DE4120067C2 - Geschoß zum Verschießen aus einem Ram-Beschleuniger und Ram-Beschleuniger hierfür - Google Patents
Geschoß zum Verschießen aus einem Ram-Beschleuniger und Ram-Beschleuniger hierfürInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Geschoß zum Verschießen aus einem Ram-
Beschleuniger, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie einen
RAM-Beschleuniger gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.
Ein solcher Ram-Beschleuniger bzw. eine solche Ram-Kanone und das
zugehörige Geschoß sind beispielsweise bekannt aus der Schrift "The
Ram-Accelerator ..." von Hertzberg, Bruckner und Bogdanoff, veröf
fentlicht auf dem 37. Meeting der Aeroballistic Range Association
vom 9. bis 12. September 1986 in Québec, Kanada.
Gemäß dieser Schrift wird ein von einem Treibspiegel umgebener Ge
schoßkörper in einem Vorbeschleuniger etwa mittels einer Treibla
dung beschleunigt und dann nach Entfernen der Treibspiegelteile in
ein glattes Rohr koaxial eingeschossen, das mindestens an den Enden
mit jeweils einer Membran verschlossen ist und mit einem explosiven
Gasgemisch gefüllt ist. Die Eintrittsgeschwindigkeit des Geschoß
körpers in das Gasgemisch sollte dabei mindestens gleich der
Schallgeschwindigkeit des verwendeten Gasgemisches sein.
Der im wesentlichen rotationssymmetrische Teil der Außenoberfläche
des bekannten Geschoßkörpers ist so geformt, daß er gemeinsam mit
der diese mit Abstand umgebenden Innenoberfläche des genannten Roh
res einen düsenförmigen Staukanal bildet. In diesem zündet das Gas
gemisch, und zwar bei Unterschallverbrennung hinter dem Heck des
Geschoßkörpers, bei Überschallverbrennung hinter der reflektierten
Kopfwelle des Geschoßkörpers.
In jedem Fall entsteht hinter dem Geschoßkörper ein sich mit diesem
mitbewegender Bereich erhöhten Gasdrucks, der den Geschoßkörper
ständig beschleunigt, bis er das Ram-Beschleunigerrohr verläßt.
An der Außenoberfläche des Geschoßkörpers sind Führungsstege ange
bracht, die diesen an der Innenoberfläche des Rohres abstützen und
führen. Ein solcher Geschoßkörper kann wegen seiner als Leitflächen
wirkenden Führungsstege im übrigen nicht drallstabilisiert sein.
Wegen dieser Ausbildung des Geschoßkörpers ist die Verwendung eines
Treibspiegels im Vorbeschleuniger unverzichtbar; die Teile dieses
Treibspiegels müssen aber, wie schon oben erwähnt, abgefangen
werden, bevor der Geschoßkörper in das Beschleunigerrohr eintritt,
was nur mit großem baulichem Aufwand möglich ist.
Um diesem Nachteil abzuhelfen, wurde bereits vorgeschlagen, die
Führungsstege im Rohr selbst auszubilden, wobei die innenliegenden
Enden der Führungsstege eine kalibergroße Führung bilden. Hierbei
ist es möglich, den Geschoßkörper in einer herkömmlichen Kanone,
deren Bohrung dem Geschoßkörperkaliber entspricht, vorzubeschleuni
gen, ohne daß man einen Treibspiegel benötigt (DE 38 08 655 A1).
Ein solches mit Stegen versehenes Beschleunigerrohr, das grundsätz
lich an der den Geschoßkörper führenden Oberfläche auch mit Zügen
ausgebildet sein könnte, ist jedoch in der erforderlichen Maßhal
tigkeit nur unter großem Aufwand herstellbar und weist eine nur ge
ringe Haltbarkeit auf, da die Stege bei jedem Schuß über die gesam
te Länge des Beschleunigerrohres einer hohen thermischen
sowie mechanischen Belastung ausgesetzt sind und deshalb
gerade an der den Geschoßkörper führenden Oberfläche durch
Erosion rasch ausbrennen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Geschoß zu finden, das in einem
kalibergroßen Ram-Beschleunigerrohr ohne spezielle Füh
rungsstege verschossen bzw. beschleunigt oder nachbe
schleunigt werden kann. Ferner ist es Aufgabe der Erfin
dung, eine für dieses Geschoß besonders geeignete Be
schleunigungseinrichtung zu finden.
Außerdem soll die thermische und mechanische Belastung der
führenden Innenoberfläche des Ram-Beschleunigerrohres ge
mindert und damit die Rohrerosion reduziert werden.
Allen diesen Anforderungen genügt das Geschoß des An
spruchs 1, das bevorzugt aus einer Beschleunigungseinrich
tung des Anspruchs 9 verschossen wird.
Hierbei ist erfindungsgemäß der Staukanal nicht, wie be
kannt, rings um das Geschoß herum ausgebildet, sondern
durchsetzt mittig den Geschoßkörper, so daß dieser etwa
die Form eines Hohlzylinders aufweist. Die Einlaßöffnung
des Staukanals ist von einer schneidenartigen Kante umge
ben.
Zwar sind schon Geschosse bekannt, die einen axialen Durch
gangskanal aufweisen (DE-OS 27 12 807), doch dieser Durch
gangskanal dient ausschließlich außenballistischen Zwecken
(Verringerung des Flugwiderstandes), während der Staukanal
des erfindungsgemäßen Geschosses innenballistisch wirksam
ist. Ferner ist dieser Druckschrift kein Staukanal ent
nehmbar, der erkennbar der geometrischen Forderung des An
spruchs 1 entspricht.
Die das Kaliber bestimmende Außenoberfläche des erfin
dungsgemäßen Hohlgeschosses wird hierbei im kalibergleichen
Ram-Beschleunigerrohr geführt.
Bei Überschallverbrennung findet diese innerhalb des Stau
kanales statt und erhitzt den Geschoßkörper; die Innen
oberfläche des Ram-Beschleunigerrohres wird hierbei nur
mittelbar erwärmt. Bei Unterschallverbrennung geht die
Verbrennung von der Mitte des Ram-Beschleunigerrohres aus
und nicht von dessen Randoberfläche; auch in diesem Fall
ist die thermische Belastung des Rohres und seiner Innen
oberfläche stark gemindert.
Andererseits gelangt das Gasgemisch, das in den Staukanal ein
strömt, nur mit einer sehr geringen und noch dazu mit stets der
selben Oberfläche in Berührung, nämlich der Innenoberfläche des Ge
schoßkörpers, die den Staukanal bildet.
Im übrigen weist der Querschnitt des Staukanals entlang der Achse
des Geschoßkörpers im wesentlichen dieselbe Geometrie auf wie der
bekannte, einen vollen Geschoßkörper umfangsseitig umgebende Stau
kanal.
Bei Verwendung eines glatten Ram-Beschleunigerrohres genügt es, die
Außenfläche des Geschoßkörpers im wesentlichen als glatten Kreiszy
lindermantel auszubilden.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist es jedoch
besonders von Vorteil, an der Außenseite des Geschoßkörpers minde
stens einen Dichtungs- und/oder Führungsring vorzusehen, der sei
nerseits mit der Innenoberfläche des Ram-Beschleunigerrohres in
Gleiteingriff steht. Dieses kann auch mit Zügen mit konstantem oder
progressivem Drall versehen sein. Die Dichtungs- und Führungsringe
übernehmen hierbei die Führung und Abdichtung des Geschoßkörpers
gegenüber der Rohrwandung.
Bevorzugt ist ein Dichtungsring an der Vorderkante des
erfindungsgemäßen Geschosses angeordnet, der wirksam das Einströmen
des brennbaren Gasgemisches in den Ringspalt zwischen Geschoß und
Rohr verhindert.
Außerdem kann bei einer glatten Rohrwandung deren reibungsbedingter
Verschleiß durch solche Ringe gemindert werden, und eventuelle
Maßänderungen am Geschoß, etwa durch Erwärmung, und am Rohr, etwa
durch Erosion, können ausgeglichen werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Ge
schoßkörper im wesentlichen
kreiszylindrisch ausgebildet.
Dies bedeutet, daß die
Geschoßspitze von einer kreisförmigen, den Einlaß umgebenden,
schneidenartigen Kante gebildet wird.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß im Gegensatz zu
den bekannten Ram-Beschleunigern somit eine experimentelle Optimie
rung der Geometrie des Staukanals ohne weiteres möglich ist, ohne
daß die Außenabmessungen des Geschoßkörpers oder gar die Innenab
messungen des Ram-Beschleunigerrohres geändert werden müssen.
Außerdem ist eine einfache Fertigung von Rohr und Geschoß möglich.
Soweit überhaupt eine Vorbeschleunigung des Geschoßkörpers vorge
nommen wird und diese mittels eines auf diesen einwirkenden Gas
druckes erzielt wird, ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung der
Erfindung am Geschoßheck ein Verschlußkolben angeordnet, der bei
spielsweise kalibergroß sein kann und somit das gesamte Geschoßheck
und damit auch den Auslaß des Staukanals von hinten her abdeckt.
In diesem Fall kann der Verschlußkolben als Treibspiegel gegenüber
den Treibgasen im Vorbeschleuniger abdichten.
Der Verschlußkolben kann aber auch als ein Verschlußpfropfen ausge
bildet sein, der im Auslaß des Staukanals sitzt und diesen somit
gegenüber von hinten einwirkenden Gasen abdichtet. Diese Ausgestal
tung hat gegenüber dem kalibergroßen Verschlußkolben den Vorteil
der geringeren, im Vorbeschleuniger zu beschleunigenden Masse.
In jedem Fall wird der Verschlußkolben dann, wenn der Geschoßkörper
im Ram-Beschleunigerrohr vom Gasgemisch mit Überschallgeschwindig
keit angeströmt wird, von diesem nach hinten weggeblasen.
Um diese Abtrennung des Verschlußkolbens zu erleichtern, kann aber
auch gegebenenfalls eine Abtrennladung vorteilhaft sein, die gezün
det wird, wenn oder kurz bevor der Geschoßkörper in das Ram-Be
schleunigerrohr eingeschossen wird bzw. in diesem vom Gasgemisch
beaufschlagt wird.
Durch die Abtrennung des Verschlußkolbens kann auch vorteilhaft ei
ne Zündeinrichtung zum Zünden der durch den Staukanal hindurchge
tretenen Gase ausgelöst werden, die dann vorteilhaft ist, wenn die
Anströmung des Geschoßkörpers noch verhältnismäßig langsam erfolgt.
Das erfindungsgemäße Hohlgeschoß kann als einstückiger Hohlkörper
ausgebildet sein, enthält aber gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausgestaltung der Erfindung Subgeschosse oder ist aus diesen zusam
mengesetzt.
Das Hohlgeschoß kann gemäß einer weiteren Ausgestaltung auch als
Nutzlastträger ausgebildet sein, wobei Aushöhlungen zur Aufnahme
der Nutzlasten vorgesehen sein können.
Es ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung auch von
Vorteil, innerhalb des Staukanales ein zentrales Wuchtgeschoß anzu
ordnen, soweit dieses aufgrund seiner Oberflächenausbildung zur
Formung des Staukanales beiträgt oder dessen Strömung nicht unge
bührlich stört.
Die Erfindung bezieht sich nicht nur auf ein Geschoß zum Verschießen
in einer Ram-Beschleunigungseinrichtung, sondern ausdrücklich
auch auf eine solche, zum Verschießen des erfindungsgemäßen Ge
schosses eingerichtete Ram-Beschleunigungseinrichtung
gemäß Anspruch 9.
Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der beigefügten, schemati
schen Zeichnung beispielsweise noch näher erläutert. In dieser
zeigt:
Fig. 1 die Geometrie des im schematischen Längsschnitt gezeigten
erfindungsgemäßen Ram-Hohlgeschosses,
Fig. 2 die Stoßwellen des angeströmten erfindungsgemäßen Hohlge
schosses, im Längsschnitt,
- a) bei Unterschallverbrennung und
- b) bei Überschallverbrennung, und
Fig. 3a) und b) zwei unterschiedliche Ausführungsformen eines am
Heck des im Längsschnitt dargestellten Hohlgeschosses
sitzenden Verschlußkolbens.
In allen Figuren sind durchgehend die gleichen Bezugszeichen ver
wendet. In jeder Figur ist jeweils im Längsschnitt ein Ram-Be
schleunigerrohr 7 angedeutet, das in der Darstellung eine glatte,
kreiszylindrische Innenoberfläche aufweist.
In diesem Ram-Beschleunigerrohr befindet sich jeweils ein Ram-Hohl
geschoß 4, das als ein kreiszylindrischer Körper ausgebildet ist,
der dichtend, aber verschieblich im Rohr 7 sitzt und axial so aus
gedreht ist, daß er einen durchgehenden düsenförmigen Staukanal 1
aufweist, dessen Durchmesser vom Einlaß 2 aus bis zu einer Engstel
le konvergiert und nach dieser bis zu einem Auslaß 3 hin wieder di
vergiert, wobei der Durchmesser der Einlaßöffnung mit dem Außen
durchmesser des Geschosses 4 übereinstimmt, der Durchmesser der Aus
laßöffnung dagegen kleiner sein kann.
In jeder der Figuren befindet sich im Rohr 7 rechts vom Geschoß 4
ein explosives Gasgemisch mit hohem Druck, das durch den Staukanal
1 strömt, wobei die Anströmung des Einlasses 2 mindestens mit
Schallgeschwindigkeit erfolgt.
In Fig. 1 ist der Halbwinkel des Einlasses 2 mit α bezeichnet und
so gewählt, daß die an der Projektilspitze beginnende kegelför
mige Kopfwelle mit ihrer Spitze an der Engstelle liegt, die mit dem
Radius r1 bezeichnet ist. Der Radius der Einlaßöffnung und des
Kalibers von Rohr 7 und Geschoßkörper 4 ist mit r bezeichnet. Die
axiale Länge des Einlasses 2 ist mit a bezeichnet.
In der Engstelle beginnt die reflektierte Kopfwelle. Der Auslaßra
dius r2, die Länge b des Auslasses und der Konuswinkel β des Aus
lasses sowie die anderen Abmessungen sind so festgelegt, daß die in
Fig. 2 gezeigten Betriebszustände erreicht werden.
In Fig. 2a und 2b ist die Zone beginnender Verbrennung jeweils mit
5 bezeichnet. Die jeweilige Strömungsgeschwindigkeit ist anhand der
Schallgeschwindigkeit M (für das jeweilige Gasgemisch) bezeichnet.
Je nach dem Geschwindigkeitsbereich der Relativgeschwindigkeit zwi
schen Hohlgeschoß 4 und anströmendem Gasgemisch erfolgt die Ver
brennung entweder, wie in Fig. 2a gezeigt, in einer Unterschall
strömung mit senkrechtem Stoß im divergenten Düsenauslaß 3 oder,
wie in Fig. 2b gezeigt, hinter einer schiefen Detonationswelle im
Überschall.
In Fig. 3a und b ist ein Verschlußkolben 6 bzw. Verschlußpfropfen
6' gezeigt, der den Staukanal 1 im Geschoßkörper 4 heckseitig ver
schließt. Ein solcher Verschlußkolben ist etwa dann erforderlich,
wenn das Geschoß in einer Pulver- oder Druckgaskanone vor dem Ein
tritt in das Ram-Beschleunigerrohr 7 vorbeschleunigt wird, kann
aber weggelassen werden, wenn die Vorbeschleunigung auf andere Wei
se erfolgt, etwa mittels eines wandernden Magnetfeldes, oder wenn
das gegenüber der Umgebung ruhende Geschoß vom Gasgemisch ange
strömt wird, wie das etwa dann der Fall ist, wenn man das Geschoß
in das Ende eines Ram-Beschleunigerrohres noch hinter der hinter
sten Membran einsetzt, also außerhalb des Druckgasraumes anordnet,
und dann durch Zerstören der Membran das Druckgas durch den Stauka
nal 1 zur Umgebung hin austreten läßt (Beschleunigung aus dem
Stillstand bzw. ohne Vorbeschleunigung).
Befindet sich das Geschoß beim Start innerhalb des Druckgasraumes,
dann ist der Verschlußpfropfen 6' zweckmäßig, wie er in Fig. 3b
gezeigt ist; dieser Verschlußpfropfen 6' kann mittels einer Auslö
seeinrichtung (nicht gezeigt) dichtend und lösbar im Auslaß 3 des
Staukanales 1 festgehalten werden. Der gesamte Geschoßkörper kann
dagegen am Ende eines Ram-Beschleunigerrohres gegen den Innenrand
eines Verschlusses dichtend anliegen, der von einer nahezu kaliber
großen Öffnung durchsetzt ist. In diesem Fall benötigt das Ram-Be
schleunigerrohr 7 keine hintere Dichtungsmembran, sondern der Ge
schoßkörper 4 selbst dichtet gegenüber dem Druck des Gasgemisches
ab.
Wird die Auslöseeinrichtung ausgelöst, dann wird der Verschluß
pfropfen 6' nach hinten aus dem Auslaß 3 des Staukanales 1 durch
die Öffnung des Verschlusses geschossen, und das Gasgemisch strömt
durch den Staukanal 1 nach außen. Es muß lediglich das Druckgefälle
zwischen dem unter Druck stehenden Gasgemisch und der Umgebung so
gewählt werden, daß eine genügend rasche Anströmung des Staukanals
1 erfolgt. Am Verschluß können Glühdrähte angeordnet sein, die zu
sammen mit der Auslösung des Verschlußpfropfens 6' erregt werden
und das austretende Gasgemisch zünden, dessen Verbrennungsdruck
dann auf den vom Verschluß ausgesparten Teil des Hecks des Geschoß
körpers 4 einwirkt und diesen nach vorne beschleunigt. Wenn die
Druckeinwirkung durch den Staukanal so lange genügend hoch ist,
daß die Relativgeschwindigkeit zwischen zwischen Geschoß
körper und Anströmung mindestens immer Schallgeschwindig
keit erreicht, gelingt das Abfeuern des Geschosses ohne
dessen Vorbeschleunigung und aus dessen Stillstand heraus.
Claims (9)
1. Geschoß zur Beschleunigung in einem, mit einem zünd
fähigen Druckgasgemisch gefüllten Ram-Beschleunigerrohr,
- 1. - dessen Geschoßkörper (4) von einer mittigen, einen Stau kanal (1) bildenden Längs-Durchgangsbohrung (1) durch setzt ist,
- 2. - bei der der Durchmesser (2r) der Einlaßöffnung (2) im wesentlichen dem Außendurchmesser entspricht,
- 3. - wobei die Anströmgeschwindigkeit am Eintritt des Ram-Be schleunigerrohres mindestens Mach 1 ist und
- 4. - die Geometrie des Staukanals (1) so gewählt ist, daß durch die Verbrennung des Druckgasgemisches ein Geschoß vortrieb erzeugt wird.
2. Geschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
es am Außenumfang mindestens einen Dichtungs- und/oder
Führungsring aufweist.
3. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Außenfläche des Geschoßkörpers (4)
im wesentlichen der eines Kreiszylinders entspricht.
4. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeich
net durch einen den Ausgang (3) des Staukanals (1) von
hinten her verschließenden, nach hinten von diesem ab
trennbaren Verschlußkolben (6; 6').
5. Geschoß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Verschlußkolben als ein in den hinteren Abschnitt (3)
des Staukanals (1) eingesetzter Verschlußpfropfen (6')
ausgebildet ist.
6. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Geschoßkörper (4) nach dem Abschuß
abtrennbare Subgeschosse aufweist oder aus diesen zusammen
gesetzt ist.
7. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß inmitten des Staukanals (1) ein zum Ge
schoßkörper (4) koaxiales Wuchtgeschoß angeordnet ist.
8. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Geschoßkörper (4) mindestens eine
Aushöhlung zur Aufnahme von Nutzlast aufweist.
9. Beschleunigungseinrichtung für ein Geschoß nach einem
der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem
Abschuß der Geschoßkörper (4), dessen Staukanal (1) ver
schlossen ist, das Ram-Beschleunigerrohr dichtend ver
schließt.
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4120067A1 (de) | 1992-12-24 |
| FR2678055A1 (fr) | 1992-12-24 |
| FR2678055B1 (fr) | 1995-12-01 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8181 | Inventor (new situation) |
Free format text: SEILER, FRIEDRICH, DR., 7851 RUEMMINGEN, DE LEHR, HARTMUTH, DR., 7859 MAPPACH, DE GIRAUD, MARC, DR., SAINT-LOUIS-LA-CHAUSSEE, FR |
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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