DE4119941A1 - Verfahren und anordnung zum schutz eines elektrischen antriebsmotors eines elektrowerkzeugs - Google Patents
Verfahren und anordnung zum schutz eines elektrischen antriebsmotors eines elektrowerkzeugsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schutz eines elek
trischen Antriebsmotors eines Elektrowerkzeugs, das mit
einem Nullspannungsauslöser und mit einem durch den Aufnahme
strom gesteuerten Überstromauslöser versehen ist, insbe
sondere eines Motors einer transportierbaren Bohrmaschine
für den Antrieb von Betonbohrern, gegen thermische Über
lastung.
Üblicherweise werden zum Schutz von Antriebsmotoren bestimm
ter Elektrowerkzeuge, insbesondere von sogenannten Kernbohr
maschinen, zweipolige Schutzschalter verwendet, bei denen in
einem gemeinsamen Gehäuse sowohl der Nullspannungsauslöser
als auch der Überstromauslöser untergebracht sind. Der Null
spannungsauslöser kann dabei als Magnetspule ausgebildet
sein, die mittels eines Schaltstiftes auf einen inneren
Schalthebel einwirkt. Auf den gleichen Schalthebel wirkt
gleichsinnig ein Bimetallhebel ein, der bevorzugt vom Auf
nahmestrom durchflossen wird. Der besagte Schalthebel be
tätigt seinerseits zwei parallele Kontaktpaare, die durch
eine äußere Schaltwippe betätigbar sind. Durch einen be
sonderen Schaltmechanismus wird dafür Sorge getragen, daß
der innere Schalthebel die Kontaktpaare auch in der Ein
schaltstellung der Schaltwippe öffnen kann, und daß ferner
bei betätigtem inneren Schalthebel die Kontaktpaare nicht
geschlossen werden können. Der Schaltmechanismus ermöglicht
eine sogenannte Freiauslösung. Zahlreiche Varianten dieses
Schaltertyps werden von der Firma ETA Elektrotechnische
Apparate GmbH in D-8503 Altdorf bei Nürnberg/Deutschland
unter der Gruppenbezeichnung 3120-F . . . vertrieben.
Der Nullspannungsauslöser dient zum Schutz der Bedienungs
person bei einem Spannungsausfall: Das Elektrowerkzeug läuft
nach dem Wiederanstehen der Betriebsspannung ohne eine
Schalterbetätigung nicht wieder an. Der Überstromauslöser
dient zum Schutz des Antriebsmotors gegen thermische
Überlastung.
Das Schaltverhalten des Überstromauslösers wird durch
sogenannte Zeit-/Strom-Kennlinien charakterisiert, die für
jeden Schaltertyp festgelegt sind, der seinerseits wieder
dem Antriebsmotor angepaßt sein muß. Die Zusammenhänge
werden weiter unten noch anhand der Fig. 3 näher erläutert;
es sei derzeit nur so viel angemerkt, daß die Gesamtabschalt
zeit mit zunehmendem Aufnahmestrom rapide sinkt. Die
Kennlinie ist ihrerseits wiederum im Hinblick auf die
maximal zulässige Wicklungstemperatur des Antriebsmotors
ausgelegt; sie berücksichtigt aber nur diejenige
Endtemperatur der Motorwicklung, die - ausgehend von einer
vorgegebenen Ausgangstemperatur für Motor und Schalter -
beim ersten Einschalten erreicht wird. Typische
Ausgangstemperaturen, für die die besagten Kennlinien für
jeden Schaltertyp festgelegt werden, sind -30° C, +23° C und
+60° C.
Es ist auch bereits bekannt, Antriebsmotoren von Elektrowerk
zeugen statt mit einem Überstromauslöser mit einem Temperatur
fühler auszustatten, der in der Motorwicklung untergebracht
ist. Dieser Temperaturfühler kann beispielsweise eine Bauein
heit mit einem Kontaktpaar bilden. Beispielsweise kann ein
solcher Temperaturschalter eine Bimetall-Scheibe enthalten,
die ein sprunghaftes Schaltverhalten besitzt. Ein solcher
Schalter besitzt jedoch eine erhebliche Schaltdifferenz. Da
keine Vorwarnung vor dem Erreichen der eingestellten Grenz
temperatur auftritt, spricht der Temperaturschalter unver
mittelt an und setzt das Elektrowerkzeug für längere Zeit
außer Betrieb, wobei diese Stillstandszeit ohne weiteres
30 Minuten übersteigert kann.
Ein mit dem weiter oben beschriebenen Schutzschalter ver
sehenes Elektrowerkzeug kann nun aber ohne weiteres bis zur
Zerstörung durch thermische Überlastung der Wicklung betrie
ben werden: Wenn das Elektrowerkzeug entsprechend der Zeit-/
Stromkennlinie unter Überlast betrieben wird, dann unter
bricht der Überstromauslöser beim Erreichen der besagten
Kennlinie den Stromkreis des Elektrowerkzeugs. Da die be
sagte Kennlinie aber dem Aufheizverhalten des Antriebsmotors,
ausgehend von vorgegebenen Anfangsbedingungen, entspricht,
ist beim Ansprechen des Überstromauslösers die vorgegebene
Grenztemperatur der Motorwicklung zumindest im wesentlichen
bereits erreicht. Die Zeitkonstante des Überstromauslösers
vom Abschalten bis zum Wiedereinschalten beträgt aber nur
etwa 5 bis 10 Sekunden, das seine Wärmeträgheit erheblich
geringer ist als diejenige der Motorwicklung. Mit anderen
Worten: Während die Kennlinie des Überstromauslösers noch im
wesentlichen das Aufheizverhalten der Motorwicklung simu
liert, ist dies in Bezug auf das Abkühlverhalten nicht der
Fall. Versucht also die Bedienungsperson, das Elektrowerk
zeug nach einem Ansprechen des Überstromauslösers nach
verhältnismäßig kurzer Zeit wieder einzuschalten, ge
gebenenfalls sogar mehrfach hintereinander, so pumpt sie
gewissermaßen Energiestöße in den noch immer unter der
mechanischen Last anstehenden Antriebsmotor hinein, dessen
Kühlung zusätzlich noch durch erheblich verringerte Drehzahl
oder gar Stillstand reduziert bzw. unterbrochen ist. Die
Folge ist eine Überhitzung des Antriebsmotors, die ohne
Warnung bis zur Zerstörung der Wicklung betrieben werden
kann.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Schutz
verfahren der eingangs beschriebenen Gattung anzugeben,
durch das ohne großen schaltungstechnischen Aufwand eine
Überhitzung der Motorwicklung wirksam verhindert werden
kann.
Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei dem eingangs
beschriebenen Verfahren erfindungsgemäß dadurch, daß man die
Temperatur eines Wicklungsteils des Antriebsmotors mit einem
Temperaturfühler überwacht und die vom Temperaturfühler
bestimmte Temperatur des Wicklungsteils nach Überschreiten
eines vorgegebenen Temperatur-Grenzwerts zum Auslösen und,
nach Unterschreiten des Temperatur-Grenzwerts, zum
Einschalten des Nullspannungsauslösers verwendet.
Es wird mithin über den bekannten Schutzschalter hinaus, ein
Temperaturbegrenzer verwendet, der keine eigenen Lastschaltkon
takte benötigt, sondern auf den ohnehin vorhandenen Null
spannungsauslöser einwirkt und in diesem praktisch Spannungs
losigkeit simuliert. Pumpt also die Bedienungsperson kurz
zeitig nach dem ersten Ansprechen des Überstromauslösers
durch wiederholte Betätigung des Geräteschalters Wärme
energie in den Antriebsmotor hinein, so wird das getreue Ab
bild der Wicklungstemperatur von dem besagten Temperatur
fühler erfaßt und zum Betätigen des Nullspannungsauslösers
verwendet. Die Antriebsmaschine wird genau so stillgesetzt,
als ob ein totaler Spannungsausfall vorliegen würde, und sie
wird beim Unterschreiten der besagten Grenztemperatur auch
nicht selbsttätig wieder eingeschaltet, wie dies bei
Verwendung eines herkömmlichen Temperaturbegrenzers der Fall
wäre, der unmittelbar auf den Stromkreis des Antriebsmotors
einwirkt. Das Wiederanlaufen des Antriebsmotors ist mithin
nur bei gleichzeitiger Erfüllung folgender Bedienungen
möglich:
- 1. Die volle Betriebsspannung steht an,
- 2. die Wicklungstemperatur liegt unter einem vorgegebenen Grenzwert,
- 3. der Schalter (Haupt- oder Geräteschalter) wird von der Bedienungsperson betätigt.
Üblicherweise haben derartige Temperaturfühler in Verbindung
mit dem zugehörigen Schaltglied eine Schaltdifferenz. Es
existieren mithin zwei Temperatur-Grenzwerte, nämlich ein
oberer Grenzwert für das Abschalten und ein unterer
Grenzwert für das Wiedereinschalten (vorausgesetzt, daß die
volle Betriebsspannung ansteht). Diese Schaltdifferenz
bringt den zusätzlichen Vorteil mit sich, daß die
Motorwicklung ausreichend abkühlen kann, bevor eine
Wieder-Inbetriebnahme möglich ist.
Es ist dabei besonders vorteilhaft, wenn man im Zuge einer
weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schutzver
fahrens den Aufnahmestrom des Antriebsmotors erfaßt und ihn
auf ein Unter- oder Überschreiten eines vorgegebenen Strom-
Grenzwertes hin untersucht und beim Unterschreiten des
Grenzwertes ein erstes Kontrollelement und beim Überschrei
ten des Grenzwertes ein zweites Kontrollelement zur Anzeige
bringt. In besonders vorteilhafter Weise wird als erstes
Kontrollelement eine Leuchtdiode der Farbe "grün" verwendet
und als zweites Kontrollelement eine Leuchtdiode der Farbe
"rot".
Die Bedienungsperson kann also bei jedem Einschalten je nach
dem Ansprechen eines der Kontrollelemente sofort erkennen,
ob die Maschine im Normalbetrieb, d. h. bei Unterschreiten
des Nennstromes, oder im Überlastbereich betrieben wird.
Beachtet die Bedienungsperson die betreffende Anzeige, so
erfolgt ein Einschalten nur bei Einhaltung folgender
Zusatzbedingung:
- 4. Die Stromaufnahme liegt unterhalb des Nennstromes.
Es ist dabei wiederum besonders vorteilhaft, wenn man in
einem Übergangsbereich zwischen einem Wert unterhalb maximal
zulässiger Betriebslast (Nennlast) und Überlast beide Kontroll
elemente zur Anzeige bringt, wobei man mit steigender Last
die Anzeigeintensität des ersten Kontrollelements (grün)
allmählich verringert und die Anzeigeintensität des zweiten
Kontrollelements (rot) allmählich vergrößert.
Die Bedienungsperson kann also beim Übergang der Kontrollfarbe
"grün" zur Kontrollfarbe "rot" sofort erkennen, daß sich das
Antriebsdrehmoment und damit die Stromaufnahme vergrößert.
Die betreffende Erkenntnis kann beispielsweise dazu ver
wendet werden, den Vorschub bzw. die Anpreßkraft des Elektro
werkzeugs zu verringern.
Die Erfindung betrifft auch eine Anordnung zur Durchführung
des eingangs beschriebenen Verfahrens mit einem Nullspannungs
auslöser und mit einem durch den Aufnahmestrom gesteuerten
Überstromauslöser.
Eine solche Anordnung ist zur Lösung der gleichen Aufgabe
erfindungsgemaß gekennzeichnet durch einen mindestens einem
Wicklungsteil des Antriebsmotors zugeordneten Temperatur
fühler zur Erfassung der Wicklungstemperatur, dessen Ausgang
dem Nullspannungsauslöser aufgeschaltet ist, derart, daß
beim Überschreiten eines vorgegebenen Temperatur-Grenzwerts
ein Abschalten des Nullspannungsauslösers und beim
Unterschreiten des Temperatur-Grenzwerts und gleichzeitigem
Anstehen der Betriebsspannung ein Wiedereinschalten des
Nullspannungsauslösers erfolgt.
Es ist dabei gemäß einer weiteren Ausgestaltung der
Erfindung besonders vorteilhaft, wenn im Stromkreis des
Antriebsmotors ein Strommeßglied angeordnet ist, dessen dem
Aufnahmestrom proportionale Ausgangsspannung einem
Komparator aufgeschaltet ist, in dem der Meßwert mit einem
Sollwert verglichen wird, und wenn der Komparator zwei
Ausgänge aufweist, von denen der eine Ausgang dem ersten
Kontrollelement für die Anzeige des normalen Betriebsstroms
und der andere Ausgang dem zweiten Kontrollelement für die
Anzeige der Überlast aufgeschaltet ist.
Als Strommeßglied kann dabei bevorzugt der vom Aufnahmestrom
durchflossene Heizwiderstand für den Überstromauslöser
verwendet werden, d. h. das Bimetall-Schaltelement selbst,
wenn dieses vom Aufnahmestrom durchflossen wird.
Die Verwendung von Leuchtdioden als Kontrollelemente ist
deswegen besonders vorteilhaft, weil diese mit
Niederspannung betrieben werden können, keinen Verschleiß
und keine Alterung aufweisen und im Falle eines Bruchs der
Abdeckung keine Gefahr für die Bedienungsperson darstellen.
Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Leuchtdioden über
je einen Optokoppler mit dem jeweiligen Ausgang des Kompa
rators verbunden sind und wenn für die Erzeugung des Be
triebsstromes der Leuchtdioden neben einem ersten Trans
formator für die Erzeugung der Steuerspannung ein zweiter
Transformator vorhanden ist, der als Trenntransformator
gegenüber den Leuchtdioden ausgeführt ist.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgegen
standes ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird
nachfolgend anhand der Fig. 1 bis 4 näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild der vollständigen Schaltung
bzw. Anordnung eines als Kernbohrmaschine
ausgeführten Elektrowerkzeugs,
Fig. 2 die wesentlichen Elemente des Steuerblocks nach
Fig. 1,
Fig. 3 eine Zeit-/Strom-Kennlinie des in Fig. 1
dargestellten Schutzschalters, und
Fig. 4 eine zeichnerische Darstellung der Anzeige
intensität des ersten und des zweiten Kontroll
elements.
In Fig. 1 ist ein elektrischer Antriebsmotor 1 einer
Kernbohrmaschine dargestellt, von der weitere Einzelheiten
wie Getriebe, Bohrspindel und die diamantbestückte Bohrkrone
der Einfachheit halber weggelassen sind. Die gesamte,
nachstehend näher beschriebene, Schaltungsanordnung ist in
die Kernbohrmaschine integriert. Der Anschluß an das Netz
erfolgt über eine dreiadrige Leitung 2 und einen Stecker 3,
der nur in der angegebenen Pollage L, N und PE in die
zugehörige Steckdose eingeführt werden kann (CEE-Stecker).
Wesentlicher Teil der Schaltungsanordnung ist ein
zweipoliger thermischer Schutzschalter 4, bei dem es sich um
ein Fabrikat der Firma ETA Elektrotechnische Apparate GmbH
mit der Gruppenbezeichnung 3120-F . . . handelt. Dieser
Schutzschalter weist gegenüber der listenmäßigen Ausführung
ein abweichendes Merkmal auf, auf das nachfolgend näher
eingegangen wird. Der Schutzschalter 4 besitzt einen
Nullspannungsauslöser 5 mit einer Magnetspule 6, die über
einen nicht besonders dargestellten Schaltstift auf einen
Schaltmechanismus einwirkt, der letztendlich die beiden
parallelen Kontaktpaare 7 und 8 betätigt.
Der Schutzschalter 4 besitzt weiterhin einen Überstromaus
löser 9, dessen wesentliches Element ein nicht besonders
dargestelltes Bimetall-Schaltelement ist, das durch direkten
Stromdurchfluß des Aufnahmestroms beheizt wird. Dadurch wird
ein Widerstand 10 gebildet, der gleichzeitig als Heizwider
stand und als Strommeßglied für den Aufnahmestrom des An
triebsmotors 1 dient. Sowohl der Nullspannungsauslöser 5 als
auch der Überstromauslöser 9 wirken in der weiter oben be
schriebenen Weise über einen nicht gezeigten Schalthebel auf
die Kontaktpaare 7 und 8 ein, und zwar in der Weise, daß so
wohl bei einem Spannungsausfall als auch beim Auftreten
eines Überstroms eine endgültige Abschaltung erfolgt, die
erst beim Vorliegen der weiter oben beschriebenen
Betriebsbedingungen durch die Bedienungsperson wieder
aufgehoben werden kann. Eine eingebaute und gleichfalls
nicht dargestellte Freiauslösung sorgt dafür, daß ein
Abschalten auch bei gedrückter Schaltwippe erfolgt, und daß
ein Einschalten nicht möglich ist, solange die beschriebenen
Einschaltbedingungen nicht vorliegen. Eine Leuchtdiode 11
dient zur Anzeige der Betriebsbereitschaft des
Elektrowerkzeugs.
Wesentlicher Unterschied des Schutzschalters 4 gegenüber der
listenmäßigen Ausführung ist ein Abgriff 12 zwischen dem
Kontaktpaar 7 und dem Widerstand 10, der als Meßleitung M
einem Schaltblock 13 zugeführt ist. Diesem Schaltblock
werden weiterhin die Leitungen L und N zugeführt, d. h.
Netzspannung, sofern die Kontaktpaare 7 und 8 geschlossen
sind. Vom Schaltblock 13 führt ein Ausgang A zu dem besagten
Antriebsmotor, dessen anderer Pol mit der Leitung N
verbunden ist.
Einem Wicklungsteil des Antriebsmotors 1 ist ein Temperatur
fühler 14 zugeordnet, der ein Kontaktpaar 15 besitzt, das
durch ein nicht gezeigtes Bimetall-Element nach Überschrei
ten einer oberen Grenztemperatur geöffnet und nach Unter
schreiten einer unteren Grenztemperatur selbsttätig wieder
geschlossen wird. Derartige Temperaturbegrenzer sind im
Handel, beispielhaft unter der Bezeichnung "Clixon".
Der Temperaturfühler 14 dient zur Erfassung der Wicklungs
temperatur und liegt im gleichen Stromkreis 16, in dem auch
die Magnetspule 6 des Nullspannungsauslösers 5 liegt. Da
durch ist der Ausgang 14a des Temperaturfühlers 14 über eine
Leitung 16a dem Nullspannungsauslöser 5 aufgeschaltet. Dies
hat zur Folge, daß beim Überschreiten des oberen Temperatur
grenzwerts ein Abschalten des Antriebsmotors durch den Null
spannungsauslöser erfolgt und beim Unterschreiten des
unteren Temperaturgrenzwerts (und gleichzeitigem Anstehen
der Betriebsspannung) ein Wiedereinschalten des Nullspannungs
auslösers erfolgt. Der Nullspannungsauslöser ist also gleich
zeitig das Schaltelement für die Stromaufnahme des Antriebs
motors, während über das Kontaktpaar 15 nur der Steuerstrom
für die Magnetspule 6 geführt wird.
Der Schaltblock 13 ist mit einem Betriebsstundenzähler 17
verbunden sowie mit einem ersten Kontrollelement 18
verbunden, das als grüne Leuchtdiode ausgeführt ist, und mit
einem zweiten Kontrollelement 19, das als rote Leuchtdiode
ausgeführt ist.
Weitere wesentliche Einzelheiten des Schaltblocks 13 sind in
Fig. 2 dargestellt. Die Stromversorgung des Antriebsmotors
1 erfolgt in der bereits beschriebenen Weise über die
Leitungen L und N. In diesem Stromkreis liegt der vom
Aufnahmestrom durchflossene Widerstand 10, der gemäß den
obigen Ausführungen gleichzeitig der Heizwiderstand für das
Bimetall-Schaltelement des Überstromauslöser ist. Auf die
Wiederholung dieser Einzelheiten wird in Fig. 2 verzichtet.
Die Leitung L führt über eine Leitungsverzweigung zu einer
ersten Stromquelle 20 und zu einer zweiten Stromquelle 21,
die beide als Transformatoren mit Gleichrichter ausgeführt
sind, um eine geeignete Steuerspannung zu erzeugen.
Mindestens die zweite Stromquelle 21 ist als
Trenntransformator ausgeführt, worauf nachfolgend noch näher
eingegangen wird.
Die beiderseitigen Anschlüsse des Strommeßgliedes 10 erfassen
eine dem Aufnahmestrom proportionale Potentialdifferenz, die
über einen Verstärker 22 einem Komparator 23 aufgeschaltet
ist. Der Verstärker 22 erhält seinen Betriebsstrom von der
Stromquelle 20. In dem Komparator 23 wird die Ausgangs
spannung des Verstärkers 22 mit einem Sollwert verglichen,
der dem Grenzwert zwischen der normalen Betriebslast des
Antriebsmotors und einer Überlast entspricht. Der normale
Betriebsbereich liegt zwischen zwei zur Abszisse (Zeitachse)
parallelen Linien 24 und 25, von denen die untere Linie 24
dem Leerlaufstrom entspricht. Über der Linie 25 liegt der
Überlastbereich. Der Komparator 23 besitzt zwei Ausgänge 26
und 27, von denen der eine Ausgang 26 dem ersten Kontroll
element 18 (grün) für die Anzeige des normalen Betriebsstromes
und der andere Ausgang 27 dem zweiten Kontrollelement 19
(rot) für die Anzeige der Überlast aufgeschaltet ist.
Dabei sind die Kontrollelemente 18 und 19 über je einen
Optokoppler 28 und 29 mit dem jeweiligen Ausgang 26 bzw. 27
des Komparators verbunden. Der für die Erzeugung des
Betriebsstromes der Leuchtdioden dienende Transformator 21
ist als sogenannter Trenntransformator ausgeführt. Durch
diesen Trenntransformator und die Optokoppler 28 und 29
werden die Kontrollelemente bzw. Leuchtdioden galvanisch
vollständig vom Netzspannungsteil des Schaltblocks 13
getrennt, was in Fig. 2 durch den gestrichelten Kurvenzug
im rechten Teil des Schaltplanes angedeutet ist.
Der Schaltblock 13 wird bevorzugt durch eine einheitliche
Leiterplatte gebildet. Sämtliche Bauelemente nach den
Fig. 1 und 2 werden bevorzugt in einem gemeinsamen
Gehäuse untergebracht, das mit seinen Bedienungs- und
Kontrollelementen in der Weise am Antriebsmotor bzw. am
Elektrowerkzeug befestigt ist, daß eine gute Beobachtungs
möglichkeit für die Bedienungsperson gewährleistet ist. Für
den Fall, daß dieses Gehäuse im Bereich der Kontrollelemente
beschädigt werden sollte, steht der Anzeigeteil nicht unter
Netzspannung, so daß eine Gefährdung der Bedienungsperson
ausgeschlossen ist, wenn sie beispielsweise die in der Nähe
der Kontrollelemente (Leuchtdioden) liegende Schaltwippe des
Schutzschalters betätigt. Auf die übrigen Vorteile bei der
Verwendung von Leuchtdioden wurde bereits weiter oben
hingewiesen.
In Fig. 3 symolisiert die Abszisse relative Werte zum
Nennstrom. Auf eine Angabe von Zahlenwerten wurde
verzichtet, da die Bestückung des Antriebsmotors mit einem
entsprechenden Schutzschalter sehr vielfältig sein kann. Auf
der Ordinate sind übliche Auslösezeiten derartiger
Schutzschalter in Sekunden aufgetragen. Die senkrechte
gestrichelte Linie 30 charakterisiert den Leerlauf Strom. Es
versteht sich im übrigen, daß der Schaltblock 13 einen hier
nicht näher dargestellten Anlauf Strombegrenzer enthält, zu
dem ein Anlaufwiderstand und ein diesen Widerstand
überbrückender Schalter gehören, der durch ein Zeitglied
betätigt wird, das den Schalter beispielsweise nach
0,6 Sekunden schließt.
Die rechte strichpunktierte Linie 31 charakterisiert den
Nennstrom, bei dem das Elektrowerkzeug im Dauerbetrieb
betrieben werden kann. Auf der rechten Seite der Linie 31
liegt der sogenannte Überlastbereich, in der je nach der
Größe der Überlast eine frühere oder spätere Abschaltung des
Antriebsmotors erfolgt. Dieses Abschaltverhalten wird durch
die bereits erörterte Zeit-/Strom-Kennlinie 32
charakterisiert, die im wesentlichen das Aufheizverhalten
der Wicklung des Antriebsmotors simuliert. Unterhalb der
maximal zulässigen Betriebslast gemäß der Linie 31 wird
durch eine hierzu parallele Linie 33 ein Übergangsbereich 34
abgegrenzt, der durch die Auslegung des Komparators 23
definiert wird. Hierbei wird durch die Auslegung des
Komparators 23 zweckmäßig so verfahren, daß man in dem
Übergangsbereich 34 beide Kontrollelemente 18 und 19 zur
Anzeige bringt, wobei man mit steigender Last die Anzeige
intensität des ersten Kontrollelements 18 allmählich ver
ringert und die Anzeigeintensität des zweiten Kontroll
elements 19 allmählich vergrößert.
Der Verlauf der Anzeigeintensitäten der beiden Kontroll
elemente 18 und 19 wird anhand von Fig. 4 verdeutlicht. Bis
zum Erreichen des Übergangsbereichs 34 hat das Kontroll
element 18 die volle Anzeigeintensität, d. h. bei dem
gegebenen Ausführungsbeispiel leuchtet die Leuchtdiode mit
voller Helligkeit. Jenseits des Übergangsbereichs 34 hat das
zweite Kontrollelement 19 die volle Anzeigeintensität, d. h.
die beim Ausführungsbeispiel vorhandene rote Leuchtdiode hat
die volle Leuchtintensität. Innerhalb des Übergangsbereichs
34 wird - mit steigender Last - die Anzeigeintensität des
ersten Kontrollelements 18 allmählich verringert und die
Anzeigeintensität des zweiten Kontrollelements 19 allmählich
vergrößert. Dies wird durch die im Übergangsbereich 14
schräg verlaufende Linie 35 zwischen den waagrecht und
senkrecht schraffierten Bereichen 18a und 19a angedeutet.
Man macht sich hierbei bevorzugt die Arbeitsweise des
Komparators zunutze: Die Eingangsspannung des Komparators 23
hat eine gewisse Rest-Welligkeit, deren Frequenz der Netzfre
quenz entspricht. In dem vorgegebenen Übergangsbereich
liegen nunmehr entsprechende Amplitudenanteile abnehmend
bzw. zunehmend oberhalb und unterhalb des voreingestellten
Sollwerts. Dadurch tritt eine Art Dimmer-Effekt in Bezug auf
die jeweils aufgesteuerten Leuchtdioden ein. Die Bedienungs
person kann also frühzeitig erkennen, wann sie mit
steigender Motorbelastung in den Übergangsbereich eintritt
und diesen unter Eintritt in den Überlastbereich verläßt.
Bei entsprechender Aufmerksamkeit der Bedienungsperson kann
mithin verhindert werden, daß der Temperaturbegrenzer mit
dem Temperaturfühler 14 überhaupt anspricht. Dies ermöglicht
eine sehr weitgehende Ausnutzung des normalen Betriebsbe
reichs unter Verzicht auf längere Wartezeiten, die durch das
Abkühlverhalten des Antriebsmotors und durch die Schalt
differenz des Temperaturbegrenzers bedingt sind.
Claims (12)
1. Verfahren zum Schutz eines elektrischen Antriebsmotors
(1) eines Elektrowerkzeugs, das mit einem Nullspannungs
auslöser (5) und mit einem durch den Aufnahmestrom ge
steuerten Überstromauslöser (9) versehen ist, insbeson
dere eines Motors einer transportierbaren Bohrmaschine
für den Antrieb von Betonbohrern, gegen thermische Über
lastung, dadurch gekennzeichnet, daß man die Temperatur
eines Wicklungsteils des Antriebsmotors (1) mit einem
Temperaturfühler (14) überwacht und die vom Temperatur
fühler bestimmte Temperatur des Wicklungsteils nach Über
schreiten eines vorgegebenen Temperatur-Grenzwerts zum
Auslösen und, nach Unterschreiten des Temperatur-Grenz
wertes, zum Einschalten des Nullspannungsauslösers (5)
verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man den Aufnahmestrom des Antriebsmotors (1) erfaßt und
ihn auf ein Unter- oder Überschreiten eines vorge
gebenen Strom-Grenzwertes hin untersucht und beim Unter
schreiten des Grenzwertes ein erstes Kontrollelement
(18) und beim Überschreiten des Grenzwertes ein zweites
Kontrollelement (19) zur Anzeige bringt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
man in einem Übergangsbereich (34) zwischen einem Wert
unterhalb maximal zulässiger Betriebslast und Überlast
beide Kontrollelemente (18 und 19) zur Anzeige bringt,
wobei man mit steigender Last die Anzeigeintensität des
ersten Kontrollelements (18) allmählich verringert und
die Anzeigeintensität des zweiten Kontrollelements (19)
allmählich vergrößert.
4. Anordnung zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch
1 mit einem Nullspannungsauslöser (5) und mit einem
durch den Aufnahmestrom gesteuerten Überlastauslöser
(9), gekennzeichnet durch einen mindestens einem Wick
lungsteil des Antriebsmotors (1) zugeordneten Temperatur
fühler (14) zur Erfassung der Wicklungstemperatur,
dessen Ausgang (14a) dem Nullspannungsauslöser (5) auf
geschaltet ist, derart, daß beim Überschreiten eines
vorgegebenen Temperatur-Grenzwertes ein Abschalten des
Nullspannungsauslösers (5) und beim Unterschreiten des
Temperatur-Grenzwertes und gleichzeitigem Anstehen der
Betriebsspannung ein Wiedereinschalten des Nullspannungs
auslösers (5) erfolgt.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Nullspannungsauslöser (5) ein Magnetschalter mit
einem Leiterkreis (16) ist, der durch den Temperatur
fühler (14) unterbrechbar und wieder schließbar ist.
6. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Überstromauslöser (9) ein durch den Aufnahmestrom
thermisch beheizbarer Unterbrecher ist.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der Überstromauslöser (9) ein widerstandsbeheiztes Bi
metall-Schaltelement besitzt.
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Heizwiderstand (10) des Bimetall-Schaltelements
einen Abgriff (12) für die Bestimmung der Stromaufnahme
des Antriebsmotors (1) aufweist.
9. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
im Stromkreis des Antriebsmotors (1) ein Strommeßglied
(10) angeordnet ist, dessen dem Aufnahmestrom proportio
nale Ausgangsspannung einem Komparator (23) aufge
schaltet ist, in dem der Meßwert mit einem Sollwert
verglichen wird, und daß der Komparator zwei Ausgänge
(26 und 27) aufweist, von denen der eine Ausgang (26)
dem ersten Kontrollelement (18) für die Anzeige des
normalen Betriebsstroms und der andere Ausgang (27) dem
zweiten Kontrollelement (19) für die Anzeige der
Überlast aufgeschaltet ist.
10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
als Strommeßglied (10) der Heizwiderstand für den
Überstromauslöser (9) geschaltet ist.
11. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontrollelemente (18, 19) als Leuchtdioden ausge
führt sind.
12. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die Leuchtdioden über je einen Opto-Koppler (18, 29)
mit dem jeweiligen Ausgang (26 bzw. 27) des Komparators
(23) verbunden sind und daß für die Erzeugung des
Betriebsstroms der Leuchtdioden neben einem ersten
Transformator (20) für die Erzeugung der Steuer
spannungen ein zweiter Transformator (21) vorhanden
ist, der als Trenntransformator gegenüber den
Leuchtdioden ausgeführt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914119941 DE4119941A1 (de) | 1991-06-17 | 1991-06-17 | Verfahren und anordnung zum schutz eines elektrischen antriebsmotors eines elektrowerkzeugs |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914119941 DE4119941A1 (de) | 1991-06-17 | 1991-06-17 | Verfahren und anordnung zum schutz eines elektrischen antriebsmotors eines elektrowerkzeugs |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4119941A1 true DE4119941A1 (de) | 1993-01-07 |
Family
ID=6434129
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914119941 Withdrawn DE4119941A1 (de) | 1991-06-17 | 1991-06-17 | Verfahren und anordnung zum schutz eines elektrischen antriebsmotors eines elektrowerkzeugs |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE4119941A1 (de) |
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