ab und unter
schreitet den Schaltpegel "Phase ein" (Fig. 2). Hiermit
wird die dritte Phase wieder zugeschaltet. Der nun auf
tretende Strom zeigt eine geringe Erhöhung, die aber bei
weitem nicht ausreichend ist, um den Schaltpegel "Phase
aus" erneut zu überschreiten. Somit bleibt das System
im dreiphasigen Betrieb. Wesentlich bei der Auswahl der
Schaltschwellen ist, daß der Strom im motorischen Betrieb
keinesfalls die Schaltschwelle "Phase aus" überschreitet.
Dies darf auch nicht der Fall sein, wenn der Motor bis
zur Blockade belastet wird, was gleichzeitig auch dem
Zustand des Anlaufens aus Drehzahl 0 entspräche.
Die Einstellung des richtigen Schaltpegels findet bei
stehendem Motor statt. Hierzu wird mit einem niedrigen
Einschaltpegel begonnen und die hochpolige Wicklung ein
geschaltet. Durch den niedrigen Schaltpegel wird die
Schwelle "Phase aus" überschritten und der Motor wird
zweiphasig betrieben. Hierbei entwickelt er aus Drehzahl
heraus kein Drehmoment. Der Schaltpegel wird nun lang
sam erhöht, bis der Pegel "Phase ein" den zweiphasigen
Anlaufstrom des stehenden Motors überschreitet. Die diesem
Schaltpegel fest zugeordnete Hysterese bewirkt einen
Schaltpegel "Phase aus", der mit Sicherheit über dem drei
phasigen Anlauf- bzw. Kurzschlußstrom des Motors liegt.
Die eingebaute Leuchtdiode zeigt diesen Schaltvorgang
an und dient damit auch als Einstellhilfe.
Die wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren der
Schaltung ist die Tatsache, daß der zweiphasige Strom
im synchronen Arbeitspunkt deutlich kleiner ist als beim
stehenden Motor, wenn die Justierung vorgenommen wird.
Bei Hubwerken bietet sich an, die Bremse des Motors wäh
rend der Justage geschlossen zu halten. Dies ist kein
Problem, solange der Motor nur an zwei Phasen angeschlos
sen ist. Wird bei richtiger Justage die dritte Phase auto
matisch zugeschaltet, muß unmittelbar danach das Netz
abgeschaltet bzw. die Bremse geöffnet werden, damit der
Motor nicht unnötig lange in diesem Zustand betrieben
wird (Bremsenverschleiß bzw. Motorerziehung).
Claims (15)
1. Verfahren zum Rückschalten eines polumschaltbaren
Motors auf die kleinere Drehzahl, wobei zunächst ein
zweiphasiges Rückschalten auf die kleinere Drehzahl
erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß bei Unterschrei
ten eines bestimmten Schalt-Stromes die dritte Phase
zugeschaltet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Größe des Schalt-Stromwerts aus dem zweipha
sigen Strom im untersynchronen Betrieb bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Einstellen des Schalt-Stromwerts im unter
synchronen zweiphasigen Betrieb der hochpoligen Wick
lung die Schaltschwelle stetig erhöht wird, bis bei
dem geeigneten Schalt-Stromwert das Zuschalten der
dritten Phase erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Strom einer Phase
mit dem eingestellten Schalt-Stromwert verglichen
wird und bei Unterschreiten desselben die Zuschal
tung der dritten Phase erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Strommeßsignal zur
Energieversorgung bei den Schaltvorgängen dient.
6. Vorrichtung zum Zuschalten der dritten Phase eines
polumschaltbaren Motors, bei dem zunächst ein zwei
phasiges Rückschalten auf die kleinere Drehzahl er
folgt, gekennzeichnet durch eine Strommeßeinrichtung
(1) in einer zugeschalteten Phase, eine Komparator
einrichtung (2) zum Vergleich des Ist-Stroms mit einem
Schalt-Stromwert und durch einen Schalter (3) in der
dritten zuzuschaltenden Phase (L3-L3′).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schalteinrichtung (3) einen elektronischen
Schalter (13) in der dritten Phase (L3-L3′) aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der elektronische Schalter ein Triac (13) ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der elektronische Schalter zwei antiparallel an
geordnete Thyristoren in der dritten Phase (L3-L3′)
aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, gekenn
zeichnet durch eine Schalteinrichtung für den Zünd
strom der elektronischen Schalter.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schalteinrichtung ein Relais (11) ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuschalteinrichtung einen Optokoppler aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, gekenn
zeichnet durch eine Anzeigeeinrichtung (9) zur Anzeige
der Zuschaltung der dritten Phase (L3, L3′) des Motors.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, gekenn
zeichnet durch einen eingangsseitigen Gleichrichter.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, gekenn
zeichnet durch Energieversorgung durch das Strommeß-
Signal.
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Family
ID=6475569
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|---|---|---|---|
| DE4242665A Expired - Lifetime DE4242665B4 (de) | 1992-12-17 | 1992-12-17 | Verfahren und Vorrichtung zum Rückschalten eines polumschaltbaren Motors |
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