DE4242083C2 - Sensorvorrichtung zur reproduzierbaren, nichtinvasiven Messung der Blutglucose - Google Patents
Sensorvorrichtung zur reproduzierbaren, nichtinvasiven Messung der BlutglucoseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Sensorvorrichtung zur reproduzierbaren nichtinvasiven
Messung der Blutglucose mittels Infrarot(IR-)Spektroskopie.
Durch Absorption von Strahlung des mittleren infraroten Spektralbereichs (MIR) mit
Wellenlängen im Bereich von ca. λ=2.5-25 µm werden Moleküle zu substanzspezi
fischen Schwingungen angeregt. In den Absorptionsspektren des nahen infraroten
Spektralbereichs (NIR) von ca. λ=0.8-2.5 µm treten Obertöne und Kombinationstöne
der Grundschwingungen im MIR auf. Wegen des hohen Gehaltes an substanzspezi
fischer Information ist die IR-Spektroskopie eine der wichtigsten Untersuchungs
methoden der analytischen Chemie.
IR-spektroskopische Messungen des diffusen Reflexionsgrades menschlicher Haut
bzw. des Transmissionsgrades einzelner menschlicher Körperpartien wie z. B. des
Ohrläppchens werden zur quantitativen Analyse medizinisch wichtiger Blut
inhaltsstoffe genutzt. Wesentliche Vorteile der nichtinvasiven ("unblutigen")
spektroskopischen Verfahren gegenüber den herkömmlichen klinisch-chemischen
Methoden mit Blutentnahme sind die Schmerzfreiheit und die Möglichkeit zur on-line
Überwachung über größere Zeiträume.
Ein wichtiges Beispiel ist die seit längerer
Zeit routinemäßig angewandte spektroskopische Messung der Sauerstoffsättigung
des Blutes (siehe Literaturhinweis [1] am Ende der Beschreibung).
Durch den rasanten technischen Fortschritt insbesondere auch auf dem Gebiet der
Halbleitertechnik konnten die Nachweisgrenzen der spektroskopischen Analyse
verfahren in den letzten Jahren entscheidend verbessert werden. Zudem steht heute
praktisch unbegrenzt Rechenkapazität zur quantitativen Auswertung großer
Datenmengen (breiter Spektralbereiche) zur Verfügung. In neuerer Zeit wird deshalb
verstärkt die Anwendung IR-spektroskopischer Verfahren zur nichtinvasiven
Messung solcher Blutinhaltsstoffe diskutiert, deren Absorptionssignale im Vergleich
zur Gesamtabsorption des Blutes klein sind und die keine charakteristischen
Wellenlängen für die quantitative Analyse aufweisen. Das Hauptgewicht der
Forschungsaktivitäten gilt hierbei der Blutglucose ("Blutzucker"), da diesem
Blutinhaltsstoff im Zusammenhang mit der Volkskrankheit Diabetes mellitus
entscheidende Bedeutung zukommt (neueste Ergebnisse siehe Literaturhinweis [2]).
Biologisches Gewebe ist wegen seines zellulären Aufbaus und zahlreicher weiterer
biologischer Varlabilitäten optisch nicht homogen. Neben der Absorption, die für
Wellenlängen λ1400 nm praktisch identisch zur Wasserabsorption ist, spielt bei der
Ausbreitung optischer Strahlung in Haut deshalb die diffuse Streuung im Gewebe
eine entscheidende Rolle. Transmissionsmessungen durch dünnere Körperpartien
wie z. B. Ohrläppchen oder Finger sind nur im sog. "therapeutischen Spektralfenster"
mit Wellenlängen von ca. 600λ1300 nm sinnvoll [3], während Messungen der
diffusen Reflexion der Haut (diffuse Rückstrahlung) im gesamten Spektralbereich des
NIR möglich sind. Detektiert wird jeweils die mittlere Konzentration des gesuchten
Stoffes im spektroskopierten Gewebevolumen. Der Fehler einer nichtinvasiven
IR-spektroskopischen Messung bei der Bestimmung der Glucose im Blut ist eine
Überlagerung des "technischen Fehlers" durch die nichtideale Meßapparatur
(Rauschen) sowie des "physiologischen Fehlers" durch die oftmals nur eingeschränkt
gültige Korrelation der Glucosekonzentration im Blut und im spektroskopierten
Gewebe. Beispielsweise sollte vor einer IR-spektroskopischen Untersuchung der
Haut sichergestellt sein, daß die übliche Gewebetemperatur vorliegt: Durch z. B.
Abkühlen des Gewebes wird der Blutstrom im Gewebe - speziell in den Kapillaren
der oberen Hautschichten - verringert, wodurch eine niedrigere Glucosekonzentration
im Blut vorgetäuscht wird.
Der Stand der Technik soll nachfolgend anhand derjenigen Patentschriften
dargestellt werden, die in jüngster Zeit mit Vorschlägen zur Realisierung einer
nichtinvasiven Blutglucosemessung veröffentlicht wurden. Zusätzlich werden auch
Ergebnisse eigener Arbeiten beschrieben.
- (1) Eine Transmissionsmessung des Fingers im Wellenlängenbereich von 600-1100 nm ist im US-Patent Nr. 5,086,229 [4] beschrieben, wobei Leuchtdioden mit zwei, vier oder sechs verschiedenen Wellenlängen eingesetzt werden (bevorzugte Kombina tion: 771, 791, 1070 und 1080 nm). Eine genauere Betrachtung der vorgestellten Ergebnisse zeigt, daß die Transmissionsmessung durch erhebliche Unreproduzier barkeiten gestört ist und in der dargestellten Form nicht für eine Messung mit akzeptabler Bestimmungsgenauigkeit verwendet werden kann. (In Fig. 15 der US 5,086,229 ist ein nichtinvasiv gemessenes angebliches Absorptionsspektrum der Glucose dargestellt: Ein Vergleich mit dem Absorptionsspektrum des chemisch ähnlichen Glycerin zeigt, daß das dargestellte Absorptionsspektrum um mehrere Größenordnungen zu groß ist und offensichtlich auf Unreproduzierbarkeiten der Messung beruht.) Zwar sind in [4] mechanische Vorrichtungen zur Positionierung der auf gegenüberliegenden Seiten des Fingers aufliegenden Komponenten des Meßsystems beschrieben, mit denen ein enger Kontakt zur Haut gewährleistet ist (Prinzip ähnlich einer Wäscheklammer), jedoch werden reproduzierbare Meßbedingungen durch Einhal tung eines konstanten Anpreßdrucks nicht sichergestellt. Auch für identische Probanden entstehen Unreproduzierbarkeiten z. B. durch Verdrehungen des Fingers. Generell ist eine reproduzierbare Messung der Fingertransmission durch das Vorhandensein des Fingerknochens im Strahlengang erschwert.
- (2) Im US-Patent Nr. 5,070,874 [5] sind Absorptionsspektren von einer Transmissions messung durch ein menschliches Ohr dargestellt (Fig. 10-12), deren quantitative Auswertung durch Berechnung der zweiten Ableitung nach der Wellenlänge in einem schmalen Spektralbereich um 1660 nm erfolgen soll. Für dieses Experiment werden aber im Gegensatz zu den ebenfalls dort durchgeführten Untersuchungen mit flüssigen Proben (Vollblut, Blutplasma und wäßrige Glucoselösungen) keine Kalibrationsergebnisse angegeben, so daß eine Beurteilung der quantitativen Bestimmungsgenauigkeit der nichtinvasiven Methode nicht möglich ist. Es läßt sich aber mit Bestimmtheit sagen, daß der Bereich der klinischen Akzeptanz nicht erreicht wird. Ganz offensichtlich sind auch diese Messungen durch Unreproduzier barkeiten der Meßbedingungen gestört.
- (3) Bei eigenen Experimenten mit größeren Patientenpopulationen wurde die diffuse Reflexion der Haut gemessen, die in den o.g. US-Patenten Nr. 5,086,229 und Nr. 5,070,874 ebenfalls erwähnt wird. Ein Vorteil gegenüber der Transmissionsmessung ist die geringere biologische Variabilität zwischen verschiedenen Patienten. Mit einem geeigneten optischen Zubehör wurde der diffuse Reflexionsgrad der inneren Unterlippe bestimmt, die von den Probanden jeweils gegen die plane Fläche einer raumfesten Immersionslinse gedrückt wurde. Die Ergebnisse bei einer Meßzeit von einer Minute und bei Auswertung geeigneter breiter Spektralbereiche mit bekannten multivariaten Auswerteverfahren [6] lauten wie folgt: Die Vorhersagegüte wird nicht durch das Signal/Rausch-Verhältnis der Messung, sondern durch den "physiolo gischen Fehler", d. h. die Unreproduzierbarkeit der Lippenmessung hauptsächlich aufgrund der Variation des Lippenanpreßdrucks begrenzt. Der mittlere quadratische Bestimmungsfehler für Glucose beträgt ca. 45-50 mg/dL, d. h. ungefähr das Doppelte der für ein Gerät zur Blutzuckerselbstkontrolle medizinisch tolerierbaren Fehler grenze (physiologischer Normalbereich bei etwa 80-120 mg/dL). Bei alleiniger Limitierung durch das Signal/Rausch-Verhältnis läge der Bestimmungsfehler bei etwa 25 mg/dL. Äquivalente Aussagen gelten für Einpersonenkalibrationen mit oralem Glucosetoleranztest (Beobachtung des Blutglucoseverlaufs nach Trinken eines Zuckersirups), obwohl diese Probanden zu großer Sorgfalt hinsichtlich der Reproduzierbarkeit der Messungen angehalten waren und vor Beginn des Experiments eine entsprechende "Übungsphase" durchlaufen hatten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen IR-optischen Sensor für die
nichtinvasive Messung der Blutglucose zu schaffen, durch dessen Anwendung die
Glucosekonzentration im spektroskopierten Gewebevolumen nicht oder nur in
vorhersagbarer Weise beeinflußt wird, d. h. den o.g. "physiologischen Fehler" der
Messung zu verkleinern und Bestimmungsgenauigkeiten im Bereich der klinischen
Akzeptanz zu erreichen.
Die Aufgabe wird durch eine Sensorvorrichtung nach den im kennzeichnenden Teil
des Anspruchs angegebenen Merkmalen gelöst.
Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, daß die Volumenkonzentration
der Gefäße (Arterien, Kapillaren und Venen) im spektroskopierten Gewebevolumen
von Messung zu Messung reproduzierbar ist. Hierzu kann das Ausgangssignal des
mindestens einen Drucksensors zunächst für eine prinzipielle Ja/Nein-Entscheidung
über die Zulässigkeit der Meßbedingungen herangezogen werden, d. h., es wird für
jede Messung überprüft, ob der Anpreßdruck der beweglichen Elemente (2) gegen
die Haut (1) sich innerhalb eines erlaubten Dynamikbereiches bewegt. Weiterhin
kann das zeitgleich zum IR-Signal gemessene Drucksignal als zusätzlicher
Meßparameter auch dazu benutzt werden, den Blutglucosevorhersagefehler durch
die verbleibende Variation des Anpreßdruckes dadurch zu eliminieren, daß der
druckabhängige Umrechnungsfaktor der gemessenen Glucosekonzentration im
spektroskopierten Gewebe in die Blutglucosekonzentration für jede Messung
individuell bestimmt wird. Hierdurch wird die Korrelation der gemessenen IR-Signale
mit der Glucosekonzentration im Blut verbessert und Bestimmungsgenauigkeiten im
Bereich der klinischen Akzeptanz ermöglicht. Natürlich beschränkt sich der erzielbare
Vorteil nicht auf diese spezielle Anwendung, sondern erstreckt sich auch auf andere
Blutinhaltsstoffe und auch auf andere nichtinvasive Meßverfahren.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß die Volumenkonzentration der
Glucose im spektroskopierten Körpergewebe nicht nur von der gesuchten Stoffkon
zentration im Blut, sondern auch von anderen Einflußgrößen abhängig ist. Neben
einer Reihe weiterer physiologischer Größen spielen hier die von außen angelegten
physikalischen Bedingungen eine entscheidende Rolle. Neben der Temperatur ist
der Druck eine Haupteinflußgröße. Die Glucose ist im Körpergewebe in unterschied
licher Konzentration im Gefäßraum und im interstitiellen Zellzwischenraum
vorhanden, während die Konzentration im zellulären Raum (Zellinneres) vernach
lässigbar ist. Da rund 90 Vol-% des spektroskopierten Gewebes aus zellulärem
Raum bestehen, bedeutet dies, daß die Glucose im Körper vergleichsweise
Inhomogen verteilt ist und daß die effektive Volumenkonzentration im Gewebe durch
äußere Beeinflussungen des Blutstromes durch die Gefäße großen relativen
Änderungen ausgesetzt ist. Temperatur und Anpreßdruck der auf der Haut
aufliegenden IR-spektroskopischen Sensorelemente beeinflussen insbesondere den
Blutstrom durch die nahe der Hautoberfläche gelegenen Kapillargefäße.
Die Messungen der Interaktion infraroter Strahlung mit Haut werden in bekannter
Weise durchgeführt [4, 5] und ausgewertet [6]. Als Strahlungsquellen können
günstigerweise Leuchtdioden, eventuell mit vorgeschalteten schmalbandigen
Interferenzfiltern, oder Laserdioden (verfügbar bis ca. λ1.8 µm) verwendet werden,
so daß eine aufwendige spektrale Zerlegung der detektierten IR-Strahlung entfällt.
Da die nichtinvasiven Meßgeräte möglichst als kleine und robuste Taschengeräte
aufgebaut sein sollen, finden vorzugsweise Glasfaserbündel Verwendung. Die diffuse
Reflexion kann mit verzweigten Faserbündeln (in Form eines "Y") gemessen werden,
bei dem sich die Fasern des strahlungszuführenden und des strahlungssammelnden
Bündelarmes in einem gemeinsamen Bündelende vereinigen, das auf die Haut
aufgesetzt wird. Die Fasern am gemeinsamen Ende können entweder zufällig verteilt
sein, oder sie zeigen eine geometrische Ordnung, wobei zumeist ein Zentrum von
strahlungszuführenden Fasern von strahlungssammelnden Fasern umgeben ist. Für
Transmissionsmessungen werden zwei getrennte Faserbündel benutzt. Bei
Verwendung von Glasfaserbündeln ist wichtig, daß die Fasern in mechanisch
stabilen Halterungen geführt werden, weil die Transmissionscharakteristik einer
Glasfaser von der Durchbiegung abhängig ist.
Da die Körpertemperatur an der Körperoberfläche erfahrungsgemäß erheblichen
Schwankungen ausgesetzt sein kann, und zudem die Lage der Absorptionsbanden
des Wassers im NIR-Spektralbereich stark in Abhängigkeit von der Temperatur
driftet, ist eine Thermostatisierung des spektroskopierten Gewebevolumens sinnvoll.
Günstigerweise wird eine Temperatur knapp oberhalb der normalen Körper
temperatur gewählt. Optimale Reproduzierbarkeit der Meßbedingungen bzgl. der
Konstanz von Anpreßdruck und Temperatur kann durch Regelung dieser Größen in
geschlossenen Regelkreisen erreicht werden. Als Meßglieder können druck- bzw.
temperatursensitive Fasern benutzt werden, die bei Verwendung von Glasfaser
bündeln zur Führung der IR-Meßstrahlung vorteilhafterweise direkt in diese integriert
werden können; als Stellglieder können mechanische oder pneumatische Aktuatoren
bzw. diverse Thermostate eingesetzt werden.
Ein weiterer Einflußfaktor auf die Reproduzierbarkeit der Messung ist die Ortsab
hängigkeit der physiologischen Eigenschaften des Gewebes, z. B. durch größere
Fettklumpen in der Haut. Zur Verminderung dieses Fehleranteils wird ein minimaler
Fokusdurchmesser der IR-Strahlung auf der Haut von mindestens ca. 2 mm
vorgeschlagen. Im US-Patent Nr. 5,086,229 [4] ist eine aufwendigere Methode
beschrieben, bei der eine Stelle der Hautoberfläche mit einer Schablone und z. B.
einem Filzstift markiert wird (vgl. Fig. 1 und Fig. 3). Als besonders geeignet für eine
Messung mit hoher Reproduzierbarkeit kann der Hautbereich der Innenlippen
angesehen werden: Vorteile sind u. a. die Ähnlichkeit der Lippengewebe
verschiedener Personen, der relativ hohe Diffusionskoeffizient der
Mundschleimhäute, die Temperaturkonstanz und die außergewöhnlich gute
Durchblutung dieses Gewebes.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fig. 1 dargestellt, die ausschnittsweise
ein auf der Haut (1) aufliegendes, relativ zum Gehäuse (3) der Vorrichtung
bewegliches Element (2) zeigt, das mit zwei mechanischen Federn (4) mit
konstantem Anpreßdruck gegen die Haut (1) gedrückt wird. Element (2) wird in der
Ausführung von Fig. 1 für die Zuführung oder Sammlung der IR-Strahlung benutzt
und kann z. B. ein in einer geeigneten mechanischen Halterung durchbiegungssicher
geführtes Glasfaserbündel sein. Natürlich ist in Fig. 1 lediglich eine mögliche
Ausgestaltung der Erfindung schematisch dargestellt. Zahlreiche andere
Ausführungen mit Spiralfedern oder anderen Federelementen sind Stand der Technik
und können bei einer Realisierung der Sensorvorrichtung nach Anspruch 1
verwendet werden. Dem Fachmann sind im Rahmen der genannten Patent
ansprüche vielfältige Modifikationen offensichtlich, wie z. B. auch Konstruktionen mit
umständlicherer Bedienung, bei denen - relativ zum Gehäuse (3) - nicht ein Element
(2) gegen die ortsfeste Haut (1), sondern umgekehrt die Haut (1) gegen ein
ortsfestes Element (2) bewegt wird.
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and Tissue Oxygenation on Newbom Infants by Near Infrared Transillumination,
Med. & Biol. Eng. & Comput. 26, 289-294 (1988)
2. D.M. Haaland, M.R. Robinson, G.W. Koepp, E.V. Thomas, R.P. Eaton,
Reagentless Near-Infrared Determination of Glucose in Whole Blood Using
Multivariate Calibration, Appl. Spectrosc. 46, 1575-1578 (1992)
3. B.C. Wilson, S.L. Jacques, Optical Reflectance and Transmittance of Tissues:
Principles and Applications, IEEE J. Quantum Electron. 26, 2186-2199 (1990)
4. R.D. Rosenthal, L.N. Paynter, L.H. Mackie, Non-Invasive Measurement of Blood
Glucose, US-Patent Nr. 5,086,229 (Filed: Jun.27, 1990; Date of Patent: Feb.4,
1992)
5. R.H. Barnes, J.W. Brasch Sr., Non-Invasive Determination of Glucose
Concentration in Body of Patients, US-Patent Nr. 5,070,874 (Filed: Jan.30, 1990;
Date of Patent: Dec.10, 1991)
6. R. Marbach, H.M. Heise, Calibration Modeling by Partial-Least Squares and
Principal Component Regression and its Optimization Using Improved Leverage
Correction for Prediction Testing, Chem. Int. Lab. Sys. 9, 45-63 (1990)
Claims (11)
1. Sensorvorrichtung zur reproduzierbaren nichtinvasiven Messung der
Blutglucose mittels Infrarot(IR)-Spektroskopie mit mindestens einem auf der
Haut (1) eines zu untersuchenden Lebewesens aufliegenden Element (2) zum
Zuführen, Sammeln, Erzeugen oder Detektieren infraroter Strahlung, welches
Element (2) relativ zu einem Gehäuse (3) der Vorrichtung beweglich ist und
von mindestens einer mechanischen oder pneumatischen Feder (4) gegen die
Haut (1) gedrückt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Anpreßdruck des
Gehäuses (3) und/oder des relativ zum Gehäuse (3) beweglichen, mindestens
einen Elements (2) gegen die Haut (1) mit mindestens einem Drucksensor
gemessen wird, daß dessen Ausgangssignal für eine Ja/Nein-Entscheidung
über die Zulässigkeit der Messung herangezogen wird und/oder als
zusätzlicher Meßparameter für die Umrechnung der gemessenen Glucose
konzentration im spektroskopierten Gewebe in die Blutglucosekonzentration
genutzt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Messung
des diffusen Reflexionsgrades der Haut ein Glasfaserbündel mit konstantem
Anpreßdruck gegen die Haut gedrückt wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Messung
des Transmissionsgrades einzelner Körperpartien wie z. B. des Ohrläppchens
zwei Glasfaserbündel mit konstantem Anpreßdruck und mit einer mechanischen
Führung zur Aufrechterhaltung ihrer gemeinsamen optischen Achse gegen
die Haut gedrückt werden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß anstatt des
strahlungssammelnden Glasfaserbündels ein IR-Detektor mit konstantem
Anpreßdruck gegen die Haut gedrückt wird.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
verwendeten Glasfaserbündel in mechanischen Halterungen durchbiegungsfrei
geführt sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer
der Drucksensoren das Meßglied eines geschlossenen Regelkreissystems ist,
welches den Anpreßdruck eines auf der Haut aufliegenden Elementes (2) mit
mindestens einem mechanischen oder pneumatischen Stellglied auf einem
konstanten Sollwert hält.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Drucksensor
eine drucksensitive Glasfaser ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Temperatur der Hautoberfläche unterhalb des
Gehäuses (3) und/oder unterhalb der relativ zum Gehäuse (3) beweglichen
Elemente (2) mit mindestens einem Temperatursensor gemessen wird, dessen
Ausgangssignal für eine Ja/Nein-Entscheidung über die Zulässigkeit der
Messung herangezogen wird und/oder als zusätzlicher Meßparameter für die
Umrechnung der gemessenen Glucosekonzentration im spektroskopierten
Gewebe in die Blutglucosekonzentration genutzt wird.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
einer der Temperatursensoren das Meßglied eines geschlossenen Regelkreis
systems ist, welches die Temperatur des Gewebevolumens unterhalb eines
auf der Haut aufliegenden Elementes (2) mit einem Thermostaten als Stellglied
auf einem konstanten Sollwert hält.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Temperatur
sensor eine temperatursensitive Glasfaser ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der von der IR-Strahlung bestrahlte Fleck auf der Haut
eine Fläche von mindestens ca. drei Quadratmillimetern hat.
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- 1992-12-14 DE DE19924242083 patent/DE4242083C2/de not_active Expired - Fee Related
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