DE4240077A1 - Verfahren und Vorrichtung zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer Druckmaschine - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer DruckmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
zonalen Steuerung der Farbführung in einer Druckmaschine mit
mehreren Druckwerken gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1
und 13.
Die Steuerung der Farbführung im laufenden Druckprozeß stellt
die wichtigste Möglichkeit dar, die Farbgebung und damit den
Bildeindruck zu beeinflussen. Ziel der Farbführungssteuerung
ist es, eine möglichst gute farbliche Übereinstimmung
zwischen einem o.k.-Bogen und einem im Fortdruck erstellten
Druckprodukt zu erreichen.
Als wesentliche Verbesserung ist in diesem Zusammenhang die
Steuerung der Farbführung nach farbmetrischen Größen zu
werten, da eine Regelung im Sinne eines Abgleiches von Soll-
und Ist-Farborten in guter Näherung an das Farbempfinden des
menschlichen Auges angepaßt ist.
Spektrale Messungen der Emissionen von Farbmeßfeldern, die
mathematische Umsetzung dieser Meßwerte in farbmetrische
Größen und weiterführend in Steuerdaten zur Verstellung der
Farbführungsorgane einer Druckmaschine sind bereits bekannt
geworden. In der EP-PS 02 28 347 ist neben einer entsprechend
ausgerüsteten Druckmaschine und einer Meßvorrichtung für eine
solche Druckmaschine auch ein Verfahren zur
Farbführungssteuerung der Druckmaschine angegeben. Für den
Farbabgleich zwischen o.k.-Bogen und im Druck/Fortdruck
erstelltem Bogen werden die spektralen Remissionen bestimmter
Meßfelder ausgemessen. Aus den Meßwerten werden die
entsprechenden Farb-Koordinaten errechnet. Durch Vergleich
des Ist-Farbortes mit dem entsprechenden Soll-Farbort wird
ein eventuell vorhandener Farbabstand ermittelt. Der
Farbabstand wird in Änderungen der Schichtdicken in den
einzelnen Druckfarben umgerechnet. Die errechneten Änderungen
in den Schichtdicken der einzelnen Druckfarben werden an die
Farbführungsorgane der Druckmaschine weitergeleitet, so daß
der Farbabstand zwischen Ist-Farbort und Soll-Farbort minimal
wird.
Obwohl die farbmetrische Steuerung optimal an das
Farbempfinden des menschlichen Auges angeglichen ist, ist die
Güte der Farbführung gewissen Einschränkungen unterworfen.
Diese Einschränkungen hängen mit der technischen Realisierung
eines Regelprozesses zusammen:
Ein Abgleich zwischen Ist-Farbort und Soll-Farbort findet vorzugsweise nur statt, wenn der Ist-Farbort außerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereiches um den Soll-Farbort liegt. Hierdurch wird einerseits ein ständiges, Instabilitäten hervorrufendes Regeln vermieden. Andererseits wird der Tatsache Rechnung getragen, daß jeder Meß- und Steuerprozeß nur innerhalb gewisser Fehlergrenzen sinnvoll durchgeführt werden kann.
Ein Abgleich zwischen Ist-Farbort und Soll-Farbort findet vorzugsweise nur statt, wenn der Ist-Farbort außerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereiches um den Soll-Farbort liegt. Hierdurch wird einerseits ein ständiges, Instabilitäten hervorrufendes Regeln vermieden. Andererseits wird der Tatsache Rechnung getragen, daß jeder Meß- und Steuerprozeß nur innerhalb gewisser Fehlergrenzen sinnvoll durchgeführt werden kann.
Die Farbtoleranz ETol um den Soll-Farbort wird bei der
Farbführungsregelung in einer Druckmaschine so gewählt, daß
der Soll-Farbort in der Mitte des Toleranzraumes liegt und
das Auge üblicherweise innerhalb der Toleranz keine störenden
Farbveränderungen im Druckbild wahrnimmt. Es kann also
durchaus sein, daß bei einem leicht rotstichigen Soll-Farbort
ein Ist-Farbort mit einem größeren Rotstich als akzeptabel
empfunden wird. Hat der Ist-Farbort jedoch bei gleich großem
Farbabstand einen leichten Grünstich, so kann das Bild nicht
akzeptiert werden. Durch die heutige Festlegung des
Toleranzbereiches wird nun aber entweder ein Farbstich ins
Grüne, Blaue und Gelbe zugelassen oder die Toleranz muß
unnötig klein gewählt werden. So kann dann der Fall
eintreten, daß beispielsweise die Grünstichigkeit das
visuelle Empfinden stört, d. h. im Extremfall wird Makulatur
gedruckt, obwohl der Ist-Farbort innerhalb der
Farbtoleranz ETol um den Soll-Farbort liegt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, die eine nicht
tolerierbare Farbstichigkeit im Druckbild ausschließen.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß ein Ist-Farbort nur dann
tolerierbar ist, wenn er innerhalb des Bereiches um den
Soll-Farbort liegt, in dem kein Farbumschlag auftritt
(zulässiger Bereich) und der Farbabstand kleiner als ETol
ist.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist vorgesehen, daß der pro Farbzone ausgewählte
Meßbereich entweder im Sujet des Druckproduktes liegt oder
aber in einem Druckkontrollstreifen.
In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird vorgeschlagen, daß der ausgewählte Bereich in
der Nähe der Unbuntachse (0, 0, L) liegt. Bei dem ausgewählten
Bereich handelt es sich also um ein Graufeld, in dem alle
druckrelevanten Farben vertreten sind. Das erfindungsgemäße
Verfahren wird in vorteilhafter Weise durch folgende
Ausgestaltung weitergebildet: Der zulässige Bereich "kein
Farbumschlag" genügt der Bedingung h0 ± α, wobei h0 den
Bunttonwinkel h des Soll-Farbortes ESoll und α die maximal
zulässige Änderung des Bunttonwinkels h kennzeichnet. Solange
der Ist-Farbort sich innerhalb dieses vorgegebenen
Winkelbereiches befindet, besteht keinerlei Gefahr, daß im
Druckbild ein Farbumschlag auftritt.
Die Wahl eines zulässigen Bereiches in Form eines
Winkelsektors läßt sich mathematisch für anschließende
farbmetrische Berechnungen nur schwer umsetzen. Daher wird
gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorgeschlagen, daß innerhalb des zulässigen
Bereiches "kein Farbumschlag" eine Farbtoleranz ETol′ um den
Soll-Farbort ESoll vorgegeben wird. Bei dieser Farbtoleranz
handelt es sich um einen Toleranzraum, der beispielsweise die
Form einer Kugel eines Ellipsoiden oder eines Quaders
annehmen kann. Weitere geometrische Räume sind denkbar. Diese
neue Farbtoleranz ETol′ erfüllt folgende Bedingungen:
- - alle Punkte von ETol′ liegen innerhalb einer vorgegebenen Toleranz ETol um den Soll-Farbort,
- - innerhalb von ETol′ erfolgt kein Farbumschlag,
- - ETol′ wird bei gegebener Toleranzraumform maximal.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens berücksichtigen unterschiedliche
Verfahrensschritte, je nach Buntheit C0 des Soll-Farbortes.
Ist die Buntheit C0 des Soll-Farbortes groß, d. h., die
vorgegebene Farbtoleranz liegt stets innerhalb des zulässigen
Bereiches h0 ± α, so besteht nicht die Gefahr eines
Farbumschlages und jeder Ist-Farbort, der innerhalb der
Farbtoleranz um den Soll-Farbort liegt, wird von der
Steuerung als gut-Farbort behandelt.
Sobald die Buntheit C₀ des Soll-Farbortes der Bedingung
Cmin C0 < Cmax genügt, besteht die Gefahr eines
Farb-Umschlages bei der Akzeptanz gewisser Ist-Farborte, da
diese zwar noch innerhalb der Farbtoleranz, aber nicht mehr
innerhalb des zulässigen Bereiches liegen. Cmin
charakterisiert in diesem Fall die Genauigkeitsgrenze, mit
der irgendwelche Messungen oder Einstellvorgänge an den
Farbführungsorganen der Druckmaschine durchgeführt werden
können. Um auch in diesem Fall noch sicherzustellen, daß kein
Farbumschlag auftritt, wird der Soll-Farbort durch einen
Ersatz-Soll-Farbort ersetzt, der eine maximal große
Farbtoleranz ETol′ ermöglicht. Dieser Ersatz-Soll-Farbort
liegt zwar noch auf der Verbindungsgeraden zwischen
Unbuntpunkt und Soll-Farbort, rückt aber weiter vom
Unbuntpunkt weg; ETol′ ist hierbei kleiner als ETol aber
größer als bei einer Toleranz um ESoll ohne Farbumschlag.
Ein dritter, gesondert zu behandelnder Fall tritt auf, wenn
die Buntheit C₀ des Soll-Farbortes kleiner als die minimal
mögliche Buntheit Cmin ist. Wie bereits zuvor erwähnt,
kennzeichnet diese minimale Buntheit Cmin die untere Grenze
für die Meßgenauigkeit bei der Bestimmung der Farborte bzw.
für die Einstellgenauigkeit der Farbdosierelemente in den
einzelnen Druckwerken. Hier macht es wenig Sinn, an die
tolerierbaren Ist-Farborte die Bedingung zu stellen, daß sie
innerhalb des zulässigen Bereiches liegen müssen, da ein
Farbumschlag nicht mehr innerhalb der Toleranzen verhindert
werden kann (z. B. Maschinenschwankungen sind zu groß).
Außerdem dürfen kleine Schwankungen des Sollwertes nicht zu
großen Schwankungen des Ersatz-Soll-Farbortes führen. Die
Koordinaten des Ersatz-Soll-Farbortes lauten:
((ETol + C0)/(1 + sin α), h0, L0).
Die Farbtoleranz errechnet sich zu
ETol′ = (ETol + C0) * (sin α/(1 + sin α)).
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2 eine Darstellung des zulässigen Bereiches im Farbraum
und
Fig. 3 eine Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens im
Farbraum.
Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild einer Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Vorrichtung. Das in der Druckmaschine
erstellte Druckprodukt 2 wird von einem fotoelektrischen
Detektor 5 an gewissen Bildstellen 4a, 4b abgetastet.
Entweder liegen diese Bildstellen 4a, 4b im
Druckkontrollstreifen 4, oder aber es sind bildrelevante
Stellen. Die Positionierung des Detektors 5 erfolgt über eine
Rechen-/Regeleinrichtung 6 nach Eingabedaten, die von dem
Eingabe-/Ausgabegerät 7 geliefert werden. Je nach Vorgabe des
Eingabe-/Ausgabegerätes 7 positioniert die
Rechen-/Regeleinrichtung 6 den Detektor 5 an den ausgewählten
Meßstellen 4a, 4b des in der Druckmaschine 1 erstellten
Druckproduktes. Die Auswahl der Meßstellen 4a, 4b erfolgt
entweder manuell durch das Bedienpersonal oder aber
automatisch unter Berücksichtigung vorgegebener Daten.
Insbesondere werden von der Rechen-/Regeleinrichtung 6 die
Meßstellen 4a, 4b üblicherweise pro Farbzone so ausgewählt,
daß ihre Farborte im Farbraum in der Nähe der Unbuntachse
liegen, da hier Farbschwankungen meist als besonders störend
empfunden werden. In der Rechen-/Regeleinrichtung 6 wird der
Ist-Farbort EIst des jeweiligen Meßfeldes 4a, 4b bestimmt und
mit einem vorgegebenen Sollwert ESoll verglichen.
Erfindungsgemäß wird je nach Lage des Ist-Farbortes im
Farbraum sowohl der Soll-Farbort verschoben als auch die
vorgegebene Toleranz ETol neu festgelegt.
Die Beeinflussung der Farbgebung in den Meßfeldern 4a, 4b des
Druckproduktes 2 erfolgt über entsprechende
Schichtdickenänderungen in den einzelnen Druckwerken, d. h.,
die Farbführungsorgane 9 der Druckmaschine 1 werden so
justiert, daß ein gemessener Ist-Farbort mit einem
vorgegebenen Soll-Farbort der entsprechenden Meßstelle 4a, 4b
übereinstimmt. Ein entsprechendes Verfahren wird in der
EP 03 24 718 A1 hinreichend beschrieben.
Die Berechnung der Soll-Stellungen der Farbführungsorgane 9
der Druckmaschine 1 wird in der Farbsteuerungseinheit 8
durchgeführt. Die jeweilige Ist-Stellung der
Farbführungsorgane 9 in den Druckwerken der Druckmaschine 1
wird über Potentiometer-Rückmeldung an die
Farbsteuerungseinheit 8 geleitet.
Prinzipiell kann die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das
erfindungsgemäße Verfahren "in-line" oder "off-line" zur
Anwendung kommen. Der prinzipielle Aufbau einer Einrichtung,
mit der eine "in-line" Messung, d. h. eine direkte
Meßwerterfassung in ausgewählten Meßstellen 4a, 4b des
Druckproduktes 2 in der Druckmaschine 1 erfolgen kann, wird
beispielsweise in der DE 24 16 009 A1 beschrieben.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist so ausgelegt, daß ein
Farbumschlag innerhalb der Farbtoleranz ETol um den
Soll-Farbort ESoll ausgeschlossen wird.
In Fig. 2 ist der zulässige Bereich, innerhalb dessen ein
akzeptabler Ist-Farbort EIst liegen kann, ohne daß das
menschliche Auge einen störenden Farbumschlag wahrnimmt, in
der ab-Ebene des Farbraumes Lab dargestellt. Analoge
Betrachtungen ergeben sich für den Luv-Raum.
Ein Farbort, hier der Soll-Farbort ESoll, wird in dem
Farbraum durch die Koordinaten C0, h0 und L0 beschrieben. C0
kennzeichnet anschaulich die Buntheit des Soll-Farbortes
ESoll und h0 den Bunttonwinkel des Soll-Farbortes. Die
Helligkeit L0 des Soll-Farbortes spielt im Falle des
erfindungsgemäßen Verfahrens keine Rolle.
Der sogenannte zulässige Bereich um den Soll-Farbort ESoll
liegt innerhalb des Winkelbereiches h0 ± α, d. h., liegt ein
Ist-Farbort EIst innerhalb dieses zulässigen Bereiches, so
nimmt das Auge keinen störenden Farbumschlag wahr. Im
gezeigten Fall beträgt der Winkel α, der die maximal
zulässige Veränderung des Bunttonwinkels h wiedergibt, 45°.
Nur innerhalb dieses Winkelbereichs werden also noch für das
menschliche Auge akzeptable Druckergebnisse erzielt.
Fig. 3 zeigt vorteilhafte Ausführungsformen des
erfindungsgemäßen Verfahrens. Wie in Fig. 1 ist die Lage der
jeweiligen Soll-Farborte ESoll mit den Koordinaten C0, h0, L0
in der ab- bzw. der uv-Ebene des entsprechenden Farbraumes
dargestellt. Als zulässiger Winkelbereich wurde der
Quadrant I der ab- bzw. uv-Ebene gewählt. Im vorliegenden
Fall entspricht h0 dem Winkel α = 45° aus Fig. 1.
Es sei noch einmal erwähnt, daß der zulässige Bereich den
Winkelbereich um den Soll-Farbort ESoll kennzeichnet, in dem
kein das menschliche Farbempfinden störender Farbumschlag
auftritt.
Je nach Lage des Soll-Farbortes ESoll, charakterisiert durch
die sich ändernden Koordinate C01, C02 bzw. C03, sind drei
Fälle zu unterscheiden. Im ersten Fall ist die Buntheit C01
des Soll-Farbortes ESoll1 < = Cmax = 1/sin α * ETol.
Solange diese Bedingung erfüllt ist, kann ein Ist-Farbort an
jeder beliebigen Stelle dieses Toleranzbereiches ETol liegen,
ohne daß ein Farbumschlag im Druckbild auftreten würde. Ist
α = 45°, so bedeutet dies, daß Cmax mindestens den 1,4fachen
Wert von der Farbtoleranz ETol haben muß.
Ein negativ sich bemerkbar machender Farbumschlag kann
auftreten, sobald die Buntheit des Soll-Farbortes ESoll2
kleiner als die maximal zulässige Buntheit Cmax wird. Für
diesen zweiten Fall wird zusätzlich gefordert, daß C02 Cmin
ist, d. h., zusammengefaßt erfüllt die Buntheit C02 des
Soll-Farbortes die Bedingung:
Cmin C02 < Cmay.
Würde die Farbregelung/Farbsteuerung nunmehr alle
Ist-Farborte EIst akzeptieren, die innerhalb der
Farbtoleranz ETol um den Soll-Farbort mit der Buntheit C02
liegen, so würden dennoch im schraffiert gezeichneten Bereich
nicht akzeptable Druckergebnisse erzielt werden, da hier der
zulässige Bereich, in dem kein Farbumschlag auftritt,
verlassen wird. In diesem Fall sieht das erfindungsgemäße
Verfahren folgendes vor: In den innerhalb des zulässigen
Bereiches 2 * h0 verbleibenden Kreisausschnitt der
Farbtoleranz ETol wird ein Toleranzkreis gelegt, der an
keiner Stelle den zulässigen Bereich verläßt. Der Mittelpunkt
dieses Toleranzkreises wird zum Ersatz-Soll-Farbort mit C02′.
Der neue Ersatz-Soll-Farbort mit C02′ hat die Koordinaten
((ETol + C0)/(1 + sin α), h0, L0).
((ETol + C0)/(1 + sin α), h0, L0).
Die errechnete Farbtoleranz ETol′ läßt sich mathematisch
folgendermaßen ausdrücken:
ETol′ = (ETol + C0) * (sin α / (1 + sin α)).
Aus der Fig. 3 ist weiterhin die Vorgehensweise ersichtlich,
die zur Anwendung kommt, wenn die Buntheit C03 des
Farb-Soll-Ortes ESoll3 kleiner als die minimale Buntheit Cmin
ist. Wie bereits an vorhergehender Stelle beschrieben,
kennzeichnet Cmin die minimale Farbtoleranz. Cmin liegt im
Bereich der Meßgenauigkeit des Detektors bzw. der
Eingabegenauigkeit der Stellgrößen für die
Farbführungsorgane 9 der Druckmaschine 1. Würde auch jetzt,
wie im vorhergehenden Fall, nur eine Farbtoleranz ETol
zugelassen werden die innerhalb des zulässigen Bereiches
liegt, so würde eine Regelung stattfinden, obwohl die
Regelgenauigkeit dies nicht zuläßt. Andererseits würde
natürlich eine Farbtoleranz ETol um den Soll-Farbort mit der
Buntheit C03 im quergestreiften Bereich eindeutig zu
Farbumschlägen im Druckbild führen.
Ist die Buntheit C03 des Soll-Farbortes ESoll3 kleiner als
Cmin, so wird folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:
Die Rechentoleranz ETol′ wird so groß gewählt wie bei dem Soll-Farbort, bei dem C0 = Cmin ist. Der Ersatz-Soll-Farbort ESoll3′ hat die Koordinaten
Die Rechentoleranz ETol′ wird so groß gewählt wie bei dem Soll-Farbort, bei dem C0 = Cmin ist. Der Ersatz-Soll-Farbort ESoll3′ hat die Koordinaten
(C03′ = CGrenz′ * C0/Cmin , h0, L0).
Hierbei kennzeichnet CGrenz′ den Farbort, für den gilt:
C0 = Cmin.
C0 = Cmin.
Die Farbtoleranz ETol′ des Ersatz-Soll-Farbortes mit C03′
läßt sich durch folgende Formel ausdrücken:
ETol′ = (ETol + Cmin) * (sin α/(1 + sin α)).
Aus der vorhergehenden Beschreibung läßt sich ablesen, daß
sich das Problem eines Farbumschlages nur dann zeigt, wenn
ein Soll-Farbort innerhalb eines gewissen Raumbereichs um die
L0-Achse liegt, d. h., daß Meßstellen, die zur Erkennung
eines störenden Farbumschlages herangezogen werden, in der
Nähe der Unbuntachse (L0) liegen müssen.
Bezugszeichenliste
1 Druckmaschine
2 Druckprodukt
3 Druckkontrollstreifen
4a, b Meßstelle
5 fotoelektrischer Detektor
6 Rechen-/Regeleinrichtung
7 Ein-/Ausgabegerät
8 Farbsteuerungseinheit
9 Farbführungsorgane
2 Druckprodukt
3 Druckkontrollstreifen
4a, b Meßstelle
5 fotoelektrischer Detektor
6 Rechen-/Regeleinrichtung
7 Ein-/Ausgabegerät
8 Farbsteuerungseinheit
9 Farbführungsorgane
Claims (13)
1. Verfahren zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung
in einer Druckmaschine mit mehreren Druckwerken, wobei
ein in der Druckmaschine erstelltes Druckprodukt an
mindestens einer Stelle pro Farbzone fotoelektrisch
ausgemessen wird, wobei aus den Meßwerten der
Ist-Farbort ermittelt wird und mit einem vorgegebenen
Soll-Farbort der entsprechenden Stelle verglichen wird
und wobei im Falle eines Farb-Abstandes zwischen Ist-
und Soll-Farbort Steuerdaten für die Farbführungsorgane
der Druckmaschine derart berechnet und an die einzelnen
Druckwerke geleitet werden, daß der Farbabstand zwischen
Ist-Farbort und Soll-Farbort minimal wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein tolerierbarer Ist-Farbort EIst innerhalb einer
vorgegebenen Farbtoleranz ETol und innerhalb eines
zulässigen Bereiches um den Soll-Farbort
ESoll (C0, h0, L0) liegt, indem kein Farbumschlag
auftritt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die pro Farbzone ausgewählte Meßstelle (4b) im Sujet
des Druckproduktes (2) liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die pro Farbzone ausgewählte Meßstelle (4a) in einem
Druckkontrollstreifen (4) des Druckproduktes liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ausgewählte Meßstelle (4a, 4b) in der Nähe der
Unbuntachse (0, 0, L) liegt.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßwerte "in-line" ermittelt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßwerte "off-line" ermittelt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der zulässige Bereich der Bedingung h0 ± α genügt,
wobei h₀ den Bunttonwinkel des Soll-Farbortes ESoll und
α die maximal zulässige Änderung des Bunttonwinkels h
kennzeichnet.
8. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Toleranzbereich ETol′ um den Soll-Farbort ESoll
bestimmt wird, der innerhalb der vorgegebenen
Farbtoleranz ETol und innerhalb des zulässigen Bereiches
h0 ± α liegt.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Fall, daß die Buntheit C0 des Soll-Farbortes
ESoll der Bedingung genügt: C0 Cmax, die Farbtoleranz
um den Soll-Farbort ESoll gleich ETol ist.
10. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Fall, daß für die Buntheit C0 des
Soll-Farbortes ESoll die Bedingung gilt:
Cmin C0 < Cmax′
wobei Cmin die Genauigkeitsgrenze kennzeichnet, ETol′ - mit ETol′ < ETol - so bestimmt wird, daß ETol′ innerhalb des zulässigen Bereiches liegt.
Cmin C0 < Cmax′
wobei Cmin die Genauigkeitsgrenze kennzeichnet, ETol′ - mit ETol′ < ETol - so bestimmt wird, daß ETol′ innerhalb des zulässigen Bereiches liegt.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein neuer Soll-Farbort ESoll1 bestimmt wird, der im
Zentrum der errechneten Farbtoleranz ETol′ liegt.
12. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Fall, daß für die Buntheit des
Soll-Farbortes ESoll gilt:
C0 < Cmin, ein neuer Soll-Farbort (CGrenz′ * C0/Cmin, h0, L0) mit der Farbtoleranz ETol′ = (ETol + Cmin) (sin α/(1 + sin α))
berechnet wird, wobei CGrenz′ die Buntheit des Soll-Farbortes ESoll ist, bei dem C0 = Cmin ist.
C0 < Cmin, ein neuer Soll-Farbort (CGrenz′ * C0/Cmin, h0, L0) mit der Farbtoleranz ETol′ = (ETol + Cmin) (sin α/(1 + sin α))
berechnet wird, wobei CGrenz′ die Buntheit des Soll-Farbortes ESoll ist, bei dem C0 = Cmin ist.
13. Vorrichtung zur zonalen Steuerung/Regelung der
Farbführung in einer Druckmaschine mit mehreren
Druckwerken, wobei ein Detektor vorgesehen ist, der ein
in der Druckmaschine erstelltes Druckprodukt an
mindestens einer Stelle pro Farbzone fotoelektrisch
ausmißt, wobei eine Rechen-/Regeleinrichtung vorgesehen
ist, die aus den Meßwerten den Ist-Farbort dieser Stelle
ermittelt und mit einem vorgegebenen Soll-Farbort der
entsprechenden Stelle vergleicht und die im Falle eines
Farbabstandes zwischen Ist-Farbort und Soll-Farbort
Steuerdaten für die Farbführungsorgane der Druckmaschine
derart berechnet und an die einzelnen Druckwerke leitet,
so daß der Farbabstand minimal wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rechen-/Regeleinrichtung (6) prüft, ob der
Ist-Farbort EIst innerhalb eines zulässigen Bereiches um
den Soll-Farbort ESoll (C0, h0, L0) liegt, in dem kein
Farbumschlag auftritt.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4240077A DE4240077C2 (de) | 1992-11-28 | 1992-11-28 | Verfahren zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer Druckmaschine |
| EP93118739A EP0600335B1 (de) | 1992-11-28 | 1993-11-22 | Verfahren zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer Druckmaschine |
| DE59304189T DE59304189D1 (de) | 1992-11-28 | 1993-11-22 | Verfahren zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer Druckmaschine |
| US08/158,920 US5460090A (en) | 1992-11-28 | 1993-11-29 | Method and device for zonally controlling and regulating inking in a printing machine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4240077A DE4240077C2 (de) | 1992-11-28 | 1992-11-28 | Verfahren zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer Druckmaschine |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4240077A1 true DE4240077A1 (de) | 1994-06-01 |
| DE4240077C2 DE4240077C2 (de) | 1997-01-16 |
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| DE4240077A Expired - Fee Related DE4240077C2 (de) | 1992-11-28 | 1992-11-28 | Verfahren zur zonalen Steuerung/Regelung der Farbführung in einer Druckmaschine |
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