DE4119491A1 - Gewindeformscheibe fuer ein bolzengewinde und verfahren zu deren herstellung - Google Patents
Gewindeformscheibe fuer ein bolzengewinde und verfahren zu deren herstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Gewindeformscheibe für ein Bolzenge
winde, bei der ein Durchbruch sich von einer Scheibenseite in
Richtung zur Scheibenmitte im Querschnitt verjüngt und im Durch
bruch ein Innengewinde vorgesehen ist, das eine axiale Länge,
einen Bereich mit Bolzengewindemaß und einen Führungsabschnitt
bildet.
Eine Gewindeformscheibe dient dem spanlosen Erzeugen bzw. Formen
von Außengewinden. Eine bekannte Gewindeformscheibe der eingangs
genannten Art wird auch Druckplättchen genannt und stellt eine
Art Mutter mit ca. zwei Gewindegängen dar, deren Durchbruch eine
Ansenkung und ein kreisrundes Innengewinde aufweist, dessen Durch
messer in Achsrichtung gleichbleibend ist. Die bekannte Gewinde
formscheibe drückt mit dem Anfangsteil des ersten Gewindeteiles
des Innengewindes das Bolzengewinde sofort auf volle Tiefe, so
daß das Innengewinde an sich nur wenige Gewindegänge aufzuweisen
braucht. Mit der bekannten Gewindeformscheibe werden Außengewinde
an freistehende Bolzen erzeugt. Die bekannte Gewindeformscheibe
hat eine geringe Standzeit und läßt z. B. nur die Erzeugung von
zwei Bolzengewinden zu. Beim Gewindeformen treten hohe Klemmrei
bungskräfte auf, die nicht selten zu Kaltverschweißungen und Werk
stückbrüchen führen. Es ist kaum möglich, für die Gewindeformung
Schmierstoff einzubringen. Die Qualität des hergestellten Bolzen
gewindes ist schlecht, indem es eine rauhe Oberfläche und nur
geringe Maßhaltigkeit aufweist.
Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gewindeformscheibe der
eingangs genannten Art zu schaffen, die bei erhöhter Standzeit
eine verbesserte Gewindequalität liefert. Die erfindungsgemäße
Gewindeformscheibe ist, diese Aufgabe lösend, dadurch gekennzeich
net, daß das Innengewinde sich von der einen Scheibenseite hin
zur Scheibenmitte von einem erweiterten Gewindemaß auf das Bol
zengewindemaß verjüngt und der Führungsabschnitt sich an diese
Verjüngung anschließt und daß das Innengewinde zumindest im sich
verjüngenden Bereich im Querschnitt polygonartig mit radial wei
ter außen liegenden Biegungsbereichen sowie dazwischen angeord
neten, radial weiter innen liegenden Stegbereichen ausgeführt
ist und diese Stegbereiche das Bolzengewinde drückende Druckbe
reiche sind.
Durch die Konizität des formenden Teiles des Innengewindes erfolgt
ein allmähliches Drücken des Bolzengewindes auf die gewünschte
Gewindetiefe. Der polygonartige Querschnitt verringert die Rei
bung der Gewindeformscheibe am Bolzen und bringt in den Biegungs
bereichen Öltaschen, die den Einsatz von Schmierstoff zulassen.
Aufgrund der sich in axialer Richtung im Außenradius verringernden
Druck-Stegbereiche besitzt die Gewindeformscheibe eine wesentlich
erhöhte Standzeit und bringt eine hinsichtlich Oberflächenbe
schaffenheit und Maßhaltigkeit wesentlich verbesserte Gewinde
qualität. Das Innengewinde der erfindungsgemäßen Gewindeformscheibe
weist in der Regel mehr als drei Gewindegänge auf und weist in der
Praxis mindestens fünf Gewindegänge auf. Es liegt ein Werkzeug
zur spanlosen Herstellung von Bolzengewinden vor, dessen Herstellung
technisch einfach und somit kostengünstig ist und mit dem auch
an schwer zugänglichen Bolzen ein Außengewinde hoher Qualität
geformt werden kann. Die von der Gewindeformscheibe zu leistende
Verformungsarbeit wird durch unterschiedlich ausgebildete Druck
bereiche unterschiedlich aufgeteilt und deshalb dem zu bearbei
tenden Material bzw. dem angewandten Verfahren angepaßt.
Wegen der Formung des zu erzeugenden Außengewindes braucht der
polygonartige Querschnitt an sich nur in dem sich verjüngenden
Bereich des Innengewindes vorgesehen zu sein, wogegen der Rest
des Innengewindes kreisrund sein kann. Besonders zweckmäßig und
vorteilhaft ist es jedoch, wenn der polygonartige Querschnitt
über die gesamte Länge des Innengewindes vorgesehen ist. Dies
vereinfacht die Herstellung der Gewindeformscheibe.
Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es auch, wenn der Durch
bruch zu beiden Scheibenseiten hin jeweils einen sich im Quer
schnitt zur Scheibenmitte hin verjüngenden und im Querschnitt
polygonartigen Bereich aufweist. Die Gewindeformscheibe läßt sich
nun von beiden Scheibenseiten her einsetzen und weist eine weiter
erhöhte Standzeit auf.
Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es weiterhin, wenn der
Durchbruch zwischen der Scheibenseite und dem sich verjüngenden
Bereich des Innengewindes einen Einführkegelstumpf bildet. Dies
erleichtert das Aufsetzen der Gewindeformscheibe auf den zu be
arbeitenden Bolzen. Der Einführkegelstumpf ist ein- oder beid
seitig vorgesehen und besitzt einen Öffnungswinkel < 0° und < 180°.
Die Handhabung der Gewindeformscheibe ist vereinfacht, da sie
z. B. mit einer Aufnahme versehen ist, wie sie z. B. für Schneid
eisen bekannt (DIN 223) ist.
Wenn die Öltaschen im Biegungsbereich des Innengewindes zu klein
sind, um ausreichend Schmiermittel zuzuführen, dann ist es be
sonders zweckmäßig und vorteilhaft, wenn der sich verjüngende,
polygonartige Innengewinde-Bereich mit einer axial verlaufenden
Ölnut versehen ist. Die Ölnut geht von einer Scheibenseite aus
und endet entweder mit Abstand von der anderen Scheibenseite oder
verläuft bis zur anderen Scheibenseite durch.
Die praktische Brauchbarkeit der erfindungsgemäßen Gewindeform
scheibe ist entscheidend von einer guten Schmierung zwischen der
Gewindeformscheibe und dem zu bearbeitenden Bolzen abhängig. Des
halb ist es besonders zweckmäßig und vorteilhaft, wenn die radial
weiter außen liegenden Biegungsbereiche beim Gewindeformen Schmier
stoff aufnehmende Öltaschen begrenzen. Die außen liegenden Bie
gungsbereiche umgrenzen mit dem zu bearbeitenden Bolzen Hohlräume
bzw. Taschen, welche Schmieröl aufnehmen und somit eine zusätz
liche Funktion erfüllen. Beim Gewindedrücken am Bolzen ist es
von entscheidender Bedeutung, daß der Schmierfilm nicht reißt.
Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es auch, wenn das Innen
gewinde beim Gewindeformen an einem Bolzen anliegende Druckbe
rührfläche bildet und wenn in den Druckberührflächen flache kleine
Schmierwannen zu mehreren verteilt vorgesehen sind. Diese kleinen
Schmierwannen bzw. Vertiefungen verbessern die Aufrechterhaltung
eines ununterbrochenen Schmierfilms an den Druckberührflächen beim
Gewindeformen. Diese kleinen Schmierwannen nehmen beim Gewinde
formen Schmierstoff auf und besitzen in der Druckberührfläche in
der Regel einen Durchmesser von maximal 0,1 mm. Wenn das Innen
gewinde durch Fräsen mit durchgehend glatten Flächen hergestellt
ist, lassen sich die kleinen Schmierwannen nachträglich durch
Ätzen erzeugen. In der Regel werden die kleinen Wannen im Zu
sammenhang mit der Erzeugung des Innengewindes durch Erodieren
unter geeigneter Einstellung der Erodierverhältnisse durch das
Erodieren erzeugt. Die kleinen Wannen liegen in der Regel dicht
beieinander, d. h. eine neben der anderen angeordnet.
Mit der erfindungsgemäßen Gewindeformscheibe lassen sich ebenso
wie mit Roll- bzw. Walzwerkzeugen freistehende Bolzen bearbeiten.
Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist jedoch die Anwendung der
erfindungsgemäßen Gewindeformscheibe in einer den mit Gewinde zu
versehenden Bolzen aufnehmenden Werkstückhöhlung. Die Gewinde
formscheibe weist relativ geringe Außenabmessungen auf und läßt
sich daher relativ einfach in die Werkstückhöhlung bzw. -ausnehmung
einbringen und dort handhaben. Auch kann man die Gewindeformscheibe
in Werkstückhöhlungen einbringen, die zu klein sind, um ein Roll-
bzw. Walzwerkzeug einbringen zu können. Die Gewindeformscheibe
wird für das Arbeiten in der Werkstückhöhlung in der Regel mit
dem Einführkegelstumpf und/oder mit dem verlängernden Vorbau,
der z. B. glockenförmig oder zylindrisch ausgebildet ist, ver
sehen.
Das im Querschnitt polygonartige Innengewinde der erfindungsge
mäßen Gewindeformscheibe läßt sich im Prinzip durch spanende
Bearbeitung herstellen. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist
es jedoch, wenn das Innengewinde mit dem polygonartigen Quer
schnitt durch Erodieren erzeugt wird.
Das Innengewinde kann vollständig mittels Erodieren erzeugt wer
den oder zunächst teilweise durch Spanabheben und dann abschlie
ßend durch Erodieren. Z. B. wird aus Wirtschaftlichkeitsgründen
zunächst ein im Querschnitt kreisrundes Vor-Innengewinde erzeugt,
wonach dann der polygonartige Querschnitt durch Erodieren erzeugt
wird. Durch das Erodieren läßt sich die Oberflächenrauhigkeit
der Formgewindeflächen durch Verstellen der Stromstärke, der
Spannung und der Impulsdauer beeinflussen. Die Oberflächenrauhig
keit läßt sich in Form von kleinen flachen Wannen ausbilden,
was der Schmierung förderlich ist und zur Vermeidung von Kalt
schweißung beim Gewindedrücken beiträgt. Das Erodieren wird an
der gehärteten und bis auf das Erodieren fertiggestellten Ge
windeformscheibe durchgeführt. Dies ergibt eine Gewindeformschei
be mit einem besonders genauen eng tolerierten Drück-Innenge
winde, da keine durch nachfolgendes Härten bedingten Maßschwan
kungen auftreten können.
Das Werzeug zur Erzeugung des Drück-Innengewindes bewegt sich
in einem vorgebohrten Loch eines Formscheibenstückes kreisend
entlang einer umlaufenden Bahn und nimmt dabei Material des
Formscheibenstückes weg. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft
ist es, wenn ein das Drück-Innengewinde erzeugendes Werkzeug
sich in einem vorgebohrten Loch eines Formscheibenstückes ent
lang einer umlaufenden Bahn, d. h. kreisend bewegt und wenn die
Bewegungsgeschwindigkeit bezüglich der außen liegenden Biegungs
bereiche langsamer ist als bezüglich der Druckbereiche. Es ist
auf einfache Weise berücksichtig, daß bei Erzeugung der weiter
außen liegenden Biegungsbereiche mehr Material abzutragen ist
als bei den radial weiter innen liegenden Druckbereichen. Die
Kreisbewegung, die keine kreisrunde, sondern eine entlang einem
Polygon kreisende ist, wird zu den Ecken des Polygons hin lang
samer und von den Ecken des Polygons weg schneller. Dies ist
besonders beim Erodieren des Innengewindes von Bedeutung, weil
die Erodierelektrode im Unterschied zu einem spanabhebenden
Werkzeug nicht um ihre Mittelachse rotiert.
In der Zeichnung sind bevorzugte Ausführungsformen der Erfin
dung dargestellt und zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Gewindeformscheibe für ein Bol
zengewinde,
Fig. 2 einen Schnitt gemäß Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt gemäß Linie III-III in Fig. 2 in einem
gegenüber Fig. 2 vergrößerten Maßstab,
Fig. 4 die Gewindeformscheibe gemäß Fig. 1 in einer Werkstück
höhlung auf einem Bolzen,
Fig. 5-7 jeweils im Schnitt eine Gewindeformscheibe in einer
anderen Ausführungsform,
Fig. 8 u. 9 jeweils im Schnitt eine Gewindeformscheibe in einer
anderen Ausführungsform,
Fig. 10-15 jeweils im Schnitt verschiedene Gestaltungen eines
Innengewindes einer Gewindeformscheibe für ein Bolzen
gewinde,
Fig. 16 eine Seitenansicht einer Gewindeformscheibe für ein Bol
zengewinde in einer weiteren Ausführungsform,
Fig. 17 einen Schnitt gemäß Linie XVII-XVII in Fig. 16,
Fig. 18 u. 19 jeweils eine Seitenansicht mit Aufbruch einer Ge
windeformscheibe mit Vorbau,
Fig. 20 schematisch einen Schnitt einer Erodierelektrode in ei
nem Formscheibenstück,
Fig. 21 eine schematische Draufsicht auf das zu erzeugende Druck-
Innengewinde der Gewindeformscheibe und das erzeugende
Außengewinde der Erodierelektrode gemäß Fig. 20,
Fig. 22 eine Seitenansicht eines Gewindeganges der Erodierelek
trode gemäß Fig. 20,
Fig. 23 schematisch einen Schnitt einer weiteren Erodierelek
trode in einem Formscheibenstück und
Fig. 24-26 jeweils schematisch eine Seitenansicht eines Teiles
eines jeweils verschiedenen Drück-Innengewindes, her
gestellt mit der Erodierelektrode gemäß Fig. 23.
Die Gewindeformscheibe gemäß Fig. 1-3 ist ein im wesentlichen
außen kreisrundes Stück mit zwei Scheibenseiten 1, 2. Am Außen
rand bzw. am Mantel der Gewindeformscheibe sind eine längsver
laufende Nut 3 und mit Abstand voneinander Ausnehmungen 4 vorge
sehen, an denen sich ein Hilfsmittel ansetzen läßt, um die Ge
windeformscheibe beim Gewindedrücken zu drehen nach DIN 223.
Konzentrisch zu einer Mittelachse 5 ist die Gewindeformscheibe
mit einem Durchbruch 6 versehen, der sich von der einen Schei
benseite 1 zur anderen 2 erstreckt und einerends als Einführ
kegelstumpf 7 ausgebildet ist, der eine gewindefreie, glatte
Wandfläche bildet. An den Einführkegelstumpf 7 schließt ein In
nengewinde 8 an, das sich bis zur anderen Scheibenseite 2 er
streckt. Das Innengewinde 8 weist anschließend an den Einführ
kegelstumpf 7 einen Bereich 9 auf, dessen Querschnittsabmessungen
sich in Achsrichtung hin zur Scheibenmitte verringern. An den
sich verjüngenden Bereich schließt sich ein Führungsabschnitt
10 an, bei dem die Querschnittsabmessungen in Achsrichtung im
wesentlichen konstant sind. Gemäß Fig. 3 ist das Innengewinde
8 im Querschnitt polygonal, und zwar im vorliegenden Fall quadra
tisch. Bei den Ecken des Quadrates sind Biegungsbereiche 11 vor
gesehen, zwischen denen das Innengewinde Stegbereiche 12 bildet
und die Öltaschen 13 begrenzen.
Gemäß Fig. 4 steht am Grund einer Werkstückhöhlung 14 ein Bolzen
15 mit noch glatter Mantelfläche, wobei auch das freie Ende des
Bolzens sich noch in der Werkstückhöhlung befindet. Die Gewinde
formscheibe 16 gemäß Fig. 1-3 wird auf den Bolzen 15 aufge
setzt. Der Einführkegelstumpf 7 bewirkt eine Vorzentrierung der
Gewindeformscheibe 16 zum Bolzen 15 und erleichtert das Einfin
den des freien Endes des zu bearbeitenden Bolzens 15 in den sich
verjüngenden Bereich 9 des Innengewindes 8. Durch Drehen der
Gewindeformscheibe 16 oder des Bolzens 15 unter gleichzeitigem
leichtem axialen Druck der Gewindeformscheibe gegen den Bolzen
15 schraubt sich die Gewindeformscheibe selbständig auf den Bol
zen und formt das zu erzeugende Außengewinde. Der sich verjün
gende Bereich 9 des Innengewindes ist eine Art Einlaufkegel,
bei dem sich die Spitzen der Gewindegänge jeweils bei den drüc
kenden Stegbereichen 12 stetig tiefer in den Bolzenwerkstoff ein
drücken und den Bolzenwerkstoff in die Gewindeflanken verdrängen,
bis das gewünschte Bolzengewindemaß am inneren Ende des Einlauf
kegels erreicht ist. Das so geformte Außengewinde durchläuft
anschließend den Führungsabschnitt 10, wodurch ein steigungsge
rechtes Arbeiten der Gewindeformscheibe gewährleistet ist.
Die hier zur Rede stehende Gewindeformscheibe besitzt mindestens
zwei oder mehr drückende gerade Stegbereiche 12, die am Umfang
des formenden Innengewindes 8 in gleicher oder ungleicher Tei
lung angeordnet sind. Gemäß Fig. 3 sind vier gerade drückende
Stegbereiche 12 vorgesehen. Gemäß Fig. 8 sind drei gerade drüc
kende Stegbereiche 12 vorgesehen, denen drei Biegungsbereiche
11 mit drei Öltaschen 13 zugeordnet sind. Das Wort "polygonal"
ist hier insofern unzutreffend, als keine ausgeprägten Ecken
vorhanden sind. Gemäß Fig. 9 ist der polygonale Verlauf mehr
ein wellenförmiger Verlauf, da außer den Biegungsbereichen 11
fünf gebogene Stegbereiche 12 vorgesehen sind. Gemäß Fig. 5,
6 und 7 ist die Gestaltung des Durchbruches 6 in Richtung der
Mittelachse 5 verschieden. Gemäß Fig. 5 beginnt an der einen
Scheibenseite 1 sofort der sich verjüngende Bereich 9 des Innen
gewindes und erstreckt sich der anschließende Führungsabschnitt
10 bis zur anderen Scheibenseite 2. Gemäß Fig. 6 ist an der einen
Scheibenseite 1 zunächst der Einlaufkegelstumpf 7 vorgesehen
und erstreckt sich der Führungsabschnitt 10 ebenfalls bis zur
anderen Scheibenseite 2. Gemäß Fig. 7 schließt sich an den Füh
rungsabschnitt 10 zur anderen Scheibenseite 2 hin ein sich im
Querschnitt zur Scheibenmitte hin verjüngender Bereich 17 an.
Gemäß Fig. 10 und 13 läßt sich die Verjüngung 9 der Querschnitts
abmessungen des Innengewindes 8 durch eine Verjüngung des "Kern
durchmessers" bzw. der Kernquerschnittsabmessungen bei vollen
Gewindegängen erreichen. Gemäß Fig. 11, 12, 14 und 15 ist die
Verjüngung des Innengewindes 8 bei in Achsrichtung konstant
bleibenden Kernquerschnittsabmessungen durch Beschleifen der
Gewindegänge erreicht. Der sich verjüngende Bereich 9 endet
jedenfalls an einem Gewindegangteil 18, das in den Abmessungen
dem erwünschten Bolzengewindemaß entspricht. Der sich daran an
schließende Führungsabschnitt 10 weist gemäß Fig. 10, 11 und
12 in Achsrichtung gleichbleibende Querschnittsabmessungen ent
sprechend dem Maß-Gewindegangteil 18 auf. Gemäß Fig. 13, 14 und
15 sind die Querschnittsabmessungen des Führungsabschnittes 10
gegenüber dem Maß-Gewindegangteil 18 um ein Spiel erweitert.
Diese Spielerweiterung ist gemäß Fig. 13 durch eine stufenweise
Erweiterung der Kernquerschnittsabmessungen gegeben, ist gemäß
Fig. 14 durch ein stufenweises Beschleifen der Gewindegänge des
Führungsabschnittes 10 gegeben und ist gemäß Fig. 15 durch ein
sich konisch erweiterndes Beschleifen der Gewindegänge gegeben.
Bei der Gewindeformscheibe gemäß Fig. 16 und 17 sind Ölnuten
19, 20 vorgesehen. Die Ölnuten 19, 20 sind jeweils im Grund ei
ner Öltasche 13 vorgesehen und vergrößern diese. Die Ölnut 19
ist durchgehend, wogegen die Ölnut 20 auf den sich verjüngenden,
den gewindeformenden Bereich beschränkt ist. Gemäß Fig. 18 und
19 ist die Gewindeformscheibe 16 jeweils mit einem verlängernden
Vorbau 21 versehen, der eine Aufnahme 22 trägt. Der Vorbau 21
gemäß Fig. 18 ist glockenförmig und der Vorbau gemäß Fig. 19
ist zylindrisch.
Fig. 20 bis 26 erläutern die Herstellung von Gewindeformscheiben
der hier zur Rede stehenden Art mittels Erodieren mit einer Ero
dierelektrode 23, 24, die im Querschnitt rund ist und umlaufende
Erodierrücken 25, 26 aufweist, deren Querschnitt so gestaltet
ist, daß ein Querschnitt erzeugt wird, der dem Querschnitt des
zu erzeugenden Drück-Innengewindes entspricht und von denen in
Achsrichtung gesehen jeweils mehrere hintereinander angeordnet
sind. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 20 verlaufen die Ero
dierrücken 25 wendelförmig um die Mittelachse und macht die Ero
dierelektrode 24 bei der Erzeugung des Drück-Innengewindes eine
reine Kreisbewegung 27 in einer gleichbleibenden Ebene und keine
axiale Bewegung. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 23 verlaufen
die Erodierrücken 26 in sich geschlossen um die Mittelachse und
macht die Erodierelektrode 23 bei der Erzeugung des Drück-Innen
gewindes eine Wendelbewegung 28. Es wird jeweils in einem Form
scheibenstück 29 gearbeitet.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 20-22 haben die aufgeschlif
fenen Erodierrücken 25 Steigung, d. h. sie bilden ein Gewinde.
Mit dieser Erodierelektrode 24 ist es möglich, auf einer Ero
diermaschine ohne gesteuerten Steigungsvorschub zu arbeiten,
d. h. die Gewindesteigung des zu erzeugenden Drück-Innengewindes
wird von der Erodierelektrode direkt in das Formscheibenstück
29 übertragen. Es ist eine Fertigung von Gewindeformscheiben
auf einfacheren Erodiermaschinen möglich. Bei dieser Ausführungs
form werden die Druckbereiche des Drück-Innengewindes in der
Gewindeformscheibe ohne Gewindesteigung ausgebildet. Das Drück-
Innengewinde hat Steigung nur in den außen liegenden Biegungs
bereichen (der Öltaschen), so daß der in Gewinderichtung jeweils
nachfolgende Druckbereich um den teilungsmäßigen Anteil der Stei
gung versetzt in der Gewindeformscheibe angeordnet ist.
Fig. 21 deutet für ein "viereckiges" Drück-Innengewinde Vier
eckpunkte 30 der umlaufenden Bewegung der Erodierelektrode 24
an. In Anlehnung an Fig. 3 weist das Innengewinde 8 Biegungs
bereiche 11 und gerade Steg- bzw. Druckbereiche 12 auf. Die Ero
dierelektrode 24 befindet sich gemäß Fig. 21 in einer Position,
in der ein Biegungsbereich 11 vollständig erzeugt ist. Gemäß
Fig. 22 ist in dem Formscheibenstück 29 das Innengewinde 8 erzeugt,
und zwar mittels des Erodierrückens 25, dessen gleichmäßiger
Steigungsverlauf hier näher gezeigt ist. Da die Erodierelektro
de 24 im Stegbereich 12 geradlinig und ohne Abwälzung an der
Lochwand des Formscheibenstückes 29 bewegt wird, ist der Druck
bereich 12 des Innengewindes geradlinig, d. h. ohne Steigung.
Die Steigung des Drück-Innengewindes befindet sich nur in den
Biegungsbereichen.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 23-26 haben die aufgeschlif
fenen Erodierrücken 26 keine Steigung. Diese Erodierelektrode
23 benötigt beim Fertigen des Drück-Innengewindes der Gewinde
formscheibe zusätzlich zur radialen und kreisenden Auslenkung
einen Steigungsvorschub. Ein Vorteil dieser Gestaltung ist, daß
der Steigungsvorschub auf die Steg- bzw. Druckbereiche und die
Biegungsbereiche des zu erzeugenden Innengewindes beliebig aufge
teilt werden kann. Derartige Varianten des Innengewindes der Ge
windeformscheibe sind in Anpassung an den Werkstoff des zu bear
beitenden Bolzens zweckmäßig. Je nach Vorschub der umlaufenden
Erodierelektrode 26 wird die Steigung des Innengewindes verschieden
verteilt, was durch Fig. 24-26 verdeutlicht ist.
Fig. 24 zeigt ein Drück-Innengewinde, dessen Druckbereiche keine
Steigung aufweisen und dessen Biegungsbereiche Steigung haben.
Fig. 25 zeigt ein Drück-Innengewinde, dessen Druckbereiche Stei
gung haben und dessen Biegungsbereiche keine Steigung aufweisen.
Fig. 26 zeigt ein Drück-Innengewinde, dessen Drückbereiche und
dessen Biegungsbereiche die gleiche Steigung aufweisen. In Fig.
24-26 sind schraffierte Felder 31 vorgesehen, welche diejenigen
Bereiche im Drückbereich verdeutlichen, die beim Arbeiten am
Bolzen tatsächlich die formende, d. h. drückende Arbeit leisten.
Claims (11)
1. Gewindeformscheibe für ein Bolzengewinde,
bei der ein Durchbruch sich von einer Scheibenseite in Rich
tung zur Scheibenmitte im Querschnitt verjüngt und im Durch
bruch ein Innengewinde vorgesehen ist, das eine axiale Länge,
einen Bereich mit Bolzengewindemaß und einen Führungsabschnitt
bildet,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Innengewinde (8) sich von der einen Scheibenseite
(1) hin zur Scheibenmitte von einem erweiterten Gewindemaß
auf das Bolzengewindemaß (18) verjüngt (9) und der Führungs
abschnitt (10) sich an diese Verjüngung (9) anschließt und
daß das Innengewinde (8) zumindest im sich verjüngenden Be
reich (9) im Querschnitt polygonartig mit radial weiter außen
liegenden Biegungsbereichen (11) sowie dazwischen angeordneten,
radial weiter innen liegenden Stegbereichen (12) ausgebildet
ist und diese Stegbereiche (12) das Bolzengewinde drückende
Druckbereiche sind.
2. Gewindeformscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der polygonartige Querschnitt über die gesamte Länge
des Innengewindes (8) vorgesehen ist.
3. Gewindeformscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Durchbruch (6) zu beiden Scheibenseiten
(1, 2) hin jeweils einen sich im Querschnitt zur Scheiben
mitte hin verjüngenden und im Querschnitt polygonartigen
Bereich (9, 17) aufweist.
4. Gewindeformscheibe nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Durchbruch (6) zwischen der Scheibenseite
(1) und dem sich verjüngenden Bereich (9) des Innengewindes
(8) einen Einführkegelstumpf (7) bildet.
5. Gewindeformscheibe nach Anspruch 1, 2 oder 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß sie an einem verlängernden Vorbau (21)
vorgesehen ist.
6. Gewindeformscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der sich verjüngende, polygonar
tige Innengewinde-Bereich (9) mit einer axial verlaufenden
Ölnut (19, 20) versehen ist.
7. Gewindeformscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die radial weiter außen liegenden
Biegungsbereiche (11) beim Gewindeformen schmierstoffaufnehmen
de Öltaschen begrenzen.
8. Gewindeformscheibe nach einem der vorhergehende Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Innengewinde beim Gewindeformen
an einem Bolzen anliegende Druckberührflächen bildet und daß
in den Druckberührflächen flache kleine Schmierwannen zu meh
reren verteilt vorgesehen sind.
9. Gewindeformscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß sie in einer den mit Gewinde zu
versehenden Bolzen aufnehmenden Werkstückhöhlung eingesetzt
bzw. angewendet wird.
10. Verfahren zur Herstellung der Gewindeformscheibe nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Innengewinde mit dem polygonartigen Querschnitt durch Erodieren
erzeugt wird.
11. Verfahren zur Herstellung der Gewindeformscheibe nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein
das Drück-Innengewinde erzeugendes Werkzeug sich in einem vor
gebohrten Loch eines Formscheibenstückes entlang einer umlau
fenden Bahn, d. h. kreisend bewegt und daß die Bewegungsgeschwin
digkeit bezüglich der außen liegenden Biegungsbereiche lang
samer ist als bezüglich der Druckbereiche.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914119491 DE4119491C2 (de) | 1991-06-13 | 1991-06-13 | Gewindeformscheibe für ein Bolzengewinde und Verfahren zu deren Herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19914119491 DE4119491C2 (de) | 1991-06-13 | 1991-06-13 | Gewindeformscheibe für ein Bolzengewinde und Verfahren zu deren Herstellung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4119491A1 true DE4119491A1 (de) | 1992-12-17 |
| DE4119491C2 DE4119491C2 (de) | 1995-04-20 |
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ID=6433851
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914119491 Expired - Fee Related DE4119491C2 (de) | 1991-06-13 | 1991-06-13 | Gewindeformscheibe für ein Bolzengewinde und Verfahren zu deren Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4119491C2 (de) |
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